Obwohl der Vorfall schon einige Jahre her ist und sich wie Säure in meinen Verstand geätzt hat, kommt er mir noch immer unwirklich vor. Als hätte ich alles bloß geträumt.
War es meine Schuld gewesen? Hätte ich mehr für meine Tochter da sein müssen?

Dies ist keine urbane Legende. Keine Geschichte, die sich die Leute ausgedacht haben. Nein. Es ist real. Es sind Ereignisse, die mir tatsächlich widerfahren sind.
Mein Name ist Lucie Belmer und ich habe mit meinem Mann Jean-Marc in jenem Haus gelebt, das heute nur noch „la maison qui saigne“ genannt wird – das blutende Haus ...
Ich musste mich zusammenreißen, nicht zurückzuweichen. Musste spüren, wie sie liebevoll meinen Bauch berührte. Eine Berührung, die nicht mir galt, sondern einem Bündel aus Fleisch, Blut und Knochen, das in meinem Körper heranwuchs. Alleine bei dem Gedanken wurde mir schlecht. Aber ich wusste, dass es nachher endlich vorbei sein würde …