Startseite » Oni – die japanischen Oger

Oni Zeichnung von Jeremie Michels. Auf dem Bild ist ein Oni zu sehen. Er hat rote Haut, trägt einen Lendenschurz aus Tigerfell und hat wirres, schulterlanges, schwarzes Haar. Aus seiner Stirn ragen zwei Hörner, während sein Mund von zwei großen Hauern geprägt ist. Der Oni schaut grimmig in die Ferne, während er einen eisenbeschlagenen Streitkolben aus Holz auf der Schulter trägt.
Oni (2021)

Oni – die japanischen Oger

Die Oni sind sind wohl einer der bekanntesten Yōkai, die es gibt. Passend zum Mond-Neujahr am 12.02. und dem Setsubun-Fest am 02.02., bei dem Oni eine wesentliche Rolle spielen, habe ich mich entschieden, über die japanischen Oger zu schreiben.

Die Geschichte:

„Wir kommen langsam näher“, erklärte mein Bruder Ryu überflüssigerweise, während er den umgeknickten Baum vor uns mit seiner Taschenlampe ableuchtete.

Ich schluckte. Der Baum war nicht gerade dünn. Was auch immer ihn umgestoßen hatte, musste eine unglaubliche Kraft besitzen.

Und es sollte nicht der einzige Baum bleiben. Je weiter wir den Berg hinaufstiegen, desto mehr umgeknickte oder sogar ausgerissene Bäume fanden wir. Einige sahen aus, als wären sie aus dem Boden gerissen und mehrere Meter weit geworfen worden.

„Sicher, dass das hier eine gute Idee ist? Vielleicht sollten wir lieber umkehren und den anderen Bescheid sagen“, schlug ich vor.

Mein Bruder drehte sich zu mir um. „Und was soll das bringen? Wenn jemand anderes den Oni tötet, bringt uns das gar nichts!“

„Reicht es dir nicht, dass wir wieder sicher sind? Dass keine Menschen mehr sterben?“, erwiderte ich.

Ryu seufzte schwer. „Kenji, merkst du nicht, wie die anderen uns ansehen? Wie sie hinter unserem Rücken über uns reden? Ich will nicht mehr nur der Sohn eines Mörders sein, dem niemand trauen kann. Ich will nicht mehr, dass die Leute uns behandeln, als wären wir unser Vater!“

Jetzt musste auch ich seufzen. Ich sah über meine Schulter. Irgendwo dort unten, am Fuß des Berges, lag Shizuka-Mura, unsere Heimat. Ein Dorf, das so klein und unbedeutend war, dass es auch heute noch auf den meisten Landkarten fehlte. Ein Dorf, das ich über alles liebte.

Aber in letzter Zeit hatte sich so viel verändert … Ryu hatte recht. Seit vor anderthalb Jahren eine Gruppe Polizisten ins Dorf gekommen war, um Vater festzunehmen, sahen die Leute uns mit anderen Augen an. Sie glaubten uns nicht, dass wir genauso überrascht und schockiert waren, wie sie, zu erfahren, dass unser Vater ein gesuchter Mörder sei. Wie sich herausstellte, waren wir damals nur nach Shizuka-Mura gezogen, damit er untertauchen konnte …

Und dann war da noch der Oni. Die Kreatur ist vor etwa vier Monaten das erste Mal in unserem Dorf aufgetaucht.

Habt ihr schon einmal einen Oni gesehen? Die Geschichten und Zeichnungen werden ihnen nicht gerecht. Sie alle können nicht die Angst beschreiben, die man verspürt, wenn einem eine solche Kreatur tatsächlich gegenübersteht.

Ich hatte miterlebt, mit welcher Leichtigkeit ein Oni ganze Häuser niederreißen konnte, um an die Menschen zu kommen, die darin wohnten.

Er hatte schon so viele Menschen auf dem Gewissen. Freunde. Nachbarn. Nicht nur die, die er entführt hatte, sondern auch die, die losgezogen sind, um ihn zu töten. Keiner von ihnen war zurückgekehrt …

„Mach dir keine Sorgen“, riss Ryu mich aus meinen Gedanken. Er schien meine Bedenken bemerkt zu haben. „Der Oni schläft bestimmt. Wir müssen nur nahe genug herankommen.“

Um seine Aussage zu untermalen, zog Ryu eine Pistole aus seiner Tasche. Wir hatten sie damals in Vaters Zimmer gefunden – der Moment in unserem Leben, an dem wir uns eingestehen mussten, dass Vater nicht zu Unrecht beschuldigt wurde. Nie hätte ich gedacht, dass wir die Waffe eines Tages brauchen würden.

Es war Ryus Idee gewesen. Wenn wir den Oni besiegten, wären wir endlich mehr als nur die Söhne eines Mörders. Wir wären Helden. Und mit der Pistole hatten wir tatsächlich eine Chance. Wir mussten uns bloß anschleichen, ohne den Oni zu wecken, um ihm aus nächster Nähe direkt in den Kopf schießen zu können – so zumindest der Plan.

Doch wie es so häufig mit Plänen der Fall war, kam etwas dazwischen. Wir näherten und gerade einer Höhle, in der wir als Kinder manchmal gespielt hatten – wir vermuteten, dass der Oni darin schlief –, als plötzlich ein lautes Knacken ganz in unserer Nähe ertönte.

Ryu und ich fuhren erschrocken herum. Unsere Taschenlampen erhellten etwas Rotes, das zwischen den Bäumen hervorblitzte. Es bewegte sich.

„Mach die Taschenlampe aus!“, zischten Ryu mir zu.

Doch es war zu spät. Der Oni hatte uns bemerkt. Während ich in meiner Panik den Ausschalter der Taschenlampe nicht fand, kam der Oni mit großen Schritten auf uns zu. Er trat einen Baum um, der wegbrach, als wäre es ein Zahnstocher.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Ryu die Pistole hob, also entschied ich, die Taschenlampe stattdessen auf den Oni zu richten, damit mein Bruder sehen konnte, wohin er zielte.

Als der Oni vor uns stehenblieb, richtete er sich zu voller Größe auf, als wolle er uns einschüchtern. Noch nie hatte ich ihn aus solcher Nähe gesehen. Seinen Kanabō – einen mit Eisen beschlagenen Streitkobeln – hielt er lässig mit einer Hand auf seine Schulter gelehnt. Dabei wäre er ohne Waffe schon eindrucksvoll genug gewesen.

Er war sicherlich vier oder fünf Meter groß. Ausgeprägte Muskeln zeichneten sich unter der roten Haut ab. Lediglich sein Bauch war gewölbt. Ich konnte nur ahnen, dass sich unter dem Fett ein Sixpack versteckte, das mindestens genauso eindrucksvoll war, wie seine restliche Muskulatur.

Dafür gab seine massige Brust eine perfekte Zielscheibe ab.

Ich sah, wie die Hand meines Bruders zitterte.

„Schieß!“, befahl ich.

Das wiederum erregte die Aufmerksamkeit des Oni. Er starrte mich mit seinen gelben Augen eindringlich an. Erst jetzt fiel mir auf, wie furchteinflößend sein Kopf wirklich war.

Zerzauste, schwarze Haare rahmten sein grässliches Gesicht ein. Zwei spitze Hörner wuchsen aus seiner Stirn. Die großen Zähne, die aus seinem Mund ragten, erinnerten mich an ein Wildschwein. Sie blockierten seine Lippen, sodass sein Mund einen Spalt offen stand. Die gelben Augen starrten mich weiterhin an, während eine Mischung aus Hunger und Wut in ihnen funkelte.

„Jetzt schieß endlich!“, flehte ich Ryu an. Wenn er nicht bald etwas unternahm, würde der Oni angreifen.

Entsetzt blickte ich zu meinem Bruder. Seine Hand zitterte jetzt völlig unkontrolliert. Stand er unter Schock?

Rums! Ein lauter Knall ertönte, als der Oni seinen Kanabō von der Schulter nahm und das Ende auf den Boden donnern ließ.

Endlich reagierte mein Bruder. Doch ich freute mich zu früh. Statt zu schießen, fiel die Waffe aus seiner Hand. In der derselben Bewegung drehte sich Ryu auf der Stelle um und rannte in die Dunkelheit. Der Oni, dessen Jagdinstinkt sofort einsetzte, stürmte mit schnellen, viel größeren Schritten hinterher.

„Was tust du?“, brüllte ich meinem Bruder schockiert nach. Er würde niemals vor dem Oni davonlaufen können!

Während die schweren Schritte, das gleichmäßige Grunzen und das Splittern von Bäumen sich langsam entfernte, suchte ich panisch den Waldboden ab. Hier irgendwo musste sie doch liegen!

Im Schein meiner Taschenlampe blitze plötzlich etwas auf. Die Pistole! Schnell stürzte ich mich darauf.

Mit der Pistole in der Hand stand ich da. Während ich noch darüber nachdachte, ob ich mich verstecken, weglaufen oder dem Oni hinterhersprinten sollte, schnitt plötzlich ein Schrei durch die Luft.

„Ryu!“, brüllte ich in die Dunkelheit. Er schrie wie am Spieß.

Ein knackendes Geräusch ertönte. Es klang anders, als das Knacken der Bäume, erschütterte mich bis ins Mark. Waren das brechende Knochen?

Das Geschrei verstummte. Die jetzt einkehrende Stille, war nur von einem gelegentlichen weiteren Knacken und einer Art Schmatzen erfüllt.

In meinem Kopf entstanden grässliche Bilder, wie der Oni meinen Bruder in Fetzen riss, bevor er ihn sich Stück für Stück in seinen mit den Wildschweinhauern besetzten Mund stopfte.

Tränen füllten meine Augen. Natürlich hätte ich damit rechnen müssen, dass einem von uns etwas zustieß. Aber jetzt, wo es tatsächlich passiert war … Ryu war tot. Und es war meine Schuld. Ich … Ich hätte ihn aufhalten sollen. Ihn von seinem Plan abbringen müssen.

Doch statt zu trauern, verspürte ich bloß Wut. Wie ein unaufhaltsamer Waldbrand wuchs sie in meinem Körper heran. Ich war wütend auf mich selbst, weil ich Ryu nicht aufgehalten hatte. Wütend auf die anderen Dorfbewohner, weil sie uns wie Dreck behandelt hatten. Wütend auf den Oni, weil er mir den letzten Menschen genommen hatte, der mir noch wichtig war …

Ich merkte erst, dass ich auf den Oni zu rannte, als meine Schritte von einem schnellen Gang zu einem Sprint wechselten.

Das Schmatzen wurde immer lauter. Ich hatte meine Taschenlampe auf die Bäume vor mich gerichtet, um mich orientieren zu können. Inzwischen konnte ich ab und an ein zufriedenes Grunzen vernehmen, als wäre mein Bruder das köstlichste, was der Oni je gegessen hatte. Meine Wut wuchs weiter. Dann endlich sah ich ihn:

Der Oni saß mit dem Rücken zu mir auf der Lichtung. Der Schein meiner Taschenlampe schien ihn nicht zu beirren. Vielleicht war er auch zu abgelenkt von meinem Bruder, um es zu bemerken. Jedenfalls zeigte er keinerlei Reaktion.

Ich hob die Pistole, um auf ihn zu zielen. Für einen Moment überlegte ich, ihm in den Rücken zu schießen, doch er bewegte sich zu sehr, als dass ich auf irgendwelche lebenswichtigen Organe zielen konnte.

Als der Oni sich bückte, leuchtete ich auf das, was vor ihm lag. Mein Bruder war völlig zerfetzt. Der Oni hatte ihm beide Arme und den Kopf ausgerissen. Hätte ich die Kleidung nicht wiedererkannt, wäre ich mir nicht einmal sicher gewesen, dass es sich bei dem blutigen Bündel um Ryu handelte.

Plötzlich riss der Oni den Kopf herum. Er schien das Licht meiner Taschenlampe bemerkt zu haben.

Die Brust des Onis glänzte, während er aufstand. Das Blut verschmolz fast perfekt mit dem Rot seiner Haut. Man erkannte es nur an dem feuchten Glanz.

Als der Oni mich ansah, richtete ich die Taschenlampe direkt auf sein Gesicht. Er schrie wütend auf und riss sofort die Hände vor die Augen. Es schien ihm überhaupt nicht gefallen zu haben, dass ich ihn geblendet hatte.

Der Oni griff geschickt nach seiner Waffe. Mit einer schnellen Bewegung hob er seinen Kanabō vom Boden auf.

Ich bekam Panik. Noch ehe ich richtig gezielt hatte, betätigte ich den Abzug der Pistole. Ein Schuss löste sich, dicht gefolgt von einem wuterfüllten Schrei des Oni.

Bevor ich reagieren konnte, sah ich, wie der Oni seinen Kanabō nach mir schwang. Der Aufprall brach mir mit einem scheußlichen Knacken die Wirbelsäule und schleuderte mich einige Meter durch die Luft, bis ich in weichem Moos liegen blieb.

Obwohl meine Seite, wo der Kanabō mich erwischt hatte, völlig zerschmettert sein musste, spürte ich keinen Schmerz. Um genau zu sein, spürte ich von der Brust abwärts überhaupt nichts mehr. Trotzdem hielt mich das Adrenalin bei Bewusstsein.

Schnell orientierte ich mich. Die Taschenlampe lag vielleicht fünf Meter von mir entfernt. Irgendwo dort musste auch die Pistole liegen. Wenn ich sie erreichte, hatte ich noch eine Chance. Mein Bruder und ich waren nicht mehr zu retten, aber wenn der Oni starb, wären wir wenigstens als Helden gestorben.

Besagter Oni stand leicht irritiert in der Gegend herum. Er schien sich unsicher zu sein, ob er sich mir oder wieder meinem Bruder zuwenden sollte. Das war meine Gelegenheit!

Ich versuchte, mich aufzurappeln, um zur Taschenlampe zu sprinten. Zu meinem Entsetzen bewegten sich nur meine Arme. Meine Beine gehorchten mir nicht mehr. Wie abgestorben lagen sie da.

Trotzdem wollte ich mich nicht geschlagen geben. Ich stemmte meine Arme in den Boden, um mich langsam vorwärts zu ziehen. Meine Augen waren auf die Taschenlampe gerichtet. Zentimeter für Zentimeter robbte ich meinem Ziel näher. Jetzt gab es nur noch mich und das kleine Licht vor mir.

Ich hörte nicht einmal, wie der Oni auf mich zukam. Erst, als er mich wie ein Spielzeug vom Boden aufhob, merkte ich, dass ich versagt hatte. Gleichgültigkeit breitete sich in mir aus. Wir hatten verloren. Mein Bruder und ich waren nicht besser als die anderen Leute, die losgezogen waren, um den Oni zu besiegen, und nie zurückgekehrt sind.

Gerade, als ich schon mit allem abgeschlossen hatte, blitze im schwachen Taschenlampenlicht etwas auf. Blut quoll aus einer Stelle an seinem Bauch. Eine Wunde.

Meine Augen weiteten sich. Konnte das sein? Hatte mein Schuss ihn tatsächlich getroffen? Wenn er die Kugel nicht entfernen konnte – und das bezweifelte ich – gab es noch immer die Möglichkeit, dass die Wunde sich entzündete.

Ich klammerte mich an dieses letzte Bisschen Hoffnung. Als der Oni mir gerade meinen rechten Arm ausriss, breitet sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus. Der Oni könnte an der Verletzung sterben. Mein Bruder und ich konnten noch immer Helden werden! Dann verlor ich das Bewusstsein.

Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:

Facebook  Twitter  Instagram

Die Legende:

Oni sind japanische Dämonen, die den Ogern recht ähnlich sind. Das Wort Oni lässt sich daher mit Oger, Dämon oder böser Geist übersetzen. Sie zählen zu den Yōkai.

Aussehen:

Oni erinnern an eine Mischung aus wildem Menschen und Dämon. Ihr Körperbau ist menschenähnlich, obwohl einige Merkmale abweichen können. So sollen manche Oni sechs Finger und/oder Zehen pro Hand bzw. Fuß besitzen. Auch kann es vorkommen, dass ein Oni ein drittes Auge auf seiner Stirn hat.

Ihre wilden, ungekämmten Haare waren in früheren Erzählungen und Bildern fast ausschließlich schwarz, werden heutzutage – besonders in Videospielen und Anime – aber auch manchmal weiß dargestellt.

Außerdem besitzen sie häufig ein oder zwei Hörner, scharfe, krallenähnliche Fingernägel und spitze Reißzähne oder Hauer.

Oni sollen sehr muskulös und häufig nicht gerade dünn sein. Auch sind sie größer als normale Menschen. In einigen Fällen sollen Oni sogar mehrere Meter groß gewesen sein, sodass sie die meisten Baumkronen überragen.

Eines ihrer auffälligsten Merkmale ist jedoch ihre Hautfarbe. Sie soll meist rot, blau oder grün sein, kann aber in einigen Geschichten auch andere Farben haben. In Europa ist die rote Variante wohl die bekannteste.

Was ihre Kleidung angeht, tragen Oni – sofern sie nicht nackt sind – häufig einen Lendenschurz aus Tigerfell oder dem Fell eines anderen, als mächtig geltenden Tieres.

Außerdem haben sie häufig ihren ikonischen, mit Eisen beschlagenen Streitkolben bei sich – einen Kanabō. Die Waffe wurde ursprünglich von den Samurai geführt.

Entstehung:

Es heißt, dass Oni hauptsächlich in der Hölle vorkommen. Wenn ein besonders grausamer Mensch stirbt, verwandelt seine Seele sich in einen Oni, um in der Hölle die Seelen anderer Menschen zu foltern.

Wenn ein Mensch jedoch so grausam ist, dass seine Seele bereits zu Lebzeiten nicht mehr gerettet werden kann, kann es passieren, dass er sich bereits vor seinem Tod verwandelt und als Oni in unserer Welt lebt.

Eigenschaften:

Die in der Hölle lebenden Oni sind den christlichen Dämonen sehr ähnlich: Sie sind die Folterknechte der Hölle, foltern also böse Menschen nach ihrem Tod aufs Grausamste.

Aber auch die Oni, die in unserer Welt leben und gelebt haben sollen, werden oft als böse und grausam angesehen.

Sie leben in der Wildnis, überfallen Dörfer, fressen Menschenfleisch, vergewaltigen Frauen und sind übernatürlich stark.

Außerdem sollen einige Oni über Magie verfügen, mit der sie z. B. Krankheiten bringen können.

Trotzdem sollen Oni – zumindest in den Erzählungen ab dem 13. Jahrhundert – nicht unbedingt die intelligentesten Wesen sein. In vielen Geschichten werden sie daher als dumm und tollpatschig dargestellt. Häufig führt die mangelnde Intelligenz auch dazu, dass der Oni besiegt werden kann.

Lebensraum/Vorkommen:

Die Oni, die nicht in der Hölle leben, wohnen meist allein in den Bergen oder auf Inseln. Häufig heißt es, dass sie in Höhlen hausen, es soll aber auch Oni geben, die in Hütten oder gar verlassenen Festungen wohnen.

Ursprung:

Der Begriff „Oni“ wurde früher – bevor der heute bekannte Oni entstanden ist – für allerlei böse Geister und Yōkai gebraucht.

Das Wesen selbst stammt hingegen wahrscheinlich aus dem Hindu-Buddhismus und wurde durch die indischen Yaksha und Rashaka inspiriert, als sich der Buddhismus in Asien ausgebreitet hat.

Schon während er Heian-Zeit (ca. 794–1192) waren Oni als gefürchtete, menschenfressende Monster bekannt.

Im 13. Jahrhundert kam schließlich ihre leicht dümmliche und tollpatschige Art hinzu – wodurch sie jedoch nicht weniger gefährlich wurden.

Diese Art der Oni hat sich über die Jahre dank unzähliger Darstellungen in Geschichten und Kunst gefestigt, weswegen sie auch heutzutage in der japanischen Kultur noch eine wichtige Rolle spielen.

So sind sie z. B. ein fester Bestandteil des jährlichen Setsubun-Fests, bei dem Sojabohnen nach als Oni verkleideten Menschen geworden werden. Diese Tradition soll dazu dienen, das Böse zu vertreiben.

Aber auch in den modernen Medien, wie Manga, Anime und Videospielen haben die Oni einen Platz gefunden, wodurch sie schließlich ihre weltweite Bekanntheit erlangt haben.


Was haltet ihr von den Oni? Kanntet ihr sie bereits? Wie hättet ihr an Kenjis oder Ryus Stelle auf ein solches Monster reagiert? Schreibt es in die Kommentare.

Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen Newsletter, oder folgt mir auf Twitter, Facebook oder Instagram!

6 Kommentare

  1. Rabbat07 schreibt:

    Ich kenne die Oni schon durch ein Buch, in dem Die Hauptperson Kenny oder Kenji heist. also ähnlicher oder Gleicher Name zufällig. Oder auch nicht?
    Das buch heist meine ich Kuromori.

  2. Lea Ander schreibt:

    Hey ich bin Lea,
    ich hab die Website gefunden als ich nach gruseligen Legenden gesucht hab.
    Ich muss sagen dass mir was ich gesehen hab, bis jetzt echt gefallen hat!
    Ich hab nur ne Frage sind manche Geschichten auch war?

    • Jeremie Michels schreibt:

      Hallo Lea,

      es freut mich, dass dir mein Blog gefällt.
      Ich muss dich aber leider enttäuschen (oder kann dich beruhigen): Die Geschichten habe ich mir alle selbst ausgedacht und sie selbst geschrieben. Was ich mir jedoch nicht ausgedacht habe, sind die Legenden, auf denen meine Geschichten basieren – und auch, wenn die meisten Legenden wohl nicht „echt“ sind, haben sie fast alle einen wahren Kern.

  3. Lilia schreibt:

    Ich kannte die Onis bereits, aber nur, da ich nicht mit den Viechern beschäftigt habe, als ich für meine Geschichte nach neuen Fabelwesen gesucht habe. (So bin ich auch hier gelandet). Einer taucht auch in meiner Geschichte auf. Obwohl ich ihn(basierend auf die Legende mit dem roten und dem blauen Oni) freundlich gestaltet habe, würde ich vor den Teilen schreiend weg rennen… Die Chance, dass ich dabei drauf gehe wäre dann aber genauso groß XD

    • Jeremie Michels schreibt:

      Es gibt tatsächlich mehrere Geschichten und Legenden über freundliche Oni – auch wenn sie sehr viel seltener sind, als ihre bösartigen Verwandten. ^^

      Wobei ich sagen würde, dass wegrennen in vielen Situationen wahrscheinlich die beste Methode wäre. Wahrscheinlich schafft man es dann zwar nicht, aber man hat mehr Chancen, als einfach stehen zu bleiben. Nur das mit dem Schreien würde ich mir noch einmal überlegen … 😅

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.