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Jack O'Lantern
Jack O'Lantern (2019)

Jack O’Lantern

Für die Legende des Jack O’Lantern gibt es ausnahmsweise heute mal keinen Horror von mir, sondern höchstens etwas Grusel. Horror hätte einfach nicht so gut zu der Legende gepasst. Ich wollte sie euch – passend zu Halloween – aber dennoch nicht vorenthalten. Ich hoffe, die Geschichte gefällt euch trotzdem!

Die Geschichte

„Jenny? Lisa? Jonas ist wieder da. Darf er zu euch rauskommen?“, rief Mama uns von der Terrassentür aus zu.

„Klar“, rief Lisa, „Jonas ist cool!“

Ich strahlte. „Danke. Ich weiß, du hättest wahrscheinlich lieber Horrorgeschichten erzählt, also bedeutet mir das echt viel!“

„Ach was, das hab ich mit ihm doch alles vorher besprochen“, sagte Lisa. Sie sah zu meinem kleinen Bruder, der in seinem Piratenkostüm auf uns zu gerannt kam. „Ich hab auch eine kinderfreundliche Gruselgeschichte für ihn rausgesucht. Nicht wahr, Kleiner?“, rief sie Jonas entgegen.

„Jaa, das wird lustig!“, rief Jonas zurück.

„Na dann komm mal her, du kleiner Seeräuber! Wie viel hast du denn gesammelt?“, fragte ich ihn, als er bei uns war.

Er zeigte uns stolz seinen halb gefüllten Jutebeutel. „Hauptsächlich Schokoriegel, aber auch einige Augäpfel, Weingummis und sogar fünf Euro!“

„Wow, das ist ja noch mehr als im letzten Jahr!“, lobte ich ihn.

Dann setzte Jonas sich hin, griff in seinen Beutel, kramte einen Schokoriegel hervor und sah Lisa erwartungsvoll an. „Erzählst du jetzt die Geschichte?“

„Also gut“, sagte sie.

Lisa rückte näher an das Feuer, das zwischen uns brannte, sodass die Flammen dunkle Schatten über ihr Gesicht flackern ließen.

„Ich erzähle euch jetzt die Geschichte von Jack O’Lantern. Einem alten, irischen Geist!

Vor langer Zeit, vor vielen hunderten Jahren, lebte in Irland ein Mann namens Jack. Einige sagen, er sei ein Bauer gewesen, andere sagen ein Hufschmied. Aber welchen Beruf er auch ausübte, er war jedenfalls kein netter Mann. Stattdessen log und betrog er, wo er nur konnte – sein ganzes Leben lang.

Der Teufel, Satan persönlich, wurde wegen all seiner Sünden bald auf ihn aufmerksam. Er beobachtete ihn eine ganze Weile lang, bevor er schließlich entschied, einzugreifen.

Es war ein 31. Oktober. Jack saß – wie fast jeden Abend – in seiner Stammkneipe. Er hatte gerade sein letztes Bier ausgetrunken, als ein elegant gekleideter Mann zu ihm trat.

‚Was wollen Sie?‘, fragte Jack, ‚Wenn Sie kein Geld zu verschenken haben, gehen Sie lieber. Hier gibt es nichts zu holen!‘

‚Oh, ganz im Gegenteil. Ich bin extra den weiten Weg gereist, um etwas zu holen!‘, sagte der Mann geheimnisvoll.

‚Und was wäre das?‘, fragte Jack mit einer Mischung aus Misstrauen und Neugierde.

‚Deine Seele‘, sagte der Mann, als wäre es völlig selbstverständlich.

Jack sah ihn mit gerunzelter Stirn an. War das irgendein dummer Scherz?

‚Ich sollte mich wohl erst einmal vorstellen. Ich bin Luzifer‘, sagte der Mann.

‚L-Luzifer?‘, stammelte Jack. Er fiel vor Schrecken fast von seinem Stuhl – naja, vielleicht war es auch der Alkohol.“

Lisa lachte kurz über ihren eigenen Scherz. Dann fuhr sie fort:

„‚Der Fürst der Finsternis?‘, fragte Jack entsetzt.

‚Zu deinen Diensten‘, sagte Luzifer und verneigte sich spöttisch.

‚Was … Was willst du von mir?‘, fragte Jack panisch.

‚Das habe ich doch bereits gesagt. Ich bin hier, um deine Seele abzuholen‘, erinnerte Luzifer ihn.

Jack war – wie fast alle Leute zu damaliger Zeit – ein sehr gläubiger Mensch. Er stellte Luzifers Echtheit für keine Sekunde in Frage.

Als sein erster Schock überwunden war, begann Jacks Hirn sofort zu arbeiten. Er war ein Meister des Betrugs. Wieso sollte er es also nicht schaffen, auch Luzifer hereinzulegen?

‚Ach bitte, oh Fürst der Finsternis‘, täuschte Jack seine Ehrfurcht vor, ‚dürfte ich vielleicht noch ein letztes Bier trinken, bevor ich mit Euch gehe?‘

Der Teufel war einverstanden. Als Jack dann sagte, dass er jedoch kein Geld mehr habe und demonstrativ seinen Geldbeutel hervorholte, musste der Teufel sich etwas einfallen lassen. Immerhin hatte er Jack sein Wort gegeben, dass er ein letztes Bier bekommen würde.

‚Also schön‘, sagte Luzifer, ‚Ich werde mich in eine Goldmünze verwandeln. Dann kannst du mit mir dein letztes Bier bezahlen, bevor du mit mir gehst.‘

Gesagt, getan. Keine zehn Sekunden später hatte Jack eine täuschend echt aussehende Münze in der Hand – die jedoch in Wirklichkeit Luzifer war. Doch statt wie abgesprochen ein weiteres Bier zu verlangen, steckte Jack die Münze schnell in seinen Geldbeutel und band ein silbernes Kreuz, das er immer an einer Kette um den Hals trug, um den Verschluss.

Luzifer bemerkte den Betrug. Er wütete, tob und schrie, doch als Münze konnte er nichts ausrichten. Durch das Kreuz war er in dem Geldbeutel gefangen!

‚Lass mich raus, Du Narr! Du willst mich nicht zum Feind haben!‘, schrie Luzifer aus dem Geldbeutel.

Doch Jack blieb ganz ruhig. Er hatte den Teufel genau da, wo er ihn haben wollte. ‚Ich werde dich erst herauslassen, wenn du versprichst, meine Seele zehn Jahre nicht mehr einzufordern!‘, sagte er in befehlendem Tonfall.

Der Teufel wollte sich nicht auf den Deal einlassen, doch Jack ließ ihm keine andere Wahl – und so stimmte er nach einigen Stunden der Demütigung endlich zu.

‚Warte nur ab! In genau zehn Jahren werde ich auf dich warten, du wirst schon sehen!‘, zischte Luzifer ihm zu. Dann verschwand er.

In den folgenden Jahren bessere Jack sein Verhalten kein Stück. Er konnte sogar den Teufel austricksen – Luzifer persönlich! Wer könne ihm denn dann noch im Weg stehen?

Doch die Zeit verging. Pünktlich zehn Jahre später, es war also wieder ein 31. Oktober, stand Satan erneut vor Jack.

‚Du weißt, wieso ich hier bin …‘, sagte Luzifer mit einer gewissen Genugtuung in der Stimme.

Er machte Anstalten, Jack sofort mit sich nehmen zu wollen, doch Jack protestierte.

‚Wartet! So wartet doch!‘, sagte Jack schnell, ‚Dürfte ich vielleicht noch einen letzten Apfel essen? Die Äpfel dort auf dem Apfelbaum sehen so prächtig aus!‘

Luzifer kniff die Augen zusammen. War das wieder ein Trick?

‚Nun gut‘, sagte Luzifer, ‚pflück dir einen letzten Apfel!‘

‚Oh bitte, ich bin schon alt. Mein Körper ist schwach!‘, sagte Jack, ‚Könnt Ihr mir den Apfel nicht pflücken?‘

Ich weiß nicht, wieso der Teufel sich darauf einließ. Vielleicht gefiel ihm die Anspielung auf Adam und Eva, vielleicht wiegte er sich in Sicherheit, weil er Jack befahl, sein Kreuz weit auf das Feld hinaus zu werfen. Jedenfalls dauerte es nicht lange, bis Luzifer sich elegant am Baum emporgeschwungen hatte.

Jack hingegen hatte einen anderen Plan. Er brauchte sein kleines Kreuz nicht, sondern leidlich sein Taschenmesser.

Nachdem er viele kleine Kreuze in die Rinde geritzt hatte, saß Luzifer wieder fest. Er ärgerte sich, erneut auf Jack hereingefallen zu sein. Aber außer Beleidigungen zu brüllen und mit Äpfeln zu werfen, konnte er nichts tun.

‚Du hast jetzt zwei Möglichkeiten‘, sagte Jack überlegen, ‚entweder, du versprichst, meine Seele niemals mehr einzufordern, oder ich lasse dich so lange dort oben sitzen, bis du dich umentschieden hast.‘

Auf einmal wurde Luzifer ganz ruhig. Jack war sich nicht sicher, aber er glaubte sogar, ein kurzes, hinterhältiges Lächeln gesehen zu haben.

‚Also gut‘, sagte der Teufel, ‚Aber denke immer daran, dass du dir diesen Fluch selbst auferlegt hast.‘

Jack verlangte, zu erfahren, was Luzifer damit meinte, doch der lächelte nur stumm.

‚Was ist? Wirst du die Kreuze jetzt entfernen, oder platzt gerade dein Deal?‘, fragte er.

Jack wollte jetzt nicht aufgeben. Er befreite den Teufel, ohne weiter zu zögern. Wenn seine Seele niemals in der Hölle landen könnte, musste das doch etwas Gutes sein, oder?

Die Jahre vergingen und Jack vergaß seine Bedenken. Er blickte auf eine friedliche Zukunft, dachte, er würde nach seinem Tod einfach durch die Himmelstore schreiten können. Trotz seines hohen Alters hatte er also keine Angst vor dem Sterben.

Aber als es schließlich so weit war, kam alles anders.

Im Himmel wusste man natürlich von Jacks sündhaftem Leben. Man schickte ihn in die Hölle, damit er dort seine Sünden absitzen konnte, doch auch dort, wurde er nicht angenommen.

‚Erinnerst du dich nicht, ich habe dir doch gesagt, dass du es eines Tages bereuen würdest‘, sagte Luzifer, der ihn sofort wiedererkannt hatte.

‚Aber … Bitte! Wie soll ich sonst jemals in den Himmel gelangen?‘, fragte Jack verzweifelt.

Luzifer zuckte jedoch nur mit seinen Schultern. ‚Das ist nicht mein Problem.‘

Jack begann zu flehen und zu betteln. Aber Luzifer hielt sich an seine Versprechen. Er ließ ihn nicht hinein. Bevor er jedoch die Tore zur Hölle schloss, warf er Jack noch ein Stück glühende Kohle aus dem Fegefeuer zu, das niemals erlöschen würde.

‚Hier, die wird dich warm halten und dir Licht spenden‘, sagte Luzifer.

Jack fing das glimmende Stück Kohle aus der Luft, ließ es jedoch sofort wieder mit einem Schmerzensschrei fallen.

‚Vorsicht, heiß‘, kommentierte Luzifer nur. Dann schloss er die Höllentore hinter sich.

Hilflos und verzweifelt holte Jack eine Rübe hervor, die er eigentlich als Proviant mitgenommen hatte. Er steckte das Stück Kohle hinein und nutzt die Rübe seither als Laterne.

Ihm blieb nichts anderes übrig, als auf die Erde zurückzukehren. Und so wandelt seine ruhelose Seele sogar heute noch umher, auf der ewigen Suche nach seinem nie einkehrenden Frieden.

Seither wollen viele Menschen das Licht seiner Rübenlaterne in der Ferne gesehen haben, doch noch niemand konnte ihm helfen. Sie gaben ihm nur seinen Namen: Jack O’Lantern – Jack mit der Laterne.“

Lisa sah Jonas und mich erwartungsvoll an. Sie hatte ihre Geschichte beendet.

„Wie sieht denn so eine Rübenlaterne aus?“, fragte Jonas.

„Ich denke mal ähnlich, wie eine Kürbislaterne, nur nicht so Orange und wohl ohne Gesicht“, dachte ich laut nach.

„Etwa so?“ Jonas zeigte in die Dunkelheit.

Als ich aufsah, traute ich meinen Augen kaum. Dort in der Ferne, bei einem der Felder war tatsächlich ein gespenstisches Leuchten.

Erst dachte ich, es wäre nur ein Mensch mit einer Laterne, vielleicht ein Jugendlicher oder ein Kind, das etwas spät nach Hause ging. Aber nachdem wir drei das seltsame Licht mehrere Minuten lang beobachtet hatten, musste ich gestehen, dass es eher so aussah, als würde das Licht umherirren.

„Was meint ihr, könnte das Jack O’Lantern sein?“, fragte Jonas aufgeregt.

„A-Ach Quatsch, es gibt keine Geister!“, sagte ich.

„Hast du etwa Angst?“, fragte Jonas.

„Ich … n-nein …“, stammelte ich.

Plötzlich begann Jonas zu lachen. „Wir haben dich drangekriegt! Wir haben dich drangekriegt!“, schrie er fröhlich.

Ich sah Lisa verwirrt an.

„Mich brauchst du gar nicht so ansehen, es war seine Idee“, sagte sie sofort.

Dann sah ich wieder zu Jonas. „Oh, du kleiner Schlingel! Ist das wieder eine von deinen lustigen Erfindungen?“

Ich warf mich auf ihn und kitzelte ihn durch.

Danach alberten wir noch weiter herum. Jonas teilte sogar einige seiner Süßigkeiten mist uns. Es war ein richtig toller Abend!

„Jonas, du musst langsam mal ins Bett, morgen ist Schule!“, rief Mama irgendwann von drinnen.

„Muss ich?“, fragte Jonas enttäuscht.

Aber Mama ließ bei sowas nicht mit sich reden.

„Aber ich muss doch noch meine Laterne holen!“, protestierte er.

„Das können wir machen. Wir sind auch vorsichtig“, sagte Lisa.

Als wir auf dem Weg zu der Laterne waren, erklärte Lisa mir, wie der Streich funktioniert hatte.

„Das meiste hat Jonas gemacht. Ich habe ihm nur beim Aufbau geholfen. Er hat eine kleine Zeitschaltung an einem Feuerzeug installiert, das dann die Laterne angezündet hat.“

Das hatten Jonas und Papa also die letzten Tage in der Garage getrieben!

„Das Feuer hat gleichzeitig langsam eine Schnur abbrennen lassen, wodurch sich die Laterne bewegt hat. Aber ich hätte niemals gedacht, dass es so gut aussieht. Die Laterne muss sich im Wind hin und her geschaukelt sein, wodurch sie …“, Lisa blieb plötzlich verwirrt stehen.

„Was ist?“, fragte ich.

„Siehst du die Schnur da? Die hätte eigentlich abgebrannt sein müssen!“ Dann rannte sie zu der Laterne. „Das gibt es nicht. Nicht einmal der Docht ist schwarz!“

„Du meinst doch nicht …“

Lisa sah mich ernst an. „Doch. Was auch immer hier vorhin geleuchtet hat. Jonas‘ Laterne war es jedenfalls nicht!“

Die Legende:

Jack O’Lantern (abgeleitet von „Jack of (the) Lantern“, zu deutsch „Jack der Laterne“) ist die englische Bezeichnung für eine Kürbislaterne, aber auch der Name einer alten, irischen Legende.

Aussehen:

Jack O’Lantern ist der Geist eines alten, gebrechlichen Mannes, der im Dunkeln umherirren soll.

Er trägt dabei stets eine ausgehöhlte Rübe als Laterne mit sich herum.

Heutzutage wird die Geschichte auch gerne mit einer Kürbislaterne, statt einer Rübe erzählt.

Teilweise wird Jack O’Lantern in modernen Geschichten und Bildern sogar mit einer geschnitzten Kürbislaterne statt eines Kopfes dargestellt.

Eigenschaften:

Jack O’Lantern ist ein Geist oder Untoter, dem sowohl der Zutritt zur Hölle, als auch zum Himmel verwehrt geblieben ist.

Er hat lediglich vom Teufel ein Stück glühende, nie erlöschende Kohle bekommen, welche er in einer ausgehöhlten Rübe transportiert.

Nachts soll man deshalb ein gespenstisches Licht in der Ferne erkennen, wenn Jack O’Lantern durch die Gegend irrt.

Diese Legende ist daher auch mit der Legende der Irrlichter verwandt.

Lebensraum/Vorkommen:

Trotz dem Jack O’Lantern eine ursprünglich irische Legende ist, erfreut sie sich besonders in Amerika, aber auch in anderen Teilen der Welt an großer Beliebtheit.

Daher kommt es weltweit immer mal wieder zu angeblichen Sichtungen des Jack O’Lantern.

Ursprung:

Die Legende des Jack O’Lantern ist eine uralte, irische Legende. Sie unterscheidet sich wenig, von meiner Geschichte, ist nur nicht so ausgeschmückt.

Jack O’Lantern war zu Lebzeiten ein einfacher, wenn auch nicht wirklich ehrenhafter Mann.

Er soll allerlei Leute betrogen, Schabernack getrieben und ein sündhaftes Leben geführt haben.

Als eines Tages der Teufel an einem 31. Oktober zu Jack kam, um seine Seele mit in die Hölle zu nehmen, ließ sich Jack eine List einfallen: Er bat den Teufel um ein letztes Getränk, bevor er mit ihm gehen würde. Der Teufel war einverstanden, doch da er kein Geld dabei hatte, verwandelte er sich selbst in eine Münze, mit der Jack bezahlen sollte.

Jack hingegen nahm die Münze und steckte sie in seinen Geldbeutel. Da sich darin jedoch ebenfalls ein kleines Kreuz befand, war der Teufel eingesperrt und konnte Jack nichts mehr anhaben.

Als Jack anschließend einen Deal vorschlug, bei dem der Teufel je nach Erzählung ein weiteres Jahr oder sogar zehn weitere Jahre nicht erneut nach Jacks Seele verlangen durfte, blieb dem Teufel nichts anderes übrig, als sich auf den Deal einzulassen.

Doch die Zeit verging und so kam er pünktlich am 31. Oktober nach der versprochenen Zeit wieder zu Jack. Doch auch dieses Mal ließ Jack sich eine List einfallen:

Er bat den Teufel darum, einen Apfel als letzte Mahlzeit zu genießen. Wie bereits zuvor nahm der Teufel auch diese Bitte an. Er kletterte auf einen Apfelbaum, um einen frischen Apfel zu pflücken. Während er jedoch in der Baumkrone hockte, holte Jack ein Messer hervor und ritzte Kreuze in die Rinde.

Wieder war der Teufel gefangen. Doch dieses Mal gab Jack sich nicht damit zufrieden, seine Zeit in der Hölle nur aufzuschieben. Er zwang den Teufel dazu, niemals mehr seine Seele einzufordern. Wieder blieb dem Teufel nichts anderes übrig, als zuzustimmen.

Doch als die Jahre vergingen, wurde Jack immer älter und gebrechlicher. Seine Zeit war gekommen. Er klopfte an die Himmelstore.

Gott wusste jedoch von Jacks vielen Missetaten. Er konnte einen Menschen mit derartigen Sünden nicht in den Himmel lassen.

Also wandte Jack sich an den Teufel. Dieser wies ihn jedoch auf sein Versprechen hin, niemals seine Seele einzufordern, und verwehrte ihm auch die Hölle. Er gab Jack jedoch ein Stück ewig glühende Kohle mit, welche dieser fortan in einer ausgehöhlten Rübe mit sich führte, um sie als Laterne zu nutzen.

Früher hat man in Irland daher Gesichter in Rüben geschnitzt und diese vor das Haus gestellt, um an Halloween böse Geister fernzuhalten.

Die Legende gibt es jedoch in sehr vielen verschiedenen Ausführungen, weswegen es unmöglich ist, die genaue Ursprungslegende herauszufinden. Dies hier ist jedoch meines Wissens nach die Verbreitetste.

Als die Legende zusammen mit den vielen irischen Auswanderern nach Amerika übergeschwappt ist, wurde aus der Rübe ein Kürbis: die Geburt der berühmten Kürbislaterne.


Wie fandet ihr die Geschichte? Hat sie euch gefallen, obwohl es nicht wirklich Horror war? Kanntet ihr die Legende von Jack O’Lantern bereits? Schreibt mir einen Kommentar!

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10 Kommentare

  1. Rabbat07 says:

    Wahrscheinlich hat jemand ein irlicht gesehen und daraufhin eine Legende gesponnen🤷 soweit ich weiß gibt’s Überlichter ja wirklich.

    • Jeremie Michels says:

      Das wäre ein mögliche Theorie. Ob es Irrlichter gibt, ist hingegen umstritten. Es ist wahrscheinlich, weil es sehr viele Kulturen gibt, in denen Irrlichter eine Rolle spielen, beweisen konnte man es aber bisher nicht.

    • Jeremie Michels says:

      Nun, es gibt viele Arten von Irrlichtern, die weltweit gesichtet wurden. Ob es jetzt Jack o’Lantern, ein anderer Geist, ein Yōkai, ein völlig anderes Wesen oder gar ein rein natürliches Phänomen war, das dein Vater gesehen hat, kann dir aber wohl niemand beantworten. 😅

  2. Joe says:

    Danke für die coole Legende. Coole Geschichte.
    Weiß man über die Legende mehr. Aus welchem Zeitraum diese vielleicht stammt. Manche Legenden haben einen Kern der Wahrheit. Vielleicht hat es einen Jack Oldfield , welcher ein Trunkenbold war, tatsächlich irgendwann gegeben. Leider konnt ich im google nichts Historisches finden.

    • Jeremie Michels says:

      Soweit ich weiß, ist die Legende Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden. Zu der Zeit hat wahrscheinlich auch die Tradition begonnen, zu Halloween Rüben auszuhöhlen und Gesichter hineinzuschnitzen. Ob die Legende einen wahren Kern hat, weiß ich aber leider auch nicht.

  3. Monika says:

    Ich weiß nicht, ob mir der Teufel leid tut oder ich es nur gerecht finde, dass er mal überlistet wird? 😀

    Zu den Fragen:
    ~Wie fandet ihr die Geschichte? Hat sie euch gefallen, obwohl es nicht wirklich Horror war?
    Wiedermal eine Geschichte, die sehr angenehm zu lesen war. Und es stört mich überhaupt nicht, dass es kein Horror war. Ganz im Gegenteil, gerne mehr davon. 🙂

    ~Kanntet ihr die Legende von Jack O’Lantern bereits?
    Ich meine im Englischunterricht mal davon gelesen zu haben.
    Aber da nannte man die Kürbislaterne Jack O’Lantern und es war der kopflose Reiter, für den man sie rausgestellt hat, damit er sich diese, und nicht die Köpfe der Menschen, nimmt.
    Das ist aber schon lange her und vielleicht verwechsle ich da inzwischen einiges.^^°

    Liebe Grüße
    Monika

    • Jeremie Michels says:

      Wiedermal eine Geschichte, die sehr angenehm zu lesen war. Und es stört mich überhaupt nicht, dass es kein Horror war. Ganz im Gegenteil, gerne mehr davon. 🙂
      Mein Hauptaugenmerk liegt zwar auch Horrorgeschichten, aber es gibt auch einige wirklich gute Legenden, die nicht „schlimm“ genug für Horror sind. Es werden also auch in Zukunft immer mal wieder solche Grusel-, statt Horrorgeschichten kommen! ^^

      Ich meine im Englischunterricht mal davon gelesen zu haben.
      Aber da nannte man die Kürbislaterne Jack O’Lantern

      Das stimmt schon, Jack O’Lantern ist das englische Wort für Kürbislaterne.

      und es war der kopflose Reiter, für den man sie rausgestellt hat, damit er sich diese, und nicht die Köpfe der Menschen, nimmt.
      Davon habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört. Es gibt aber die Legende, dass man solche grotesken Kürbislaternen rausstellt und sich verkleidet, um die Geister und Dämonen, die zu Halloween rauskommen sollen, zu verschrecken. Entweder du verwechselst das also, oder die Lehrerin hat evtl. den Kopflosen Reiter als Beispiel genommen oder es selbst verwechselt. Dass der Kopflose Reiter mit einer Kürbislaterne dargestellt wird, kommt, soweit ich weiß, übrigens auch von keiner einzigen Legende.

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