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El Coco Zeichnung von Jeremie Michels. Das Bild zeigt einen dunklen Holzschrank, dessen linke Tür leicht offen steht. Im dunklen inneren leichtet ein bösartig aussehendes rotes Auge, während zwei pechschwarze Hände mit spitzen Fingernägeln die Schranktüren von innen umklammern, als würde das Wesen sie gleich öffnen wollen.
El Coco (2022)

El Coco – Beschützt eure Kinder!

El Coco ist ein Beitrag, mit dem ich mich etwas länger herumgeschlagen habe. Erst hat mir meine Idee für die Geschichte nicht gut genug gefallen, dann hatte ich eine Zahn-Op und war nicht ganz auf der Höhe und jetzt stand der Beitrag wieder auf der Kippe, weil ich ihn fast nicht fertig bekommen habe. (Das Bild reiche ich natürlich nach!)

Ich hoffe, euch gefällt meine Geschichte über den spanisch-portugiesischen Boogeyman.

Viel Spaß beim Gruseln!

Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!)

– Gewalt gegen Kinder
– Kindesentführung

Die Geschichte:

Glaubt ihr an den schwarzen Mann? Den Boogeyman? Den Butzemann? Hier in Spanien kennen wir ihn unter dem Namen „el Coco“, und ich habe ihn gesehen.

Damals war ich noch ein junges Mädchen, gerade einmal acht oder neun Jahre alt. Ich war nicht die Artigste, habe mich oft mit irgendwelchen Jungs angelegt, die sich darüber lustig gemacht haben, dass ich als Mädchen Fußball gespielt habe. Außerdem hatte ich ein Faible für Streiche, die außer mir seltsamerweise niemand lustig fand. Ich hatte deshalb oft Ärger mit den Lehrern oder meinen Eltern.

Es dürfte also niemanden überraschen, dass el Coco es ausgerechnet auf mich abgesehen hatte. Ich war nahezu ein Paradebeispiel für ein Kind, dass von dem Boogeyman heimgesucht wurde. Aber obwohl ich damals eine unvorstellbare Angst vor der dunklen Gestalt hatte, die plötzlich an meinem Bett stand, obwohl ich dachte, dass mein junges Leben viel zu früh vorüber wäre, war es nicht meine furchteinflößendste Begegnung mit el Coco. Nein, die sollte ich erst viele Jahre später haben, als ich bereits eine erwachsene Frau war.

Die Erinnerung an el Coco hatte ich längst verdrängt. Als Krankenschwester war ich eine Frau der Wissenschaft. Ich glaubte nicht an das Übernatürliche. Meine erste Begegnung tat ich als bloßen Albtraum ab. Ich vergaß die Angst, die ich vor dem Wesen hatte. Sie kam erst zurück, als ich mit meinem Mann in der Küche stand und über unseren gemeinsamen Sohn sprach.

„Manchmal erinnert Raul mich an dich, als du noch klein warst“, sagte Antonio.

Ich sah meinen Mann mit gerunzelter Stirn an. Die Hände hatte ich in die Hüfte gestemmt. Raul sah mir nicht gerade ähnlich. Ich hatte glatte schwarze Haare, während er hellbraune Locken trug. Außerdem war seine Haut ein gutes Stück heller als meine. Abgesehen von unserer gemeinsamen Liebe für Fußball hatten wir nicht viele Gemeinsamkeiten.

„Na ja, du warst auch nicht gerade ein Unschuldsengel“, erklärte Antonio. „Weißt du noch, als du unserer Klassenlehrerin Frau Lopez einen Wassereimer auf die Tür gestellt hattest? Du warst beleidigt, weil sie dir eine schlechte Note gegeben hat“, sagte er grinsend.

Bei der Erinnerung hatte ich Mühe, ein Schmunzeln zu unterdrücken. Trotzdem sah ich meinen Mann weiter streng an. „Raul ist aber kein Kind mehr. Er ist 12. Dios mio, er hat ein Mädchen geschlagen! In dem Alter war ich schon sehr viel vernünftiger. Ich war in keiner einzigen Prügelei mehr, nachdem …“, ich brach ab. Warum eigentlich? Wieso hatte ich damals damit aufgehört?

Plötzlich war sie wieder da: meine Erinnerung an el Coco. Ich sah ihn fast vor mir, den schwarzen Schatten am Fußende meines Bettes. Er streckte seine pechschwarze Hand nach mir aus. Ich umklammerte meine Beine, starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.

„Mi amor, alles in Ordnung?“, fragte Antonio.

Aus meinen Gedanken gerissen blinzelte ich erschrocken. „Hmm?“, fragte ich. Ich versuchte, die Bilder aus meinem Kopf zu verdrängen. „Ja, alles gut. Aber ich muss langsam los. Wir reden nachher weiter, ja?“ Ich trank hastig einen letzten Schluck von meinem noch immer halb vollen Kaffee, gab Antonio einen Kuss und beeilte mich, zur Arbeit zu kommen.

In Wirklichkeit hatte ich es nicht eilig, aber ich brauchte Zeit zum Nachdenken. Was genau war diese Erinnerung? War es bloß ein Traum, den ich als Kind hatte? Oder steckte mehr dahinter? Nein. Es musste ein Traum gewesen sein. Aber was wenn nicht? War Raul in Gefahr? El Coco hatte sich damals so real angefühlt. Ich schauderte jetzt noch, als ich mir vorstellte, wie seine rot leuchtenden Augen mich anstarrten.

Ich zerbrach mir den halben Arbeitstag den Kopf darüber. Die andere Hälfte war ich im Stress. Im Krankenhaus war ziemlich viel los, da mussten sich die eigenen Gedanken schonmal hinten anstellen. Und so kam es, dass ich auf dem Weg von der Bushaltestelle nach Hause noch immer nicht wusste, was ich tun sollte. Ich entschied, Antonio um Rat zu bitten.

Er machte mir gerade das Essen warm, das er zu Mittag für sich und Raul gekocht hatte, als ich endlich genug Mut hatte, es anzusprechen.

„Du Schatz, sag mal … wegen heute Morgen“, begann ich zaghaft.

„Das Mädchen?“, fragte Antonio sofort. „Mach dir keine Sorgen. Ich habe mich um alles gekümmert. Ich habe mit Frau Martín geredet. Ihre Tochter und Raul haben sich vertragen.“

„Das ist gut, aber …“ Ich räusperte mich nervös. „Raul muss sein Verhalten ändern.“

Antonio seufzte schwer. „Ach Lucía, mi amor, er ist noch ein Kind. Außerdem kommt er langsam in die Pubertät. Da hatten wir alle solchen Quatsch im Kopf.“

„Ich nicht“, sagte ich mit trockenem Mund. Die Bilder von heute Morgen schwirrten mir noch immer durch den Kopf. „Aber da ist noch etwas anderes. Kennst du die Legende von el Coco?“

Antonio wurde plötzlich sehr still. Er sah mich einen Moment an, bevor er sehr leise erwiderte: „Ich hoffe, du willst damit nicht sagen, was ich denke. Ich halte von solchen Erziehungsmethoden nichts.“

Ich nickte schnell. „Das weiß ich doch. Aber … stell dir mal vor, dass es el Coco wirklich gibt“, versuchte ich es zaghaft.

Mein Mann verstand nicht, worauf ich hinaus wollte. „Ich weiß, dass es mit Raul manchmal schwierig ist, aber ich mache unserem Sohn keine Angst, nur damit er sich besser benimmt. Das wäre nicht anders, als würden wir ihn zur Bestrafung schlagen!“

Nervös knetete ich meine Hände. In jeder anderen Situation würde ich ihm zustimmen. Psychischer Terror konnte genauso schlimm sein wie körperlicher. Aber es ging mir ja nicht darum, Raul Angst zu machen, sondern ihn zu beschützen.

Ich atmete tief durch, während ich meinen Mut zusammennahm. Die Worte kamen mir nicht leicht über die Lippen. „Was ich eigentlich meinte … Also … El Coco gibt es wirklich. Ich habe ihn als Kind gesehen.“

Antonio schwieg. Es kostete mich einige Überwindung, meinen Mann anzusehen. Er musterte mich, als hätte ich behauptet, Papá Noel – der spanische Weihnachtsmann – persönlich zu sein.

„Ich weiß, wie das klingt“, sagte ich. „Aber es ist mein voller Ernst.“ Ich erzählte ihm, was mir als Kind widerfahren war – zumindest das, an was ich mich erinnerte.

Antonio war nicht überzeugt. „Mi amor. Du warst ein Kind und hattest einen Albtraum. Vielleicht eine Schlafparalyse. Das ist eine Art Wachzustand, in dem du immer noch träumst. Dabei liegst du reglos im Bett und kannst die furchteinflößendsten Dinge sehen, wie zum Beispiel …“

„Ich weiß, was eine Schlafparalyse ist!“, unterbrach ich ihn etwas zu laut. Sofort senkte ich meine Stimme. „Ich weiß, was eine Schlafparalyse ist“, wiederholte ich ruhiger. „Aber ich schwöre dir, dass ich damals wach war. Ich bin mir ganz sicher.“

Wir redeten noch eine Weile hin und her. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, aber ich schaffte es nicht. Je mehr wir redeten, desto mehr zweifelte ich an mir. War ich nicht am Morgen selbst noch unsicher gewesen? Hatte mich selbst gefragt, ob es nicht alles nur ein Traum gewesen war?

Wir einigten uns schließlich darauf, künftig bei Raul härter durchzugreifen. So würde er es sich wenigstens zweimal überlegen, bevor er das nächste Mal Mist baute. Von el Coco durfte ich ihm natürlich nicht erzählen, aber ich war mir gar nicht so sicher, ob ich das überhaupt noch wollte.

Die folgenden Tage waren ruhig – zu Hause, auf der Arbeit und sogar mit Raul. Er benahm sich fast schon vorbildlich, zumindest soweit wir wussten. Ab und an musste ich noch an el Coco denken, aber ich belächelte mich dabei eher selbst. Ich hatte mich damit abgefunden, dass es ein Traum gewesen sein musste. Wenn es el Coco wirklich gäbe, hätte bestimmt schon jemand einen Beweis dafür gefunden.

Erst, als ich etwa eine Woche später die Wäsche machte, bekam ich wieder ein leichtes Unwohlsein in meiner Magengegend. Ich holte gerade Rauls Fußballtrikot aus dem Trockner und schwelgte dabei wie so oft in Erinnerungen. Es sah meinem Fußballtrikot von früher zum Verwechseln ähnlich. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich es fast täglich getragen hatte, egal ob ich Training hatte oder nicht.

Aber während meine Erinnerungen an damals sonst immer schön waren, kam mir heute ein schon längst vergessener Streit in den Sinn. Ein Junge aus meiner Schule – Rafael – hatte sich auf dem Pausenhof darüber beschwert, dass ich, ein Mädchen, in seinem Fußballteam spielen solle. Es war ein von uns Schülern gemachtes Turnier, das darüber entschied, wer die nächsten Tage den Fußballplatz in den Pausen nutzen durfte. Eine ziemlich große Sache. Ich hatte Rafael gegen sein Schienbein getreten und einen Idioten genannt, woraufhin er weinend weggelaufen war.

Ich erinnerte mich noch so gut daran, weil ich danach verdammt viel Ärger mit meinen Eltern und meiner Klassenlehrerin hatte. Rafael war beim Rennen nämlich gestürzt und hatte sich die Nase gebrochen. Und mir gab man die Schuld dafür.

Aber auch, wenn ich über so etwas heute wohl gelacht hätte, war da noch etwas anderes: Es war mein letzter großer Streit, bevor el Coco mich heimgesucht hatte …

An diesem Tag ging ich früh ins Bett. Mein Kopf kreiste. So sehr ich auch versuchte, mich abzulenken, es gelang mir nicht. Und so verfolgte meine Erinnerung mich bis in meine Träume.

Es war eine Nacht kurz nach dem Streit mit Rafael. Ich hatte Hausarrest und durfte mein Zimmer nur verlassen, um auf Toilette zu gehen, oder wenn meine Eltern mich zum Essen riefen – meine Strafe dafür, dass ich meine Eltern angeschrien hatten. Aber was hätte ich anderes tun sollen. Ich hatte ihnen schon über 20 Mal gesagt, dass ich Rafael die Nase nicht gebrochen hatte. Ich hatte ihn ja nicht einmal geschlagen, nur getreten.

Und so saß ich in meinem Bett, die Decke über mich geworfen und blätterte heimlich in einem Fußballmagazin, das ich vor meinen Eltern versteckt hatte. Sie hatten mir sonst alles weggenommen, was Spaß machte. Mir blieben nur meine Hausaufgaben und irgendwelche langweiligen Bücher.

Ich blätterte also durch das Magazin und las die Artikel bestimmt schon das fünfte oder sechste Mal, als plötzlich ein leises Quietschen wie das einer Tür zu hören war. Natürlich war ich die ganze Zeit aufmerksam gewesen, hatte gelauscht, ob ich Schritte im Flur hören konnte, für den Fall, das meine Eltern zu mir wollten. Aber da waren keine Schritte. Und das Quietschen gehörte auch nicht zu meiner Zimmertür, sondern zu meiner Schranktür.

Einen Moment saß ich stocksteif da, lauschte angespannt. Aber ich hörte nur meinen Atem, der jetzt schnell und unregelmäßig ging, und das Pochen meines Herzens. Vorsichtig zog ich die Decke von meinem Kopf. Ich hoffte so sehr, dass ich mich geirrt hatte.

Das war der Moment, als ich ihn das erste Mal sah: el Coco. Er stand dort, mitten in meinem Zimmer zwischen Schreibtisch und Bett. Kaum mehr als ein Schatten, ein menschenähnlicher Umriss, dem sämtliche Farbe fehlte. Wie ein schwarzes Loch, das mich mit glühend roten Augen anstarrte.

Ich schrie wie am Spieß, kreischte nach Mamá und Papá, wieder und wieder, während el Coco an mein Bett trat und seine pechschwarze Hand nach mir ausstreckte. Ich zog meine Beine an die Brust, verlor dabei die Bettdecke, presste mich mit dem Rücken an die Wand, während ich weiter schrie.

Doch el Coco kam näher und näher. Seine Hand hatte mich fast erreicht. Was sollte ich also anderes tun, als mich zu wehren? Ich trat um mich, versuchte, seine Hand zu erwischen, doch der Schatten war zu schnell für mich. In dem Moment, als ich nach ihm trat, zog er die Hand zurück. Ehe ich mein Bein wieder angezogen hatte, schnellte sie jedoch wieder vor und packte meinen Unterschenkel mit eiskalten Fingern.

Ich spürte, wie er mit eiserner Kraft an mir zog, versuchte, mich irgendwo festzuhalten, doch mein Laken war zu rutschig. Aber noch gab ich nicht auf. Mit meinem freien Bein trat ich wieder und wieder nach seiner Hand. Es klappte! Sie lockerte sich. Nach einem weiteren kräftigen Tritt rutschte seine Hand weg. Ein schneidender Schmerz fuhr durch mein Bein, aber ich war frei! Zumindest dachte ich das für den Bruchteil einer Sekunde. Dann spürte ich seinen kalten Griff jedoch um mein Fußgelenk. Ich hatte vielleicht zehn Zentimeter meines Beins zurückgewonnen. Und diesmal drückte er fester zu. So fest, dass er mir die Adern abschnüren musste.

Plötzlich war es um mich herum stockdunkel. Schweißgebadet saß ich da. Ich war noch immer im Bett, aber, wie ich an dem leisen Schnarchen neben mir erkannte, nicht mehr in meinem Kinderbett, sondern in meinem Ehebett. Ich war in Sicherheit. Es war nur ein Traum gewesen … Oder eher eine Erinnerung. Eine Erinnerung an jene Nacht, in der el Coco mich heimgesucht hatte.

In meinem Kopf war es wieder so klar, als wäre es erst gestern gewesen. El Coco war gerade dabei, mich aus dem Bett zu zerren, als plötzlich meine Mutter ins Zimmer gestürzt kam. Sie kam zu mir gerannt, fragte, was passiert sei, und nahm mich tröstend in den Arm. El Coco hatte sie nie gesehen.

Meine Eltern waren damals der Meinung, dass ich bloß einen Albtraum gehabt hätte. Der Schmerz, den ich in meinem Bein gespürt hatte, war ein Kratzer gewesen, den el Coco mir zugefügt hatte. Aber selbst der überzeugte meine Eltern nicht. Sie erklärten mir, dass ich mir während des Albtraums das Bein mit einem Zehennagel selbst zerkratzt hätte. Aber ich kannte die Wahrheit. Ich hatte nicht geschlafen. Es war kein Albtraum gewesen, sondern el Coco. Er war real.

Die restliche Nacht hatte ich Probleme, weiterzuschlafen. Ich kuschelte mich an Antonio, versuchte, an etwas anderes zu denken, aber mein Kopf wanderte immer zum selben Gedanken zurück: Mein Sohn schwebt in Lebensgefahr.

Ich konnte es nicht genau erklären. Es gab unzählige Kinder da draußen, die aufmüpfig waren und trotzdem von el Coco in Ruhe gelassen wurden. Wieso sollte ausgerechnet Raul in Gefahr sein? Aber ich spürte es. Ich spürte, dass el Coco auf ihn aufmerksam geworden war. Nennt es, wie ihr wollt: Paranoia oder eine Vorahnung. Ich sollte recht behalten.

Am nächsten Tag musste ich ständig an el Coco denken. Beim Aufstehen, unter der Dusche, beim Anziehen. Die schwache Narbe an meinem Bein, kaum mehr als ein Strich, den man nur sah, wenn man wusste, dass er überhaupt da war, zog meinen Blick auf sich, wie ein Leuchtfeuer. In meinem Kopf sah ich wieder und wieder el Cocos Hand, die mein Bein gepackt hatte.

Und auch auf der Arbeit hatte ich Probleme. Obwohl ich sonst keine Probleme hatte, Beruf und Privatleben zu trennen, war ich heute nicht bei der Sache. Einem vegetarisch lebenden Patienten brachte ich ein Fleischgericht, wollte eine ältere Dame waschen, die sich sehr gut allein duschen konnte, und bei einem jungen Mann brachte ich fast den Medikamentenplan durcheinander. Ich konnte von Glück reden, dass ich es noch rechtzeitig bemerkt hatte.

Aber der größte Schock sollte erst kommen, als ich wieder zuhause war. Ich merkte schnell, dass etwas nicht stimmte. Nicht nur, dass Rauls Handy auf dem Küchentisch lag, obwohl er es sonst nie freiwillig weggab, sondern auch Antonio schien mir aus dem Weg zu gehen. Ich musste ihm folgen und mehrfach fragen, was los war, bis er endlich mit der Sprache rausrückte.

„Rauls Klassenlehrer hat vorhin angerufen“, sagte er zögerlich.

„Und? Was wollte er?“, hakte ich nach.

„Na ja, es könnte sein, dass … also Raul, er … Sein Lehrer meinte, er habe auf dem Schulhof geraucht …“

„Was?!“, entfuhr es mir. Geraucht? Mein kleiner Raul? Er wusste genau, wie Antonio und ich zu Zigaretten standen!

„Es war wohl nur eine von diesen E-Zigaretten“, versuchte mein Mann es herunterzuspielen. „Ich hab ihm sein Handy weggenommen und Stubenarrest gegeben. Er meinte, dass die Zigarette David gehört hat. Er wollte es nur einmal probieren. Also hab ich ihm erklärt, wie gefährlich das Rauchen ist.“ Er schien mein noch immer entsetzen Blick zu bemerken, also fügte er schnell hinzu: „Und sein Klassenlehrer hat beide Augen zugedrückt! Er bekommt nur eine Verwarnung!“

Ich sah ihn fassungslos an. „Darum geht es mir doch gar nicht!“ Er verstand es nicht! „Unser Sohn ist in Gefahr! El Coco, er …“

„Jetzt fang nicht wieder damit an!“, unterbrach Antonio mich streng.

„Bitte, ich … Hör mich doch wenigstens erst einmal zu!“, flehte ich.

Und das tat Antonio. Ich erzählte ihm von meiner Begegnung mit el Coco, berichtete ihm jedes Detail, das mir wichtig vorkam. Ich zeigte ihm sogar den Kratzer an meinem Bein.

Antonio räusperte sich. Er wirkte ungewöhnlich gefasst. „Und deine Eltern sagen, du hast dir das Bein beim Schlafen selbst aufgekratzt?“

Ich nickte. „Ja. Ist das zu glauben? Ich hab in dem Magazin gelesen, als el Coco angegriffen hat. Ich hab nicht geschlafen!“

Wieder räusperte Antonio sich. „Und wenn du es doch getan hast? Mi amor, vielleicht bist du beim Lesen eingeschlafen, ohne es zu merken. Mir ist es auch schon einmal passiert, dass ich im Traum hätte schwören können, dass ich wach bin …“

Weiter hörte ich ihm gar nicht zu. Er glaubte mir nicht. Er wollte mir nicht glauben. Genau wie meine Eltern damals. Sie hatten mich belächelt, als ich nicht mehr allein in meinem Zimmer schlafen wollte, es auf meine kindliche Fantasie geschoben. Und mein Mann tat jetzt dasselbe.

Aber ich würde nicht denselben Fehler wie meine Eltern machen. Ich würde nicht die Augen verschließen, während mein Kind in Gefahr war. Mein Entschluss stand fest: Ich würde Raul von el Coco erzählen, ob Antonio einverstanden war oder nicht.

Sobald sich die Gelegenheit ergab, schlich ich unbemerkt zu Rauls Zimmer. Er saß auf seinem Bett, ein Buch in der Hand, würdigte mich nur eines kurzen Blickes und schmollte. Die Zimmertür schloss ich hinter mir, bevor ich sprach.

„Hey mein Spatz“, versuchte ich es möglichst freundlich. Ich ging zu seinem Kleiderschrank, um sicherzugehen, dass darin alles in Ordnung war. „Papa hat mir erzählt, was passiert ist.“

Raul starrte stur weiter in sein Buch. Ich sah flüchtig unter seinen Schreibtisch, bevor ich zu ihm ging.

„Ich bin nicht hier, um dir einen Vortrag über dein Verhalten zu halten. Auch wenn du natürlich weißt, wie ich zum Rauchen stehe. Aber … ich hab Angst um dich. Weißt du, ich war früher auch kein einfaches Kind.“

Das ließ Raul aufhorchen. Er versuchte, bockig zu bleiben, aber ich konnte eindeutig Neugierde in seinem Gesicht erkennen. Er runzelte ganz leicht die Stirn, als ich mich bückte, um unter sein Bett zu sehen. Von el Coco fehlte jede Spur.

„Daher weiß ich auch, wie gefährlich es werden kann“, führ ich fort, während ich mich zu ihm aufs Bett setzte. „Nicht, weil Mama und Papa so böse auf dich sind. Und ein Zug aus einer E-Zigarette wird dich auch nicht umbringen, aber … es gibt da noch etwas anderes. Ein Wesen namens el Coco.“

Jetzt hatte ich seine volle Aufmerksamkeit. Wir hatten ihm – abgesehen von Papá Noel oder der Zahnmaus – noch nie von irgendwelchen Wesen erzählt. Höchstens, wenn sie in irgendeinem Buch oder einem Film vorkamen. „El Coco?“, wiederholte er neugierig.

Ich nickte. „Ja. Kennst du ihn? Hat dir schonmal jemand von ihm erzählt?“

Raul schüttelte den Kopf.

„El Coco ist ein … ein Monster“, erklärte ich. „Er hat es auf unartige Kinder abgesehen.“ Obwohl ich wusste, dass el Coco echt war, kam ich mir bescheuert vor, während ich das sagte. Wie sollte ich meinen Sohn nur überzeugen, dass ich es ernst meinte?

Bevor ich mir darüber jedoch Gedanken machen konnte, flog plötzlich die Tür auf.

„Mi amor, hier bist du“, sagte Antonio. Dann zögerte er. „Worüber redet ihr?“

Schamesröte stieg mir ins Gesicht. Ich fühlte mich wie ein Kind, das dabei ertappt wurde, wie es heimlich Kekse aß. „Ich … also … wir“, stammelte ich.

„Mama will mir gerade von el Coco erzählen!“, sagte Raul ehrlich.

Der Blick, mit dem Antonio mich daraufhin ansah, brach mir das Herz. Verachtung, Missbilligung, Enttäuschung und ein Hauch von Wut. „Ist das wahr?“, fragte er kühl.

Ich nickte beschämt. „Ich will unseren Sohn doch nur beschützen!“, sagte ich flehend.

Aber Antonio zeigte keinerlei Verständnis. „Ich denke, du gehst jetzt besser.“

Mit gesenktem Kopf stand ich auf. Ich wollte nicht mit Antonio streiten. Nicht vor Raul. Wenigstens wusste ich, dass el Coco sich nicht in Rauls Zimmer versteckte. Oder ich dachte zumindest, es zu wissen. Für mich war das wenigstens ein kleiner Trost.

Antonio blieb noch eine ganze Weile bei Raul. Ich hatte keine Ahnung, worüber sie sprachen, aber er wirkte immer noch wütend, als er zu mir ins Wohnzimmer kam.

„Was ist nur falsch bei dir?“, begann er. „Wieso bist du so versessen darauf, unserem Kind Angst zu machen!?“

Der Streit, der daraufhin ausbrach, war der Schlimmste, den wir je hatten. Hauptsächlich schrie Antonio mich an. Sagte mir, wie sehr ich ihn enttäuscht und verletzt hatte, dass ich mich schämen solle. Und das tat ich auch.

Ich gab nicht einmal Widerworte. Nicht, weil ich Angst vor Antonio hatte – er würde mir nie etwas antun, egal wie wütend er war –, sondern, weil ich mich so sehr schämte. Ich hätte noch einmal mit ihm reden müssen. Ihm klar machen müssen, dass ich wirklich an el Coco glaubte. Dass ich wusste, dass er echt war. Er hätte zustimmen müssen, dass wir Raul von dem Wesen erzählten.

Aber auch, wenn mir jetzt so viele Worte in den Kopf schossen, mit denen ich ihn vielleicht hätte überzeugen können, meine Chance hatte ich für heute vertan. Ich konnte es nicht aussprechen, nicht, ohne den Streit noch weiter anzufachen. Vielleicht morgen, wenn er sich wieder etwas beruhigt hatte …

Den restlichen Abend blieb die Stimmung kühl. Wir sprachen beide wenig, gingen einander aus dem Weg und verzogen uns früh ins Bett, wo wir schweigend nebeneinanderlagen.

Heute schlief ich mit Bauchschmerzen ein. Aber nicht wegen meiner Angst vor el Coco, sondern wegen des Streits. Raul wiegte ich diese Nacht in Sicherheit. Ich ahnte ja nicht, wie sehr ich mich dabei irrte.

Mitten in der Nacht wurde ich von Schreien geweckt. Erst lag ich noch benommen da, dachte, ich würde träumen, doch dann wurde ich auf einen Schlag hellwach. Das war mein Sohn! Raul schrie aus Leibeskräften!

„Antonio! Antonio!“, schrie ich meinen Mann wach, während ich aus dem Bett sprang.

„Hmm. Was ist?“, fragte er verschlafen. Dann hörte er es auch.

Aber dass er aufsprang, sah ich gar nicht mehr. Ich war bereits im Flur verschwunden.

Je näher ich Rauls Zimmer kam, desto lauter wurden seine Schreie. Sie waren panisch. Voller Todesangst.

Schlagartig fühlte ich mich an meine Begegnung mit el Coco erinnert. Hatte meine Mutter sich genauso gefühlt, bevor sie in mein Zimmer gestürmt kam?

Mir blieb keine Zeit, darüber nachzudenken. Ich hatte Rauls Zimmer erreicht. Ohne zu zögern, stieß ich die Tür auf, fiel fast in sein Zimmer.

Mein erster Blick galt Rauls Bett. Es war leer. Seine Bettdecke war achtlos zu Boden gerissen. Sein Kopfkissen lag quer im Bett. Sogar das Laken war nicht mehr ganz auf der Matratze.

„Mama!“, kreischte Raul jetzt voller Panik.

Ich riss den Kopf herum, starrte in Richtung Fenster, wo ich ihn sah: el Coco. Derselbe Schatten, der mich vor all den Jahren angegriffen hatte. Er hielt Raul fest an sich gepresst, als wäre er nichts weiter als eine Puppe, die ihm gehörte. Seine roten Augen fixierten mich.

„Mama!“, kreischte Raul erneut.

Vielleicht kennt ihr die Geschichten aus den Nachrichten? Berichte über Mütter, die mit Bären gekämpft oder Autos angehoben haben. Sie schienen das Unmögliche möglich zu machen, nur weil ihr Kind in Gefahr war.

Bei mir war es anders. Ich wollte mich auf el Coco stürzen, wollte Raul aus seinen Armen reißen, aber ich konnte es nicht. Meine Beine waren wie erstarrt, mein Körper wie gelähmt. Zu tief saß meine Angst. Jetzt erst merkte ich, wie wenig ich darauf vorbereitet war, el Coco wiederzusehen, wie groß meine Angst vor ihm wirklich war.

Ich konnte nichts tun, als zuzusehen, wie el Coco zum Fenster hetzte. Er riss es auf und stürzte sich in die Dunkelheit, Raul noch immer fest an sich gepresst.

„Mamaaaa!“, hörte ich seine Stimme ein letztes Mal.

Als mein Mann das Zimmer endlich erreichte, war unser Sohn bereits verschwunden. Ich war auf die Knie gesackt, hatte das Gesicht in den Händen Verborgen und weinte. Ich weinte so heftig, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben getan hatte.

„Lucía! Mi amor! Was ist passiert?“, fragte Antonio entsetzt.

Ich ließ die Hände sinken und sah ihn an. Meine Sicht war vor Tränen verschwommen, sodass ich nicht einmal sein Gesicht erkennen konnte. Dann schluchzte ich zwei Worte, gerade so deutlich, dass er sie verstehen konnte: „El Coco.“

Nach dem Verlust unseres Sohnes waren Antonio und ich nie wieder dieselben. Er machte sich Vorwürfe, dass er nicht auf mich gehört hatte, und ich gab mir die Schuld, weil ich nicht wusste, dass el Coco sich auch in Schubladen verstecken konnte. Erst, als ich Rauls weit geöffnete Schreibtischschublade sah und die Stifte, die am Boden lagen, fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Antonios und meine Ehe ging recht bald in die Brüche. Ich weiß nicht, was aus meinem Exmann geworden ist, aber ich machte es zu meiner Lebensaufgabe, andere Eltern aufzuklären. Sie mussten wissen, welche Gefahren in den Kinderzimmern lauern konnten. Und so erzähle ich es jetzt auch euch, damit ihr nicht denselben Fehler macht wie ich. Damit ihr eure Kinder vor el Coco beschützen könnt.

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Die Legende:

El Coco, je nach Region auch unter den Namen el Cuco, el Cucu, el Cucuy und el Cucuí bekannt, ist eine Kinderschreckfigur aus fast allen spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern.

Die weibliche Form des Wesens ist als la Coca und la Cuca bekannt.

Aussehen:

Über das Aussehen von el Coco ist man sich uneinig.

Während einige Eltern nicht näher auf das Aussehen eingehen und es bloß als „schrecklich“ oder „furchteinflößend“ beschreiben – wahrscheinlich, damit die Kinder es sich selbst ausdenken können – haben andere Eltern ein genaueres Bild im Kopf.

Ein verbreitetes Aussehen ist dabei eine schatten- oder geisterhafte Gestalt, die man nicht näher erkennen kann. Hier heißt es oft, dass el Coco sich wegen seines Aussehens besonders gut verstecken könne.

Eine andere Version von el Coco beschreibt ihn als haariges Monster mit fledermausartigen Ohren, rot leuchtenden Augen und zahlreichen spitzen Zähnen.

Es gibt aber auch andere Versionen, in denen er z. B. menschlich aussieht, sein Aussehen nach Belieben verändern kann oder einem Tier ähnelt.

Eigenschaften:

El Coco ist ein Boogeyman. Er geht also nachts in Kinderzimmer, um unartige oder ungehorsame Kinder zu erschrecken, zu verletzen, zu entführen oder zu fressen. In den Versionen, in denen er sie entführen soll, heißt es oft, dass er sie in seine Höhle bringt, um sie dort zu fressen.

Den Kindern wird außerdem beigebracht, dass el Coco sie nicht besuchen kommt, wenn sie ihre Schuld gestehen, die Strafe akzeptieren und sie sich entschuldigen.

Das typische Boogeymanklischee also.

Außerdem heißt es, dass el Coco sich im Kinderzimmer in Schränken, Schubladen oder unter dem Bett verstecken soll – ebenfalls ein Konzept, dass den meisten von euch bekannt sein dürfte.

Es gibt jedoch auch einige Besonderheiten in seinem Verhalten. So heißt es, dass Eltern ihn gezielt rufen können, um unartige Kinder zu bestrafen. Außerdem soll el Coco gelegentlich auf Hausdächern lauern, um das Verhalten der Kinder zu beobachten und sein nächstes Opfer auszuwählen. Hierbei wird manchmal ein dunkler Schatten auf einem Hausdach gesichtet.

Lebensraum/Vorkommen:

Wie bereits gesagt ist el Coco vor allem in spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern und Familien bekannt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er hauptsächlich in Spanien sowie Mittel- und Südamerika leben soll.

Ursprung:

Es gibt einige spanische und portugiesische Schlaflieder, die sich um el Coco drehen. Hierbei geht es oft darum, dass el Coco die Kinder holen kommt, wenn sie nicht artig sind oder nicht bald schlafen.

An dieser Stelle möchte ich kurz ein wenig ausholen, da ich neulich mit einem Leser ein Gespräch darüber hatte, wieso so viele Schlaflieder davon handeln, dass den Kindern etwas Schlimmes passiert, wenn sie nicht schlafen. Dem schnellen Einschlafen kann das immerhin nicht sonderlich zuträglich sein.

Während ich neulich noch keine genaue Antwort darauf hatte, habe ich bei meiner Recherche zu el Coco herausgefunden, dass es weniger darum geht, dass die Kinder tatsächlich sofort schlafen, sondern vielmehr darum, dass sie artig im Bett liegen und versuchen zu schlafen. Sie sollen also nicht heimlich aufstehen oder sich mit einem Buch, Handy, einer Handheld-Konsole o. Ä. wachhalten.

Nun aber zurück zu el Coco. Wie bereits erwähnt handelt es sich bei ihm um einen Boogeyman. Wahrscheinlich stammt die Legende ursprünglich aus Europa bzw. Spanien und ist von Einwanderern nach Mittel- und Südamerika gebracht worden.

Darüber, wo sein Name herkommt, gibt es ebenfalls Theorien. „El Coco“ ist das spanische Wort für die Kokosnuss. Hierbei könnte es sich um eine Anspielung an sein behaartes-Monster-Aussehen handeln – immerhin erinnern Kokosnüsse an stark behaarte Köpfe. Mit etwas Fantasie kann man in den typischen drei „Löchern“ der Kokosnuss auch zwei Augen und einen Mund sehen.

„El Cuco“ – ein anderer Name für el Coco – bedeutet hingegen „der Kuckuck“ auf Deutsch. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass Kuckucke sich in die Nester von anderen Vögeln schleichen, um die Eier hinauszuwerfen und ihre eigenen hineinzulegen. Sie greifen also genau wie el Coco den Nachwuchs an.

Ob Kokosnüsse oder Kuckucke tatsächlich etwas mit el Coco zu tun haben, lässt sich jedoch weder eindeutig bestätigen noch widerlegen.

Was haltet ihr von el Coco? Hattet ihr früher Angst vor Monstern, die sich in euren Schränken oder unter dem Bett verstecken? Schreibt es in die Kommentare!

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17 Kommentare

  1. Rabbat07 schreibt:

    El Juego Del Armario ich weiß nicht viel darüber, ich weis auch nicht ob es eine richtige legende ist, oder eine geshichte die sich jemand ausgedacht hat, aber es klingt interresant und könnte vileicht was für den blog sein, sicher bin ich mir nicht

    • Jeremie Michels schreibt:

      Auf die Schnelle ist es tatsächlich schwierig, viel darüber zu finden (selbst auf spanischen Websites). Ich schreibe es mir aber mal auf und gucke es mir genauer an, wenn ich mehr Zeit habe. ^^

  2. Rabbat07 schreibt:

    Also ich als Kind habe immernoch öfters Angst vor Monster. Im Bett/Schrank usw. Zwar bin ich glaube ich mit 14 zu alt dafür aber ich glaube das kommt daher das ich Mal diesen Schatten gesehen habe der in meinem Zimmer war (hoffe du erinnerst dich noch an das Gespräch) und als ich Mal von tili tili bom gehört hatte hab ich auch versucht nachts zu schlafen. Ich bin für mein Alter was solche Dinge angeht wohl immernoch etwas zu kindlich

    • Jeremie Michels schreibt:

      Ich finde, man kann nie zu kindlich bei sowas sein. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich solche Situationen auch oft (und habe sie immer noch ab und an). Einmal hatte ich geträumt, dass der Rake langsam meine Treppe runtergekrabbelt kam, bis er mich plötzlich bemerkt hat. Danach war mir wochenlang unwohl, wann immer ich nachts an der Treppe vorbei musste (und die Treppe war leider direkt vor meiner Schlafzimmertür). 😅

      • Rabbat07 schreibt:

        ich hatte es auch oft, das mir mal aufgefallen ist wen ich nachts oder morgens aufwachte das der Stuhl zu meinem Bett zeigte. hatte ich kein Problem mit. doch irgendwann viel mir auf das ich vor dem einschlafen den Stuhl vom Bett weg zeigen sah. das bedeutet, das aus irgendwie nachts der Stuhl sich drehte. daraufhin stellte ich den Stuhl abends/ vor dem einschlafen immer so hin das er von mir weg zeigte. Dreimal darfst du raten wie viel das gebracht hatte /: garnix. Meine Eltern meinten das ich den Stuhl selbst in einem schlafwandel-ähnlichen zustand zu mir gedreht haben Muster. diese passierte fasst täglich, bis es auf einmal aufhörte und nie wider geschah

        • Jeremie Michels schreibt:

          Oje. Das klingt wirklich gruselig. Ich hätte da jedenfalls nicht ruhig in meinem Bett schlafen können, wenn mir das passieren würde. 😱

  3. Lilia schreibt:

    Yeyy, Zentralklausuren stehen an und ich bekomme es trotzdem hin zu kommentieren (╯°□°)╯︵ ┻━┻
    Naja, zu den Fragen:
    Ich habe selbst jetzt noch totale Angst vor meinem Schrank, wenn der nicht abgeschlossen ist. (Vielleicht ist der Film Monster vs. Aliens bekannt) ich habe den Film mit 8 geschaut (regulär FSK 6) ich habe echt Angst vor diesem riesen Roboter bekommen und konnte bis ich 13 war die Farbe rot nicht mehr Nachts sehen (noch ein wenig mehr und ich hatte damit wahrscheinlich beim Psychologen aufkreuzen dürfen) Nach dem gedonz hatte ich nach einem Urlaub so eine richtig fette Kellerspinne in meinem Schrank, und was macht mein Gehirn natürlich daraus? Richtig eine riesige Spinne mit rot leuchtenden Augen… Also in der Hinsicht hatte ich definiv Angst vor „Monstern“ Man muss dazu sagen, das das und so ein merkwürdiger Zirkustraum das einzige war, was mir wirklich Angst eingejagt hat. Der Zirkustraum war eigentlich so, dass es ein Karussell war und das Teil immer schneller geworden ist… Und dann ein Jumpscare von einem Wesen, was ein wenig aussieht wie Laughing Jack… Mit 11 Jahren. Da kannte ich den natürlich noch nicht XD Irgendwie habe ich aber generell wenig Angst vor Wesen, die Creepypasta angehören, ich habe eher Probleme mit Wesen, die ich mir selbst zusammen dichte…. Geschichten jagen mir im Endeffekt keine Angst ein oder haben mir keine Angst eingejagt.
    Die Geschichte fand ich sehr interessant, weil es mich eher weniger so interessiert, dass es auch so etwas gibt… (Logischer Satz XD) Also, es ist überraschend, dass es sowas gibt, weswegen ich es dann am Ende auch wirklich interessant finde.
    (Da fällt mir ein, dadurch, dass ich nie die „richtigen“ Märchen vorgelesen bekommen habe, habe ich natürlich auch nie die Wesen kennengelernt)

    • Jeremie Michels schreibt:

      Kein Grund, hier mit Tischen zu werfen! ┬─┬ノ(ಠ_ಠノ)
      (Aber ich drück dir die Daumen für die Klausuren! ^^)

      Oje. Ich kann deine Angst verstehen. Da steckt man schonmal mittendrin und dann kommt noch die Spinne dazu … 😅
      Aber Jumpscares in Träumen hatte ich, glaube ich, noch nie (bzw. keine, an die ich mich erinnere). Was dein Unterbewusstsein da wohl verarbeiten musste …? 🤔
      Wie ähnlich sah er denn Laughing Jack? Schon so, dass du es gruselig fandest, als du von der Creepypasta erfahren hast, oder eher eine geringe Ähnlichkeit, mit der man das Wesen aus deinem Traum halbwegs beschreiben kann? ^^

      Es freut mich jedenfalls, dass du die Geschichte mochtest (auch wenn ich ehrlich gesagt deine Begründung nicht ganz verstehe 😅).
      Und Märchen waren tatsächlich meine erste Begegnung mit Legenden, weil ich früher absolut kein Horror mochte. Ich hatte als Kind nie Creepypastas gelesen oder gehört, nie heimlich Horrorfilme geguckt o. Ä. Märchen hingegen fand ich schon immer spannend (wenn auch früher eher die kinderfreundlichen Varianten). ^^

      • Lilia schreibt:

        Also ich habe keine Angst vor den Creepypastas, einfach weil es Spaß macht zu lesen, wie die Menschen umbringen. Oder Eyless Jack mit seinen Kidneys … Aber das liegt daran, dass ich es wesentlich später erst kennengelernt habe. Und dieser Jumpscare hat auch nur eine Ähnlichkeit mit einem „richtigen“ Laughing Jack… Also eine Spitze Nase, die ein wenig dunkler ist als das normale und dann ein Kostüm, was an einen Clown erinnert und irgendwie aber eher nach Laughing Jack aussieht…
        Ich glaube das Gehirn hat da verarbeitet, dass ich mich an den Unfall erinnert habe, wo ich mein Auge fast verloren habe, weil sich jemand wie ein Jumpscare mit einem Stock in der Hand zu mir umgedreht hat…

    • Jeremie Michels schreibt:

      Hmm. Ich hab überlegt, ob ich dazu noch einen Satz am Ende der Geschichte schreibe. Aber Lucía hat nicht in den Schubladen nachgesehen … ^^
      (Vllt. schreib ich den ursprünglich geplanten letzten Absatz doch noch. 🤔)

    • L1n4 schreibt:

      Hey, wieder mal eine sehr gelungene Geschichte.

      ~ Hattet ihr früher Angst vor Monstern, die sich in euren Schränken oder unter dem Bett verstecken?

      Ich hatte vor sowas eigentlich keine angst, das liegt vielleicht daran das meine Eltern mir ne solche Geschichten erzählt haben.

      • Jeremie Michels schreibt:

        Danke! ^^

        Wirklich Angst hatte ich auch nie davor (wohl ebenfalls, weil meine Eltern mir nie solche Geschichten erzählt haben), aber ich musste früher immer schnell ins Bett springen, sobald ich das Licht ausgemacht hatte, weil ich mir immer vorstellen musste, dass etwas unter dem Bett nach meinen Füßen greift. 😂

        • Rabbat07 schreibt:

          Das haben die neuen Generationen auch so, Licht aus schnell in Bett. Ich habe aber einen Trick entwickelt. Erst die Lampe auf dem Nachtschrank anmachen, Dan kann ich später Problem ins Bett und vom Bett aus das Licht ausknippsen (;

          • Jeremie Michels schreibt:

            Sogar meine Mutter hat schonmal davon geredet, dass sie das Gefühl/die Situation kennt. Also ich denke, dass geht wohl allen Generationen so. 😁

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