Startseite » La Sayona – Geh nicht fremd!

La Sayona Zeichnung von Jeremie Michels. Auf der Zeichnung sind zwei fast identische Frauen zu sehen, die einander ansehen, als würden sie in einen Spiegel gucken. Sie sind beide Latinas mit langen, glatten schwarzen Haaren. Die auf der linken Seite lächelt, hat ein hübsches Gesicht und dunkelbraune Augen. Die auch der rechten seite hingegen lächelt nicht und hat rote, bedrohlich wirkende Augen.
La Sayona (2021)

La Sayona – Geh nicht fremd!

Heute geht es um La Sayona, eine venezolanische Legende über einen Geist, der Fremdgehen bestraft.

Es tut mir leid, dass die Beiträge in letzter Zeit etwas unregelmäßiger kommen. Es könnte auch sein, dass mein nächster Beitrag erst in drei Wochen kommt, da ich übernächstes Wochenende vielleicht unterwegs bin. Jetzt aber erst einmal viel Spaß bei der Geschichte!

Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!)

– Tod
– Tod eines Kindes

Die Geschichte:

Die Geschichte, die ich euch heute erzähle, hat sich vor einigen Jahren in Venezuela zugetragen. Woher ich die Geschichte habe, spielt keine Rolle. Das einzig Wichtige ist, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt.

In Venezuela lebte einst ein Mann namens Antonio. Obwohl er bereits erwachsen war, lebte Antonio noch bei seiner Mutter. Nicht, weil er so unselbstständig war, sondern weil er seine kranke Mutter pflegte. Wenn man es genau nahm, lebte seine Mutter also eigentlich bei ihm und nicht umgekehrt.

Jedenfalls saßen die beiden, Antonio und seine Mutter, zu ihrem zweiundsechzigsten Geburtstag in einem Restaurant. Die Stimmung war ausgelassen. Sie redeten viel und hatten einen schönen Abend.

Nachdem sie bestellt hatten, schnitt Antonio seiner Mutter das Fleisch, damit sie trotz ihrer schwachen Arme essen konnte. Eine Kellnerin erkundigte sich mehrfach, ob alles zu ihrer Zufriedenheit sei – wahrscheinlich hatte sie bemerkt, dass es der Mutter gesundheitlich nicht sonderlich gut ging – und Antonio nutze die Gelegenheit, um ein wenig mit der Kellnerin zu flirten.

Sie ließ sich darauf ein und lachte. An sich wäre an dem kleinen Flirt nichts Verwerfliches gewesen – immerhin waren beide erwachsen und konnten ihre eigenen Entscheidungen treffen –, wenn da nicht der goldene Ring an Antonios rechtem Ringfinger gewesen wäre. Es war sein Ehering und Treueversprechen an seine Frau Isabel, mit der er seit über fünf Jahren glücklich verheiratet war.

Seine Mutter beobachtete das Ganze schweigend. Wahrscheinlich dachte sie sich nichts weiter dabei, konnte sich nicht vorstellen, dass ihr geliebter Antonio auch nur daran denken könne, seine Frau zu betrügen. Das änderte sich jedoch, als er in einem unauffälligen Moment seinen Ring abstreifte und in seiner Hosentasche verschwinden ließ. Ungläubig starrte die Mutter das unscheinbar wirkende Stück nackte Haut an seiner Hand an.

„Kann ich noch etwas für Sie tun?“, fragte die Kellnerin, als sie mal wieder an ihrem Tisch vorbeikam.

Antonio griff vorsichtig – es wirkte beinahe unabsichtlich – nach ihrer Hand und drückte sie sanft. „Nein. Danke. Es ist alles nach unserer Zufriedenheit.“

Die Kellnerin antwortete mit einem strahlend weißen Lächeln. Sie fuhr sich durch ihre dunklen Haare und war bereits dabei, sich wegzudrehen, als sich plötzlich Antonios Mutter zu Wort meldete.

„Entschuldigen Sie, junge Frau. Da wäre tatsächlich etwas. Wir würden gerne zahlen“, sagte sie mit ihrer für ihr Alter sehr krächzigen Stimme.

Überrascht sah die Kellnerin auf ihren noch immer halb vollen Teller. „Hat es Ihnen nicht geschmeckt? Ich bringe Ihnen gerne etwas anderes. Vielleicht einen Nachtisch?“

Doch Antonios Mutter schüttelte nur schwach den Kopf. „Oh, nein. Sie müssen verstehen: So eine zierliche Frau, wie ich … Ich bekomme nicht so viel in meinen kleinen Magen.“ Sie lächelte die Kellnerin freundlich an.

Die Kellnerin sah hilfesuchend zu Antonio. Doch als auch er nichts dagegen sagte, blieb ihr nichts anderes übrig, als die Rechnung zu holen und Antonio bezahlen zu lassen.

Sowohl Antonio als auch seine Mutter sagten außer einem freundlichen „Auf Wiedersehen“ kein einziges Wort mehr, bis sie im Auto saßen. Dann stellte er sie zur Rede.

„Was sollte das, Ma? Dein kleiner Magen? Du hast noch nie freiwillig auf Nachtisch verzichtet.“

Seine Mutter sah ihn aus ihren braunen Augen warnend an. „Das hätte ich auch nicht gemusst, wenn du der Kellnerin nicht fast um den Hals gefallen wärst.“

Für den Bruchteil einer Sekunde blickte Antonio ertappt zu Boden, dann funkelte er seine Mutter an. „Ach was, wir haben uns doch nur nett unterhalten. Ich würde Isabel niemals betrügen!“

Doch seine Mutter glaubte ihm kein Wort. Sie verengte ihre Augen zu Schlitzen. „Kennst du die Legende von La Sayona?“, fragte seine Mutter.

Antonio seufzte, er antwortete jedoch nichts. Wenn seine Mutter mit ihren alten Märchen anfing, dann nur, um ihm irgendeine Weisheit anzudrehen. Und er wusste, dass es sinnlos war, sie dabei zu unterbrechen.

„Die Legende beginnt vor einigen hundert Jahren. In der Kolonialzeit lebte hier in Venezuela eine wunderhübsche Frau namens Casilda. Sie war jung und äußerst attraktiv – ein wenig so wie die Kellnerin, der du eben so schöne Augen gemacht hast.“ Sie warf Antonio einen vorwurfsvollen Blick zu, bevor sie weitersprach. „Sie hatte hüftlanges schwarzes Haar, das glänzte wie Seide, das schönste und zarteste Gesicht, dass du dir vorstellen kannst, und kastanienbraune Augen, in denen man sich ewig verlieren konnte, wenn man hineinsah.

Die Männer verfielen ihr reihenweise. Sie alle hielten um ihre Hand an, doch Casilda hatte nur Augen für einen einzigen. Wie der Mann hieß, ist mit der Zeit in Vergessenheit geraten. Aber er war eine treue Seele und ein herzensguter Mensch. Die beiden haben einander sehr geliebt. Sie haben geheiratet und schließlich ein Kind bekommen – einen kleinen Jungen.

Man hätte meinen können, sie hätten eine perfekte Beziehung geführt, doch dem war nicht so. Casilda war nämlich sehr eifersüchtig. Ihr Herz war von Zweifel geplagt. Sie fürchtete Tag für Tag, dass ihr Mann ihr fremdgehen würde. Aber jedes Mal, wenn sie ihre Bedenken äußerte, gab er ihr einen Kuss und sagte: ‚Keine Sorge, Geliebte. Ich habe nur Augen für dich.‘ Dann war ihre Welt für einen Moment wieder in Ordnung, bis die Zweifel zurückkamen.

Und bei Gott, ihr Mann hätte genug Gelegenheiten zum Fremdgehen gehabt. Sie ging täglich im Fluss schwimmen und ließ ihren Mann mit ihrem Sohn in der Zeit allein zu Hause.

Was sie jedoch nicht wusste, war, dass sie nicht ungestört war, während sie nackt im Fluss schwamm. Ein Mann – ein Lustmolch aus ihrem Dorf – schlich täglich zu ihr, um sie zu beobachten. Bis sie ihn schließlich dabei erwischte.

Casilda kreischte auf. Sie bedeckte ihre Brüste mit den Armen und schimpfte: ‚Was fällt Euch ein, mich hier zu beobachten, während ich bade? Das werde ich im ganzen Dorf rumerzählen!‘

Der Spanner erschrak. Er hatte einen Ruf zu verlieren. Das durfte niemals jemand erfahren! Und so drehte er sich hastig weg und dachte sich eine Ausrede aus: ‚Nein, Ihr irrt euch, Casilda. Ich bin keineswegs hier, um Euch zu beobachten. Ich komme, um Euch zu warnen! Es geht um Eure Mutter. Sie … Euer Mann und Eure Mutter haben sich geküsst!‘

Eine dreiste Lüge – natürlich –, doch der Mann schmückte es so lange aus, erklärte genau, was er gesehen habe, bis Casilda zu zweifeln anfing. Sein Plan ging auf: Dass er sie heimlich beobachtet hatte, war vergessen. Doch er hatte wohl nicht damit gerechnet, was er losgetreten hatte.

Auf halber Strecke nach Hause war Casilda sich bereits sicher: Ihr Ehemann hatte sie mit ihrer eigenen Mutter betrogen. Den Betrug hatte sie schon lange verdächtig, doch sie wusste nie, mit wem. Ihre Mutter kam hingegen häufig zu Besuch …

Und so passierte es zu, dass Casilda ihren Mann mit ihrem gemeinsamen Sohn schlafend auf dem Sofa vorfand. Sie zögerte nicht lange, dachte nicht einmal darüber nach, ehe sie das Haus in Brand steckte.

Als ihr Säugling schließlich zu schreien anfing und ihr Ehemann von beißendem Rauch geweckt wurde, blockierte sie die Tür. Das Geschrei muss furchtbar gewesen sein. Der arme Junge.“

Antonios Mutter schüttelte traurig den Kopf. Die Geschichte schien sie wirklich mitzunehmen. Aber Antonio wusste immer noch nicht, worauf sie hinauswollte. Also ließ er sie die Legende zu Ende erzählen.

„Als die ersten Leute zu Hilfe eilten, war es bereits zu spät, für die beiden. Casildas Ehemann und ihr gemeinsamer Sohn waren tot. Und Casilda war verschwunden – auf direktem Weg zum Haus ihrer Mutter.

Sie stellte sie sofort zur Rede. ‚Wie konntest du nur? Mit dem Mann deiner eigenen Tochter?‘

Ihre Mutter verstand die Welt nicht mehr. Was meinte ihre geliebte Casilda bloß? Sie versuchte, vernünftig mit ihr zu reden.

‚Du hast mit meinem Mann geschlafen!‘, schrie Casilda sie an.

Ihre Mutter versuchte, zu erklären, dass sie sich irrte. Dass ihr Mann ihr immer treu gewesen sei. Doch Casilda war zu blind vor Wut. Wahrscheinlich hätte sie sich ihren Fehler eh nicht mehr eingestehen können, nach dem, was sie gerade getan hatte.

Also nahm sie schließlich ein scharfes Messer vom Tisch und ging damit auf ihre unschuldige Mutter los. Die arme Frau hatte keine Chance. Bald hatte sie viele, schwer blutende Schnitte und spürte, wie ihre Lebenskraft sie verließ.

Mit ihren letzten Atemzügen wandte sie sich also Casilda zu. ‚Du bist eine Närrin. Ich habe dich nie betrogen. Und auch dein Mann war dir immer treu. Aber du bist schon immer blind vor Eifersucht gewesen! Casilda, ich verfluche dich. Meine Seele wird jetzt in den Himmel aufsteigen, aber du sollst bis in alle Ewigkeit auf der Erde wandeln. Du sollst keine Ruhe mehr finden und deine einzige Aufgabe wird es sein, untreue Ehemänner zu bestrafen. Aber diesmal welche, die wirklich untreu waren!‘

Kurz nachdem sie ihren Fluch ausgesprochen hatte, starb Casildas Mutter. Und der Fluch sollte sich bewahrheiten.

Casilda wurde zu La Sayona. Einem Geist, der noch immer nachts umherirrt, auf der Suche nach Männern, die ihre Ehefrauen betrügen. Sie tarnt sich noch immer als wunderschöne Frau, mit hüftlangen schwarzen Haaren, die glänzen wie Seide, einem hübschem Gesicht und einem langen, verführerischen weißen Kleid. Doch wenn sie einen untreuen Mann finden und verführen kann, zeigt sie ihr wahres Gesicht. Einige sagen, ihr wachsen Tierfänge, ihre Augen werden blutrot und ihre Fingernägel zu Krallen. Andere sagen, ihr Gesicht wird zum Tod selbst. Aber was auch immer tatsächlich passiert, die meisten Männer überleben die Begegnung nicht.“

Als Antonios Mutter ihre Geschichte beendet hatte, sah sie ihren Sohn aus schmalen Augen an. Er hielt die Geschichte jedoch für nichts weiter, als ein Märchen. Zugegeben, dass seine Mutter ihm Gruselgeschichten erzählt, um ihn zu erziehen, war neu. Ihm wäre nie in den Sinn gekommen, dass sie tatsächlich Angst um sein Leben habe.

Und so sagte er bloß: „Keine Angst, Ma. Das da drinnen war wirklich nichts Ernstes. Ich würde Isabel niemals betrügen. Versprochen! Dafür liebe ich sie viel zu sehr.“

Seine Mutter lächelte. Das genügte ihr. Was sie jedoch nicht wusste, war, dass ihr Sohn bereits fremdgegangen war. Die Kellnerin war nicht sein erster Versuch gewesen.

Und so trug es sich zu, dass Antonio bereits nach wenigen Tagen eine wunderschöne Frau in sein Auto einlud. Sie hatte das schönste Gesicht, das er je gesehen hatte. In ihren Augen lag ein geheimnisvolles Funkeln, während sie mit strahlendem Lächeln fragte, ob er sie ein Stück mitnehmen wolle. Antonio konnte nicht anders, als ihr schulterlanges schwarzes Haar zu bewundern, das wie Seide glänzte, und das lange weiße Kleid zu bestaunen, dass ihren attraktiven Körper betonte …

Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:

Facebook  Twitter  Instagram

Die Legende:

La Sayona ist eine venezolanische Legende über den Geist einer Frau, der untreue Männer bestraft.

Da die Legende über viele Jahre hauptsächlich mündlich weitererzählt wurde, haben sich in den verschiedenen Regionen verschiedene Versionen der Legende gebildet, wenn auch die Grundhandlung immer dieselbe ist.

Aussehen:

La Sayona soll ihr wahres Äußeres verbergen können, indem sie sich als attraktive junge Frau tarnt. Sie sieht dann aus wie eine Latina mit langen glatten schwarzen Haaren, hübschem Gesicht und einem langen, weißen Kleid.

In einigen Erzählungen soll sie außerdem die Fähigkeit haben, sich in einen Hund oder Wolf zu verwandeln.

Ihre wahre Gestalt hingegen sieht sehr viel monsterhafter aus. In den meisten Versionen besitzt sie tierische Züge wie Fang- oder Reißzähne und Klauen sowie blutroten Augen. In anderen Versionen heißt es hingegen, dass ihr Gesicht wie ein Totenschädel aussehen soll.

Eigenschaften:

La Sayona wandelt nachts als Geist auf der Erde, dessen einzige Aufgabe es ist, Männer zu bestrafen, die ihren Ehefrauen untreu sind und sie betrügen.

Wie sie ihre Opfer anspricht, kann sich von Version zu Version stark unterscheiden. Mal trifft sie die Männer auf offener Straße, bittet sie um eine Zigarette oder eine Mitfahrgelegenheit, mal taucht sie im Dschungel auf, um verheiratete Arbeiter zu verführen.

Auch ihre Art der Bestrafung kann variieren. In harmloseren Versionen erschreckt sie die Männer bloß, indem sie ihr wahres Gesicht zeigt, sodass sie aus Angst zu ihren Frauen zurückkehren. In anderen erschreckt sie sie zu Tode oder verfolgt sie so lange, bis sie einen Abhang hinab in den Tod stürzen oder vor Erschöpfung sterben.

Auch kann es passieren, dass sie mit den Männern schläft und für sehr schlimmen Ausschlag an den Genitalien sorgt oder ihnen andere, teilweise unbekannte Geschlechtskrankheiten überträgt. Oder sie zerstört ihre Geschlechtsteile, reißt sie ab oder zerfetzt sie, sodass der Mann nie wieder mit einer Frau schlafen kann.

Außerdem besitzt sie in einigen Versionen noch andere Fähigkeiten wie die Gestaltwandlung in einen Wolf oder Hund oder die Fähigkeit, einen so markerschütternden Schrei auszustoßen, dass er ihre Opfer betäubt oder gar tötet.

Lebensraum/Vorkommen:

Die Legende von La Sayona wird hauptsächlich in Venezuela erzählt, ist aber auch in anderen lateinamerikanischen Ländern verbreitet. Daher finden die meisten Sichtungen dort statt.

Ursprung:

Auch von dem angeblichen Ursprung gibt es einige verschiedene Versionen. Ich werde hier die geläufigste Version kurz zusammenfassen:

In Venezuela soll vor einiger Zeit – mal zur Kolonialzeit, mal weniger lange her – eine wunderschöne Frau gelebt haben. In einigen Versionen wird ihr Name genannt, doch auch hier gibt es mehrere Varianten, wie z. B. Casilda oder Melissa.

Jedenfalls hatte die Frau einen treuen und absolut gutherzigen Ehemann, mit dem sie sogar ein Baby – einen kleinen Jungen – hatte. Trotzdem war sie sehr eifersüchtig und hatte Angst, dass ihr Mann sie betrügt.

Die Frau ging fast täglich nackt im Fluss schwimmen – entweder als Hobby oder um ihren Kopf freizubekommen. Was sie jedoch nicht wusste, ist, dass ein Mann – ein Frauenheld, der ihrer Schönheit verfallen war – sie dabei oft beobachtete.

Als sie den Mann schließlich dabei erwischte, tat er so, als habe er sie überhaupt nicht beobachten, sondern mit ihr reden wollen. Er habe angeblich herausgefunden, dass ihr Ehemann sie mit ihrer eigenen Mutter betrügt.

Blind vor Wut und in ihren Befürchtungen bestätigt, eilt sie nach Hause. Sie findet ihren Mann mit dem Baby auf dem Arm schlafend vor, also beschließt sie kurzerhand, das Haus anzuzünden und die beiden bei lebendigem Leibe zu verbrennen.

Anschließend geht sie – mit einem Messer oder einer Machete bewaffnet – zu ihrer Mutter. Obwohl die Mutter versucht, sie zu überzeugen, dass sie sich irrt, greift die Frau sie an und verletzt sie tödlich. Ehe die Mutter jedoch stirbt, verflucht sie ihre Tochter: Sie solle auf ewig auf der Erde wandeln und Männer bestrafen, die ihre Ehefrauen betrügen. Seit jeher streift die Frau als La Sayona durch die Straßen und den Dschungel.

Andere Versionen besagen zum Beispiel, dass ihr Mann tatsächlich untreu war und sie betrogen hat – jedoch nicht mit ihrer eigenen Mutter – oder dass sie die Gerüchte, dass ihr Mann sie betrügt, von woanders her hat.

Der Mord an der Mutter gilt in Venezuela außerdem als besonders schlimm, da in der venezolanischen Kultur die Eltern, besonders die Mütter, eine fast heilige Position haben. Das macht den Mord besonders verwerflich.


Was haltet ihr von La Sayona? Wie hättet ihr reagiert, wenn ihr Antonios Mutter gewesen wärt? Hättet ihr eurem Sohn geglaubt oder es vielleicht sogar seiner Frau erzählt? Schreibt es in die Kommentare!

Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen Newsletter oder folgt mir auf Twitter, Facebook oder Instagram!

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.