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Batibat / Bangungot Zeichnung von Jeremie Michels. Das Bild zeigt eine nackte, sehr dicke Frau mit grauer Haut, schwarzen Haaren, die ihr ins Gesicht hängen, einem weit geöffneten Mund und weiß leuchtenden Augen. Sie sitzt am Boden, während sie den Betrachter ansieht. Ihre Nippel wurden nicht mitgezeichnet.
Batibat / Bangungot (2021)

Batibat – Sie tötet dich im Schlaf

Die Batibat oder Bangungot sind philippinische Geister, die angeblich jedes Jahr für unzählige Tode verantwortlich sind.

Die Geschichte:

Glaubst du an das Paranormale? Das Übernatürliche? An Geister und Gespenster? Ich tat es nicht und musste dafür schwere Konsequenzen tragen.

Alles begann, als ich mir ein Grundstück auf den Philippinen gekauft hatte. Ich war erst vor etwa einem Jahr aus Deutschland hergezogen und hatte bisher bei meinen zwar netten, aber auch sehr strengen Großeltern gelebt. Daher war ich unglaublich froh gewesen, als ich das Grundstück gefunden hatte.

Es hatte eine großartige Lage, ganz in der Nähe der Stadt, und war trotzdem unvorstellbar günstig. Zuerst war ich natürlich skeptisch: Wie konnte das Grundstück so billig sein? In meinem Kopf entstanden allerlei Theorien, eine unschöner als die nächste. Als ich jedoch den wahren Grund erfuhr, konnte ich nur lachen.

Fast genau in der Mitte des nicht sonderlich großen Grundstücks stand ein sehr alter Baum. Es wäre wohl unmöglich, hier ein Haus zu bauen, ohne ihn vorher zu fällen. Hier auf den Philippinen war jedoch der Glaube weit verbreitet, dass Geister in alten Bäumen wohnen. Und so war niemand bereit gewesen, den Baum zu fällen und somit zu riskieren, die Wut eines Geistes auf sich zu lenken.

Ich hatte natürlich kein Problem damit. In Deutschland wurde ich nicht spirituell erzogen. Ich wusste – nein, ich glaubte zu wissen, dass Geister nichts anderes als Hirngespinste seien. Und so dauerte es nicht lange, bis der Baum gefällt war und mein neues Haus errichtet wurde. Ich kam mir besonders schlau vor, als ich auch noch denselben Baum zu einigen der Stützpfeiler im Haus verarbeitet hatte, um ein paar Philippinische Pesos zu sparen.

Damals ahnte ich noch nichts von meinem Unglück. Das kam erst am Tag meines Einzugs – oder besser gesagt in der Nacht.

Ich hatte gerade die wenigen Gäste, die zur Einweihungsparty gekommen waren, verabschiedet und mich auf meine Couch fallenlassen.

Ginto setzte sich neben mich. Obwohl wir uns noch nicht lange kannten, waren wir schnell gute Freunde geworden. Und so hatte ich den Vorschlag gemacht, dass wir nach der Einweihungsparty zusammen einen Film gucken und er bei mir übernachten könne.

„Ich muss schon sagen, Linus: Auf das neue Haus kannst du echt stolz sein. Klein, aber gemütlich. Und erst die Lage“, sagte er.

Ein Grinsen umspielte meine Lippen. Wenn er wüsste, dass das Haus auf demselben Grundstück stand, von dem er mir vor ein paar Monaten noch gesagt hatte, dass ich die Finger davon lassen solle … ‚Mit Geistern legt man sich nicht an!‘, hörte ich seine Worte von damals in meinem Kopf.

„Ich hab sogar dabei geholfen, es zu bauen“, erklärte ich stolz. „Einige der Stützpfeiler sind von mir.“

Ginto staunte nicht schlecht. Anscheinend hatte er mir das nicht zugetraut. Ich hingegen badete mich in meinem Stolz – unwissend, dass eben jene Stützpfeiler, die ich aus dem Holz des alten Baumes gefertigt hatte, der größte Fehler meines Lebens sein sollten.

Nachdem wir uns noch eine Weile über allerlei Belangloses unterhalten und ein wenig von dem Restalkohol der Party getrunken hatten, merkte ich, wie sich die Müdigkeit und Erschöpfung der letzten Tage in mir breitmachten. Und Ginto schien es nicht besser zu gehen. Er hatte mir die Woche beim Möbelschleppen geholfen und blinzelte inzwischen müde vor sich hin.

Zwar versuchten wir noch, den Film – „The Hows of Us“, ein bekanntes philippinisches Drama, das ich noch nie gesehen hatte – durchzuhalten, aber es ist wohl nicht verwunderlich, dass wir dabei nur mäßigen Erfolg hatten. Bereits nach zehn Minuten hörte ich leises Schnarchen neben mir.

Bevor ich selbst in die Welt der Träume gleiten konnte, zwang ich mich, aufzustehen. Ich schaltete den Fernseher aus und weckte Ginto, um gute Nacht zu sagen. Dann ging ich sofort ins Schlafzimmer.

Als ich schließlich in meinem neuen Bett lag, betrachtete ich im Schein des Wohnzimmerlichts, das durch die halb geöffnete Tür kam, mein neues Schlafzimmer.

Ich sah den großen hölzernen Kleiderschrank, der die Wand links von mir fast komplett ausfüllte, dann wanderte mein Blick zu dem mit Jalousien verhangenen Fenster an der Wand gegenüber des Betts und schließlich betrachtete ich die Wand links von mir.

Ich erinnere noch, wie mein Blick über die halb offene Tür gehuscht war, doch ehe er den großen Spiegel erreicht hatte, war ich bereits eingeschlafen. Auch wie Ginto mir eine gute Nacht wünschte, bevor er das Wohnzimmerlicht ausschaltete und es sich auf der Couch bequem machte, bekam ich nicht mehr mit.

Normalerweise mochte man annehmen, dass ich ruhige Träume haben würde, jetzt, wo der Stress der letzten Wochen und Monate endlich von mir abgefallen war. Und tatsächlich war es zu Anfang so: Ich stand auf einer Wiese mit allerlei bunten Blumen. Neben mir eine Decke und ein Picknickkorb, während ich aus dem Nichts die Stimme meiner Mutter hörte. In sanften Tönen sang sie ein Schlaflied, das sie mir als Kind immer gesungen hatte.

Im Traum schloss ich die Augen und genoss den Moment, bis ich plötzlich spürte, wie mir die Luft wegblieb. Ich öffnete den Mund, um einen tiefen Atemzug zu nehmen, aber es klappte nicht. Ich schaffte es nicht, einzuatmen!

Panisch öffnete ich die Augen. Ich stand noch immer auf der Wiese, träumte noch, doch obwohl der Himmel weiterhin wolkenlos war und die Sonne weiter schien, war alles jetzt irgendwie dunkler, farbloser. Sogar das Schlaflied meiner Mutter klang jetzt anders. Es hallte wie in einem leeren Raum und wirkte irgendwie gequält. Es klang unheimlich, fast schon bedrohlich. Dann war es schlagartig still, während um mich herum plötzlich völlige Dunkelheit herrschte.

Es dauerte einen Moment, bis ich merkte, dass ich aufgewacht war und in meinem Bett lag. Doch etwas stimmte nicht: Ich konnte noch immer nicht einatmen.

Es fühlte sich an, als läge irgendetwas Schweres auf meiner Brust, das mir sämtliche Luft aus den Lungen presste. Nein, nicht nur auf meiner Brust, auch auf meinem Bauch, meinem Hals und meinen Armen.

Sämtliche Versuche, mich aufzurichten, scheiterten. Was war passiert? War die Decke über mir eingestürzt? Wieso bekam ich keine Luft!?

Panisch versuchte ich, freizukommen, doch das Einzige, was ich schaffte, war es, meinen linken Arm leicht zu bewegen. Wenigstens konnte ich so versuchen, meine Nachttischlampe einzuschalten.

Unter unglaublicher Anstrengung, Schmerzen und dem Gefühl, als könne mein Arm jeden Moment brechen, konnte ich endlich das Holz meines Nachttischs spüren. Gegen den aufkommenden Schwindel ankämpfend, suchte ich mit der Hand nach meiner Nachttischlampe. Endlich fand ich das Kabel und tastete weiter zum Schalter. Ich betätigte ihn sofort. Klick.

Hätte ich meinen Oberkörper noch bewegen können, wäre ich wahrscheinlich zusammengezuckt. Mit großen Augen starrte ich das Ding vor mir an. Auf meiner Brust saß eine dicke nackte Frau mit langen Haaren. Sie saß mit dem Rücken zu mir. Ihr Körper wirkte fast aufgequollen und legte sich wie eine kalte menschliche Decke über mich. Ihr fehlte jede Wärme und ihre Haut hatte eine unnatürlich graue Farbe.

Ich wusste sofort, was sie war: Ein Geist. Ein Wesen, das hier war, um mich zu bestrafen, weil ich ihren Baum gefällt hatte. Daran zweifelte ich nicht eine Sekunde.

Auch dachte ich nicht darüber nach, ob ich vielleicht noch träumte. Nein. Dafür fühlte es sich viel zu echt an.

Trotzdem war ich nicht bereit, einfach aufzugeben. Ich öffnete den Mund, um nach Ginto zu rufen. Er kannte sich mit Geistern aus, konnte mir sicher helfen!

Doch aus meinem Mund kam nicht einmal ein Röcheln. Ohne den ersehnten Sauerstoff, ohne Luft, die ich ausatmen konnte, kam nicht ein einziges Geräusch über meine stummen Lippen.

Ich merkte, wie ich begann, das Bewusstsein zu verlieren. Der Raum drehte sich leicht und verschwamm immer wieder. Ich kämpfte dagegen an, versuchte panisch, um mich zu schlagen. Doch die Frau auf mir hielt mich mit ihrem Körper eisern fest. Das Einzige, was sich schaffte, war es, kraftlos die Hand zu heben, mit der ich noch immer den Schalter der Nachttischlampe umklammert hielt.

Dann kam mir eine Idee: Die Lampe! Mit letzter Anstrengung bewegte ich den Arm wieder in Richtung Bett, aber ließ den Schalter dabei nicht los. Es brauchte mehrere Anläufe, aber schließlich klappte es: Mit einem lauten Poltern und Klirren donnerte die Lampe zu Boden. Aber reichte das aus, um Ginto zu wecken?

Während ich wieder in Dunkelheit gehüllt war, schickte ich ein Gebet zu Gott oder sonst wem, der mir zuhören würde, dass Ginto es bitte gehört haben soll.

Meine Gebete wurden erhört. Wenige Sekunden später – als ich bereits merkte, dass mir das Denken zunehmend schwerer fiel, ging plötzlich die Deckenlampe an.

„Linus? Alles in Ordnung?“, fragte Ginto müde. Dann wurde seine Stimme panisch: „Linus!“

Ein schwaches Lächeln kam über meine Lippen. Jetzt würde alles gut werden. Ginto würde mir helfen.

Keine zwei Sekunden später spürte ich, wie Ginto mich an den Schultern packte, um mich unter dem Wesen herauszuziehen. Nein … er zog nicht, er schüttelte an mir. Was sollte das?

Meine Augen hatten inzwischen den Fokus verloren. Gintos Stimme klang entfernt, während er meinen Namen rief.

Mit letzter Kraft konzentrierte ich mich also auf meine Sicht und schaffte es, wieder etwas klarer zu sehen. Ich sah Ginto, wie er über mir stand. Seine Arme an meinen Schultern. Aber … das war nicht alles. Sein linker Arm steckte in der seltsamen Frau fest. Nein, er steckte nicht, er ging durch sie hindurch.

Wäre ich dazu in der Lage gewesen, hätte ich vielleicht gelacht. Welch bittere Ironie des Schicksals. Ginto wusste nicht, was mit mir nicht stimmte. Er konnte die Frau nicht sehen, sie nicht einmal berühren. Hätte er von dem Baum gewusst, hätte er vielleicht eine Ahnung gehabt, aber so …? Er konnte mir nicht helfen.

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Die Legende:

Ein Batibat, auch Bangungot (Filipino für „Albtraum“) genannt, ist ein Geist der philippinischen Folklore. Sie sind dafür bekannt, ihre Opfer – meist junge Männer – im Schlaf zu ersticken.

Aussehen:

Batibat sind meist weibliche Geister, die wie eine große, alte und sehr dicke Frau aussehen. Ihre Haut wird oft als dunkel oder grau beschrieben, was jedoch an den schlechten Lichtverhältnissen liegen kann, die bei den Sichtungen herrschen.

Außerdem heißt es häufig, dass die Frau nackt oder nur sehr spärlich bekleidet sei.

In selteneren Fällen soll es außerdem vorkommen, dass Batibat männlich sind. Hierzu habe ich aber nur sehr wenige Infos finden können.

Eigenschaften:

Batibat sind nicht zwangsläufig bösartig, aber wie viele südost-asiatische Geister, sind auch sie stark mit Bäumen verbunden und wohnen sogar in ihnen.

Wird ein Baum, in dem ein Batibat lebt, abgeholzt, macht das den Geist sehr wütend. Besonders gefährlich wird es, wenn der Baum anschließend zu einem Stützpfosten für ein Haus oder zu einem Möbelstück verarbeitet wird. Der Legende nach soll der wütende Geist anschließend in Löchern und Spalten im toten Holz seines Baumes leben.

Wenn dann auch noch nachts jemand in der Nähe des Holzes schläft – das sehen Batibat überhaupt nicht gern – schwebt er oder sie sogar in Lebensgefahr. Dann kommt der Batibat nämlich aus seinem Holz und setzt sich auf die Brust oder das Gesicht der schlafenden Person.

In meisten Fällen ist es dann für das Opfer bereits zu spät. Die Batibat können sich so schwer machen, dass sie sämtliche Luft aus den Lungen ihres Opfers pressen und auch die stärksten Menschen es nicht schaffen, sich zu befreien.

Die einzige Möglichkeit, sich dann noch zu retten, soll es sein, wenn man es schafft, mit den Zehen zu wackeln oder sich in den Daumen zu beißen. Daraufhin soll der Batibat verschwinden.

Nach einigen Theorien heißt es außerdem, dass Batibat bloß eine Schlafparalyse oder einen Albtraum mit tödlichem Ausgang verursachen. In dem Fall wacht man von dem mit den Zehen Wackeln oder dem in den Daumen Beißen auf und ist im wachen Zustand in Sicherheit.

Lebensraum/Vorkommen:

Batibat sind fast ausschließlich auf den Philippinen bekannt. Es gibt aber durchaus ähnliche Schlafdämonen in anderen Ländern. Die Druden der deutschen Folklore sollen sich beispielsweise ebenfalls auf die Brust einer schlafenden Person hocken.

Ursprung:

Der Ursprung der Batibat könnte euch überraschen: Es gibt tatsächlich jedes Jahr viele unerklärte Todesfälle auf den Philippinen, bei denen – meist junge Männer – im Schlaf ums Leben kommen.

Auf den Philippinen wird dieses Phänomen „Bangungot“ – genau wie das Wesen – genannt. Im Deutschen nennt man es „Tod-im-Bett-Syndrom“, ein plötzlicher Herztod, der auch junge Menschen betreffen kann.

Auffällig sind hierbei auf den Philippinen die hohen Todeszahlen. So sterben jedes Jahr etwa 43 von 100.000 Filipinos, die meisten von ihnen Männer, an dem Tod-im-Bett-Syndrom. Umgerechnet sind das etwa 46.483 Tode pro Jahr.

Das Gruselige hierbei ist, dass man bei vielen Fällen nicht genau weiß, woran die Menschen gestorben sind. Es gibt zwar den Verdacht, dass „Bangungot“ durch eine ausgiebige Mahlzeit direkt vor dem Schlafengehen ausgelöst werden könne, aber sicher ist man sich hierbei nicht.

Also wer weiß, vielleicht ist an den Batibat ja mehr dran, als man im ersten Moment glaubt …


Was haltet ihr von den Batibat/Bangungot? Würdet ihr euch trauen, einen Baum zu fällen, während ihr auf den Philippinen seid? Was denkt ihr, steckt hinter den vielen Todesfällen? Schreibt es in die Kommentare!

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4 Kommentare

  1. Lilly says:

    Jeremie. Jedes Mal wenn ich seine Geschichten lese, bin ich hellauf begeistert.
    1. Ich lerne immer was neues und 2. Schaudert es mich oder bin in manchen Fällen sogar berührt oder amüsiert.
    Ich bin Dir für Deine Seite echt dankbar.

    LG, Lilly. 🤗

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