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Hachishakusama Zeichnung von Jeremie Michels. Man sieht eine sehr hellhäutige dünne Frau mit unnatürlich langen Gliedmaßen, die ein weißes Kleid und einen breitkrempigen weißen Hut trägt. Ihr Gesicht wird von einem Schatten verdeckt, während sie den Betrachter genau anzusehen scheint. Ihr Mund ist zu einem leichten Lächeln verzogen.
Hachishakusama (2020)

Hachishakusama

Hachishakusama ist eine japanische Legende, die auf einer Art japanischer Creepypasta basiert. Das Wesen zählt zwar nicht offiziell zu den Yōkai, der Einfachheit halber, habe ich es aber wieder in die Kategorie eingeordnet.

Die Geschichte:

„Oh verdammt, Sanji. Was machen wir denn jetzt?“, fragte Ren leicht panisch.

Entsetzt starrten wir die entzweigebrochene Statue an, die zwischen uns lag. Es war eine heilige Jizo Statue, die zusammen mit drei anderen Jizo Statuen – kleine Statuen, die einen jungen Mönch darstellten – um einen kleinen Schrein herum stand.

„Das … Das war doch ein Unfall. K-san wird das verstehen“, erwiderte ich – versuchte dabei jedoch vielmehr, mich selbst zu überzeugen, als Ren.

„Wir stellen sie wieder hin. Es wird ihr ja gar nicht auffallen!“, schlug Ren vor.

Da ich keine bessere Idee hatte, stimmte ich mit mulmigem Gefühl zu.

Schnell war die kleine Jizo Statue wieder aufgestellt. Die Stelle, an der sie durchgebrochen war, zeigte jetzt einen deutlichen Riss. Würde das K-san wirklich nicht auffallen?

Aber selbst wenn. Sie würde mich schon nicht anschreien. Auch, wenn sie manchmal streng sein konnte, verstand sie, dass es ein Unfall beim Spielen war. Ich hatte mit Ren Fangen gespielt und war über die kleine Statue gestolpert.

Nachdem wir bestmöglich unsere Spuren verwischt hatten, spielen Ren und ich weiter. Er schien völlig unbesorgt – im Gegensatz zu mir wohnte er auch nicht bei K-san. Doch selbst mein schlechtes Gewissen war bald verflogen. Schnell war der Vorfall vergessen und die Gewissensbisse verdrängt. Wir konnten schließlich nicht ahnen, was unsere Unachtsamkeit entfesselt hatte.

Einige Zeit später – Ren und ich taten gerade so, als wären wir zwei Samurai, die gegeneinander kämpfen – hörte ich plötzlich ein komisches Geräusch.

„Po po po po“, schallte es zu mir herüber.

„Hörst du das?“, fragte ich Ren, während ich mich irritiert umsah.

„Was meinst du?“, fragte er. Jetzt hielt er inne, um zu lauschen.

„Po po po po po“, hörte ich es wieder.

„Ich höre nichts“, erwiderte Ren.

Verwirrt sah ich ihn an. Wie konnte er das nicht hören?

Dann sah ich sie. Sie war riesig. Größer, als jede Frau und jeder Mann, die mir je begegnet waren. Zusätzlich zu ihrer extrem hellen Haut trug sie einen großen weißen Hut und ein weißes sommerliches Kleid. Sie stand an der Straße und starrte mich an.

„Können wir Ihnen helfen?“, fragte ich.

„Po po po po“, erwiderte die Frau bloß. Wieso machte sie diese seltsamen Geräusche?

„Mit wem redest du?“, fragte Ren.

Ich sah ihn verwirrt an. „Na mit der Frau da drüben!“ Sie war nicht zu übersehen.

Dann stockte ich. Als ich wieder zu ihr sah, war sie verschwunden.

„Ich sehe keine Frau“, sagte Ren.

„S-sie war riesig! Genau da!“, entgegnete ich verwirrt.

Schnell rannte ich zur Straße. Ich sah sie rauf und runter, doch von der Frau fehlte jede Spur. Mich überkam ein mulmiges Gefühl.

„Du veräppelst mich doch. Komm, lass uns weiterspielen!“, drängte Ren mich.

Nachdem Ren mir mehrfach vergewissert hatte, dass er wirklich keine Frau gesehen habe, willigte ich ein. In Gedanken war ich aber kaum bei der Sache. Wieder und wieder musste ich an die Riesin denken.

„Sanji! Ren! Das Essen ist fertig!“, rief eine Stimme vom Haus her.

„Ja, K-san. Wir kommen!“, rief ich zurück.

Schnell sammelten Ren und ich unsere Stöcker – unserer Samuraischwerter – auf und liefen zum Haus, wo wir die ‚Schwerter‘ neben der Haustür abstellten.

„Und, habt ihr Spaß?“, fragte K-san als wir am Tisch saßen.

„Jaa! Wir sind Samurai und haben gegeneinander gekämpft!“, platzte Ren drauf los.

K-sans Gesicht strahlte, während sie leise kicherte. „So so. Samurai! Und warum habt ihr gekämpft?“

„K-san“, fiel ich ins Wort, bevor Ren weiterreden konnte.

„Was ist denn, Sanji?“, wandte sie sich jetzt an mich, während sie sich gerade Reis auffüllte.

„Ich … habe eine komische Frau gesehen, die Ren nicht sehen konnte. War das vielleicht ein Geist?“, kam ich direkt zum Punkt. K-san kannte viele Geschichten und wusste besonders viel über Geister und Yōkai.

„Ein Geist? Hmm. Wie sah sie denn aus?“, fragte sie nachdenklich, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen.

„Nun … sie war sehr groß. Riesig würde ich sagen. Außerdem trug sie einen großen weißen Hut und ein weißes Kleid“, dachte ich laut, während ich sie mir in Gedanken zurückrief.

K-san verschluckte sich fast. Dann starrte sie mich mit großen Augen an. „Bist du dir sicher?“, fragte sie eindringlich.

„Ja. Wieso? Was ist denn los?“

Sie antwortete nicht. Stattdessen legte sie hastig die Stäbchen hin, sprang auf und rannte aus dem Zimmer.

Ren und ich sahen uns fragend an. Keiner sagte sein Wort. Wieso war K-san plötzlich so panisch geworden?

Kurz darauf stürmte sie wieder ins Esszimmer. „Eine der Jizo Statuen ist beschädigt! Erzählt mir sofort, was passiert ist!“, drängte sie. Sie klang aber nicht verärgert, sondern vielmehr panisch.

„Das war meine Schuld“, sagte ich kleinlaut. „Wir haben fangen gespielt und ich bin über eine gestolpert.“ Ein beklemmendes Schuldgefühl breitete sich in meinem Bauch aus.

„Nein, das meinte ich nicht. Erzählt mir sofort, was die Frau getan hat!“

Irritiert sah ich sie an. Ihr eindringlicher Blick erlaubte keine Einwände. Also erzählte ich von den komischen Geräuschen und davon, wie nur ich die Frau sehen konnte, bevor sie sich in Luft aufgelöst hat.

„Und du hast die Frau wirklich nicht gesehen?“, wandte sie sich sofort an Ren.

„N-nein. Da war niemand“, antwortete er schnell.

K-san atmete sichtlich erleichtert auf. „Gut. Gut!“, sagte sie. „Du musst jetzt nach Hause gehen. Bitte. Bleib heute im Haus. Du darfst nicht rausgehen!“

„Aber … ich habe doch nicht einmal aufgegessen. Wenn das wegen der Statue ist, das war wirklich nur ein Unfall!“, erwiderte Ren.

„Du verstehst nicht. Das ist wichtig. Bitte! Beeil dich!“, flehte sie ihn an.

Ich verstand die Welt nicht mehr. An Rens Gesicht erkannte ich, dass es ihm ähnlich ging. Trotzdem gehorchte er und verließ schnell das Haus.

„Das mit der Statue tut mir leid“, entschuldigte ich mich. „Ich wollte es ja sagen, aber …“

Völlig unerwartet nahm K-san mich fest in den Arm. Als sie losließ und sich neben mich hockte, sodass ihr Gesicht auf Augenhöhe war, sah ich, dass sie weinte.

„Du kennst doch die Geschichte von Hachishakusama, oder?“, fragte sie. Ohne eine Antwort abzuwarten, fügte sie hinzu: „Der Schrein … Die Jizo Statuen waren Teil des Schutzzaubers, der sie gefangengehalten hat. Sie sieht genauso aus, wie die große Frau, die du gesehen hast.“

Das traf mich wie ein Hieb in die Magengrube. Hachishakusama war ein berüchtigtes Wesen in unserem Dorf. Jeder kannte sie. Es heißt, dass sie früher Kinder und Jugendliche getötet hat, bis eine Gruppe mächtiger Mönche sie in einen Schrein sperren konnte. Ich wusste nur nicht, dass es der Schrein auf unserem Grundstück war.

„Sanji. Weißt du, was das bedeutet?“, fragte sie. Eine Trauer, die ich überhaupt nicht von ihr kannte, lag in ihren Augen.

Mein Kopf fühlte sich dumpf an, während ich nickte. Wenn Hachishakusama mich ausgewählt hatte, war ich vor ihr nicht mehr sicher. Ich musste das Dorf verlassen und konnte nie wieder zurückkehren, wenn ich in Sicherheit sein wollte.

„Ich würde gerne mit dir kommen. Aber ich muss Vorbereitungen treffen. Ich werde versuchen, Hachishakusama aufzuhalten, damit du fliehen kannst. Erinnerst du dich an Tanaka-san? Den Mann, zu dem wir früher immer gefahren sind?“

Wieder nickte ich.

„Weißt du noch, wie wir zu ihm gekommen sind?“

„Ich denke schon. Aber ich will nicht von dir weg!“, jammerte ich. Sie war doch die einzige Familie, dich ich hatte, seit sie mich damals von der Straße geholt hatte.

„Ich weiß“, sagte sie. Sie fasste mir sanft an die Wange. „Aber es ist ja nicht für immer. Ich werde nachkommen, sobald ich hier alles geregelt habe. Versprochen!“

Ich schluckte schwer. Aber was hatte ich für eine Wahl? Ich wusste, wie gefährlich Hachishakusama war.

Nachdem ich einige wenige Sachen gepackt habe – mein Gepäck sollte mich nicht verlangsamen –, nahm mich K-san noch einmal fest in den Arm. Ich wollte sie nie wieder loslassen. Doch sie drückte mich bald von sich.

„Warte“, sagte sie schnell und verschwand im Nebenzimmer. Als sie kurz darauf zurückkam, drückte sie mir einen beschriebenen Streifen Papier in die Hand. „Das ist ein Talisman. Er wird dich schützen, bis du aus dem Dorf raus bist!“

Ich nahm sie erneut in den Arm. Ich wollte nicht gehen.

„Sanji. Du bist wie ein Sohn für mich“, sagte K-san. „Ich will, dass du das weißt. Und nun geh! Verschwinde von hier!“

Dann war ich draußen. Ich überlegte kurz, mein ‚Samuraischwert‘ mitzunehmen. Aber was würde ein Stock schon gegen Hachishakusama nützen?

Ein letztes Mal wandte ich mich zu K-san um. Dann musste ich gehen.

Ich kannte die Straßen wie meine Westentasche. Immerhin hatte ich bis vor ein paar Jahren hier draußen gelebt. Ich kannte jede Seitengasse. Jeden Waldweg. Jede Abkürzung. Und so nahm ich den schnellsten Weg, aus dem Dorf heraus.

Obwohl es ein sonniger Tag war, fröstelte ich. Kein einziger Vogel war am Singen, als wüssten sie, was passiert war. Der gesamte Tag kam mir surreal vor.

Dann hörte ich ein leises Geräusch in der Ferne: „Po po po po po.“

Ich sah mich nicht um. Stattdessen fiel mein Blick kurz auf den Talisman, der jetzt begonnen hatte, sich an den Rändern dunkel zu verfärben. Schnell schloss ich meine Hand fester um ihn und beschleunigte meine Schritte. Es würde nicht lange dauern, bis ich aus dem Dorf raus war!

„Po po po po po“, trug der Wind die Geräusche wieder zu mir. Diesmal klangen sie näher.

Hinter mir raschelte etwas. Ich drehte mich nicht um. Ich durfte Hachishakusama nicht ansehen!

Mein schneller Gang wurde zu einem langsamen Lauf. In meinem Augenwinkel tauchte wieder und wieder eine große weiße Gestalt auf.

Jetzt rannte ich. Links neben mir tauchte ihre weiße Silhouette auf. Nur, dass sie diesmal nicht stillstand. Sie rannte mit mir mit.

Ich warf einen kurzen Blick auf sie. Ihre Augen waren direkt auf mich gerichtet.

Schnell sah ich weg. Ich durfte sie nicht ansehen! Kurz überlegte ich, die Augen zu schließen. Doch ich konnte mir nicht erlauben, zu stolpern. Also sah ich zu Boden.

Wieder fiel mein Blick auf den Talisman. Er war inzwischen sehr dunkel, fast schwarz geworden – beinahe, als wäre er verkohlt!

„Po po po po po po po po …“

Ich hielt mir fest die Ohren zu, während ich weitersprintete. Trotzdem konnte ich sie noch hören. Bis sie plötzlich verstummte …

Ich sah nach links. Hachishakusama war verschwunden. Irritiert sah ich mich um. Wie konnte das sein? Hatte ich das Dorf verlassen? Nein, das Dorf endete erst eine Straße weiter. Egal. Ich durfte nicht stehenbleiben. Und so sprintete ich weiter. Um die Ecke und …

Da stand Hachishakusama. Sie stand genau an der Dorfgrenze und versperrte mir den Weg!

Ich würde umdrehen müssen! Das Dorf eine Straße weiter verlassen!

Doch dann spürte ich, wie sich in meiner Hand etwas bewegte. Entsetzt betrachtete ich den schutzbringenden Talisman. Er war jetzt komplett schwarz und völlig porös geworden … löste sich in meiner Hand auf, während er ascheähnlich auf die Straße rieselte. Nein! Das durfte nicht sein!

Entsetzt sah ich wieder zu Hachishakusama, die jetzt schnell auf mich zukam.

„Po po po po po po po.“

Die Legende:

Hachishakusama, häufig auch „8 Feet Tall“ (englisch für „8 Fuß groß“) genannt, ist eine japanische urbane Legende.

Der Name setzt sich aus „hachi“ (japanisch für 8), „Shaku“ (eine alte japanische Längeneinheit, die etwa einem Fuß entspricht) und „sama“ (eine sehr höfliche Anrede in Japan) zusammen.

Aussehen:

Wie der Name bereits andeutet, ist die Hachishakusama etwa 8 Shaku (ca. 240 cm) groß.

Sie hat eine helle Haut, dünne, lange Arme und Beine, sowie lange schwarze Haare.

Außerdem trägt sie einen weißen Hut und ein weißes Kleid.

Näher wird sie jedoch selten beschrieben.

Eigenschaften:

Viele der Eigenschaften und Fähigkeiten von Hachishakusama sind nicht ganz eindeutig, da ihre Legende auf einer einzigen japanischen Gruselgeschichte basiert.

In der originalen japanischen Geschichte heißt es, dass Hachishakusama es hauptsächlich auf Kinder und Jugendliche abgesehen habe. Sobald sie ein potentielles Opfer gefunden hat, jagt sie es solange, bis es innerhalb weniger Tage tot ist.

Sie bleibt dabei jedoch in der Nähe ihres Dorfes. Wenn man es also schafft, zu entkommen, ist man vor ihr in Sicherheit – sofern man sich dem Dorf nie wieder nähert.

In ihrem Dorf soll zudem ein Schrein errichtet sein, in dem sie gefangen war. Um den Schrein herum stehen vier Jizo Statuen, von denen jede in einer der Himmelsrichtungen steht. Am Ende der Geschichte wird erwähnt, dass man herausgefunden habe, dass eine der Statuen beschädigt sei, wodurch Hachishakusama entkommen konnte.

Wenn man ihr begegnet, erkennt man sie nicht nur an ihrem Aussehen. Es heißt, dass Hachishakusama Geräusche von sich gibt, die nach einem „po po po“ klingen.

In der originalen Geschichte wird außerdem ein Ritual durchgeführt, das den Protagonisten über Nacht schützen soll. Hierbei muss er alleine in einem Zimmer sitzen, in dem eine Buddhastatue steht. Wann immer er Angst hat, soll er den Buddha anbeten. Außerdem wird je eine Schale mit Salz in jeder der vier Ecken des Raumes gestellt, der Protagonist bekommt einen Talisman aus Papier und ihm wird gesagt, dass er das Zimmer unter keinen Umständen vor 7 Uhr morgens verlassen darf.

In der Nacht hört er Klopfen am Fenster, die typischen „po po po“-Geräusche und sogar die Stimme seines Großvaters an der Tür, der ihm sagt, dass er herauskommen dürfe, wenn er Angst habe. Es stellt sich später heraus, dass der Großvater nie mit dem Protagonisten gesprochen hat. Daher ist es anzunehmen, dass die Hachishakusama zumindest in einem gewissen Maße Stimmen imitieren kann.

Als er nach 7 Uhr endlich das Zimmer verlassen kann, ist das Salz in dem Zimmer fast schwarz geworden.

Später in der Geschichte wird Hachishakusama außerdem mit buddhistischen Gebeten ferngehalten.

Außerdem ist sie schnell genug, um neben einem fahrenden Auto her zu rennen, und kann nur vom Protagonisten gesehen werden.

Der Protagonist schafft es dank der Gebete schließlich, das Dorf zu verlassen, und darf – zur eigenen Sicherheit – nie wieder zurückkehren.

Abänderungen in der englischen Version:

In einigen der englischen Versionen heißt es, dass Hachishakusama die Kinder und Jugendlichen nicht töten, sondern entführen würde. Was sie anschließend mit ihren Opfern macht, ist jedoch ungewiss.

Außerdem wurde in den englischen Versionen der Ort abgeändert. So heißt es nicht mehr, dass Hachishakusama in einem Dorf lebe, sondern überall in Japan vorkomme. Man dürfe als ihr gewähltes Opfer somit Japan nie mehr betreten – auch nicht als Erwachsener –, da sie einen sonst wieder jagen würde.

Lebensraum/Vorkommen:

In der originalen japanischen Version der Geschichte lebt Hachishakusama in einem Dorf in Japan, das jedoch nicht genauer benannt wird. Sie scheint sich nur in dem Dorf und in unmittelbarer Nähe aufzuhalten.

In der neueren englischen Version hingegen heißt es, dass Hachishakusama in ganz Japan auftauchen könne und man dort nirgends vor ihr sicher wäre.

Ursprung:

Die ersten Aufzeichnungen über die Hachishakusama war die Originalgeschichte auf 2Chan im Jahr 2008. Die damalige Geschichte erwähnt, dass die Ereignisse etwa 10 Jahre her seien, womit sie sich grob 1998 zugetragen haben müssten.

Andererseits ließen sich keine Hinweise darauf finden, dass es das Dorf aus der Geschichte tatsächlich gibt. Da die Großeltern sehr viel über die Hachishakusama zu wissen scheinen, kann sie in der Region kein unbekanntes Wesen sein.

Aus diesem Grudn ist es anzunehmen, dass die Geschichte wirklich nur reine Fiktion ist – auch, wenn es sich nicht mit 100%iger Gewissheit sagen lässt.

Die erste englische Version der Geschichte war wahrscheinlich die abgeänderte und übersetzte Version, die 2016 auf www.scaryforkids.com erschienen ist.

Seither erfreut sich die urbane Legende der Hachishakusama auch als Creepypasta im westlichen Raum an großer Beliebtheit.

Die Ähnlichkeit zu Slenderman – die bleiche Haut, die langen Gliedmaßen, die Größe und die Opfer im Kindes- und Jugendlichenalter – sind hingegen Zufall, da Slenderman erst im Jahr 2009, also nach Hachishakusama erfunden wurde. Dass Slenderman Inspiration in der Hachishakusama Legende gefunden hat, ist zwar nicht auszuschließen, wegen der damaligen fehlenden Bekanntheit in Amerika jedoch unwahrscheinlich.

Englische Übersetzung der originalen japanischen Geschichte:

http://anomalyinfo.com/Stories/2008-aug-26-hachishakusan-eight-feet-tall


Was haltet ihr von Hachishakusama? Mögt ihr solche Legenden, auch wenn sie scheinbar nur erfunden sind? Ich habe bei dieser Geschichte versucht, mich direkt auf die Originalgeschichte zu beziehen und versucht, ihr etwas mehr Tiefe zu verleihen. Gefällt euch dieser Ansatz? Schreibt es mir in die Kommentare!

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