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Cropsey
Cropsey (2019)

Cropsey

Dieses Mal widmen wir uns der urbanen Legende von Cropsey. Wir nehmen also etwas Abstand von dem Übernatürlichen, mit dem ich mich sonst meist beschäftige und widmen uns einer bekannten Lagerfeuergeschichte aus Amerika.

Die Geschichte:

„Lara, reichst du mir bitte die Marshmallows?“, fragte Logan.

Erst knisterte er noch etwas mit der Verpackung, aber als er schließlich einen Marshmallow auf einen dünnen Stock gepikt hatte und ihn über das Feuer hielt, kehrte Stille ein.

Man hörte nur noch das Lagerfeuer knistern und ab und an Kleidung rascheln, wenn wir uns bewegten. Nach einer dramatischen Pause begann David schließlich mit seiner Lagerfeuergeschichte:

„Wusstet ihr, dass diese Wälder vor einigen Jahren ein Schauplatz grausamer Verbrechen waren? Wer weiß, vielleicht ist ja sogar genau auf dieser Lichtung bereits ein Mord geschehen? Vielleicht saßen genau hier einige Camper wie wir und erzählten sich Geschichten, während sie heimlich beobachtet wurden.“

Ich sah aus dem Augenwinkel, wie Logan sich unauffällig umsah. Mit leicht belustigtem Lächeln griff ich nach seiner Hand. Mein Freund war manchmal ein ganz schöner Angsthase.

„Dabei begann alles so friedlich“, fuhr David fort, „Damals wohnte hier ein Mann am Waldrand in einer kleinen Holzhütte. Er hatte eine Frau und zwei Kinder. Sie waren glücklich. Doch ihr Glück war nicht von langer Dauer. Ganz in der Nähe von ihrem Haus campten einige betrunkene Teenager. Wahrscheinlich wollten sie sich auch nur um ein Lagerfeuer setzen und Geschichten erzählen, während sie gegrillte Marshmallows aßen. Doch der Wald war zu trocken. Sie konnten das Feuer nicht kontrollieren und verursachten einen schlimmen Waldbrand. Cropsey – so hieß der Mann – hörte ihre Schreie und …“

„Cropsey, dein Ernst?“, unterbrach ich ihn, „Ein besserer Name ist dir nicht eingefallen?“

Cropsey war ein Kindermörder, ein Entführer. Meine Mutter hatte mir als Kind häufig die Geschichte von dem Mann erzählt, der in verlassenen Gebäuden hauste und nachts auf die Suche nach Kindern ging, die nicht brav Zuhause waren. Aber das war auch alles: eine Geschichte, mehr nicht.

„Ob du es glaubst oder nicht, der Bogeyman, den du als Cropsey kennst, ist nicht die ganze Wahrheit. Das hier ist seine wahre Geschichte“, verteidigte David seine Erzählung.

Ich glaubte ihm kein Wort, doch da ich ihn nicht verärgern wollte, ließ ich ihm seinen – wie ich dachte – geklauten Namen und diskutierte nicht weiter.

„Wo war ich?“, fuhr David fort, „Die Camper verursachten einen schlimmen Waldbrand und schrien wie wild rum, während sie hastig ihre Sachen packten. Cropsey hörte sie und sah das sich schnell verbreitende Feuer. Er flehte die Jugendlichen an, ihn zu seiner Hütte zu fahren, damit er seine Familie warnen konnte, doch die Camper dachten nur an sich. Sie ließen Cropsey im Rauch stehen und er musste zu Fuß zu seiner Familie laufen. Doch das Feuer war schneller. Als er seine Hütte erreichte, brannte sie bereits lichterloh. Die Schreie seiner Frau und seiner Kinder drangen nach draußen.“

Ich merkte, dass Logan meine Hand fester drückte. Also bitte, so gruselig war das jetzt wirklich nicht!

„Cropsey versuchte, sie zu erreichen. Er rannte in die Flammen, versuchte, die Tür zu öffnen, eines der Fenster einzuschlagen. Doch außer Brandnarben erreichte er nichts. Seine Familie war eingeschlossen. Ihre Schreie wurden lauter und lauter. So sehr voller Schmerz und Angst. Seine Kinder riefen nach ihm. Irgendwann jedoch, verstummten ihre Schreie. Das Feuer hatte seine Opfer gefordert und Cropsey konnte ihnen nicht helfen. Später kehrte er zu der Stelle zurück, wo er die Camper gesehen hatte, und suchte nach Hinweisen, doch das Feuer hatte alle Spuren vernichtet. Er würde niemals herausfinden, wer seine Familie getötet hat. Und so fasste er den Entschluss, jeden Camper, der es jemals wagen sollte, ein Lagerfeuer im Wald zu entfachen, zu jagen und zu töten. Jeden Camper, wie uns.“

Logan schauderte. Inzwischen übte er einen ganz schönen Druck auf meine Hand aus. War er wirklich so angespannt?

„Womit ermordet ‚Cropsey‘ seine Opfer denn?“, fragte ich unschuldig.

„Gut, dass du fragst“, sagte David, „Einige behaupten, er würde die Leute mit einer Axt ermorden, sie in Stücke hacken. Andere sagen, er nutze dafür einen Haken, den er statt einer Hand besitzt.“

„Wow, ernsthaft?“, fragte ich sarkastisch, „Einen Haken? Etwas Klischeehafteres ist dir nicht eingefallen?“

„Google es gerne, wenn du wieder zu Hause bist. Ich schwöre dir, dass ich nichts als die Wahrheit erzählt habe“, sagte David herausfordernd.

„Ja klar“, erwiderte ich und reckte mich, „Aber lass uns morgen weiterreden. Ich bin vom Aufbauen noch ganz schön fertig.“

„Gute Idee“, stimmte David zu, „Ich mach noch schnell das Feuer aus und werf mich dann auch in die Federn.“

„Okay, aber sei schön gründlich. Wir wollen ja nicht, dass noch ein Haus abbrennt“, scherzte ich und folgte Logan, der bereits in unserem Zelt verschwunden war.

Keine zehn Minuten später war das Licht vom Feuer erloschen. Nur der Vollmond, der über der Lichtung stand, und unsere kleine Campinglampe spendeten noch ein wenig Licht.

„Gute Nacht“, rief David von draußen und ich hörte, wie der den Reißverschluss seines Zelts öffnete und schloss. Dann herrschte Stille.

„Glaubst du wirklich, dass ein Killer im Wald sein Unwesen treibt?“, fragte Logan nach einer Weile.

Ich lag an ihn gekuschelt mit meinem Kopf auf seiner Brust. „Ach Quatsch“, erwiderte ich, „Davids Geschichte triefte ja nur so von Klischees. Nicht mal den Namen hat er sich selber ausgedacht.“

„Und wenn er die Wahrheit sagt? Wenn Cropsey wirklich ein Killer ist und nicht bloß Kinder entführt?“

„Ach Logan … Es gibt weder einen Cropsey, der Kinder entführt, noch einen Cropsey, der Camper ermordet. Denk doch nur an die Hakenhand. Kennst du irgendjemanden, der wirklich …“

„Schh!“, unterbrach mich Logan plötzlich. Sein ganzer Körper war angespannt.

„Was?“, flüsterte ich.

„Hast du das gehört?“

Ich lauschte angestrengt. Dort war tatsächlich irgendetwas. Ein Rascheln im Laub. Ein Ast knackte.

„Bestimmt nur irgendein Tier“, flüsterte ich. Trotzdem lauschten wir weiter angestrengt.

„Das klingt eher wie Schritte!“, zischte Logan jetzt leicht panisch. Er hatte recht. Das Geräusch erinnerte an die Schritte eines Mannes – eines großen Mannes.

„Das ist bestimmt nur David, der uns angst machen will“, suchte ich nach einer logischen Erklärung. Trotzdem merkte ich, wie auch mein Herz zu rasen begann.

Wieso mussten wir uns auch direkt vor dem Schlafengehen eine Horrorgeschichte von David anhören?

Die Schritte näherten sich unserem Zelt. Ich war sogar der Meinung, eine Hand zu sehen, die jemand von außen gegen die Zeltwand legte – und dann war da noch das schwere Atmen, das ich jetzt glaubte, zu hören.

„David? Das ist nicht lustig!“, rief Logan plötzlich.

Mein Magen krampfte sich zusammen. Wieso musste er ausgerechnet etwas sagen? Was, wenn das nicht David war?

„Leute, ich bin das nicht!“, ertönte Davids Stimme – gefolgt von einem Reißverschluss.

Ein kurzer Schrei entfuhr meinen Lippen, als Davids Taschenlampe die Silhouette eines großen Mannes auf unser Zelt zeichnete. Wie es aussah, hielt er einen Gegenstand mit beiden Händen fest. War das eine Axt?!

„Scheiße“, fluchte David panisch.

Die Silhouette verschwand zusammen mit dem Licht von Davids Taschenlampe und ich hörte Schritte, die sich schnell von uns entfernten. Die Schritte waren jedoch zu weit entfernt und klangen nicht schwer genug, um von dem Mann – wenn es denn ein Mann war – zu sein, der vor unserem Zelt stand.

So leise ich konnte, schälte ich mich aus unserem Schlafsack.

„Was tust du?“, zischte Logan mir zu.

Hatte er die Silhouette nicht gesehen? Ich wollte gerade etwas antworten, als ein ekelhaftes Geräusch von zerreißendem Stoff ertönte. Logan schrie schmerzerfüllt auf und ich bekam warme Spritzer ab.

„Scheiße“, fluchte ich. Eine Axt ragte aus Logans Seite des Schlafsacks hervor!

Ein Schwall roter Flüssigkeit strömte aus Logans Bein, während eine Hand die Axt herauszog. Als dann auch noch eine zweite Hand durch den gerade entstandenen Riss in der Zeltwand griff und den Stoff mit einem ekelhaften, sirrenden Geräusch weiter auseinanderriss, sprang ich auf und suchte den Zelteingang nach dem Reißverschluss ab.

Dann geschah alles ganz schnell: Logan schrie wie verrückt, während ein Mann sich durch die jetzt groß genüge Öffnung zwängte. Er trug schwere Stiefel und war ziemlich groß. Mehr sah ich jedoch nicht, da ich den Reißverschluss gefunden hatte und nach draußen stürmte.

„Lara! Lara!“, schrie Logan meinen Namen.

Aber ich konnte keine Rücksicht auf ihn nehmen. Ich war schwach. Was sollte ich gegen einen so großen bewaffneten Mann ausrichten?

Dann fiel mein Blick auf etwas Glänzendes. Das war Davids Axt! Er hatte sie vorhin zum Holz hacken benutzt! Wenn der Mond nicht gerade genau auf sie scheinen würde, wäre sie mir wohl nicht aufgefallen. Ich konnte Logan retten!

Ohne zu zögern, rannte ich zu der Axt und hob sie auf. Sie war ziemlich schwer, aber mit genügend Schwung …

„Nein!“, hauchte ich. Tränen schossen mir in die Augen. Logans Schreie hatten eben abrupt aufgehört.

Obwohl meine Sicht leicht verschwommen war und selbst der volle Mond nicht sonderlich viel Licht spendete, konnte ich unser hellgelbes Zelt deutlich erkennen – genau wie die dunkle Gestalt, die sich jetzt aus der kaputten Zeltwand zwängte.

Ich taumelte zwei Schritte rückwärts, bevor ich umdrehte und so schnell ich konnte losrannte. Die schwere Axt verlangsamte mich zwar, aber ich war nicht bereit, meine einzige Waffe wegzuwerfen.

Steine, spitze Stöcke und Wurzeln schmerzten in meinen nackten Füßen, während ich lief. Aber sowohl der Schmerz, als auch die Kälte waren mir völlig egal. Ich musste hier weg!

Wenn ich doch nur den Weg finden würde. Ich wusste, dass wir an einem kleinen Häuschen vorbeigegangen waren, als wir auf dem Weg zu unserem jetzigen Zeltplatz waren. Mit etwas Glück gab es dort ein Telefon!

Ich irrte noch eine Weile herum, achtete auf jedes Geräusch, bevor ich endlich den Kiesweg fand. Jetzt hatte ich eine Chance!

Der Kies schmerzte zu sehr in meinen Füßen – zudem war er viel zu laut –, sodass ich neben dem Weg lief. Ich trat häufig in Steine und war mir sicher, dass meine Füße inzwischen bluten mussten. Aber auch wenn ich durch Dreck lief, sofern es bedeutete, dass ich Hilfe rufen konnte, würde ich ohne zu zögern eine Infektion in Kauf nehmen!

Was nun folgte, war ein mehrminütiger Sprint, bei dem ich gleichzeitig darauf achten musste, neben dem Kiesweg zu bleiben, möglichst wenig Geräusche zu machen und nicht an dem kleinen Häuschen vorbeizulaufen. Zudem lauschte ich angestrengt, ob ich von dem Mann mit der Axt irgendetwas hören konnte.

Als ich in der Ferne etwas glänzen sah, wurde ich langsamer. Ich rannte aber sofort weiter, als ich realisierte, was es war: Es war eines der Fenster von dem kleinen Häuschen!

Ich rannte zur Tür und griff nach der Klinke. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass sie unverschlossen war und versuchte so schwungvoll, daran zu rütteln, dass ich fast ins Haus fiel.

Hastig schloss ich die Tür wieder hinter mir. An sich wollte ich kein Licht machen, doch es war in dem Haus so stockdunkel, dass ich ohne niemals ein Telefon finden könnte.

Als ich den Lichtschalter betätigte, atmete ich erleichtert auf. Ich war mir zwar sicher, dass man das Licht durch die Fenster sehr gut sehen würde, aber das bedeutete schon einmal, dass es hier Strom gab!

Ich brauchte nicht lange, bis ich das Telefon gefunden hatte. Es stand keine zwei Meter von der Tür entfernt, also schob ich hastig den Riegel vor die Tür, schaltete das Licht wieder aus und tastete mich vor, bis zum Telefon.

Als ich den Hörer in der Hand hielt, war auch meine zweite Sorge aus dem Weg geräumt: es ertönte eindeutig ein Freizeichen!

Obwohl ich solch alte Telefone nicht gewohnt war, hatte ich keine Probleme, die Tasten bei Dunkelheit zuzuordnen und so gelang es mir schnell, die Nummer 911 zu wählen.

„911, was kann ich für Sie tun?“, meldete sich eine Frau nach kurzer Zeit am anderen Ende.

„Hallo? Mein Name ist Lara. Wir waren im Wald campen. Er hat Logan ermordet und David ist verschwunden! Bitte helfen Sie mir!“, redete ich wirr in den Hörer.

„Okay, Lara. Beruhigen Sie sich bitte. Wo genau sind Sie gerade?“

„Ich … ich bin in einer Hütte. Eine Jagdhütte glaube ich“, sagte ich hastig.

„Können Sie mir ihre genaue Adress…“

Stille.

„Hallo? Hallo?! Sind Sie noch da?“, fragte ich. Mein Herz raste wie wild.

Keine Antwort. Panisch legte ich auf und hielt den Hörer wieder ans Ohr. Kein Freizeichen, die Leitung war tot!

Ich merkte, wie mir übel wurde. Meine Knie zitterten. Was sollte ich jetzt tun? Sollte ich weiterrennen? Sollte ich mich verstecken?

Bumm, bumm, bumm! Mein Herz rutschte mir in die Hose. Dort war jemand an der Tür! Ich packte die Axt fest mit beiden Händen.

Dann hörte ich, wie jemand die Türklinke runter drückte und an der Tür rüttelte.

„Hallo? Ist da jemand? Bitte, machen Sie die Tür auf!“, kam eine Stimme von draußen.

Das war kein Killer. Das war David!

Hastig rannte ich zur Tür und lehnt meine Axt an die Wand.

Dann schob ich den Türriegel beiseite und griff nach der Klinke.

„Bitte! Lassen Sie mich rein! Lassen Sie mi…“

Mit einem knackenden Geräusch, dicht gefolgt von einem dumpfen Knall, brach Davids Stimme abrupt ab. Doch es war zu spät, ich hatte die Tür bereits einen Spalt breit geöffnet!

Ein Stoß von außen, riss mir die Klinke aus der Hand und jemand warf mich zu Boden. Panisch kreischend trat ich um mich und versuchte mich zu befreien.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis ich bemerkte, dass die Person, die auf mir lag, sich nicht rührte. Vorsichtig tastete ich den Körper ab, bis meine Finger eine warme Flüssigkeit berührten. Das war Davids Leiche!

Noch während ich versuchte, David von mir zu wälzen, hörte ich schwere Schritte, die sich näherten. Sie waren direkt vor mir! Dann ertönte ein leises Klicken und das Licht ging an.

Ein erneuter Aufschrei entfuhr meinen Lippen, als ich den Mann sah, der fast den gesamten Türrahmen füllte. Er war ein richtiger Riese! Sein Gesicht war vernarbt. Es sah aus wie … Brandnarben!

„Cropsey!“, hauchte ich ungläubig.

Während ich mich endlich von David befreien konnte und panisch rückwärts krabbelte, konnte ich meinen Blick nicht von seiner Axt lösen. Sie sah ziemlich schwer aus, wirkte irgendwie dreckig und von ihrer Schneide tropfte frisches Blut.

Dann kam der Mann auf mich zu. Meine Fluchtversuche waren sinnlos. Das Letzte, was ich sah, war, dass er seine Axt hob – zu einem letzten, grausamen Schlag …

Die Legende:

Die urbane Legende von Cropsey ist in Amerika eine bekannte Lagerfeuergeschichte. Es gibt jedoch zwei grundlegend verschiedene Varianten der Legende.

Aussehen:

Es kann zwar selten vorkommen, dass Cropsey als Geist eines Mannes dargestellt wird, im Normalfall ist er jedoch ein normaler Mensch.

Sein Aussehen ist meist nicht weiter beschrieben.

Je nach Geschichte kann es jedoch vorkommen, dass er ein durch Brandnarben entstelltes Gesicht oder gar einen komplett vernarbten Körper hat.

Seine Standardwaffe sind entweder eine Axt, oder aber ein Haken, den er in manchen Erzählungen statt einer Hand besitzen soll. Selten benutzt er auch beides.

Eigenschaften:

Wie die meisten, hauptsächlich mündlich verbreiteten Geschichten unterscheidet sich die Legende von Cropsey von Erzählung zu Erzählung.

Bei Cropsey gibt es jedoch einen grundlegenden Unterschied: Es handelt sich nicht um eine Legende, sondern um zwei, die zwar denselben Namen, jedoch nur wenige Ähnlichkeiten haben.

Die erste Variante besagt, dass Cropsey ein Serienmörder sei, der in Wäldern lebt.

Je nach Erzählung werden seine Vorgehensweise, die Art seiner Opfer und sein Ursprung anders erzählt.

Einige sagen z.B., dass er nur darauf aus sei, seine Opfer zu töten, andere sagen, er würde sie entführen und foltern oder noch andere Dinge mit ihnen vorhaben.

Wer genau seine Opfer sind, hängt häufig von der Zielgruppe der Erzählung ab. Wenn die Legende bei den Boy Scouts erzählt wird, heißt es meist, er würde hinter Kindern her sein, bei Freunden am Lagerfeuer ist häufig davon die Rede, dass er es auf Camper abgesehen habe, usw.

Die zweite größere Variante der Cropsey Legende besagt, dass er ein Wahnsinniger sei, der aus einer Irrenanstalt geflohen ist und jetzt in verlassenen Gebäuden lebt, von wo aus er nachts Kinder entführt.

Bei dieser Variante ist Cropsey nicht zwangsläufig bewaffnet – es gibt trotzdem Erzählungen, in denen er sogar bei dieser Variante eine Hakenhand besitzt. Hier sind seine hauptsächlichen Opfer Kinder.

Häufig wird diese Geschichte entweder von Eltern erzählt, um ihre Kinder von verlassenen Gebäuden fernzuhalten, oder aber von älteren Geschwistern oder Freunden.

Lebensraum/Vorkommen:

Der Wohnort von Cropsey kann bei beiden Varianten von Erzählung zu Erzählung variieren. Die Legende ist jedoch hauptsächlich in und um den Staat New York verbreitet, daher wird die Gegend auch häufig als Cropseys Heimat beschrieben.

Vielen verbinden die Legende von Cropsey zudem mit dem Serienmörder Andre Rand (siehe weiter unten), der auf Staten Island sein Unwesen getrieben hat.

Ursprung:

Cropsey ist eine typische Lagerfeuergeschichte, die bereits seit den 1950er Jahren erzählt werden soll. Daher gibt es viele verschiedene Variationen der Geschichte und es ist wohl unmöglich, den Ursprung herauszufinden, wenn es denn überhaupt eine Person oder ein Ereignis gab, das die Legende inspiriert hat.

Einige der bekanntesten Ursprungsgeschichten für Cropsey sind z.B., dass er ein Wahnsinniger sei, der aus einer Anstalt geflohen ist, oder aber, dass ihm bei einem missglückten Streich das Gesicht entstellt wurde, was dazu geführt hat, dass er zu dem Killer geworden ist, den man heute kennt.

Eine andere Ursprungsgeschichte mit mehr Tiefe besagt, dass er ein einfacher Mann war, der mit seiner Frau und seinen Kindern in einer Hütte im Wald gelebt hat. Er war glücklich und von den Leuten in seiner Gegend angesehen.

Als einige Camper in seiner Nähe jedoch mit einem außer Kontrolle geratenen Feuer den Wald in Brand steckten, schlügen die Flamen auf seine Hütte über. Seine Frau und Kinder wurden von dem Feuer in der Hütte eingeschlossen. Cropsey versuchte, seine Familie zu retten, scheiterte jedoch dabei und zog sich schlimme Brandnarben zu.

Seit jenem Tag soll er dem Wahnsinn verfallen sein und sich an jedem Camper rächen wollen, der ein Feuer im Wald entfacht.

Andre Rand – der wahre Cropsey?

Andre Rand ist ein Kindesentführer und verdächtigter Serienmörder, der in den 1970er und 1980er Jahren auf Staten Island, New York aktiv war.

Er wird verdächtigt, mehrere Kinder und einen jungen Erwachsenen entführt und ermordet zu haben. Nachgewiesen werden konnten ihm jedoch nur zwei Kindesentführungen.

Rand hat zwar hauptsächlich tagsüber zugeschlagen, war scheinbar unbewaffnet und ist auch nicht aus einer Irrenanstalt geflohen, trotzdem haben viel Bewohner New Yorks eine Ähnlichkeit zwischen den Vorfällen und der lokalen Cropsey Legende gesehen.

In dem amerikanischen Dokumentarfilm „Cropsey“ wird Rand ebenfalls direkt mit der urbanen Legende in Verbindung gebracht.

Diese Verbindungen reichten aus, damit viele an Andre Rand denken, wenn sie den Namen Cropsey hören. Einige Leute sind sogar der Meinung, dass Rand der Ursprung der Cropsey Legende sei, wobei diese bereits vor Rands erster bekannter Entführung 1972 erzählt wurde.


Ich muss gestehen, dass ich der Legende von Cropsey gespalten gegenüberstehe. Noch nie habe ich von einer Legende gehört, die in zwei so grundlegend unterschiedliche Varianten existiert.

Da ich jedoch nicht herausfinden konnte, welche der beiden Varianten älter ist, habe ich mich dazu entschieden, hier beide Varianten näher zu erläutern.

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2 Kommentare

  1. Monika schreibt:

    Ich glaube, ich habe bereits beim Bunny Man geschrieben wie ich zu solchen Legenden stehe.
    Die Geschichte ansich ist wie immer sehr gut geschrieben und ich hatte etwas gehofft, dass die Protagonistin überlebt.^^

    Zu den Fragen(?):
    ~Ich muss gestehen, dass ich der Legende von Cropsey gespalten gegenüberstehe. Noch nie habe ich von einer Legende gehört, die in zwei so grundlegend unterschiedliche Varianten existiert.

    Da ich jedoch nicht herausfinden konnte, welche der beiden Varianten älter ist, habe ich mich dazu entschieden, hier beide Varianten näher zu erläutern.
    Mir persönlich gefällt die Variante mit den Campern und dem Waldbrand besser (Das hört sich so falsch an. XD), da die Geschichte dann etwas mehr Tiefe hat.

    Liebe Grüße
    Monika

    • Jeremie Michels schreibt:

      Ob der oder die Protagonist/in überlebt, weiß ich beim Schreiben der Geschichte manchmal selber noch nicht. Ich plane zwar grob den Ablauf vorher, manchmal passt ein anderes Ende dann aber spontan doch besser. (Wobei bei Cropsey alles nach Plan verlief, wenn ich mich richtig erinnere. ^^)

      Mir persönlich gefällt die Variante mit den Campern und dem Waldbrand besser (Das hört sich so falsch an. XD), da die Geschichte dann etwas mehr Tiefe hat.
      Mir auch (wie man unschwer an meiner Geschichte dazu erkennen kann). Ich finde es aber absolut spannend, dass so etwas vorkommt. Grundlegend unterschiedliche Legenden kenne ich sonst nur von sehr alten und weit verbreiteten Legenden (wobei sogar die sich meist noch ähnlicher sind, als die beiden Cropsey Varianten).

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