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The Faceless Woman of the Waiʻalae Drive-In – Die gesichtslose Frau des Waiʻalae Autokinos

The Faceless Woman of the Waiʻalae Drive-In ist ein berühmter hawaiianischer Geist, der in einem Autokino spuken soll. Daher hoffe ich, dass ich den Charme der Autokinos ein wenig einfangen konnte und bei denjenigen von euch, die schon einmal in einem Autokino waren, vielleicht sogar etwas Nostalgie wecken kann.

Viel Spaß beim Gruseln!

Die Geschichte:

Es war ein warmer Spätsommerabend hier auf Hawaii. Die Sonne war bereits untergegangen, aber trotzdem konnte man noch problemlos im T-Shirt draußen herumlaufen. Ich war bei der Arbeit, stand am Schalter des Waiʻalae Drive-In Autokinos und verkaufte die Tickets an die vorbeirollenden Autos.

Ich liebte meine Arbeit im Kino. Sie hatte 1958 als Sommerferienjob angefangen. Heute, zwei Jahre später, arbeitete ich noch immer gerne hier. Klar, der Job hatte seine Schattenseiten und auch die Bezahlung war eher durchschnittlich, aber ich konnte mir vorstellen, noch viele Jahre hierzubleiben. Noch ahnte ich ja nicht, dass dies mein letzter Arbeitstag werden würde.

„Das macht dann sechs Dollar. Einen Dollar fünfzig pro Person“, sagte ich zu einem jungen Mann, schätzungsweise zwischen 16 und 18, der am Steuer eines roten Chevrolet-Cabrio saß. Es war ein neueres Modell. Vielleicht sogar schon von 1960.

Der Fahrer konnte sich sein Grinsen kaum verkneifen, während er mir das Geld reichte. Und auch seine Freunde kicherten die ganze Zeit. Ich unterdrückte ein Seufzen, als ich ihnen die Tickets reichte. „Folgt bitte den Anweisungen meiner Kollegen. Sie weisen euch einen freien Platz zu“, sagte ich stattdessen freundlich.

Während er weiterfuhr, griff ich zu dem Funkgerät auf dem Tresen neben mir. „Johnny, bitte kommen“, sprach ich ins Mikrofon.

„Johnny hier, was gibt’s, Barbara?“, antwortete seine blecherne Stimme.

„Roter Chevrolet. Cabrio. Fährt gerade rein. Vier Personen. Sie haben wahrscheinlich einen blinden Passagier im Kofferraum.“

„Alles klar. Ich behalt sie im Auge.“

Nun konnte ich mir das Seufzen doch nicht verkneifen. Dass die Teenies es immer wieder versuchen mussten. Dabei sahen sie in dem teuren Auto alles andere als danach aus, dass sie die ein Dollar fünfzig für das zusätzliche Ticket nicht bezahlen konnten.

Aber wahrscheinlich war das Autokino selbst schuld. Die einzige „Strafe“, die reingeschmuggelte Besucher bekamen, war, dass sie die Tickets nachzahlen mussten. Das, und die Beschämung, wenn sie vor den anderen Kinobesuchern zurechtgewiesen wurden.

Zum Glück blieb das heute Abend mein einziger Zwischenfall an der Kasse. Es folgten nur noch zwei weitere Autos – eine weitere Freundesgruppe und ein Pärchen –, ehe Herr Silva, der Manager des Autokinos, zu mir kam.

„Ah, Barbara. Du wolltest gerne den Film mitgucken, oder?“, grüßte er mich. „Na komm. Geh schon rein. Ich übernehme die letzten Nachzügler.“

Ich strahlte ihn an. „Danke, Herr Silva. Sie sind der Beste!“

Mit einem breiten Grinsen schnappte ich mir eines der tragbaren Funkgeräte, klemmte es an meine Bluse und folgte dem Auto, das ich eben eingelassen hatte.

Herr Silva hatte recht: Ich wollte den Film sehen. Alfred Hitchcocks Psycho war brandneu. Leider hatte ich das erste Screening verpasst, weil ich die ganze Zeit am Einlass stehen musste. Von dem kleinen Kassenhäuschen aus konnte man die Leinwand nicht sehen. Und nun war ich wieder am Einlass eingeteilt worden. Irgendeiner meiner Mitarbeiter musste es Herrn Silva gesteckt haben.

Nach einem kurzen Umweg über die Snackbar machte ich mich mit einer Tüte Popcorn in der Hand auf den Weg zur Leinwand. Dabei entdeckte ich Johnny. Er stand bei einem mir verdächtig bekannt vorkommenden roten Chevrolet-Cabrio und war gerade dabei, fünf Kinobesucher zurechtzuweisen. Mit einem breiten Grinsen der Genugtuung sah ich einem der Männer dabei zu, wie er Johnny das Geld überreichte.

Anschließend wandte ich mich flüchtig der Leinwand zu. Zum Glück lief noch immer der Vorspann darüber. Gerade wurden die Namen der Crew nacheinander eingeblendet, während dramatische Musik aus den Lautsprechern schallte.

Also wandte ich mich wieder den Autos zu. Tatsächlich sah ich eine Gruppe junger Frauen, etwa in meinem Alter, die Probleme hatten, die Lautsprecher an ihrer Wagentür anzubringen.

Mit schnellen Schritten ging ich zu ihnen. „Ihr müsst die Scheibe runterkurbeln“, erklärte ich. „Daran hält der Lautsprecher besser.“

Falls ihr keine Autokinos kennt, vor jedem eingezeichneten Parkplatz befand sich ein kleines Gestell ähnlich einer amerikanischen Parkuhr, an dem links und rechts je ein Lautsprecher mit einem langen Kabel hing. Man musste sie vom Gestell nehmen, sie zur Autotür ziehen und sie dort in die heruntergekurbelten Scheiben hängen, damit man den Film gut verstehen konnte.

Ich blieb bei dem Auto stehen, um eingreifen zu können, falls die Frauen weitere Hilfe dabei brauchten – außerdem konnte ich so besser dem anfangenden Film lauschen. Aber natürlich schafften sie es allein. Ein Fenster runterzulassen und etwas hineinzuhängen war immerhin kein Hexenwerk.

Also ging ich weiter durch die Reihen. Dabei wanderte mein Blick immer wieder zu der Leinwand, während ich versuchte, mich immer in der Nähe eines Lautsprechers aufzuhalten. So konnte ich den Film schauen und gleichzeitig ein Blick auf die Gäste haben.

Normalerweise begann nun der entspannte Teil des Abends. Die Zeit, nachdem alle ihre Autos geparkt, ihre Snacks geholt, die Lautsprecher angebracht und es sich auf ihren Sitzen gemütlich gemacht hatten. Sofern es keine Störenfriede oder technische Probleme gab, konnte ich von nun an einigermaßen ungestört den Film genießen.

Der wirklich anstrengende Teil kam ohnehin erst nach dem Film: das Aufräumen. Sobald die Autos den Platz verlassen hatten, mussten wir Angestellten mit Handschuhen und Mülleimern bewaffnet über den Platz gehen und den Müll aufsammeln. Es war undankbare Arbeit, bei der wir auf alles von verschüttetem Popcorn über Plastikverpackungen bis hin zu benutzten Kondomen treffen konnten. Dass das Ganze oft bis drei oder vier Uhr nachts dauerte, machte es bei uns Angestellten nicht gerade beliebter.

Aber darüber wollte ich mir gerade noch keine Gedanken machen. Im Moment musste ich nichts weiter tun, als ein Auge auf die Besucher zu haben, während ich mein Popcorn naschte und Janet Leigh dabei zusah, wie sie mit einem Umschlag voll mit gestohlenem Geld im Bates Motel ankam.

In dem Moment bemerkte ich jedoch eine Frau, die neben einem der Autos hockte. Die Tür vor ihr stand offen, verdeckte zumindest halb die Sicht, die die Leute auf sie hatten. Ihr Höschen war dabei heruntergezogen. Sie wird doch nicht …

„Hey!“, sagte ich laut. Mit schnellen Schritten ging ich auf die Frau zu.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie sich einige andere Gäste zu mir umdrehten. Aber das war mir egal. Außerdem hatte mein Ruf seine Wirkung nicht verfehlt: Die Frau war erschrocken aufgesprungen. Hastig zog sie ihr Höschen wieder hoch.

„Wenn du zur Toilette musst, haben wir ein Toilettenhäuschen hier auf dem Gelände!“, wies ich sie lautstark zurecht. Ich ging sicher, dass es möglichst viele Leute mitbekamen. „Das gelb-rosa-grau-gestreifte Gebäude da hinten. Du kannst es nicht verfehlen. Und falls du Angst vor dem Geist hast, nimm eine Freundin mit. Er soll nur auftauchen, wenn du alleine bist!“

Der Geist. Die Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In. Seit die Gerüchte letztes Jahr aufgekommen waren, dass die gesichtslose Frau in der Damentoilette spuken soll, hatten wir Mitarbeiter im Autokino nur Ärger damit. Klar, es war ein Gästemagnet – viele wollten selbst versuchen, einen Blick auf den Geist zu werfen –, aber mehr Besucher bedeutete auch mehr Arbeit für uns. Mehr Müll, der nach der Vorstellung liegenblieb. Außerdem gab es inzwischen viele Frauen, die sich nicht mehr trauten, die Toilette zu benutzen. Die meisten von ihnen fuhren dann zum Glück einfach nach Hause. Einige benutzten auch heimlich die Männertoilette. Aber andere …

Kopfschüttelnd sah ich der Frau nach, die mit hochrotem Kopf und einer Freundin Richtung Toilette eilte.

Ich persönlich fand es albern. Nicht, dass ich nicht an Geister glaubte – ich konnte mir durchaus vorstellen, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gab, als die heutige Wissenschaft erklären konnte –, aber bisher hatte keine meiner Kolleginnen den Geist zu Gesicht bekommen. Wahrscheinlich waren die Gerüchte nur aufgekommen, weil direkt neben dem Autokino ein Friedhof stand. Dabei war selbst der nicht wirklich gruselig. Noch wusste ich ja nicht, dass ich die Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In bald selbst kennenlernen würde …

Zum Glück geschah während der restlichen Vorstellung nichts Erwähnenswertes mehr, sodass ich voll und ganz den Film genießen konnte. Ein Meisterwerk, wie ich fand. Hitchcock verstand, wie man die gewünschte Stimmung auf die Leinwand brachte. Und auch den Plottwist am Ende hatte ich nicht kommen sehen. Ehrlich gesagt fand ich den Film aber auch ein wenig gruselig.

Als ich nach der Vorstellung die Frauentoilette betrat – ich war für den Putzdienst auf den Toiletten eingeteilt worden –, hatte ich tatsächlich ein mulmiges Gefühl. Ich musste immer zu an die Szene denken, in der Janet Leigh unter der Dusche niedergestochen wurde. Klar, hier gab es natürlich keine Duschen, aber die gefliesten Wände und der Boden kamen nahe genug.

Das war der Moment, als ich sie sah. Sie stand am Waschbecken, kämmte ihre langen schwarzen Haare.

„Oh. Verzeihung“, sagte ich schnell. „Ich dachte, alle Besucher seien schon weg. Lassen Sie sich nicht stören. Ich mach hier schonmal sauber, aber bitte nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.“

Die Frau reagierte nicht auf mich. Sie stand bloß weiter da und kämmte durch ihr Haar.

Das mulmige Gefühl wurde stärker. Mein Hals fühlte sich ungewöhnlich eng an. Auch merkte ich, wie mein Puls sich beschleunigte. Natürlich versuchte ich, es zu ignorieren, während ich den nassen Mopp auf die Fliesen klatschte.

Wieder warf ich einen flüchtigen Blick zu der Frau. „Passen Sie beim Rausgehen bitte etwas auf. Es könnte rutschig sein.“

Wieder bekam ich keine Reaktion.

Ich schluckte schwer. Was war nur mit meinem Herzen los? Wieso raste es auf einmal so? Ich kam mir richtig albern vor. Zumindest, bis ich beim Bodenwischen der Frau nähergekommen war. Ich erhaschte einen flüchtigen Blick auf sie durch den Spiegel. Mit ihrem Gesicht stimmte etwas nicht. Von meinem Winkel aus fielen zu viele Haare vor ihre Augen, um es genau zu sehen, aber zwischen den Strähnen erkannte ich bloß Haut. Eigentlich hätte ich dazwischen das Glänzen ihrer Augen sehen müssen. Oder zumindest ihre dunklen Augenbrauen. Aber da war nichts.

Jetzt reiß dich zusammen, Barbara. Das war doch albern. Ich sah nur, was ich Angst hatte zu sehen. Es gab keine Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In!

Trotzdem wusste ich, dass ich es nicht schaffen würde, in Ruhe meine Arbeit zu verrichten, ohne auf Nummer sicher gegangen zu sein. Also tat ich einen vorsichtigen Schritt auf die Frau zu. Ich spürte, wie mein Puls sich weiter beschleunigte. „Entschuldigung“, sagte ich. Mein Hals fühlte sich plötzlich trocken an. „Kann ich irgendwie helfen?“

Etwas Besseres war mir nicht eingefallen. Aber ich wollte unbedingt die Aufmerksamkeit der Frau bekommen, wollte, dass sie mich ansah.

Doch die Frau reagierte nicht. Sie blieb völlig ruhig vor dem Spiegel stehen und kämmte sich die Haare. Ich ging weiter auf sie zu.

Vielleicht verstand sie mich nicht? Ich wusste selbst, dass es unwahrscheinlich war. Warum sollte eine Frau, die sich einen englischen Film im Kino ansah, kein Englisch sprechen? Aber eventuell hatte sie bloß jemanden begleitet. Oder sie hatte keine Lust, mit mir zu sprechen. Vielleicht stand sie auch unter Schock.

Mein Hirn suchte nach allen möglichen Erklärungsversuchen, aber tief in meinem Inneren kannte ich die Wahrheit. Zu oft schon hatte ich die Geschichten der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In gehört, die am Spiegel stand und sich die Haare kämmte.

Als ich neben ihr stand, verflogen auch meine letzten Zweifel. Die Frau hörte auf, ihre Haare zu kämmen. Jetzt wandte sie mir ihr Gesicht zu. Oder besser, ihr fehlendes Gesicht. Dort, wo ihr Mund, ihre Nase, ihre Augen sein müssten, spannte sich glatte Haut.

Spätestens jetzt ging mein Atem kurz und stoßweise. Ich stolperte rückwärts, merkte dabei, wie sich alles um mich zu drehen begann. Ich bekam keine Luft! Erst, als ich mit dem Gesäß schmerzhaft auf die Fliesen prallte, merkte ich, dass ich hingefallen war. Dabei starrte die Frau mich die ganze Zeit an. Sie hatte keine Augen und trotzdem spürte ich ihren Blick ganz deutlich!

Endlich entwich meinem Mund ein Schrei. Ich schrie, robbte dabei unbeholfen rückwärts, bis ich die Wand an meinem Rücken spürte.

Tränen schossen mir in die Augen. Die Frau sollte verschwinden! Aber sie stand bloß weiter da und wandte mir ihr entsetzlich blankes Gesicht zu.

Ich weiß nicht, warum ich solche Angst vor der Frau hatte. Sie kam nicht einmal auf mich zu. Wobei … Vielleicht hatte ich gar keine Angst vor der Frau selbst. Es war ein Gefühl, das von ihr ausging. Eventuell war es also ihre Angst, die auf mich übersprang.

Aber was es auch war, ich saß kreischend auf dem Boden in der Toilette. Spürte deutlich die vom Wischen feuchten Fliesen unter mir, die kalten Fliesen in meinem Rücken. Ich bekam mich gar nicht mehr ein. Selbst, als Johnny die Tür neben mir öffnete, schrie ich noch immer.

„Barbara! Was ist passiert?“, rief er mir zu.

Ich sah zu der gesichtslosen Frau zurück. Sie war verschwunden.

Von der darauffolgenden Stunde erinnere ich mich nur noch an Bruchstücke. Johnny hatte mich aus der Toilette gebracht, war mit mir zusammen ins nächste Krankenhaus gefahren.

Ich erinnere mich erst wieder klar daran, wie ich in einem Krankenhausbett lag. Eine Ärztin erklärte mir, dass ich einen Nervenzusammenbruch hatte. Auch gestand sie mir, dass sie noch nie einen so schlimmen Zusammenbruch mitbekommen habe.

Das Bild der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In verfolgte mich danach noch viele Jahre in meinen Träumen. Oft wachte ich schweißgebadet auf, spürte wieder die Angst.

Nach dem Vorfall hatte ich es jedenfalls nicht mehr geschafft, mich dem Autokino zu nähern. Mein Hals schnürte sich bereits zu, wenn ich nur an das gelb-rosa-grau-gestreifte Toilettengebäude dachte. Meine Kündigung reichte ich noch in derselben Woche ein.

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Die Legende:

The Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In (englisch für „Die gesichtslose Frau des Waiʻalae Autokinos“), auch „Faceless Woman of Hawaii“, „Faceless Woman of Honolulu“ oder „Faceless Woman of Oʻahu“ genannt, ist ein Geist aus einer urbanen Legende Hawaiis.

Ihren Ursprung hat sie wahrscheinlich in einer japanischen Legende, die von Migranten nach Hawaii gebracht wurde.

Aussehen:

Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In um den gesichtslosen Geist einer Frau.

Abgesehen von der glatten Haut, die sich statt eines Gesichts über ihren Kopf spannt, soll sie relativ normal aussehen. Sie hat lange meist schwarze, seltener rote Haare und trägt entweder unscheinbare Kleidung oder einen Kimono.

In einigen wenigen Erzählungen soll ihr Körper außerdem ab den Beinen abwärts unsichtbar sein.

Eigenschaften:

Die Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In wird für gewöhnlich im Zusammenhang mit einem Spiegel gesichtet.

Entweder steht sie lediglich davor und kämmt sich die Haare, oder aber sie wird von Augenzeugen zuerst im Spiegel gesehen, wie sie hinter ihnen steht. Wenn die Person sich nach der gesichtslosen Frau umdreht, ist entweder niemand da, oder aber sie bemerkt erst dann, dass die Frau kein Gesicht hat.

Häufig resultiert dies in einem Panikanfall bis hin zur Bewusstlosigkeit des Augenzeugen. Mehr tut die Frau ihm jedoch nicht an.

Darüber hinaus wird im Internet oft von einem Gefühl von Trauer oder Schrecken berichtet, wenn die Frau in der Nähe sei, und sie soll gelegentlich gegen Kabinentüren hämmern, wenn sie in einer öffentlichen Toilette gesichtet wird.

Bekannteste Sichtung:

Die wohl bekannteste Sichtung ist gleichzeitig auch eine der ersten Sichtungen der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In.

Im Mai 1959 war eine Frau ins Waiʻalae Drive-In gefahren, um in dem Autokino einen Film zu sehen. Irgendwann ist sie auf Toilette gegangen. Als sie dort jedoch vor einem Spiegel stand, um ihren Lippenstift zu erneuern, sah sie plötzlich eine gesichtslose Frau hinter sich stehen, deren Beine unsichtbar waren. Sie drehte sich erschrocken zu der Frau um, aber hinter ihr stand niemand.

In dem Moment schlug plötzlich die Tür zu. Die Augenzeugin schrie erschrocken auf und verlor das Bewusstsein. Als sie gefunden wurde, wurde sie ins Krankenhaus gebracht.

Einigen Leuten zufolge musste sie daraufhin sogar in psychiatrische Behandlung.

Lebensraum/Vorkommen:

Der hauptsächliche Erscheinungsort der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In war die Frauentoilette des Waiʻalae Drive-In Autokinos an der Waiʻalae Avenue in Honolulu, Hawaii, USA.

Seit der Schließung des Autokinos 1986 und dem darauffolgenden Abriss wurde der Geist jedoch auch in anderen Gebäuden in der Gegend gesehen. Natürlich weiterhin hauptsächlich in Spiegeln, besonders in Frauentoiletten.

Der im Netz am häufigsten genannte Ort für moderne Sichtungen ist die öffentliche Toilette im Untergeschoss der Kahala Mall (ganz in der Nähe des ehemaligen Waiʻalae Drive-Ins), die oft (auch ohne Geist) als unheimlich beschrieben wird.

Ursprung:

Ich habe Berichte von Sichtungen gesichtsloser Frauen (und weniger Männer) auf Hawaii seit den 1950er Jahren finden können.

Der Ursprung dieser urbanen Legenden liegt wahrscheinlich in der japanischen Legende der Noppera-Bo – ein Yōkai, der als gesichtslose Frau erscheint –, die von japanischen Einwanderern nach Hawaii gebracht wurde.

Anfangs gab es neben dem Autokino noch weitere Orte, an denen diese Wesen gesichtet worden sein sollen. Darunter eine Schule, die es sogar in die Zeitung geschafft hat, nachdem einige Schüler einen alten Mann und eine Frau gesehen haben wollen, die beide kein Gesicht hatten.

Extrem verbreitet hat sich die Legende jedoch erst nach der bereits erwähnten Sichtung in der Frauentoilette des Autokinos 1959, die in einem Zeitungsartikel vom 19. Mai 1959 im Honolulu Star-Advertiser erwähnt wurde.

Zwar gab es laut Aussage des damaligen Managers Albert Silva keinen einzigen Vorfall, bei dem ein Besucher des Autokinos ins Krankenhaus gebracht wurde, aber das schien die Leute nicht zu stören.

Daraufhin stand das Waiʻalae Drive-In plötzlich im Rampenlicht. Unzählige Leute besuchten die Vorstellungen des Kinos, da sie von den Gerüchten gehört hatten.

Dafür, wieso die Gerüchte ausgerechnet über das Autokino entstanden sind, gibt es ebenfalls eine schlüssige Theorie: Das Autokino grenzte direkt an einen Friedhof – den Kahala Cemetery –, der die Fantasie der Besucher angekurbelt haben dürfte.

Außerdem gab es laut Aussage von Albert Silva wohl eine regelmäßige Besucherin, die den Leuten auf der Frauentoilette Streiche gespielt haben soll, indem sie z. B. an die Kabinentüren klopfte oder Zettel darunter hindurchschob.

Anschließend ist die urbane Legende zu einem Selbstläufer geworden. Sie wurde immer wieder von unterschiedlichsten Leuten erzählt. 1982 gab es außerdem eine regelrechte Welle neuer Sichtungen.

Und selbst nach der Schließung des Autokinos 1986 flauten die Gerüchte nicht ab. 1989 wurde die Legende im Rahmen einer Radioshow wieder aufgerollt, als der Reporter Glen Grant sie erst erwähnt hat und anschließend live von einer angeblichen Augenzeugin angerufen wurde.

Grant entwickelte daraufhin solch ein Interesse an dem Thema, dass er 1996 das Buch „Obake Files: Ghostly Encounters in Supernatural Hawai’i“ veröffentlichte.

Und auch heute noch ist das Internet voll von Leuten, die Kommentare über ihre angeblichen Sichtungen der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In veröffentlichen.

The Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In in der Popkultur:

Aufgrund ihrer Bekanntheit hat die Legende der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In es natürlich auch in unsere Popkultur geschafft.

Zwar kenne ich keine Filme, Serien oder fiktiven Bücher, die sich mit dem Thema auseinandersetzten, aber es gibt unzählige Podcasts und Videos, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Außerdem behandelt das bereits erwähnte Buch „Obake Files: Ghostly Encounters in Supernatural Hawai’i“ (1996) von Glen Grant unter anderem die Legende der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In.

Was haltet ihr von der Faceless Woman of Waiʻalae Drive-In? Hättet ihr euch nachts auf die Toilette des Autokinos getraut? Schreibt es in die Kommentare!

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