The Hairy Hands of Dartmoor ist eine Legende aus England. Sie handelt von einem Phänomen, das bereits zu diversen Auto- und Motorradunfällen auf der B3212 geführt haben soll.
Viel Spaß beim Gruseln!
Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!)
– Tod
Inhalt
Die Geschichte:
Die Sonne näherte sich bereits dem Horizont, als wir durch Dartmoor fuhren. Mein Mann Samuel war früher oft hier gewesen. Er hatte in der Nähe in einer Autowerkstatt gearbeitet. Für mich hingegen war es mein erster Besuch.
Das Beifahrerfenster war halb heruntergelassen. Ich hielt mein Gesicht in den Fahrtwind. Gleichzeitig beobachtete ich einige Schafe, die auf den grünen Wiesen herumtollten, sich in die Schatten der wenigen Bäume drängten oder genüsslich am Grasen waren. Es war ein wirklich schöner Sommertag.
Das war aber nicht der Grund, warum wir hier waren. Zumindest war es nicht der Grund, warum Samuel hier war. Er wollte mir oder vielleicht auch sich selbst etwas beweisen.
Bevor er damals aus der Gegend weggezogen war, hatte er einen Autounfall gehabt. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen – ihm war nichts passiert und die Versicherung sprang für den größten Schaden ein –, hätte es sich nicht um das Auto eines Kunden gehandelt.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie eine Autowerkstatt darauf reagiert, wenn ein Angestellter bei einer Testfahrt ein Kundenauto zu Schrott fährt. Und wenn besagter Angestellter dann auch noch behauptet, es sei ein paranormales Phänomen gewesen, das ihn von der Straße gedrängt habe …
„Läuft die Kamera, Katie?“, fragte Samuel.
Ich seufzte. Dann drehte ich mich zum Rücksitz, um die Kamera einzuschalten. Wir hatten sie so angebracht, dass sowohl mein Mann als auch das Lenkrad gut auf dem Bild zu sehen waren. Gerade das Lenkrad war Samuel sehr wichtig gewesen.
„Kamera läuft“, erklärte ich.
Was darauf folgte, waren die wohl langweiligsten Stunden meines Lebens. Am Anfang genoss ich es noch, beobachtete weiter die Felder, sah dem Himmel dabei zu, wie er sich langsam rot färbte und dann allmählich dunkel wurde. Aber wenn man mehrere Stunden dieselben 4 Meilen auf der B3212 zwischen Postbridge und Two Bridges hin und her und hin und her und hin und her fuhr, wurde selbst die schönste Natur irgendwann langweilig.
Und auch unser Gesprächsstoff war uns schon lange ausgegangen, weshalb wir nur noch schweigend nebeneinandersaßen und um die Wette gähnten.
„Vielleicht sollten wir langsam in den Gasthof fahren“, schlug ich vor.
Aber Samuel blieb stur. „Bitte, Katie, nur noch ein paar Mal. Irgendwann müssen diese verdammten Hände doch auftauchen!“
Oh. Stimmt. Das hatte ich ja noch gar nicht erzählt. Der Grund, warum mein Mann hier war. Es geht um die sogenannten Hairy Hands of Dartmoor. Sie sollen auf der B3212, auf der wir nun schon seit Stunden auf und abfuhren, ihr Unwesen treiben. Dabei handelt es sich um zwei geisterhafte Hände, die angeblich plötzlich an den Lenkrädern von Autos oder den Lenkstangen von Motorrädern auftauchen, die die B3212 entlangfuhren. Sie kämpften mit den Fahrzeugführenden um die Kontrolle über den Lenker, bis das Fahrzeug in den meisten Fällen verunglückte.
Ihr könnt euch das Gesicht von Samuels Chef also sicher vorstellen, als er das als „Ausrede“ für seinen Unfall nannte. Und auch mein Gesicht war wohl nicht besser gewesen. Aber Samuel beharrte seit dem Vorfall darauf, dass er die Wahrheit gesagt habe.
—
Die Schafe waren inzwischen in ihre Nachtruhe übergegangen. Sie schreckten nicht einmal auf, wenn wir mit dem Auto direkt an ihnen vorbeifuhren.
Ich muss schon sagen, dass die Straße sehr eng war. Und auch die zahlreichen Hügel, wie der, den wir gerade hinauffuhren, schränkten deutlich die Sicht ein. Bis man an der Spitze war, hatte man keinerlei Einblicke auf eventuelle Hindernisse oder den Gegenverkehr.
Besonders hinterlistig war die Stelle, der wir uns jetzt näherten. Direkt hinter dem Hügel war eine scharfe Linkskurve, die auf eine einspurige Brücke führte. Wenn man hier nicht aufpasste, konnte das sicher schnell zu einem Unfall führen.
Aber wenn man die Gegend kannte, aufmerksam blieb und sich an die 40 Meilen pro Stunde – etwa 64 km/h –, hielt, war die Strecke eigentlich unbedenklich.
Im Moment achtete ich aber gar nicht mehr auf die Straße. Ich hatte meinen Kopf an die Scheibe gelehnt und betrachtete gelangweilt den Sternenhimmel, den ich vorhin noch als atemberaubend bezeichnet hatte. Aber auch ihm wurde ich inzwischen überdrüssig. Gerade würde ich auf jeden Fall nichts lieber tun, als mir die Beine zu vertreten, ehe ich mich mit einer Tasse Tee oder vielleicht einem kalten Bier in irgendein gemütliches Etablissement setzte.
„Warum passiert denn nichts?“, schimpfte Samuel leise.
Das fragte ich mich allerdings auch. Wieso gab er es nicht endlich auf?
Dann plötzlich schnallte Samuel sich bei voller Fahrt ab. Er rollte das Fenster runter. „Nun zeigt euch endlich, ihr scheiß Hände!“, schrie er in die Dunkelheit. „Damals habt ihr eure dreckigen Griffel doch auch nicht von meinem Lenkrad lassen können!“
Zu allem Überdruss trat er auch noch das Gaspedal voll durch.
Ich wurde nach hinten in den Sitz gedrückt. „Samuel! Fahr langsamer!“, schrie ich ihn an, während ich mich mit der linken Hand an der Autotür und der rechten im Sitz festkrallte.
Aber mein Mann dachte gar nicht daran. Er donnerte mit über 150 Sachen über den Asphalt. Bei einigen Hügeln kam es mir sogar so vor, als würden die Reifen den Boden verlassen.
Ich hatte Todesangst. Und auch ein Auto, das uns entgegenkam, fuhr fast in den Graben. Es war wie wild am Hupen, während wir daran vorbeirasten.
Bei jedem Hügel und jeder kleinsten Kurve sah ich mein Leben an mir vorbeiziehen.
Aber zum Glück dauern 4 Meilen mit 150 km/h nicht sonderlich lange. Nach etwa zwei Minuten purem Adrenalinrausch wurde Samuel endlich langsamer. An der gewohnten Stelle setzte er zum Wenden an.
„Halt an!“, kreischte ich jetzt. „Halt sofort den Wagen an!“ Ich klammerte mich noch immer im Auto fest. Mein Herz raste. Meine Atmung ging so stoßweise, dass ich Angst hatte, nicht genug Sauerstoff zu bekommen.
Zum Glück hörte Samuel diesmal auf mich. Noch bevor er den Wagen ganz gehalten hatte, schnallte ich mich ab, öffnete die Autotür und stieg mit zittrigen Knien aus.
„Was machst du?“, fragte Samuel laut. „Katie, wo willst du hin?“
„Ich geh zurück zum Hotel!“, schrie ich ihn an. „Aber zuerst brauch ich ein kaltes Bier, um meine Nerven zu beruhigen!“ Mit noch immer zittrigen Beinen stapfte ich am Wegesrand entlang.
Samuel holte mich ein. Er fuhr in Schrittgeschwindigkeit neben mir her. „Katie, es tut mir leid“, entschuldigte er sich. „Bitte. Steig wieder ein. Wir fahren zusammen zurück zum Hotel. In einer normalen Geschwindigkeit.“
Nur zögerlich stieg ich zurück in sein Auto. Aber tatsächlich hielt er sich daran. Es dauerte nicht lange, bis wir mit je einem kühlen Bier im Barbereich unseres Hotels saßen.
„Was hast du dir dabei eigentlich erhofft?“, fragte ich. „Wie ein Wahnsinniger über die Straße zu brettern. Selbst, wenn wir mal annehmen, dass die Hände echt wären …“
„Sie sind echt!“, unterbrach er mich.
„Gut. Selbst, wenn die Hände echt sind, was hättest du dann getan, wenn sie dir ins Lenkrad gegriffen hätten? Den Unfall hätten wir beide nicht überlebt!“
Daraufhin wurde Samuel sehr still. „Tut mir leid“, sagte er leise. „Ich hab nicht nachgedacht.“ Er nahm einen großen Schluck von seinem Bier.
Aber während unsere Stimmung am Anfang noch angespannt war, wurden wir mit steigendem Alkoholpegel immer lockerer. Wir waren nicht wirklich betrunken, aber das Bier half uns, zumindest etwas besser drauf zu sein.
„Du hättest damals dabei sein müssen!“, erklärte er. „Ich hab mega Schiss gehabt, als da plötzlich diese Hände an dem Lenkrad waren!“
Ich wusste allerdings noch immer nicht, ob ich ihm glauben sollte. Normalerweise schwieg ich darüber, aber heute machte mich das Bier etwas leichtsinniger. „Und das hatte sicher nichts damit zu tun, dass du eine Testfahrt in einem Sportwagen machen solltest und etwas schnell gefahren bist?“, hakte ich nach.
„Was willst du damit sagen?“ Samuel sah fast wütend aus.
„Na ja … wäre es nicht vielleicht … ganz eventuell … theoretisch möglich, dass du dich geirrt hast?“, fragte ich. „Vielleicht war es auch ein Sekundenschlaf. Kann man dabei träumen?“
Aber Samuel wollte davon nichts hören. „Sag mal, spinnst du jetzt?“, fuhr er mich an. „Bisher konnte ich mich wenigstens immer auf dich verlassen. Auf meine eigene Frau. Wieso fällst du mir jetzt in den Rücken?“ Wütend sprang er auf und ging Richtung Ausgang.
„Baby! So war das nicht gemein!“, rief ich ihm nach. „Warte doch!“
Aber er wurde nicht einmal langsamer.
Hektisch kramte ich einige Scheine aus meinem Portemonnaie und drückte sie dem verdutzten Mann an der Bar in die Hand. Dass ich dabei ein etwas zu großzügiges Trinkgeld gab, war mir im Moment egal.
Schnell rannte ich Samuel nach. Er war aber nicht auf dem Weg in unser Zimmer, wie ich erst gedacht hatte, sondern ging nach draußen zu den Parkplätzen. Er wird doch nicht …?!
Ich sprintete ihm hinterher nach draußen. Tatsache: Samuel saß wieder am Steuer seines Autos. Der Motor lief bereits.
„Samuel, Stopp!“, schrie ich ihn an. „Du bist betrunken! So darfst du nicht fahren!“
Gut. Betrunken war vielleicht das falsche Wort. Aber er war auf alle Fälle angetrunken.
Doch entweder hörte mein Mann mich nicht, oder er wollte mich nicht hören. Er warf mir bloß einen fast schon genervten Blick zu, ehe er mit quietschenden Reifen zurück Richtung B3212 losraste.
Das war das letzte Mal, dass ich Samuel lebend gesehen hatte. Wir waren in einem Streit auseinandergegangen. Innerhalb der nächsten Minuten baute er einen tödlichen Unfall.
Ich wusste nicht, woran es lag. Daran, dass er aufgebracht Auto fuhr, oder am Alkohol. Vielleicht sogar eine Mischung aus beidem. Ich gab mir die Schuld. Und es sollte noch viele Jahre dauern, bis ich mir verzeihen konnte. Warum hatte ich damals nicht einfach die Klappe gehalten?
Das war zumindest, bis ich mir die Aufnahmen von jenem Abend noch einmal ansah. Es war ein sentimentaler Moment. Ich wollte meinen Ehemann wiedersehen. Also sichtete ich diverse Stunden Filmmaterial und unzählige SD-Karten, die ich je während der Fahrt ausgetauscht hatte.
Tränen rannen mir über die Wangen, als ich den Moment noch einmal erleben musste, als Samuel die Beherrschung verlor. „Nun zeigt euch endlich, ihr scheiß Hände! Damals habt ihr eure dreckigen Griffel doch auch nicht von meinem Lenkrad lassen können!“
Ich ließ die folgenden Minuten im Schnelldurchlauf über den Monitor laufen, wollte nicht noch einmal sehen, wie wir uns stritten, ehe er uns zur Kneipe fuhr.
Als ich gerade dachte, die Aufnahme sei zu Ende, folgte völlig unerwartet ein weiteres Bild. Es zeigte Samuel, der die Kamera einschaltete.
„Verdammtes Drecksding, geh an!“, grummelte er. Er klang angetrunken. „Geht doch.“ Dann wandte er sich wieder der Straße zu. Ohne sich anzuschnallen – diesmal hatte er es wahrscheinlich wirklich vergessen – fuhr er los. Es folgte die vertraute Strecke, die ich heute bereits unzählige Male gesehen hatte. Obwohl … Bei der Dunkelheit sah ich die Straße kaum. Es gab dort keine Straßenlaternen, weshalb das einzige Licht Samuels Scheinwerfer waren.
Das Auto fuhr viel zu schnell. Irgendwann geriet Samuel von der Straße ab. Kurz darauf überschlug sich das Auto mehrere Male. Die Kamera löste sich aus der Halterung und die Aufnahme brach ab.
Ich starrte jetzt jedoch mit gerunzelter Stirn auf den Bildschirm, hatte nicht einmal weggesehen, als mein Mann den tödlichen Unfall baute. War da gerade …
Schnell spulte ich zurück bis kurz vor dem Unfall. Ich drückte auf Play. Diesmal pausierte ich aber, kurz bevor Samuel von der Straße abkam.
Ungläubig starrte ich das Standbild an. Dort, direkt neben Samuels eigener, befand sich eine zweite linke Hand am Lenkrad. Sie hatte keinen Arm, an dem sie befestigt war. Außerdem war sie unglaublich haarig.
Die Legende:
The Hairy Hands of Dartmoor (Englisch für „Die Haarigen Hände von Dartmoor“), manchmal auch „The Hairy Hands of Devon“ oder nur „Hairy Hands“ genannt, ist eine Legende aus Dartmoor, einem Nationalpark in Devon, England.
Der Legende zufolge soll, besonders im 20. Jahrhundert, ein Paar haarige körperlose Hände zu mehreren Auto- und Motorradunfällen in der Gegend geführt haben.
Aussehen:
Es gibt zwei Arten von Begegnungen mit den Hairy Hands of Dartmoor. Bei der einen sind die Hände unsichtbar.
Sind die Hairy Hands hingegen sichtbar, so soll es sich laut Augenzeugen um eine oder zwei große haarige Hände handeln, die körperlos an dem Lenker, Lenkrad oder der Scheibe erscheinen.
Im Normalfall werden sie als menschlich oder menschenähnlich beschrieben, ich habe aber auch einen Augenzeugenbericht gelesen, in dem es hieß, dass sich zwei haarige Pfoten um den Lenker gelegt hätten.
Entstehung:
Wie die Hairy Hands of Dartmoor entstanden sein sollen, unterscheidet sich je nach Version der Legende. Bei meiner Recherche habe ich drei Versionen gefunden, die wohl sehr geläufig sein sollen.
In der ersten Version sollen die Hairy Hands selbst der Geist eines Verunglückten sein, der auf derselben Straße, wo sie erscheinen, gestorben sein soll.
Laut der zweiten Version handele es sich bei ihnen um den Geist eines (meist geisteskranken) Häftlings, der im nahegelegenen His Majesty’s Prison Dartmoor gestorben sein soll. Das HMP Dartmoor war eine der ältesten Haftanstalten Englands, ehe es im Jahr 2024 geschlossen wurde.
Die dritte Version der Legende bezieht sich hingegen auf eine Pulverfabrik, von denen es einige in Dartmoor gab. Angeblich sei es darin eines Tages zu einer Explosion gekommen, bei der einer der Arbeiter gestorben sei. Es seien nur seine großen haarigen Hände übriggeblieben.
Eigenschaften:
Die Hairy Hands of Dartmoor tauchen fast ausschließlich während der Fahrt in einem Auto oder auf einem Motorrad auf. Es gibt aber auch zwei Berichte, bei denen sie bei einem stehenden Fahrzeug gesehen wurden.
Wenn sie während der Fahrt auftauchen, sollen sie jedenfalls dem Fahrenden ins Lenkrad bzw. den Lenker greifen und versuchen, ihn von der Straße abzubringen.
Dabei gab es verschiedene Berichte von unsichtbaren Händen, die am Lenker gezerrt haben, aber auch von sichtbaren haarigen Händen, die plötzlich am Lenkrad oder über den Händen der Fahrenden aufgetaucht sind.
Sobald man es schafft, das Fahrzeug anzuhalten, oder einen Unfall baut, sollen die Hände wieder spurlos verschwinden.
Außerdem soll es vorkommen können, dass das Fahrzeug beim Erscheinen der Hände plötzlich beschleunigt.
Wie bereits erwähnt gibt es darüber hinaus mindestens zwei Berichte, in denen die Hände bei einem stehenden Fahrzeug aufgetaucht sind. Mehr dazu erfahrt ihr unter Ursprung.
Lebensraum/Vorkommen:
The Hairy Hands of Dartmoor sollen ausschließlich im Nationalpark Dartmoor auftauchen. Fast alle Berichte erzählen davon, dass sich die Vorfälle auf der B3212 zugetragen haben sollen, besonders im Abschnitt zwischen Postbridge und Two Bridges.
Ursprung:
Die erste bekannte Begegnung mit den Hairy Hands of Dartmoor passierte im Juni 1921. Damals fuhr Dr. Ernest Hasler Helby, ein Doktor im nahegelegenen Gefängnis HMP Dartmoor, am Abend mit seinem Motorrad die B3212 entlang, als er plötzlich von der Straße abgekommen ist. Im Beiwagen des Motorrads saßen seine beiden jungen Töchter. Seinen Töchtern zufolge habe er auf einmal angefangen, über die Kontrolle mit dem Lenker zu kämpfen, woraufhin er sie anschrie, dass sie abspringen sollen. Dr. Helby hat den Unfall nicht überlebt.
Noch im selben Jahr gab es zwei weitere unerklärliche Unfälle. Bei einem hat ein Busfahrer die Kontrolle über seinen Bus verloren – angeblich habe es sich so angefühlt, als würde jemand den Lenker beiseite reißen –, bei dem anderen soll ein Motorradfahrer die Kontrolle verloren haben. Die Person auf dem Soziussitz (dem „Rücksitz“ eines Motorrads) berichtete, dass sie eine große haarige Hand am Lenker gesehen habe, während der Fahrer um die Kontrolle kämpfte.
Anschließend sollen mehrere Zeitungsartikel über die Vorfälle veröffentlicht worden sein. Es soll sogar einen Artikel in einer Londoner Zeitung gegeben haben. So haben die Hairy Hands of Dartmoor schließlich nationale Bekanntheit erreicht. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis es weitere angebliche Vorfälle gab. Die meisten von ihnen liefen ähnlich ab, wie die bisherigen Unfälle. Auch heutzutage soll es noch zu solchen Vorfällen kommen.
Zwei Fälle bei stehenden Autos:
Zwei Ereignisse stechen jedoch hervor: 1924 soll ein campendes Ehepaar in der Gegend eine Begegnung mit den Hairy Hands gehabt haben, jedoch nicht während der Fahrt. Die Ehefrau ist nachts wach geworden, soll eine haarige Hand am Wohnwagenfenster gesehen haben, die laut ihrer Aussage, ihr und ihrem Mann etwas Böses antun wollte. Sie machte ein Kreuzzeichen mit den Fingern und die Hand sei verschwunden.
Ein ähnlicher Fall trug sich 1962 zu, als eine Frau auf der Straße anhielt, um auf die Karte zu sehen. Als sie von der Karte aufsah, habe sie zwei haarige Hände gesehen, die sich von außen an ihre Windschutzscheibe gepresst hätten.
Erklärungsversuche:
Natürlich gibt es auch viele nicht-übernatürliche Erklärungsversuche, wieso es zu den zahlreichen Unfällen auf der B3212 gekommen sei.
Zum einen hat die Straße zwei scharfe Kurven, die gerade Touristen und ortsfremde Personen häufig unterschätzen (es ist sogar möglich, dass es früher noch mehr Kurven gab, bis die Straße irgendwann ausgebessert wurde). Sie fahren zu schnell auf der engen, nicht beleuchteten Straße, weshalb es zu den zahlreichen Unfällen käme.
Ein weiterer Erklärungsversuch hat mit dem Zustand der Straße zu tun, der nicht an allen Stellen optimal sei. Straßenschäden, Hubbel und Absenkungen im Asphalt sollen auf der B3212 keine Seltenheit gewesen sein.
Erschwerend kommt zu diesen beiden Erklärungen hinzu, dass es aufgrund der Landschaft in Dartmoor oft Nebel gibt, der die Sicht auf die Straße beeinträchtigt.
Ein Hinweis, dass einer oder wahrscheinlich eine Kombination dieser Faktoren tatsächlich Schuld an den vermehrten Unfällen sein dürfte, ist, dass die Unfälle nach einigen Reparaturen und Ausbesserungen der Straße deutlich abgenommen haben.
Allerdings erklärt natürlich nichts hiervon die optische Erscheinung der haarigen Hände, von denen viele Verunglückte berichtet haben.
The Hairy Hands of Dartmoor in der Popkultur:
Es gibt einen 12-minütigen Kurzfilm namens „The Hairy Hands“ (2010), geschrieben und produziert von Ashley Thorpe, der von der Legende handelt. Ich würde ihn allerdings fast schon als Kunstfilm einordnen, aufgrund der Art, wie er gedreht wurde.
Darüber hinaus gibt es die „Audio Experience“ Hairy Hands FM, die ihr selbst mit eurem Smartphone und einem Paar Kopfhörer erleben könnt. Ich würde jedoch nicht unbedingt sagen, dass ich sie empfehlen kann, da sie meiner Meinung nach weder sonderlich gut gemacht noch in irgendeiner Weise akkurat in Bezug auf die tatsächliche Legende ist. Falls ihr trotzdem etwa 20 Minuten eurer Zeit dafür opfern wollt, findet ihr sie Hier.
Außerdem gibt es diverse YouTube-Videos und Podcasts, die sich mit der Legende beschäftigen.
Weitere Auftritte der Hairy Hands of Dartmoor in Filmen, Serien oder Videospielen sind mir jedoch nicht bekannt. Solltest du irgendetwas in die Richtung kennen, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen!
Was haltet ihr von den Hairy Hands of Dartmoor? Glaubt ihr, an der Legende könnte etwas dran sein? Oder sind eher die Straßenlage und Fehler von den Fahrzeugführenden schuld? Schreibt es in die Kommentare!





