<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Mörder Archive - Geister und Legenden</title>
	<atom:link href="https://www.geister-und-legenden.de/tag/moerder/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/moerder</link>
	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
	<lastBuildDate>Tue, 29 Oct 2024 13:28:13 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.geister-und-legenden.de/wp-content/uploads/2019/03/Icon2-150x150.jpg</url>
	<title>Mörder Archive - Geister und Legenden</title>
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/moerder</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>The Roommate&#8217;s Death – Es ist jemand auf dem Flur!</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/the-roommates-death</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/the-roommates-death#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Roommate]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Serienmörder]]></category>
		<category><![CDATA[The Rommate's Death]]></category>
		<category><![CDATA[The Roommates Death]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=3071</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als der Radiosprecher jedoch die Lokalnachrichten verkündete, wurde ich hellhörig. „Wir haben vor wenigen Minuten die Nachricht erhalten, dass ein verurteilter Mörder aus der Sunny-Meadows-Nervenheilanstalt geflohen ist. Achtet auf eure Kinder und haltet Türen und Fenster geschlossen …"</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-roommates-death">The Roommate&#8217;s Death – Es ist jemand auf dem Flur!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/e968ca5bb2954b77af8c66da49ade839" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">The Roommate&#8217;s Death ist eine klassische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus den USA. Denn was passt besser zu <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> als eine Legende, die man sich regelmäßig um diese Zeit an amerikanischen Universitäten erzählt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich noch eine kleine Überraschung für Halloween eingeplant. Seht also ab Donnerstag den 31. Oktober 2024 gegen 15 Uhr auf meinem Blog vorbei!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; Blut</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Und du bist sicher, dass du nicht mitwillst, Sharon?“, fragte meine Mitbewohnerin Kimberly, während sie am Spiegel stand und sich einen knallroten Lippenstift auftrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Hintergrund lief leise Popmusik aus meinem Radio auf dem Nachttisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte den Kopf. „Nein danke. Ich bin glücklich mit meinem Bett und meinen Büchern“, erwiderte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du Nerd“, sagte Kimberly. Jetzt sah sie mich durch den Spiegel direkt an. Ihr Grinsen entblößte ihre spitzen Eckzähne, die zu ihrem Vampirkostüm gehörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich unterdrückte ein Seufzen, während auch ich ein Schmunzeln aufsetzte. Die Wahrheit ist, dass ich gerne mit zur Halloweenparty gegangen wäre. Aber ich traute mich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Normalerweise fanden die Partys hier in der Uni statt. Aber seit einem Vorfall vor einigen Wochen, bei dem eine 19-Jährige mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet war, herrschte auf dem gesamten Universitätsgelände striktes Alkoholverbot. Es gab sogar Gerüchte, dass eine Studentin von der Uni geflogen sei, weil ein Dozent sie mit einer Dose Bier erwischt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob das nun stimmte oder nicht, bleibt mal dahingestellt. Trotzdem hatte es dazu geführt, dass eine Gruppe Seniors eine Party außerhalb der Uni organisiert hat. Und nicht nur das: Alle Studierenden waren eingeladen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatten eine riesen Sache daraus gemacht, mit echtem Spukhaus, massenhaft Dekoration, Spielen, Horrorfilmen, Gruselgeschichten und natürlich Alkohol. Fast jeder, der nicht über das Wochenende nach Hause fuhr, war hingegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Uni war menschenleer. Ich wusste nur von einem anderen Mädchen, das mit einer heftigen Erkältung im Bett lag. Ansonsten waren nur noch Kimberly und ich hier. Ich, weil ich ein riesen Angsthase war, und Kimberly, weil sie angeblich nicht auf die Uhr gesehen habe. In Wirklichkeit hatte sie sich aber nur so viel Zeit gelassen, weil sie ein schlechtes Gewissen hatte, ihre beste Freundin und Zimmergenossin allein in der Uni zurückzulassen. Zumindest war ich mir dabei ziemlich sicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als hätte sie meine Gedanken gehört, drehte sie sich zu mir um und strich ihr altmodisches Kleid glatt. „Geht das so?“, fragte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lachte. „Ja, du siehst super aus. Wie immer. Und jetzt mach, dass du loskommst. Sonst ist die Party vorbei, bevor du überhaupt da bist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kimberly setzte einen Schmollmund auf. Kurz darauf erklang eine leise Stimme aus meinem Radio, die die 8-Uhr Nachrichten ankündigte. „Gleich“, sagte Kimberly plötzlich, während sie sich zu mir aufs Bett setzte. „Mach mal lauter, ich will nur noch hören, wie das Wetter heute wird.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rollte mit den Augen, musste dann aber lachen und drehte das Radio ein Stück lauter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst ging es nur um Politik, irgendeinen iranischen Prinzen und um den Papst. Als der Radiosprecher jedoch die Lokalnachrichten verkündete, wurde ich hellhörig. „Wir haben vor wenigen Minuten die Nachricht erhalten, dass ein verurteilter Mörder aus der Sunny-Meadows-Nervenheilanstalt geflohen ist. Achtet auf eure Kinder und haltet Türen und Fenster geschlossen. Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten gibt. Und nun zum Wetter: Wenn ihr heute Abend noch von Haus zu Haus ziehen wollt, habt ihr Glück. Niederschläge sind nicht zu erwarten. Erst Anfang der Woche kann es wieder vereinzelt zu Schauern kommen, die …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter hörte ich dem Sprecher nicht zu. Stattdessen sah ich Kimberly mit großen Augen an. „Hast du das gehört?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Ich brauch meine Jacke nicht mitzunehmen“, sagte sie trocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du bist blöd!“, erwiderte ich. „Ich meine den entflohenen Irren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt setzte Kimberly ein breites Grinsen auf. „Gruselig, oder? Bist du sicher, dass du ganz allein hierbleiben willst?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich biss die Zähne zusammen. Damit hatte sie bei mir einen Nerv getroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach Sharon, mach dir darüber keine Gedanken“, reagierte Kimberly auf mein erschrockenes Gesicht. „Falls es den Typen überhaupt gibt, hat er bestimmt kein Interesse an einer fast leeren Uni. Außerdem halt ich es für wahrscheinlicher, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Vielleicht kam die ‚Meldung‘ ja bloß von einigen vorwitzigen Jugendlichen. Ich meine komm schon? Ein entflohener Wahnsinniger? An Halloween?“ Sie schnaufte amüsiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich atmete tief durch. Wahrscheinlich hatte sie recht. Wie immer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber ich sollte wirklich langsam los“, gestand Kimberly sich endlich ein. „Kann ich noch irgendetwas für dich tun, bevor ich dich hier ganz allein zurücklasse?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte den Kopf, ehe ich sie anlächelte. „Danke, nein. Außer vielleicht möglichst viel Spaß haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das brachte Kimberly zum Lachen. „Das werd ich. Keine Sorge. Andererseits … wie wäre es mit einer Cola? Ich weiß doch, wie gerne du das Zeug magst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hob eine Augenbraue. „Wolltest du nicht gerade los?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Kimberly zuckte bloß mit den Schultern. „Ach, kein Problem. Die Tankstelle ist doch gleich um die Ecke. Außerdem musst du dich dann nicht extra anziehen und ich kann mein schlechtes Gewissen beruhigen, weil ich dich alleinlasse.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder schüttelte ich den Kopf. „Wenn es dir so wichtig ist. Tu, was du nicht lassen kannst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kimberly grinste. „Immer. Bis gleich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bis gleich“, erwiderte ich „Und Kim … Danke.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schenkte mir noch ein Lächeln, ehe sie zur Tür ging. Die Türscharniere gaben ihr vertrautes Quietschen von sich, dann schloss Kimberly die Tür hinter sich und war verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lauschte noch ihren Schritten, die schnell auf dem Flur verhallten, ehe ich wieder zu meinem Buch griff und die nächste Seite aufschlug.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir fiel erst auf, wie viel Zeit vergangen war, als ich nach dem Wasserglas auf meinem Nachttisch greifen wollte und mein Blick dabei zufällig auf die Uhr fiel. Es war bereits viertel nach 8.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wollte Kimberly nicht nur schnell zur Tankstelle laufen? Dafür musste sie nur über die Straße. Wenn sie sich beeilt hätte, hätte sie fünf Minuten gebraucht, in gemächlichem Tempo vielleicht zehn. Aber 15?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte. „Jetzt beruhig dich mal, Sharon“, murmelte ich mir zu. Wahrscheinlich musste sie nur auf Toilette. Oder sie wurde von irgendwem aufgehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber während ich versuchte, weiterzulesen, konnte ich mich nicht konzentrieren. Immer wieder schielte ich zur Uhr. Außerdem wollte mir die Meldung über den entflohenen Mörder nicht aus dem Kopf gehen. Die Sunny-Meadows-Nervenheilanstalt war immerhin gar nicht so weit weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Uhr schließlich 08:20 PM anzeigte, griff ich nach meinem Lesezeichen. Ich sollte Kimberly lieber nachgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade als ich das Buch jedoch auf meinen Nachttisch gelegt hatte, ertönte ein entfernter Schrei. Ein weiblicher Schrei. Er klang gequält. Voller Panik. Kimberly?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Sekunde später stand ich neben dem Bett. War der Schrei aus der Uni gekommen? Oder von draußen? Ich lauschte angestrengt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt herrschte wieder Stille. Oder … Moment. Waren das Schritte? Sie klangen schwer und unregelmäßig. Aber woher kamen sie?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit leisen Sohlen schlich ich zur Tür. Dort drückte ich mein Ohr vorsichtig an das Holz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Stampf</em>. <em>Chhht</em>. <em>Stampf</em>. <em>Chhht</em>. <em>Stampf</em>. Es klang so, als würde die Person humpeln. Mit einem Bein auftreten und das andere nachziehen. Aber was noch viel schlimmer war: Sie näherte sich eindeutig unserem Zimmer!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fieberhaft dachte ich darüber nach, wer das sein könnte. Aber mir fiel kein einziger Student ein, der humpelte. Und wenn er sich gerade erst verletzt hatte, würde er dann allein in die Uni humpeln?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder war es vielleicht Kimberly? Aber sie hätte sicherlich schon lange auf sich aufmerksam gemacht, nach mir gerufen, wenn sie verletzt wäre. Außerdem war da noch dieser markerschütternde Schrei gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nein, wer auch immer da draußen war, es musste ein Fremder sein, der hier keinen Zutritt haben sollte. Und wenn es schon ein Fremder war, warum dann nicht gleich ein entflohener Mörder aus einer Nervenheilanstalt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wollte ich so gar nicht denken, aber der Gedanke schoss mir unweigerlich in den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also gut. Nehmen wir an, dort draußen war wirklich eine fremde Person, die sich unerlaubt Zutritt verschafft hatte. Was wollte sie dann hier? Soweit ich es hören konnte, öffnete sie keinerlei Türen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutete, mir blieben genau zwei Möglichkeiten: Entweder, ich blieb mucksmäuschenstill auf unserem Zimmer und hoffte, dass die Person vorbeiging. Oder ich ging auf den Flur, um nachzusehen, wer das war und gegebenenfalls wegzulaufen. Allerdings müsste ich mich dafür zwangsläufig zu erkennen geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich entschied, lieber auf dem Zimmer zu bleiben. Bestimmt würde die Person vorbeigehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit jedem Schritt, mit jedem Schleifen des nachgezogenen Beines bereute ich meine Entscheidung jedoch mehr. Es kam näher und näher und näher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte keine Möglichkeit, um mich in dem Zimmer zu verbarrikadieren. Für die Tür gab es keine Schlüssel. Und ich hatte nichts, womit ich die Tür blockieren konnte. Zumindest nichts, was sich auf die Schnelle bewegen ließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz überlegte ich, ob ich mich selbst gegen die Tür stemmen, sie zuhalten solle. Aber was konnte ein zierliches Mädchen wie ich schon gegen einen kräftigen Mann ausrichten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen sah ich mich im Zimmer hektisch nach einem Versteck um. Unter dem Bett? Zu auffällig. Hinter dem Vorhang? Nein, er reichte nicht einmal bis ganz auf den Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich fiel mein Blick auf unseren Wandschrank. Er hatte Schiebetüren. Ich erinnerte mich noch genau daran, wie Kimberly und ich ihn versehentlich einmal blockiert hatten, als ein darinstehender Besen umgefallen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne weiter darüber nachzudenken, schlich ich zu ihm. So langsam ich konnte, schob ich die Tür auf. Sie machte kein einziges Geräusch. Anschließend schnappte ich mir den Besen, den wir inzwischen neben dem Schrank aufbewahrten, und verschwand damit im Wandschrank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso leise wie eben schob ich die Tür wieder zu. Jetzt in völliger Dunkelheit versuchte ich, den Besen möglichst geräuschlos von innen an die Tür zu klemmen. Das leise Schaben des Holzstiels an der Schrankwand dröhnte wie Donner in meinen Ohren. Dafür gelang es mir, das Stielende genau an den kleinen Absatz zu klemmen, den die Tür am Rand hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorsichtig versuchte ich nun, die Tür von innen wieder aufzuschieben. Sie hatte sich tatsächlich am Besenstiel verkeilt. Erleichtert atmete ich auf, während ich mich in die Hocke sinken ließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Moment ergriff eine ungewohnte Klarheit meinen Verstand. Was tat ich hier eigentlich. Hatte ich mich gerade wirklich in unserem Wandschrank verbarrikadiert, nur weil ich Schritte auf dem Universitätsflur gehört hatte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast musste ich lachen, so lächerlich kam ich mir vor. Wer auch immer da draußen war, er oder sie würde am Zimmer vorbeigehen. Nur weil sie in den Nachrichten von einem entlaufenen Mörder berichtet haben, hieß das noch lange nicht, dass er ausgerechnet jetzt in unsere Uni spaziert kommt und zielstrebig mein Zimmer ansteuert, nur weil ich allein …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Quietschen unserer Zimmertür unterbrach meine Gedanken. Für einen kurzen Moment hatte ich noch die Hoffnung, dass es vielleicht doch Kimberly war. Dann hörte ich die Geräusche: ein schnelles Atmen, eine Art Keuchen und Röcheln. Wenn ich es mir so anhörte, war ich mir nicht einmal sicher, ob es überhaupt ein Mensch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch versuchte ich, eine logische Erklärung zu finden. Wer oder was war das da draußen? Und was wollte er von mir? Wieso hatte er die anderen Zimmer in Ruhe gelassen und nur meine Tür geöffnet? Kannte ich die Person? War das vielleicht irgendein dummer Streich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mir jedoch eine Sache auf: Im Zimmer brannte Licht. Wer auch immer da draußen war, er hätte nur im Flur das Licht ausschalten müssen und der erleuchtete Türspalt hätte unser Zimmer wie eine Signalleuchte hervorgehoben. Deswegen war er so zielstrebig hergelaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Anspannung hielt ich den Atem an. Ich konnte deutlich hören, wie die Person das Zimmer durchwühlte. Ich hörte Stoff, vielleicht meine Bettdecke, die zur Seite gerissen wurde. Irgendetwas fiel zu Boden. Es klang, als wenn etwas zu Bruch ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich knallte etwas gegen den Schrank. Ein Quieken entfuhr mir, bevor ich mir panisch die Hände auf den Mund pressen konnte. Zu spät. Wer auch immer da draußen war, er hatte mich gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsetzt griff ich nach dem Besen, hielt ihn an Ort und Stelle, während von draußen an der Tür gerüttelt wurde. Es donnerte, klopfte und polterte an dem Holz, als würde die Person den Schrank mit Gewalt aufbrechen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel wieder etwas Schweres zu Boden. Diesmal unmittelbar vor der Schranktür. Jetzt war das Klopfen direkt neben mir. Auch hörte ich eine Art Kratzen, als versuche etwas mit Klauen oder Fingernägeln sich durch das Holz zu graben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was zur Hölle war da draußen los!? Es sollte aufhören! Es sollte einfach nur aufhören!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tränen rannen über meine Wangen. Würde ich nicht krampfhaft den Besenstiel festhalten, hätte ich mir wahrscheinlich die Ohren zugehalten und geschrien. Letzteres tat ich trotzdem. „Hilfe! Hiiiiilfe!“, kreischte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann … war der Spuk plötzlich vorbei. Ich hörte noch ein letztes leises Klopfen, dann herrschte Stille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Herz raste. Es pochte mir bis in die Ohren. Ich hörte meinen schnellen Atem. Aber draußen vor dem Schrank blieb es jetzt still.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verunsichert sah ich mich um. Nicht, dass es in der Dunkelheit etwas gebracht hätte, aber was sollte ich sonst tun. Die Tür würde ich ganz sicher nicht öffnen. Immerhin hätte ich gehört, wenn die Person da draußen das Zimmer verlassen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also wartete ich. Ich wartete auf irgendein Geräusch, irgendeine Reaktion. Und wartete. Und wartete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit verließ das Adrenalin meinen Körper. Ich fühlte mich müde und schwach. Zu verwirrt, um zu verstehen, was hier passierte. Und ehe ich es bemerkte, war ich eingeschlafen.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Scheiße. Was ist hier passiert?“, riss mich eine Stimme aus dem Schlaf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen die Polizei rufen!“, sagte eine andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saß noch immer im Schrank, umgeben von Dunkelheit. Vorsichtig rappelte ich mich auf. Ich kannte die Stimmen. „Jake? Bist du das?“, rief ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sharon? Sharon! Gott sei Dank!“, antwortete Jake.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte weinen können vor Freude. Schnell stieß ich den Besen beiseite, riss die Schranktür auf und trat neben die Leiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem spitzen Aufschrei sprang ich in den Schrank zurück. Erst jetzt realisierte ich, wer dort vor mir lag: Das war Kimberly. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Eine Blutlache hatte sich um ihren Hals gebildet. Ihre Fingernägel waren abgebrochen und blutig und ihr linkes Bein lag in einem unnatürlichen Winkel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsetzt fasste ich mir an den Mund. Erst jetzt verstand ich, was letzte Nacht passiert war: Es war die ganze Zeit Kimberly gewesen. Wahrscheinlich wurde sie angegriffen und hatte es gerade so geschafft, sich mit ihren Verletzungen in die Uni zu retten. Deswegen hatte sie gehumpelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schnitt an ihrem Hals hingegen musste irgendetwas durchtrennt haben, weswegen sie nicht mehr sprechen konnte. Sie hatte versucht, bei mir Hilfe zu suchen. Das Klopfen und Kratzen waren ihre verzweifelten Versuche, auf sich aufmerksam zu machen. Und ich … Ich hatte mich feige im Schrank versteckt, während Kimberly langsam verblutet war. Wäre ich nicht so ein Angsthase gewesen, könnte sie jetzt noch leben …</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/instagram-logo.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://bsky.app/profile/geisterlegenden.bsky.social" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/bluesky-logo.svg" height="40" width="40" alt="Bluesky" title="Folge mir auf Bluesky"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/facebook-logo.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütze mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonniere meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">The Roommate’s Death (englisch für „Der Tod des Mitbewohners“) ist eine urbane Legende aus den USA. Dort wird sie besonders häufig in Universitäten erzählt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei den meisten urbanen Legenden dieser Art, wird in The Roommate&#8217;s Death entweder überhaupt nicht erwähnt, wer der Täter ist, oder es ist von einem entflohenen Straftäter oder Insassen einer Nervenheilanstalt die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seltener ist es ein Bekannter des Opfers.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Legende beginnt fast immer damit, dass zwei Collegestudentinnen allein in der Uni sind. Die meisten anderen Studentinnen und Studenten sind nach Hause gefahren, z. B. weil es Weihnachten, Ostern oder Thanksgiving ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Abend verlässt eine der beiden Studentinnen das Zimmer. Sie möchte etwas zu Essen holen, auf Toilette gehen, jemandem die Tür öffnen, etwas überprüfen o. Ä., sodass ihre Mitbewohnerin allein auf dem Zimmer zurückbleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann hört die Mitbewohnerin seltsame Geräusche aus dem Flur. Sie traut sich nicht, rauszugehen, um nachzusehen, was los ist, also schließt sie sich in ihrem Zimmer ein. Bald kommen die Geräusche – ein Klopfen und/oder Kratzen – von der Zimmertür, weshalb die Mitbewohnerin die Nacht über völlig verängstigt im Zimmer bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst am nächsten Morgen, als es draußen hell wird, traut sie sich, das Zimmer zu verlassen. Dort findet sie ihre tote Mitbewohnerin vor. Sie wurde ermordet und dabei so zugerichtet, dass sie nicht mehr sprechen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Legende wird oft erwähnt, dass die Studentin ihre Freundin hätte retten können, wenn sie sich aus dem Zimmer getraut hätte. Die Freundin konnte also vor dem Mörder fliehen, mit ihren Verletzungen aber nicht mehr sprechen und ist langsam verblutet.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Alternative Versionen:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Versionen von The Roommate&#8217;s Death sind es drei statt zwei Studierende, die in der Uni bleiben. In diesen Geschichten bleiben meist zwei auf dem Zimmer, während die dritte Person im Flur stirbt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere beliebte Version ist, dass sich das Mädchen, das auf dem Zimmer bleibt, im Schrank verbarrikadiert (z. B. weil die Zimmertür sich nicht abschließen lässt). In diesen Versionen kratzt oder klopft die verletzte Mitbewohnerin meist direkt am Schrank. Diese Version würde in einem modernen Setting auch erklären, weshalb die Studentin mit ihrem Handy keine Hilfe holt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aren’t you glad you didn’t turn on the light?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die urbane Legende „Aren’t you glad you didn’t turn on the lights?“ (englisch für „Bist du nicht froh, dass du das Licht nicht eingeschaltet hast?“) wird heutzutage oft unter dem Namen „The Roommate’s Death“ erzählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um eine andere Geschichte als die ursprüngliche „The Roommate’s Death“-Legende. In „Aren’t you glad you didn’t turn on the light?“ kommt eine Studentin nachts nach Hause oder liegt wach im Bett, während ihre Mitbewohnerin ermordet wird. Sie hört die Geräusche des Todeskampfes, denkt dabei jedoch entweder, dass ihre Mitbewohnerin gerade Sex hat, oder sie hat zu viel Angst, um das Licht einzuschalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen findet sie ihre Mitbewohnerin tot im Bett vor. An der Wand stehen in blutigen Buchstaben die Worte „Aren’t you glad you didn’t turn on the light?“ geschrieben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort, an dem The Roommate’s Death spielt, kann von Geschichte zu Geschichte variieren. Meist spielt es jedoch in einer Universität irgendwo in den USA.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ursprung ist, wie bei den meisten urbanen Legenden dieser Art, nicht bekannt. Ich weiß nur, dass die Legende bereits in den 1960er Jahren in den USA erzählt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt die Theorie, dass diese Art von Universitätslegende entstanden ist, weil die Studierenden in der Universität in einer fremden Umgebung sind. Die meisten von ihnen wohnen zum ersten Mal nicht mehr zuhause. Außerdem sind Universitätsgelände oft frei zugänglich oder zumindest nicht stark überwacht, weshalb sich fremde Menschen leicht Zugang verschaffen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man dazu bedenkt, dass solche Gruselgeschichten unter Teenagern und junge Erwachsenen sehr beliebt sind und gerade ältere Studierende die Freshmen gerne ärgern, ist es alles andere als ungewöhnlich, dass sich einige Studierende The Roommate’s Death ausgedacht haben könnten, woraufhin sich die Legende dank Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Version „Aren’t you glad you didn’t turn on the light?“ gibt es zudem die Theorie, dass sie sowohl durch „The Roommate’s Death“ als auch durch die urbane Legende „<a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-doggy-lick">The Doggy Lick</a>“, zu der es viele Überschneidungen gibt, inspiriert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von The Roommate&#8217;s Death? Wie hättet ihr an Sharons Stelle reagiert? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie sieht es mit &#8222;Aren&#8217;t you glad you didn&#8217;t turn on the lights?&#8220; aus? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


<p><i>Du willst keinen neuen Beitrag mehr verpassen? Dann unterstütze mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank">Patreon</a>, abonniere meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folge mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">X</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden" target="_blank">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-roommates-death">The Roommate&#8217;s Death – Es ist jemand auf dem Flur!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/the-roommates-death/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Hans Muller House – die Legende des Sausage Man</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/das-hans-muller-house-die-legende-des-sausage-man</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/das-hans-muller-house-die-legende-des-sausage-man#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Muller]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Müller Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Muller Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Muller House]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Sausage Man]]></category>
		<category><![CDATA[Sausageman]]></category>
		<category><![CDATA[Spuk]]></category>
		<category><![CDATA[Spukhaus]]></category>
		<category><![CDATA[The Sausage Man]]></category>
		<category><![CDATA[The Sausageman]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=3040</guid>

					<description><![CDATA[<p>Und Herr Muller hat sich die Tage nach Frau Mullers verschwinden ja auch so komisch benommen. Eines Nachts ist er schreiend auf die Straße gelaufen. Schreiend. Er klang, als wenn man ihn gerade abstach …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/das-hans-muller-house-die-legende-des-sausage-man">Das Hans Muller House – die Legende des Sausage Man</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/c8062f17325a4ed68dde0dd1cd99c936" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Das Hans Muller House ist ein beliebter Ort bei <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geister</a>touren in New Orleans. Es heißt, dass dort einst ein wahnsinniger Metzger gelebt haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Kannibalismus<br>
&#8211; Tod<br>
&#8211; Erwähnung von Suizid</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Hier muss es irgendwo sein“, sagte ich zu Nellie, die sich bei mir untergehakt hatte, während wir durch die dunklen Gassen zogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser einziges Licht war eine alte Gaslaterne, die ich vor uns hielt. Und natürlich der Mond, der sein Antlitz ab und an zwischen den Wolken durchscheinen ließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Frau und ich gingen schweigend weiter, die Augen auf die Häuserreihe zu unserer Linken gerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hier“, sagte Nellie plötzlich. Sie blieb stehen und brachte damit auch mich zum Anhalten. „Das passt zu der Beschreibung, findest du nicht?“ Sie deutete auf das Haus, neben dem wir jetzt standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hielt die Laterne höher, um möglichst viel von der Fassade ausleuchten zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Haus selbst war nur wenige Meter breit. Es hatte zwei Stockwerke und ging in beide Richtungen fließend in die angrenzenden Häuser über. Lediglich der mit dunklen verschnörkelten Metallelementen verzierte Balkon, der auf drei schmale Säulen gestützt stand, hob das kleine Häuschen von den benachbarten Häusern ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war mir jedoch erst sicher, dass es sich tatsächlich um das richtige Haus handeln musste, als mein Blick auf das kleine „Zu verkaufen“-Schild an der Tür fiel. Das also war das Haus, das bald uns gehören könnte …</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was treibt ihr hier?“, ertönte eine krächzige Frauenstimme zu unserer Rechten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nellie entfuhr ein leiser Aufschrei, während wir herumwirbelten. Dabei schlug ich die ältere Dame, die sich ungemütlich nahe an uns herangeschlichen hatte, fast mit meiner Laterne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn ihr glaubt, dass es hier etwas zu holen gibt, lasst es bleiben. Die Leute hier haben nicht viel Geld“, fuhr sie unbeirrt fort. „Außerdem steht das Haus leer. Ihr werdet da drinnen kein einziges Möbelstück finden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ah. Darum ging es ihr also. Auf jeden Fall war es beruhigend, dass es in der Nachbarschaft jemanden gab, der ein Auge auf die Dinge hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich räusperte mich verlegen. „Verzeihung. Wir wollten Sie nicht erschrecken. Wir sind keineswegs Diebe. Mein Name ist Edward und das hier ist meine geliebte Ehefrau Nellie. Wir suchen nach einem neuen Zuhause für uns und unser ungeborenes Kind“, erklärte ich unser nächtliches Erscheinen, während ich Nellie meine freie Hand auf den Bauch legte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin entspannte sich die alte Dame sichtlich. Ihre eben noch strengen Gesichtszüge nahmen eine sanfte, fast schon fürsorgliche Form an. „Ah. Ich verstehe. Verzeiht meine Anschuldigungen. In den heutigen Zeiten kann man ja nie wissen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nickte zustimmend und wollte gerade etwas erwidern, als die alte Frau erneut ihre Stimme erhob.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber … ihr wollt doch nicht ernsthaft in diesem gottlosen Haus einziehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Doch. Morgen ist die Besichtigung“, antwortete meine Frau für uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die alte Dame wurde plötzlich blass im Gesicht. Mit großen Augen sah sie uns an. „Wisst ihr denn nicht, was hier geschehen ist?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Frau und ich warfen einander ratlose Blicke zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein“, erwiderte ich. „Stimmt etwas mit dem Haus nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau erzitterte. „Das ist das Haus des Teufels!“, sagte sie dramatisch. „Er ist zusammen mit den letzten Besitzern hier eingezogen. Eine deutsche Familie mit dem Namen Muller. Ich hab ja nichts gegen Ausländern, aber bei den beiden wusste ich sofort, dass etwas nicht stimmt. Besonders bei ihm.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nellie sah hilflos zu mir, aber es war zu spät. Die alte Dame war bereits in einen Monolog übergegangen. Es wirkte nicht so, als hätte sie vor, einen von uns zu Wort kommen zu lassen. Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns ihre Geschichte anzuhören, wenn wir es uns nicht noch vor unserem Umzug der neuen Nachbarin verscherzen wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Mullers waren Metzger. Nicht nur er, sondern auch sie. Sie hatten beide eine sehr kräftige Statur, müsst ihr wissen. Aber so grob sie auch aussahen, sie haben einen immer freundlich gegrüßt und uns Nachbarn gerne mal einen Rabatt auf ihre Würste gegeben. Und lasst mich euch eines sagen: Die Deutschen verstehen was von ihrer Wurst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Qualität der Würstchen und auch ihre freundliche Art hatte sich hier in der Gegend schnell herumgesprochen. Die beiden sind richtig beliebt geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber mich täuschten ihre freundlichen Gesichter nicht, konnte ich doch jeden Abend durch die Wand hören, wie sie miteinander stritten. Nicht, dass ich sie belauscht hätte, aber mein Bett steht direkt an der Wand und ich habe einen leichten Schlaf, müsst ihr wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit ich es mitbekommen hatte, verdächtigte Frau Muller ihren Mann, dass er sich mit einer anderen Frau treffe. Irgendein junges Ding aus der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verübeln konnte man es ihm eigentlich nicht. Frau Muller war nun wirklich keine Augenweide. Bei unserer ersten Begegnung hatte ich sie fast für einen Kerl gehalten, aber nichtsdestotrotz hatten die beiden das heilige Gelübde der Ehe geschlossen. Herr Muller hatte vor Gott geschworen, dass nur der Tod ihn von seiner Frau scheiden könne. Aber ich hätte niemals erwartet, dass er es so wörtlich nehmen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedenfalls war Frau Muller eines Tages plötzlich verschwunden. Erst behauptete Herr Muller, sie sei krank. Das war natürlich Schwachsinn. Das hätte ich gehört. Ich ging hingegen davon aus, sie sei weggelaufen, vielleicht zu Verwandtschaft geflüchtet. Was weiß ich, wie die Deutschen ihre Eheprobleme klären. Und als sie nach einigen Tagen immer noch nicht gesehen wurde, erklärte Herr Muller sogar, sie sei zur Verwandtschaft gereist. Für mich war die Sache damit klar. Ich hätte ja niemals ahnen können, was wirklich geschehen war …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch war mir natürlich aufgefallen, dass Herr Mullers Wurst irgendwie anders schmeckte. Aber ich dachte lediglich, dass Frau Muller sich sonst um die Wurstherstellung gekümmert hat. Jetzt, wo sie nicht da war, hatte die Wurst eben schlechtere Qualität. Dass einige Leute lange Haare in ihren Würstchen gefunden hatten, war für mich nur eine weitere Bestätigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">O Gott. Mir wird immer noch ganz anders bei der Vorstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Herr Muller hat sich die Tage nach Frau Mullers verschwinden ja auch so komisch benommen. Eines Nachts ist er schreiend auf die Straße gelaufen. Schreiend. Er klang, als wenn man ihn gerade abstach. Als besorgte Nachbarin war ich natürlich sofort auf die Straße gelaufen, um zu sehen, was da los war und Herrn Muller zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚Herr Muller, was ist mit ihnen? Ist alles in Ordnung?‘, hatte ich gefragt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann war völlig neben sich. Er sah verängstigt aus. Trotzdem sagte er nur: ‚Tut … Tut mir leid. Ich wollte Sie nicht beunruhigen. Bitte. Sie können wieder zu Bett gehen. Ich habe bloß schlecht geträumt. Es ist alles in Ordnung.‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich hatte ich ihm angeboten, ihn ins Haus zu begleiten, um dort nach dem Rechten zu sehen. Aber das lehnte er ab. Was blieb mir also anderes übrig, als selbst zurück in mein Haus zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wusste ich seit jener Nacht, dass da irgendetwas nicht stimmte. Kein Mann hatte solche Angstzustände, nur weil seine Frau allein zu Verwandten verreist war. Auch sah Herr Muller von Tag zu Tag schlechter aus. Er wurde dünner, hatte blutunterlaufene Augen, eingefallene Wangen. Ich überlegte bereits, mich an einen Arzt zu wenden, als Herr Mullers schreckliches Geheimnis endlich ans Licht kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr müsst wissen. Ich schäme mich dafür, aber ich wusste ja nicht, was ich da aß. Mir wird wieder richtig schlecht, wenn ich nur daran denke. Aber als gute Nachbarin musste ich Herrn Muller natürlich unterstützen. Auch wenn seine Würstchen bei weitem nicht mehr so gut schmeckten, wie früher, kaufte ich sie weiterhin. Nur, dass ich eines Abends plötzlich auf etwas Hartes biss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte erst, es sei nur ein Stück Knochen. Sowas kann ja mal vorkommen. Als ich es jedoch ausspuckte, glänzte mir etwas Goldenes entgegen. In meiner Hand hielt ich nichts anderes als einen goldenen Ring. Frau Mullers Ehering. Ich hatte ihn schon oft genug an ihrer Hand gesehen, sodass ich ihn sofort wiedererkannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst konnte ich mir gar nicht erklären, wie er in die Wurst gekommen war. Aber dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb hatte man lange Haare in den Würsten gefunden. Deshalb war Frau Muller so spurlos verschwunden. Und deshalb hatte Herr Muller diese Panikanfälle. Er hatte seine eigene Frau ermordet. Und um ihre Leiche zu entsorgen, hatte er sie in die Wurstmaschine geworfen. Er hat Frau Muller zu Würstchen verarbeitet und sie an uns unschuldige, brave Bürger verkauft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich mich einige Male übergeben hatte, war ich sofort zu Hugh gelaufen. Er ist Polizist, müsst ihr wissen. Nachdem ich ihm den Ring gezeigt und meinen Verdacht geschildert hatte, holte er einige Kollegen und wir rannten weiter zu dem Haus der Mullers. Die Polizisten stürmten sofort hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir brauchten nicht lange suchen. Herr Muller lag zusammengekauert in seinem Hinterzimmer. Direkt neben der Wurstmaschine, einem riesigen Apparat, in den er seine Frau gestopft haben musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er jammerte und winselte, während er auf die Maschine zeigte. ‚Meine Frau … Ihr Geist … Sie möchte mich töten. Bitte! Oh bitte, erlöst mich von meiner Schuld!‘, hatte er gewinselt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er war ein Häuflein Elend. Fast hätte man Mitleid mit ihm haben können, wenn ich nicht gewusst hätte, was er getan hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Polizisten nahmen ihn sofort mit. Angeblich wurde er seit dem Mord an seiner Frau – es war tatsächlich so abgelaufen, wie ich es vermutet hatte – von ihrem Geist heimgesucht. Sie erschien ihm wohl jede Nacht. Ich brauche nicht zu erklären, dass man Herrn Muller kurz darauf in die Irrenanstalt brachte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr mich fragt, war es der Teufel, der Besitz von Herrn Muller ergriffen hatte. Wie sonst soll ein Mensch solche Grausamkeiten begehen? Und der Teufel lenkte auch Herrn Mullers Hand, als er sich in der Irrenanstalt das Leben nahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünschte, damit wäre die Sache vorbei gewesen, aber nein. Die Seelen der Mullers haben seitdem keine Ruhe gefunden. Nachts höre ich manchmal Geräusche aus dem Nachbarhaus, als würden die Mullers dort noch wohnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeden Abend bete ich zu Gott, dass sie endlich ihren Frieden finden mögen. Daher bitte ich euch – inständig – sucht euch ein anderes Haus. Zieht euer Kind nicht in dieser Kammer des Teufels auf!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau sah uns aus großen, fast wahnsinnigen Augen an. Sie hatte meine Laternenhand ergriffen, um ihre Bitte zu unterstreichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich räusperte mich, versuchte, den Ekel und das Unbehagen zu verbergen, den ihre Geschichte in mir ausgelöst hatte. „Das klingt ja wirklich furchtbar“, erwiderte ich. „Und das alles ist wirklich so passiert?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wiederum schien die Frau zu kränken. Sie zog ihre Hände zurück, während sie die Nase rümpfte. „Ich muss doch sehr bitten! Natürlich ist das so passiert! Ich bin doch keine Lügnerin!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verzeihung“, sagte ich schnell. „So war das nicht gemeint. Ich wollte Sie nicht kränken.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Schaden war bereits angerichtet. Sie ging mit schnellen Schritten davon, während sie etwas von „Frechheit!“ und „Natürlich ist das wirklich passiert!“ murmelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah zu, wie sie im Nachbarhaushaus verschwand. Dann sah ich beschämt zu meiner Frau. Erst jetzt bemerkte ich, wie blass sie um die Nase geworden war. „Hee!“, sagte ich schnell. „Liebste. Nimm dir die Geschichte nicht so zu Herzen. Das war doch nur eine verwirrte alte Frau. Außerdem ist das hier New Orleans. Da gehören Geistergeschichten zum guten Ton.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber meine Frau nahm es sich zu Herzen. Nach einem Moment des Schweigens sagte sie: „Und wenn die Sache mit dem Mord wahr ist? Ich weiß nicht, ob ich unser Kind in solch einem Haus großziehen möchte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lächelte schief. „Wir können uns ja mal umhören. Vielleicht kann uns der Verkäufer morgen mehr dazu sagen.“ Anschließend trat ich näher an das Haus heran und spähte durch eines der beiden Fenster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drinnen standen tatsächlich keine Möbel mehr. Damit hatte die Alte also schonmal recht gehabt. Leider konnte ich im schwachen Licht meiner Laterne jedoch kaum etwas erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sieht eigentlich ganz friedlich aus“, sagte ich trotzdem, um meine Frau ein wenig zu beruhigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie drängte sich dicht an mich, während auch sie durch das Fenster spähte. „Geister sehe ich zumindest keine“, merkte sie an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zauberte mir ein Schmunzeln auf die Lippen. Zumindest, bis aus dem Haus plötzlich ein lautes Rattern ertönte. Es klang, als wäre eine große Maschine angesprungen. Eine Wurstmaschine zum Beispiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nellie und ich machten einen Satz rückwärts, ehe wir einander mit großen Augen ansahen. Jetzt musste auch mir die Angst ins Gesicht geschrieben stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass uns zurück zum Gasthaus gehen“, schlug sie vor. Ich nickte nur, ehe wir uns mit schnellen Schritten von dem leerstehenden Haus entfernten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wussten wir nicht, ob es sich bei dem Lärm tatsächlich um eine Geistererscheinung gehandelt hatte. Ich wusste ja nicht einmal, ob so wirklich eine Würstchenmaschine klang. Trotzdem konnten wir herausfinden, dass die Geschichte mit dem Mord und sogar mit der zu Würstchen verarbeiteten Ehefrau stimmte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztendlich gingen wir nicht zu der Besichtigung. Dafür fanden wir wenige Tage später ein kleines gemütliches Haus am anderen Ende der Stadt. Es war deutlich teurer, aber dafür erzählte man sich darüber keine Geistergeschichten.</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/instagram-logo.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://bsky.app/profile/geisterlegenden.bsky.social" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/bluesky-logo.svg" height="40" width="40" alt="Bluesky" title="Folge mir auf Bluesky"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/facebook-logo.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütze mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonniere meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hans Muller House ist ein Spukhaus in New Orleans, Louisiana in den USA. Es ist bekannt für die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> des Sausage Man (englisch für „Würstchenmann“), einem Geist, der in dem Haus spuken soll. Die Legende handelt davon, dass er zu Lebzeiten seine Frau ermordet und zu Würstchen verarbeitet haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Namen der Legende, die ich bei meiner Recherche gefunden habe, sind „The Mad Butcher“ (der wahnsinnige Metzger), „The Sausage Factory“ (die Wurstfabrik), „The Sausage Ghost“ (der Wurstgeist) oder „The Ghost that walked the Sausage Factory“ (Der Geist, der durch die Würstchenfabrik wanderte).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Täter in der Legende soll ein Mann namens Hans Muller gewesen sein, der mit seiner Frau von Deutschland in die USA ausgewandert ist. Genaueres ist zu ihm nicht bekannt, außer, dass er sehr freundlich und beliebt gewesen sein soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zugetragen haben soll sich das Ganze im späten 19. Jahrhundert. Eine Quelle sprach auch vom 18. Jahrhundert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herr und Frau Muller, zwei deutsche Einwanderer, sollen in New Orleans eine Metzgerei eröffnet haben. Es mag etwas gedauert haben, aber mit der Zeit wurden die beiden in der Gegend sehr beliebt – was zum einen an ihrer freundlichen Art und zum anderen an ihren unübertroffenen Würstchen gelegen haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Privat ging es bei den beiden jedoch deutlich weniger rosig zu. Es heißt, dass sie oft stritten und Hans Muller seiner Frau bald überdrüssig wurde. Sie war nicht mehr die Jüngste, ihr Körper war gezeichnet von der harten Arbeit und so soll Hans Muller sich bald in eine andere Frau verliebt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da es damals so etwas wie Scheidung jedoch noch nicht gab, hatte Muller nur eine Möglichkeit, seine Ehefrau loszuwerden: Er erwürgte sie eines Abends im Hinterzimmer ihrer Metzgerei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend soll er die Leiche seiner Frau in ihre Wurstmaschine, einen riesigen Fleischwolf, geworfen haben. Er verarbeitete ihre Überreste zu Würstchen und verkaufte sie an nichtsahnende Kunden, um sie unbemerkt zu entsorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Leute daraufhin jedoch anfingen, Haare und andere merkwürdige Dinge in ihren Würstchen zu finden, kamen erste Gerüchte auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch blieb natürlich nicht unbemerkt, dass Frau Muller schon länger nicht mehr gesehen wurde – wobei Hans Muller sehr kreativ mit den Ausreden gewesen sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verdächtigungen waren jedoch noch nicht alles, was den Mörder plagte: Es heißt, dass ihm seit dem Mord jede Nacht der Geist seiner Frau erschienen sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Muller soll daher unter Schlafstörungen gelitten haben und allmählich dem Wahnsinn verfallen sein. Und auch die Qualität seiner einst hoch angesehenen Würstchen soll gelitten haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem soll der Mord an Frau Muller erst ans Licht gekommen sein, als einer der Kunden einen goldenen Ehering in seinem Würstchen fand. Er benachrichtigte die Polizei, die Herrn Muller sofort aufsuchte. Sie fanden ihn völlig verstört auf dem Boden zusammengekauert auf seine Wurstmaschine zeigen und schreien, dass der Geist seiner Frau ihn holen komme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hans Muller wurde daraufhin in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Aber auch dort soll ihm weiterhin der Geist seiner Frau erschienen sein, weshalb er sich eines Tages das Leben nahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem sollen die Geister von Herrn und Frau Muller in ihrem ehemaligen Haus spuken.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Alternative Versionen:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Versionen der Legende soll Hans Muller nicht nur seine Frau, sondern noch weitere Menschen und sogar Hunde und Katzen umgebracht und zu Wurst verarbeitet haben. Auch gibt es Versionen, in denen diese Wurst besonders beliebt war, bis die grausame Wahrheit herausgekommen ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort des Geschehens war angeblich das inzwischen als Hans Muller House bekannte Haus in der 725 Ursulines Avenue in New Orleans, Louisiana, USA. Es steht auch heute noch da, ist jedoch für die Öffentlichkeit nur von außen zu besichtigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste mir bekannte schriftliche Fassung der Legende vom Hans Muller House wurde in dem 1945 veröffentlichten Buch „Gumbo Ya-Ya“ abgedruckt, einer Sammlung lokaler Legenden aus Louisiana, die von der Louisiana State Library gesponsort wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem gibt es zahlreiche andere Geschichten und Legenden, in denen ein menschenfleischverarbeitender Schlachter eine Rolle spielt. Ob und inwiefern einige von ihnen die Legende des Sausage Man inspiriert haben (oder davon inspiriert wurden), ist mir jedoch nicht bekannt. Darunter sind z. B. urbane Legenden, die von Menschenfleisch in Fast Food berichten oder Eltern, die unwissentlich ihre zu Fleischprodukten verarbeiteten Kinder gegessen haben, nachdem diese verschwunden waren. In den meisten Legenden kommt es – genau wie bei the Sausage Man – dadurch heraus, dass ein Ring, Haare, menschliche Zähne o. Ä. im Fleisch gefunden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist aber wahrscheinlich, dass ein realer, am 26. Oktober 1927 in New Orleans begangener Doppelmord, der als „The Trunk Murders“ bekannt ist, die Legende inspiriert hat. Dabei hat Henry Moity seine und die Ehefrau seines Bruders ermordet, nach Fleischermanier in Stücke zerlegt (er hatte eine Zeit lang als Metzger gearbeitet) und in zwei große Koffer gepackt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Geliebten seiner Ehefrau soll Moity im Gefängnis gesagt haben, dass er ihn zu Wurst verarbeiten würde, wenn er ihn in die Finger bekäme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Doppelmord geschah in der 715 Ursulines Avenue, nur 10 Hausnummern weiter in derselben Straße, in der das Hans Muller House steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von dem Hans Muller House und the Sausage Man? Kanntet ihr die Legende bereits? Oder kanntet ihr vielleicht eine ähnliche? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


<p><i>Du willst keinen neuen Beitrag mehr verpassen? Dann unterstütze mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank">Patreon</a>, abonniere meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folge mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">X</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden" target="_blank">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/das-hans-muller-house-die-legende-des-sausage-man">Das Hans Muller House – die Legende des Sausage Man</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/das-hans-muller-house-die-legende-des-sausage-man/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>The Candy Lady – die Legende von Clara Crane</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/the-candy-lady-clara-crane</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/the-candy-lady-clara-crane#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Candy Lady]]></category>
		<category><![CDATA[Candylady]]></category>
		<category><![CDATA[Clara Crane]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Serienmörder]]></category>
		<category><![CDATA[Terrell]]></category>
		<category><![CDATA[Texas]]></category>
		<category><![CDATA[The Candy Lady]]></category>
		<category><![CDATA[The Candylady]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=3032</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ihre Eltern hatten ihr zwar gesagt, dass sie keine Süßigkeiten von Fremden annehmen solle, aber die Bonbons lagen immerhin bei ihrem Haus, und sie sah ja auch keinen Fremden. Außerdem mochte Rose Karamell wirklich sehr gerne …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-candy-lady-clara-crane">The Candy Lady – die Legende von Clara Crane</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/793b44fbe1dd4996aa9d7d2461290ac1" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">The Candy Lady mag zwar wie eine weibliche Form des <a href="https://www.geister-und-legenden.de/candyman" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Candyman</a> klingen, bei ihr handelt es sich jedoch um eine angebliche Serienmörderin des frühen 20. Jahrhunderts. Trotzdem eignet sich ihre Legende sehr gut, um den herannahenden Oktober einzuleiten. Denn was passt besser zum <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gruselmonat</a>, als eine Frau, die Süßigkeiten an Kinder verteilt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; Verletzung von Augen<br>
&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; Gewalt gegen Kinder<br>
&#8211; Kindesentführung<br>
</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist das frühe 20. Jahrhundert. Wir befinden uns in Terrell, Texas, einer kleinen verschlafenen Stadt etwa 50 Kilometer außerhalb von Dallas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich war das ein Ort, an dem nur wenig passierte. Die Leute grüßten einander auf den Straßen, man half seinen Nachbarn, wenn sie Hilfe brauchten und wenn doch mal etwas Schlimmeres geschah, ging es selten über einen Streit oder eine Kneipenschlägerei hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war jedoch, bevor The Candy Lady aufgetaucht ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines Abends lag die kleine Rose in ihrem Zimmer. Ihre Eltern hatten sie bereits ins Bett gebracht und ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Aber trotzdem konnte Rose nicht schlafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war wahrscheinlich auch der Grund, wieso sie das leise Geräusch an ihrem Fenster hören konnte. Es machte ihr aber keine Angst. Rose war immerhin schon sechs und glaubte nicht mehr an Monster. Das Geräusch machte sie vielmehr neugierig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also schlug sie ihre Bettdecke zurück, schob ihre Beine langsam aus dem Bett und sprang mit einem leisen Klatschen auf ihre Füße. Vorsichtig tapste sie bis zum Fenster. Aber draußen erkannte sie nichts. Es war zu dunkel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch wollte Rose ihr kleines Abenteuer jedoch nicht aufgeben. Sie holte sich einen Stuhl, kletterte hinauf und schob das Fenster ein kleines Stück nach oben. Dabei fiel ihr Blick auf die kleinen eingepackten Karamellstückchen, die auf ihrem Fensterbrett lagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Eltern hatten ihr zwar gesagt, dass sie keine Süßigkeiten von Fremden annehmen solle, aber die Bonbons lagen immerhin bei ihrem Haus, und sie sah ja auch keinen Fremden. Außerdem mochte Rose Karamell wirklich sehr gerne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie zögerte nicht lange, packte das erste Bonbon aus und steckte es sich in den Mund. Genüsslich kaute sie, während sie sich die süße Verlockung auf der Zunge zergehen ließ. Bald steckte sie sich ein zweites Bonbon in den Mund. Und ein drittes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach nur wenigen Minuten waren sie alle aufgegessen. Zurück blieben nur die Süßigkeitenpapiere, auf denen jeweils in kunstvoller Handschrift stand: „von der Candy Lady“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rose schloss das Fenster wieder und warf die Papiere in ihren kleinen Mülleimer, ehe sie sich zufrieden zurück ins Bett legte. Es dauerte nicht mehr lange und sie war eingeschlafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr jetzt aber denkt, dass die Süßigkeiten vergiftet waren oder irgendetwas sonst mit ihnen nicht stimmte, muss ich euch enttäuschen. Es waren ganz normale, völlig harmlose Karamellbonbons.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch die Bonbons, die in der nächsten Nacht wieder auf dem Fensterbrett auftauchten, waren völlig normaler Karamell. Nur war in dieser Nacht die Nachricht anders, die auf den Papieren geschrieben stand: „Willst du rauskommen und mit mir spielen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das wollte Rose. Sie hatte nicht viele Freunde, also freute sie sich umso mehr, als diese Frau, die ihr die leckeren Süßigkeiten gegeben hatte, sie zum Spielen einlud.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also schlich Rose heimlich nach draußen. Sie wurde nie wieder gesehen.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach diesem Vorfall häuften sich die Kindesentführungen in Terrell. Niemand wusste, wer dahintersteckte. Es dauerte eine Ewigkeit, bis die ersten Erwachsenen The Candy Lady auf die Schliche kamen. Vielleicht erzählten einige Kinder von dem Karamell, vielleicht fanden auch einige Eltern die beschrifteten Süßigkeitenpapiere. Aber wie auch immer sie auf The Candy Lady aufmerksam wurden, sie hatten schnell jemanden Bestimmtes als Täterin in Verdacht: eine Frau namens Clara Crane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Clara Crane hatte selbst einst in Terrell gewohnt. Bis 1893 lebte sie glücklich mit ihrem Ehemann Leonard Gilbert Crane und ihrer gemeinsamen Tochter Marcy Crane auf ihrer Farm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles änderte sich jedoch, als die fünfjährige Marcy bei einem Unfall auf einem der Felder ums Leben kam. Von jenem Tag an wurde Clara von Trauer zerfressen. Als sie dann auch noch herausfinden musste, dass Leonard, der zur Zeit des Unfalls auf Marcy aufpassen sollte, betrunken gewesen war, soll sie zu einer verbitterten Frau geworden sein. Sie entwickelte eine stille Wut auf ihren Ehemann. Und als die Wut Claras Herz fast zum Zerbersten brachte, entschied sie, Leonard umzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie machte ihm Karamellbonbons, die ihr Mann so gerne aß, und versetzte sie mit einem tödlichen Gift. Nach ein paar Bonbons und einigen qualvollen Minuten versagten schließlich seine Organe. Leonard starb, Clara um Hilfe anflehend, während sie bloß danebenstand und ihn mit kalten Augen ansah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am nächsten Tag entdeckte man ihr grausames Verbrechen. Eine Nachbarin bemerkte, wie aufgewühlt, fast schon wahnsinnig Clara am nächsten Tag wirkte. Aus Sorge, dass etwas passiert sei, holte sie Fred Springer, den örtlichen Sheriff zur Hilfe. Als er sich Clara jedoch nähert, griff sie ihn plötzlich an. Er überwältigte sie und entdeckte kurz darauf Leonards Leiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei dem Prozess, der daraufhin folgte, erklärte man Clara Crane für wahnsinnig. Sie wurde in das North Texas Lunatic Asylum eingewiesen, wo sie den Rest ihres Lebens bleiben sollte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Denn obwohl Clara eindeutig nicht ganz bei Verstand war – sie bastelte sich zum Beispiel eine Puppe aus zerrissenen Bettbezügen, nannte sie Marcy und behandelte sie wie ihre Tochter – wurde sie als ungefährlich eingestuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Clara wirkte emotional stabil, war wieder ein vergleichsweise glücklicher Mensch geworden. Außerdem hatte sie nie wieder jemanden angegriffen. Und so entschied man kurzerhand, dass sie zu den Patienten gehören sollte, die man 1899 entließ, weil die Heilanstalt hoffnungslos überfüllt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf verschwand Clara von der Bildfläche, vier Jahre, bevor Rose von der Candy Lady entführt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand in der Stadt hatte den schrecklichen Mord an Leonard je vergessen. Nachdem man erfahren hatte, dass die vermissten Kinder mit Karamellbonbons aus den Häusern gelockt wurden, war man sich in Terrell ziemlich schnell einig, dass The Candy Lady niemand anderes sein könne als die spurlos verschwundene Clara Crane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als dann auch noch ein Farmer mehrere blutige Süßigkeitenpapiere in seinem Acker fand, in die kleine menschliche Zähne, wahrscheinlich die der vermissten Kinder, eingewickelt waren, begann eine wahre Hexenjagd auf Clara Crane. Die Leute suchten überall nach ihr, in den Wäldern, auf ihrem alten Grundstück, sogar in den Feldern und Gräben, aber Clara blieb verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch der Sheriff beteiligte sich an der Suche. Er schien jedoch der Einzige gewesen zu sein, der der Candy Lady gefährlich nahegekommen war. Zumindest verschwand auch er, bis man wenige Tage später seine Leiche in einem Graben fand. Gabeln steckten in seinen Augäpfeln und seine Taschen waren über und über vollgestopft mit Karamellbonbons.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach endeten die mysteriösen Entführungen plötzlich. Es kehrte allmählich wieder Ruhe in Terrell ein. Clara Crane, die Candy Lady, wurde nie wieder gesehen. Und auch von den vermissten Kindern fehlt bis auf die gefundenen Zähne bis heute jede Spur.</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/instagram-logo.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://bsky.app/profile/geisterlegenden.bsky.social" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/bluesky-logo.svg" height="40" width="40" alt="Bluesky" title="Folge mir auf Bluesky"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/facebook-logo.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütze mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonniere meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">The Candy Lady (englisch für „Die Süßigkeitendame“) ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Texas, USA. Sie handelt von einer angeblichen Serienmörderin, die Anfang des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Kinder entführt oder ermordet haben soll. Ihr Erkennungszeichen waren Süßigkeiten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Täterin handelte es sich der Legende nach um eine Frau namens Clara Crane, die 1871 geboren worden sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über ihr Aussehen ist nicht viel bekannt, wenn man von einem Bild absieht, das in Verbindung mit ihr im Internet kursiert. Darauf ist eine elegant gekleidete junge Frau mit dunkelblonden oder braunen Haaren zu sehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Clara Crane soll die Ehefrau des Farmers Leonard Gilbert Crane gewesen sein. Die beiden hatten eine gemeinsame Tochter, Marcella „Marcy“ Crane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Marcella fünf Jahre alt war, geriet sie 1893 in einen tödlichen Unfall auf dem Feld, während ihr Vater auf sie aufpassen sollte. Angeblich soll er währenddessen betrunken gewesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass Clara ihrem Ehemann die Schuld an Marcellas Tod gab, weshalb sie ihn schließlich zwei Jahre später mit vergiftetem Karamell umgebracht haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin wurde Clara in das North Texas Lunatic Asylum (englisch für „Nord-Texas Irrenanstalt“), inzwischen bekannt als Terrell State Hospital, eingewiesen, aus dem sie jedoch bereits 1899 wegen Überfüllung wieder entlassen wurde. Danach verschwand sie von der Bildfläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als jedoch ab dem Jahr 1903 Kinder in der Gegend verschwanden, fiel bald der Verdacht auf Clara Crane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legende nach soll sie nachts Süßigkeiten an die Fenster der Kinder gelegt haben und auf dem Süßigkeitenpapier mit „from the Candy Lady“ („von der Süßigkeitendame“) unterschrieben haben. Wenn die Kinder die Süßigkeiten angenommen haben, bekamen sie bald noch mehr Süßigkeiten mit der Nachricht, ob sie nicht spielen kommen wollten. Die Kinder, die dieses Angebot annahmen, wurden nie wieder gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich kamen die Erwachsenen „the Candy Lady“ auf die Schliche – entweder, weil jemand das Süßigkeitenpapier entdeckte oder weil die Kinder älter wurden und schließlich von den Süßigkeiten erzählten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem fand ein Farmer lose Kinderzähne in seinem Feld. In einigen Versionen sollen sie sogar in Süßigkeitenpapier eingewickelt gewesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin machte sich der örtliche Sheriff auf the Candy Lady bzw. die unauffindbare Clara Crane zu suchen. Bei der Suche verschwand jedoch auch er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Kindern fand man die Leiche des Sheriffs jedoch einige Tage später. Ihm steckten zwei Gabeln in den Augen und seine Taschen waren mit Süßigkeiten vollgestopft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin sollen die Kindesentführungen je nach Version entweder plötzlich aufgehört haben oder sie dauern bis heute an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Detail, das ich lediglich in einigen Versionen gefunden habe, ist eine Puppe, die Clara Crane sich in der Irrenanstalt aus zerrissenen Bettbezügen gebastelt haben soll. Sie hätte nachts mit ihr gesprochen und ihr vorgesungen. Außerdem soll sie sie Marcy genannt haben, was der Spitzname ihrer Tochter war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Brief, den sie angeblich ihrer Schwester kurz vor ihrer Entlassung geschrieben habe, drückte sie ihre und Marcys Freude aus, dass sie bald nach Hause könnten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Farm von Clara Crane soll in Terrell, einer kleinen Stadt in Texas, USA gestanden haben. In Terrell sollen auch die Morde und Entführungen passiert sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Suche nach dem Ursprung der Legende von The Candy Lady hat sich als äußerst schwierig ergeben. So habe ich weder einen Hinweis darauf gefunden, von wann die Legende stammt, noch dass Clara Crane tatsächlich gelebt haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gibt es das vermeintliche Foto von ihr, aber auch hier hat mich die Reverse Image Search lediglich auf weitere Seiten geführt, die die Legende behandeln. Einen anderen Ursprung oder Namen, um wen es sich auf dem Bild handeln könnte, kam dabei nicht heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem kursiert im Internet ein angeblicher Zeitungsartikel von 1895, der von Clara Crane berichtet, nachdem sie ihrem Ehemann ermordet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch hier muss ich sagen, dass der Artikel wahrscheinlich gefälscht ist. Ich habe schon unzählige alte Zeitungsartikel für meinen Blog durchforstet. Keiner von ihnen war auch nur ansatzweise so sauber und makellos wie der Artikel über Clara Crane, nicht einmal die Artikel, die nur 30, 40 oder 50 Jahre alt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Quelle gab sogar an, dass der Artikel damals im Terrell Tribune abgedruckt gewesen sei. Nur leider gab es den Terrell Tribune 1895 noch gar nicht. Selbst der Vorgänger, der Terrell Daily Tribune, veröffentlichte seine Erstausgabe erst 1916.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei Clara Crane also um eine rein fiktive Person. Andererseits haben die meisten Legenden einen wahren Kern. Also wer weiß, vielleicht gab es die Serienmörderin oder Entführerin the Candy Lady ja tatsächlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">The Candy Lady in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn the Candy Lady eher zu den unbekannteren Legenden gehört, gibt es tatsächlich ein Videospiel, Witchkin von 2018, das auf der Legende basiert. Darin begebt ihr euch in den 1920ern auf der Suche nach eurer vermissten Schwester in ein verlassenes Farmhaus in Texas, wo ihr von der Candy Lady und einigen Spielzeugen, ihren „Kindern“, gejagt werdet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem ist zurzeit ein Kurzfilm über The Candy Lady in Arbeit, der angeblich diesen Herbst herauskommen soll (den Teaser findet ihr <a href="https://www.youtube.com/watch?v=rapaz080ZBw">Hier</a>). Ich bin gespannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der Candy Lady? Kanntet ihr die Legende bereits? Und glaubt ihr, dass es Clara Crane wirklich gegeben haben könnte? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


<p><i>Du willst keinen neuen Beitrag mehr verpassen? Dann unterstütze mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank">Patreon</a>, abonniere meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folge mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">X</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden" target="_blank">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-candy-lady-clara-crane">The Candy Lady – die Legende von Clara Crane</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/the-candy-lady-clara-crane/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Under the Bed – Sieh nicht unter’s Bett!</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/under-the-bed</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/under-the-bed#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Aug 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Nevada]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[The Body under the Bed]]></category>
		<category><![CDATA[The Body under the Mattress]]></category>
		<category><![CDATA[Under the Bed]]></category>
		<category><![CDATA[Under the Mattress]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=2643</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als wir jedoch im Halbdunkel nebeneinanderlagen – die Leuchtreklame auf der Straße schien genau durch unsere Fenster –, rümpfte ich erneut die Nase. „Findest du, dass der Gestank schlimmer wird?“, fragte ich ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/under-the-bed">Under the Bed – Sieh nicht unter’s Bett!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/8deed051b0fc462abfde7d31c7737db0" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Under the Bed ist ein Klassiker der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legenden</a>, auch wenn sie hauptsächlich unter einem anderen Namen bekannt ist. Ähnlich wie bei „<a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-doggy-lick" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Doggy Lick</a>“ hätte er bereits das Ende der Geschichte vorweggenommen, weshalb ihr ihn erst weiter unten findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem möchte ich an dieser Stelle meinem neusten Patron danken: Vielen Dank für deine Unterstützung, <strong>Santanico Pandemonium</strong>! 😀</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich freu mich aufs Bett“, sagte meine Freundin. Sie seufzte schwer, während wir unsere Koffer durch den Hotelflur zogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir ging es ähnlich. Es war fast 20 Stunden her, seit wir in Berlin losgeflogen waren. Auf dem gesamten Weg nach Las Vegas hatten wir entweder in der Holzklasse in einem Flugzeug gesessen, auf billigen Sitzschalen an einem Flughafen oder waren auf den Beinen gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sogar das leise Surren der Plastikrollen unserer Koffer, die bei den Fugen im Hotelboden ein leises <em>Klack Klack Klack</em> von sich gaben, brachte bei mir kaum noch Urlaubsstimmung auf. Ich wollte nur noch ins Bett!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also behielt ich die Zimmernummern im Auge, an denen wir vorbeigingen. 404, 406, 408, 410. Endlich. Wir hatten unser Zimmer erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort hielt ich die Schlüsselkarte ans Türschloss. Ein leises Piepen ertönte, woraufhin ich die Klinke hinunterdrückte und sanft die Tür aufstieß. „Nach Ihnen“, sagte ich mit einer angedeuteten Verbeugung, während ich Ella den Vortritt ließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie kicherte und knickste. „Danke, edler Herr.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sie einige Schritte gegangen war, machte sie jedoch eine Bewegung, als wäre sie gegen eine unsichtbare Wand gelaufen. „Igitt, was ist das?“, fragte sie. Sie schnupperte hörbar in der Luft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was meinst du?“, erwiderte ich, ehe ich selbst das Zimmer betrat. Jetzt roch ich es auch. Im Zimmer war ein leicht süßlicher, muffiger Gestank zu vernehmen. „Puh. Was ist hier denn gestorben?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella lächelte schief. „Ich hoffe gar nichts. Gibt es in Amerika keine Lufterfrischer-Sprays? Meinst du, die anderen Zimmer stinken genauso?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen kurzen Moment musste ich an die teuren Autos auf dem Hotelparkplatz denken, über die Ella und ich uns vorhin gewundert hatten. Wir hatten lediglich ein Mittelklassehotel gebucht, doch die Gäste schienen hauptsächlich Menschen zu sein, die sich einen Tesla, Porsche oder Lamborghini leisten konnten. Aber vielleicht war das so in der City of Sins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich solche Gäste mit einem stinkenden Hotelzimmer zufriedengeben würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Sicherheit entschieden wir, unser Zimmer genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachdem wir die beiden Fenster aufgerissen hatten, begutachteten wir das kleine Badezimmer, überprüften die Handtücher und schauten in sämtliche Schränke. Aber abgesehen von dem Gestank und einer Schicht Staub auf einem Kleiderschrank, auf den ich ohne Stuhl nicht einmal hätte gucken können, bemerkten wir nichts, an dem wir etwas auszusetzen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was soll’s?“, kapitulierte ich schließlich. „Unsere Nasen gewöhnen sich schon dran. Wenn der Geruch morgen noch da ist, können wir uns immer noch beschweren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella nickte zustimmend. Auch, wenn der Geruch wirklich unangenehm war, fanden wir ihn nicht schlimm genug, um nach unserer langen Reise jetzt noch ein solches Drama anzuzetteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also zogen wir uns aus und legten uns ins Bett. Als wir jedoch im Halbdunkel nebeneinanderlagen – die Leuchtreklame auf der Straße schien genau durch unsere Fenster –, rümpfte ich erneut die Nase. „Findest du, dass der Gestank schlimmer wird?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz angeekelten Gesichtsausdrucks zuckte Ella mit den Schultern. „Lass uns einfach versuchen, es zu ignorieren. Die Fenster sind ja offen.“ Mit den Worten kuschelte sie sich an meine Brust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich überlegte einen Moment, etwas zu erwidern, aber es dauerte nicht lange, bis Ellas Atem langsam und gleichmäßig wurde. Wahrscheinlich hatte sie wegen ihrer Flugangst noch weniger schlafen können als ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also lag ich allein wach, den Gestank noch immer in der Nase. Ich lauschte den Autos, dem undefinierbaren Schwall aus Stimmen und dem gelegentlichen Rufen und Gelächter, das durch die offenen Fenster zu mir dran. Trotzdem schaffte ich es selbst nach mehreren Minuten nicht, mich von dem Gestank abzulenken. Obwohl ich ziemlich müde war, hielt er mich wach. Erst, als ich irgendwann dazu überging, nur noch durch den Mund zu atmen, war es aushaltbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Erleichterung war aber nicht von langer Dauer. Sobald ich kurz davor war, endlich einzuschlafen, ging mein Körper ganz von allein wieder zu normalen Atemzügen über. Der erste Atemzug durch die Nase brachte solch einen beißenden Geruch mit sich, dass ich würgen musste. Ich saß kerzengerade im Bett. Jetzt war der Gestank definitiv schlimmer als vorhin!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lars? Alles in Ordnung?“, fragte Ella schlaftrunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich wollte dich nicht wecken. Tut mir leid, Schatz“, entschuldigte ich mich. Ich streichelte ihr über die Wange. „Ich kann bei dem verdammten Gestank nicht einschlafen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella seufzte. Sie rieb sich über die Augen, bevor sie sich langsam aufsetzte und nach dem Telefon griff, das auf dem Nachttisch stand. Ehe ich etwas erwidern konnte, hatte sie bereits auf die 1 gedrückt, die Schnellwahl für die Rezeption. Ein leises Tuten erklang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Guten Abend. Hier ist Ella Fließ aus Zimmer 410. Richtig. In unserem Zimmer liegt ein wirklich penetranter Gestank in der Luft. Nein. Ja. Ja, die Fenster haben wir schon geöffnet. Nein, wir haben keine Ahnung, wo es herkommt. Es roch schon so, als wir angekommen waren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Moment herrschte Stille. Dann endlich erwiderte der Mann am anderen Ende der Leitung etwas. Ich konnte zwar nicht verstehen, was es war, aber Ellas enttäuschtes Gesicht sprach Bände.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein. Das Golden Grin Casino? Nein. Es stinkt wirklich abartig. Mein Freund kann kaum einschlafen. Was? Ja, ich verstehe. Ist gut. Danke. Gute Nacht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit unveränderter Mine legte sie den Hörer zurück. Sie knirschte leise mit den Zähnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und?“, fragte ich vorsichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Putzleute sind schon weg und die anderen Zimmer sind alle belegt. Das Hotel ist restlos ausgebucht, weil irgendein superexklusives Casino in der Nähe ein großes Event hat“, meinte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärte zumindest die teuren Autos. Trotzdem half es uns nicht weiter. „Und jetzt?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir bekommen morgen ein gratis Frühstück, und der Mann hat mir versprochen, eine Putzkolonne durch unser Zimmer zu jagen. Mehr können sie im Moment nicht für uns tun.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Seufzen entwich meinen Lippen. „Na großartig. Das ist ja ein toller erster Eindruck von Las Vegas.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella wuschelte mir durch die Haare. „Ach, nimm’s nicht so schwer. Ich bin mir sicher, der restliche Urlaub wird super. Wir müssen es nur irgendwie durch die Nacht schaffen.“ Sie schenkte mir ihr aufmunternstes Lächeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erwiderte es halbherzig, gab ihr einen Kuss und ließ mich wieder ins Kissen sinken. Diesmal zwang ich mich, bewusst durch die Nase zu atmen, in der Hoffnung, dass ich mich bald an den Geruch gewöhnen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem lag ich noch eine ganze Weile wach und lauschte dem Stadtlärm der City of Sins. Während Ella selig schlief, wälzte ich mich im Bett hin und her. Erst, nachdem ich meine Nase in ihren Haaren versenkte, um statt des komischen Gestanks sie zu riechen, schaffte ich es endlich, einzuschlafen.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen hing der seltsame Gestank noch immer im Raum. Selbst die geöffneten Fenster hatten es nicht geschafft, ihn zu vertreiben. Also beeilten Ella und ich uns im Bad, um möglichst schnell aus dem Zimmer zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend gingen wir jedoch nicht zum Buffet, wo uns das versprochene Frühstück erwartete, sondern entschieden uns, auswärts essenzugehen. Davon abgesehen, dass wir der Hotelhygiene nach der verstunkenen Nacht nicht wirklich trauten, steckte uns beiden noch immer eine unangenehme Übelkeit in den Kehlen, die wir erst bei einem kurzen Spaziergang durch die belebten Straßen loswurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was soll ich sagen? Der Tag in Las Vegas, den wir außerhalb unseres Hotelzimmers verbrachten, war wirklich großartig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir gingen natürlich über den berühmten Strip, wo wir den atemberaubenden Bellagio-Brunnen, mit seinen Wasserspielen bestaunten. Auch besuchten wir die Luxor-Pyramide und gingen am Eiffelturm von Las Vegas vorbei, ganz zu schweigen von den schier endlosen Hotels und Casinos, von denen eines prächtiger aussah als das nächste. Ich hatte an diesem Tag so viele fremde und unterschiedliche Eindrücke bekommen, dass ich den unangenehmen Geruch im Hotel fast vergessen oder eher verdrängt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als wir spät am Abend auf dem Rückweg durch die bunt beleuchtete Stadt waren, kam er mir wieder ins Gedächtnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher wir unserem Zimmer kamen, desto mulmiger wurde mir zumute. Hatte das Hotel sich an das Versprechen gehalten? Ich wusste nicht, ob ich noch eine Nacht in dem Gestank aushalten würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute betrat ich als Erster das Zimmer. Vorsichtig nahm ich einen tiefen Atemzug durch die Nase. Das hätte ich lieber nicht getan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„O Gott!“, stieß ich aus, während ich hustete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geruch nach Reinigungsmittel war so intensiv, als hätte die Putzkraft die Jahresproduktion einer Putzmittelfabrik in unserem Zimmer ausgekippt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella lachte, als sie es auch bemerkte. „Die Putzkolonne war wohl wörtlich gemeint.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder öffneten wir die Fenster. Diesmal, um den Geruch nach Chemie loszuwerden. Trotzdem waren Ella und ich uns einig, dass es definitiv besser roch als am Vortag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ehrlich zu sein, war ich auf einem richtigen Stimmungshoch. Unserem Traumurlaub in Las Vegas stand nun nichts mehr im Wege. Meine Bauchschmerzen auf dem Rückweg waren völlig unbegründet gewesen. So dachte ich jedenfalls.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sehr ich mich dabei irrte, merkte ich jedoch erst, als Ella und ich wieder im Bett lagen. Der Putzmittelgeruch war inzwischen sehr viel dezenter geworden. Also atmete ich mit gerunzelter Stirn einige Male tief durch die Nase ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella schien es auch bemerkt zu haben. „Bild ich mir das ein oder kommt der Gestank langsam wieder durch?“, fragte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah sie gequält an. „Also riechst du es auch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesmal ließen wir es nicht darauf beruhen. Wir standen wieder auf, achteten darauf, dass wir unsere Schuhe anhatten &#8211; wer weiß, ob der Geruch nicht aus dem Teppich kam -, und gingen immer der Nase nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir rochen an den Vorhängen, an der Klimaanlage, schnupperten in allen Schränken und überprüften sogar den Minikühlschrank. Nichts. Nur der Putzmittelgeruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also machten wir mit dem Teppich weiter, knieten uns hin, um an unterschiedlichen Stellen daran zu riechen. Und tatsächlich. Hier, ganz in der Nähe des Bettes, konnte ich den süßlichen Gestank wieder deutlich wahrnehmen. Auch, wenn mich langsam eine dunkle Vorahnung beschlich, dass er nicht aus dem Teppich kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hilf mir mal eben“, bat ich Ella, während ich nach der Matratze griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war sofort zur Stelle. Stück für Stück hievten wir das schwere Teil vom Bettkasten. Und tatsächlich: Sobald der Lattenrost freilag, schien der Gestank merklich stärker zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ella hielt sich inzwischen die Nase zu. „Was ist das?“, fragte sie, während sie mit der freien Hand auf eine Art Folie deutete, die unter dem Rost lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zuckte mit den Schultern, atmete nur noch durch den Mund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich waren wir zu naiv, um die eindeutige Form und Größe sofort zu erkennen. Also hievten wir auch den Lattenrost beiseite, um die Folie näher unter die Lupe zu nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem hölzernen Kleiderbügel, den ich mir aus dem Schrank geschnappt hatte, schob ich die oberste Schicht Folie vorsichtig beiseite. Darunter kam ein Gesicht zum Vorschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Haut war bleich und wirkte irgendwie verquollen. Im direkten Kontrast dazu waren ihr roter Lippenstift und die blonden Haare, die fast perfekt gestylet waren. Lediglich einige Strähnen waren aus ihrer Hochsteckfrisur gerutscht und hingen jetzt in ihrem Gesicht. Von den Nasenlöchern und Mundwinkeln verliefen rosa Streifen Richtung Boden, als wäre irgendeine Flüssigkeit aus ihnen herausgelaufen. Aber was am schlimmsten war, waren ihre Augen. Stumpf und glanzlos starrten sie mich an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Sekunden herrschte völlige Stille im Zimmer, während Ella und ich die Tote ansahen. Es war, als würden wir noch nicht ganz begreifen, was wir da sahen. Dann entwich meinem Mund ein Schrei. Es war ein heller, spitzer Schrei. Sehr viel höher, als ich im Nachhinein zugeben möchte, aber in dem Moment war mir das völlig egal. Stattdessen konnte ich nur an eine einzige Sache denken: Letzte Nacht hatten wir nur wenige Zentimeter über einer verwesenden Leiche geschlafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Euch interessiert sicherlich noch, was danach geschehen war. Wir hatten natürlich sofort die Polizei verständigt und ihre wenigen Fragen beantwortet, die sich hauptsächlich danach richteten, ob wir die Leiche angefasst oder bewegt hatten. Danach durften wir gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Management war so freundlich, uns für den restlichen Urlaub ein Zimmer in einem luxuriösen Partnerhotel zu organisieren. Aber ihr versteht sicherlich, dass ich die Zeit nicht wirklich genießen konnte. Immer wieder musste ich an die Tote denken, die mich mit ihrem leeren Blick angestarrt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Frau war, wie sie umgebracht wurde oder ob ihr Mörder je gefasst wurde, wissen wir bis heute nicht. Und auch, wenn ich es mich oft gefragt hatte, war ich eigentlich ganz froh darüber. Zumindest konnte ich darauf verzichten, mir den Tathergang mit noch mehr Details vorstellen zu müssen.</p>



<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter social icons - square - blue.png" height="40" width="40" alt="Twitter" title="Folge mir auf Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f_logo_RGB-Blue_58.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütz mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonnier meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Under the Bed (Englisch für „Unter dem Bett), besser bekannt als „The Body under the Bed“ (Die Leiche unter dem Bett) oder „The Body under the Mattress“ (Die Leiche unter der Matratze), ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Amerika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was diese Legende jedoch so gruselig macht, ist, dass sie nicht bloß etwas ist, das „ein Freund eines Freundes“ erlebt hat. Es gibt unzählige echte Fälle, bei denen tatsächlich eine Leiche im Bettkasten eines Hotelbettes versteckt wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ablauf der „Under the Bed“-Geschichten ist eigentlich immer gleich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Person, ein Paar oder eine Familie übernachten in einem Hotelzimmer, in dem sie einen fürchterlichen Gestank vernehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie sich an der Rezeption beschweren, wird ihnen oft eine gründliche Reinigung versprochen, die jedoch nur bedingt hilft. Besonders in der Nacht kommt der Gestank zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie sich schließlich auf die Suche nach der Ursache machen oder sich erneut beschweren, woraufhin das Hotel verspricht, der Sache auf den Grund zu gehen, machen sie eine fürchterliche Entdeckung: Unter ihrem Bett, meist gut versteckt innerhalb des Bettkastens, liegt eine verwesende Leiche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer das Mordopfer war und warum er oder sie umgebracht wurde, wird oft nicht erwähnt. Wenn doch, ist der Kreativität der Erzählenden jedoch keine Grenze gesetzt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Da diese Legende besonders in den USA verbreitet ist, soll sie meist dort spielen. Besonders häufig wird als Ort Las Vegas genannt – die Stadt der Sünden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch jeder andere Ort, sowohl in als auch außerhalb der USA, ist möglich. Wie bei jeder guten urbanen Legende wird von den Erzählenden oft eine Stadt in der Nähe als Ort des Geschehens genannt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde an dieser Stelle gerne schreiben können, dass die Legende „Under the Bed“ auf einer einzigen, vielleicht sogar aus dem Kontext gerissenen realen Begebenheit beruht. Dann würde ich jedoch lügen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich gibt es unzählige Fälle, in denen Leichen im Bettkasten, unter dem Bett oder unter einer Matratze in einem Hotelzimmer „entsorgt“ wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch der Fall, dass die Leiche beim Putzen des Zimmers übersehen wird, einige Tage dort liegt und schließlich nur gefunden wird, weil einige Hotelgäste sich über den Gestank beschweren, ist schon sehr oft vorgekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Fall trug sich z. B. am 21. April 2023 in Tibet zu, als ein chinesischer Mann einen abartigen Gestank in seinem Zimmer bemerkt hat. Nachdem er etwa drei Stunden versucht hat, in dem Hotelbett zu schlafen, hat er um ein neues Zimmer gebeten. Noch in derselben Nacht wurde von der Reinigungskraft in dem Bettkasten eine Leiche gefunden und ein anderer Mann verhaftet. Viel mehr Details wurden jedoch nicht öffentlich gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich weitere reale Fälle aus den Jahren 2019, 2010, 2007 und zwei Fälle aus dem Jahr 2016 finden können, in denen ebenfalls eine Leiche unter einem Hotelbett gefunden wurde, nachdem weitere Gäste darin geschlafen haben. Die meisten von ihnen haben sich in den USA zugetragen. Lediglich die beiden Fälle aus dem Jahr 2016 trugen sich in Thailand und Mexiko zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das ist noch längst nicht alles. So sind auf der Seite Snopes.com z. B. noch 9 weitere Fälle aufgelistet, die ähnlich wie die Legende abliefen. Der älteste von ihnen trug sich 1982 in den USA zu, als ein Krimineller namens Gary Smith von seinen beiden Komplizen erst vergiftet und anschließend erwürgt wurde, ehe sie ihn unter dem Hotelbett versteckt haben. Angeblich haben über 10 weitere Gäste in dem Bett geschlafen, ehe seine Leiche entdeckt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ihr seht, kommen Situationen wie in der „Under the Bed“-Legende also deutlich häufiger vor, als man glaubt. Bei einer Sache kann ich euch allerdings beruhigen: Ich habe bei meiner Recherche zumindest keinen Fall in Europa finden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der „Under the Bed“-Legende? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr einen Verwesungsgeruch in eurem Hotelzimmer feststellen würdet? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Du willst keinen neuen Beitrag mehr verpassen? Dann unterstütz mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Patreon</a>, abonniere meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a> oder folg mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/under-the-bed">Under the Bed – Sieh nicht unter’s Bett!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/under-the-bed/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>The Choking Doberman – der erstickende Dobermann</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/the-choking-doberman</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/the-choking-doberman#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2023 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Choking Doberman]]></category>
		<category><![CDATA[Choking Dobermann]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[The Choking Doberman]]></category>
		<category><![CDATA[The Choking Dobermann]]></category>
		<category><![CDATA[The Choking Dog]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=2501</guid>

					<description><![CDATA[<p>Dann fiel mein Blick wieder auf die Tür vor mir. Durch den Türspalt sah ich nur Dunkelheit.<br />
Plötzlich überkam mich ein mulmiges Gefühl. Als würde mich etwas beobachten.<br />
Vorsichtig streckte ich die Hand aus. Ich legte sie an die Tür und …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-choking-doberman">The Choking Doberman – der erstickende Dobermann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/07aea1e691a341a9a7dbe4bee5d92be6" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">The Choking Doberman handelt, wie der Name schon sagt, von einem erstickenden Dobermann. Das Gruselige an der Geschichte ist jedoch, <em>woran</em> der Dobermann (fast) erstickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber bevor es losgeht noch ein kleiner Tipp: Seht doch ab mal nächste Woche Montag nochmal auf meinem Blog vorbei. Da wird es eine kleine Abstimmung bezüglich des Bloggeburtstags am 01.04. geben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Komm schon! Komm schon!“, flehte ich den Zug an, der nur wenige Meter entfernt am Bahnhof stand. Durch die Windschutzscheibe meines Autos sah ich, dass die Waggontüren noch immer offenstanden, obwohl bereits niemand mehr ein- oder aussteigen musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Typisch. Es musste heute aber auch alles schiefgehen, was schiefgehen konnte … In weniger als einer Stunde hatte ich mein erstes Date seit gefühlten Ewigkeiten. Wie es das Leben so wollte, war ich bereits ziemlich spät dran. Ihr könnt euch meine Begeisterung also vorstellen, als die Schranke genau in dem Moment runtergegangen war, als ich mich dem Bahnübergang genähert hatte. Und jetzt schien der Lokführer auch noch alle Zeit der Welt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unruhig richtete ich den Rückspiegel neu aus, sodass ich mich selbst darin sehen konnte. Meine blonden Haare waren wirr. Ich band sie zum Zopf. Besser. Mein Make-up hatte ich nach der Arbeit neu aufgetragen. Wenn da doch nur nicht der riesen Kaffeefleck auf meiner Bluse gewesen wäre … Hatte ich schon erwähnt, dass heute alles schiefging, was schiefgehen konnte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich setzte sich der Zug in Bewegung. Nachdem er zweimal kurz gehupt hatte, ertönte ein kurzes Zischen und er rollte los. Erst langsam, dann immer schneller. Bald war er am Bahnübergang vorbei. Die Schranke öffnete sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gott sei Dank“, murmelte ich. Ich startete den Motor und fuhr weiter nach Hause. Aber wenn ich dachte, dass das der letzte Zwischenfall an diesem Abend werden sollte, dann hatte ich mich geirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der restliche Weg nach Hause und auch das Parken auf meiner Einfahrt verlief ohne besonder Vorkommnisse. Hastig schloss ich das Auto ab und ging schnellen Schrittes zur Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich jedoch die Schlüssel aus meiner Handtasche kramte, hielt ich plötzlich inne. Etwas war seltsam. Ich lauschte. Stille. Irgendwo in der Ferne fuhren Autos. Einige Vögel stimmten ihr Lied zur Abenddämmerung an, aber in meinem Haus war alles vollkommen ruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Komisch</em>‘, dachte ich. Sonst begrüßte mich Rocky immer mit seinem freudigen Gebell, sobald ich mit dem Auto auf die Auffahrt fuhr. Vielleicht schlief er gerade?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Gedanken beiseiteschiebend, schloss ich die Tür auf. Ich betrat das Haus. Noch immer nichts. Nicht einmal das Geklimper der Schlüssel lockte meinen Hund an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Rocky“, rief ich vorsichtig in die Dunkelheit. Nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schaltete das Licht an. In der schwachen Beleuchtung meiner Energiesparlampe lag der Flur so vor mir, wie ich ihn heute Morgen verlassen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit der Tür schloss ich auch die Geräusche von draußen aus. Dann hörte ich jedoch etwas anderes. Es war eine Art Keuchen oder Husten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Rocky?“, rief ich erneut. Ich war mir nicht sicher, dass mein Hund die Geräusche machte, aber wer sollte es sonst sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem griff ich mir einen Regenschirm, der im Flur in einer dafür umfunktionierten Vase steckte. Damit bewaffnet schlich ich los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spähte in das Wohnzimmer, die Küche, lauschte an der Tür zum Gäste-WC und schlich dann weiter den Flur entlang. Die Geräusche wurden lauter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Flur machte am Ende einen Knick, von wo aus man ins Schlafzimmer, das Badezimmer und mein Arbeitszimmer gelangen konnte, aber so weit kam ich gar nicht. Sobald ich um die Ecke sah, fiel mein Blick auf Rocky. Er kauerte am Boden, reckte den Kopf nach vorne und machte diese seltsamen Geräusche, die nach einer Mischung aus Husten und Würgen klangen. Und genau das war es auch. Ich musste kein Tierarzt sein, um zu erkennen, dass mein geliebter Dobermann an irgendetwas zu ersticken drohte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsetzt ließ ich den Regenschirm fallen. Ich stürzte sofort zu Rocky. Er war früher einmal ein Kampfhund gewesen, ehe die Organisation, die ihn mir vor einigen Jahren vermittelt hatte, ihn gerettet hat. Aber obwohl er eindeutig Panik hatte, hatte ich keine Angst vor ihm. Er erkannte sofort, dass ich es war. Trotzdem konnte ich ihm nicht helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich merkte, wie überfordert ich mit der ganzen Situation war, packte ich kurzerhand meinen Hund, nahm ihn hoch und trug ihn bis zu meinem Auto. Ich hatte keine Ahnung, wie ich so einen schweren Hund so problemlos tragen konnte, aber in dem Moment war es mir auch herzlich egal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem würgenden und hustenden Hund auf dem Beifahrersitz, der mir alles vollsabberte, machte ich mich sofort auf den Weg zum Tierarzt. Die Praxis von Dr. Prince war nur einige Straßen weiter. Auf dem Weg ignorierte ich jegliche Geschwindigkeitsbegrenzungen, während ich meinem Hund beruhigend zusprach. Ich erinnerte mich selbst an einen dieser Männer, die panisch ihre in den Wehen liegende Ehefrau ins Krankenhaus fuhren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Praxis sprang ich sofort aus dem Auto. Ich hob Rocky vom Beifahrersitz und eilte mit ihm zur Tür. Sie war verschlossen. In der Praxis war es dunkel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, nein, nein!“, fluchte ich. Ich setzte Rocky behutsam ab, um gegen die Scheibe zu hämmern. Dann bemerkte ich eine kleine Klingel neben der Tür. Wie eine Wahnsinnige drückte ich wieder und wieder darauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Komm schon! Bitte! Bitte!“, flehte ich dabei leise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu meiner Erleichterung ging drinnen ein Licht an. Dr. Prince sah genervt aus, während er mit schnellen Schritten auf die Tür zukam. Er strich sich seine schwarzen, schulterlangen Haare hinter die Ohren, schloss die Tür auf und öffnete sie. „Ms. Moore, welch … unerwartete Überraschung“, sagte er kühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Prince war ein merkwürdiger Mann. Er wirkte, als hätte er in seinem Alter noch immer nicht die Goth-Phase aus seinen Teeniezeiten überwunden. Im direkten Kontrast dazu standen die helle Kleidung mit dem weißen Kittel und sein gepflegter Bart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber man konnte über ihn sagen, was man wollte: So kalt er auch manchmal auf Menschen wirkte, so warm war sein Herz, wenn es um Tiere ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine komplette Körperhaltung änderte sich, als er Rocky bemerkte. Er erkannte die Symptome sofort. „Was hat er geschluckt?“, fragte er, während er die Tür ganz öffnete und sich zu meinem Hund beugte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich … ich weiß es nicht“, stammelte ich. „Ich bin nach Hause gekommen und hab ihn so gefunden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tierarzt ignorierte mich, während er Rocky mit überraschender Leichtigkeit hochhob. Der Dobermann würgte. Kurz dachte ich, er würde ihm auf den Kittel kotzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich folgte Dr. Prince nach drinnen. Er brachte Rocky nach hinten, wo er ihn auf einen Tisch legte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beiläufig, fast aus Reflex sah ich auf meine Armbanduhr. Viertel vor sieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Doktor bemerkte es. „Haben Sie noch etwas vor?“, fragte er. Seine Augenbraue wanderte in die Höhe, während er mich flüchtig ansah. Dann widmete er sich wieder Rocky.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überrascht sah ich auf. Ich brauchte einen Moment, um zu realisieren, was er meinte. „Oh … Äh. Ja, ich habe eigentlich ein Date. Aber Rocky ist jetzt wichtiger!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Dr. Prince schüttelte den Kopf. „Mit einem derart auffälligen Fleck auf der Bluse sollten Sie nicht auf ein Date gehen. Sieht nicht schön aus. Fahren Sie nach Hause und ziehen sich um. Ich hab das hier im Griff. Außerdem können Sie mir so nicht im Weg stehen. Oder wissen Sie, wie man ein Röntgengerät bedient?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte den Kopf. Dr. Prince hatte diese Wirkung auf Menschen, dass sie taten, was er ihnen auftrug. Er strahlte diese besondere Art der Professionalität aus, der man lieber nicht widersprach. Ehe ich wusste, wie mir geschah, stand ich bereits bei meinem Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rückweg dauerte länger als der Weg zur Praxis. Nicht nur, dass ich mich jetzt an die vorgegebenen Geschwindigkeiten hielt, sondern ich machte mir zusätzlich Sorgen um Rocky. Andererseits wusste ich, dass er bei Dr. Prince in guten Händen war. Er würde mich bestimmt anrufen, sobald ich meinen Hund abholen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuhause angekommen machte ich mich direkt auf den Weg ins Schlafzimmer. Der Flur war inzwischen hell erleuchtet, weil ich vergessen hatte, das Licht auszuschalten. Trotzdem zögerte ich, bevor ich um die Ecke bog, als hätte ich Angst, noch einen halb erstickenden Hund in meinem Flur zu finden. Dort lag jedoch nur mein Regenschirm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ignorierte ihn und ging weiter zur Schlafzimmertür. Sie war angelehnt. Ich wollte sie gerade aufstoßen, als ich etwas Kaltes unter meinem linken Fuß bemerkte. Verwundert sah ich nach unten. Ich hob meinen Fuß, um meine Socke von unten anzusehen. Da war ein roter Fleck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Blut?</em>‘, schoss es mir in den Kopf. Zuerst wollte ich den Gedanken als lächerlich abtun, aber was sollte es sonst sein? War Rocky verletzt? Sollte ich Dr. Prince Bescheid geben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick wieder auf die Tür vor mir. Durch den Türspalt sah ich nur Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich überkam mich ein mulmiges Gefühl. Als würde mich etwas beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorsichtig streckte ich die Hand aus. Ich legte sie an die Tür und …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ring! Ring!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschrocken zog ich die Hand zurück. Das Telefon!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ring! Ring!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell rannte ich im Flur zurück, um das an der Wand montierte Telefon abzunehmen. Ich hielt mir den Hörer ans Ohr. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ms. Moore?“, meldete sich eine vertraute Stimme. Dr. Prince klang aufgewühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dr. Prince, ist mit Rocky alles in Ordnung?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ihrem Hund geht es gut. Ich habe den Fremdkörper entfernen können, aber Sie müssen unbedingt aus dem Haus! Wohnen Sie noch in der Clayton Street? Das Haus mit dem blauen Dach?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„J-Ja“, stammelte ich verdutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gut. Die Polizei ist bereits auf dem Weg. Gehen Sie rüber zu einem Nachbarn und warten Sie auf sie!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich … Also … Was ist denn los?“, brachte ich endlich hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie ich schon sagte, habe ich den Fremdkörper entfernen können. In Rockys Hals steckten zwei menschliche Finger. Und es kann sein, dass der Besitzer der Finger noch im Haus ist!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich brauchte einen Moment, um das Gesagte zu verarbeiten. Mein Blick fiel auf meine Socke, mit der ich eben in den Blutfleck getreten war. Dann sah ich zurück Richtung Schlafzimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, ich war noch nie so schnell aus meinem Haus gesprintet. Schuhe und Jacke ignorierend rannte ich aus der Tür direkt zu meinen Nachbarn Mr. Torres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Susan?“, fragte er verwirrt, nachdem er die Tür geöffnet hatte. „Ist was passiert?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In wenigen Sätzen erklärte ich ihm die Situation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er ließ mich sofort ins Haus. Von seinem Küchenfenster aus warteten wir gemeinsam auf die Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rannte nach draußen, sobald ich den Streifenwagen sehen konnte. Auch den Polizisten schilderte ich die Situation. Sie nahmen meinen Haustürschlüssel und verschwanden im Flur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebannt wartete ich. Ich merkte erst jetzt, wie kalt der Steinboden unter meinen Socken war. Trotzdem blieb ich stehen. Mr. Torres leistete mir Gesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann endlich tat sich etwas im Haus. Die Polizisten kamen zurück. Sie hielten einen fremden Mann am Arm fest. Seine Kleidung war dunkel, seine Haut hingegen fast schneeweiß, während er entsetzt auf seine mit Handschellen gefesselten Hände starrte. Jetzt erkannte ich, dass seine rechte Hand stark blutete. Ihr fehlten der Zeige- und der Mittelfinger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später erfuhr ich, dass er mit einem Messer bewaffnet in meinem Schlafzimmerschrank gehockt hatte. Die Polizei war sich jedoch unsicher, ob er es auf mich abgesehen oder sich mit dem Messer nur vor dem „großen gefährlichen Hund“ verteidigen wollte, von dem er immer wieder geredet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleibt nur noch zu sagen, dass Dr. Prince meinen geliebten Rocky noch am selben Abend persönlich zu mir zurückbrachte. Der Dobermann wirkte wieder quicklebendig und bellte fröhlich, als er mich sah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus meinem Date war natürlich nichts mehr geworden. Aber wer brauchte schon einen Mann, wenn er einen so tollen Hund und Lebensretter wie Rocky hatte?</p>



<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter social icons - square - blue.png" height="40" width="40" alt="Twitter" title="Folge mir auf Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f_logo_RGB-Blue_58.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütz mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonnier meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„The Choking Doberman“ (englisch für „Der erstickende Dobermann“), in manchen Fällen auch „The Choking Dog“ („Der erstickende Hund“) oder eine andere Hunderasse, ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus den USA.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ablauf der „The Choking Doberman“-Geschichten ist fast immer gleich, auch wenn das Ende in einigen Fällen abweichen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die urbane Legende beginnt damit, dass eine Frau, seltener ein Mann oder ein Paar, nach Hause kommt. Dort findet sie ihren Hund, meist einen Dobermann, würgend vor. Er scheint große Schwierigkeiten beim Atmen zu haben, weshalb sie mit ihm zum Tierarzt fährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort wird sich sofort um den Hund gekümmert. Aber anstatt vor Ort zu warten, fährt die Frau ohne Hund wieder nach Hause. Manchmal ist es begründet – z. B, weil sie noch ein wichtiges Treffen hat, sich noch umziehen muss und ganz in der Nähe wohnt –, aber in den meisten Fällen wird nicht gesagt, warum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie jedoch zuhause ankommt, klingelt bereits ihr Telefon. Es ist der Tierarzt, der ihr erzählt, dass sie sofort das Haus verlassen soll. Der Gegenstand, an dem der Hund beinahe erstickt wäre, waren menschliche Finger. Hierbei kann die Zahl der Finger zwischen einem und vier variieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau verlässt auf die Anweisung sofort das Haus, um auf die Polizei zu warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Fällen endet die Geschichte damit, dass die Polizei den Einbrecher im Schlafzimmer, im Keller oder in einem Schrank findet. Er hat bereits viel Blut verloren und ist entweder blass, wirkt schwach oder ist bewusstlos.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Alternative Erzählungen:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei den meisten urbanen Legenden gibt es auch bei The Choking Doberman fast so viele unterschiedliche Erzählungen, wie es Erzählende gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Fällen macht sich die Frau zum Beispiel selbst auf die Suche nach dem Täter oder sie findet eine Blutspur, ehe das Telefon klingelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gibt es Geschichten, in denen die Frau nicht überlebt. Hier kann der Täter meist fliehen, wird aber später im Krankenhaus anhand der fehlenden Finger identifiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt natürlich auch völlig andere Abwandlungen. In einer ist der „Täter“ z. B. die heimliche Affäre einer Ehefrau. Ihr Mann findet den Hund, der die Finger hochwürgt. Anschließend findet er den verletzten Liebhaber unter dem Bett.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">The Choking Doberman spielt ursprünglich in einem Haus einer amerikanischen Klein- oder Vorstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der Beliebtheit der urbanen Legende wird sie aber auch oft in anderen Ländern erzählt. In diesen Fällen spielt auch die angeblich wahre Geschichte meist in dem entsprechenden Land.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die älteste bekannte schriftliche Erzählung von The Choking Doberman kommt aus der Zeitung Phoenix New Times, wo am 24. Juni 1981 ein Bericht mit dem Titel „Gagging Dog Baffles Police“ veröffentlicht wurde. In den Jahren 1981 und 1982 folgte eine ganze Reihe ähnlicher Artikel in unterschiedlichsten Zeitungen überall in den USA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber obwohl sich bereits viele Reporter und Engagierte auf die Suche nach dem Ursprung der „The Choking Doberman“-Legende gemacht haben, verlief die Suche erfolglos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wurden unzählige Anwohner der angeblichen Gegenden befragt und sogar die Polizei hat an vielen Orten bei der Suche geholfen. Trotzdem ließ sich kein einziger der Zeitungsartikel auf ein reales Ereignis zurückführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem vielversprechenden Bericht in der Globe, in dem sogar Name und Wohnort des angeblichen Opfers genannt wurden, stellte sich am Ende z. B. heraus, dass die Verfasserin die Geschichte lediglich in einem Beautysalon aufgeschnappt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass man den Ursprung nicht finden konnte, mag zum Einen daran liegen, dass man nicht einmal den genauen Zeitpunkt festmachen kann, in dem die Legende entstanden ist. Einige Leute behaupten, dass sie die Legende bereits in den 1950ern gehört hätten. Zum Anderen weist sie viele Elemente auf, die typisch für urbane Legenden sind. Da wäre z. B. das leidende Tier, die Frau, die allein zuhause ist und der plötzliche Anruf mit der erschreckenden Wendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist daher zwar nicht ausgeschlossen, dass es tatsächlich einen wahren Kern in der Legende gibt, die Wahrscheinlichkeit, dass sie lediglich eine erfundene Gruselgeschichte ist, ist aber sehr hoch.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von The Choking Doberman? Was hättet ihr gemacht, nachdem ihr den Blutfleck unter eurer Socke entdeckt hättet? Hättet ihr im Schlafzimmer nachgesehen? Oder wärt ihr wie Susan direkt ans Telefon gegangen? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, unterstützt mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Patreon</a>, abonniert meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-choking-doberman">The Choking Doberman – der erstickende Dobermann</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/the-choking-doberman/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>The Killer in the Window – Der Mörder im Fenster (überarbeitet)</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/the-killer-in-the-window</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/the-killer-in-the-window#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Dec 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Der Mörder im Fenster]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[The Killer in the Window]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtslegende]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtslegenden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=689</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wieso ich mir meine Decke, in die ich gekuschelt war, über den Kopf riss, wusste ich selbst nicht so genau. Vielleicht war es die kindliche Hoffnung, dass mir darunter nichts passieren konnte. Fast gleichzeitig hörte ich ein schepperndes Geräusch ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-killer-in-the-window">The Killer in the Window – Der Mörder im Fenster (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/c064cdb44dd84fa39b88ff353217eea5" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Meine Version von The Killer in the Window war eine der ersten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/weihnachten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weihnachtsgeschichten</a>, die ich auf meinem Blog veröffentlicht habe. Einen komplett neuen Beitrag habe ich im Vorweihnachtsstress leider zeitlich nicht geschafft, aber ich wollte euch trotzdem noch einen letzten Beitrag in meine Winterpause mitgeben. Mein nächster Beitrag kommt voraussichtlich Ende Januar/Anfang Februar. Bis dahin wünsche ich euch einen schönen zweiten Weihnachtstag, einen guten Rutsch und wie immer:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich am Fenster stand, beobachtete ich die dicken Schneeflocken, die lautlos im Wind tanzten. In der Dunkelheit sah ich die funkelnden und blinkenden Lichter der Butlers – unserer Nachbarn. Sie waren mit ihren beiden Söhnen über Weihnachten im Ski-Urlaub, ließen ihre Weihnachtsbeleuchtung aber auf Zeitschaltung laufen, damit keine zwielichtigen Gestalten bemerkten, dass niemand im Haus war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab zwar eigentlich keinen Grund dafür, da es in unserer Gegend noch nie Einbrecher gab, aber trotzdem tat ich es ihnen gleich. Meine Eltern waren beide auf Geschäftsreise, und das ausgerechnet am zweiten Weihnachtstag. Obwohl ich also allein im Haus war, hatte ich am Abend in zwei verschiedenen Zimmern das Licht eingeschaltet. Außerdem hatte ich mir fest vorgenommen, täglich die Post reinzuholen, und ließ den Fernseher ein Stück lauter laufen, als ich es normalerweise tat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war selbst klar, wie paranoid das klingt, aber dafür würde hier zumindest niemand einsteigen – so dachte ich zumindest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte den Gedanken gerade zu Ende gedacht, als ich plötzlich Gepolter hörte. Ruckartig drehte ich mich um. Kam das aus dem Haus? Oder von draußen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angestrengt lauschte ich, aber es blieb ruhig. Dann schlich ich durchs Haus. Ich kontrollierte unsere Haustür, die Fenster im Erdgeschoss und die Hintertür. Alles war fest verschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich musste ich lachen. Das war doch bescheuert! Wieso dachte ich auch über Einbrecher nach? Es war doch klar, dass ich mir jetzt bei jedem kleinsten Geräusch Sorgen machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging in die Küche. Ein beruhigender Tee würde mir jetzt sicher guttun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während das Wasser kochte, überkam mich plötzlich das Gefühl, beobachtet zu werden. Unruhig sah ich mich um. Immer wieder fiel mein Blick dabei in den dunklen Flur. Der Durchgang hatte keine Tür. Ich musste mir vorstellen, wie ein Mann aus dem Flur ins Licht trat. Ich wäre völlig wehrlos. Selbst, wenn ich mich mit irgendetwas bewaffnen würde, was könnte ich gegen einen erwachsenen Mann schon ausrichten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gedanke bereitete mir Unbehagen. Ich merkte, wie sich meine Nackenhaare aufstellten, also wandte ich mich ab und versuchte, mich auf die Küche zu konzentrieren. Auf einmal kam ich mir sehr klein vor. Der Kühlschrank ragte über mich hinaus. Die Wandregale, an denen ich gerade so ankam, wirkten, als würden sie Meter über mir hängen. Dann fiel mein Blick auf den kleinen Plastikweihnachtsmann auf der Fensterbank. Er sah aus, als würde er mich schadenfroh angrinsen. Ich wünschte, Mama und Papa wären im Haus …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Pling!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir entfuhr ein spitzer Aufschrei. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass das Geräusch vom Wasserkocher gekommen war. Wieder musste ich über mich selbst lachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„O mein Gott, jetzt beruhig dich mal wieder, Josy“, murmelte ich zu mir selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Eltern waren heute Morgen erst losgefahren. Wie sollte ich die restliche Woche überleben, wenn ich jetzt schon so eine Panik schob?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer umklammerte ich meine Teetasse. Ich versuchte, mir nicht zu viele Gedanken zu machen. Trotzdem ließ ich vorsichtshalber das Licht in der Küche brennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber spätestens, als ich in meiner dicken Wolldecke eingekuschelt vor dem Fernseher saß, weihnachtliche Märchen guckte und meinen Apfel-Zimt-Tee trank, der sein Aroma schnell im Raum verteilte, hatte sich die Stimmung um 180 Grad gedreht. Ich fühlte mich richtig geborgen. Das Märchen im Fernsehen weckte meine Fantasie, der Weihnachtsbaum in unserem Wohnzimmer funkelte mit der Dekoration der Butlers um die Wette und am Fenster flogen noch immer dicke Schneeflocken vorbei. Obwohl meine Eltern nicht da waren, hatte sich unser Wohnzimmer selten so nach Weihnachten angefühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann bemerkte ich vor dem Fenster noch etwas anderes. Es war eine Art dunkler Schatten, ein verschwommener Umriss. Stand dort draußen jemand?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Jetzt hör aber mal auf! Das ist bestimmt irgendetwas völlig anderes! Mach dich nicht verrückt!</em>‘, redete ich in meinen Gedanken auf mich ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich traute mich jedoch nicht einmal, den Mund zu bewegen, um es vor mich herzumurmeln, so verkrampft saß ich da und starrte aus dem Fenster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann bewegte sich der Umriss plötzlich. Er trat näher ans Fenster heran und starrte zu mir rein. Jetzt war kein Irrtum mehr möglich. Dort draußen Stand ein dunkel gekleideter Mann mit einer schwarzen Mütze und einem blassen Gesicht. Mit einem fast wahnsinnigen Ausdruck im Gesicht hielt er meinem Blick stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber obwohl ich mich fast zu Tode erschreckte, entfuhr mir kein Schrei. Ich sprang auch nicht auf oder rannte weg. Stattdessen arbeitete mein Hirn auf Hochtouren. Was sollte ich jetzt tun?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehe ich jedoch auch nur einen sinnvollen Gedanken fassen konnte, bewegte der Mann sich plötzlich. Er griff in seine Jacke und zog etwas Glänzendes hervor. Es war ein Messer!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso ich mir meine Decke, in die ich gekuschelt war, über den Kopf riss, wusste ich selbst nicht so genau. Vielleicht war es die kindliche Hoffnung, dass mir darunter nichts passieren konnte. Fast gleichzeitig hörte ich ein schepperndes Geräusch, als meine Teetasse auf dem Boden zerschellte und Apfel-Zimt-Tee auf dem Parkett verteilte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ignorierte es. Stattdessen kramte ich mit möglichst unauffälligen Bewegungen mein Handy aus der Hosentasche. Immerhin wusste ich nicht, wie der Mann reagierte, wenn er sah, dass ich telefonierte. Als ich es endlich in der Hand hatte, rief ich sofort die Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst jetzt merkte ich, dass ich weinte. „Bitte“, jammerte ich ins Telefon. „Sie müssen mir helfen. Da ist ein Mann vor meinem Fenster. Er hat ein Messer!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">An viel mehr erinnerte ich mich nicht mehr. Ich weiß noch, wie ich der Frau am anderen Ende der Leitung meinen Namen und die Adresse mitteilte. Dann erklärte sie mir, wie ich mich zu verhalten hatte. Sie blieb die ganze Zeit am Telefon und redete beruhigend auf mich ein. Doch ich hörte sie kaum. Stattdessen achtete ich auf jedes noch so leise Geräusch im Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin konnte es sein, dass der Mann nicht länger am Fenster wartete, sondern sich Zugang zum Haus verschaffen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich hörte ich Schritte. Vor Anspannung hielt ich den Atem an. Kamen sie aus dem Wohnzimmer? Oder doch nur aus dem Fernseher? Es knirschte Laub. Also doch nur der Film!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wie lange ich noch in meinem auffälligen Versteck unter der Decke kauerte, während die Frau am Telefon, deren Namen ich nicht mitbekommen hatte, auf mich einredete. Jedenfalls traute ich mich erst wieder hervor, als ich von draußen Sirenen hörte. Sofort rannte ich zur Tür. Die Polizisten kamen bereits auf mich zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sind Sie Josy?“, fragte der Kleinere von ihnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nickte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wo haben Sie den Mann gesehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erklärte es ihnen, woraufhin der Polizist sofort in meinen Garten lief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der andere Polizist beruhigte mich in der Zwischenzeit: „Keine Sorge. Sie sind jetzt in Sicherheit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenig später kam der zweite Polizist wieder zurück. Er hatte seine Stirn in tiefe Falten gelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und?“, erkundigte sich sein Kollege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nichts. Ich war bei dem Fenster, von dem aus man die Couch sieht, aber dort waren keine Fußspuren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt legte auch ich meine Stirn in Falten. Keine Fußspuren? Das war unmöglich! Der Mann stand doch genau vor dem Fenster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehe die Polizisten mich aufhalten konnten, rannte ich los, um selbst nachzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Josy, warten Sie!“, rief einer von beiden mir nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beachtete ihn nicht. Schnurstracks rannte ich zu meinem Wohnzimmerfenster und starrte den halbdunklen Schnee an. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Nichts. Dort waren nur die Fußspuren des Polizisten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Polizisten, die mich inzwischen eingeholt hatten, räusperte sich. „Vielleicht haben Sie sich geirrt?“, fragte er ruhig. „Wenn ich in Ihrem Alter ganz allein in so einem großen Haus wäre …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich … Ich hab mir das doch nicht eingebildet!“, sagte ich laut. „Der Mann war wirklich da!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Josy, bleiben Sie ruhig. Vielleicht war es ja ein anderes Fenster? Zeigen Sie uns das Ganze doch bitte einmal von drinnen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderes Fenster?! Als würde ich mein Haus nicht kennen. Natürlich war das das richtige Fenster! Trotzdem nickte ich. „Ist gut.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg nach drinnen wirbelten meine Gedanken durcheinander. Ich hatte den Mann doch deutlich gesehen! Wieso waren da keine Fußspuren im Schnee?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Polizist vor mir blieb abrupt stehen. Ich rannte voll in ich hinein. „Oh, sorry!“, sagte ich sofort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Polizist reagierte gar nicht darauf. „Josy“, sagte er ruhig. „Ich glaube, Sie haben verdammt viel Glück gehabt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wieso? Was meinen Sie?“, fragte ich. Ich sah nervös an dem Polizisten vorbei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Mann, den Sie gesehen haben … Ich glaube nicht, dass er draußen stand. Sie haben seine Reflexion im Fenster gesehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sah ich es auch: Nasse Fußspuren führten von der Küche bis zum Sofa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„O mein Gott“, hauchte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich den Mann mit dem Messer gesehen hatte, musste er direkt hinter mir gestanden haben!</p>



<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mörder im Fenster (engl. „The Killer in the Window“) ist eine bekannte <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Amerika.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Täter wird meist nicht viel erzählt. Gelegentlich kommt die klischeehafte Aussage, dass er ein entflohener Sträfling oder Insasse einer Nervenheilanstalt sei, ansonsten ist aber nur bekannt, dass er ein Mann ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sein Aussehen betrifft, wird er oft als typischer Einbrecher beschrieben: dunkle Kleidung, Handschuhe und eine Ski-Maske oder Mütze.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei den meisten urbanen Legenden dieser Art gibt es bei „The Killer in the Window“ fast so viele Variationen, wie es Erzählungen gibt. Generell ist der Ablauf jedoch immer sehr ähnlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptperson der Legende ist meist eine Teenagerin oder junge Erwachsene. In einigen Versionen arbeitet sie als Babysitterin, während das Kind oder die Kinder schon schlafen, in anderen ist sie alleine im Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist spät abends, als die Frau im Wohnzimmer sitzt und fernsieht. Aus dem Augenwinkel bemerkt sie dabei, wie ein Mann an das Fenster tritt und sie beobachtet. Je nach Geschichte steht er nur da oder holt etwas – z. B. ein Messer – aus seiner Tasche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau greift sofort nach dem Telefon, versteckt sich unter einer Decke und wählt die 911. Als sie sich unter der Decke hervortraut, ist der Mann verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alternativ versteckt sich die Frau erst und ruft die Polizei an, nachdem sie merkt, dass der Mann verschwunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Polizisten den Garten durchsuchen, fällt ihnen auf, dass im Schnee vor dem Fenster keine Fußspuren zu sehen sind. Sie gehen zu der Frau, um ihr davon zu berichten. Im Haus stellen sie jedoch entsetzt fest, dass nasse Fußspuren bis zu dem Sofa führen. Sie erzählen der Frau, dass sie Glück gehabt habe, da der Mörder gar nicht vor dem Fenster stand. Sie habe nur seine Reflexion gesehen. Er war also in Wirklichkeit bei ihr im Wohnzimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig endet die Geschichte hier, manchmal wird aber noch erwähnt, dass die Polizei zwar das Haus durchsucht habe, den Einbrecher jedoch nicht finden konnte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der genaue Ort, an dem die Legende spielt, ist nicht beschrieben. Das Haus, in dem die Geschichte sich zuträgt, steht aber oft in einer Kleinstadt oder der Vorstadt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Ursprung der Legende habe ich nicht viel herausfinden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man erzählt sich die Geschichte bereits seit dem Jahre 2000, es ist aber gut möglich, dass sie noch älter ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob sie auf einer wahren Begebenheit beruht, ist nicht bekannt. Man konnte es bisher weder beweisen noch widerlegen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von The Killer in the Window? Kanntet ihr die Legende bereits? Kennt ihr vielleicht ähnliche Legenden? Wie hättet ihr in Josys Situation reagiert? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-killer-in-the-window">The Killer in the Window – Der Mörder im Fenster (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/the-killer-in-the-window/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Killer]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Murder]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Murderer]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Murders]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween Campus Killer]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween Campus Murder]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween Campus Murderer]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween Campus Murders]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Slasher]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=1471</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Ja ja, sehr witzig“, erwiderte Jeffrey genervt. „Das Gerücht ist doch scheiße!“<br />
Mary und Angela sahen jedoch nicht aus, als würden sie scherzen. Während ich eindeutig Angst in Marys Augen sehen konnte, starrte Angela nur verstört zu Boden.<br />
„Das ist kein Gerücht“, jammerte Mary. „Irgendwer hat sie zerstückelt. O Gott, da war überall Blut.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders">Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/09ffd31f45304d5697ee86fc62eceec7" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die Halloween Campus Murders sind ein beliebtes Gerücht, das immer mal wieder in der Zeit vor <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> an amerikanischen Universitäten verbreitet wird. Als Teil meines Halloween-Specials 2022 habe ich die Geschichte für euch vertont und überarbeitet. Wenn sie euch also lieber anhören wollt, findet ihr das Audio <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Explizite Darstellung körperlicher Gewalt<br>
&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Hey, Eric. Meinst du, dass heute Abend wirklich was passiert?“, fragte Jeffrey. Ich sah, dass er unruhig mit dem Bein wippte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du glaubst doch nicht ernsthaft an Wahrsagerei oder so einen Quatsch? Das sind nur Spukgeschichten“, erwiderte ich skeptisch. Ich würde ihm nicht gestehen, dass ich einen Baseballschläger unter meiner Decke versteckt hatte, nur für den Fall, dass tatsächlich ein Axt schwingender Mörder in unser Zimmer stürmen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich sollte euch wohl erst einmal erzählen, was genau los war: Alles hatte vor einigen Wochen angefangen. Damals war das Gerücht aufgekommen, dass ein berühmtes Medium in einer Talkshow ein schreckliches Verbrechen an einer Universität vorausgesagt haben soll. Komisch nur, dass mir bisher niemand auch nur einen Ausschnitt aus der vermeintlichen Talkshow zeigen konnte. Gerade einmal eine Handvoll Studenten behauptete, das Interview selbst gehört zu haben. Einer von ihnen war Jonathan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Ich sehe es vor mir … Am Halloweenabend wird ein fürchterliches Verbrechen geschehen. Ich sehe eine blutige Axt. Acht Menschen werden sterben. Der Ort … ich kann ihn nicht genau erkennen. Es ist eine Universität, aber ich weiß nicht, welche. Ganz in der Nähe ist ein Friedhof und … ja … ihr Name beginnt mit einem W. Nein. Nein! Mit einem M!</em>‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">So oder so ähnlich hatte Jonathan es uns unter dramatischen Handgesten vorgetragen. Und obwohl ich nicht an so einen Schwachsinn wie Wahrsagerei oder ein Medium glaubte, hatten sich seine Worte in mein Gedächtnis eingebrannt. Besonders, da Jonathan letzte Nacht abgereist war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sogar die Universität hatte eine offizielle Warnung an die Eltern geschickt. In der Mail stand natürlich nichts von dem Medium, aber den Eltern wurde empfohlen, die Studenten über Halloween nach Hause zu holen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige meiner Freunde hingegen hatten die tolle Idee, hierzubleiben. Sie redeten davon, dass es sicher lustig sei, die ganze Uni nur für uns zu haben. Außerdem würde das Gerücht wunderbar zur Halloweenstimmung beitragen. Und so hatte ich mich überreden lassen, mich ihnen anzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte ich jedoch gewusst, dass ich den halben Tag mit einem flauen Gefühl im Magen paranoid auf dem Bett sitzen würde, wäre ich wohl zu meinen Eltern gefahren. Ich fragte mich, ob es der Gruppe Freshman-Studenten ähnlich ging, die ebenfalls hier geblieben waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich hörten wir Schritte aus dem Flur – schnelle Schritte. Jeffrey und ich warfen einander ängstliche Blicke zu. Gleichzeitig griff ich nach dem Baseballschläger. Als die Tür aufschwang, sprang ich auf, bereit, jedem den Kopf einzuschlagen, der uns bedrohte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch vor mir stand kein Killer. Dort waren nur Mary und Angela, die in unser Zimmer huschten und hastig die Tür hinter sich schlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich dachte, wir wollten uns erst um acht treffen?“, fragte ich möglichst gelassen. Ich war schon dabei, den Baseballschläger zurück aufs Bett zu legen, als ich Marys verstörten Blick bemerkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie sind tot!“, sagte sie panisch. Sie sprach dabei leise, als traue sie sich nicht, die Stimme zu heben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja ja, sehr witzig“, erwiderte Jeffrey genervt. „Das Gerücht ist doch scheiße!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary und Angela sahen jedoch nicht aus, als würden sie scherzen. Während ich eindeutig Angst in Marys Augen sehen konnte, starrte Angela nur verstört zu Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist kein Gerücht“, jammerte Mary. „Irgendwer hat sie zerstückelt. O Gott, da war überall Blut.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Satz war ich bei ihr. „Wer? Wer ist tot? Geht es June gut?“, fragte ich entsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">June, meine Freundin, war eine der wenigen Studenten, die hier geblieben waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich … Ich weiß es nicht“, sagte sie den Tränen nahe. „Gesehen habe ich nur Zack und Owen, aber da lag noch jemand. Fuck!“ Sie hatte Schwierigkeiten, ihren Atem unter Kontrolle zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeffrey hingegen war von all dem völlig unbeeindruckt. „Du glaubst den Scheiß doch nicht etwa?“, fragte er genervt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Gedanken überschlugen sich. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Mary uns verarschen wollte, aber ich musste auf Nummer sicher gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schwör es!“, befahl ich. „Schwöre bei Gott!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary war streng gläubig. Bei so etwas konnte sie nicht lügen – und das wusste auch Jeffrey.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch so sehr ich auch hoffe, dass sie jetzt verärgert schnauben, mit den Augen rollen und mich einen Spielverderber nennen würde, sie tat es nicht. Ihr Blick blieb voller Furcht. „Ich schwöre!“, wimmerte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bedrohliche Stimmung, die ihre Worte auslösten, legten sich wie eine dunkle Wolke über uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Waren Zack und Owen wirklich tot? Wie konnte das sein? Und was war mit June? Was war mit meiner Freundin?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Konntest du erkennen, wer die dritte Leiche war?“, fragte ich jetzt Angela.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie starrte nur vor sich hin und schüttelte in Zeitlupe den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir hätten ja nachgesehen, aber da war ein Mann … Wir … Wir sind weggerannt“, verteidigte Mary ihre Mitbewohnerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte, warte, warte“, ging Jeffrey dazwischen. Auch er war inzwischen aufgestanden. „Der Mörder hat euch gesehen?!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne eine Antwort abzuwarten, schob er Mary beiseite, öffnete vorsichtig die Tür und spähte in den Flur. Als er scheinbar niemanden sehen konnte, schloss er sie fast geräuschlos wieder, nahm den klapprigen Holzstuhl von unserem Schreibtisch und klemmte ihn unter den Türknauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruft sofort die Polizei an!“, befahl er in den Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary kramte ihr Handy hervor. Und auch ich nahm meins vom Nachttisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich ruf June an“, sagte ich entschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand widersprach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie Mary die 911 wählte. Mein letztes Bisschen Hoffnung klammerte sich noch immer an den Gedanken, dass es sich um irgendeinen übertriebenen Scherz handelte. Doch als Mary nicht einmal eine Millisekunde zögerte, ehe sie auf den grünen Hörer tippte, stürzte meine Hoffnung den Abgrund hinunter, um kurz darauf am Boden zu zerschellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war leicht schwindelig, während ich durch die Kontakte auf meinem Smartphone scrollte. Gleichzeitig versuchte ich, zu begreifen, was hier gerade passierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tuuut</em>. Hier war ein Mann, der uns umbringen wollte. <em>Tuuut</em>. Eine Wahrsagerin hatte es im Fernsehen vorausgesagt. <em>Tuuut</em>. Es könnte sein, dass meine Freundin tot war. <em>Tuuut</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hey, hier ist June. Leider bin ich im Moment nicht zu erreichen. Hinterlass mir eine Nachricht und ich ruf dich vielleicht zurück“, drang die vertraute Stimme aus dem Telefon. Dann ertönte das Freizeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„June? June, hier ist Eric. Irgendein Mann hat Zack und Owen umgebracht. Wenn du das hier hörst, versteck dich irgendwo! Ich versuche, zu dir zu kommen. Hörst du? Ich komme zu dir!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mein Handy mit zittriger Hand wegsteckte, war Mary wild am Diskutieren. „Bitte Sie müssen mir glauben. Irgendein Wahnsinniger möchte uns umbringen!“, kreischte sie panisch ins Telefon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Person am anderen Ende antwortete, bemerkte ich jedoch noch etwas anderes: Schwere Schritte kamen leise aus dem Flur … und sie wurden von Schritt zu Schritt lauter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, das ist kein Kostüm!“, fuhr Mary fort. „Sie müssen …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schhht!“, unterbrach ich Mary. Sie hörte sofort auf zu reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schweigend standen wir da, den Blick ängstlich auf die Tür gerichtet. Jetzt hatten die anderen es auch gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hallo? Hallo, sind sie noch da?“, war leise aus dem Telefon zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann drehte sich plötzlich der Türknauf. Irgendjemand drückte von außen gegen die Tür. Es war ein dumpfes Geräusch zu hören, als hätte sich jemand halbherzig gegen die Tür geworfen, doch der Stuhl hielt stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann klopfte es. „Mädels, seid ihr da drinnen? Macht doch bitte die Tür auf“, ertönte eine gedämpfte Männerstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand antwortete. Stattdessen hielten wir kollektiv den Atem an und warfen einander ängstliche Blicke zu. Ich kannte die Stimme, konnte sie jedoch nicht direkt zuordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>. Irgendetwas wurde mit voller Wucht gegen die Tür gedonnert. Mary, Angela, Jeffrey und ich zuckten gleichzeitig zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>. Eine Delle bildete sich in der Tür. <em>Rums</em>. Holz splittert, während die Spitze eines Axtkopfes durch den neu entstandenen Spalt in der Tür ragte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Axt! Eine verdammte Axt! Genau, wie es das Medium vorausgesagt hatte!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Knack</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt schrien wir alle durcheinander, während wir uns möglichst weit von der Tür wegbewegten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Doch anstatt noch weiter in Panik zu verfallen, zwang ich mich, tief durchzuatmen und nachzudenken. Wenn ich jetzt durchdrehte, konnte das meinen Tod bedeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren im zweiten Stock. Der einzige Eingang war die Tür, die gerade von einem Irren zerhackstückelt wurde. Wir waren eingesperrt, außer …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Fenster!“, brüllte ich, über das Knirschen der Tür hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Augenpaare waren auf mich gerichtet. Sie blickten panisch zwischen mir und der Tür hin und her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind im zweiten Stock. Alleine der Fall könnte uns umbringen!“, schrie Angela mich an. Dann fiel ihr Blick auf meinen Baseballschläger. „Wenn du schnell genug zuschlägst, könntest du …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ sie nicht ausreden. „Neben dem Fenster verläuft ein Fallrohr von der Regenrinne!“, unterbrach ich sie. „Daran können wir nach unten klettern!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich das Fenster geöffnet hatte, sahen die anderen mich erwartungsvoll an. Sie waren sofort mit mir gekommen, aber ich wusste, dass ich nicht drumherum kommen würde, als Erster hinauszuklettern. Immerhin war es meine Idee gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein letzter Blick zur Tür verriet mir, dass sie nicht mehr lange standhalten würde. Bald wäre das Loch groß genug, dass jemand hindurchgreifen und den Stuhl wegstoßen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich atmete tief durch, während ich den Baseballschläger in meinen Gürtel schob. Dann hielt ich mich am Fensterrahmen fest. Der Weg nach unten wirkte höher als nur zwei Stockwerke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, scheiß drauf!“, fluchte ich, während ich mein Bein über das Fensterbrett schwang. Ich zwang mich, den Kopf gerade zu halten und nicht noch einmal nach unten zu sehen. Mit beiden Händen griff ich nach dem Fallrohr. Ich klammerte mich mit aller Kraft daran fest. Es war eiskalt. Dann zog ich mein zweites Bein aus dem Fenster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen Moment dachte ich, ich würde abrutschen. Doch ich schaffte es, meine Füße von beiden Seiten gegen das Rohr zu pressen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell und trotzdem vorsichtig begann ich, am Rohr hinunterzurutschen – Stück für Stück, Meter für Meter –, bis ich endlich festen Boden unter den Füßen hatte. Auch wenn mein Herz raste, als hätte ich einen Marathon hinter mir, musste ich zugeben, dass es einfacher war, als erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Okay, es ist sicher!“, rief ich den anderen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange bis auch Mary und Angela unten waren. Jetzt fehlte nur noch Jeffrey. Er saß auf dem Fensterbrett und starrte zu uns herunter, dann zum Rohr, dann wieder zu uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Denk nicht darüber nach!“, brüllte ich ihm zu. „Greif einfach nach dem Rohr und klammer dich fest! Du schaffst das!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich griff er nach dem Rohr. Ich sah sogar auf die Entfernung, dass seine Hand zitterte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich starrte er ins Zimmer zurück. „Scheiße!“, hörte ich ihn fluchen. Er packte hastig mit der zweiten Hand nach dem Fallrohr, bevor er sich mit voller Wucht nach draußen schwang – mit zu viel Wucht. Seine Hand rutschte ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jeff!“, schaffte ich es noch, zu brüllen, während ich auf ihn zu rannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Fall war zu kurz. Sein Körper fiel zu schnell. Ehe ich auch nur versuchen konnte, ihn aufzufangen, klatschte Jeffrey mit einem ekelhaften Klatschen vor mir auf den Steinboden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary und Angela kreischten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch mir entfuhr ein spitzer Schrei. „Jeff! Jeffrey! Kannst du mich hören?“, schrie ich, während ich zu ihm stürzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch er antwortet er nicht. Stattdessen bildete sich eine Pfütze aus Blut um seinen Kopf herum. Ich spürte die warme Flüssigkeit an meinem Knie, wie sich meine Jeans langsam vollsog …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell fasste ich an Jeffs Hals, um seinen Puls zu fühlen. Nichts. Ich hielt meine Hand unter seine Nase. Kein Atem. Jeffrey war tot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich aufstand, sahen die beiden Mädchen mich wie gebannt an. Ich schüttelte den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary brach in Tränen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer im Schock starrte ich zurück zu dem Fenster, aus dem er gestürzt war und erschrak. Dort stand ein Mann! Obwohl er fast sofort seinen Kopf zurückgezogen hatte, hatten wir ihn erkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„War das …?“, fragte Angela fassungslos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mr. Willson“, vervollständigte ich ihre Vermutung. Der axtschwingende Irre war unser liebenswürdiger Hausmeister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich rannte Mary los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte! Wo willst du hin?“, rief Angela, während wir ihr nachrannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wohin wohl? Hier weg und dann direkt zur Polizei!“, erwiderte Mary.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und was ist mit den anderen?“, warf Angela ein. „Sie wissen von nichts. Willst du, dass ihr Blut an deinen Händen klebt?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary war hin- und hergerissen. Man sah ihr an, dass in ihr ein Kampf zwischen ihrem Glauben und ihrer Angst tobte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch ich musste Angela zustimmen. Nicht, weil ich mich für das Leben einiger Freshman-Studenten interessierte, sondern weil es eine geringe Chance gab, dass June noch lebte. Wenn sie sterben würde, weil ich sie zurückgelassen hatte, könnte ich mir das nie verzeihen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir entschieden, den Umweg über den Westeingang zu nehmen – für den Fall, dass Mr. Willson bereits auf dem Weg zu uns war. Wir hatten keine Lust, ihm in die Arme zu laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zögerte erst, als wir drinnen am Fuß der Treppe standen. Zwiegespalten sah ich nach oben. Sollten wir wirklich wieder hochlaufen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist mit dem Feueralarm?“, schlug ich vor. „Wenn wir den auslösen, rennen die anderen schon nach draußen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary schüttelte energisch den Kopf. „Mr. Willson weiß, wo wir uns bei Brandschutzübungen versammeln sollen. Sie würden ihm direkt in die Arme rennen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich knirschte mit den Zähnen. Uns blieb wohl nichts anderes übrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Shit!“, fluchte ich leise. Dann rannte ich die Treppen rauf. Mary und Angela waren mir dicht auf den Fersen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im zweiten Stock nahm ich sofort den Gang zu unserer Linken. Junes Zimmer war auf der anderen Seite des Gebäudes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eric!“, zischte Angela mir nach. „Eric, wo willst du hin? Die Freshman-Studenten sind im dritten Stock!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh zu June!“, flüsterte ich zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wissen nicht einmal, ob sie noch lebt. Und die Freshmen sind völlig ahnungslos!“, erwiderte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da hatte sie recht … Verdammt! Aber June war mir wichtiger!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Okay. Ihr rennt nach oben und ich hole June. Wir treffen uns beim …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein!“, zische Angela mir zu. „Wir teilen uns ganz sicher nicht auf! Außerdem ist June auch unsere Freundin. Aber wenn sie nicht in ihrem Zimmer ist, gehen wir sofort nach oben!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden war, dass mitkommen wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich knallte ganz in der Nähe eine Tür. Ohne einen Laut von uns zu geben, schlichen wir um eine Ecke und drückten uns an die Wand. Meinen Baseballschläger hielt ich mit beiden Händen fest umklammert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwere Schritte ertönten von der Treppe. „Scheiß Kinder!“, hörte ich Mr. Willson grummeln. „Sagen, sie seien Erwachsene, haben aber keinerlei Anstand! Immer nur feiern, saufen, kotzen. Und wer darf es saubermachen? Aber es reicht. Es reicht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Stimme hatte eine Tonlage, wie ich es bisher nur von Verrückten aus irgendwelchen Filmen kannte. Ich erkannte ihn gar nicht wieder. Sonst war er immer so ein netter Mann gewesen …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während er weiter vor sich hin grummelte, schloss ich die Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Komm nicht hier lang. Geh einfach weiter. Einfach weiter!</em>‘, dachte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wenn dieser Abend mich eine Sache gelehrt hatte, dann, dass das Glück nicht auf unserer Seite war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Er kommt!“, zischte Mary, während sie mich sanft schubste und nach Angelas Handgelenk griff. „Er kommt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ließ ich mir kein drittes Mal sagen. Sofort nahm ich meine Beine in die Hand und rannte. Mary und Angela waren dicht hinter mir – direkt gefolgt von den schweren Schritten unseres Hausmeisters.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hab ich euch!“, schrie er. „Bleibt stehen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich rannte, dachte ich fieberhaft nach. Wir mussten irgendwie Abstand gewinnen. Aber wo sollten wir lang? Durch den Computerraum? Er hatte zwei Eingänge. Wenn wir die erste Tür blockieren konnten …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marys Aufschrei riss mich aus den Gedanken. Sie war gestürzt! Mr. Willson hatte sie fast eingeholt! Obwohl er humpelte – eine alte Kriegsverletzung –, hatte er eine wahnsinnige Geschwindigkeit drauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Scheiße! Steh auf. Steh auf!“, kreischte Angela.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary versuchte, sich an ihrem Handgelenk hochzuziehen, das sie noch immer umklammert hielt, doch sie schien sich am Fuß verletzt zu haben. Sie schaffte nur einen Schritt, bevor sie wieder umknickte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mary, Vorsicht!“, schrie ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch meine Warnung kam zu spät. Mr. Willson hatte sie bereits eingeholt. In einer flüssigen Bewegung hob er seine Axt und ließ die Klinge in Marys Rücken krachen. Eine widerwärtige Mischung aus Schmatzen und Knacken war zu hören, bevor Mary wie am Spieß zu Kreischen begann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich sie an. Es war, als hätte ich die Kontrolle über meinen Körper verloren, als würde ich bloß einen Film gucken und könnte selbst nichts tun, mich nicht mehr bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mr. Willson stemmte sich mit einem Fuß an Marys Rücken ab und zog die Axt mit einem Ruck heraus. Blut spritzte in alle Richtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick auf Angela. Sie zerrte noch immer an Marys Arm!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass sie los! Lass sie los!“, brüllte ich. Für Mary war es zu spät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich kann nicht. Sie hält mein Handgelenk fest!“, kreischte Angela zurück. Ich hatte noch nie so viel Panik in einer Stimme gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen meinen Fluchtreflex ankämpfend, rannte ich auf sie zu. Ich musste ihr helfen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war gerade bei ihr, griff schon nach Marys verkrampfter Hand, als mich plötzlich ein Schwall Blut genau im Gesicht traf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt taumelte ich rückwärts. Ich blinzelte, um das Blut aus meinen Augen zu bekommen. Was war passiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich Angela ansah, wurde mir schwindelig. Mr. Willson hatte sie mit der Axt am Hals erwischt. Angelas und mein Blick trafen sich. In ihren Augen schimmerten Tränen. Sie röchelte, als wolle sie etwas sagen. Doch aus ihrem Mund und ihrem Hals spritze bloß Blut. Dann brach sie zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah nicht mehr, wie ihr Körper auf den Boden aufschlug. In dem Moment, wo sie zu fallen begann, hatte ich mich umgedreht und war losgesprintet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich es bis zum Computerraum schaffte, könnte ich genug Zeit gewinnen, um in Junes Zimmer zu sprinten. Wenn ich sie gefunden hatte, würden wir sofort fliehen. Scheiß auf die Freshman-Studenten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und tatsächlich schaffte ich es in den Computerraum – wahrscheinlich, weil Mr. Willson mir nicht sofort hinterhergelaufen war. Er war zurückgeblieben und hatte weiter auf Mary und Angela eingehackt – zumindest den Geräuschen nach zu urteilen. Ich versuchte, nicht weiter darüber nachzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Computerraum griff ich sofort nach einem der Stühle. Ich klemmte ihn unter die Tür, woraufhin er sofort wegrutschte. Ich versuchte es noch einmal, aber keine Chance, die Rollen fanden auf dem glatten Boden keinen Halt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen packte ich einen Tisch, auf dem ein Computer stand, und kippte ihn und lautem Gepolter und Geschepper vor die Tür. Hoffentlich würde es reichen. Ich wartete jedoch nicht ab, um es herauszufinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine dreißig Sekunden später, rannte ich auf der anderen Seite wieder durch die Gänge. Zimmer 314. 313. 312. Da! Ich hatte Junes Zimmer erreicht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich nach ihrem Türknauf griff, hoffte ich, dass der Raum abgeschlossen sei. Doch als ich ihn drehte, sprang die Tür sofort auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte. „June?“, fragte ich leise, während ich mich langsam in den Raum schob. „June, bist du da?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zittriger Hand tastete ich nach dem Lichtschalter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ich fast damit gerechnet hatte, war ich auf den Anblick nicht vorbereitet gewesen: Meine Freundin lag direkt vor mir am Boden. Ihre Augen starrten leer und ausdruckslos an die Decke. In ihrer Brust klafften mehrere tiefe Wunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich hatte Mr. Willson an die Tür geklopft, bevor er zugeschlagen hatte. Sie wurde von ihm völlig überrascht …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick auf ihr Handy, das neben ihrer schlaffen Hand lag. Hätte ich das Display eingeschaltet, hätte mir ein verpasster Anruf entgegengeleuchtet. Ein Anruf, den ich getätigt hatte, als June schon tot war. Ein Anruf, den sie nicht einmal mehr gehört hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich schwere Schritte hinter mir hörte, erstarrte ich. Acht Tote. Hatte das Medium das nicht gesagt? All die anderen Voraussagen waren eingetroffen, warum also nicht auch diese letzte? Zack, Owen, der Unbekannte, Jeffrey, Mary, Angela und June. Bisher waren es sieben Opfer und ich hatte keine Kraft mehr, wegzulaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch stattdessen war da etwas anderes. Ein Funke, den ich zuvor nicht gespürt hatte. Eine Mischung aus Trauer und Wut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hand schloss sich fester um den Baseballschläger, während ich den Schritten zuhörte, wie sie näher und näher kamen. Als sie schließlich fast bei mir waren, stieß ich einen lauten Schrei aus. Ich riss die Tür auf, sprang auf den Flur und donnerte den Schläger mit voller Wucht gegen Mr. Willsons Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war Zufall, dass ich ihn so gut getroffen hatte. Mit demselben dumpfen Geräusch, das der Baseballschläger machte, als er seine Schläfe traf, fiel Mr. Wilson zu Boden. Die Axt landete scheppernd neben ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langsam stellte ich mich über ihn. Er atmete schwer, sah mich aus entsetzten Augen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„E-Eric, bitte!“, flehte er. Seine Stimme klang wieder wie früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es ließ mich kalt. Es war nicht fair, dass er überleben sollte, wenn meine Freunde tot waren. Der Funke in mir war inzwischen zu einem Feuer angeschwollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Kopf sah ich meine Freunde vor mir. Ich erinnerte mich an ihr Lächeln, an ihr Lachen, das ich nie wieder hören würde. Mit leerem Blick hob ich den Baseballschläger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Tote. Hatte das Medium das nicht gesagt? All ihre Voraussagen waren eingetroffen. Warum also nicht auch diese letzte?</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Halloween Campus Murders (Englisch für „Halloween Campus Morde“), auch „Halloween Campus Killer“ oder „Halloween Campus Massacre“, sind eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, die in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder in Amerika aufgekommen ist. Es löste bereits regelrechte Paniken an verschiedenen Universitäten in den USA aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Gerücht:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Gerüchte sich in den verschiedenen Regionen und Jahren immer leicht unterschieden haben, war die Grundaussage fast immer gleich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein berühmtes Medium soll in einer bekannten Fernsehshow vorausgesagt haben, dass es an Halloween an einer Uni, deren Standort häufig nur durch schwammige Details eingegrenzt wurde, einen Massenmord geben soll. Oft heißt es, dass die Morde in einem Studentenwohnheim stattfinden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor ihrem Tod 1997 wurde hierbei meist das berühmten Medium Jeane Dixon, der nachgesagt wird, das Attentat an John F. Kennedy vorausgesagt zu haben, als Medium genannt. Seit ihrem Tod ist meist nur noch von einem „berühmten Medium“ die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Fernsehshow wird häufig beim Namen genannt und soll oft eine bekannte Talkshow wie beispielsweise die Oprah Winfrey Show sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schwammigen Informationen, die das Medium angeblich über die betroffene Universität nennt, sind z.&nbsp;B., dass sie in einer bestimmten Region stehe, dass sich ein Friedhof, ein Gefängnis, ein Fluss, Bahnschienen o.&nbsp;Ä. in der Nähe des Studentenwohnheims befänden, dass der Name der Universität mit einem M oder W beginnen solle oder, dass der Grundriss des Studentenwohnheims H- oder U-förmig sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird oft eine genaue Opferzahl genannt, die das Medium angeblich voraussehen würde. Beliebte Zahlen hierbei sind 8, 9, 10, 12 oder 20 Opfer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Täter wird mal mehr mal weniger spezifisch beschrieben. Eine beliebte Version ist ein als Little Bo Peep verkleideter Killer. Es gibt aber auch Versionen in denen der Täter in Alltagskleidung auftreten oder ein anderes Kostüm tragen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber, wer genau der Täter sein soll, gibt es ebenfalls verschiedene Gerüchte. So soll es sich mal um einen Studenten handeln, oder aber um einen Professor, einen Angestellten oder einen Entflohenen einer Nervenheilanstalt oder eines Gefängnisses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofern eine Tatwaffe erwähnt wird, handelt es sich fast immer um eine Axt oder ein Messer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Typischer Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich das Gerücht erst einmal verbreitet hat, haben sich bisher immer mehrere Unis gefunden, zu denen die schwammige Ortsbeschreibung gepasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesen Unis hat sich dann über Tage und Wochen hinweg das Gerücht dank Mund zu Mund Propaganda gefestigt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal habe ein Student oder der Freund eines Studenten die Show gesehen oder es wird verbreitet, dass – wenn jemand genauer nachforscht und herausfindet, dass es besagte Folge der Talkshow nie gegeben hat – die Folge für die Talkshow zwar aufgenommen, sie aber nie ausgestrahlt wurde, um eine Panik zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studenten verschärfen das Gerücht also selbst, bis die Leute tatsächlich anfangen, daran zu glauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging bereits häufig so weit, dass (Ent-)Warnungen an die Eltern und Studenten geschickt wurden, viele Studenten über Halloween nach Hause gefahren sind oder sich zu Halloween im Wohnheim verbarrikadiert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächliche Halloween Campus Murders, die das Gerücht bestätigt hätten, hat es in all den Jahren jedoch nie gegeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten bekannten Gerüchte der Halloween Campus Murders kommen aus dem Jahre 1968, wo sie sich im Mittleren Westen der USA verbreitet haben. Wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat oder aus welchem Grund, ist nicht bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem gab es in späteren Jahren immer wieder ähnliche Gerüchte über Halloween Campus Murders, die sich wie ein Lauffeuer im Land verbreitet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst heute noch kommt das Gerücht immer mal wieder auf. Trotz Internet und der Möglichkeit, schnell herauszufinden, dass es bereits in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr als eine urbane Legende war, kommt es in der Zeit um Halloween regelmäßig zu Paniken wegen eines angeblichen Killers in amerikanischen Universitäten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von den Halloween Campus Murders? Mögt ihr diese Art von Halloweengerüchten oder lehnt ihr sie ab? Wie würdet ihr reagieren, wenn eure Uni wegen so etwas plötzlich in Panik verfallen würde? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders">Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Babysitterin &#8211; &#8222;Willst du nicht nach den Kindern sehen?&#8220;</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/die-babysitterin</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/die-babysitterin#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Babysitter]]></category>
		<category><![CDATA[Babysitter and the Man Upstairs]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Slasher]]></category>
		<category><![CDATA[The Babysitter and the Man Upstairs]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=1928</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Willst du nicht nach dem Jungen sehen?“, fragte eine tiefe Männerstimme. Der Mann sprach leise, als versuche er, gruselig zu klingen.<br />
„Wie bitte?“<br />
„Er schläft doch so friedlich in seinem Zimmer.“<br />
Mir stockte für einen Moment der Atem. „Ha ha, sehr lustig!“, sagte ich genervt. Dann knallte ich den Hörer auf die Gabel.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-babysitterin">Die Babysitterin &#8211; &#8222;Willst du nicht nach den Kindern sehen?&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/5ae1e4314ed045799b4409183f4379f3" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die Babysitterin ist mein Versuch, eine der bekanntesten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legenden</a> der Welt in meiner Erzählstimme nachzuerzählen. Ich bin mir sicher, dass viele von euch die Geschichte bereits in einer ihrer zahlreichen Variantionen kennen, aber ich hoffe, sie gefällt euch trotzdem.</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; Trauer</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah, Jane, gut, dass du da bist“, begrüßte mich Mrs. Scott mit einem warmen Lächeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich aus der kühlen Herbstluft ins Haus trat, schlug mir sofort eine Parfümwolke entgegen. Sie roch angenehm nach Rosen, wenn auch etwas intensiv. Wahrscheinlich hatte Mrs. Scott sich gerade erst damit eingesprüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Abend heute dürfte recht ruhig werden. Billy schläft schon. Ich habe gerade erst nach ihm geschaut. Ich habe ihm gesagt, dass du im Wohnzimmer bist, falls etwas sein sollte. Falls du Hunger hast, stehen Reste von heute Mittag im Kühlschrank. Dein Geld liegt wie immer auf dem Tisch. George, kommst du?“, sprudelte es nur so aus ihr heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass ich für die Scotts babysittete. Daher war ich Mrs. Scotts etwas anstrengende Art bereits gewohnt und nickte bloß, während sie zu einem erneuten Wortschwall ansetzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Moment kam jedoch Mr. Scott – George – in den Flur und schnitt mit einem knappen, aber bestimmten „Nabend Jane“ seiner Frau das Wort ab. „Wir sollten los Schatz, sonst kommen wir zu spät.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, George, schick siehst du wieder aus“, kommentierte sie seinen Anzug. Dann wandte sie sich wieder mir zu. „Ich hoffe ja, dass unser kleiner Billy auch einmal so ein schicker Mann wie sein Vater wird. Wobei ihm Anzüge auch jetzt schon ausgezeichnet stehen. Neulich erst &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mr. Scott legte einen Arm um seine Frau, während er sie langsam Richtung Veranda schob. Sie redete fröhlich weiter. Erst, als die beiden vor der Haustür waren, verabschiedete sie sich mit einem gesungenen „Also dann viel Spaß, Jane. Bis heute Nahacht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schloss Mr. Scott die Tür. Trotzdem konnte ich hören, wie sie draußen unaufhörlich weiterredete, während die beiden sich langsam entfernten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte belustigt den Kopf, während ich meine Jacke an einen Haken hängte. Mrs. Scott konnte zwar wirklich nett sein, aber wie hielt Mr. Scott es bloß den ganzen Tag mit ihr aus? Schmunzelnd ging ich weiter in die Küche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich mir einen Kräutertee gemacht hatte, um mich aufzuwärmen, setzte ich mich ins Wohnzimmer und holte meine Hausaufgaben heraus. Da Billy schon schlief, freute ich mich auf einen ruhigen Abend. Vielleicht würde ich einen Horrorfilm gucken, wenn ich mit den Hausaufgaben durch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dasaß, nur noch, dass die Hausaufgaben sich ziemlich in die Länge gezogen hatten und es draußen immer dunkler wurde. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Ich betrachtete gerade die bunten Herbstbäume vor dem Fenster, die von einer Straßenlaterne beschienen wurden, und machte mir Gedanken über mein Halloweenkostüm, als plötzlich das Telefon klingelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschrocken sah ich zu dem dem roten Kasten. <em>Ring ring!</em> Wer rief um die späte Uhrzeit noch an? Vielleicht Mr. oder Mrs. Scott?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne weiter zu zögern, ging ich zum Telefon und hob den Hörer ab. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Antwort. Ich hörte nur, wie jemand am anderen Ende laut atmete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hallo? Wer ist denn da? Wenn sie mit Mr. oder Mrs. Scott sprechen wollen, die sind gerade nicht da. Soll ich etwas ausrichten, wenn sie wiederkommen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Willst du nicht nach dem Jungen sehen?“, fragte eine tiefe Männerstimme. Der Mann sprach leise, als versuche er, gruselig zu klingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie bitte?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Er schläft doch so friedlich in seinem Zimmer.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir stockte für einen Moment der Atem. „Ha ha, sehr lustig!“, sagte ich genervt. Dann knallte ich den Hörer auf die Gabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war bestimmt bloß ein blöder Streich. Irgendwo saßen gerade einige Typen um ein Telefon und lachten sich scheckig. Andererseits &#8230; Woher wusste er, dass ich auf einen Jungen aufpasste? Hatte er bloß geraten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am liebsten hätte ich es als harmlosen Scherz abgetan und mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht, aber ich schaffte es nicht. Ich konnte erst wieder ruhig sitzen, nachdem ich durchs komplette Erdgeschoss gegangen war, um sicherzugehen, dass alle Fenster und Türen fest verschlossen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Seufzen ließ ich mich wieder auf den harten Holzstuhl sinken. Es konnte niemand in das Haus eindringen, ohne ein Fenster einzuschlagen oder ein Schloss zu knacken. Und das würde ich bestimmt merken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur die Treppe rauf ins Kinderzimmer traute ich mich nicht. Nicht, weil ich panische Angst vor einem Einbrecher hatte, sondern, weil ich den kleinen Racker auf keinen Fall wecken wollte. Billy war zwar ein Engel, wenn er schlief, aber ihn zum Einschlafen zu bringen, hatte mich schon viele Stunden meines Lebens gekostet. Außerdem hatte Mrs. Scott gesagt, dass sie gerade erst nach ihm geschaut hatte, bevor sie gegangen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast musste ich über meine eigene Dummheit lachen. Was dachte ich denn? Dass mir jemand am Telefon drohte? Mein Gott, es war zwei Wochen vor Halloween. Da gab es sicherlich unzählige solcher Anrufe!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade, als ich mich wieder sicher fühlte und mit den Hausaufgaben weitermachen wollte, klingelte das Telefon erneut. Erschrocken sprang ich auf. Ich zögerte. <em>Ring ring</em>. War das wieder der Mann? Sollte ich das Klingeln einfach ignorieren? <em>Ring ring</em>. Aber was, wenn es die Scotts waren? <em>Ring ring</em>. Ach scheiß drauf!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blitzschnell griff ich nach dem Hörer. Ich versuchte, so selbstbewusst wie möglich zu klingen. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder das schwere Atmen. „Hat man dir nicht gesagt, dass es unhöflich ist, einfach aufzulegen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ vor Schreck fast den Hörer los. „Was wollen Sie? Hören Sie auf, diese Nummer anzurufen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, ich denke, das würde dem kleinen Billy überhaupt nicht gefallen. Möchtest du nicht lieber nach ihm sehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erstarrte. Dem kleinen Billy? Woher kannte er seinen Namen? Also war es doch kein zufälliger Anruf gewesen. Ehe der Mann auch nur ein weiteres Wort sagen konnte, knallte ich den Hörer wieder auf die Gabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was war das für eine Scheiße? Wer würde so etwas tun? Vielleicht irgendein Nachbar? Oder jemand aus der Schule? Meine beste Freundin Laura spielte mir gerne ab und an einen Streich. Und sie wusste, dass ich heute auf Billy aufpasste. Aber würde sie so weit gehen? Wer es auch war, er erreichte genau das, was er wollte: Er jagte mir eine Heidenangst ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was sollte diese Aufforderung, nach Billy zu sehen? Bei beiden Anrufen wollte der Mann, dass ich ins Kinderzimmer gehe. Am besten sollte ich wirklich schnell nachsehen. Dann würde ich sehen, dass alles in Ordnung war, und könnte mich endlich wieder auf die Hausaufgaben konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, Laura, wenn das einer von deinen dämlichen Scherzen ist &#8230;!“, murmelte ich leise, während ich zur Treppe ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits bei den ersten Schritten merkte ich, dass meine Knie zitterten. Als ich am unteren Treppenabsatz stand, wollten meine Beine mir schließlich überhaupt nicht mehr gehorchen. Es war, als würden sie meinen Kopf ignorieren, der ihnen wieder und wieder sagte, sie sollen die Stufen raufgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen stand ich da und starrte die Treppe hinauf. Ich war sie schon so oft hochgegangen und hatte nie Bedenken dabei gehabt, doch heute wirkte sie kalt und bedrohlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte nur an eine Sache denken: Wieso wollte der Mann, dass ich nach Billy sah? War jemand im Haus? Wartete dort oben jemand auf mich? Aber dafür hätte der Mann sich ins Haus schleichen müssen, als die Scotts noch hier waren, sich vielleicht Stunden oben verstecken müssen. Das hätte niemand geschafft – oder doch?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich biss mir auf die Unterlippe. Es war mir fast schon peinlich. Immerhin war es mein Job, auf Billy aufzupassen, und jetzt schaffte ich es nicht einmal, nach ihm zu sehen. Aber was, wenn dort oben wirklich ein Mann war?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich nur tun? Sollte ich auf Nummer sicher gehen und den Notruf wählen? Hatte ich überhaupt einen Grund dazu? „Ein Mann befiehlt mir, nach meinem Babysitterkind zu gucken“ klang jedenfalls nicht nach einem triftigen Grund. Andererseits hatte er das Haus wahrscheinlich beobachtet und wusste, dass ich mit dem Kind allein war. Für genau solche Situationen gab es doch den Notruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicher ging ich zurück zum Telefon, ohne die Tür zum Flur, in dem auch die Treppe war, aus den Augen zu lassen. Ich streckte den Finger aus, zögerte und wählte schließlich die 911. Das Freizeichen ertönte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Notrufzentrale. Was kann ich für Sie tun?“, meldete sich eine Frauenstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Name ist Jane Christian. Ich bin allein bei der Familie Scott und passe auf ihren Sohn auf. Ich bekomme seltsame Anrufe!“ Kurz und knapp erklärte ich, was vorgefallen war, und nannte der Frau – ich durfte sie Ann nennen – meine Adresse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jane, mach dir bitte keine Sorgen. Es ist Oktober, da gibt es ständig solche Scherzanrufe“, versuchte Ann mich zu beschwichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, Sie verstehen nicht. Der Mann kennt Billys Vornamen. Er wusste sogar, dass der Kleine im Obergeschoss schläft. Ich habe Angst!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ann schien für eine Sekunde zu überlegen, dann ergriff sie wieder das Wort. „Ich denke nicht, dass die Anrufe ernst gemeint sind, aber ich kann diese Scherzkekse genauso wenig ab wie du. Also, ich habe einen Vorschlag: Du legst gleich auf und wartest, bis der Mann wieder anruft. Das gibt uns die Möglichkeit, seinen Anruf zurückzuverfolgen. Kannst du das für mich tun, Jane?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nickte. „Okay“, sagte ich tapfer. Am liebsten hätte ich sie angefleht, am Telefon zu bleiben, aber ich wusste natürlich, dass das nicht ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sie mir das genaue Vorgehen erklärt und mir versichert hatte, dass sie mich sofort wieder anrufe, sobald sie die Adresse des Mannes habe, legte ich auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angespannt saß ich vor dem Telefon. Ich starrte den roten Hörer an, wie er unschuldig auf der Gabel lag. Gleichzeitig versuchte ich, aus dem Augenwinkel die Tür zum Flur im Blick zu behalten. Ich glaubte zwar auch nicht, dass tatsächlich jemand im Haus war, aber sicher ist sicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stille kam mir jetzt unheimlich drückend vor. Draußen hörte ich den Wind rauschen, der mal mit schwachen, mal mit stärkeren Böen über das Haus fegte. In der Küche tickte lautstark eine Uhr, als wolle sie mir sagen, dass meine Zeit langsam ablief, Sekunde für Sekunde, während ich auf den Anruf wartete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ring ring</em>. Sofort griff ich nach dem Telefon. Ehe es auch nur ein zweites Mal klingeln konnte, hatte ich es bereits am Ohr. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hast ja immer noch nicht nach Billy gesehen. Was ist? Traust du dich nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jetzt hören Sie mir mal zu!“, sagte ich bestimmt. „Ich finde das langsam nicht mehr lustig. Und wissen Sie was? Ich habe die Polizei gerufen. Sie wird jeden Moment vor ihrer Haustür stehen. Dann werden wir ja sehen, wer zuletzt lacht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein triumphierendes Lächeln lag auf meinen Lippen. Ich konnte vor meinem inneren Auge fast sehen, wie der Mann am anderen Ende panisch wurde. Das hatte er nun davon. Er würde sicher gleich auflegen und &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das hättest du nicht tun sollen, Jane Christian“, sagte der Mann kühl. „Was jetzt mit Billy passiert ist allein deine Schuld.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war nicht die Reaktion, mit der ich gerechnet hatte. „Sie können mich mal!“, sagte ich laut in den Hörer und knallte ihn wieder auf die Gabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Typ hatte mich mit meinem vollen Namen angesprochen. Er wusste, wer ich bin. Vielleicht stalkte er mich sogar!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Ich nehm alles zurück, Laura. Bitte lass es einen von deinen blöden Scherzen sein!‘</em>, flehte ich stumm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erneute Klingeln des Telefons ließ mein Herz für einen Moment aussetzen. Mit einer Mischung aus Wut und Verzweiflung nahm ich ab und brüllte in den Hörer: „Hören Sie endlich auf, mich anzurufen!“ Ich kämpfte mit den Tränen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jane? Jane, ich bin es“, meldete sich Ann vom Notruf. Sie sprach hektisch. Von ihrer professionellen Gelassenheit fehlte jede Spur. „Du musst sofort das Haus verlassen. Der Anruf kam aus deinem Haus!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war der Moment, in dem mein Hirn aussetzte. Dass sie sagte, die Polizei sei bereits auf dem Weg, bekam ich schon nicht mehr mit. Stattdessen hatte ich den Hörer fallengelassen und war zum Flur gesprintet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war gerade durch die Zimmertür, als ich eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm. Wie ein erschrockenes Reh starrte ich den fremden Mann an, der oben auf der Treppe stand. Auch er schien sich vor mir erschreckt zu haben und war für einen Moment völlig reglos. Lang genug, damit ich das rot glänzende Messer in seiner Hand sehen konnte. Frisches Blut tropfte von der Klinge auf den weißen Teppich, der auf den Stufen lag. Die Kleidung des Mannes war blutverschmiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wer von uns sich zuerst wieder bewegt hatte. Vielleicht war es auch zeitgleich. Er sprintete die Treppe nach unten, nahm dabei je zwei Stufen auf einmal, während ich mich umdrehte und Richtung Hinterausgang rannte. Schwere Schritte folgten mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bleib stehen!“, brüllte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte nicht im Traum daran. Stattdessen riss ich im Rennen eine Stehlampe um, um den Mann den Weg zu blockieren. Lautes Fluchen und Poltern hinter mir signalisierte mir, dass sie den Mann erwischt hatte. Doch ich traute mich nicht, mich umzudrehen. Dafür hatte er zu sehr aufgeholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als ich die Hintertür erreichte, konnte ich seine Spiegelung in der Scheibe sehen. Sein wutverzerrtes Gesicht mit diesen furchtbar kalten Augen. Panisch drehte ich am Schloss – es war eines dieser Schlösser, die man von innen auch ohne Schlüssel aufschließen konnte. Ich sah bereits, wie der Mann seine freie Hand nach mir ausstreckte. Endlich riss ich die Tür auf und rannte nach draußen in die Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich über den stockdunklen Rasen rannte, stolperte ich über ein Spielzeug, schaffte es aber, nicht zu fallen. Die Schritte des Mannes waren auf dem Rasen fast völlig lautlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hilfe! Hiiiilfe!“, brüllte ich jetzt aus voller Lunge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann sah ich, dass im Nachbarhaus noch Licht brannte. Sofort steuerte ich den Eingang an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hiiiiiiiiiiiiiiilfeeee!“, kreischte ich noch einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sprang auf die Veranda und rannte weiter zur Klingel, die ich wie eine Wahnsinnige betätigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein panischer Blick nach hinten verriet mir, dass der Mann weg war. Wahrscheinlich war er geflohen – zumindest hoffte ich das. Trotzdem wollte ich keine Sekunde länger hier draußen warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein älterer Herr öffnete schließlich die Tür. „Ja bitte?“, fragte er mit kratziger Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann musste er die Panik in meinen Augen gesehen und entschieden haben, dass von mir keine Gefahr ausging. Jedenfalls ließ er mich ins Haus, wo er mir ein Glas Wasser anbot und ich ihm ziemlich wirr erzählte, was passiert war. Gemeinsam warteten wir auf die Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie endlich ankam, fanden die beiden Officers Billy tot in seinem Bett vor. Es war ein Blutbad. Nach meiner Zeugenaussage schrieben sie denn Mann zur Fahndung aus. Er wurde nie gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aus den Scotts geworden ist, weiß ich nicht. Sie haben seit jenem Tag kein einziges Wort mehr mit mir gesprochen. Ich denke, sie geben mir die Schuld an allem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Jahre später sah ich Mrs. Scott noch einmal im Supermarkt. Obwohl sie sich äußerlich kaum verändert hatte, hatte ich sie kaum wiedererkannt. Von ihrer fröhlichen, etwas aufgedrehten Art war nichts mehr übriggebliegen. Stattdessen war aus ihr eine traurige, schweigsame Frau geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich? Ich lebte mein Leben weiter, versuche noch immer, jenen Abend zu vergessen. Und trotzdem frage ich mich manchmal: War es wirklich meine Schuld gewesen, dass Billy gestorben ist? Der Mann hatte es am Telefon behauptet. Aber hätte ich damals tatsächlich etwas ändern können?</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Babysitterin, eigentlich „The Babysitter and the Man Upstairs“ (englisch für „Der Babysitter und der Mann im Obergeschoss“), ist eine der bekanntesten urbanen Legenden, die es gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war wahrscheinlich die erste urbane Legende, die sich um eine Babysitterin dreht und hat mit großer Wahrscheinlichkeit die zahlreichen anderen Babysitter-Legenden, wie z. B. <a href="https://www.geister-und-legenden.de/clownstatue" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Clownstatue</a>, inspiriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine typische urbane Legende, die oft einem Bekannten oder dem Freund eines Freundes passiert sein soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Babysitter-Legende ist eine der meisterzähltesten urbanen Legende der Welt. Daher gibt es davon mehrere Variationen und auch die Namen der Beteiligten können von Geschichte zu Geschichte anders sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Erzählungen soll die Babysitterin, eine Teenagerin oder eine junge Frau, auf ein, zwei oder drei Kinder aufpassen, während die Eltern unterwegs sind. Entweder beginnt es damit, dass sie die Kinder ins Bett bringt oder sie bereits schlafen. Jedenfalls dauert es nicht lange, bis sie fernsieht oder Hausaufgaben macht, während die Kinder ein Stockwerk über ihr in ihren Betten liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald darauf klingelt das Telefon. Als die Babysitterin rangeht, meldet sich entweder nur ein schweres, manchmal obszönes Atmen oder eine Männerstimme, die sagt: „Ich bin oben bei den Kindern.“/„Willst du nicht nach den Kindern sehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich erschreckt sich die Babysitterin, sie kontrolliert, ob die Haustür verschlossen ist, denkt sich aber nichts weiter dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als der Mann ein weiteres Mal anruft, wird sie schließlich ängstlich. Da sie sich nicht traut, nach den Kindern zu sehen, und die Eltern nicht erreichen kann, wählt sie die 911. Dort erklärt man ihr, dass es sich wahrscheinlich um einen harmlosen Streich handelt, sie jedoch versuchen werden, den Anrufer zurückzuverfolgen, sollte er sie noch einmal anrufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und tatsächlich ruft der Mann noch einmal an. Die Babysitterin versucht, ihn hinzuhalten, schafft es jedoch entweder nicht oder legt aus Angst selbst schnell wieder auf. Das Telefon klingelt fast sofort wieder. Diesmal ist es die Notrufzentrale. Die Frau solle sofort das Haus verlassen, da sie den Anruf an ihre Adresse zurückverfolgen konnten, der Mann also im Haus sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende kann sich je nach Version stark unterscheiden: Auch wenn es für die Kinder meist zu spät ist, endet die Geschichte mal damit, dass die Babysitterin sofort aus dem Haus rennt, ohne den Mann gesehen zu haben, mal damit, dass sie den Mann im Haus sieht – meist mit einer blutigen Axt oder einem blutigen Messer – oder damit, dass die Polizei später nur noch ihre Leiche findet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort des Geschehens ist normalerweise ein zweistöckiges Haus in einer abgelegenen Gegend einer Vorstadt oder einer Kleinstadt. Sie spielt ursprünglich in Amerika, kann aber theoretisch in anderen Versionen fast überall auf der Welt spielen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ursprung der Legende ist wahrscheinlich ein Mordfall, der sich am 18. März 1950 in der Stadt Columbia in Missouri, USA zutrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals wurde die 13-jährige Babysitterin Janett Christman in der Nacht ermordet. Kurz vor ihrem Tod soll sie den Notruf gewählt und nach Hilfe gerufen haben. Am anderen Ende vernahm man jedoch nur Schreie und ein „Come quick!“ („Kommt schnell!“).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu der Geschichte konnte der Anruf jedoch nicht zurückverfolgt werden, weshalb Christman erst gefunden wurde, als die Romacks, auf deren Sohn Christman aufpassen sollte, zurück nach Hause gekommen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 3-jährige Gregory Romack schlief in seinem Bett und blieb unversehrt. Der Täter wurde nie gefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die urbane Legende „The Babysitter and the Man Upstairs“ verbreitete sich besonders in den 60er Jahren. Da Babysitterinnen oft im schul- oder collegealter waren – die perfekte Zielgruppe für urbane Legenden – erfreute sich die Geschichte großer Beliebtheit und verbreitete sich wie ein Lauffeuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie inspirierte u. a. dem Horrorfilm „Das Grauen kommt um 10“ („When a Stranger Calls“) von 1979 und fand in allerlei anderen Filmen wie „Halloween“ oder „Scream“ Verwendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute ist die Legende noch eine beliebte Gruselgeschichte, die oft erzählt wird. Ich bezweifle jedoch stark, dass viele ihrer Erzähler oder Zuhörer von dem Fall Janett Christman wissen – dem wahren Horror hinter der Legende.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Was haltet ihr von Die Babysitterin? Kanntet ihr die Legende bereits? Hat euch die Geschichte trotzdem gefallen? Wie hättet ihr an Janes Stelle reagiert? Schreibt es in die Kommentare!</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</strong></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-babysitterin">Die Babysitterin &#8211; &#8222;Willst du nicht nach den Kindern sehen?&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/die-babysitterin/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Killer in the Backseat – der Mörder auf der Rücksitzbank</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/killer-in-the-backseat</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/killer-in-the-backseat#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[britische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[englische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[High Beams]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kettenbrief]]></category>
		<category><![CDATA[Killer in the Backseat]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder auf dem Rücksitz]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder auf der Rücksitzbank]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Slasher]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=1708</guid>

					<description><![CDATA[<p>Je näher ich kam, desto besser konnte ich den Mann erkennen, der inzwischen bei der Tür stand. Er hatte lange, zottelige Haare, einen Vollbart und eine große, kräftige Figur. Abgesehen von seinem blauen Hemd mit dem Namensschild wirkte er überhaupt nicht wie ein typischer Kassierer, eher wie ein Trucker oder Biker ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/killer-in-the-backseat">Killer in the Backseat – der Mörder auf der Rücksitzbank</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/7be89379102d4fee98f44bfcaba1a864" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">„Killer in the Backseat“ ist eine bekannte urbane Legende. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von euch mindestens eine der unzähligen Versionen bereits kennen – egal ob als Legende, als Gruselgeschichte oder aus Serien und Filmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wollte ich sie euch nicht vorenthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich noch eine kleine Ankündigung zu machen. Es ist nichts Großes und ich hatte leider auch nicht die Zeit, ein passendes „Special“ für euch vorzubereiten, aber Geister und Legenden wird diesen Donnerstag, am 01. April, 2 Jahre alt. 🥳</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt viel Spaß bei Killer in the Backseat!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fluchte, während ich die Handbremse anzog. Dad hatte mir gesagt, dass ich besser vor der Fahrt im Hellen tanken solle. Ich hatte bloß erwidert, dass ich kein Problem damit habe, nachts auf dem Heimweg zu tanken. Es hätte ja niemand damit rechnen können, dass es jetzt in Strömen regnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte einen Moment, bis ich mich überwinden konnte, aus dem Auto zu steigen. Ich hielt mir meine Stoffjacke so gut es ging über den Kopf, während ich durch eine Pfütze zur Tanksäule rannte. Der Regen prasselte so laut auf das Autodach und vermischte sich mit seinem Plätschern und Rauschen auf dem Asphalt, dass ich nicht einmal meine eigenen Schritte hören konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich nach der Zapfpistole griff, stieg mir der vertraute Geruch nach Benzin in die Nase. Ich mochte den Geruch. Trotzdem nahm ich mir keine Zeit, ihn zu genießen. Stattdessen stecke ich die Zapfpistole hastig in die Tanköffnung. Als die Anzeigen für den Preis und für die Benzinmenge anfingen anzusteigen, hetzte ich ins Auto zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammter Regen“, murmelte ich, während ich die Heizung aufdrehte. Obwohl ich keine Minute draußen gewesen war, war meine Kleidung bis auf die Haut durchnässt. Hätte ich doch bloß auf Dad gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ein paar Minuten war der Tank endlich voll. Ich konnte es kaum erwarten, wieder auf der Straße zu sein. Wenn ich etwas Musik anmachte und es im Auto warm genug wurde, würde ich vielleicht meine nasse Kleidung vergessen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also stieg ich wieder aus. Diesmal machte ich mir gar nicht erst die Mühe, meine Jacke über mich zu halten. Ich steckte die Zapfpistole zurück in die Zapfsäule und kramte mein Portemonnaie heraus. Während ich gerade dabei war, zu bezahlen – hier in den USA kann man mit der Karte direkt an der Zapfsäule zahlen – bemerkte ich einen Mann in der Tankstelle, der mir zuwinkte. Ich ging davon aus, dass es der Kassierer war. Trotzdem ignorierte ich ihn. Das Letzte, was ich jetzt tun wollte, war als Frau mitten in der Nacht mit einem fremden Mann zu reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich bezahlt hatte, fiel mein Blick wieder auf den Mann. Diesmal winkte er energischer. Es sah aus, als wolle er mich zu sich winken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicher sah ich zwischen ihm und meinem Auto hin und her. Eigentlich wollte ich nicht mit ihm reden, aber was, wenn es etwas Wichtiges war? Vielleicht war etwas mit der Tanksäule nicht in Ordnung oder er wollte mich auf einen Unfall oder eine Baustelle aufmerksam machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem leicht mulmigen Gefühl im Magen ging ich auf die Tankstelle zu. Meine Kleidung klebte an mir, als wolle sie mich am Gehen hindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher ich kam, desto besser konnte ich den Mann erkennen, der inzwischen bei der Tür stand. Er hatte lange, zottelige Haare, einen Vollbart und eine große, kräftige Figur. Abgesehen von seinem blauen Hemd mit dem Namensschild wirkte er überhaupt nicht wie ein typischer Kassierer, eher wie ein Trucker oder Biker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Was, wenn der Mann ein Verbrecher ist? Vielleicht liegt der richtige Kassierer tot oder gefesselt im Hinterzimmer</em>‘, schoss es mir in den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen kurzen Moment zögerte ich. Sollte ich wirklich hinein gehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schüttelte ich den Gedanken mit einem leichten Kopfschütteln ab. ‚<em>Beruhig dich, Betty. Das hier ist doch keiner deiner Krimis. Es ist sicher alles ganz harmlos.</em>‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit festem Griff öffnete ich die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja bitte?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kassierer ging einen Schritt auf mich zu. Er sah verstohlen nach draußen, als wolle er gucken, ob noch jemand da sei, und versuchte, die Tür zu schließen. Ich blieb in der Tür stehen, um ihn daran zu hindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann trat wortlos wieder einen Schritt zurück, während er erneut verstohlen zu meinem Auto sah. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit mir zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entschuldigung, aber bist du allein unterwegs?“, fragte er über den lauten Regen hinweg mit einer tiefen, rauen Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihn überrascht an. Hatte er mich gerade gefragt, ob er mit mir allein sei? <em>Wollte</em> er mit mir allein sein?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Kopf malten sich allerlei Szenaren aus, was der Mann mit mir anstellen könne. Wieder versuchte ich, die Gedanken abzuschütteln, doch mir wollte kein einziger normaler Grund einfallen, warum er das wissen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„E-entschuldigen Sie, aber ich muss wirklich weiter“, wich ich seiner Frage aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mich jedoch wegdrehen wollte, um zurück zu meinem Auto zu gehen, griff der Mann plötzlich nach meinem Arm. „He, warte mal!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt schrillten all meine Alarmglocken. Es war mir egal, was der Mann von mir wollte. Ich riss mich los und rannte zurück zum Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich lief, merkte ich noch, wie der Mann mir etwas nachrief, konnte es wegen das Regens und dem Klatschen meiner Füße auf dem nassen Boden aber nicht verstehen – um ehrlich zu sein war es mir auch egal. Ich wollte bloß weg von hier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Auto angekommen drückte ich sofort die Türverriegelung nach unten. Ich hatte zwar keine Zentralverriegelung, aber wenn mir der Mann folgen würde, würde er es eh zuerst an der Fahrertür versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann trat ich auf die Kupplung und drehte ich den Schlüssel im Zündschloss. Der Motor ratterte, doch er sprang nicht an. Während ich es noch einmal versuchte, starrte ich nach draußen. Von dem Kassierer – wenn er denn wirklich einer war – fehlte jede Spur. Wegen des verdammten Regens und der Dunkelheit konnte ich kaum etwas sehen. Im beleuchteten Tankstellengebäude war er jedenfalls nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich sprang mein Motor an. Fast rechnete ich damit, dass eine große Silhouette im Licht meiner Scheinwerfer auftauchen würde, doch die Tankstellenausfahrt war leer. Ohne eine Sekunde zu zögern, raste ich los. Ich fuhr zurück auf die Landstraße, endlich wieder in Richtung von meinem Zuhause, und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Ich war in Sicherheit – so dachte ich zumindest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während meine Scheibenwischer alle Hände voll damit zu tun hatten, mir ein Mindestmaß an Sicht zu ermöglichen, prasselte der Regen laut auf die Scheibe. Ich musste das Radio fast komplett aufdrehen, um überhaupt das Lied verstehen zu können, das gerade spielte. Es war ein Popsong. Doch obwohl ich das Lied eigentlich mochte, kam es mir jetzt schrill, beinahe unangenehm vor. Immer wieder musste ich an den Mann aus der Tankstelle denken. Was er wohl mit mir gemacht hätte, wenn ich ihn die Tür hätte schließen lassen? Ich wollte gar nicht darüber nachdenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Scheinwerfer, die in meinem Rückspiegel auftauchten, fielen mir zunächst nicht weiter auf. Erst, als ich sah, wie schnell sie näherkamen, schenkte ich ihnen Beachtung. Entgeistert schüttelte ich den Kopf. Wie konnte man bei dem Regen auf einer kurvigen Straße nur so schnell fahren?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Auto zu hupen begann, fuhr ich möglichst weit am rechten Fahrbahnrand, damit es mich überholen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Spinner!“, sagte ich laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auto machte jedoch keine Anstalten, zu überholen. Ganz im Gegenteil: Es wurde immer langsamer, bis es auf gleicher Geschwindigkeit mit mir war, fuhr dabei aber so dicht auf, dass seine Stoßstange mein Auto fast berührte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sag mal, bist du bescheuert?“, fragte ich laut, während ich Gas gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt begann das Auto aufzublinken, hupte dabei wieder, fuhr schneller, um weiterhin dicht an meinem Auto zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich setzte den rechten Blinker, um zu signalisieren, dass ich überholt werden wollte, doch es brachte nichts. Das Auto blieb direkt hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich tun? Wenn der Fahrer weiter so drängelte, würden wir einen Unfall bauen. Wenn ich bremste oder noch mehr Gas gäbe, sähe das Ergebnis wahrscheinlich ähnlich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich noch völlig überfordert mit der Situation war, fuhr plötzlich ein Ruck durch meinen Wagen. Es gab einen leisen Knall, woraufhin ich kräftig durchgeschüttelt wurde. Der Wagen hatte mich gerammt!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums!</em> Wieder wurde ich gerammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kam mir völlig hilflos vor, stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim dritten Rammen geriet mein Wagen schließlich ins Schleudern. Ich verlor für einen Moment die Kontrolle, schaffte es nicht mehr, richtig zu lenken. Als ich auf die Bremse trat, kam ich schließlich holprig zum Stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zittrigen Knien und rasendem Herzen, sah ich mich hektisch um. Im Scheinwerferlicht meines Wagens sah ich Wald. Ich hatte Glück, dass ich es geschafft hatte, noch vor den Bäumen anzuhalten. Dann fiel mir das Auto im Rückspiegel auf: Der Verrückte, der mich gerammt hatte, war stehengeblieben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich tun? Vorwärts konnte ich nicht fahren. Die Bäume waren zu nahe. Rückwärtsfahren ging jedoch auch nicht. Das andere Auto blockierte mir den Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Mann ausstieg, erkannte ich ihn sofort: Es war der Kassierer aus der Tankstelle. Er hatte mich verfolgt. Dann fiel mein Blick auf den Baseballschläger in seiner Hand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blanke Angst machte sich in mir breit. Ich schnallte mich panisch ab, stieß die Tür auf, blieb beim Aussteigen mit dem Fuß hängen und fiel aus meinem Auto in das nasse Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich bemerkte, dass der Mann auf mich zukam, rappelte ich mich sofort wieder auf und rannte zwischen die Bäume. Äste schlugen nach mir, einer schnitt mir einen Kratzer über die Wange. Ich ignorierte es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„He du! Steig sofort aus dem Auto aus! Schön langsam!“, brüllte eine kräftige Stimme hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb verdutzt stehen. Der Mann musste doch gesehen haben, dass ich aus dem Auto geflohen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Mischung aus Verwirrung und Neugier drehte ich mich um. Ich sah mein Auto, die offene Fahrertür und den Tankstellenkassierer. Er hielt den Baseballschläger drohend vor sich, zeigte damit auf die Hintertür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann verstand ich gar nichts mehr: Die Autotür öffnete sich langsam. Heraus kam ein schwarz gekleideter Mann mit einer Skimaske. In einer seiner erhobenen Hände blitze etwas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass das Messer fallen“, forderte der Kassierer ihn auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fremde gehorchte, ohne etwas zu erwidern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort griff der Kassierer nach seinem Arm. Wie ein Polizist drehte er ihn in einer flüssigen Bewegung um, hielt ihn fest und drückte ihn gegen mein Auto. Das Messer kickte er mit dem Fuß außer Reichweite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verstört ging ich zum Auto zurück. Den Regen, der inzwischen etwas nachgelassen hatte, bemerkte ich kaum noch. Ich realisierte nicht einmal, wie unkontrolliert ich zitterte. Meine ganze Aufmerksamkeit galt dem Kassierer und dem Fremden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hast du ein Handy?“, fragte der Kassierer. Er sah mich aufrichtig an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, wo ich neben ihm stand, bemerkte ich wieder, wie riesig er war. Im Vergleich zu vorhin wirkte er jedoch sehr viel weniger bedrohlich, beinahe freundlich. Dann blickte ich auf den Mann mit der Skimaske, der in meinem Auto gesessen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich &#8230; ich versteh nicht &#8230;“, stammelte ich verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als du bei meiner Tankstelle warst, hab ich gesehen, wie dieser <em>nette Herr</em> hier in dein Auto gestiegen ist. Ich wollte dich ja warnen, aber mein etwas &#8230; grobes Aussehen hat dich wohl verschreckt.“ Er lächelte leicht entschuldigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während mein Hirn auf Hochtouren lief, irgendwie versuchte, zu verarbeiten, was in den letzten Minuten geschehen war, sah ich verwirrt zwischen den beiden Männern hin und her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kassierer musste mich erneut darum bitten, den Notruf zu wählen, bis ich seinem Wunsch endlich nachkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als die Polizei da war, schaffte ich es langsam, die ganze Situation zu begreifen. Ein maskierter Mann hatte sich mit einem Messer in mein Auto geschlichen. Hätte Charly – so hieß der Kassierer – ihn nicht gesehen und wäre mir nicht gefolgt, wäre ich mit dem Fremden ganz allein gewesen. Mitten im Nirgendwo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich hatte nichts Besseres zu tun, als meinem Retter zu misstrauen. Ich hatte ihn zu schnell beurteilt. Doch das würde mir nur einmal passieren. Ich wollte mich bei Charly bedanken, ihn auf einen Kaffee einladen. Schließlich war scheinbar ein echt netter Mann, nein, er war ein Held.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Killer in the Backseat (Englisch für „Mörder auf der Rücksitzbank“), seltener High Beams (Englisch für „Fernlicht“), ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Amerika und Großbritannien. Es gibt sie in unzähligen Versionen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es sehr viele verschiedene Versionen von Killer in the Backseat gibt, ist der Täter fast ausschließlich männlich. Häufig hat er eine Waffe wie ein Messer, eine Axt oder eine Pistole dabei, seltener ist er unbewaffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Versionen wird der Täter überhaupt nicht beschrieben, in anderen wird gesagt, dass er ein gesuchter Mörder oder ein entflohener Insasse einer Nervenheilanstalt sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gibt es Versionen, in denen der Täter ein Ganganwärter sein soll. Hier heißt es, dass man – um bei der Gang mitmachen zu dürfen – einer Frau ein Körperteil abschneiden, sie entführen, sie vergewaltigen oder sie umbringen müsse. Besonders beliebt ist dieses angebliche Motiv des Täters bei Kettenbriefen, die von der &#8222;Killer in the Backseat&#8220;-Legende erzählen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der vielen Versionen lässt sich ihr Ablauf hauptsächlich in zwei Varianten einteilen:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 1:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Variante beginnt in einer Gaststätte, an einer Tankstelle, in einem Fastfood Restaurant o. Ä. oder direkt im Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie nicht direkt im Auto beginnt, tankt die Protagonistin ihr Auto, trinkt einen Kaffee o. Ä., als ein Mann sie anspricht. Weil es schon sehr spät ist – teilweise ist sie auch mit dem Mann allein –, fühlt sie sich unwohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann sieht häufig recht grob und nicht vertrauenserweckend aus – z. B. ist er ein Trucker, trägt viele Tattoos, ist groß und/oder hat eine dunklere Hautfarbe (die viele Weiße leider auch heute noch als nicht vertrauenserweckend empfinden).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann versucht, sie daran zu hindern, zurück zum Auto zu gehen oder sie vom Auto wegzulocken, woraufhin die Frau Angst bekommt und mit ihrem Auto abhaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal fällt dieser Anfang auch weg und die Geschichte beginnt, wenn die Frau bereits im Auto sitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Fahrt fällt der Frau recht bald auf, dass sie von einem Auto verfolgt wird. Es fährt dicht heran, blendet mit dem Fernlicht auf oder rammt ihr Auto sogar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Protagonistin fürchtet jetzt um ihr Leben, doch so sehr sie auch versucht, ihren Verfolger abzuhängen, es funktioniert nicht. Sie hält erst an, als sie einen Unfall baut, ihr Auto abwürgt (und es nicht mehr anspringt) oder sie ihr Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ein Mann aus dem Auto steigt, erkennt sie sofort, dass es der Mann ist, der sie zuvor angesprochen hat. Je nach Version fordert der Mann sie auf, das Auto zu verlassen, sie rennt in ein Haus oder hupt ihren Ehemann, Freund oder Vater vor die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin erklärt der Verfolger sofort, dass er der Frau gar nichts Böses wollte. Er habe bemerkt, dass sich ein Mann auf ihrer Rücksitzbank befindet. Das Aufblenden und Rammen sollte nur dazu dienen, dass der Mann die Frau nicht angreifen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte kann auf zwei unterschiedliche Arten enden: Entweder, sie rufen die Polizei, die den Einbrecher sofort festnimmt, oder sie sehen auf dem Rücksitz nach, finden jedoch nur eine offene Tür auf der Beifahrerseite und eine Waffe auf der Rücksitzbank.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 2:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Variante von Killer in the Backseat befindet sich die Protagonistin fast immer an einer Tankstelle. Nachdem sie ihr Auto aufgetankt hat, macht der Kassierer der Tankstelle sie auf sich aufmerksam. Entweder, als sie die Tankstelle betritt, oder nachdem sie direkt an der Tanksäule per Karte bezahlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Z. B. bittet er sie zu sich, weil es Probleme bei der Zahlung gegeben habe, oder er hindert sie unter dem Vorwand, dass es etwas mit ihrem Auto nicht stimme, am Losfahren und überredet sie, wieder auszusteigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald die Frau vom Auto weg ist und sie außer Hörweite sind, erklärt er, dass er gesehen habe, wie sich ein Mann auf ihrer Rücksitzbank versteckt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder gibt es mehrere Varianten, wie diese Geschichte enden kann: Entweder, die Frau tut so, als wäre sie noch mit dem Kassierer beschäftigt, bis die zuvor gerufene Polizei eintrifft, oder sie sieht, wie der Täter aus dem Auto flieht, nachdem er bemerkt, dass er entdeckt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten flieht die Frau auch, bevor der Kassierer sie warnen kann, woraufhin die Frau im Auto ermordet wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort des Geschehens variiert von Geschichte zu Geschichte. Häufig bauen die Erzähler sie so um, dass es eine Gegend in der Nähe oder die Stadt, in der man sich befindet, betrifft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Killer in the Backseat“ Geschichte existiert schon seit mehreren Jahrzehnten und wurde auf mehrere unterschiedliche Weisen verbreitet – hauptsächlich über das Internet als Kettenbrief oder per Mund-zu-Mund Propaganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da hierbei unterschiedlichste Methoden verwendet wurden, hat sie schnell viele verschiedene Zielgruppen erreicht. So wurde sie als bloße Gruselgeschichte, als angeblich wahres Erlebnis, als vermeintliche Warnung oder sogar als angeblicher Bericht einer Polizeistelle verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem haben viele Serien, wie die Simpsons oder X-Factor, aber auch viele Horrorfilme die Legende aufgegriffen, was wiederum bei der Verbreitung geholfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie oder wo genau die urbane Legende begonnen hat, ist jedoch unklar. Sie ließ sich jedoch mindestens auf 1967 zurückverfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird vermutet, dass sie lose an einen wahren Fall angelehnt sein könnte. So gab es tatsächlich schon mehrere Fälle von Straftätern, die sich auf dem Rücksitz eines Autos versteckt haben. Einen Fall, der ähnlich wie Killer in the Backseat ablief, hat man bisher jedoch nicht finden können.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Killer in the Backseat? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie hätte ihr euch an Bettys Stelle verhalten? Hättet ihr Charly mehr Vertrauen geschenkt? Oder wärt ihr auch vor ihm geflüchtet? Und was würdet ihr tun, wenn euch ein fremdes Auto verfolgt? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/killer-in-the-backseat">Killer in the Backseat – der Mörder auf der Rücksitzbank</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/killer-in-the-backseat/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>13</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Horrorclown Halloween Special 2020</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2020</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2020#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Clown]]></category>
		<category><![CDATA[Clowns]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeitpark]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorclown]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorclowns]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kirmes]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=1505</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Bitte! Lassen Sie mich gehen! Ich werde auch niemandem davon erzählen! Ich kann Ihr Gesicht unter der Schminke nicht einmal erkennen! Bitte!“, flehte ich ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2020">Horrorclown Halloween Special 2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/abd8b7964ae3413394093448c913e3fe" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Diese Woche ist Halloween. Da ich ein riesen Horrorclown-Fan bin, habe ich mich entschieden, für dieses Halloween Special ein wenig von meiner sonstigen Vorgehensweise abzuweichen. Statt eine neue <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank">Legende</a> zu behandeln, habe ich diesmal eine zweite Geschichte zu meinem alten Beitrag über Horrorclowns geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird es nächste Woche keinen neuen Beitrag geben. Dafür werde ich mich aber mal an die Überarbeitung meiner <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-autor" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Autorenseite</a> setzten und versuchen, ein paar kleinere technische Verbesserungen vorzunehmen. (Für ein Face Reveal fehlen jedoch noch 3 Follower auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>. Aber vielleicht bekommen wir die 100 ja bis Montag voll! ^^ )</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich langsam wach wurde, war das Erste, was ich hörte, laute Zirkusmusik, die von beiden Seiten an meine Ohren drang. Ein Mann redete irgendetwas in ein Mikrofon, ich war jedoch noch zu benommen, um genaue Worte auszumachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Scheiße, mein Kopf! So schlimm hatte mein Kopf nicht mehr gepocht, seit ich meine Partyphase als Teenagerin hinter mir gelassen habe. Außerdem brannte meine linke Gesichtshälfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch konnte ich nichts sehen. Nein, das stimmte nicht. Ich konnte verschwommene Umrisse erkennen, jedoch nur mit dem rechten Auge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter großem Kraftaufwand versuchte ich, meinen Arm zu heben, um mir an den schmerzenden Kopf zu fassen. Ich schaffte es nicht. Zuerst dachte ich, ich sei bloß zu schwach, bis ich bemerkte, dass mich irgendetwas am Handgelenk festzuhalten schien. Angestrengt starrte ich meinen Arm an, versuchte, zu erkennen, was es war. Es dauerte einen Moment, bis meine Sicht klar genug wurde: ein Seil! Ich war an einen Stuhl gefesselt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann bemerkte ich eine Gestalt vor mir. Ich hob sofort den Kopf, der mir die Bewegung mit einem stechenden Schmerz dankte. Schemenhaft konnte ich einen Mann erkennen, der mir den Rücken zugewandt hatte und bunte Kleidung trug.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Etwa 30 Minuten zuvor:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschöpft schlenderte ich auf das Eingangstor des Freizeitparks zu. Ich war müde und mir war kalt. Früher war ich um diese Uhrzeit längst zu Hause gewesen, wo ich langsam vor dem Fernseher einschlafen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch mein neuer Job war gut bezahlt. Ich arbeitete in einem kleinen Freizeitpark, wo ich unter anderem dafür zuständig war, den letzten Rundgang über den Park zu machen, um sicherzugehen, dass keines der Fahrgeschäfte mehr lief und alle Gäste den Park verlassen hatten. Doch an diesem Abend hatte ich jemanden übersehen …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war gerade dabei, das Eingangstor hinter mir abzuschließen, als ich plötzlich in der Ferne leise die Melodie eines Karussells vernahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich sie mir bloß einbildete, konnte mir jedoch nicht erlauben, einen Fehler zu machen – nicht in meiner Probezeit. Also ging ich mit einem schweren Seufzer zurück in den Park.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich zwischen den dunklen Fahrgeschäften entlangging, hatte ich das Gefühl, beobachtet zu werden. Ich schob es auf die vielen Augen, Köpfe, Gesichter und sonstige Dekorationen, die man bei den Fahrgeschäften fand. Um ehrlich zu sein, konnten sie im Dunkeln ganz schön beängstigend aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald hörte ich die Musik so deutlich, dass ich wusste, dass es nicht bloß Einbildung war. Ich beschleunigte meinen Schritt, bis ich in der Ferne die blinkenden Lichter sehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich jedoch direkt vor dem Karussell stand, dessen Pferde, Einhörner, Autos und Schwäne sich langsam im Kreis bewegten, war kein Mensch zu sehen. Weder Jugendliche, die heimlich hiergeblieben waren, noch eine Mutter, die der Meinung war, dass ihr Kind noch eine Runde auf dem Karussell fahren dürfe, weil es heute Geburtstag habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hey! Wir haben geschlossen! Sie müssen jetzt gehen!“, brüllte ich über die Musik hinweg in die Leere. Ich versuchte, möglichst streng und selbstbewusst zu klingen, sonst hätte ich als Frau in solch einer Situation nur wenig Chancen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch niemand meldete sich. Bis auf die Karussellmusik war nichts zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Bitte, nehmt mir nicht auch noch meinen Feierabend!</em>‘, flehte ich in Gedanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging zu dem kleinen Kontrollhäuschen, wo ich den Ausschalter für das Karussell betätigte. Es schaltete sich sofort ab und hüllte den Park wieder in Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich aus dem Häuschen heraustrat, schaltete ich meine Taschenlampe ein. „Letzte Warnung! Wenn Sie jetzt rauskommen, lasse ich Sie noch gehen. Ansonsten muss ich die Polizei rufen!“, brüllte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wieder meldete sich niemand. Das war es dann wohl mit meinem Feierabend … Ich leuchtete das Karussell und die anderen Fahrgeschäfte ein letztes Mal mit meiner Taschenlampe ab. Dann drehte ich mich um. Ich wollte bereits in Richtung Eingang zurückgehen, um meine Drohung wahr zu machen, als ich plötzlich ein Geräusch hinter mir hörte. Es war ein Kichern. Jedoch nicht das Kichern eines Kindes oder Jugendlichen, sondern das eines erwachsenen Mannes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wer … Wer ist da?“, fragte ich mit jetzt leicht zittriger Stimme. Erneut leuchtete ich das Karussell mit meiner Taschenlampe ab. Das Kichern war irgendwo von dort gekommen …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein rosa Einhorn, ein blaues Auto, die bunten Verzierungen … Ruckartig schwenkte ich meine Taschenlampe zurück. Da war doch … ein Clown! Obwohl seine bunte Kleidung leicht schmutzig aussah, verschmolz er nahezu perfekt mit dem Karussell hinter ihm. Kein Wunder, dass ich ihn nicht bemerkt hatte!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem war ich erleichtert, dass es bloß ein Angestellter war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein Glück. Ich dachte schon, ein Gast wäre heimlich hiergeblieben. Was machen Sie noch hier? Ich wollte gerade abschließen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Clown antwortete nicht. Stattdessen kicherte er bloß wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja, ich weiß. Es ist wahrscheinlich furchtbar witzig, mit der Neuen rumzualbern, aber können wir nicht einfach Feierabend machen? Mir ist kalt und ich hatte einen anstrengenden Tag! Weiß der Boss, dass Sie noch hier sind?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wem wollte ich etwas vormachen? So wie ich meinen Boss kennengelernt hatte, steckte er wahrscheinlich dahinter, dass der Clown noch hier war. Jedenfalls traf es genau seinen Humor, mich als neue Mitarbeiterin so zu begrüßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wollte ich es nicht auf die leichte Schulter nehmen – besonders nicht, wenn es ein Test war. Also hielt ich meine Taschenlampe so, dass sie dem Clown direkt ins Gesicht leuchtete und ging möglichst selbstbewusst auf ihn zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mich näherte, fiel mir sofort ein unangenehmer Geruch auf. Es war eine Mischung aus Schweiß und irgendetwas anderem. Ich schien jedenfalls nicht die Einzige zu sein, die einen anstrengenden Tag hinter sich hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie wollen doch wohl keinen Ärger? Wenn ich Sie nicht beim Boss verpfeifen soll, kommen Sie besser mit mir oder liefern mir wenigstens eine Erklärung!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Clown lächelte breit – nicht nur mit seinem aufgemalten Mund, sondern auch mit seinen richtigen Lippen. Er hob die Hand an die Blume, die an seinem bunten Jackett hing.</p>



<p class="wp-block-paragraph">O nein … Ich wusste, was jetzt kommt. Aber ich würde mich davon nicht aus der Fassung bringen lassen! Nein, nicht von einem kleinen Bisschen Wasser!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Strahl traf mich direkt im linken Auge. Panisch zuckte ich zusammen. Nicht, weil ich mich erschrocken hatte, sondern weil mein Auge und die Haut, wo mich die Flüssigkeit getroffen hatte, sofort von einem heftigen Schmerz durchzogen waren. Es fühlte sich an, als würden sich hunderte kleine Maden in meine Haut fressen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Reflexartig versuchte ich, die Flüssigkeit aus meinem Auge zu wischen, woraufhin auch die Haut an meiner Hand zu brennen anfing. Flüchtig sah ich zu meinen Fingern. Blasen bildeten sich auf der jetzt geröteten Haut. Was auch immer der Clown mir ins Gesicht gespritzt hatte, es war kein Wasser!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Scheiße! Scheiße! Sind Sie wahnsinnig?“, schrie ich, während ich weiter panisch versuchte, den Rest der Säure aus dem Gesicht zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Clown lachte nur wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ist ja völlig verrückt! Ich versuchte, so schnell von ihm Abstand zu gewinnen, wie ich konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ha ha! Warum lachst du denn nicht? Ha! Clowns sind doch lustig! Findest du Clowns etwa nicht lustig?“, fragte der Clown in einer für einen Mann sehr hohen Stimme, während er sein Kichern kaum unterdrücken konnte. Dann brach er in ein wahnsinniges Gelächter aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich drehte mich um und rannte los. Ich musst schnellstens mein Auge auswaschen und in ein Krankenhaus. Außerdem musste ich weg von diesem Psychopathen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück kannte ich mich im Freizeitpark inzwischen gut genug aus, um zu wissen, wo die nächste Toilette war. Trotz vor Tränen verschwommener Sicht, konnte ich mich gut genug orientieren. An der Wilden Maus vorbei, dann in der Gasse zwischen den Süßwarenständen hindurch, wo es noch immer nach Popcorn roch, und hinter dem Riesenrad links.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab nur ein Problem: Hinter mir waren schnelle Schritte und in unregelmäßigen Abständen ein Kichern zu hören. Der Clown folgte mir!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem musste ich schnell zu einem Waschbecken. Ich kannte mich mit Säuren nicht gut aus, aber vielleicht konnte man mein Auge noch retten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich mich der Toilettentür näherte, zog ich den Schlüsselbund von meinem Gürtel. Es gab nur wenige Schlüssel. Der Universalschlüssel für die Toiletten hatte einen blauen Kopf. Doch welcher der Schlüssel war blau? Fuck! Wenn ich doch nur nicht so schlecht gucken könnte. Doch die Dunkelheit und die Tränen in meinem noch funktionierenden Auge machten es für mich nahezu unmöglich, Farben zu erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis ich die Tür erreicht hatte, hatte ich es geschafft, die hellen Schlüssel auszusortieren. Blieben noch vier Schlüssel übrig. Aber welcher war der blaue?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter mir waren keine Schritte mehr zu hören. Trotzdem durfte ich keine Zeit verlieren – ich würde die Schlüssel durchprobieren müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der erste Schlüssel passte nicht. Dann also der zweite … wieder nicht. Der dritte …</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Komm schon, komm schon!“, flehte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er passte! Sofort drehte ich ihn im Schloss und griff nach der Türklinke. Doch ehe ich sie hinunterdrücken konnte, packte mich plötzlich eine Hand am Zopf und riss meinen Kopf in den Nacken. Panisch schlug ich um mich. Ich griff nach der Hand, um den Griff zu lösen, doch das war genau das, auf was der Clown gewartet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Moment, wo ich seine Finger mit beiden Händen gepackt hatte, spürte ich plötzlich ein schwaches Stechen im Hals. Ich erkannte jedoch erst, was es war, als der Clown die Spritze wieder aus meinem Hals zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schlaf, Kindchen, schlaf!“, sang der Clown leise, bevor er wieder mit seinem wahnsinnigen Gekicher begann. Dann verlor ich das Bewusstsein.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich mich langsam erinnerte, was passiert war, bewegte ich vorsichtig meine Arme. Solange der Clown mir den Rücken zuwandte, hatte ich vielleicht eine Chance, die Seile zu lockern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig sah ich mich um. Wir waren auf einer Bühne – die einzige im ganzen Park. Das bedeutete, dass der Haupteingang ganz in der Nähe war …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Scheinwerfer waren alle eingeschaltet und erhellten die Bühne so sehr, dass man kaum die Zuschauerplätze sehen konnte. Soweit ich es beurteilen konnte, waren sie leer. Und trotzdem stand der Clown keine zwei Meter vor mir und redete durch ein Mikrofon mit einem imaginären Publikum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ihr müsst wissen, heute haben wir einen ganz besonderen Gast. Sie heißt Christine Palmer und ist eine langweilige Erwachsene. Ihr mögt doch keine Erwachsenen, oder? Sie sind langweilig und geben euch langweilige Hausaufgaben und Hausarrest!“ Der Clown zeigte mit seinem Daumen nach unten. „Buuuh!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann lachte er wieder. Er alberte herum und tanzte über die Bühne. Bei einer schwungvollen Drehung fiel sein Blick schließlich auf mich. Sein breites Lächeln bewegte sich keinen Zentimeter, während er auf mich zukam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ahh, seht mal, wer wach ist, Kinder!“, sagte der Clown laut zu den leeren Plätzen. Dann wandte er sich wieder mir zu. „Christine! Es ist so schön, dass du dich freiwillig gemeldet hast!“ Mit einem stinkenden Handschuh griff er nach meiner verätzten Wange und streichelte über mein Gesicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bitte! Lassen Sie mich gehen! Ich werde auch niemandem davon erzählen! Ich kann Ihr Gesicht unter der Schminke nicht einmal erkennen! Bitte!“, flehte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber Christine … Ich möchte, dass du <em>allen</em> davon erzählst! Je mehr Kinder Spaß an meiner Show haben, desto besser! Und weißt du, was Kindern wirklich Spaß macht?“, fragte er fröhlich, während er die Fessel an meinem rechten Arm löste. „Wenn Erwachsene sich wehtun! Das ist immer lustig!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Clown klatschte und lachte. Er tanzte an mir vorbei, bis er hinter mir verschwand, nur um einige Sekunden später auf der anderen Seite wieder um mich herum zu laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hatte jetzt einen knallroten Heliumballon in der Hand. Der Ballon hing jedoch nicht an einer Schnur, sondern an einem Stacheldraht …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer übertriebenen Verbeugung hielt der Clown mir den Ballon hin. „Für Sie, Madame!“, sagte er fast schon höflich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verstört starrte ich erst den Stacheldraht und dann den Clown an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na los, Christine“, zischte der Clown mir zu. „Du musst schon mitspielen. Nimm den Ballon!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich … nein!“, protestierte ich – ein großer Fehler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na seht euch das an!“, sprach der Clown nun wieder zum Publikum. „Wir haben einen Spielverderber! Wollen wir doch mal sehen, ob ich sie nicht umstimmen kann!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ich auch nur einen Ton sagen konnte, zog der Clown plötzlich ein kleines Messer aus seiner Jacketttasche. Er stellte sich neben mich und rammte es mir wieder und wieder in die Seite. Ich schrie wie am Spieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Clown sich aufrichtete, starrte ich ihn mit geweiteten Augen an. Mein Atem ging stoßartig. Der Clown hingegen lächelte nur weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wunden an meiner Seite pochten und schmerzten. Ich spürte, wie Blut an meiner Hüfte herunterlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Versuchen wir das doch noch einmal“, sagte der Clown. Wieder machte er eine übertriebene Verbeugung und hielt mir den Ballon entgegen. „Für Sie, Madame“, wiederholte er sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch einmal durfte ich den Clown nicht enttäuschen! Also streckte ich meine zittrige Hand aus und nahm den Stacheldraht vorsichtig in Daumen und Zeigefinger, sodass ich genau zwischen den eng beieinanderliegenden Stacheln hindurch fassen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ohh, so macht das keinen Spaß!“, sagte der Clown, während er mit den Augen rollte. Es war das erste Mal, dass ich ihn ohne Lächeln sah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch anstatt wieder sein Messer herauszuholen, packte er bloß nach meiner Hand. Dann drückte er zu, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als den Draht mit der ganzen Hand fest zu umschließen. Die Stacheln bohrten sich tief in meine Handfläche und meine Finger. Obwohl die Schmerzen kein Vergleich zu den Messerstichen waren, schrie ich auf. Das schien den Clown zu beruhigen, woraufhin er sich wieder lachend dem Publikum zuwandte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na? Macht das keinen Spaß, Kinder?“, rief er. Dann begann er wieder zu tanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ die Chance nicht verstreichen: Ich öffnete meine Hand und schüttelte den Stacheldraht hektisch ab, der noch immer in meiner Haut steckte. Der Ballon schwebte davon. Dafür war meine rechte Hand jetzt frei. Ich musste nur das Seil an meinem linken Handgelenk lösen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder schielte ich zu dem Clown hinüber, während ich möglichst unauffällig an dem Knoten fummelte. Das Blut, das aus meiner Handfläche kam, machte es nicht gerade einfacher, aber ich schaffte es, den Knoten zu lösen. Ich war frei! Der Clown hatte noch nichts bemerkt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hastig schüttelte ich das Seil von meinem Arm ab, während ich mich an den Armlehnen abstützte und vorsichtig aufstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewegung tat den Wunden in meiner Seite alles andere als gut. Als ich mit schnellem Schritt losging, spürte ich, wie die Wunden weiter aufrissen. Ich presste meine Hände fest darauf, um die Blutung irgendwie zu stoppen, doch es half kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnte ich nicht langsamer werden. Ein flüchtiger Blick auf den Clown verriet mir, dass er noch immer mit seinem imaginären Publikum beschäftigt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell ging ich die kleine Treppe hinunter, die von der Bühne führte. Auf der letzten Stufe überkam mich ein plötzlicher Schwindelanfall. Ich verlor das Gleichgewicht und fiel in den Dreck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort rappelte ich mich auf. Übelkeit stieg in mir auf. Alles drehte sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber Christine, wo willst du denn hin?“, schallte die Stimme des Clowns durch die Lautsprecher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich drehte mich zu ihm um. Er sah mich direkt an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir blieb keine andere Wahl. Ich nahm all meine Kraft zusammen und setzte zu einem Sprint an. Der Schmerz, der durch meine Seite fuhr, war unbeschreiblich. Dafür kam ich jetzt schnell voran. Die Zirkusmusik wurde immer leiser. Der Schwindel nahm jedoch zu. Langsam bekam ich Schwierigkeiten, geradeaus zu laufen …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach nur wenigen Sekunden brach ich schließlich zusammen. Ich verlor vor Schwindel komplett die Orientierung, wusste nicht mehr, wo oben oder unten war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und während es um mich herum dunkler und dunkler wurde, hörte ich plötzlich schnelle Schritte, die sich näherten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„H-Hilfe“, hauchte ich mit letzter Kraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch als Antwort kam nur ein vertrautes, wahnsinniges Gelächter.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ihr euch für die Legende dahinter oder meine alte Geschichte zu den Horrorclowns interessiert, könnt ihr sie <a href="https://www.geister-und-legenden.de/horrorclowns" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a> nachlesen!</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Horrorclowns? Welche der beiden Horrorclown-Geschichten mögt ihr lieber? Findet ihr das Halloween Special gut oder hättet ihr euch lieber einen normalen Beitrag gewünscht? Schreibt es mir in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2020">Horrorclown Halloween Special 2020</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2020/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
