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	<title>Halloween Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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	<title>Halloween Archive - Geister und Legenden</title>
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		<title>Hitori Kakurenbo – Spiel nie allein verstecken!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2025 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Anschließend nahm ich ein Küchenmesser – das kleinste aus meinem Messerblock – von dem Glastisch neben der Wanne und stach damit auf den Teddy ein. Es gab ein matschiges Geräusch, während die Klinge auf den Stoff traf. Es entstanden kleine Löcher, durch die ein paar Reiskörner fielen. Damit soll man den Geist oder Dämon provozieren, der in diesem Moment bereits in dem Stofftier sein soll …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/hitori-kakurenbo">Hitori Kakurenbo – Spiel nie allein verstecken!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/f553b64606004ffa887facbe453f3bcc" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Hitori Kakurenbo ist ein japanisches <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/rituale">Ritual</a>, das besonders in der Zeit vor <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween">Halloween</a> sehr beliebt ist.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>„Dann wollen wir mal“, murmelte ich. Ich nahm das Messer und stach dem Teddy damit in den Bauch. Es war schwieriger, als ich gedacht hätte. Der alte Stoff war ziemlich stabil. Trotzdem hatte der Teddy bald einen gut fünf Zentimeter langen Schnitt im Bauch.</p>



<p>Sofort machte ich mich daran, die Watte aus seinem Körper zu ziehen.</p>



<p>„Hast du’s?“, hörte ich Leonies Stimme aus meinem Smartphone. Wir kannten einander von der Arbeit. Unsere Kollegen spekulierten oft, ob wir zusammen seien, aber in Wirklichkeit war sie bloß meine beste Freundin.</p>



<p>Genau wie ich war sie ein Horrorfan. Eigentlich feierten wir Halloween immer zusammen. Es war jedoch das Jahr 2020. Corona hatte uns einen dicken Strich durch unsere Feiertagspläne gemacht. Also hatten wir entschieden, uns an diesem 31. Oktober lediglich telefonisch zu treffen.</p>



<p>So hatten wir bereits einige Stunden gequatscht, zwei Horrorfilme zusammen geschaut und jede Menge rumgealbert. Das Hauptevent des Abends stand uns aber noch bevor. Wir wollten zusammen das japanische Ritual Hitori Kakurenbo durchführen – „allein Versteckspielen“, wie es auf Deutsch übersetzt heißt. Und dafür brauchte man ein Stofftier.</p>



<p>Der Teddy vor mir wirkte jetzt, wo er keine Watte mehr im Körper hatte, noch kläglicher als ohnehin schon. Sein Stoff war fleckig und abgenutzt, ihm fehlte ein Auge und nun sah er auch noch aus wie ein Ballon, aus dem man die Luft gelassen hatte.</p>



<p>„So. Ich füll jetzt den Reis in meinen Teddy“, erklärte ich Leonie.</p>



<p>„Ich bin schon dabei, meine Puppe wieder zuzunähen“, erwiderte sie, als sei es ein Wettrennen. Sie hatte sich für eine billige Stoffpuppe entschieden.</p>



<p>„Du musstest auch keine Watte aus den Ohren pulen“, konterte ich.</p>



<p>Danach schwiegen wir wieder konzentriert, während sie ihre Puppe zusammennähte und ich meinen Teddy mit dem ungekochten Reis füllte. Jetzt fehlte nur noch eine Zutat. Ich griff nach dem Toilettenpapier, auf das ich meine frisch geschnittenen Fingernägel gelegt hatte. Ich kippte sie zu dem Reis. Das Stofftier brauchte einen Teil der Person, die das Ritual durchführen wollte.</p>



<p>Als Nächstes nahm ich die Nadel mit dem roten Faden, die ich bereits vorbereitet hatte. Man musste das Stofftier mit einem roten Faden vernähen und anschließend mit dem restlichen Faden umwickeln. Ich machte mich sofort an die Arbeit. Zugegeben, ich war kein Nähmeister – die Stiche waren alles andere als gleichmäßig, aber sie schienen zu halten. Also wickelte ich den restlichen Faden um den dünnen braunen Körper, ehe ich ihn festknotete.</p>



<p>„Okay. Ich bin fertig“, erklärte ich. „Bei dir alles klar?“</p>



<p>„Jap. Annabelle ist einsatzbereit.“</p>



<p>Mir entfuhr ein Lacher. „Annabelle? Ernsthaft?“</p>



<p>„Ja. Ich dachte, der Name passt zu einer besessenen Puppe. Wieso? Wie hast du deinen Teddy genannt?“, fragte sie.</p>



<p>Ich grinste. „Herr von und zu Flausch“, sagte ich.</p>



<p>Jetzt musste auch Leonie lachen. „O Mann, Dom, du bist echt bescheuert“, neckte sie mich.</p>



<p>Mein Grinsen wurde breiter.</p>



<p>Dann wurde sie wieder ernst. „Als Nächstes müssen wir das Salzwasser vorbereiten und in unser Versteck stellen.“</p>



<p>Ich nickte – auch wenn sie das natürlich nicht sehen konnte –, ehe ich in die Küche ging. Dort füllte ich einige Teelöffel Salz in eine Flasche mit warmem Wasser, drehte den Deckel zu und schüttelte sie. Von Leonie hörte ich das Rühren eines Löffels in einem Glas.</p>



<p>Nachdem wir fertig waren, brachte ich die Flasche ins Schlafzimmer. Zugegeben, der Wandschrank war nicht unbedingt das beste Versteck, aber ich ging ja auch nicht davon aus, dass <em>wirklich</em> etwas passieren würde.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p><em>03:00 Uhr</em></p>



<p>„Hast du dein Handy auf stumm gestellt?“, fragte Leonie.</p>



<p>Ich nickte. „Jap. Du hoffentlich auch?“</p>



<p>„Klar. Also dann. Wir hören uns, wenn wir im Versteck sind. Bis gleich.“</p>



<p>„Bis gleich.“</p>



<p>In dem Moment brach die Verbindung ab. Leonie hatte aufgelegt.</p>



<p>Ich atmete einmal tief durch. „Also dann“, wiederholte ich.</p>



<p>Obwohl schon den ganzen Abend niemand außer mir im Haus war, fühlte ich mich jetzt zum ersten Mal allein. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Ich würde es vor Leonie niemals zugeben, aber jetzt, wo es wirklich ernst wurde, war mir tatsächlich etwas mulmig zu Mute. Trotzdem würde ich sie nicht mit dem Ritual allein lassen. Also griff ich nach Herrn von und zu Flausch. Ich betrachtete sein entstelltes Gesicht, während ich ihn in die gefüllte Badewanne legte. Das Wasser war kalt. Erneutes Durchatmen.</p>



<p>„Saisho no Oni wa Dominik da kara“, sagte ich laut: Weil Dominik zuerst der Oni ist. Ich hatte die japanischen Sprüche für das Ritual extra auswendig gelernt, falls sie auf Deutsch nicht funktionierten. „Saisho no Oni wa Dominik da kara“, wiederholte ich. Und ein drittes Mal: „Saisho no Oni wa Dominik da kara.“</p>



<p>Daraufhin drehte ich mich um, ging durch den Flur und schaltete die Lichter aus. Anschließend machte ich den Fernseher im Wohnzimmer an. Sofort wurde ich von einem lauten Rauschen begrüßt. Aber so musste das sein, wenn ich das Ritual genau befolgen wollte. Nun schaltete ich auch das Licht im Wohnzimmer aus. Die einzigen Lichter im gesamten Haus waren jetzt der rauschende Fernseher und meine Handytaschenlampe.</p>



<p>Ich schloss die Augen und zählte laut bis zehn: „Eins. Zwei. Drei. Vier. Fünf. Sechs. Sieben. Acht. Neun. Zehn. Ich komme!“</p>



<p>Schnell ging ich zurück zum Badezimmer. Ich stieß die Tür auf, leuchtete mit dem Handy zur Wanne und ging darauf zu. Der Teddy war auf den Grund gesunken, weshalb ich den Ärmel hochkrempeln musste, ehe ich das tropfende Teil aus dem kalten Wasser zog.</p>



<p>Jetzt kam der nächste Part. „Mitsuketa!“, rief ich lauter als beabsichtigt: Ich habe dich gefunden.</p>



<p>Anschließend nahm ich ein Küchenmesser – das kleinste aus meinem Messerblock – von dem Glastisch neben der Wanne und stach damit auf den Teddy ein. Es gab ein matschiges Geräusch, während die Klinge auf den Stoff traf. Es entstanden kleine Löcher, durch die ein paar Reiskörner fielen. Damit soll man den Geist oder Dämon provozieren, der in diesem Moment bereits in dem Stofftier sein soll.</p>



<p>„Tsugi wa Herr von und zu Flausch ga Oni!“, rief ich. Als Nächstes ist Herr von und zu Flausch der Oni. „Tsugi wa Herr von und zu Flausch ga Oni! Tsugi wa Herr von und zu Flausch ga Oni!“</p>



<p>Ich atmete schwer. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Wasser lief geräuschvoll aus dem Teddy in die Wanne. Ansonsten war es völlig still.</p>



<p>Für einen Moment war ich wie erstarrt. Dann warf ich das Stofftier zurück in die Wanne, ließ das Messer klappernd auf die Fliesen fallen und rannte auf meinen Socken aus dem Badezimmer. Ich sprintete weiter ins Schlafzimmer, ehe ich mich in den Wandschrank stürzte und die Tür hinter mir zuschob.</p>



<p>Mein Atem ging noch immer ungewöhnlich schnell. Ich blieb einige Sekunden völlig regungslos, ehe ich bemerkte, dass meine Handytaschenlampe noch immer an war. Mit unruhigen Fingern schaltete ich das Display ein, wischte hektisch zur Taschenlampenfunktion und schaltete sie ab. Scheiße! Wieso war ich so nervös? Es war doch nur ein Spiel.</p>



<p>Jetzt war es völlig dunkel um mich herum. Ich achtete auf jedes Geräusch. Aber abgesehen von dem statischen Rauschen des Fernsehers in der Ferne war da nur noch mein leiser Atem. Langsam beruhigte ich mich wieder. Alles war in Ordnung.</p>



<p>Plötzlich leuchtete mein Handydisplay auf. Ich zuckte zusammen. Leonie rief an. Sofort tippte ich auf den grünen Hörer.</p>



<p>„Hey“, flüsterte Leonie.</p>



<p>„Hi“, flüsterte ich zurück.</p>



<p>„Na? Wie siehts bei dir aus?“, fragte sie.</p>



<p>„Ich bin in meinem Versteck.“</p>



<p>„Ich auch.“ An ihrer Aussprache konnte ich hören, wie sie grinste. Wie konnte sie nur immer so cool bleiben?</p>



<p>„Also? Was meinst du?“, fragte ich. „Wie lange müssen wir warten, bis etwas passiert?“</p>



<p>Leonie schien einen Moment zu überlegen. „Weiß nicht. Aber das Spiel darf maximal zwei Stunden dauern. Zuuu lange sollte es also nicht sein.“</p>



<p>Jetzt musste auch ich grinsen. „Wir sollten also lieber hoffen, dass Annabelle und Herr von und zu Flausch von der langsamen Sorte sind. Wenn ich zwei Stunden hätte, um das ganze Haus zu durchsuchen, würde ich mich locker finden. Ich hock im Wandschrank. Wo hast du dich versteckt?“</p>



<p>Ich hörte ein belustigtes Schnaufen. „Hinter dem Sofa.“</p>



<p>Wow. Leonie war ja noch unkreativer bei ihrer Versteckwahl gewesen als ich.</p>



<p>Wir hockten noch eine Weile in unseren Verstecken und alberten im Flüsterton herum, während alles ruhig zu bleiben schien. Dann plötzlich brach Leonie jedoch mitten im Satz ab und sagte leise: „Schh! Ich glaub, da war was!“</p>



<p>Angespanntes Schweigen. Bei mir im Haus war alles still. Trotzdem traute ich mich nicht, als erster etwas zu sagen.</p>



<p>„Scheiße! Auf dem Flur ist irgendetwas!“, flüsterte Leonie. Ihre Stimme war jetzt so leise, dass ich sie kaum hören konnte.</p>



<p>Meinte sie das ernst? War es vielleicht nur Einbildung? Oder wollte sie mich ärgern?</p>



<p>Im nächsten Moment hörte ich etwas, das sich nach einem umfallenden Wasserglas anhörte, das kurz darauf über Parkettboden rollte.</p>



<p>„Scheiße!“, wiederholte Leonie lauter. Diesmal lag eindeutig Panik in ihrer Stimme.</p>



<p>Kurz meinte ich, eine andere Person durch den Lautsprecher zu hören: „Mitsuketa!“ Es war einer der Sprüche, die ich auswendig gelernt hatte. Ich habe dich gefunden. Vorhin hatte ich es noch selbst zu Herrn von und zu Flausch gesagt.</p>



<p>Dann brach am anderen Ende der Leitung Chaos aus. „Nein!“ Leonie entfuhr ein spitzer Aufschrei. Es folgte das Rascheln von Kleidung, panische bis schmerzerfüllte Rufe von Leonie und schließlich ein dumpfer Aufprall. Dann war wieder alles Still.</p>



<p>„Leonie?“, fragte ich. Kurz vergaß ich zu flüstern. „Leonie?“, wiederholte ich dann wieder leiser.</p>



<p>Aber es kam keine Antwort. Stattdessen war der Anruf plötzlich beendet.</p>



<p>Wenn das ein Scherz war, ging Leonie definitiv zu weit! Schnell wählte ich sie wieder in meinen Kontakten aus. Es klingelte. Und klingelte. Und klingelte.</p>



<p>„Hey, hier ist Leonie Siemens. Leider kann ich gerade nicht ans Telefon gehen. Versuchen Sie es später noch einmal oder hinterlassen Sie mir eine Nachricht.“</p>



<p>Schnell versuchte ich es erneut. Aber wieder nichts. Als ich sie gerade ein drittes Mal anrufen wollte, hörte ich jedoch selbst etwas in meinem Haus. Das statische Rauschen klang irgendwie anders. „Dominik.“ Hatte es gerade meinen Namen gerauscht? Aber nein, das musste ich mir einbilden. „Dominik, Dominik, Dominik.“</p>



<p>Ich unterdrückte den Drang, mir die Ohren zuzuhalten. War das gerade eine Tür gewesen? Wahrscheinlich waren es nur die Nerven, die mit mir durchgingen. Andererseits hatte ich nicht vor, ein Risiko einzugehen. Ich griff nach der Flasche mit dem Salzwasser, drehte sie auf und nahm ein wenig der Flüssigkeit in den Mund.</p>



<p>Sofort verzog ich das Gesicht. Ich hatte es mit dem Salz wirklich <em>sehr</em> gut gemeint.</p>



<p>Trotzdem: Wenn man der Anleitung im Internet glauben durfte, sollte ich jetzt vor dem Geist oder Dämon in Sicherheit sein, der Herrn von und zu Flausch besetzt haben könnte.</p>



<p>Fast kam ich mir albern vor, während ich die Schranktür aufschob, das Salzwasser im Mund. Aber Leonie war nicht der Typ für solche geschmacklosen Scherze. Auch nicht an Halloween. Ich nahm das Ganze also gerade sehr ernst.</p>



<p>Auf leisen Sohlen schlich ich, die Handytaschenlampe in der einen Hand, die Flasche mit Salzwasser in der anderen, Richtung Badezimmer. Gegen das Licht der Taschenlampe konnte ich wenig tun – ansonsten würde ich wohl überall gegenlaufen. Außerdem wollte ich gerade nicht in völliger Dunkelheit sein. Aber ich war froh, dass ich sämtliche Türen offengelassen hatte. So konnte ich mich wenigstens geräuschlos durch das Haus bewegen.</p>



<p>Kurz vorm Badezimmer trat ich mit der Socke in etwas Nasses. Ich erstarrte. Vom Badezimmer zog sich eine Pfütze den Flur entlang. Wo kam das Wasser her?</p>



<p>Schnell betrat ich das Badezimmer. Ich leuchtete zur Wanne. Herr von und zu Flausch war weg. Abgesehen vom Wasser und einigen Reiskörnern war die Badewanne leer.</p>



<p>Jetzt setzte in mir Panik ein. Bis eben konnte ich mir noch einreden, dass es eine andere Erklärung für die seltsamen Phänomene gab. Aber ein Stofftier konnte nicht einfach von selbst aus einer Badewanne verschwinden. Zumindest nicht, ohne von einem Geist oder Dämon besessen zu sein.</p>



<p>Das Wasser schwappte in meinem Mund hin und her, während ich mich hektisch umsah. Aber natürlich war Herr von&nbsp;und zu Flausch nicht mehr im Badezimmer. Also ging ich weiter in den Flur. Ich musste ihn schnellstens mit dem Salzwasser übergießen und bespucken, um das Ritual zu beenden.</p>



<p>Ich folgte der Spur aus Wasser. Bei näherer Betrachtung sah ich in unregelmäßigen Abständen Reiskörner darin liegen. Herr von und zu Flausch musste einiges an Strecke zurückgelegt haben. Die feuchte Spur führte ins Arbeitszimmer, von dort aus zurück in den Flur, ehe sie schließlich in der Küche so schwach wurde, dass man sie kaum noch erkennen konnte. Bisher hatte ich den Teddy jedenfalls nirgends gesehen.</p>



<p>Mit gerunzelter Stirn trat ich zurück in den Flur. Wo konnte er sein? Im Schlafzimmer war er eben jedenfalls noch nicht gewesen. Wenn er also nicht in den Keller gegangen war, blieb nur noch das Wohnzimmer.</p>



<p>Ich spähte zu der offenen Tür. Noch immer hörte ich deutlich das Rauschen des Fernsehers. Zum Glück konnte ich jetzt keine Stimmen mehr darin hören. Mit leisen Schritten ging ich darauf zu. Als ich nahe genug war, schaltete ich vorsichtshalber sogar die Taschenlampe aus und steckte das Handy weg.</p>



<p>Das Fernsehbild warf ein schwach flackerndes Licht ins Wohnzimmer. Und direkt davor auf dem Teppich stand eine kleine Gestalt. Herr von und zu Flausch stand auf beiden Beinen, das kleine Küchenmesser am Ende seines linken Arms, wo es auf übernatürliche Weise festhielt. Ich hatte ihn gefunden.</p>



<p>Für einen Moment zögerte ich. Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und ging auf das Ding zu. Dabei spürte ich, wie mein Magen sich zusammenkrampfte. Alles in mir schrie danach, mich von dem Teddy fernzuhalten. Aber das durfte ich nicht. Ich musste das Ritual beenden!</p>



<p>Es war unmöglich, zu sagen, ob er mich bemerkt hatte. Ich hatte keine Ahnung, wie genau mich das Salzwasser in meinem Mund vor ihm schützen würde. Im Moment stand er jedenfalls völlig reglos da.</p>



<p>„DOMINIK!“, schrie plötzlich eine Stimme aus dem Fernseher.</p>



<p>Ich stolperte erschrocken zurück, verschluckte mich an dem Salzwasser und … schluckte es versehentlich hinunter.</p>



<p>Mit geweiteten Augen starrte ich nun den Teddy an. Noch hatte er sich nicht bewegt. Also griff ich langsam nach dem Deckel der Salzwasserflasche, um sie aufzudrehen. Sobald sich meine Hand jedoch bewegte, brach die Hölle los.</p>



<p>„Mitsuketa!“, schrie plötzlich eine zierliche Stimme. Gleichzeitig setzte sich Herr von und zu Flausch in Bewegung. Er rannte auf mich zu, sprang in die Luft und schnitt mir mit dem Messer ins Schienbein. Das wiederum sorgte dafür, dass ich noch weiter zurückwich. Ich stolperte, kam ins Straucheln und fiel rücklings zu Boden. Mein Kopf knallte auf das Parkett.</p>



<p>Aber ich gab mir keinen Moment, mich zu erholen. Obwohl sich alles drehte, griff ich wieder nach der Flasche, die ich noch immer in der Hand hielt. Zum Glück hatte ich sie noch nicht aufdrehen können, sodass sie nicht ausgelaufen war.</p>



<p>Doch auch Herr von und zu Flausch zögerte keine Sekunde. Er rannte weiter auf mich zu, sprang auf mein linkes Bein und lief darauf entlang. Dabei hackte er wie in Raserei um sich. Schmerz zuckte durch mein Bein und ich spürte, wie sich die Hose schnell mit einer warmen Flüssigkeit vollsog.</p>



<p>Zum Glück arbeitete mein Hirn auf Hochtouren. Statt zu versuchen, den wahnsinnigen Teddy abzuwehren, drehte ich die Flasche auf. Ich führte sie an die Lippen und nahm einen Schwall der salzigen Flüssigkeit in den Mund.</p>



<p>Herr von und zu Flausch hatte inzwischen meinen Bauch erreicht. Mit der Spitze nach unten hob er das Messer und … erstarrte. In dem Moment, wo ich das Salzwasser im Mund hatte, hörte er auf, sich zu bewegen.</p>



<p>Ich atmete schwer, musste den Drang unterdrücken, zu schlucken. Stattdessen rappelte ich mich auf, schlug den Teddy von mir, als wäre er eine große Spinne – natürlich darauf bedacht, nicht ins Messer zu fassen.</p>



<p>Er flog einen halben Meter durch den Raum und landete auf dem Rücken, das Messer noch immer über den Kopf erhoben.</p>



<p>Sofort schüttete ich die restliche Flüssigkeit aus der Flasche über ihn. Das Stofftier wurde schlaff, ließ sogar das Messer fallen. Zu guter Letzt bespuckte ich ihn mit der Flüssigkeit aus meinem Mund.</p>



<p>„Watashi no Kachi!“, rief ich. Ich gewinne. „Watashi no Kachi! Watashi no Kachi!“ Aber ich fühlte mich nicht, als hätte ich gewonnen.</p>



<p>Auch wenn der Teddy sich daraufhin nicht mehr bewegte, nahm ich ihn und legte ihn in eine Bratpfanne. Ich übergoss ihn mit Brandbeschleuniger und zündete ihn an. Ich sah dabei zu, wie sein kleiner unscheinbarer Körper von den Flammen zerfressen wurde. Erst, als er fast nur noch aus Asche bestand, löschte ich die Glut und kümmerte mich um meine Wunden. Es waren viele, aber zum Glück waren sie nicht sonderlich tief.</p>



<p>Dabei wählte ich wieder und wieder Leonies Nummer in meinem Smartphone aus. Sie ging nicht ran. Aber ich wusste bereits, was passiert war. Annabelle hatte sie getötet. Ein Verdacht, der sich bereits am nächsten Tag bestätigte.</p>



<p>Aber das war noch nicht alles: Von Annabelle, der Mörderin meiner besten Freundin, fehlte jede Spur.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Das Ritual:</h2>



<p>Hitori Kakurenbo (ひとりかくれんぼ, Japanisch für „eine Person Versteckspiel“ oder „allein Versteckspielen“), im westlichen Raum auch unter der englischen Übersetzung „Hide and Seek Alone“ bekannt, ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">urbane Legende</a> aus Japan. Dabei handelt es sich um ein Ritual, bei dem eine Stoffpuppe oder ein Stofftier von einem <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geist</a> oder einem <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/daemonen">Dämon</a> besessen wird.</p>



<p>Das Ritual ist auch in Korea sehr beliebt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anleitung:</h3>



<p><strong>Hinweis: Ich rate dringend davon ab, übernatürliche Rituale durchzuführen. Der Kontakt zur Geister- oder Dämonenwelt kann schwerwiegende Folgen mit sich bringen!</strong></p>



<h4 class="wp-block-heading">Vorbereitung:</h4>



<p>Du benötigst:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>eine Puppe aus Stoff oder ein Stofftier mit Gliedmaßen</li>



<li>ungekochten Reis</li>



<li>eine Nadel und roten Faden</li>



<li>einen spitzen Gegenstand <em>(es wird empfohlen, einen Bleistift, eine Nadel oder einen Zahnstocher zu nehmen, auch wenn du theoretisch auch ein Messer oder eine Schere nehmen kannst)</em></li>



<li>abgeschnittene Finger- oder Fußnägel von dir selbst (<em>es sind auch andere körpereigene Materialien wie Haare, Blut oder Hautschuppen möglich, aber damit soll das Ritual gefährlicher werden)</em></li>



<li>ein Glas oder eine Flasche mit Salzwasser</li>



<li>eine mit Wasser gefüllte Badewanne oder ein gefülltes Waschbecken (<em>darüber, ob auch ein gefüllter Eimer oder eine Wäscheschüssel funktionieren, habe ich geteilte Meinungen gelesen</em>)</li>
</ul>



<p>Zuerst musst du dem Stofftier einen Namen geben, falls es noch keinen hat. Ich würde allerdings davon abraten, ein Stofftier zu nehmen, an dem dir etwas liegt, da man das Stofftier nach dem Ritual vernichten muss.</p>



<p>Schneide das Stofftier auf, entferne die Watte und ersetze sie vollständig mit dem ungekochten Reis. Leg die Finger- oder Fußnägel (oder für was auch immer du dich sonst entschieden hast) hinein und vernähe den Schnitt mit dem roten Faden. Wickel den restlichen roten Faden um das Stofftier und knote ihn zusammen.</p>



<p>Nun solltest du dich für ein Versteck entscheiden. Ich empfehle, dass du dort auch bereits das Glas oder die Flasche mit dem Salzwasser deponierst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ablauf:</h4>



<p>Das Ritual beginnt um 3 Uhr morgens. Nimm das Stofftier und sag zu ihm dreimal: „最初の鬼は(dein Name)だから“ („Saisho no Oni wa <em>dein Name</em> da kara“, auf Deutsch etwa: „Weil <em>dein Name</em> der erste Oni ist.“ – In Japan werden die Suchenden beim Versteckspielen als „<a href="https://www.geister-und-legenden.de/oni">Oni</a>“ bezeichnet.)</p>



<p>Danach musst du mit dem Stofftier ins Badezimmer gehen und es in die gefüllte Wanne (oder das gefüllte Waschbecken) legen.</p>



<p>Schalte nun alle Lichter im Haus aus und den Fernseher ein. Der Fernseher darf allerdings kein Programm anzeigen (im besten Fall sollte er Bildrauschen darstellen).</p>



<p>Wenn du damit fertig bist, schließe die Augen und zähle bis zehn.</p>



<p>Jetzt musst du ins Badezimmer gehen und mit dem spitzen Gegenstand auf das Stofftier in der Wanne einstechen, während du sagst: „見つけた“ („Mitsuketa“, „Ich habe dich gefunden“). Anschließend musst du dreimal „次は(Name des Stofftiers)が鬼“ („Tsugi wa <em>Name des Stofftiers</em> ga Oni“, „Als Nächstes ist <em>Name das Stofftiers</em> der Oni!“) sagen, ehe du dich in deinem Versteck mit dem Salzwasser versteckst. (Was genau du mit dem spitzen Gegenstand machen sollst, nachdem du das Stofftier damit gestochen hast, geht nicht aus der verbreiteten Anleitung hervor. Viele Leute lassen es bei dem Stofftier liegen, damit es nun sie damit sie jagen kann.)</p>



<p>Ab jetzt kann es passieren, dass das Stofftier sich bewegt, um dich zu suchen, während weitere paranormale Phänomene passieren. Um welche Phänomene es sich genau handelt, kann von Erzählung zu Erzählung variieren. Es ist aber u. a. von Poltergeistphänomenen und Geräuschen, Stimmen oder Gesichtern im Fernsehrauschen die Rede.</p>



<p>Es sollte an dieser Stelle natürlich klar sein, dass das Stofftier dich auf keinen Fall finden darf, da du sonst in Lebensgefahr schwebst oder der Geist bzw. Dämon von dir Besitz ergreifen können soll.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Hitori Kakurenbo beenden:</h4>



<p>Um das Spiel zu beenden, musst du nun einen Schluck Salzwasser in den Mund nehmen. Achte aber darauf, dass du ihn die ganze Zeit im Mund behältst und nicht herunterschluckst oder ausspuckst.</p>



<p>Nun musst du dich auf die Suche nach dem Stofftier machen, das restliche Salzwasser aus dem Becher oder der Flasche darauf gießen und das Wasser aus deinem Mund darüber spucken. Sag nun dreimal laut: „私の勝ち“ („Watashi no Kachi“, „Ich gewinne“).</p>



<p>Der Geist oder Dämon sollte das Stofftier nun verlassen haben. Da er jedoch zurückkehren könnte, solltest du das Stofftier schnellstmöglich vernichten, indem du es verbrennst.</p>



<p>Auch wenn du alles korrekt durchführst, soll es jedoch passieren können, dass du nach dem Spiel krank wirst oder paranormale Phänomene erlebst.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Alternative Version:</h4>



<p>In einer anderen Version dient das Stofftier hauptsächlich als Objekt für die Beschwörung. Der Geist oder Dämon ist zwar in gewisser Weise daran gebunden und es soll trotzdem passieren können, dass das Stofftier sich bewegt, er kann sich aber unabhängig von ihm durch das Haus bewegen. In dieser Version versucht also der Geist oder Dämon in seiner eigenen Gestalt (nicht als Stofftier) die Durchführenden zu finden.</p>



<p>Um das Ritual zu beenden, musst du auch in dieser Version das Stofftier suchen, mit dem Salzwasser übergießen und bespucken, dreimal sagen, dass du gewonnen hast, und es anschließend verbrennen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Weitere Regeln:</h4>



<p>Zu den weiteren Regeln gehören, dass du während des gesamten Rituals allein im Haus sein musst (es sollten auch keine Haustiere da sein). Man darf das Ritual also nicht mit mehreren Personen durchführen.</p>



<p>Die Lichter müssen die ganze Zeit über ausgeschaltet bleiben.</p>



<p>Du darfst während des Rituals auf keinen Fall einschlafen.</p>



<p>Verlass nicht das Haus, während das Ritual noch im Gange ist.</p>



<p>Und besonders wichtig: Das Versteckspiel darf niemals länger als 2 Stunden andauern. Ansonsten läufst du Gefahr, dass der Dämon oder Geist zu mächtig wird und sich nicht mehr so leicht vertreiben lässt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Die urbane Legende soll ursprünglich aus der Kansai- und der Shikokuregion in Japan stammen. Es gibt Gerüchte, dass Hitori Kakurenbo als Experiment in einer japanischen Universität entstanden sei, mit dem man herausfinden wollte, wie gut sich urbane Legenden verbreiten können.</p>



<p>Es heißt außerdem, dass Hitori Kakurenbo mit dem Kokkuri-san Ritual zusammenhänge, einem alten japanischen Ritual, dass der Geisterbeschwörung mit einem Ouija-Brett ähnelt. Den genauen Zusammenhang habe ich nicht herausfinden können. Ich kann mir aber vorstellen, dass, sollte die Theorie mit dem Universitätsexperiment stimmen, das Kokkuri-san Ritual nur erwähnt wurde, um der Legende mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.</p>



<p>Jedenfalls wurde am 18. April 2007 erstmals eine detaillierte Anleitung des Hitori-Kakurenbo-Rituals auf der japanischen Website 2chan gepostet.</p>



<p>Zahlreiche Leute haben das Ritual daraufhin ausprobiert, auf 2chan davon berichtet und es teilweise auch gefilmt. Die anderen Leute, die davon gelesen oder die Videos gesehen haben, haben es wiederum selbst ausprobiert und ihre Erfahrungen ins Netz gestellt, woraufhin weitere Leute diese Erfahrungen gelesen haben usw.</p>



<p>So hat sich das Ritual recht schnell verbreitet und es bald über die Landesgrenzen geschafft. Bereits im Herbst 2008 soll Hitori Kakurenbo in Amerika angekommen sein. Von dort aus hat es sich schließlich in die weitere westliche Welt verbreitet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hitori Kakurenbo in der Popkultur:</h3>



<p>Auf YouTube und ähnlichen Plattformen gibt es zahlreiche Videos über Leute aus allen möglichen Ländern, die Hitori Kakurenbo durchführen.</p>



<p>Außerdem gibt es die japanische Horrorfilmreihe „Hitori Kakurenbo Gekijōban“ (Japanisch für „Allein Versteckspielen: Der Film“, 2009), „Hitori Kakurenbo Shin Gekijōban“ („Allein Versteckspielen: Der neue Film“, 2010) und „Hitori Kakurenbo Gekijōban Shin Toshidensetsu“ (Allein Versteckspielen: Der Film – wahre urbane Legende“, 2012) sowie den alleinstehenden Film „Hitori Kakurenbo“ (2008), die das Ritual aufgreifen.</p>



<p>2010 kam sogar von der berühmten virtuellen Sängerin Hatsune Miku das gleichnamige Lied „ひとりかくれんぼ“ (Hitori Kakurenbo) heraus.</p>



<p>Darüber hinaus gibt es einige Videospiele über die Legende, z. B. das Smartphonegame „Alone Hide and Seek“ für iOS und Android, das Multiplayerhorrorspiel „Hitori Kakurenbo Online“ (es befindet sich jedoch im Early Access und wurde seit 18 Monaten nicht geupdatet) sowie diverse weitere Spiele, die ihr unter den Namen „Hide and Seek Alone“ und „Hitori Kakurenbo“ auf itch.io finden könnt.</p>



<p><em>Was haltet ihr von Hitori Kakurenbo? Kanntet ihr das Ritual bereits? Habt ihr es vielleicht schon einmal selbst durchgeführt oder würdet es gerne versuchen? Schreibt es in die Kommentare!</em> </p>


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<p></p>
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		<title>The Roommate&#8217;s Death – Es ist jemand auf dem Flur!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als der Radiosprecher jedoch die Lokalnachrichten verkündete, wurde ich hellhörig. „Wir haben vor wenigen Minuten die Nachricht erhalten, dass ein verurteilter Mörder aus der Sunny-Meadows-Nervenheilanstalt geflohen ist. Achtet auf eure Kinder und haltet Türen und Fenster geschlossen …"</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/e968ca5bb2954b77af8c66da49ade839" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>The Roommate&#8217;s Death ist eine klassische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus den USA. Denn was passt besser zu <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> als eine Legende, die man sich regelmäßig um diese Zeit an amerikanischen Universitäten erzählt?</p>



<p>Außerdem habe ich noch eine kleine Überraschung für Halloween eingeplant. Seht also ab Donnerstag den 31. Oktober 2024 gegen 15 Uhr auf meinem Blog vorbei!</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; Blut</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>„Und du bist sicher, dass du nicht mitwillst, Sharon?“, fragte meine Mitbewohnerin Kimberly, während sie am Spiegel stand und sich einen knallroten Lippenstift auftrug.</p>



<p>Im Hintergrund lief leise Popmusik aus meinem Radio auf dem Nachttisch.</p>



<p>Ich schüttelte den Kopf. „Nein danke. Ich bin glücklich mit meinem Bett und meinen Büchern“, erwiderte ich.</p>



<p>„Du Nerd“, sagte Kimberly. Jetzt sah sie mich durch den Spiegel direkt an. Ihr Grinsen entblößte ihre spitzen Eckzähne, die zu ihrem Vampirkostüm gehörten.</p>



<p>Ich unterdrückte ein Seufzen, während auch ich ein Schmunzeln aufsetzte. Die Wahrheit ist, dass ich gerne mit zur Halloweenparty gegangen wäre. Aber ich traute mich nicht.</p>



<p>Normalerweise fanden die Partys hier in der Uni statt. Aber seit einem Vorfall vor einigen Wochen, bei dem eine 19-Jährige mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet war, herrschte auf dem gesamten Universitätsgelände striktes Alkoholverbot. Es gab sogar Gerüchte, dass eine Studentin von der Uni geflogen sei, weil ein Dozent sie mit einer Dose Bier erwischt hatte.</p>



<p>Ob das nun stimmte oder nicht, bleibt mal dahingestellt. Trotzdem hatte es dazu geführt, dass eine Gruppe Seniors eine Party außerhalb der Uni organisiert hat. Und nicht nur das: Alle Studierenden waren eingeladen.</p>



<p>Sie hatten eine riesen Sache daraus gemacht, mit echtem Spukhaus, massenhaft Dekoration, Spielen, Horrorfilmen, Gruselgeschichten und natürlich Alkohol. Fast jeder, der nicht über das Wochenende nach Hause fuhr, war hingegangen.</p>



<p>Die Uni war menschenleer. Ich wusste nur von einem anderen Mädchen, das mit einer heftigen Erkältung im Bett lag. Ansonsten waren nur noch Kimberly und ich hier. Ich, weil ich ein riesen Angsthase war, und Kimberly, weil sie angeblich nicht auf die Uhr gesehen habe. In Wirklichkeit hatte sie sich aber nur so viel Zeit gelassen, weil sie ein schlechtes Gewissen hatte, ihre beste Freundin und Zimmergenossin allein in der Uni zurückzulassen. Zumindest war ich mir dabei ziemlich sicher.</p>



<p>Als hätte sie meine Gedanken gehört, drehte sie sich zu mir um und strich ihr altmodisches Kleid glatt. „Geht das so?“, fragte sie.</p>



<p>Ich lachte. „Ja, du siehst super aus. Wie immer. Und jetzt mach, dass du loskommst. Sonst ist die Party vorbei, bevor du überhaupt da bist.“</p>



<p>Kimberly setzte einen Schmollmund auf. Kurz darauf erklang eine leise Stimme aus meinem Radio, die die 8-Uhr Nachrichten ankündigte. „Gleich“, sagte Kimberly plötzlich, während sie sich zu mir aufs Bett setzte. „Mach mal lauter, ich will nur noch hören, wie das Wetter heute wird.“</p>



<p>Ich rollte mit den Augen, musste dann aber lachen und drehte das Radio ein Stück lauter.</p>



<p>Zuerst ging es nur um Politik, irgendeinen iranischen Prinzen und um den Papst. Als der Radiosprecher jedoch die Lokalnachrichten verkündete, wurde ich hellhörig. „Wir haben vor wenigen Minuten die Nachricht erhalten, dass ein verurteilter Mörder aus der Sunny-Meadows-Nervenheilanstalt geflohen ist. Achtet auf eure Kinder und haltet Türen und Fenster geschlossen. Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden, sobald es Neuigkeiten gibt. Und nun zum Wetter: Wenn ihr heute Abend noch von Haus zu Haus ziehen wollt, habt ihr Glück. Niederschläge sind nicht zu erwarten. Erst Anfang der Woche kann es wieder vereinzelt zu Schauern kommen, die …“</p>



<p>Weiter hörte ich dem Sprecher nicht zu. Stattdessen sah ich Kimberly mit großen Augen an. „Hast du das gehört?“, fragte ich.</p>



<p>„Ja. Ich brauch meine Jacke nicht mitzunehmen“, sagte sie trocken.</p>



<p>„Du bist blöd!“, erwiderte ich. „Ich meine den entflohenen Irren.“</p>



<p>Jetzt setzte Kimberly ein breites Grinsen auf. „Gruselig, oder? Bist du sicher, dass du ganz allein hierbleiben willst?“</p>



<p>Ich biss die Zähne zusammen. Damit hatte sie bei mir einen Nerv getroffen.</p>



<p>„Ach Sharon, mach dir darüber keine Gedanken“, reagierte Kimberly auf mein erschrockenes Gesicht. „Falls es den Typen überhaupt gibt, hat er bestimmt kein Interesse an einer fast leeren Uni. Außerdem halt ich es für wahrscheinlicher, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Vielleicht kam die ‚Meldung‘ ja bloß von einigen vorwitzigen Jugendlichen. Ich meine komm schon? Ein entflohener Wahnsinniger? An Halloween?“ Sie schnaufte amüsiert.</p>



<p>Ich atmete tief durch. Wahrscheinlich hatte sie recht. Wie immer.</p>



<p>„Aber ich sollte wirklich langsam los“, gestand Kimberly sich endlich ein. „Kann ich noch irgendetwas für dich tun, bevor ich dich hier ganz allein zurücklasse?“</p>



<p>Ich schüttelte den Kopf, ehe ich sie anlächelte. „Danke, nein. Außer vielleicht möglichst viel Spaß haben.“</p>



<p>Das brachte Kimberly zum Lachen. „Das werd ich. Keine Sorge. Andererseits … wie wäre es mit einer Cola? Ich weiß doch, wie gerne du das Zeug magst.“</p>



<p>Ich hob eine Augenbraue. „Wolltest du nicht gerade los?“</p>



<p>Aber Kimberly zuckte bloß mit den Schultern. „Ach, kein Problem. Die Tankstelle ist doch gleich um die Ecke. Außerdem musst du dich dann nicht extra anziehen und ich kann mein schlechtes Gewissen beruhigen, weil ich dich alleinlasse.“</p>



<p>Wieder schüttelte ich den Kopf. „Wenn es dir so wichtig ist. Tu, was du nicht lassen kannst.“</p>



<p>Kimberly grinste. „Immer. Bis gleich.“</p>



<p>„Bis gleich“, erwiderte ich „Und Kim … Danke.“</p>



<p>Sie schenkte mir noch ein Lächeln, ehe sie zur Tür ging. Die Türscharniere gaben ihr vertrautes Quietschen von sich, dann schloss Kimberly die Tür hinter sich und war verschwunden.</p>



<p>Ich lauschte noch ihren Schritten, die schnell auf dem Flur verhallten, ehe ich wieder zu meinem Buch griff und die nächste Seite aufschlug.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Mir fiel erst auf, wie viel Zeit vergangen war, als ich nach dem Wasserglas auf meinem Nachttisch greifen wollte und mein Blick dabei zufällig auf die Uhr fiel. Es war bereits viertel nach 8.</p>



<p>Wollte Kimberly nicht nur schnell zur Tankstelle laufen? Dafür musste sie nur über die Straße. Wenn sie sich beeilt hätte, hätte sie fünf Minuten gebraucht, in gemächlichem Tempo vielleicht zehn. Aber 15?</p>



<p>Ich seufzte. „Jetzt beruhig dich mal, Sharon“, murmelte ich mir zu. Wahrscheinlich musste sie nur auf Toilette. Oder sie wurde von irgendwem aufgehalten.</p>



<p>Aber während ich versuchte, weiterzulesen, konnte ich mich nicht konzentrieren. Immer wieder schielte ich zur Uhr. Außerdem wollte mir die Meldung über den entflohenen Mörder nicht aus dem Kopf gehen. Die Sunny-Meadows-Nervenheilanstalt war immerhin gar nicht so weit weg.</p>



<p>Als die Uhr schließlich 08:20 PM anzeigte, griff ich nach meinem Lesezeichen. Ich sollte Kimberly lieber nachgehen.</p>



<p>Gerade als ich das Buch jedoch auf meinen Nachttisch gelegt hatte, ertönte ein entfernter Schrei. Ein weiblicher Schrei. Er klang gequält. Voller Panik. Kimberly?</p>



<p>Keine Sekunde später stand ich neben dem Bett. War der Schrei aus der Uni gekommen? Oder von draußen? Ich lauschte angestrengt.</p>



<p>Jetzt herrschte wieder Stille. Oder … Moment. Waren das Schritte? Sie klangen schwer und unregelmäßig. Aber woher kamen sie?</p>



<p>Mit leisen Sohlen schlich ich zur Tür. Dort drückte ich mein Ohr vorsichtig an das Holz.</p>



<p><em>Stampf</em>. <em>Chhht</em>. <em>Stampf</em>. <em>Chhht</em>. <em>Stampf</em>. Es klang so, als würde die Person humpeln. Mit einem Bein auftreten und das andere nachziehen. Aber was noch viel schlimmer war: Sie näherte sich eindeutig unserem Zimmer!</p>



<p>Fieberhaft dachte ich darüber nach, wer das sein könnte. Aber mir fiel kein einziger Student ein, der humpelte. Und wenn er sich gerade erst verletzt hatte, würde er dann allein in die Uni humpeln?</p>



<p>Oder war es vielleicht Kimberly? Aber sie hätte sicherlich schon lange auf sich aufmerksam gemacht, nach mir gerufen, wenn sie verletzt wäre. Außerdem war da noch dieser markerschütternde Schrei gewesen.</p>



<p>Nein, wer auch immer da draußen war, es musste ein Fremder sein, der hier keinen Zutritt haben sollte. Und wenn es schon ein Fremder war, warum dann nicht gleich ein entflohener Mörder aus einer Nervenheilanstalt?</p>



<p>Natürlich wollte ich so gar nicht denken, aber der Gedanke schoss mir unweigerlich in den Kopf.</p>



<p>Also gut. Nehmen wir an, dort draußen war wirklich eine fremde Person, die sich unerlaubt Zutritt verschafft hatte. Was wollte sie dann hier? Soweit ich es hören konnte, öffnete sie keinerlei Türen.</p>



<p>Das bedeutete, mir blieben genau zwei Möglichkeiten: Entweder, ich blieb mucksmäuschenstill auf unserem Zimmer und hoffte, dass die Person vorbeiging. Oder ich ging auf den Flur, um nachzusehen, wer das war und gegebenenfalls wegzulaufen. Allerdings müsste ich mich dafür zwangsläufig zu erkennen geben.</p>



<p>Ich entschied, lieber auf dem Zimmer zu bleiben. Bestimmt würde die Person vorbeigehen.</p>



<p>Mit jedem Schritt, mit jedem Schleifen des nachgezogenen Beines bereute ich meine Entscheidung jedoch mehr. Es kam näher und näher und näher.</p>



<p>Ich hatte keine Möglichkeit, um mich in dem Zimmer zu verbarrikadieren. Für die Tür gab es keine Schlüssel. Und ich hatte nichts, womit ich die Tür blockieren konnte. Zumindest nichts, was sich auf die Schnelle bewegen ließ.</p>



<p>Kurz überlegte ich, ob ich mich selbst gegen die Tür stemmen, sie zuhalten solle. Aber was konnte ein zierliches Mädchen wie ich schon gegen einen kräftigen Mann ausrichten?</p>



<p>Stattdessen sah ich mich im Zimmer hektisch nach einem Versteck um. Unter dem Bett? Zu auffällig. Hinter dem Vorhang? Nein, er reichte nicht einmal bis ganz auf den Boden.</p>



<p>Letztendlich fiel mein Blick auf unseren Wandschrank. Er hatte Schiebetüren. Ich erinnerte mich noch genau daran, wie Kimberly und ich ihn versehentlich einmal blockiert hatten, als ein darinstehender Besen umgefallen war.</p>



<p>Ohne weiter darüber nachzudenken, schlich ich zu ihm. So langsam ich konnte, schob ich die Tür auf. Sie machte kein einziges Geräusch. Anschließend schnappte ich mir den Besen, den wir inzwischen neben dem Schrank aufbewahrten, und verschwand damit im Wandschrank.</p>



<p>Genauso leise wie eben schob ich die Tür wieder zu. Jetzt in völliger Dunkelheit versuchte ich, den Besen möglichst geräuschlos von innen an die Tür zu klemmen. Das leise Schaben des Holzstiels an der Schrankwand dröhnte wie Donner in meinen Ohren. Dafür gelang es mir, das Stielende genau an den kleinen Absatz zu klemmen, den die Tür am Rand hatte.</p>



<p>Vorsichtig versuchte ich nun, die Tür von innen wieder aufzuschieben. Sie hatte sich tatsächlich am Besenstiel verkeilt. Erleichtert atmete ich auf, während ich mich in die Hocke sinken ließ.</p>



<p>Im nächsten Moment ergriff eine ungewohnte Klarheit meinen Verstand. Was tat ich hier eigentlich. Hatte ich mich gerade wirklich in unserem Wandschrank verbarrikadiert, nur weil ich Schritte auf dem Universitätsflur gehört hatte?</p>



<p>Fast musste ich lachen, so lächerlich kam ich mir vor. Wer auch immer da draußen war, er oder sie würde am Zimmer vorbeigehen. Nur weil sie in den Nachrichten von einem entlaufenen Mörder berichtet haben, hieß das noch lange nicht, dass er ausgerechnet jetzt in unsere Uni spaziert kommt und zielstrebig mein Zimmer ansteuert, nur weil ich allein …</p>



<p>Das Quietschen unserer Zimmertür unterbrach meine Gedanken. Für einen kurzen Moment hatte ich noch die Hoffnung, dass es vielleicht doch Kimberly war. Dann hörte ich die Geräusche: ein schnelles Atmen, eine Art Keuchen und Röcheln. Wenn ich es mir so anhörte, war ich mir nicht einmal sicher, ob es überhaupt ein Mensch war.</p>



<p>Panisch versuchte ich, eine logische Erklärung zu finden. Wer oder was war das da draußen? Und was wollte er von mir? Wieso hatte er die anderen Zimmer in Ruhe gelassen und nur meine Tür geöffnet? Kannte ich die Person? War das vielleicht irgendein dummer Streich?</p>



<p>Dann fiel mir jedoch eine Sache auf: Im Zimmer brannte Licht. Wer auch immer da draußen war, er hätte nur im Flur das Licht ausschalten müssen und der erleuchtete Türspalt hätte unser Zimmer wie eine Signalleuchte hervorgehoben. Deswegen war er so zielstrebig hergelaufen.</p>



<p>Vor Anspannung hielt ich den Atem an. Ich konnte deutlich hören, wie die Person das Zimmer durchwühlte. Ich hörte Stoff, vielleicht meine Bettdecke, die zur Seite gerissen wurde. Irgendetwas fiel zu Boden. Es klang, als wenn etwas zu Bruch ging.</p>



<p>Dann plötzlich knallte etwas gegen den Schrank. Ein Quieken entfuhr mir, bevor ich mir panisch die Hände auf den Mund pressen konnte. Zu spät. Wer auch immer da draußen war, er hatte mich gehört.</p>



<p>Entsetzt griff ich nach dem Besen, hielt ihn an Ort und Stelle, während von draußen an der Tür gerüttelt wurde. Es donnerte, klopfte und polterte an dem Holz, als würde die Person den Schrank mit Gewalt aufbrechen wollen.</p>



<p>Dann fiel wieder etwas Schweres zu Boden. Diesmal unmittelbar vor der Schranktür. Jetzt war das Klopfen direkt neben mir. Auch hörte ich eine Art Kratzen, als versuche etwas mit Klauen oder Fingernägeln sich durch das Holz zu graben.</p>



<p>Was zur Hölle war da draußen los!? Es sollte aufhören! Es sollte einfach nur aufhören!</p>



<p>Tränen rannen über meine Wangen. Würde ich nicht krampfhaft den Besenstiel festhalten, hätte ich mir wahrscheinlich die Ohren zugehalten und geschrien. Letzteres tat ich trotzdem. „Hilfe! Hiiiiilfe!“, kreischte ich.</p>



<p>Und dann … war der Spuk plötzlich vorbei. Ich hörte noch ein letztes leises Klopfen, dann herrschte Stille.</p>



<p>Mein Herz raste. Es pochte mir bis in die Ohren. Ich hörte meinen schnellen Atem. Aber draußen vor dem Schrank blieb es jetzt still.</p>



<p>Verunsichert sah ich mich um. Nicht, dass es in der Dunkelheit etwas gebracht hätte, aber was sollte ich sonst tun. Die Tür würde ich ganz sicher nicht öffnen. Immerhin hätte ich gehört, wenn die Person da draußen das Zimmer verlassen hätte.</p>



<p>Also wartete ich. Ich wartete auf irgendein Geräusch, irgendeine Reaktion. Und wartete. Und wartete.</p>



<p>Mit der Zeit verließ das Adrenalin meinen Körper. Ich fühlte mich müde und schwach. Zu verwirrt, um zu verstehen, was hier passierte. Und ehe ich es bemerkte, war ich eingeschlafen.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>„Scheiße. Was ist hier passiert?“, riss mich eine Stimme aus dem Schlaf.</p>



<p>„Wir müssen die Polizei rufen!“, sagte eine andere.</p>



<p>Ich saß noch immer im Schrank, umgeben von Dunkelheit. Vorsichtig rappelte ich mich auf. Ich kannte die Stimmen. „Jake? Bist du das?“, rief ich.</p>



<p>„Sharon? Sharon! Gott sei Dank!“, antwortete Jake.</p>



<p>Ich hätte weinen können vor Freude. Schnell stieß ich den Besen beiseite, riss die Schranktür auf und trat neben die Leiche.</p>



<p>Mit einem spitzen Aufschrei sprang ich in den Schrank zurück. Erst jetzt realisierte ich, wer dort vor mir lag: Das war Kimberly. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Eine Blutlache hatte sich um ihren Hals gebildet. Ihre Fingernägel waren abgebrochen und blutig und ihr linkes Bein lag in einem unnatürlichen Winkel.</p>



<p>Entsetzt fasste ich mir an den Mund. Erst jetzt verstand ich, was letzte Nacht passiert war: Es war die ganze Zeit Kimberly gewesen. Wahrscheinlich wurde sie angegriffen und hatte es gerade so geschafft, sich mit ihren Verletzungen in die Uni zu retten. Deswegen hatte sie gehumpelt.</p>



<p>Der Schnitt an ihrem Hals hingegen musste irgendetwas durchtrennt haben, weswegen sie nicht mehr sprechen konnte. Sie hatte versucht, bei mir Hilfe zu suchen. Das Klopfen und Kratzen waren ihre verzweifelten Versuche, auf sich aufmerksam zu machen. Und ich … Ich hatte mich feige im Schrank versteckt, während Kimberly langsam verblutet war. Wäre ich nicht so ein Angsthase gewesen, könnte sie jetzt noch leben …</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>The Roommate’s Death (englisch für „Der Tod des Mitbewohners“) ist eine urbane Legende aus den USA. Dort wird sie besonders häufig in Universitäten erzählt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p>Wie bei den meisten urbanen Legenden dieser Art, wird in The Roommate&#8217;s Death entweder überhaupt nicht erwähnt, wer der Täter ist, oder es ist von einem entflohenen Straftäter oder Insassen einer Nervenheilanstalt die Rede.</p>



<p>Seltener ist es ein Bekannter des Opfers.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Die Legende beginnt fast immer damit, dass zwei Collegestudentinnen allein in der Uni sind. Die meisten anderen Studentinnen und Studenten sind nach Hause gefahren, z. B. weil es Weihnachten, Ostern oder Thanksgiving ist.</p>



<p>Am Abend verlässt eine der beiden Studentinnen das Zimmer. Sie möchte etwas zu Essen holen, auf Toilette gehen, jemandem die Tür öffnen, etwas überprüfen o. Ä., sodass ihre Mitbewohnerin allein auf dem Zimmer zurückbleibt.</p>



<p>Irgendwann hört die Mitbewohnerin seltsame Geräusche aus dem Flur. Sie traut sich nicht, rauszugehen, um nachzusehen, was los ist, also schließt sie sich in ihrem Zimmer ein. Bald kommen die Geräusche – ein Klopfen und/oder Kratzen – von der Zimmertür, weshalb die Mitbewohnerin die Nacht über völlig verängstigt im Zimmer bleibt.</p>



<p>Erst am nächsten Morgen, als es draußen hell wird, traut sie sich, das Zimmer zu verlassen. Dort findet sie ihre tote Mitbewohnerin vor. Sie wurde ermordet und dabei so zugerichtet, dass sie nicht mehr sprechen konnte.</p>



<p>Am Ende der Legende wird oft erwähnt, dass die Studentin ihre Freundin hätte retten können, wenn sie sich aus dem Zimmer getraut hätte. Die Freundin konnte also vor dem Mörder fliehen, mit ihren Verletzungen aber nicht mehr sprechen und ist langsam verblutet.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Alternative Versionen:</h4>



<p>In einigen Versionen von The Roommate&#8217;s Death sind es drei statt zwei Studierende, die in der Uni bleiben. In diesen Geschichten bleiben meist zwei auf dem Zimmer, während die dritte Person im Flur stirbt.</p>



<p>Eine weitere beliebte Version ist, dass sich das Mädchen, das auf dem Zimmer bleibt, im Schrank verbarrikadiert (z. B. weil die Zimmertür sich nicht abschließen lässt). In diesen Versionen kratzt oder klopft die verletzte Mitbewohnerin meist direkt am Schrank. Diese Version würde in einem modernen Setting auch erklären, weshalb die Studentin mit ihrem Handy keine Hilfe holt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aren’t you glad you didn’t turn on the light?</h4>



<p>Die urbane Legende „Aren’t you glad you didn’t turn on the lights?“ (englisch für „Bist du nicht froh, dass du das Licht nicht eingeschaltet hast?“) wird heutzutage oft unter dem Namen „The Roommate’s Death“ erzählt.</p>



<p>Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um eine andere Geschichte als die ursprüngliche „The Roommate’s Death“-Legende. In „Aren’t you glad you didn’t turn on the light?“ kommt eine Studentin nachts nach Hause oder liegt wach im Bett, während ihre Mitbewohnerin ermordet wird. Sie hört die Geräusche des Todeskampfes, denkt dabei jedoch entweder, dass ihre Mitbewohnerin gerade Sex hat, oder sie hat zu viel Angst, um das Licht einzuschalten.</p>



<p>Am nächsten Morgen findet sie ihre Mitbewohnerin tot im Bett vor. An der Wand stehen in blutigen Buchstaben die Worte „Aren’t you glad you didn’t turn on the light?“ geschrieben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Der Ort, an dem The Roommate’s Death spielt, kann von Geschichte zu Geschichte variieren. Meist spielt es jedoch in einer Universität irgendwo in den USA.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Der Ursprung ist, wie bei den meisten urbanen Legenden dieser Art, nicht bekannt. Ich weiß nur, dass die Legende bereits in den 1960er Jahren in den USA erzählt wurde.</p>



<p>Es gibt die Theorie, dass diese Art von Universitätslegende entstanden ist, weil die Studierenden in der Universität in einer fremden Umgebung sind. Die meisten von ihnen wohnen zum ersten Mal nicht mehr zuhause. Außerdem sind Universitätsgelände oft frei zugänglich oder zumindest nicht stark überwacht, weshalb sich fremde Menschen leicht Zugang verschaffen könnten.</p>



<p>Wenn man dazu bedenkt, dass solche Gruselgeschichten unter Teenagern und junge Erwachsenen sehr beliebt sind und gerade ältere Studierende die Freshmen gerne ärgern, ist es alles andere als ungewöhnlich, dass sich einige Studierende The Roommate’s Death ausgedacht haben könnten, woraufhin sich die Legende dank Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet hat.</p>



<p>Bei der Version „Aren’t you glad you didn’t turn on the light?“ gibt es zudem die Theorie, dass sie sowohl durch „The Roommate’s Death“ als auch durch die urbane Legende „<a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-doggy-lick">The Doggy Lick</a>“, zu der es viele Überschneidungen gibt, inspiriert wurde.</p>



<p><em>Was haltet ihr von The Roommate&#8217;s Death? Wie hättet ihr an Sharons Stelle reagiert? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie sieht es mit &#8222;Aren&#8217;t you glad you didn&#8217;t turn on the lights?&#8220; aus? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>The Candy Lady – die Legende von Clara Crane</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ihre Eltern hatten ihr zwar gesagt, dass sie keine Süßigkeiten von Fremden annehmen solle, aber die Bonbons lagen immerhin bei ihrem Haus, und sie sah ja auch keinen Fremden. Außerdem mochte Rose Karamell wirklich sehr gerne …</p>
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<p>The Candy Lady mag zwar wie eine weibliche Form des <a href="https://www.geister-und-legenden.de/candyman" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Candyman</a> klingen, bei ihr handelt es sich jedoch um eine angebliche Serienmörderin des frühen 20. Jahrhunderts. Trotzdem eignet sich ihre Legende sehr gut, um den herannahenden Oktober einzuleiten. Denn was passt besser zum <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gruselmonat</a>, als eine Frau, die Süßigkeiten an Kinder verteilt?</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; Verletzung von Augen<br>
&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; Gewalt gegen Kinder<br>
&#8211; Kindesentführung<br>
</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Es ist das frühe 20. Jahrhundert. Wir befinden uns in Terrell, Texas, einer kleinen verschlafenen Stadt etwa 50 Kilometer außerhalb von Dallas.</p>



<p>Eigentlich war das ein Ort, an dem nur wenig passierte. Die Leute grüßten einander auf den Straßen, man half seinen Nachbarn, wenn sie Hilfe brauchten und wenn doch mal etwas Schlimmeres geschah, ging es selten über einen Streit oder eine Kneipenschlägerei hinaus.</p>



<p>Das war jedoch, bevor The Candy Lady aufgetaucht ist.</p>



<p>Eines Abends lag die kleine Rose in ihrem Zimmer. Ihre Eltern hatten sie bereits ins Bett gebracht und ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Aber trotzdem konnte Rose nicht schlafen.</p>



<p>Das war wahrscheinlich auch der Grund, wieso sie das leise Geräusch an ihrem Fenster hören konnte. Es machte ihr aber keine Angst. Rose war immerhin schon sechs und glaubte nicht mehr an Monster. Das Geräusch machte sie vielmehr neugierig.</p>



<p>Also schlug sie ihre Bettdecke zurück, schob ihre Beine langsam aus dem Bett und sprang mit einem leisen Klatschen auf ihre Füße. Vorsichtig tapste sie bis zum Fenster. Aber draußen erkannte sie nichts. Es war zu dunkel.</p>



<p>Noch wollte Rose ihr kleines Abenteuer jedoch nicht aufgeben. Sie holte sich einen Stuhl, kletterte hinauf und schob das Fenster ein kleines Stück nach oben. Dabei fiel ihr Blick auf die kleinen eingepackten Karamellstückchen, die auf ihrem Fensterbrett lagen.</p>



<p>Ihre Eltern hatten ihr zwar gesagt, dass sie keine Süßigkeiten von Fremden annehmen solle, aber die Bonbons lagen immerhin bei ihrem Haus, und sie sah ja auch keinen Fremden. Außerdem mochte Rose Karamell wirklich sehr gerne.</p>



<p>Sie zögerte nicht lange, packte das erste Bonbon aus und steckte es sich in den Mund. Genüsslich kaute sie, während sie sich die süße Verlockung auf der Zunge zergehen ließ. Bald steckte sie sich ein zweites Bonbon in den Mund. Und ein drittes.</p>



<p>Nach nur wenigen Minuten waren sie alle aufgegessen. Zurück blieben nur die Süßigkeitenpapiere, auf denen jeweils in kunstvoller Handschrift stand: „von der Candy Lady“.</p>



<p>Rose schloss das Fenster wieder und warf die Papiere in ihren kleinen Mülleimer, ehe sie sich zufrieden zurück ins Bett legte. Es dauerte nicht mehr lange und sie war eingeschlafen.</p>



<p>Wenn ihr jetzt aber denkt, dass die Süßigkeiten vergiftet waren oder irgendetwas sonst mit ihnen nicht stimmte, muss ich euch enttäuschen. Es waren ganz normale, völlig harmlose Karamellbonbons.</p>



<p>Und auch die Bonbons, die in der nächsten Nacht wieder auf dem Fensterbrett auftauchten, waren völlig normaler Karamell. Nur war in dieser Nacht die Nachricht anders, die auf den Papieren geschrieben stand: „Willst du rauskommen und mit mir spielen?“</p>



<p>Und das wollte Rose. Sie hatte nicht viele Freunde, also freute sie sich umso mehr, als diese Frau, die ihr die leckeren Süßigkeiten gegeben hatte, sie zum Spielen einlud.</p>



<p>Also schlich Rose heimlich nach draußen. Sie wurde nie wieder gesehen.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Nach diesem Vorfall häuften sich die Kindesentführungen in Terrell. Niemand wusste, wer dahintersteckte. Es dauerte eine Ewigkeit, bis die ersten Erwachsenen The Candy Lady auf die Schliche kamen. Vielleicht erzählten einige Kinder von dem Karamell, vielleicht fanden auch einige Eltern die beschrifteten Süßigkeitenpapiere. Aber wie auch immer sie auf The Candy Lady aufmerksam wurden, sie hatten schnell jemanden Bestimmtes als Täterin in Verdacht: eine Frau namens Clara Crane.</p>



<p>Clara Crane hatte selbst einst in Terrell gewohnt. Bis 1893 lebte sie glücklich mit ihrem Ehemann Leonard Gilbert Crane und ihrer gemeinsamen Tochter Marcy Crane auf ihrer Farm.</p>



<p>Das alles änderte sich jedoch, als die fünfjährige Marcy bei einem Unfall auf einem der Felder ums Leben kam. Von jenem Tag an wurde Clara von Trauer zerfressen. Als sie dann auch noch herausfinden musste, dass Leonard, der zur Zeit des Unfalls auf Marcy aufpassen sollte, betrunken gewesen war, soll sie zu einer verbitterten Frau geworden sein. Sie entwickelte eine stille Wut auf ihren Ehemann. Und als die Wut Claras Herz fast zum Zerbersten brachte, entschied sie, Leonard umzubringen.</p>



<p>Sie machte ihm Karamellbonbons, die ihr Mann so gerne aß, und versetzte sie mit einem tödlichen Gift. Nach ein paar Bonbons und einigen qualvollen Minuten versagten schließlich seine Organe. Leonard starb, Clara um Hilfe anflehend, während sie bloß danebenstand und ihn mit kalten Augen ansah.</p>



<p>Bereits am nächsten Tag entdeckte man ihr grausames Verbrechen. Eine Nachbarin bemerkte, wie aufgewühlt, fast schon wahnsinnig Clara am nächsten Tag wirkte. Aus Sorge, dass etwas passiert sei, holte sie Fred Springer, den örtlichen Sheriff zur Hilfe. Als er sich Clara jedoch nähert, griff sie ihn plötzlich an. Er überwältigte sie und entdeckte kurz darauf Leonards Leiche.</p>



<p>Bei dem Prozess, der daraufhin folgte, erklärte man Clara Crane für wahnsinnig. Sie wurde in das North Texas Lunatic Asylum eingewiesen, wo sie den Rest ihres Lebens bleiben sollte. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Denn obwohl Clara eindeutig nicht ganz bei Verstand war – sie bastelte sich zum Beispiel eine Puppe aus zerrissenen Bettbezügen, nannte sie Marcy und behandelte sie wie ihre Tochter – wurde sie als ungefährlich eingestuft.</p>



<p>Clara wirkte emotional stabil, war wieder ein vergleichsweise glücklicher Mensch geworden. Außerdem hatte sie nie wieder jemanden angegriffen. Und so entschied man kurzerhand, dass sie zu den Patienten gehören sollte, die man 1899 entließ, weil die Heilanstalt hoffnungslos überfüllt war.</p>



<p>Kurz darauf verschwand Clara von der Bildfläche, vier Jahre, bevor Rose von der Candy Lady entführt wurde.</p>



<p>Niemand in der Stadt hatte den schrecklichen Mord an Leonard je vergessen. Nachdem man erfahren hatte, dass die vermissten Kinder mit Karamellbonbons aus den Häusern gelockt wurden, war man sich in Terrell ziemlich schnell einig, dass The Candy Lady niemand anderes sein könne als die spurlos verschwundene Clara Crane.</p>



<p>Als dann auch noch ein Farmer mehrere blutige Süßigkeitenpapiere in seinem Acker fand, in die kleine menschliche Zähne, wahrscheinlich die der vermissten Kinder, eingewickelt waren, begann eine wahre Hexenjagd auf Clara Crane. Die Leute suchten überall nach ihr, in den Wäldern, auf ihrem alten Grundstück, sogar in den Feldern und Gräben, aber Clara blieb verschwunden.</p>



<p>Und auch der Sheriff beteiligte sich an der Suche. Er schien jedoch der Einzige gewesen zu sein, der der Candy Lady gefährlich nahegekommen war. Zumindest verschwand auch er, bis man wenige Tage später seine Leiche in einem Graben fand. Gabeln steckten in seinen Augäpfeln und seine Taschen waren über und über vollgestopft mit Karamellbonbons.</p>



<p>Danach endeten die mysteriösen Entführungen plötzlich. Es kehrte allmählich wieder Ruhe in Terrell ein. Clara Crane, die Candy Lady, wurde nie wieder gesehen. Und auch von den vermissten Kindern fehlt bis auf die gefundenen Zähne bis heute jede Spur.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>The Candy Lady (englisch für „Die Süßigkeitendame“) ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Texas, USA. Sie handelt von einer angeblichen Serienmörderin, die Anfang des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Kinder entführt oder ermordet haben soll. Ihr Erkennungszeichen waren Süßigkeiten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p>Bei der Täterin handelte es sich der Legende nach um eine Frau namens Clara Crane, die 1871 geboren worden sein soll.</p>



<p>Über ihr Aussehen ist nicht viel bekannt, wenn man von einem Bild absieht, das in Verbindung mit ihr im Internet kursiert. Darauf ist eine elegant gekleidete junge Frau mit dunkelblonden oder braunen Haaren zu sehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Clara Crane soll die Ehefrau des Farmers Leonard Gilbert Crane gewesen sein. Die beiden hatten eine gemeinsame Tochter, Marcella „Marcy“ Crane.</p>



<p>Als Marcella fünf Jahre alt war, geriet sie 1893 in einen tödlichen Unfall auf dem Feld, während ihr Vater auf sie aufpassen sollte. Angeblich soll er währenddessen betrunken gewesen sein.</p>



<p>Es heißt, dass Clara ihrem Ehemann die Schuld an Marcellas Tod gab, weshalb sie ihn schließlich zwei Jahre später mit vergiftetem Karamell umgebracht haben soll.</p>



<p>Daraufhin wurde Clara in das North Texas Lunatic Asylum (englisch für „Nord-Texas Irrenanstalt“), inzwischen bekannt als Terrell State Hospital, eingewiesen, aus dem sie jedoch bereits 1899 wegen Überfüllung wieder entlassen wurde. Danach verschwand sie von der Bildfläche.</p>



<p>Als jedoch ab dem Jahr 1903 Kinder in der Gegend verschwanden, fiel bald der Verdacht auf Clara Crane.</p>



<p>Der Legende nach soll sie nachts Süßigkeiten an die Fenster der Kinder gelegt haben und auf dem Süßigkeitenpapier mit „from the Candy Lady“ („von der Süßigkeitendame“) unterschrieben haben. Wenn die Kinder die Süßigkeiten angenommen haben, bekamen sie bald noch mehr Süßigkeiten mit der Nachricht, ob sie nicht spielen kommen wollten. Die Kinder, die dieses Angebot annahmen, wurden nie wieder gesehen.</p>



<p>Schließlich kamen die Erwachsenen „the Candy Lady“ auf die Schliche – entweder, weil jemand das Süßigkeitenpapier entdeckte oder weil die Kinder älter wurden und schließlich von den Süßigkeiten erzählten.</p>



<p>Außerdem fand ein Farmer lose Kinderzähne in seinem Feld. In einigen Versionen sollen sie sogar in Süßigkeitenpapier eingewickelt gewesen sein.</p>



<p>Daraufhin machte sich der örtliche Sheriff auf the Candy Lady bzw. die unauffindbare Clara Crane zu suchen. Bei der Suche verschwand jedoch auch er.</p>



<p>Im Gegensatz zu den Kindern fand man die Leiche des Sheriffs jedoch einige Tage später. Ihm steckten zwei Gabeln in den Augen und seine Taschen waren mit Süßigkeiten vollgestopft.</p>



<p>Daraufhin sollen die Kindesentführungen je nach Version entweder plötzlich aufgehört haben oder sie dauern bis heute an.</p>



<p>Ein weiteres Detail, das ich lediglich in einigen Versionen gefunden habe, ist eine Puppe, die Clara Crane sich in der Irrenanstalt aus zerrissenen Bettbezügen gebastelt haben soll. Sie hätte nachts mit ihr gesprochen und ihr vorgesungen. Außerdem soll sie sie Marcy genannt haben, was der Spitzname ihrer Tochter war.</p>



<p>In einem Brief, den sie angeblich ihrer Schwester kurz vor ihrer Entlassung geschrieben habe, drückte sie ihre und Marcys Freude aus, dass sie bald nach Hause könnten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Die Farm von Clara Crane soll in Terrell, einer kleinen Stadt in Texas, USA gestanden haben. In Terrell sollen auch die Morde und Entführungen passiert sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Die Suche nach dem Ursprung der Legende von The Candy Lady hat sich als äußerst schwierig ergeben. So habe ich weder einen Hinweis darauf gefunden, von wann die Legende stammt, noch dass Clara Crane tatsächlich gelebt haben soll.</p>



<p>Zwar gibt es das vermeintliche Foto von ihr, aber auch hier hat mich die Reverse Image Search lediglich auf weitere Seiten geführt, die die Legende behandeln. Einen anderen Ursprung oder Namen, um wen es sich auf dem Bild handeln könnte, kam dabei nicht heraus.</p>



<p>Außerdem kursiert im Internet ein angeblicher Zeitungsartikel von 1895, der von Clara Crane berichtet, nachdem sie ihrem Ehemann ermordet hat.</p>



<p>Aber auch hier muss ich sagen, dass der Artikel wahrscheinlich gefälscht ist. Ich habe schon unzählige alte Zeitungsartikel für meinen Blog durchforstet. Keiner von ihnen war auch nur ansatzweise so sauber und makellos wie der Artikel über Clara Crane, nicht einmal die Artikel, die nur 30, 40 oder 50 Jahre alt waren.</p>



<p>Eine Quelle gab sogar an, dass der Artikel damals im Terrell Tribune abgedruckt gewesen sei. Nur leider gab es den Terrell Tribune 1895 noch gar nicht. Selbst der Vorgänger, der Terrell Daily Tribune, veröffentlichte seine Erstausgabe erst 1916.</p>



<p>Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei Clara Crane also um eine rein fiktive Person. Andererseits haben die meisten Legenden einen wahren Kern. Also wer weiß, vielleicht gab es die Serienmörderin oder Entführerin the Candy Lady ja tatsächlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">The Candy Lady in der Popkultur:</h3>



<p>Auch wenn the Candy Lady eher zu den unbekannteren Legenden gehört, gibt es tatsächlich ein Videospiel, Witchkin von 2018, das auf der Legende basiert. Darin begebt ihr euch in den 1920ern auf der Suche nach eurer vermissten Schwester in ein verlassenes Farmhaus in Texas, wo ihr von der Candy Lady und einigen Spielzeugen, ihren „Kindern“, gejagt werdet.</p>



<p>Außerdem ist zurzeit ein Kurzfilm über The Candy Lady in Arbeit, der angeblich diesen Herbst herauskommen soll (den Teaser findet ihr <a href="https://www.youtube.com/watch?v=rapaz080ZBw">Hier</a>). Ich bin gespannt.</p>



<p><em>Was haltet ihr von der Candy Lady? Kanntet ihr die Legende bereits? Und glaubt ihr, dass es Clara Crane wirklich gegeben haben könnte? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>Candyman – sag nicht seinen Namen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Also gingen sie gemeinsam ins Badezimmer und stellten sich vor den Spiegel. Dort sprachen sie seinen Namen. Einmal. Zweimal. Dreimal. Viermal. Ehe sie fortfuhren, sahen sie einander bedeutungsvoll an. Sie wussten alle, dass es kein Zurück mehr gab, wenn sie seinen Namen noch ein letztes Mal sagten …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/candyman">Candyman – sag nicht seinen Namen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/72e69d8989df4d4f9cd67ca2996e3a1e" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Candyman ist ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> einer <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a>, den man angeblich durch ein einfaches <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/rituale" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ritual</a> rufen kann. Warum ihr das auf keinen Fall tun solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag.</p>



<p>Außerdem möchte ich noch kurz mitteilen, dass der nächste Beitrag nicht erst in zwei Wochen, sondern in Form des Halloween-Specials bereits nächste Woche kommt. Und ich verrate so viel: Dass ich für diesen Beitrag vier Charaktere aus meinem Roman (darunter die Hauptperson Luna) ausgewählt habe, war nicht ganz zufällig. ^^</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; angedeuteter Rassismus</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Es war die Nacht des 31. Oktobers: Halloween. Und obwohl ich mir seit meiner Kindheit nichts mehr aus diesem Datum gemacht hatte, saß ich dieses Jahr zusammen mit drei anderen Mädchen in einem Kreis auf dem Boden und lauschte ihren Gruselgeschichten. Und das, obwohl ich Horror bisher nie wirklich mochte.</p>



<p>Angefangen hatte alles mit meinem Umzug vor wenigen Monaten. Ich wohnte jetzt in einer neuen Stadt, ging auf eine neue Schule, hatte neue Freunde. Wobei ich dazu sagen sollte, dass es keine „alten Freunde“ gab. Vor dem Umzug war ich eine Außenseiterin gewesen. Ich hatte mit Mobbing zu kämpfen gehabt, hasste die Zeit in der Schule und verbrachte meine Freizeit hauptsächlich allein mit meinem Zeichenblock und allerlei Büchern.</p>



<p>Nach meinem Umzug hatte sich das zum Glück geändert. Natalie, Lisa und Jenny – drei Mädchen aus meiner Klasse – hatten mich aufgenommen, als hätte ich schon immer zu ihrer kleinen Gruppe dazugehört. Früher hätte mich nie jemand gefragt, ob ich mit ihm oder ihr auf eine Halloweenparty gehen möchte. Natalie hingegen hatte mir wie selbstverständlich mitgeteilt, dass wir dieses Halloween bei Lisa gemeinsam einen Horrorabend verbringen würden.</p>



<p>Und das taten wir auch. Nachdem wir uns gegen 20 Uhr getroffen hatten, hatten wir zuerst Kürbisse geschnitzt, aus ihren Innereien Kürbissuppe gekocht, sie gemütlich bei einem Horrorfilm – der mir überraschend gut gefiel – gegessen und uns schließlich in einen Kreis auf den Boden gesetzt, um um Punkt Mitternacht mit den Gruselgeschichten anzufangen.</p>



<p>Natalie hatte ihre bereits erzählt. Sie handelte von einem Killer, der sich als gruselige Clownspuppe getarnt hatte und völlig reglos in einem Haus stand, während eine ahnungslose Babysitterin auf die Kinder aufgepasst hatte.</p>



<p>Ich hingegen wurde übersprungen. Da es mein erster Horrorabend war und ich keine Ahnung von Gruselgeschichten hatte, erlaubten die anderen mir, diesmal nur zuzuhören. Eine eigene Geschichte könne ich dann beim nächsten Horrorabend erzählen – und wie ich es verstanden hatte, machten sie diese Abende mehrere Male im Jahr.</p>



<p>„Luna? Alles in Ordnung?“, riss Natalie mich aus meinem Gedanken.</p>



<p>Ich erstarrte. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich die ganze Zeit gedankenversunken die Kerzen angestarrt hatte, anstatt Jenny bei ihrer Geschichte zuzuhören. Jetzt hielt sie in ihrer Erzählung inne und sah mich besorgt an. „Wenn es dir zu gruselig wird, sagst du Bescheid, ja?“, fragte sie.</p>



<p>Am liebsten hätte ich mich selbst geohrfeigt. Da hatte ich endlich Freunde gefunden, die mir wichtig waren – denen <em>ich</em> wichtig war – und ich schaffte es nicht einmal, ihnen ein paar Minuten zuzuhören. Und das bei einem der Horrorabende, die ihnen so wichtig waren. Das hatten sie mir in den letzten Wochen klar zu verstehen gegeben.</p>



<p>Also schwor ich mir, dass ich es diesen Abend nicht noch einmal verbocken würde, und lächelte sie an. „Danke. Es geht schon“, sagte ich. „Ich bin selbst überrascht, wie sehr mir der Film und die Geschichten gefallen.“</p>



<p>Das entlockte Natalie ein erleichtertes Grinsen. Und auch Jenny lächelte mir aufmunternd zu, ehe sie mit ihrer Geschichte fortfuhr.</p>



<p>Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, den Anschluss zu finden. Es war eine Geistergeschichte, soweit verstand ich es, aber wer die Hauptpersonen waren und was sie ausgerechnet nachts in ein verlassenes Haus verschlagen hatte, wurde mir aus dem Kontext nicht sofort klar. Trotzdem war sie spannend erzählt und ich merkte bald, wie ich mich mit den anderen gemeinsam wohlig gruselte.</p>



<p>„Nach jener Nacht wurden die drei Jungen nie wieder gesehen“, beendete Jenny ihre Geschichte. „Aber wenn man nachts an dem Haus vorbeigeht, so heißt es, kann man noch immer ihre Schreie hören.“</p>



<p>Stille legte sich über uns. Trotzdem sah ich aus dem Augenwinkel, wie Natalie schmunzelte. „Das ist das alte Petter-Haus, oder?“, fragte sie schließlich.</p>



<p>Jenny grinste. „Vielleicht hab ich mich etwas von den Gerüchten inspirieren lassen.“</p>



<p>„Moment. Das Haus gibt es wirklich?“, fragte ich überrascht.</p>



<p>Jenny nickte. „Es steht nur zehn Minuten von hier entfernt. Wenn ihr wollt, können wir später hingehen“, schlug sie vor.</p>



<p>Ich schluckte schwer. Zum ersten Mal diesen Abend fühlte ich mich etwas unwohl.</p>



<p>„Viele Gruselgeschichten haben einen wahren Kern“, bestätigte Lisa. „Aber wenn man weiß, was daran echt ist und was nicht, nimmt das den Geschichten häufig den Zauber … oft, aber nicht immer. Das müssen auch die Protagonisten aus meiner Geschichte lernen.“ Lisa warf einen Blick in die Runde. Da niemand protestierte, begann sie zu erzählen.</p>



<p>„Jenny und Natalie erinnern sich bestimmt noch an den Film, den wir beim letzten Horrorabend gesehen haben: Candyman’s Fluch. Und genau davon handelt meine Geschichte – von Candyman. Aber keine Sorge, Luna, du musst den Film nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen.</p>



<p>Es war an einem Halloweenabend wie heute, an dem die vier Protagonistinnen sich getroffen hatten, um zusammen Candyman’s Fluch zu sehen. Worum es in dem Film geht, ist nicht wichtig. Ich kann ihn zwar sehr empfehlen, wenn du heute auf den Geschmack gekommen sein solltest, aber das Wichtige ist gerade nur der berüchtigte Candyman. Er ist ein Wesen, der Geist eines schwarzen Mannes, der vor vielen Jahren brutal ermordet wurde, weil er den damals schweren Fehler beging, sich in eine weiße Frau zu verlieben. Man sägte ihm die Hand ab und hetzte einen Schwarm wütender Bienen auf ihn. Er musste völlig zerstochen gewesen sein, als die Insekten ihn tot zurückließen.</p>



<p>Heute, so heißt es, wandelt sein Geist umher. Ganz dem Klischee entsprechend hat er jetzt einen rostigen Haken statt seiner abgesägten rechten Hand. Außerdem ist er immer von den Bienen umgeben, die jetzt in seinem Körper leben. Man sagt, dass er sie nach eigenem Willen kontrollieren kann.</p>



<p>Wie dem auch sei, genau wie in dem Film gibt es auch in der echten Welt ein Ritual, mit dem man den Candyman rufen kann. Man muss sich nur vor einen Spiegel stellen und fünfmal seinen Namen sagen.</p>



<p>Aber keine Sorge, dabei kann überhaupt nichts passieren. Es ist bekannt, dass er nie wirklich existiert hat. Er und seine Hintergrundgeschichte sind reine Fiktion. Und das wussten auch die vier Schülerinnen Nina, Vanessa, Michelle und Luisa.</p>



<p>Sie versprachen sich an ihrem Halloweenabend einen schnellen Kick, einen Adrenalinschub, ohne wirklich in Gefahr zu sein. Es konnte schließlich nicht wirklich etwas passieren, wenn man den Candyman rief. Zumindest dachten sie das.</p>



<p>Also gingen sie gemeinsam ins Badezimmer und stellten sich vor den Spiegel. Sie hielten einander an den Händen, gaben einander ein Gefühl von Sicherheit, das Gewissen, nicht allein zu sein. Dann sprachen sie seinen Namen. Einmal. Zweimal. Dreimal. Viermal. Ehe sie fortfuhren, sahen sie einander bedeutungsvoll an. Sie wussten alle, dass es kein Zurück mehr gab, wenn sie seinen Namen noch ein letztes Mal sagten.</p>



<p>Trotzdem hatte niemand von ihnen wirklich Lust, aufzuhören, also wandten sie ihren Blick wieder zum Spiegel und sagten seinen Namen das fünfte Mal: ‚Candyman.‘</p>



<p>Man konnte die Spannung in dem kleinen Badezimmer förmlich schmecken. Voller angespannter Erwartung standen die vier Mädchen da und starrten erwartungsvoll in den Spiegel.</p>



<p>Plötzlich fing die Jüngste von ihnen, Nina, schallend an zu lachen. Das war doch albern. Sie hatte tatsächlich Angst gehabt, dass irgendetwas passieren würde. Aber natürlich geschah nichts. Und so stimmten auch die anderen Mädchen in ihr Gelächter ein.</p>



<p>Ich weiß nicht, ob es wirklich der Candyman war oder etwas anderes. Ein dunkles Wesen, das das Ritual der Mädchen als Tor in unsere Welt genutzt hatte. Jedenfalls ahnten die vier Freundinnen noch nichts von der Präsenz, die fortan im Spiegel auf sie lauerte.</p>



<p>Sie feierten ihre kleine Party weiter, als wäre nichts gewesen. Und für sie wirkte es ja auch so. Bald vergaßen sie, dass sie das Ritual überhaupt durchgeführt hatten. Zumindest, bis am Montag in der Schule eine von ihnen fehlte.</p>



<p>‚Hey, wo ist Luisa?‘, fragte Nina Vanessa, die neben ihr saß.</p>



<p>Vanessa zuckte mit den Schultern. ‚Weiß nicht. Vielleicht ist sie krank geworden?‘</p>



<p>Noch brachte niemand von ihnen den Candyman mit Luisas Verschwinden in Verbindung. Niemand außer Nina. Sie hatte schon immer ein gutes Bauchgefühl gehabt. Und als Luisa nicht auf ihre Nachrichten antwortete, entschuldigte Nina sich bei der Lehrerin und verzog sich auf die Toilette.</p>



<p>Dort nahm sie sofort ihr Handy heraus und wählte die Festnetznummer von Luisa. Quälend lange dauerte es, bis das Freizeichen endlich verstummte. Es meldete sich jedoch nicht Luisa oder einer ihrer Eltern, sondern lediglich die Mailbox.</p>



<p>Schnell versuchte Nina es noch einmal. Dann auf dem Handy von Luisa, aber nichts. Nirgends konnte sie jemanden erreichen.</p>



<p>Sie wollte gerade aufgeben, das Handy in ihre Tasche zurückstecken und zurück in die Klasse gehen, als eine Bewegung aus dem Augenwinkel ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Ihre Augen weiteten sich, als sie den Mann im Spiegel bemerkte. Er war groß, hatte eine dunkle Hautfarbe und trug einen altmodischen Mantel. An seinem rechten Arm blitzte etwas Metallenes, aber Nina sah nicht lange genug hin, um die Hakenhand zu erkennen.</p>



<p>Schnell drehte sie sich um. ‚Was wollen Sie hier?‘, fragte sie noch in der Bewegung, aber als sie die Tür ansah, vor der der Mann eben noch gestanden hatte, erstarrte sie. Der kleine Raum war leer. Außer ihr war niemand da. Es hatte niemand die Tür geöffnet oder geschlossen und der einzige Weg zu den Kabinen hätte an Nina vorbeigeführt. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen machte sie sich schnell auf den Weg zurück zur Klasse.</p>



<p>Natürlich berichtete sie Vanessa und Michelle von ihrer Begegnung. Aber wie es im echten Leben nun einmal so ist, wenn einem etwas Unerklärliches passiert, glaubten sie ihr nicht.</p>



<p>‚Wie sah er denn aus?‘, fragte Vanessa. ‚So wie der Candyman aus dem Film?‘</p>



<p>Nina wusste es nicht. ‚Ich hab ihn wirklich nicht lange gesehen. Außerdem war es nicht gerade hell in den Toiletten und &#8230;‘</p>



<p>‚Du hast ihn dir eingebildet‘, erklärte Michelle. ‚Komm schon? Der Candyman? Du hast dir den Film etwas zu sehr zu Herzen genommen und jetzt, wo Luisa nicht in die Schule gekommen ist, machst du dir natürlich Sorgen. Ich versteh das. Wirklich. Aber sie liegt bestimmt nur im Bett und schläft. Deswegen antwortet sie nicht. Spätestens heute Abend hat sie uns geschrieben, du wirst schon sehen.‘</p>



<p>Ihr wisst, wie das ist. Nina war sich 100 Prozent sicher gewesen, jemanden gesehen zu haben, aber jetzt, wo ihre Freunde es ihr ausredeten, war sie es plötzlich nicht mehr.</p>



<p>Also kam es, wie es kommen musste. Die drei Mädchen machten weiter, als wäre alles wie immer. Am nächsten Tag jedoch, als Nina und Vanessa wieder nebeneinander in der Schule saßen, fielen ihre Blicke auf den leeren Stuhl von Michelle. Und nicht nur das … Noch in der ersten Stunde bat sie ihre Klassenlehrerin nach draußen. Sie erklärte ihnen, dass bei Luisa am Wochenende eingebrochen wurde. Sie und ihre Eltern hätten es nicht überlebt. Details konnte oder wollte sie jedoch keine verraten – wahrscheinlich, weil die Morde zu grausam gewesen waren. Zumindest dachten sich das Nina und Vanessa.</p>



<p>Trotzdem weigerten sich die beiden Mädchen, nach Hause zu gehen. Im Gegenteil: Sie bestanden darauf, weiter am Unterricht teilzunehmen. Sie wussten, dass sie einander nur beschützen konnten, wenn sie zusammenblieben. Wer würde ihnen zuhause schon glauben? Und so hatten sie wenigstens eine geringe Chance. Sollte der Candyman tatsächlich auftauchen, wären sie wenigstens zwei gegen einen.</p>



<p>Also machten die beiden Schülerinnen weiter. Sie erlaubten sich nicht, zu trauern, zu groß war ihre Angst um das eigene Leben. Und so bemühten sie sich den ganzen Tag lang, von jeglichen Spiegeln fernzubleiben.</p>



<p>Aber es war ein langer Schultag. Einer dieser Schultage, die man nicht unbedingt durchhielt, ohne auf Toilette zu gehen. Nach der fünften Stunde war es schließlich so weit. Vanessa hielt es nicht länger aus und so begleitete Nina sie auf die Toilette.</p>



<p>Der Raum war größtenteils leer. Es stand nur ein Mädchen vorne bei den Waschbecken, das wild auf ihrem Handy herumtippte. Nina und Vanessa ignorierten sie. Sie richteten ihre Blicke auf den Boden, um nicht in die Spiegel zu sehen, und gingen sofort weiter zu den Kabinen. Dort schloss sich Vanessa ein, während Nina ein Stück abseits wartete.</p>



<p>Zuerst wirkte alles ruhig. Nina hörte, wie das Mädchen bei den Waschbecken eine Sprachnachricht aufnahm, in der sie sich über irgendeine Mitschülerin aufregte. Ansonsten blieb es in dem Raum still. Zumindest, bis das Summen einsetzte.</p>



<p>‚Scheiße, was ist …‘, hörte Nina Vanessa murmeln. Dann begann ihre Freundin plötzlich zu schreien. ‚Nein! Hilfe! Nein!‘</p>



<p>Ein Poltern ertönte aus der Kabine. Das Summen schwoll zu einem ohrenbetäubenden Lärm an. Nina hörte, wie Vanessa gegen die Tür rempelte. Es klang so, als würde sie panisch versuchen, das Schloss zu öffnen, während ihre Schreie von dem Summen übertönt wurden.</p>



<p>‚Alles in Ordnung?‘, hörte Nina eine Stimme über das Summen hinwegrufen.</p>



<p>Es war die Schülerin beim Eingang. Aber als Nina zu ihr sah, weiteten sich ihre Augen vor Schrecken. Sie war nicht allein. Direkt hinter ihr stand der Mann, den sie erst gestern im Spiegel gesehen hatte.</p>



<p>Dann ging alles sehr schnell. Ehe Nina auch nur reagieren konnte, riss die Schülerin plötzlich die Augen auf. Sie begann zu wimmern, starrte Nina voller Entsetzen an, während ihre Füße sich langsam vom Boden hoben.</p>



<p>Für einen kurzen Moment sah es tatsächlich so aus, als würde sie schweben. Doch dann warf der Candyman sie zur Seite und schüttelte sie von seinem Haken ab. Sie landete auf den kalten Fliesen. Eine blutige Wunde klaffte in ihrem Rücken. Der Candyman hatte sie von hinten mit seiner Hakenhand aufgespießt und langsam in die Luft gehoben. Voller Panik wich Nina zurück.</p>



<p>Im nächsten Moment hörte sie, wie sich hinter ihr eine Kabinentür öffnete. Das Summen schien jetzt noch lauter zu werden. Gerade so sah Nina noch, wie Vanessas Körper regungslos aus der Kabine kippte. Sie war über und über mit Bienen übersät. Die wenigen Stellen Haut, die man noch sehen konnte, waren völlig zerstochen.</p>



<p>Entsetzt wandte Nina sich wieder dem Candyman zu. Er kam bedrohlich auf sie zu. ‚Nein! Bitte!‘, flehte sie. ‚Es war doch nur ein Spiel!‘ Tränen strömten über ihr Gesicht.</p>



<p>Aber der Candyman hielt nicht inne. Als er sie erreicht hatte, legte er seinen rechten Arm auf ihre Schulter. Fast schon liebevoll sah er ihr in die Augen, während er seinen Haken tief in ihren Nacken bohrte. Nina war auf der Stelle tot. Denn wer den Candyman ruft, kann nicht mehr gerettet werden. Er lässt niemanden am Leben.“</p>



<p>Wieder senkte sich Stille über unsere kleine Gruppe, nachdem Lisa ihre Geschichte beendet hatte. Ohne es zu merken, hatte ich mein Gesicht verzogen, so bildlich hatte ich mir die Tode vorgestellt. Das wiederum entlockte Lisa ein Grinsen.</p>



<p>„Meinst du …“, begann Jenny. Sie zögerte. Dann fuhr sie fort. „Meinst du, das könnte wirklich passieren? Dass ein Dämon oder was weiß ich das Ritual ausnutzt, um als Candyman in unsere Welt zu kommen? Dass es den Candyman nicht gibt, darüber sind wir uns ja wohl einig, oder?“</p>



<p>Natalie nickte stumm, während Lisa ihr Grinsen verbreiterte.</p>



<p>„Vielleicht“, sagte Lisa. Dann sah ich, wie sie einen Spiegel aus ihrer Handtasche zog. „Also? Wer von euch hat Lust, es mit mir zusammen herauszufinden? Lasst uns den Candyman rufen.“</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Candyman (Englisch für „Süßigkeitenmann“) ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, die auf der gleichnamigen Filmreihe basiert. Bei ihr geht es um ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/bloody-mary" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bloody Mary</a> ähnliches <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/rituale" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ritual</a>, mit dem man den berüchtigten Candyman rufen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Ritual:</h3>



<p><strong>Hinweis: Ich rate dringend davon ab, übernatürliche Rituale durchzuführen. Der Kontakt zur Geister- oder Dämonenwelt kann schwerwiegende Folgen mit sich bringen!</strong></p>



<p>Wie bereits erwähnt ist das Candyman-Ritual dem Bloody-Mary-Ritual sehr ähnlich. Um ihn zu beschwören, muss man sich lediglich vor einen Spiegel stellen und seinen Namen fünfmal sagen. Anschließend soll der Candyman erscheinen und versuchen, dich umzubringen – entweder sofort oder irgendwann in den kommenden Stunden bis Tagen.</p>



<p>Auch gibt es in einigen Versionen weitere Bedingungen. So müsse es angeblich nachts sein, man müsse das Licht ausschalten oder eine Kerze vor den Spiegel stellen. In dem originalen Candyman-Ritual spielen diese Bedingungen jedoch keine Rolle.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Candyman sieht aus wie ein großgewachsener schwarzer Mann mit kurzen schwarzen Haaren, einem langen fellbesetzten Mantel und einem Haken statt seiner rechten Hand.</p>



<p>Unter seinem Mantel hat er einen blutigen Brustkorb mit freigelegten Rippen, in dem sich unzählige Bienen tummeln.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Sobald man Candyman einmal beschworen hat, gibt es kein Entkommen mehr. Während es anfangs oft heißt, dass er durch den Spiegel in unsere Welt kommt, kann er anschließend überall aus dem Nichts auftauchen und geht mit präziser Grausamkeit vor.</p>



<p>Bei den meisten Opfern nutzt er seine Hakenhand, um sie aufzuschlitzen oder zu erstechen. Seltener soll er auch seinen Schwarm Bienen, den er nach Belieben kontrollieren kann, auf seine Opfer hetzen und sie zu Tode stechen lassen.</p>



<p>Wann er dies tut, ist jedoch nicht ganz eindeutig. Mal terrorisiert er seine Opfer erst, indem er sich ihnen gelegentlich zeigt, mal tötet er sie sofort.</p>



<p>Was ihn außerdem von anderen Legenden dieser Art unterscheidet, sind seine Opfer. Zwar hört er erst auf, wenn die Person oder die Personen tot sind, die ihn beschworen haben, in der Zwischenzeit hat er aber keine Probleme damit, weitere Menschen zu ermorden, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind.</p>



<p>Solltet ihr also vorhaben, den Candyman zu rufen, denkt daran, dass ihr nicht nur euer eigenes Leben in Gefahr bringt …</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Der Candyman hat keinen festen Ort, an dem er beschworen werden kann. Aufgrund der Filme wird er zwar gelegentlich mit Cabrini-Green, einem ehemaligen Wohnviertel in Chicago, Illinois, USA in Verbindung gebracht, man soll ihn aber überall auf der Welt rufen können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Auch wenn man gelegentlich Menschen finden kann, die das Gegenteil behaupten, stammt die Candyman-Legende aus dem Film Candyman’s Fluch (1992). Sie basiert auf keiner wahren Begebenheit.</p>



<p>Trotzdem hat es der Filmantagonist geschafft, zu einer urbanen Legende zu werden. So gab und gibt es unzählige Menschen, die eine Mutprobe daraus machen, den Candyman zu beschwören.</p>



<p>Candyman ist daher neben Slenderman oder Kayako (aus „The Grudge“) eine der wenigen urbanen Legenden, die zwar erst vor wenigen Jahren aus einem fiktiven Werk entstanden sind, aber trotzdem von vielen Menschen als real angesehen werden.</p>



<p>Ein Grund dafür ist – neben der Vertrautheit aufgrund der Bloody Mary Legende –&nbsp; wahrscheinlich die realitätsnahe Hintergrundgeschichte, die der Candyman in Candyman’s Fluch bekommen hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vorgeschichte:</h4>



<p>Bevor er zum Candyman wurde, so heißt es im Film, war er ein schwarzer Mann namens Daniel Robitaille.</p>



<p>Robitaille war der Sohn eines Sklaven und ein begnadeter Künstler. Er war so gut in seinem Handwerk, dass viele Reiche ihn beauftragten, Porträts für sie anzufertigen. Einer dieser reichen Männer war ein weißer Landbesitzer, der Robitaille auftrug, seine Tochter zu porträtieren.</p>



<p>Während Robitaille die junge Frau malte, kamen die beiden ins Gespräch und verliebten sich ineinander – in einer Zeit, als Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen noch verboten waren.</p>



<p>Schließlich führte eins zum anderen und die Tochter wurde schwanger. Als der Landbesitzer es bemerkte, kam die Beziehung der beiden ans Licht und er hetzte einen wütenden Mob auf den nun fliehenden Robitaille. Als sie ihn erwischten, sägten sie ihm zuerst seine rechte Hand mit einer rostigen Säge ab, ehe sie ihn mit Honig einschmierten und von einem Schwarm Bienen, den sie zuvor provoziert hatten, zu Tode stechen ließen – Grausamkeiten, die man den Menschen leider auch im echten Leben mehr als zutraut.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Inspiration des Films:</h4>



<p>Wie bereits erwähnt ist die urbane Legende also der Candyman-Filmreihe entsprungen. Candyman selbst – und auch das Handlungsgerüst des ersten Films – stammt jedoch aus der Feder von Clive Barker, der hauptsächlich als Erfinder von Hellraiser bekannt ist. Candyman entspringt seiner Kurzgeschichte „The Forbidden“ (1985), auch wenn er in seiner Geschichte noch weiß ist und nicht durch das fünfmalige Aufsagen seines Namens beschworen wird.</p>



<p>Der Bloody-Mary-Touch, der Candyman schließlich zu einer beliebten Mutprobe gemacht hat, sowie seine Hintergrundgeschichte waren hingegen Neuerfindungen der Filmadaptation.</p>



<p>So oder so kann ich euch sowohl die Kurzgeschichte „The Forbidden“ (Deutsch „Das Verbotene: Die Geschichte von Candyman“) als auch den Film „Candyman’s Fluch“ (1992) wirklich sehr empfehlen. Zumindest haben beide mich gut unterhalten.</p>



<p><em>Was haltet ihr von Candyman? Würdet ihr euch trauen, ihn zu beschwören, da seine Legende lediglich einem Film entspringt oder hättet ihr trotzdem zu viel Respekt vor dem Ritual? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/candyman">Candyman – sag nicht seinen Namen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>The Mall Slasher – Der Einkaufszentrum Schlitzer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Oct 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die beiden Mädchen sahen erst einander und dann mich ungläubig an, als hätte ich verpasst, dass plötzlich der Himmel grün geworden wäre.<br />
„Du weißt es nicht?“, fragte Olivia. „Sie ist angeblich schon das vierte Opfer in nur zwei Wochen. Der Mall Slasher soll sie erwischt haben!“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-mall-slasher">The Mall Slasher – Der Einkaufszentrum Schlitzer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>Den diesjährigen Oktober leite ich mit The Mall Slasher, einer klassischen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a> aus Amerika, ein. Wie jeden Oktober, werde ich versuchen, bei den Beiträgen einen mal mehr mal weniger direkten Bezug zu <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> herzustellen, ehe es am letzten Oktobermontag ein Halloweenspecial gibt. Dieses Jahr habe ich zwar noch absolut keine Ahnung, was ich als Special machen möchte, aber ich lass mir schon irgendwas enfallen. ^^</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Ich kam gerade von der Essensvergabe in der Schulmensa und beäugte misstrauisch eine gelbliche Pampe auf meinem Tablett, von der ich nicht wusste, ob es Ei oder Kartoffel war, als jemand meinen Namen rief.</p>



<p>„Hey! Hannah! Hier drüben!“ Das war Olivia, meine beste Freundin. Obwohl wir in unterschiedlichen Klassen waren, verbrachten wir fast immer die Pausen miteinander und aßen gemeinsam in der Mensa.</p>



<p>Also drehte ich ab und steuerte ihren Tisch an. Samantha, ein Mädchen aus ihrer Klasse, saß neben ihr.</p>



<p>„Hey ihr zwei“, begrüßte ich sie, während ich mich setzte.</p>



<p>„Naa?“, erwiderte Samantha. „Hast du schon das Neuste gehört? Es wurde schon wieder eine Frau auf einem Parkplatz angegriffen.“</p>



<p>Ich runzelte die Stirn. „Schon wieder?“, fragte ich verwirrt. „Ist das was, das ich wissen sollte?“</p>



<p>Die beiden Mädchen sahen erst einander und dann mich ungläubig an, als hätte ich verpasst, dass plötzlich der Himmel grün geworden wäre.</p>



<p>„Du weißt es nicht?“, fragte Olivia. „Sie ist angeblich schon das vierte Opfer in nur zwei Wochen. Der Mall Slasher soll sie erwischt haben!“</p>



<p>Jetzt wanderte meine Augenbraue nach oben.</p>



<p>Da es mir immer noch nichts sagte, setzte Samantha zu einer Erklärung an. „Das alles hat vor einigen Wochen angefangen. Das erste Opfer war wohl eine junge Frau, die in der Emerald Mall einkaufen war. Es war schon dunkel, als sie aus der Mall kam, daher war auf dem Parkplatz nichts mehr los. In dem Moment muss sie dort ganz allein gewesen sein – oder zumindest dachte sie das.</p>



<p>Was sie jedoch nicht wusste, war, dass sich ein Mann unter ihrem Auto versteckt hatte. Der Typ hat es wohl nur auf Frauen abgesehen. Oder es war Zufall. Jedenfalls war ihr Wagen rot. Die Wahrscheinlichkeit, dass er einer Frau gehörte, war also ziemlich groß.“</p>



<p>Ich schluckte schwer. Ich hatte selbst ein rotes Auto.</p>



<p>„Jedenfalls lag der Typ völlig still unter ihrem Auto, während sie sich nichts ahnend näherte“, fuhr Samantha fort. „Sie räumte ihren Kram in den Kofferraum und ging weiter zur Fahrertür. Als sie jedoch gerade einsteigen wollte, ZACK, schnellte eine Hand unter dem Auto hervor und schnitt ihr mit einem Messer beide Fersen durch!</p>



<p>Sie stürzte. Danach war sie fast völlig wehrlos. Der Typ konnte mit ihr machen, was auch immer er wollte, weil sie ja nicht mehr weglaufen konnte. Ich hoffe wirklich, er hat sie nur ausgeraubt.“</p>



<p>Ich schluckte den Bissen, den ich gerade im Mund hatte – es war übrigens Ei –, schwer herunter. „Und woher wisst ihr das? Kam es in den Nachrichten?“, fragte ich.</p>



<p>„N-nein“, gestand Samantha. Sie wirkte verunsichert. „Aber Stella hat es mir erzählt. Und sie war nicht die Einzige, die davon wusste.“</p>



<p>„Aber es gibt keine offiziellen Quellen dazu? Nur der Freund eines Freundes und so weiter?“, hakte ich nach.</p>



<p>Das betretene Schweigen der beiden genügte mir als Antwort.</p>



<p>Erleichtert atmete ich auf. Ich war die nächsten zwei Wochen allein zuhause, weil meine Eltern auf Geschäftsreise waren. Da konnte ich es nicht gebrauchten, bei jedem Knarren der alten Dielen ängstlich zusammenzuzucken, weil irgendwer sich Horrorszenarien ausdachte. „Oh, Leute kommt schon. Wir haben Oktober“, sagte ich. „Kurz vor Halloween kommen ständig solche Gerüchte auf. Denkt doch nur an die Horrorclowns von letztem Jahr. Kennt ihr irgendwen, der tatsächlich einen gesehen hat?“</p>



<p>Wieder schwiegen die beiden. Dafür schüttelte Olivia mit dem Kopf.</p>



<p>&#8212;</p>



<p>In den kommenden Tagen wurde der berüchtigte Mall Slasher das Gesprächsthema Nummer eins in unserer Schule. Das Gerücht breitete sich aus wie ein Lauffeuer. Jeder wusste von ihm. Ich hörte unzählige Geschichten, von Leuten, die jemanden kannten, der jemanden kannte, der jemanden kannte … Ihr kennt das bestimmt.</p>



<p>Aber obwohl ich die urbane Legende – denn das war es für mich – bereits als Schwachsinn abgetan hatte, konnte ich mich nicht vollends gegen die Paranoia wehren, die mit jeder neuen Erzählung, jeder neuen Version über den Mall Slasher in mein Hirn kroch. Bald ertappte ich mich dabei, aus der Ferne unter mein Auto zu spähen, wann immer ich in der Nähe der Mall war. Schließlich passierte es mir auch an anderen Orten. Eines Abends musste ich sogar erst unter mein Bett sehen, ehe ich mich traute, mich ihm zu nähern.</p>



<p>Es war zum Verzweifeln. Ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich die Gerüchte an mich heranließ, obwohl ich <em>wusste</em>, dass an ihnen nichts dran war.</p>



<p>Einige Tage später sollte ich jedoch erfahren, wie sehr ich mich darin irrte. Meine Eltern würden morgen von ihrer Geschäftsreise zurückkommen, also hatte ich entschieden, einen letzten Einkauf zu machen, damit sie mit ihrem Jetlag nicht noch in den Supermarkt mussten. Da ich nicht allzu viel brauchte, fuhr ich in die näher gelegene Emerald Mall. Das Sortiment des kleinen Lebensmittelgeschäfts dort war zwar deutlich kleiner als bei Walmart, aber für meine Zwecke würde es reichen. Außerdem konnte ich so vorher noch bei den Videospielen vorbeischauen.</p>



<p>Als ich schließlich, vollbepackt mit Einkaufstüten, die Mall verließ, erschrak ich. Es war bereits dunkel. Der Parkplatz lag verlassen vor mir. Dass hier um diese Uhrzeit nicht mehr viel los war, war nichts Ungewöhnliches, nur hatte ich nicht gemerkt, wie viel Zeit vergangen war. Verdammt! Wieso hatte ich auch so viel Zeit im GameStop verplempern müssen, ehe ich in das Lebensmittelgeschäft gegangen war?</p>



<p>Mit einem schweren Gewicht auf meinem Herzen machte ich mich auf den Weg zu meinem Auto. Ich versuchte dabei, so selbstbewusst, wie möglich aufzutreten – als Frau hatte ich darin Übung.</p>



<p>Zu allem Überdruss bemerkte ich, dass ausgerechnet die Laterne, unter der ich geparkt hatte, defekt war. Egal, wie sehr ich es auch versuchte: Ohne die Einkaufstaschen auf den dreckigen Boden zu stellen, konnte ich nur Schwärze unter meinem Auto sehen.</p>



<p>Ich spürte, wie mein Puls sich beschleunigte. Mein Atem ging mit jedem Schritt schneller, den ich auf mein Auto zutat. Trotzdem zwang ich mich, langsam zu gehen, keine Schwäche zu zeigen.</p>



<p>Mit einer Balancekunst, mit der ich mich wahrscheinlich im Zirkus bewerben könnte, schaffte ich es irgendwie, trotz vollgepackter Arme den Autoschlüssel aus meiner Handtasche zu ziehen. Jetzt war ich nur noch wenige Meter von meinem Kofferraum entfernt.</p>



<p>Wie automatisch wurden meine Schritte kleiner. Ich konnte mich gar nicht dagegen wehren. Auch wenn ich normalerweise ein „Augen zu und durch“-Mensch war, spielte sich in meinem Kopf wieder und wieder ab, wie plötzlich ein Arm unter dem Auto hervorschnellte.</p>



<p>Jetzt stand ich direkt bei meinem Kofferraum. Mit ungewohnt zittriger Hand führte ich den Autoschlüssel zum Schloss. Er rastete ein. Als ich ihn drehte, ertönte das vertraute <em>Klack</em>. Der Kofferraum war offen.</p>



<p>Trotzdem war ich noch nicht in Sicherheit. Ohne darauf zu achten, ob ich irgendwelche empfindlichen Einkäufe zerquetschte, warf ich die Taschen in den Kofferraum. Ich schloss ihn nicht einmal, machte sofort einen Satz nach hinten, brachte eine sichere Entfernung zwischen mich und mein Auto.</p>



<p>Inzwischen hörte ich meinen Puls deutlich in meinen Ohren pochen. Langsam hockte ich mich auf den Boden. Ich stützte mich auf meine Hände, während ich den Kopf noch weiter senkte. Endlich konnte ich die Unterseite meines Autos sehen.</p>



<p>Ein selbstironisches Lachen verließ meine Lippen. Ich schüttelte den Kopf, während ich wieder aufstand. Dort war niemand unter meinem Auto. Natürlich nicht. Wie konnte ich nur so bescheuert sein? Es gab keinen Mall Slasher.</p>



<p>Mit einem Gefühl, als wäre mein Herz mehrere Kilo leichter, ging ich zu meinem Kofferraum zurück. Langsam, fast schon ruhig, drückte ich ihn zu. Dann ging ich weiter zur Fahrertür. Dort griff ich ohne Umschweife nach dem Türgriff. Ich wollte die Tür gerade öffnen, als plötzlich ein markerschütternder Schrei durch die Luft schnitt.</p>



<p>Ich erstarrte. Das war die Stimme einer Frau. Sie kreischte wie am Spieß, bis ihre Schreie plötzlich durch irgendetwas erstickt wurden.</p>



<p>Fieberhaft dachte ich nach. Was sollte ich tun? Sollte ich losfahren, mich in Sicherheit bringen? Oder sollte ich nachsehen, was da los war? Der Frau helfen?</p>



<p>Für maximal eine Sekunde schloss ich meine Augen, wägte meine Chancen ab, auch wenn ich mich bereits entschieden hatte. Ich würde sicher bereuen, was ich gleich tat.</p>



<p>Im nächsten Moment rannte ich los. Die erstickten Schreie kamen von einem anderen Teil des Parkplatzes. Ich musste um eine Ecke biegen, um ihn einzusehen. Dort sah ich eine Gestalt am Boden neben einem der Autos kauern. Als sie meine Schritte bemerkte, riss sie den Kopf hoch, sprang auf und rannte in die entgegengesetzte Richtung davon.</p>



<p>Fast sofort wurden die Schreie wieder lauter. „Hilfe! Hilf mir!“, kreischte die Frau panisch, die dort am Boden lag, wo die Gestalt eben gehockt hatte.</p>



<p>Ich rannte sofort zu ihr. „Was ist passiert?“</p>



<p>Aber sie brauchte gar nicht antworten. Ich wusste Bescheid, sobald ich das Blut an ihren Beinen sah. Der Mann hatte ihre Fersen zerschnitten. Der Mall Slasher war real. Und wer weiß, was er der Frau angetan hätte, wenn ich nicht da gewesen wäre …</p>



<p>Natürlich hatte ich sofort den Notruf gewählt und mich um die Frau gekümmert, bis die Polizei und der Krankenwagen da gewesen waren. Aber während die Frau sofort ins Krankenhaus gebracht wurde – ihre Wunden verheilten in den kommenden Wochen übrigens gut –, hatte die Polizei weniger Erfolg mit ihrer Arbeit. Man nahm zwar meine Zeugenaussage auf und durchsuchte die komplette Gegend, einen Verdächtigen oder sonstige Hinweise fanden sie jedoch keine.</p>



<p>In den kommenden Tagen war ich das neue Gesprächsthema Nummer eins in der Schule. Olivia und Samantha taten ihr Bestes, um die neugierigen Fragen der anderen Schüler von mir fernzuhalten. Trotzdem hatte ich von meinem Erlebnis inzwischen Dutzende Male erzählen müssen.</p>



<p>Aber während die anderen das „cool“ und „aufregend“ fanden, hatte ich nur einen Gedanken im Kopf: Ich hatte verdammt viel Glück gehabt, dass der Mann sich nicht unter meinem Auto versteckt hatte.</p>



<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>The Mall Slasher (Englisch für „Der Einkaufszentrum Schlitzer“) ist eine urbane Legende aus den USA.</p>



<p>Sie ist ebenfalls bekannt unter den Namen „The Man Under The Car“ („Der Mann unter dem Auto“) und „The Ankle Slasher“ („Der Knöchel Schlitzer“).</p>



<p>Zusammen fassen die drei Titel den Inhalt der Geschichte bereits sehr gut zusammen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p>Der Täter aus den „The Mall Slasher“-Legenden ist in fast allen Fällen ein Mann, seltener sind es mehrere Männer.</p>



<p>Sein Aussehen kann von Geschichte zu Geschichte stark variieren, oft wird jedoch gar nicht darauf eingegangen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Der Ablauf der verschiedenen Versionen ist oft sehr ähnlich:</p>



<p>Das Opfer, meist eine junge Frau, ist einkaufen. Es kann je nach Erzählung entweder abends oder auch mitten am Tag sein. Auf dem Rückweg zum Auto ist die Frau scheinbar allein auf dem Parkplatz, während sich der Täter unter ihrem Auto versteckt.</p>



<p>Sobald sie völlig ahnungslos ihr Auto erreicht, schnellt plötzlich eine Hand mit einem Messer unter dem Auto hervor und zerschneidet ihr entweder eine oder beide Fersen.</p>



<p>Nun, da die Frau nicht mehr weglaufen kann, hat der Täter mit ihr leichtes Spiel. Entweder raubt er sie aus, stiehlt ihr Auto, er vergewaltigt sie, entführt sie oder verstümmelt sie.</p>



<p>Gerade Letzteres ist besonders bei einer Version der Legende beliebt, in der es heißt, dass der Täter ein Anwerber einer Gang sei. Als Aufnahmeritual muss er der Frau z. B. einen Finger abschneiden, um ihn als Beweis zu präsentieren.</p>



<p>Sofern in einer Version zwei oder mehrere Täter involviert sind, versteckt sich nur einer der Männer unter dem Auto. Die anderen warten abseits oder verstecken sich woanders.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Der Ort des Geschehens ist meist der Parkplatz oder die Tiefgarage eines Einkaufszentrums, Supermarkts, einer Einkaufsstraße o. Ä. in den Vereinigten Staaten.</p>



<p>Es gibt aber natürlich auch andere Versionen der Legende, die an anderen Orten wie z. B. einer abgeschiedenen Raststätte, einer <a href="https://www.geister-und-legenden.de/lovers-lane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lovers Lane</a> oder einem Waldparkplatz spielen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Bei dem Ursprung dieser urbanen Legende kann ich euch beruhigen: Sie beruht auf keiner wahren Begebenheit.</p>



<p>Der urban legend Experte Jan Harold Brunvand hat die Legende auf das Jahr 1978 zurückverfolgt, wo sie ihm zufolge erstmals in Fargo, North Dakota aufgekommen sei. Obwohl sie nichts weiter als ein Gerücht war, hat sie sich von dort aus schnell in andere Staaten ausgebreitet.</p>



<p>Und wen wundert das? Besonders nachts fühlen sich viele Leute unwohl, wenn sie allein unterwegs sind. Und wer hat nicht ab und an das Gefühl, beobachtet zu werden, wenn man nachts allein auf dem Weg zu seinem Auto ist? Da erscheint einem die Vorstellung, dass sich ein Mann unter dem Auto verstecken könnte, gar nicht mehr so abwegig.</p>



<p>In den 1970er Jahren löste die Mall Slasher Legende sogar eine regelrechte Panik aus. Es gab unzählige Gerüchte über verschiedenste Parkplätze von Einkaufszentren, die angeblich betroffen waren. Einen tatsächlichen Polizeibericht über einen solchen Fall gab es jedoch nirgends.</p>



<p>Seitdem ist das Gerücht immer wieder aufgekommen. Ihre Blütezeit hatte die Legende in den 1970er bis 1990er Jahren.</p>



<p>Aber auch auf TikTok kursieren Gerüchte über einen oder mehrere berüchtigte Ankle Slasher („Knöchel Schlitzer“), seit eine TikTokerin das Gerücht 2020 erneut aufgebracht hat.</p>



<p>Inzwischen wurde die urbane Legende außerdem in dem Slasher-Film „Düstere Legenden“ (1998) aufgegriffen.</p>



<p><em>Was haltet ihr von the Mall Slasher? Habt ihr selbst schon einmal Angst gehabt, dass sich jemand unter einem Auto verstecken könnte? Wird sich das in Zukunft ändern? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-mall-slasher">The Mall Slasher – Der Einkaufszentrum Schlitzer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Killer]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Murder]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Murderer]]></category>
		<category><![CDATA[Campus Murders]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween Campus Killer]]></category>
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		<category><![CDATA[Halloween Campus Murders]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
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		<category><![CDATA[Slasher]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ja ja, sehr witzig“, erwiderte Jeffrey genervt. „Das Gerücht ist doch scheiße!“<br />
Mary und Angela sahen jedoch nicht aus, als würden sie scherzen. Während ich eindeutig Angst in Marys Augen sehen konnte, starrte Angela nur verstört zu Boden.<br />
„Das ist kein Gerücht“, jammerte Mary. „Irgendwer hat sie zerstückelt. O Gott, da war überall Blut.“</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/09ffd31f45304d5697ee86fc62eceec7" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Die Halloween Campus Murders sind ein beliebtes Gerücht, das immer mal wieder in der Zeit vor <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> an amerikanischen Universitäten verbreitet wird. Als Teil meines Halloween-Specials 2022 habe ich die Geschichte für euch vertont und überarbeitet. Wenn sie euch also lieber anhören wollt, findet ihr das Audio <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a>.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Explizite Darstellung körperlicher Gewalt<br>
&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>„Hey, Eric. Meinst du, dass heute Abend wirklich was passiert?“, fragte Jeffrey. Ich sah, dass er unruhig mit dem Bein wippte.</p>



<p>„Du glaubst doch nicht ernsthaft an Wahrsagerei oder so einen Quatsch? Das sind nur Spukgeschichten“, erwiderte ich skeptisch. Ich würde ihm nicht gestehen, dass ich einen Baseballschläger unter meiner Decke versteckt hatte, nur für den Fall, dass tatsächlich ein Axt schwingender Mörder in unser Zimmer stürmen würde.</p>



<p>Aber ich sollte euch wohl erst einmal erzählen, was genau los war: Alles hatte vor einigen Wochen angefangen. Damals war das Gerücht aufgekommen, dass ein berühmtes Medium in einer Talkshow ein schreckliches Verbrechen an einer Universität vorausgesagt haben soll. Komisch nur, dass mir bisher niemand auch nur einen Ausschnitt aus der vermeintlichen Talkshow zeigen konnte. Gerade einmal eine Handvoll Studenten behauptete, das Interview selbst gehört zu haben. Einer von ihnen war Jonathan.</p>



<p>‚<em>Ich sehe es vor mir … Am Halloweenabend wird ein fürchterliches Verbrechen geschehen. Ich sehe eine blutige Axt. Acht Menschen werden sterben. Der Ort … ich kann ihn nicht genau erkennen. Es ist eine Universität, aber ich weiß nicht, welche. Ganz in der Nähe ist ein Friedhof und … ja … ihr Name beginnt mit einem W. Nein. Nein! Mit einem M!</em>‘</p>



<p>So oder so ähnlich hatte Jonathan es uns unter dramatischen Handgesten vorgetragen. Und obwohl ich nicht an so einen Schwachsinn wie Wahrsagerei oder ein Medium glaubte, hatten sich seine Worte in mein Gedächtnis eingebrannt. Besonders, da Jonathan letzte Nacht abgereist war.</p>



<p>Und sogar die Universität hatte eine offizielle Warnung an die Eltern geschickt. In der Mail stand natürlich nichts von dem Medium, aber den Eltern wurde empfohlen, die Studenten über Halloween nach Hause zu holen.</p>



<p>Einige meiner Freunde hingegen hatten die tolle Idee, hierzubleiben. Sie redeten davon, dass es sicher lustig sei, die ganze Uni nur für uns zu haben. Außerdem würde das Gerücht wunderbar zur Halloweenstimmung beitragen. Und so hatte ich mich überreden lassen, mich ihnen anzuschließen.</p>



<p>Hätte ich jedoch gewusst, dass ich den halben Tag mit einem flauen Gefühl im Magen paranoid auf dem Bett sitzen würde, wäre ich wohl zu meinen Eltern gefahren. Ich fragte mich, ob es der Gruppe Freshman-Studenten ähnlich ging, die ebenfalls hier geblieben waren.</p>



<p>Plötzlich hörten wir Schritte aus dem Flur – schnelle Schritte. Jeffrey und ich warfen einander ängstliche Blicke zu. Gleichzeitig griff ich nach dem Baseballschläger. Als die Tür aufschwang, sprang ich auf, bereit, jedem den Kopf einzuschlagen, der uns bedrohte.</p>



<p>Doch vor mir stand kein Killer. Dort waren nur Mary und Angela, die in unser Zimmer huschten und hastig die Tür hinter sich schlossen.</p>



<p>„Ich dachte, wir wollten uns erst um acht treffen?“, fragte ich möglichst gelassen. Ich war schon dabei, den Baseballschläger zurück aufs Bett zu legen, als ich Marys verstörten Blick bemerkte.</p>



<p>„Sie sind tot!“, sagte sie panisch. Sie sprach dabei leise, als traue sie sich nicht, die Stimme zu heben.</p>



<p>„Ja ja, sehr witzig“, erwiderte Jeffrey genervt. „Das Gerücht ist doch scheiße!“</p>



<p>Mary und Angela sahen jedoch nicht aus, als würden sie scherzen. Während ich eindeutig Angst in Marys Augen sehen konnte, starrte Angela nur verstört zu Boden.</p>



<p>„Das ist kein Gerücht“, jammerte Mary. „Irgendwer hat sie zerstückelt. O Gott, da war überall Blut.“</p>



<p>Mit einem Satz war ich bei ihr. „Wer? Wer ist tot? Geht es June gut?“, fragte ich entsetzt.</p>



<p>June, meine Freundin, war eine der wenigen Studenten, die hier geblieben waren.</p>



<p>„Ich … Ich weiß es nicht“, sagte sie den Tränen nahe. „Gesehen habe ich nur Zack und Owen, aber da lag noch jemand. Fuck!“ Sie hatte Schwierigkeiten, ihren Atem unter Kontrolle zu halten.</p>



<p>Jeffrey hingegen war von all dem völlig unbeeindruckt. „Du glaubst den Scheiß doch nicht etwa?“, fragte er genervt.</p>



<p>Meine Gedanken überschlugen sich. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Mary uns verarschen wollte, aber ich musste auf Nummer sicher gehen.</p>



<p>„Schwör es!“, befahl ich. „Schwöre bei Gott!“</p>



<p>Mary war streng gläubig. Bei so etwas konnte sie nicht lügen – und das wusste auch Jeffrey.</p>



<p>Doch so sehr ich auch hoffe, dass sie jetzt verärgert schnauben, mit den Augen rollen und mich einen Spielverderber nennen würde, sie tat es nicht. Ihr Blick blieb voller Furcht. „Ich schwöre!“, wimmerte sie.</p>



<p>Die bedrohliche Stimmung, die ihre Worte auslösten, legten sich wie eine dunkle Wolke über uns.</p>



<p>Waren Zack und Owen wirklich tot? Wie konnte das sein? Und was war mit June? Was war mit meiner Freundin?</p>



<p>„Konntest du erkennen, wer die dritte Leiche war?“, fragte ich jetzt Angela.</p>



<p>Doch sie starrte nur vor sich hin und schüttelte in Zeitlupe den Kopf.</p>



<p>„Wir hätten ja nachgesehen, aber da war ein Mann … Wir … Wir sind weggerannt“, verteidigte Mary ihre Mitbewohnerin.</p>



<p>„Warte, warte, warte“, ging Jeffrey dazwischen. Auch er war inzwischen aufgestanden. „Der Mörder hat euch gesehen?!“</p>



<p>Ohne eine Antwort abzuwarten, schob er Mary beiseite, öffnete vorsichtig die Tür und spähte in den Flur. Als er scheinbar niemanden sehen konnte, schloss er sie fast geräuschlos wieder, nahm den klapprigen Holzstuhl von unserem Schreibtisch und klemmte ihn unter den Türknauf.</p>



<p>„Ruft sofort die Polizei an!“, befahl er in den Raum.</p>



<p>Mary kramte ihr Handy hervor. Und auch ich nahm meins vom Nachttisch.</p>



<p>„Ich ruf June an“, sagte ich entschlossen.</p>



<p>Niemand widersprach.</p>



<p>Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie Mary die 911 wählte. Mein letztes Bisschen Hoffnung klammerte sich noch immer an den Gedanken, dass es sich um irgendeinen übertriebenen Scherz handelte. Doch als Mary nicht einmal eine Millisekunde zögerte, ehe sie auf den grünen Hörer tippte, stürzte meine Hoffnung den Abgrund hinunter, um kurz darauf am Boden zu zerschellen.</p>



<p>Mir war leicht schwindelig, während ich durch die Kontakte auf meinem Smartphone scrollte. Gleichzeitig versuchte ich, zu begreifen, was hier gerade passierte.</p>



<p><em>Tuuut</em>. Hier war ein Mann, der uns umbringen wollte. <em>Tuuut</em>. Eine Wahrsagerin hatte es im Fernsehen vorausgesagt. <em>Tuuut</em>. Es könnte sein, dass meine Freundin tot war. <em>Tuuut</em>.</p>



<p>„Hey, hier ist June. Leider bin ich im Moment nicht zu erreichen. Hinterlass mir eine Nachricht und ich ruf dich vielleicht zurück“, drang die vertraute Stimme aus dem Telefon. Dann ertönte das Freizeichen.</p>



<p>„June? June, hier ist Eric. Irgendein Mann hat Zack und Owen umgebracht. Wenn du das hier hörst, versteck dich irgendwo! Ich versuche, zu dir zu kommen. Hörst du? Ich komme zu dir!“</p>



<p>Als ich mein Handy mit zittriger Hand wegsteckte, war Mary wild am Diskutieren. „Bitte Sie müssen mir glauben. Irgendein Wahnsinniger möchte uns umbringen!“, kreischte sie panisch ins Telefon.</p>



<p>Während die Person am anderen Ende antwortete, bemerkte ich jedoch noch etwas anderes: Schwere Schritte kamen leise aus dem Flur … und sie wurden von Schritt zu Schritt lauter.</p>



<p>„Nein, das ist kein Kostüm!“, fuhr Mary fort. „Sie müssen …“</p>



<p>„Schhht!“, unterbrach ich Mary. Sie hörte sofort auf zu reden.</p>



<p>Schweigend standen wir da, den Blick ängstlich auf die Tür gerichtet. Jetzt hatten die anderen es auch gehört.</p>



<p>„Hallo? Hallo, sind sie noch da?“, war leise aus dem Telefon zu hören.</p>



<p>Dann drehte sich plötzlich der Türknauf. Irgendjemand drückte von außen gegen die Tür. Es war ein dumpfes Geräusch zu hören, als hätte sich jemand halbherzig gegen die Tür geworfen, doch der Stuhl hielt stand.</p>



<p>Dann klopfte es. „Mädels, seid ihr da drinnen? Macht doch bitte die Tür auf“, ertönte eine gedämpfte Männerstimme.</p>



<p>Niemand antwortete. Stattdessen hielten wir kollektiv den Atem an und warfen einander ängstliche Blicke zu. Ich kannte die Stimme, konnte sie jedoch nicht direkt zuordnen.</p>



<p><em>Rums</em>. Irgendetwas wurde mit voller Wucht gegen die Tür gedonnert. Mary, Angela, Jeffrey und ich zuckten gleichzeitig zusammen.</p>



<p><em>Rums</em>. Eine Delle bildete sich in der Tür. <em>Rums</em>. Holz splittert, während die Spitze eines Axtkopfes durch den neu entstandenen Spalt in der Tür ragte.</p>



<p>Eine Axt! Eine verdammte Axt! Genau, wie es das Medium vorausgesagt hatte!</p>



<p><em>Knack</em>.</p>



<p>Jetzt schrien wir alle durcheinander, während wir uns möglichst weit von der Tür wegbewegten.</p>



<p><em>Rums</em>.</p>



<p>Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Doch anstatt noch weiter in Panik zu verfallen, zwang ich mich, tief durchzuatmen und nachzudenken. Wenn ich jetzt durchdrehte, konnte das meinen Tod bedeuten.</p>



<p><em>Rums</em>.</p>



<p>Wir waren im zweiten Stock. Der einzige Eingang war die Tür, die gerade von einem Irren zerhackstückelt wurde. Wir waren eingesperrt, außer …</p>



<p><em>Rums</em>.</p>



<p>„Das Fenster!“, brüllte ich, über das Knirschen der Tür hinweg.</p>



<p>Drei Augenpaare waren auf mich gerichtet. Sie blickten panisch zwischen mir und der Tür hin und her.</p>



<p>„Wir sind im zweiten Stock. Alleine der Fall könnte uns umbringen!“, schrie Angela mich an. Dann fiel ihr Blick auf meinen Baseballschläger. „Wenn du schnell genug zuschlägst, könntest du …“</p>



<p>Ich ließ sie nicht ausreden. „Neben dem Fenster verläuft ein Fallrohr von der Regenrinne!“, unterbrach ich sie. „Daran können wir nach unten klettern!“</p>



<p>Nachdem ich das Fenster geöffnet hatte, sahen die anderen mich erwartungsvoll an. Sie waren sofort mit mir gekommen, aber ich wusste, dass ich nicht drumherum kommen würde, als Erster hinauszuklettern. Immerhin war es meine Idee gewesen.</p>



<p>Ein letzter Blick zur Tür verriet mir, dass sie nicht mehr lange standhalten würde. Bald wäre das Loch groß genug, dass jemand hindurchgreifen und den Stuhl wegstoßen konnte.</p>



<p>Ich atmete tief durch, während ich den Baseballschläger in meinen Gürtel schob. Dann hielt ich mich am Fensterrahmen fest. Der Weg nach unten wirkte höher als nur zwei Stockwerke.</p>



<p>„Ach, scheiß drauf!“, fluchte ich, während ich mein Bein über das Fensterbrett schwang. Ich zwang mich, den Kopf gerade zu halten und nicht noch einmal nach unten zu sehen. Mit beiden Händen griff ich nach dem Fallrohr. Ich klammerte mich mit aller Kraft daran fest. Es war eiskalt. Dann zog ich mein zweites Bein aus dem Fenster.</p>



<p>Für einen Moment dachte ich, ich würde abrutschen. Doch ich schaffte es, meine Füße von beiden Seiten gegen das Rohr zu pressen.</p>



<p>Schnell und trotzdem vorsichtig begann ich, am Rohr hinunterzurutschen – Stück für Stück, Meter für Meter –, bis ich endlich festen Boden unter den Füßen hatte. Auch wenn mein Herz raste, als hätte ich einen Marathon hinter mir, musste ich zugeben, dass es einfacher war, als erwartet.</p>



<p>„Okay, es ist sicher!“, rief ich den anderen zu.</p>



<p>Es dauerte nicht lange bis auch Mary und Angela unten waren. Jetzt fehlte nur noch Jeffrey. Er saß auf dem Fensterbrett und starrte zu uns herunter, dann zum Rohr, dann wieder zu uns.</p>



<p>„Denk nicht darüber nach!“, brüllte ich ihm zu. „Greif einfach nach dem Rohr und klammer dich fest! Du schaffst das!“</p>



<p>Endlich griff er nach dem Rohr. Ich sah sogar auf die Entfernung, dass seine Hand zitterte.</p>



<p>Dann plötzlich starrte er ins Zimmer zurück. „Scheiße!“, hörte ich ihn fluchen. Er packte hastig mit der zweiten Hand nach dem Fallrohr, bevor er sich mit voller Wucht nach draußen schwang – mit zu viel Wucht. Seine Hand rutschte ab.</p>



<p>„Jeff!“, schaffte ich es noch, zu brüllen, während ich auf ihn zu rannte.</p>



<p>Doch der Fall war zu kurz. Sein Körper fiel zu schnell. Ehe ich auch nur versuchen konnte, ihn aufzufangen, klatschte Jeffrey mit einem ekelhaften Klatschen vor mir auf den Steinboden.</p>



<p>Mary und Angela kreischten.</p>



<p>Und auch mir entfuhr ein spitzer Schrei. „Jeff! Jeffrey! Kannst du mich hören?“, schrie ich, während ich zu ihm stürzte.</p>



<p>Doch er antwortet er nicht. Stattdessen bildete sich eine Pfütze aus Blut um seinen Kopf herum. Ich spürte die warme Flüssigkeit an meinem Knie, wie sich meine Jeans langsam vollsog …</p>



<p>Schnell fasste ich an Jeffs Hals, um seinen Puls zu fühlen. Nichts. Ich hielt meine Hand unter seine Nase. Kein Atem. Jeffrey war tot.</p>



<p>Während ich aufstand, sahen die beiden Mädchen mich wie gebannt an. Ich schüttelte den Kopf.</p>



<p>Mary brach in Tränen aus.</p>



<p>Noch immer im Schock starrte ich zurück zu dem Fenster, aus dem er gestürzt war und erschrak. Dort stand ein Mann! Obwohl er fast sofort seinen Kopf zurückgezogen hatte, hatten wir ihn erkannt.</p>



<p>„War das …?“, fragte Angela fassungslos.</p>



<p>„Mr. Willson“, vervollständigte ich ihre Vermutung. Der axtschwingende Irre war unser liebenswürdiger Hausmeister.</p>



<p>Plötzlich rannte Mary los.</p>



<p>„Warte! Wo willst du hin?“, rief Angela, während wir ihr nachrannten.</p>



<p>„Wohin wohl? Hier weg und dann direkt zur Polizei!“, erwiderte Mary.</p>



<p>„Und was ist mit den anderen?“, warf Angela ein. „Sie wissen von nichts. Willst du, dass ihr Blut an deinen Händen klebt?“</p>



<p>Mary war hin- und hergerissen. Man sah ihr an, dass in ihr ein Kampf zwischen ihrem Glauben und ihrer Angst tobte.</p>



<p>Doch auch ich musste Angela zustimmen. Nicht, weil ich mich für das Leben einiger Freshman-Studenten interessierte, sondern weil es eine geringe Chance gab, dass June noch lebte. Wenn sie sterben würde, weil ich sie zurückgelassen hatte, könnte ich mir das nie verzeihen!</p>



<p>Wir entschieden, den Umweg über den Westeingang zu nehmen – für den Fall, dass Mr. Willson bereits auf dem Weg zu uns war. Wir hatten keine Lust, ihm in die Arme zu laufen.</p>



<p>Ich zögerte erst, als wir drinnen am Fuß der Treppe standen. Zwiegespalten sah ich nach oben. Sollten wir wirklich wieder hochlaufen?</p>



<p>„Was ist mit dem Feueralarm?“, schlug ich vor. „Wenn wir den auslösen, rennen die anderen schon nach draußen!“</p>



<p>Mary schüttelte energisch den Kopf. „Mr. Willson weiß, wo wir uns bei Brandschutzübungen versammeln sollen. Sie würden ihm direkt in die Arme rennen!“</p>



<p>Ich knirschte mit den Zähnen. Uns blieb wohl nichts anderes übrig.</p>



<p>„Shit!“, fluchte ich leise. Dann rannte ich die Treppen rauf. Mary und Angela waren mir dicht auf den Fersen.</p>



<p>Im zweiten Stock nahm ich sofort den Gang zu unserer Linken. Junes Zimmer war auf der anderen Seite des Gebäudes.</p>



<p>„Eric!“, zischte Angela mir nach. „Eric, wo willst du hin? Die Freshman-Studenten sind im dritten Stock!“</p>



<p>„Ich geh zu June!“, flüsterte ich zurück.</p>



<p>„Wir wissen nicht einmal, ob sie noch lebt. Und die Freshmen sind völlig ahnungslos!“, erwiderte sie.</p>



<p>Da hatte sie recht … Verdammt! Aber June war mir wichtiger!</p>



<p>„Okay. Ihr rennt nach oben und ich hole June. Wir treffen uns beim …“</p>



<p>„Nein!“, zische Angela mir zu. „Wir teilen uns ganz sicher nicht auf! Außerdem ist June auch unsere Freundin. Aber wenn sie nicht in ihrem Zimmer ist, gehen wir sofort nach oben!“</p>



<p>Ich konnte gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden war, dass mitkommen wollten.</p>



<p>Plötzlich knallte ganz in der Nähe eine Tür. Ohne einen Laut von uns zu geben, schlichen wir um eine Ecke und drückten uns an die Wand. Meinen Baseballschläger hielt ich mit beiden Händen fest umklammert.</p>



<p>Schwere Schritte ertönten von der Treppe. „Scheiß Kinder!“, hörte ich Mr. Willson grummeln. „Sagen, sie seien Erwachsene, haben aber keinerlei Anstand! Immer nur feiern, saufen, kotzen. Und wer darf es saubermachen? Aber es reicht. Es reicht!“</p>



<p>Seine Stimme hatte eine Tonlage, wie ich es bisher nur von Verrückten aus irgendwelchen Filmen kannte. Ich erkannte ihn gar nicht wieder. Sonst war er immer so ein netter Mann gewesen …</p>



<p>Während er weiter vor sich hin grummelte, schloss ich die Augen.</p>



<p>‚<em>Komm nicht hier lang. Geh einfach weiter. Einfach weiter!</em>‘, dachte ich.</p>



<p>Doch wenn dieser Abend mich eine Sache gelehrt hatte, dann, dass das Glück nicht auf unserer Seite war.</p>



<p>„Er kommt!“, zischte Mary, während sie mich sanft schubste und nach Angelas Handgelenk griff. „Er kommt!“</p>



<p>Das ließ ich mir kein drittes Mal sagen. Sofort nahm ich meine Beine in die Hand und rannte. Mary und Angela waren dicht hinter mir – direkt gefolgt von den schweren Schritten unseres Hausmeisters.</p>



<p>„Hab ich euch!“, schrie er. „Bleibt stehen!“</p>



<p>Während ich rannte, dachte ich fieberhaft nach. Wir mussten irgendwie Abstand gewinnen. Aber wo sollten wir lang? Durch den Computerraum? Er hatte zwei Eingänge. Wenn wir die erste Tür blockieren konnten …</p>



<p>Marys Aufschrei riss mich aus den Gedanken. Sie war gestürzt! Mr. Willson hatte sie fast eingeholt! Obwohl er humpelte – eine alte Kriegsverletzung –, hatte er eine wahnsinnige Geschwindigkeit drauf.</p>



<p>„Scheiße! Steh auf. Steh auf!“, kreischte Angela.</p>



<p>Mary versuchte, sich an ihrem Handgelenk hochzuziehen, das sie noch immer umklammert hielt, doch sie schien sich am Fuß verletzt zu haben. Sie schaffte nur einen Schritt, bevor sie wieder umknickte.</p>



<p>„Mary, Vorsicht!“, schrie ich.</p>



<p>Doch meine Warnung kam zu spät. Mr. Willson hatte sie bereits eingeholt. In einer flüssigen Bewegung hob er seine Axt und ließ die Klinge in Marys Rücken krachen. Eine widerwärtige Mischung aus Schmatzen und Knacken war zu hören, bevor Mary wie am Spieß zu Kreischen begann.</p>



<p>Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich sie an. Es war, als hätte ich die Kontrolle über meinen Körper verloren, als würde ich bloß einen Film gucken und könnte selbst nichts tun, mich nicht mehr bewegen.</p>



<p>Mr. Willson stemmte sich mit einem Fuß an Marys Rücken ab und zog die Axt mit einem Ruck heraus. Blut spritzte in alle Richtungen.</p>



<p>Dann fiel mein Blick auf Angela. Sie zerrte noch immer an Marys Arm!</p>



<p>„Lass sie los! Lass sie los!“, brüllte ich. Für Mary war es zu spät.</p>



<p>„Ich kann nicht. Sie hält mein Handgelenk fest!“, kreischte Angela zurück. Ich hatte noch nie so viel Panik in einer Stimme gehört.</p>



<p>Gegen meinen Fluchtreflex ankämpfend, rannte ich auf sie zu. Ich musste ihr helfen!</p>



<p>Ich war gerade bei ihr, griff schon nach Marys verkrampfter Hand, als mich plötzlich ein Schwall Blut genau im Gesicht traf.</p>



<p>Verwirrt taumelte ich rückwärts. Ich blinzelte, um das Blut aus meinen Augen zu bekommen. Was war passiert?</p>



<p>Als ich Angela ansah, wurde mir schwindelig. Mr. Willson hatte sie mit der Axt am Hals erwischt. Angelas und mein Blick trafen sich. In ihren Augen schimmerten Tränen. Sie röchelte, als wolle sie etwas sagen. Doch aus ihrem Mund und ihrem Hals spritze bloß Blut. Dann brach sie zusammen.</p>



<p>Ich sah nicht mehr, wie ihr Körper auf den Boden aufschlug. In dem Moment, wo sie zu fallen begann, hatte ich mich umgedreht und war losgesprintet.</p>



<p>Wenn ich es bis zum Computerraum schaffte, könnte ich genug Zeit gewinnen, um in Junes Zimmer zu sprinten. Wenn ich sie gefunden hatte, würden wir sofort fliehen. Scheiß auf die Freshman-Studenten!</p>



<p>Und tatsächlich schaffte ich es in den Computerraum – wahrscheinlich, weil Mr. Willson mir nicht sofort hinterhergelaufen war. Er war zurückgeblieben und hatte weiter auf Mary und Angela eingehackt – zumindest den Geräuschen nach zu urteilen. Ich versuchte, nicht weiter darüber nachzudenken.</p>



<p>Im Computerraum griff ich sofort nach einem der Stühle. Ich klemmte ihn unter die Tür, woraufhin er sofort wegrutschte. Ich versuchte es noch einmal, aber keine Chance, die Rollen fanden auf dem glatten Boden keinen Halt.</p>



<p>Stattdessen packte ich einen Tisch, auf dem ein Computer stand, und kippte ihn und lautem Gepolter und Geschepper vor die Tür. Hoffentlich würde es reichen. Ich wartete jedoch nicht ab, um es herauszufinden.</p>



<p>Keine dreißig Sekunden später, rannte ich auf der anderen Seite wieder durch die Gänge. Zimmer 314. 313. 312. Da! Ich hatte Junes Zimmer erreicht!</p>



<p>Als ich nach ihrem Türknauf griff, hoffte ich, dass der Raum abgeschlossen sei. Doch als ich ihn drehte, sprang die Tür sofort auf.</p>



<p>Ich schluckte. „June?“, fragte ich leise, während ich mich langsam in den Raum schob. „June, bist du da?“</p>



<p>Mit zittriger Hand tastete ich nach dem Lichtschalter.</p>



<p>Obwohl ich fast damit gerechnet hatte, war ich auf den Anblick nicht vorbereitet gewesen: Meine Freundin lag direkt vor mir am Boden. Ihre Augen starrten leer und ausdruckslos an die Decke. In ihrer Brust klafften mehrere tiefe Wunden.</p>



<p>Wahrscheinlich hatte Mr. Willson an die Tür geklopft, bevor er zugeschlagen hatte. Sie wurde von ihm völlig überrascht …</p>



<p>Dann fiel mein Blick auf ihr Handy, das neben ihrer schlaffen Hand lag. Hätte ich das Display eingeschaltet, hätte mir ein verpasster Anruf entgegengeleuchtet. Ein Anruf, den ich getätigt hatte, als June schon tot war. Ein Anruf, den sie nicht einmal mehr gehört hatte.</p>



<p>Als ich schwere Schritte hinter mir hörte, erstarrte ich. Acht Tote. Hatte das Medium das nicht gesagt? All die anderen Voraussagen waren eingetroffen, warum also nicht auch diese letzte? Zack, Owen, der Unbekannte, Jeffrey, Mary, Angela und June. Bisher waren es sieben Opfer und ich hatte keine Kraft mehr, wegzulaufen.</p>



<p>Doch stattdessen war da etwas anderes. Ein Funke, den ich zuvor nicht gespürt hatte. Eine Mischung aus Trauer und Wut.</p>



<p>Meine Hand schloss sich fester um den Baseballschläger, während ich den Schritten zuhörte, wie sie näher und näher kamen. Als sie schließlich fast bei mir waren, stieß ich einen lauten Schrei aus. Ich riss die Tür auf, sprang auf den Flur und donnerte den Schläger mit voller Wucht gegen Mr. Willsons Kopf.</p>



<p>Es war Zufall, dass ich ihn so gut getroffen hatte. Mit demselben dumpfen Geräusch, das der Baseballschläger machte, als er seine Schläfe traf, fiel Mr. Wilson zu Boden. Die Axt landete scheppernd neben ihm.</p>



<p>Langsam stellte ich mich über ihn. Er atmete schwer, sah mich aus entsetzten Augen an.</p>



<p>„E-Eric, bitte!“, flehte er. Seine Stimme klang wieder wie früher.</p>



<p>Doch es ließ mich kalt. Es war nicht fair, dass er überleben sollte, wenn meine Freunde tot waren. Der Funke in mir war inzwischen zu einem Feuer angeschwollen.</p>



<p>In meinem Kopf sah ich meine Freunde vor mir. Ich erinnerte mich an ihr Lächeln, an ihr Lachen, das ich nie wieder hören würde. Mit leerem Blick hob ich den Baseballschläger.</p>



<p>Acht Tote. Hatte das Medium das nicht gesagt? All ihre Voraussagen waren eingetroffen. Warum also nicht auch diese letzte?</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Die Halloween Campus Murders (Englisch für „Halloween Campus Morde“), auch „Halloween Campus Killer“ oder „Halloween Campus Massacre“, sind eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, die in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder in Amerika aufgekommen ist. Es löste bereits regelrechte Paniken an verschiedenen Universitäten in den USA aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Gerücht:</h3>



<p>Auch wenn die Gerüchte sich in den verschiedenen Regionen und Jahren immer leicht unterschieden haben, war die Grundaussage fast immer gleich:</p>



<p>Ein berühmtes Medium soll in einer bekannten Fernsehshow vorausgesagt haben, dass es an Halloween an einer Uni, deren Standort häufig nur durch schwammige Details eingegrenzt wurde, einen Massenmord geben soll. Oft heißt es, dass die Morde in einem Studentenwohnheim stattfinden sollen.</p>



<p>Vor ihrem Tod 1997 wurde hierbei meist das berühmten Medium Jeane Dixon, der nachgesagt wird, das Attentat an John F. Kennedy vorausgesagt zu haben, als Medium genannt. Seit ihrem Tod ist meist nur noch von einem „berühmten Medium“ die Rede.</p>



<p>Auch die Fernsehshow wird häufig beim Namen genannt und soll oft eine bekannte Talkshow wie beispielsweise die Oprah Winfrey Show sein.</p>



<p>Die schwammigen Informationen, die das Medium angeblich über die betroffene Universität nennt, sind z.&nbsp;B., dass sie in einer bestimmten Region stehe, dass sich ein Friedhof, ein Gefängnis, ein Fluss, Bahnschienen o.&nbsp;Ä. in der Nähe des Studentenwohnheims befänden, dass der Name der Universität mit einem M oder W beginnen solle oder, dass der Grundriss des Studentenwohnheims H- oder U-förmig sei.</p>



<p>Außerdem wird oft eine genaue Opferzahl genannt, die das Medium angeblich voraussehen würde. Beliebte Zahlen hierbei sind 8, 9, 10, 12 oder 20 Opfer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p>Der Täter wird mal mehr mal weniger spezifisch beschrieben. Eine beliebte Version ist ein als Little Bo Peep verkleideter Killer. Es gibt aber auch Versionen in denen der Täter in Alltagskleidung auftreten oder ein anderes Kostüm tragen soll.</p>



<p>Darüber, wer genau der Täter sein soll, gibt es ebenfalls verschiedene Gerüchte. So soll es sich mal um einen Studenten handeln, oder aber um einen Professor, einen Angestellten oder einen Entflohenen einer Nervenheilanstalt oder eines Gefängnisses.</p>



<p>Sofern eine Tatwaffe erwähnt wird, handelt es sich fast immer um eine Axt oder ein Messer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Typischer Ablauf:</h3>



<p>Wenn sich das Gerücht erst einmal verbreitet hat, haben sich bisher immer mehrere Unis gefunden, zu denen die schwammige Ortsbeschreibung gepasst hat.</p>



<p>An diesen Unis hat sich dann über Tage und Wochen hinweg das Gerücht dank Mund zu Mund Propaganda gefestigt:</p>



<p>Mal habe ein Student oder der Freund eines Studenten die Show gesehen oder es wird verbreitet, dass – wenn jemand genauer nachforscht und herausfindet, dass es besagte Folge der Talkshow nie gegeben hat – die Folge für die Talkshow zwar aufgenommen, sie aber nie ausgestrahlt wurde, um eine Panik zu vermeiden.</p>



<p>Die Studenten verschärfen das Gerücht also selbst, bis die Leute tatsächlich anfangen, daran zu glauben.</p>



<p>Es ging bereits häufig so weit, dass (Ent-)Warnungen an die Eltern und Studenten geschickt wurden, viele Studenten über Halloween nach Hause gefahren sind oder sich zu Halloween im Wohnheim verbarrikadiert haben.</p>



<p>Tatsächliche Halloween Campus Murders, die das Gerücht bestätigt hätten, hat es in all den Jahren jedoch nie gegeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Die ersten bekannten Gerüchte der Halloween Campus Murders kommen aus dem Jahre 1968, wo sie sich im Mittleren Westen der USA verbreitet haben. Wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat oder aus welchem Grund, ist nicht bekannt.</p>



<p>Trotzdem gab es in späteren Jahren immer wieder ähnliche Gerüchte über Halloween Campus Murders, die sich wie ein Lauffeuer im Land verbreitet haben.</p>



<p>Und selbst heute noch kommt das Gerücht immer mal wieder auf. Trotz Internet und der Möglichkeit, schnell herauszufinden, dass es bereits in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr als eine urbane Legende war, kommt es in der Zeit um Halloween regelmäßig zu Paniken wegen eines angeblichen Killers in amerikanischen Universitäten.</p>



<p><em>Was haltet ihr von den Halloween Campus Murders? Mögt ihr diese Art von Halloweengerüchten oder lehnt ihr sie ab? Wie würdet ihr reagieren, wenn eure Uni wegen so etwas plötzlich in Panik verfallen würde? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders">Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>Der Fremde auf dem Dachboden – Er ist in deinem Haus!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2022 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aber ihr seid wahrscheinlich nicht hier, damit ich euch von einer gelungenen Halloweenparty erzähle. Ihr seid hier, um mehr über die seltsamen Vorkommnisse in meinem Haus zu erfahren – genau wie meine Freunde ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/fb4ee49a1b5241039995f74995446c61" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Hattet ihr schon einmal das Gefühl, nicht allein in eurem Haus zu sein? Der Fremde auf dem Dachboden entführt euch auf eine kleine, gemütliche Halloweenparty, die eine unerwarte Wendung nimmt.</p>



<p>Mein nächster Beitrag wird übrigens das diesjährige Halloween-Special werden. Ich weiß zwar noch nicht, was ich dieses Jahr machen werde, des Datums wegen werde ich es aber um eine Woche verschieben und erst am 31. Oktober veröffentlichen.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Ich stellte gerade die prall mit Snacks, Cola und Bier gefüllte Einkaufstasche auf den Küchentisch, als mein Blick auf die Spüle fiel. Dort, direkt neben dem Waschbecken, stand ein benutztes Glas.</p>



<p>‚<em>Komisch</em>‘, dachte ich. Mit gerunzelter Stirn ging ich näher. Ich nahm es in die Hand und betrachtete es von allen Seiten, als wollte ich mir sicher sein, dass es echt ist. Ich hatte die Küche doch gerade erst saubergemacht, direkt bevor ich Einkaufen gefahren war. Wie konnte ich da ein Glas übersehen haben?</p>



<p>Während ich es mit Wasser und Spüli abwusch, wanderten meine Gedanken zu den zahlreichen anderen unerklärlichen Phänomenen, die in den letzten Monaten in meinem Haus passiert waren: Türen standen plötzlich offen, obwohl ich sie eigentlich geschlossen hatte. Stühle waren nicht mehr am Tisch, wenn ich nach Hause kam. Einmal hatte ich nachts sogar Schritte auf dem Flur gehört, aber als ich hingerannt war, um nachzusehen, war niemand da gewesen.</p>



<p>Ich weiß nicht genau, wann der ganze Spuk angefangen hatte, aber es musste irgendwann Anfang des Jahres gewesen sein. Vielleicht im Februar. Zu Anfang dachte ich noch, ich bildete es mir bloß ein, aber nein: Es spukte tatsächlich in meinem Haus. Dessen war ich mir inzwischen sicher. Und genau das war der Grund, warum die Halloweenparty dieses Jahr bei mir stattfand. Ich hatte keinen teuren Beamer wie Alice oder ein riesiges Wohnzimmer wie Karsten, aber meine Freunde wollten unbedingt einmal in einem Haus übernachten, in dem es spukte.</p>



<p>Den restlichen Nachmittag verbrachte ich mit Vorbereitungen. Ich dekorierte das Wohnzimmer, stellte überall Kerzen auf, mixte einen meiner berühmten Cocktails, füllte Schalen mit Chips, Mini-Schokoriegeln und Popcorn, machte Käsehäppchen mit Weintrauben fertig und stellte eine Playlist mit gruseliger Ambientemusik zusammen.</p>



<p>Wenn ich schon unsere jährliche Halloweenparty veranstalten durfte, wollte ich dafür sorgen, dass alles perfekt wird – eine unvergessliche Nacht sozusagen. Wie unvergesslich die Nacht tatsächlich werden würde, hätte jedoch niemand von uns ahnen können.</p>



<p>Dann war es endlich so weit. Als es an der Tür klingelte, ging ich mit einer großen Schale voller Süßigkeiten hin. Statt der erwarteten Kinder standen mir jedoch ein breit grinsender Peer und eine lächelnde Alice gegenüber.</p>



<p>„Süßes oder Saures!“, sagte Peer laut. Er streckte sofort seine Hand aus, um nach den Süßigkeiten zu greifen.</p>



<p>Ich hielt die Schale schnell außer Reichweite. „He! Die sind für die Kinder“, sagte ich. „Für uns hab ich genug Kram im Haus. Kommt rein.“</p>



<p>Das ließen die beiden sich nicht zweimal sagen. Ich konnte die Süßigkeitenschale gerade noch wegstellen, als Peer mich im Flur mit einer festen Umarmung begrüßte, wobei er so tat, als ob er mich zerquetschen wolle.</p>



<p>Alice hingegen boxte mir zum Gruß sanft gegen die Schulter. „Schön dich wiederzusehen, Marc“, sagte sie, während ihr Nasenpiercing im Licht aufblitzte. „Ich hoffe, ihr habt mich im Laden nicht zu sehr vermisst?“</p>



<p>„Ach, es war wie immer ruhig. DVDs kauft eh kaum noch jemand. Wie war dein Urlaub?“, fragte ich. Dann sah ich neugierig nach draußen. „Kommt deine Freundin nicht mit?“</p>



<p>Alice schnaubte abwertend. „Die blöde Kuh hat sich ‘ne Neue gesucht“, erwiderte sie. „Der Urlaub war trotzdem geil.“ Mehr wollte sie zu dem Thema nicht sagen.</p>



<p>Also wartete ich, bis meine Freunde Schuhe und Jacken ausgezogen hatten, bevor wir gemeinsam ins Wohnzimmer gingen.</p>



<p>Dort angekommen pfiff Peer anerkennend. „Alle Achtung“, sagte er. „Du hast dich ja ganz schön ins Zeug gelegt.“</p>



<p>Er bestaunte die Zierkürbisse auf meinem Tisch, ehe er die Girlanden musterte und probehalber in eines der künstlichen Spinnnetze griff. Es blieb natürlich <em>nicht</em> an seiner Hand kleben.</p>



<p>„Karsten kommt übrigens etwas später“, erklärte er, während er sich aufs Sofa fallenließ. „Er meinte, wir sollen ruhig schon mit dem Film anfangen. Halloween gucken wir ja eh jedes Jahr.“</p>



<p>„Und jedes Jahr ist er gut“, erwiderte Alice mit hochgezogener Augenbraue. „Hier werden keine halben Filme geguckt. John Carpenters Halloween ist ein Klassiker!“</p>



<p>Ich schmunzelte. Bei Filmen verstand sie keinen Spaß. Trotzdem mussten wir ihr zustimmen. Mit unseren Halloweentraditionen zu brechen fühlte sich nicht richtig an. Also entschieden wir, gemeinsam auf Karsten zu warten.</p>



<p>In der Zwischenzeit erzählte Alice uns schließlich doch von ihrer Trennung: Jasmin, ihre Ex-Freundin, hatte sich kurz vor dem Urlaub unter dem Vorwand von ihr getrennt, dass ihr eine Beziehung neben zwei Jobs zu anstrengend sei, nur um einen Tag später von Alice mit einer anderen Frau händchenhaltend im Kino erwischt zu werden.</p>



<p>Das war natürlich ziemlich scheiße. Wir regten uns gemeinsam eine Weile darüber auf, bis es endlich an der Tür klingelte. Ich rannte sofort hin.</p>



<p>Zuerst stand nur eine Gruppe Kinder vor mir, die davon sangen, dass sie kleisteressende Geister seien, ehe ich ihnen ihre Süßigkeiten gab. Gerade als ich die Tür wieder schließen wollte, drang jedoch eine vertraute Stimme an mein Ohr: „Marc, warte!“</p>



<p>Karsten joggte die Auffahrt rauf, bis er völlig aus der Puste vor mir stand. Er war in vollem Michael Myers Kostüm mit Overall und Maske, auch wenn er Letztere nur in der Hand hielt.</p>



<p>„Ich dachte, wir wollten keine Kostüme anziehen?“, stellte ich mehr fest, als dass ich es fragte.</p>



<p>Karsten holte tief Luft. „Sorry. Meine Schwester sollte mit einer Freundin und deren Mutter gehen, aber die Mutter ist krank geworden. Und weil unsere Eltern schon andere Pläne hatten &#8230;“</p>



<p>„&#8230; bist du mit den beiden gegangen“, beendete ich seinen Satz, als er erneut nach Luft schnappte.</p>



<p>Er nickte, bevor sein Blick an mir vorbei wanderte.</p>



<p>„Yooooo!“, hörte ich Peers Stimme hinter mir. Er trat vor die Tür und machte mit Karsten einen dieser super-komplizierten Handschläge, wie man sie sonst nur aus irgendwelchen Teenie-Comedyserien im Fernsehen kannte.</p>



<p>Alice beäugte das Ganze genauso skeptisch wie ich. Unsere beiden Verrückten waren wieder vereint.</p>



<p>Wenn ich unsere kleine Truppe beschreiben müsste, würde mir das nicht schwerfallen: Wir hatten Peer, meinen besten Freund aus Kindertagen, der nie etwas ernstnehmen konnte und immer für einen Scherz zu haben war, Karsten, der mindestens ein genausogroßer Kindskopf war, aber ein Herz hatte, das größer war, als ihm guttat, Alice, eine der toughsten Frauen, die ich kannte, die sich selbst von unserem sexistischen Boss nicht die Stirn bieten ließ und irgendwie damit durchkam, und zu guter Letzt ich, der wohl durchschnittlichste Normalo, den man sich vorstellen konnte, der keine Ahnung hatte, womit er diese wundervollen Freunde verdiente. Wenn wir zusammen waren, konnte es gar nicht langweilig werden.</p>



<p>Und was soll ich sagen? Die Halloweenparty war da nicht anders. Trotz des kuschlig-kleinen Wohnzimmers und einem Fernseher, für den man fast ein Fernglas brauchte, genossen wir die Filme, unterhielten uns, tranken unsere Cocktails und das Bier, knabberten Süßkram und verschenkten Süßigkeiten an verkleidete Kinder.</p>



<p>Aber ihr seid wahrscheinlich nicht hier, damit ich euch von einer gelungenen Halloweenparty erzähle. Ihr seid hier, um mehr über die seltsamen Vorkommnisse in meinem Haus zu erfahren – genau wie meine Freunde.</p>



<p>Es war bereits spät geworden, die letzten Kinder hatten vor über einer Stunde geklingelt und der Alkoholpegel unserer kleinen Gruppe hatte ein fortgeschrittenes Level erreicht. Wir waren nicht völlig betrunken – so viel tranken wir fast nie –, aber es trug durchaus zu unserer heiteren Stimmung bei. Wir lachten über die einfachsten Dinge und alberten rum, bis wir uns schließlich in einem Kreis auf den Boden setzten und meine drei Freunde mich erwartungsvoll ansahen.</p>



<p>„Also gut, also gut“, sagte ich. „Ihr wollt wissen, warum ich denke, dass es in meinem Haus spukt?“</p>



<p>Meine Freunde nickten. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Ich konnte ihnen die Antwort an ihren neugierigen Gesichtern ablesen.</p>



<p>„Ihr wisst ja, ich glaube eigentlich nicht an sowas“, begann ich. „Erst war ich selbst superskeptisch gewesen. Mir fiel immer wieder auf, dass Dinge plötzlich anders standen, als ich sie hinterlassen hatte: Geschlossene Türen waren plötzlich offen, Esszimmerstühle standen nicht mehr am Tisch, obwohl ich sie nicht benutzt hatte. Sowas halt. Heute Mittag stand sogar plötzlich ein Glas auf der Spüle, obwohl ich gerade erst den Abwasch gemacht hatte. Trotzdem dachte ich mir noch vor ein paar Monaten nichts weiter dabei. Ich vermutete, dass ich bloß zu müde oder zu abgelenkt gewesen war, um mich daran zu erinnern. Dann stand jedoch eines Tages mein Lieblingssessel anders. Und ihr wisst, wie empfindlich ich bin, wenn ihn jemand umstellt.“</p>



<p>Wie auf Kommando drehten Alice, Peer und Karsten ihre Köpfe zu dem Sessel, auf dem gerade eine halbleere Schale mit Chips stand. Er hatte eine hohe Lehne, war völlig durchgesessen und war in einem verblassten Rot. Aber was soll ich sagen? Ich liebte das hässliche Teil.</p>



<p>„Und du hast ihn wirklich nicht selbst bewegt? Vielleicht bist du geschlafwandelt?“, warf Peer ein.</p>



<p>Ich sah ihn mit ernstem Blick an. „Während ich einkaufen war? Der Sessel wurde tagsüber bewegt. Außerdem erklärt das nicht die anderen seltsamen Ereignisse. Die Schritte auf dem Flur zum Beispiel, die ich nachts einmal gehört habe. Als ich jedoch nachgesehen hatte, war niemand zu sehen.“</p>



<p>Alice und Karsten tauschten flüchtige Blicke aus, ich glaubte sogar, Gänsehaut auf Karstens inzwischen freien Armen zu erkennen.</p>



<p>Lediglich Peer blieb skeptisch. „Du weißt, ich steh total auf so gruseliges Zeug, aber bist du sicher, dass das kein Einbrecher war?“, fragte er.</p>



<p>Jetzt ergriff Karsten das Wort: „Über Monate hinweg? Für mich klingt das eher nach einem Poltergeist. Bei meiner Oma hat so einer früher auch gespukt.“</p>



<p>Nun war er an der Reihe mit erzählen. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass er mir die Bühne klauen wollte, es war viel mehr ein lockeres Gespräch unter Freunden.</p>



<p>„Damals haben auch Dinge auf unerklärliche Weise ihre Position geändert“, erklärte er. „Stühle, Tische, Tassen. Einmal hatte ich sogar gesehen, wie meine Holzeisenbahn wie von Geisterhand quer durch das Wohnzimmer geschoben wurde. Ich war sofort zu Mama gerannt, um es ihr zu erzählen, aber natürlich glaubte sie mir nicht. Niemand tat das. Sie alle dachten, es lag nur an meiner kindlichen Fantasie. Alle bis auf Oma, heißt das. Sie wusste von dem Geist. Das konnte ich an ihrer Reaktion sehen, auch wenn sie es niemals zugegeben hatte. Wenn Marc also sagt, dass es in seinem Haus spukt, dann glaube ich ihm.“</p>



<p>Jetzt sagte auch Peer nichts mehr. Spätestens, als wir Karsten löcherten und die Erlebnisse mit meinen verglichen, dachte niemand von uns mehr an einen Einbrecher. Poltergeister passten nun einmal viel besser zu unserem heutigen Abend, als die Vorstellung irgendeines menschlichen Einbrechers. Zumal meines Wissens nach nie etwas gestohlen wurde.</p>



<p>Und so unterhielten wir uns noch eine ganze Weile. Irgendwann wechselten wir das Thema zu Kinofilmen, unseren liebsten Horrorgeschichten und was uns auch sonst noch in den Sinn kam. Erst, als gegen vier Uhr morgens die Kerzen schon fast alle runtergebrannt waren und wir mehr gähnten, als dass wir sprachen, entschieden wir uns, diesen großartigen Abend zu beenden und ins Bett zu gehen.</p>



<p>&#8212;</p>



<p>Wider Erwarten schliefen wir am nächsten Tag jedoch nicht bis in die Puppen. Bereits früh am Morgen, eigentlich viel zu früh, um überhaupt ansprechbar zu sein, weckte mich ein aufgeregtes Flüstern.</p>



<p>„Marc. Marc!“, flüsterte eine Stimme, während jemand an mir rüttelte. „Wach endlich auf, du verdammte Schlafmütze!“</p>



<p>„Was? Wie?“, murmelte ich verschlafen. Ich wurde aus einem Traum gerissen, in dem ich gerade mit Jason Vorhees einen überdimensionierten Schokoriegel gegessen hatte. Jasons Maske, die er trotz Schokoriegel nicht abgenommen hatte, verschwamm und wurde von dem aufgeregten Gesicht von Peer abgelöst.</p>



<p>Seine Augen waren weit aufgerissen und er wirkte hellwach. „Wir müssen hier weg. Da ist ein fremder Typ im ersten Stock!“, flüsterte er aufgeregt. Noch immer rüttelte er an mir.</p>



<p>„Mhnn. Lass mich schlafen!“, grummelte ich, während ich versuchte, mich von ihm wegzudrehen. Ich hatte keine Lust auf seine schlechten Scherze. Schon gar nicht so früh am Morgen!</p>



<p>Doch Peer ließ nicht locker. „Ich mein es ernst! Es ist jemand mit uns im Haus!“</p>



<p>Er machte so lange weiter, bis ich schließlich aufgab. Grimmig pellte ich mich aus dem warmen und gemütlichen Bett, warf eine Hose und meinen Pulli über und folgte Peer in den Flur. Alice und Karsten waren ebenfalls da. Sie sahen keinen Deut wacher aus als ich.</p>



<p>„Also? Was soll das alles?“, maulte Alice, als wir vor ihnen standen. „Bring deinen blöden Scherz hinter dich und lass uns weiterpennen, Peer.“</p>



<p>Doch Peer sah nicht aus, als wäre ihm nach einem Scherz zumute. „Ihr müsst mit rauskommen. Jetzt!“, sagte er todernst.</p>



<p>Wir drei waren zu perplex, um zu widersprechen. Zwar murrte Alice noch ein wenig, aber trotzdem standen wir nur wenige Sekunden später draußen bei Peers Auto.</p>



<p>Endlich klärte er uns auf. „Ich wollte es drinnen nicht so direkt sagen, falls er uns hört, aber da ist ein fremder Mann im Haus. Ich musste vorhin dringend zur Toilette und da hab ich einen halbnackten Typ in der Küche gesehen.“</p>



<p>Wir sahen ihn ungläubig an.</p>



<p>„Ein halbnackter Typ?“, fragte ich.</p>



<p>„Wenn du uns jetzt wirklich für einen deiner blöden Scherze in aller früh aus dem Bett geholt hast, nur um uns in die Kälte zu scheuchen &#8230;“, drohte Alice ihm.</p>



<p>Und selbst Karsten, der sonst so leichtgläubig war, kaufte es ihm nicht ab: „Das hast du bestimmt nur geträumt“, warf er ein.</p>



<p>„Du glaubst doch nicht, dass ich danach weitergeschlafen habe!“, erwiderte Peer scharf. „Ich stand die ganze Zeit reglos im Badezimmer und hab beobachtet, wie der Typ aus der Küche gegangen und die Treppe raufgegangen ist. Er ist die restliche Nacht nicht mehr runtergekommen, bis ich mich endlich getraut habe, mich wieder zu bewegen. Ich hab euch sofort geweckt.“</p>



<p>Alice hob skeptisch eine Augenbraue. Und auch Karsten und ich glaubten es ihm nicht so wirklich. Als er jedoch sein Handy herausholte und für uns alle sichtbar die 110 wählte, wurde mir schließlich doch mulmig zumute. Er erzählte dem Mann am anderen Ende der Leitung haargenau das, was er uns auch gesagt hatte, während Alice, Karsten und ich einander entsetzte Blick zuwarfen.</p>



<p>Eine Viertelstunde später waren die Beamten da. Peer erklärte auch ihnen die Situation, woraufhin ich ihnen den Haustürschlüssel gab und sie im Haus verschwanden.</p>



<p>Die nächsten Minuten, in denen die Polizisten das Haus durchsuchten, kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Meine Gedanken überschlugen sich, aber keiner von uns sagte ein Wort, während wir gebannt auf die Haustür starrten.</p>



<p>Schließlich tat sich etwas. Die Tür öffnete sich wieder und die Beamten kamen zurück. Einer von ihnen hielt einen alten Mann am Arm gepackt, um den halbherzig eine Wolldecke geschlungen war. Darunter trug der Fremde nur eine Unterhose, die seinen abgemagerten Körper mit der schlaffen Haut kaum bedeckte. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen.</p>



<p>Der Mann sah mit seinen dünnen grauen Haaren, die so lang waren, dass sie ihm bis ins Gesicht hingen, völlig verwirrt aus. Seine Unterlippe zitterte, während er wie ein Wahnsinniger hin und her starrte. Sein Blick blieb nicht eine Sekunde auf irgendetwas ruhen. Trotzdem ging er mit den Beamten, ohne sich großartig zu wehren. Er sprach kein einziges Wort, während die Polizisten ihn in ihr Auto brachten.</p>



<p>Wie sich herausstellte, hatte sich der Mann auf meinem Dachboden eingenistet. Wir fanden mit Urin gefüllte Flaschen, Essensreste vom Vortag, Süßigkeitenpapier und einen Eimer, den er wohl als Toilette benutzt hatte. Seit Monaten hatte der Mann sich heimlich durchs Haus bewegt. Wann immer ich unterwegs gewesen war oder geschlafen hatte, hatte er sich an meinem Kühlschrank bedient, die Dusche benutzt, ferngesehen und wer weiß was noch alles getan. Wirklich übel wurde mir, als er gestand, dass er sogar meine Zahnbürste benutzt hatte.</p>



<p>Ich muss es wahrscheinlich nicht extra erwähnen, aber die seltsamen Vorkommnisse verschwanden gemeinsam mit dem Mann. Doch obwohl ich jetzt endlich meine Ruhe hatte, fühlte ich mich in meinen eigenen vier Wänden nie wieder wohl. Ich sah mich bald nach einem neuen Haus um. Diesmal eins ohne Dachboden.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>„Der Fremde auf dem Dachboden“, in anderen Versionen auch z. B. „Die Frau im Schrank“, „Der Mann in der Wand“ oder „Der Mann in der Decke“, ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, die eigentlich gar keine ist.</p>



<p>Es geht um das Phänomen, dass eine fremde Person im eigenen Haus, der eigenen Wohnung oder dem eigenen Zimmer lebt, ohne dass man etwas davon weiß. Tatsächlich gibt es mehrere solcher Fälle, die wirklich passiert sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p>Die Täter können völlig verschiedene Menschen sein und unterschiedlichste Motive haben. Ich habe Berichte und Erzählungen von jungen und alten Männern und Frauen gefunden. Einige davon waren Stalker, andere Obdachlose, einige früher mit den Opfern befreundet und bei anderen sind die Motive unbekannt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Obwohl die Fälle und Geschichten, in denen eine fremde Person heimlich in einem Haus oder einer Wohnung lebt, sich stark unterscheiden können, folgen sie oft einem ähnlichen Muster.</p>



<p>Meist beginnt es damit, dass einer der Bewohner feststellt, dass seltsame Dinge im Haus passieren: Türen stehen offen, die eigentlich geschlossen waren, Lichter sind plötzlich an, wenn jemand nach Hause kommt, Essen verschwindet aus dem Kühlschrank usw.</p>



<p>Hierüber wundern sich die Betroffenen zwar meistens, denken sich aber nichts weiter dabei. Erst, wenn die Dinge auffälliger werden, zu lange andauern oder sie eine fremde Person in ihrem Haus erwischen, merken sie, dass sie es sich nicht nur eingebildet hatten. Wobei es auch hier schon Fälle gab, in denen die Leute überzeugt waren, dass es in dem Haus <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">spukt</a>.</p>



<p>Manchmal wundern sich die Personen auch, woraufhin sie Kameras aufstellen und den Eindringling auf frischer Tat ertappen.</p>



<p>Wie es weitergeht, kann sich stark unterscheiden. Mal flieht die fremde Person, mal greift sie die Bewohner an und wieder andere Male ergibt sie sich, wenn die Polizei gerufen wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Der Ort des Geschehens kann genauso unterschiedlich sein, wie der Täter. Meist sind es Einfamilienhäuser, ich habe aber auch von Wohnungen, Villen, Poolhäusern oder sogar einem Studentenzimmer in einem College gelesen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Ihr mögt jetzt vielleicht denken, dass, wenn so ein Fall überhaupt schon einmal vorgekommen ist, es sich um Einzelfälle handelt. Wenn man sich über die Thematik informiert, muss man aber schnell feststellen, wie viele Zeitungsartikel und andere seriöse Berichte es über Menschen gibt, die sich heimlich in fremden Häusern eingenistet haben.</p>



<p>Einer der bekanntesten Fälle ist wohl der von Tatsuko Horikawa, einer 58-jährigen Japanerin, die 2008 heimlich im Haus eines 57-jährigen Mannes gelebt hat. Sie hat sich nur im Haus bewegt, wenn der Bewohner weg war, und sich die restliche Zeit in einem Regal über dem Kleiderschrank aufgehalten. Dort soll sie über ein Jahr unbemerkt gewohnt haben.</p>



<p>Aber es gibt auch andere Berichte über ähnliche Fälle. Eine geistig verwirrte Frau, die mehrere Tage heimlich in einem Haus in Österreich gewohnt hat, ein Ex-Freund, der ohne ihr Wissen auf dem Dachboden seiner Ex-Freundin von vor 12 Jahren eingezogen ist, ein Stalker, der eine Woche im Poolhaus von Jennifer Lopez gewohnt hat usw.</p>



<p>Kurz: Es gibt Dutzende ähnliche Fälle, die sich überall in der Welt zugetragen haben sollen. Natürlich sind darunter auch viele tatsächliche urbane Legenden und ausgedachte Geschichten, aber es ist in der Realität deutlich häufiger vorgekommen, als ich es erwartet hätte.</p>



<p>Sollte euch also das nächste Mal etwas seltsam vorkommen, wenn ihr allein zuhause seid, denkt lieber zweimal nach, ehe ihr es als bloße Einbildung abtut &#8230;</p>



<p><em>Was haltet ihr von &#8222;Der Fremde auf dem Dachboden&#8220;? Wie hättet ihr euch an Marcs Stelle verhalten? Wärt ihr auch von einem Spuk ausgegangen oder hättet ihr vermutet, dass außer euch jemand im Haus ist? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>Annabelle – die wahre Geschichte:</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Oct 2021 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dämonen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dann hatte Annabelle mich erreicht. Sie stand direkt vor meinem Gesicht. Ihre kalten emotionslosen Augen starrten mich direkt an, während sie sich langsam auf die Knie fallen ließ. Ihr starres, sonst so niedliches Lächeln wirkte jetzt hinterhältig und fies. Ich sah, wie sie ihre Ärmchen hob, und spürte ihre kalten, weichen Hände an meinem Hals ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/61b5c224b36e4ae4a80ab7ea62192b51" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Die Horrorpuppe Annabelle ist eine der bekanntesten besessenen Puppen aus dem Kino. Aber wusstet ihr, dass die Filme auf einer echten Puppe basieren? Passend zu Halloween gibt es daher von mir die wahre Geschichte von Annabelle. Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod eines Kindes</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Wer kennt sie nicht? Annabelle. Die Horrorpuppe, die viele Kinobesucher das Fürchten gelehrt hat. Doch was ist, wenn ich euch sage, dass an Annabelle mehr dran ist, als bloß ein paar Kinofilme? Wenn ich euch erzähle, dass ich damals bei den Ereignissen dabei gewesen war, die später die Filme inspiriert haben?</p>



<p>Mein Name ist Lou. Annabelle gehörte früher einer guten Freundin von mir – der ehemaligen Mitbewohnerin meiner Frau. Lasst mich euch also die wahre Geschichte von Annabelle erzählen:</p>



<p>Zum ersten Mal sah ich die Puppe im Jahr 1970 am 28. Geburtstag von besagter Freundin, Donna. Sie, meine Frau Angie – damals noch meine Verlobte – und ich saßen am Abend zusammen und tranken auf unsere Gesundheit, während Donna die paar Geschenke auspackte, die sie bekommen hatte. Darunter war eine große Stoffpuppe – ein Geschenk von Donnas Mom.</p>



<p>„Das ist Raggedy Ann“, erklärte Donna begeistert. „Sie stammt aus einem Kinderbuch, in dem die Puppe lebendig wird, wenn keine Menschen da sind.“</p>



<p>Donna erzählte uns von Raggedy Ann und wie ihre Mutter ihr früher immer aus den Büchern vorgelesen hatte. An das meiste kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, wie begeistert Angie von dem Buchcharakter und der Puppe war.</p>



<p>Ich hingegen schenkte der Puppe wenig Beachtung. Nachdem Donna sie in ihr Zimmer gebracht und auf ihr Bett gesetzt hatte, hatte ich sie ehrlich gesagt bald wieder vergessen. Zumindest, bis Donna eines Nachmittags – wir drei waren gerade erst nach Hause gekommen – aufgeregt ins Wohnzimmer gerannt kam.</p>



<p>„Leute. Das glaubt ihr mir nie: Ann hat sich bewegt!“, sage sie und verhaspelte sich vor Aufregung fast.</p>



<p>„Wer?“, fragte ich verwirrt.</p>



<p>Angie verstand schneller: „Die Puppe? Was meinst du mit: Sie hat sich bewegt? Von selbst?“</p>



<p>„Ja, natürlich von selbst. Wie Raggedy Ann aus dem Buch. Sonst würde ich es euch doch nicht erzählen!“</p>



<p>Donna erzählte uns, dass sie es schon länger beobachtet hatte. Zuerst hatte sie Angie verdächtigt, die Puppe bewegt zu haben. Aber selbst bei abgeschlossener Zimmertür habe Ann die Position geändert. Donna habe sie am Morgen auf das Kopfkissen gelegt und nun säße sie mit dem Rücken an der Wand.</p>



<p>Natürlich waren Angie und ich zuerst skeptisch. Doch während ich weiter daran festhielt, dass Donna eine lebhafte Fantasie habe, begann Angie, ihr zu glauben. Es dauerte nur einige Tage, bis Ann ein fester Teil unserer kleinen Clique geworden war. Wir nahmen sie mit auf Radtouren, setzten sie abends zu uns aufs Sofa und hatten ihr sogar einen Kinderstuhl besorgt, damit sie am Esstisch dabei sein konnte.</p>



<p>Damals schüttelte ich bloß den Kopf. Trotzdem fand ich die Fürsorge niedlich, die sie der Puppe schenkten – zumindest, solange ich noch glaubte, dass sie es sich einbildeten oder mich auf den Arm nehmen wollten.</p>



<p>Es war ein Wochenende. Ich hatte entschieden, dass ich diese Nacht bei Angie übernachten würde, also saßen wir am Abend gemeinsam am Esstisch: Angie, Donna, Ann und ich.</p>



<p>Normalerweise schenkte ich Ann wenig Beachtung, doch bei jenem Abendessen war es anders. Mir fiel auf, wie lieblos Donna sie auf den Kinderstuhl gesetzt hatte. Ihre Arme hingen schlaff nach unten und ihr überdimensionaler Kopf war zur Seite gekippt. Ich sagte nichts, erinnerte mich aber daran, wie ich während des Essens immer wieder zu der Puppe hinübersah und überlegte, ob ich sie vernünftig hinsetzen solle.</p>



<p>Als ich das vierte oder fünfte Mal zu ihr sah, erschrak ich: Ann saß komplett aufrecht. Ihr Kopf war gerade und ihre Arme lagen auf dem Tischchen, das zum Kinderstuhl gehörte. Weder Donna noch Angie hätten sie bewegen können, ohne aufzustehen, aber sie hatten die ganze Zeit auf ihren Stühlen gesessen.</p>



<p>Mein Hirn arbeitete wie verrückt. Wie war das möglich? Puppen bewegten sich nicht von allein. Konnte es sein &#8230;? Hatten Angie und Donna also nicht bloß rumgealbert?</p>



<p>Mit einem schabenden Geräusch schob ich meinen Stuhl zurück. Donna sah mich irritiert an, während ich die paar Schritte zu Ann hinüberging.</p>



<p>„Was machst du?“, fragte Angie belustigt, als ich die Puppe in die Hände nahm.</p>



<p>Vielleicht war sie ja keine normale Puppe. Bei der ganzen neuen Technik, die in den letzten Jahren herausgekommen war, konnte man nie wissen. Vielleicht steckte eine Art Roboter in dem Stoff.</p>



<p>Ann fühlte sich weich und kuschlig an, während ich auf ihr herumdrückte. Ich hatte kein Problem damit, ihr Innenleben zu erfühlen oder ihre Gliedmaßen zu dehnen, doch alles, was ich zwischen den Fingern hatte, war Stoff und Watte. Keine Kabel, keine Metallstäbe, keine Elektroteile.</p>



<p>„He! Geh nicht so grob mit ihr um!“, fuhr Donna mich an. Sie sprang auf und riss mir Ann aus den Händen, um sie behutsam wieder auf ihren Stuhl zu setzen.</p>



<p>„Sie &#8230; sie hat sich bewegt“, stammelte ich halb entschuldigend, halb erklärend.</p>



<p>„Echt?“, fragte Angie begeistert. „Das hat sie noch nie gemacht, wenn jemand im selben Raum war!“</p>



<p>Ich starrte sie ungläubig an. Noch nie in meinem Leben hatte ich ihre Begeisterung so wenig verstanden, wie in diesem Moment.</p>



<p>Wir drei blieben die halbe Nacht wach und redeten über Ann. Jetzt, wo ich den beiden Frauen endlich zuhörte, erzählten sie mir alles.</p>



<p>Am Anfang hatte sich Ann kaum bewegt. Sie hatte mal die Arme verschränkt oder sich anders hingesetzt, war aber auf Donnas Bett geblieben. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sie sich weiter weg traute. Sie saß auf dem Boden, auf dem Stuhl, lag auf dem Schreibtisch und befand sich schließlich nicht einmal mehr im gleichen Zimmer, wenn Donna und Angie von der Schwesternschule nach Hause kamen.</p>



<p>So sehr sich die beiden für Anns übernatürliche Fähigkeiten begeisterten, so sehr ängstigten sie mich. Sie war ein unbelebtes Objekt aus Stoff. Den Gesetzen der Wissenschaft folgend, hätte sie sich nicht bewegen dürfen!</p>



<p>Für Donna und Angie änderte sich natürlich nichts. Sie liebten die Puppe und wollten sie am liebsten überall dabei haben. Für mich begann jedoch eine Zeit, in der ich wieder und wieder versuchte, die Mädchen davon zu überzeugen, dass sie der Puppe nicht trauen konnten.</p>



<p>Bei jeder sich bietenden Gelegenheit bat ich sie darum, die Puppe zuhause zu lassen, oder sie nicht neben uns aufs Sofa zu setzen. Da es bei diesen Gesprächen aber immer zwei gegen eins stand, hatte ich nie gute Karten.</p>



<p>Was mich umso mehr beunruhigte, war, dass Ann stärker zu werden schien. Je länger sie bei uns war, desto häufiger und weiter bewegte sie sich. War es nicht auch das, was Donna und Angie gesagt hatten? Dass die Puppe sich anfangs nur auf dem Bett bewegt hatte und inzwischen sogar in anderen Räumen saß? Es passierte jedenfalls mehr als einmal, dass Ann nicht mehr auf dem Sofa, sondern wieder auf Donnas Bett saß, wenn wir nach Hause kamen.</p>



<p>Angie und Donna sahen das ganz locker. Sie machten sich einen Spaß daraus, die Puppe zu suchen, wann immer sie nach Hause kamen. Eines Tages machten sie dabei eine merkwürdige Entdeckung.</p>



<p>„Lou?“, rief Angie aus Donnas Zimmer.</p>



<p>„Was ist? Habt ihr Ann gefunden?“, rief ich gespielt interessiert. In Wahrheit hatte ich bloß keine Lust auf Stress. „Wo hat sie sich diesmal versteckt?“</p>



<p>Bevor ich jedoch aufstehen konnte, um zu ihnen zu gehen, kamen die beiden ins Wohnzimmer. Donna hielt einen kleinen Zettel in den Händen, von dem sie ihren Blick kaum lösen konnte.</p>



<p>„Was habt ihr da?“, fragte ich. Diesmal musste ich mein Interesse nicht vortäuschen.</p>



<p>Wortlos reichte Donna mir den Zettel. Er bestand aus alt aussehendem Pergamentpapier, auf dem krakelige Buchstaben standen, die aussahen, als hätte sie ein Kind geschrieben.</p>



<p>„Hilf uns“, las ich vor. Mehr stand nicht darauf. Stirnrunzelnd sah ich zu Donna. „Ist das von &#8230;?“</p>



<p>Sie nickte bloß. Ich brauchte den Satz nicht zu beenden. Wir alle wussten sofort, dass Ann den Zettel geschrieben haben musste.</p>



<p>„Was meint sie wohl damit? Wobei braucht sie Hilfe?“, fragte Angie in den Raum.</p>



<p>„Und wer ist ‚uns‘?“, ergänzte ich.</p>



<p>Aber so sehr wir auch überlegten, so viele Theorien wir auch aufstellten, wir kamen zu keiner zufriedenstellenden Antwort. Was blieb uns also anderes übrig, als auf einen weiteren Zettel zu warten? Und der Zettel sollte kommen.</p>



<p>Keine drei Tage später saßen Donna, Angie und ich am Küchentisch. Nachdem Angie angerufen hatte, war ich sofort vorbei gekommen. Ich starrte den Zettel an. ‚Helft Lou‘ stand in derselben krakeligen Kinderschrift darauf.</p>



<p>„Was soll das?“, murmelte ich leise.</p>



<p>Angie räusperte sich verlegen. „Vielleicht meint Ann, dass wir euch beiden helfen sollen, Freunde zu werden? Ich weiß, du magst sie nicht, aber gib ihr doch eine Chance. Tu es für mich.“</p>



<p>Ich starrte sie halb ungläubig halb wütend an. Hörte sie sich selbst überhaupt zu? „Ann ist eine Puppe, verdammt!“, sagte ich etwas zu laut. „Mit Puppen kann man nicht befreundet sein! Sie sollten sich auch nicht bewegen! Ich hab keine Ahnung, was mit dem verdammten Ding nicht stimmt, aber ich will nichts mit ihr zu tun haben!“</p>



<p>Auch wenn ich es damals niemals zugegeben hätte, hatte ich panische Angst vor ihr. Sie hatte etwas Dunkles an sich, dass Donna und Angie entweder nicht sehen konnten oder nicht sehen wollten.</p>



<p>Zu wissen, dass dieses Wesen meinen Namen auf einen Zettel geschrieben hatte, hatte etwas unglaublich Bedrohliches an sich. Es war nicht bloß eine Puppe, die sich bewegte. Nein. Sie wusste, wer wir sind, kannte unsere Namen und verstand wahrscheinlich alles, was wir sagten. Je weiter ich von Ann weg war, desto besser. Also stand ich auf und ging.</p>



<p>Meine Beziehung zu der wundervollsten Frau der Welt wäre damals fast an einer Puppe zerbrochen. Zwar einigten Angie und Donna sich nach einem langen Gespräch darauf, dass Ann nicht mehr bei uns sitzen würde, wenn ich zu Besuch war, aber trotzdem mied ich ihre Wohnung, so gut es ging.</p>



<p>Das war auch der Grund, warum ich nichts von dem Blut mitbekam. Donna entdeckte eines Nachmittags einige Tropfen einer roten Flüssigkeit auf Anns Brust und ihrem Handrücken. Weil sie nicht wollten, dass ich mir noch mehr Sorgen machte, verheimlichten sie es vor mir. Ich erfuhr nur von dem Medium, das Donna daraufhin einschaltete.</p>



<p>Mich wollten sie bei der Séance nicht dabei haben, damit ich Ann nicht verärgerte. Daher erzählten sie mir bloß, was sie gemeinsam mit dem Medium herausgefunden hatten: Die Puppe war von dem Geist eines kleinen Mädchens namens Annabelle Higgins besessen – zumindest behauptete das das Wesen, das sie erreichten.</p>



<p>Annabelle erklärte, dass sie seit ihrem Tod furchtbar einsam sei, und bat Donna darum, weiterhin in ihrer Puppe wohnen zu dürfen. Donna stimmte sofort zu.</p>



<p>Wie ihr euch vielleicht denken könnt, war ich alles andere als begeistert. Sie behandelten Annabelle, wie sie die Puppe jetzt nannten, noch mehr wie einen Menschen als ohnehin schon und weigerten sich sogar, sie in Donnas Zimmer zu setzen, wenn ich zu Besuch kam. Könnt ihr euch das Vorstellen? Ich, ein langjähriger Freund und der Verlobte Angies, wurde mit einer blöden Stoffpuppe gleichgestellt. Und weil ich Angie nicht verlieren wollte, musste ich zustimmen.</p>



<p>Während meiner Zeit in ihrer Wohnung versuchte ich, Annabelle so gut es ging zu ignorieren. Ein nicht sonderlich einfaches Unterfangen, weil Donna sie überall mit hinschleppte und sie wie ein echtes Kind behandelte. Aus diesem Grund schlug ich möglichst oft vor, in Diskotheken oder Kneipen zu gehen. Orte, an die Annabelle als Kind nicht mitdurfte. Mit der Begründung, Annabelle müsse schon längst im Bett sein, kam ich damit sogar ausgesprochen häufig durch.</p>



<p>Nachts versuchte ich hingegen, nicht mehr bei Angie zu schlafen. Entweder kam sie mit zu mir oder wir schliefen getrennt. Ich dachte mir immer neue Ausreden aus, bin mir jedoch sicher, dass sie mich schnell durchschaut hatte. Sie wusste, wie wenig ich Annabelle mochte. Sicherlich ahnte sie auch, dass ich Angst vor ihr hatte.</p>



<p>Eines Abends war ich allerdings zu betrunken, um nach Hause zu fahren. Wir hatten ganz schön gefeiert und ich meinen letzten Bus verpasst. Also blieb mir nichts anderes übrig, als bei Angie und Donna zu schlafen. Das war die Nacht, in der Annabelle angriff.</p>



<p>Ich lag neben Angie im Bett. Ein merkwürdig beklemmendes Gefühl hatte mich aufgeweckt und ich merkte schnell, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte. Es war, als würde mein gesamter Körper von einer dunklen Macht festgehalten. Ich konnte weder zusammenzucken noch schreien, als ich sah, wie Annabelle am Fußende des Bettes auftauchte. Zuerst konnte ich kaum mehr als eine schwache Bewegung in der Dunkelheit erkennen, aber ich wusste sofort, dass sie es war. Ich spürte es.</p>



<p>Sie zog sich mit ihren kleinen Ärmchen aufs Bett. Dann stand sie da, bedrohlich aufgerichtet zu ihrem vollen Meter, bevor sie langsam auf mich zuging. Ich konnte ihre kleinen Füße spüren, während sie über die Decke schlich, die über mir lag.</p>



<p>Wieder versuchte ich zu schreien, aber es wollte mir nicht gelingen. Ich schaffe es nur, meine Augen so zu bewegen, dass ich Angie ansehen konnte, wie sie friedlich und völlig unbekümmert neben mir schlief. Sie lag auf der Seite und umklammerte sanft meinen Arm.</p>



<p>Dann hatte Annabelle mich erreicht. Sie stand direkt vor meinem Gesicht. Ihre kalten emotionslosen Augen starrten mich direkt an, während sie sich langsam auf die Knie fallen ließ. Ihr starres, sonst so niedliches Lächeln wirkte jetzt hinterhältig und fies. Ich sah, wie sie ihre Ärmchen hob, und spürte ihre kalten, weichen Hände an meinem Hals. Nie hätte ich geglaubt, dass ein solch zierliches Wesen so zudrücken könne. Dass diese kleinen Stoffhände eine solche Kraft hatten.</p>



<p>Annabelle schnürte mir die Luft ab. Ich hatte Todesangst. Mein Hirn schrie danach, sich zu wehren, mich zu bewegen, zu schreien, zu atmen, doch ich konnte es nicht. Bald machte sich Schwindel in mir breit. Das angestaute Blut in meinem Kopf fühlte sich an, als müssten meine Adern jeden Moment bersten. Dann verlor ich das Bewusstsein. Ich war mir sicher, dass ich nie wieder aufwachen würde. Doch am nächsten Morgen kam alles anders.</p>



<p>„Guten Morgen, Schatz“, weckte Angie mich sanft. Sie gab mir einen Kuss auf den Mund. „Aufwachen.“</p>



<p>An anderen Tagen hätte ich mich zur Seite gedreht, mir die Decke über den Kopf gezogen und etwas wie „Nur noch fünf Minuten“ gegrummelt. Besonders bei dem ganzen Alkohol, den ich getrunken hatte. Aber nicht heute. Heute konnte ich gar nicht schnell genug aus dem Bett springen.</p>



<p>Ich sah mich hektisch um, ließ den Blick durch das Zimmer streifen, um sicherzugehen, dass dieses Ding nicht bei uns war.</p>



<p>„Was ist? Was hast du?“, fragte Angie besorgt, während ich bereits dabei war, mir meine Hose und mein T-Shirt anzuziehen.</p>



<p>Wortlos verließ ich das Schlafzimmer. Ich machte mich auf den Weg in Donnas Zimmer. Hinter mir hörte ich, wie Angie mir folgte.</p>



<p>Ohne vorher zu klopfen, riss ich die Tür auf.</p>



<p>Donna riss erschrocken den Kopf herum. „Sag mal, spinnst du?“ Sie saß bereits am Schreibtisch. „Ich hätte nackt sein können!“</p>



<p>Ich beachtete sie nicht. Stattdessen ging ich schnurstracks zu ihrem Bett und packte Annabelle beim Kleid.</p>



<p>Das wiederum versetzt Donna in Alarmbereitschaft. „Lou, ich warne dich. Setz sie wieder hin!“</p>



<p>Ich schnaubte verächtlich. „Du warnst mich?“ Wütend tat ich einen Schritt auf sie zu. „Dieses Scheißteil hat letzte Nacht versucht, mich zu erwürgen!“</p>



<p>„Du bist doch verrückt. So etwas würde sie nie tun!“, verteidigte Angie die Puppe sofort. Sie stellte sich zu Donna.</p>



<p>„<em>Ich</em> bin verrückt?! Ich bin nicht derjenige, der seit Wochen mit einer Puppe redet und so tut, als wäre es völlig normal, dass sie nachts versucht, meinen Verlobten zu ermorden! Aber wisst ihr was? Ich habe genug. Ich kann das nicht mehr. Entweder verschwindet Annabelle aus eurem Leben oder ich!“</p>



<p>Mit diesen Worten pfefferte ich die Stoffpuppe mit voller Kraft durchs Zimmer. Ich bereitete mich bereits auf einen dramatischen Abgang vor, als plötzlich ein Schmerz in meiner Brust explodierte, der meine Beine in Wackelpudding verwandelte. Erschrocken sank ich auf die Knie, meine rechte Hand auf meine schmerzende Brust gepresst.</p>



<p>„O Gott, Lou!“, kreischte Angie panisch.</p>



<p>Am Boden kauernd starrte ich meine Hand an. Auf ihr glänzte eine rote Flüssigkeit. Mein Blick streifte mein T-Shirt. Obwohl mir Tränen in die Augen schossen und meine Sicht verschleierten, konnte ich erkennen, wie der weiße Stoff sich langsam mit Blut vollsog.</p>



<p>Angie war sofort bei mir. Und auch Donna schien recht schnell bemerkt zu haben, was passiert war. Sie ließ Annabelle links liegen, um mich zusammen mit Angie aus der Wohnung zu bringen. Im Vorbeigehen schnappte sie sich den Erste Hilfe Koffer aus dem Wohnungsflur.</p>



<p>Erst, als die Tür hinter uns ins Schloss gefallen war, setzten sie mich ab. Die Wunde – vier horizontale und drei vertikale Kratzer, die mein T-Shirt auf magische Weise nicht einmal berührt hatten – blutete zwar recht stark, war aber nicht sonderlich tief, sodass die beiden als angehenden Krankenschwestern keine Probleme hatten, mich zu verarzten. Anschließend beeilten wir uns, aus dem Haus zu kommen.</p>



<p>Über Annabelle sprachen wir an dem Tag kein einziges Wort mehr, zu tief saß der Schock. Aber das mussten wir auch gar nicht. Es reichte mir völlig, dass die beiden bei mir übernachteten, bis wir zwei Paranormalforscher – das Ehepaar Ed und Lorraine Warren – überreden konnten, sich Annabelle anzunehmen.</p>



<p>Sie hörten sich unsere Schilderungen der Ereignisse an, organisierten einen Priester, der in Donnas und Angies Wohnung einen Exorzismus durchführte und nahmen die verfluchte Puppe mit. Sie erklärten uns, dass sie von einem Dämon besessen sei, der vorgetäuscht habe, der Geist der verstorbenen Annabelle Higgins zu sein. Ich weiß nicht, ob ich das glauben kann &#8230; Dämonen oder Gott waren noch nie etwas, für das ich mich interessierte. Aber an besessene Puppen hatte ich früher auch nicht geglaubt, also wer weiß &#8230;?</p>



<p>Aber was es auch war, ob nun ein Geist, ein Dämon oder etwas völlig anderes, der Spuk war in dem Moment zu Ende, als die Warrens Annabelle mitgenommen hatten. Und ich war froh, dass in unser Leben endlich wieder Normalität einkehrte.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Annabelle ist neben Chucky die wohl bekannteste Filmhorrorpuppe, die es gibt. Wusstet ihr jedoch, dass die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/besessene-puppen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">besessene Puppe</a> aus dem Conjuring-Universum auf einer realen Puppe basiert?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Im Gegensatz zu der gruseligen Porzellanpuppe aus den Filmen ist die echte Annabelle eine eher niedliche Stoffpuppe, die den Kinderbuchcharakter Raggedy Ann darstellt.</p>



<p>Annabelle hat einen großen Kopf, rote Haare aus dicken Strähnen und ein flaches Gesicht mit großen Augen. Ihre große dreieckige Nase und der breite Mund mit den kleinen roten Lippen sind aufgestickt. Als Kleidung trägt sie ein weißes Kleid mit kurzen Ärmeln und Blumenmuster, eine rot-weiße Strumpfhose und schwarze Schuhe.</p>



<p>Genaue Angaben zu der Größe habe ich leider nicht finden können, von den Bildern und Beschreibungen her gehe ich aber von einer Körpergröße von etwa einem Meter aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Seltsame Vorkommnisse:</h3>



<p>Die wahre Geschichte um Annabelle soll sich im Jahr 1970 zugetragen haben. Alles begann als die 28-jährige Deirdre „Donna“ Bernard von ihrer Mutter eine Raggedy-Ann-Puppe als <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/weihnachten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weihnachts</a>&#8211; oder Geburtstagsgeschenk bekam.</p>



<p>Donna und ihre Mitbewohnerin Angie, die zu der Zeit zusammen eine Ausbildung zur Krankenschwester machten, bemerkten schnell, dass mit der Puppe etwas nicht stimmte: Sie schien sich wie von selbst zu bewegen und saß oder lag oft anders, als Donna sie zurückgelassen hatte.</p>



<p>Lou – entweder ein Freund der beiden oder sogar der Verlobte von Angie, der die beiden oft besuchen kam – fand die Puppe regelrecht unheimlich und schlug vor, sie loszuwerden, was die Frauen jedoch ignorierten.</p>



<p>Zuerst waren Annabelles Bewegungen recht unauffällig: Sie änderte bloß die Pose oder lag an anderer Stelle auf dem Bett, als dort, wo Donna sie hingesetzt hatte. Die Bewegungen wurden jedoch mit der Zeit immer auffälliger. So fanden sie die Puppe teilweise in völlig anderen Räumen wieder – oft fand Donna sie z. B. auf ihrem Bett, obwohl sie Annabelle zuletzt im Wohnzimmer auf die Couch gesetzt hatte.</p>



<p>Bald tauchten außerdem kleine Zettel mit Nachrichten auf, auf denen in Kinderschrift z. B. „Help us“ (Hilf uns) oder „Help Lou“ (Hilf Lou) stand.</p>



<p>Als Donna dann auch noch seltsame rote Punkte, die wie Bluttropen aussahen, auf dem Handrücken und der Brust der Puppe fand, wurde es Donna und Angie zu viel. Sie beschlossen, sich professionelle Hilfe in Form eines Mediums zu holen.</p>



<p>Und tatsächlich schaffte das Medium es, Kontakt zu dem Wesen aufzunehmen, das Besitz von der Puppe ergriffen hat. Es stellt sich als <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> eines kleinen Mädchens namens Annabelle Higgins vor. Sie bittet Donna und Angie darum, bei ihnen bleiben und weiter in der Puppe wohnen zu dürfen. Die Studentinnen glauben dem Wesen und willigen ein.</p>



<p>Als sie jedoch Lou davon erzählen, war er alles andere als begeistert. Er hält weiter daran fest, dass sie die Puppe loswerden sollten. Das hingegen schien Annabelle nicht zu gefallen und so wurde Lou bald mehrfach von der Puppe angegriffen:</p>



<p>Beim ersten Angriff wurde Lou nachts von der Puppe gewürgt. Er ist aufgewacht, weil er sich unwohl gefühlt hat, woraufhin Annabelle auf sein Bett geklettert ist und ihn so lange gewürgt hat, bis er das Bewusstsein verlor.</p>



<p>Doch während dieser erste Angriff noch als Albtraum oder Schlafparalyse abgetan werden konnte, sah es bei dem zweiten ganz anders aus. Während Lou allein mit der Puppe im Zimmer war, spürte er plötzlich einen starken Schmerz in der Brust und stellte mit entsetzen fest, dass er sieben blutige Kratzer auf der Haut unter seinem Shirt hatte.</p>



<p>Das war der Punkt, als auch Donna und Angie einsahen, dass Annabelle wegmusste. Sie setzten sich mit den Paranormalforschern Ed und Lorraine Warren in Kontakt, die ihnen halfen, einen Exorzismus im Haus durchführen zu lassen und die Puppe an sich nahmen. Sie erklärten ihnen außerdem, dass Annabelle keineswegs der Geist eines kleinen Mädchens sei, sondern ein gefährlicher <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/daemonen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dämon</a> Besitz von der Puppe ergriffen hatte.</p>



<p>Seitdem Annabelle im Besitz der Warrens ist, wo sie in ihrem Museum ausgestellt wird, soll es dort weitere Vorkommnisse gegeben haben. Inzwischen sitzt die unscheinbare Puppe in einem Schaukasten mit verschlossener Glastür und einer Warnung, dass sie nicht herausgenommen werden darf.</p>



<p>Wenn ich die Vorkommnisse im Museum jetzt auch noch ausführen würde, würde ich den Beitrag jedoch unnötig in die Länge ziehen. Trotzdem möchte ich noch erwähnen, dass es sogar einen angeblichen Todesfall gab, bei dem ein Museumsbesucher mit seinem Motorrad verunglückt sei, nachdem er die Puppe provoziert habe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Viel ist über Donna, Angie und Lou nicht bekannt. Auch nicht, wo sie gelebt haben, als Annabelle in ihr Leben trat. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass es in den USA war.</p>



<p>Inzwischen befindet sich Annabelle im „The Warren’s Occult Museum“ in Monroe, Connecticut in einem Schaukasten mit Glastür. Das Museum ist jedoch seit 2019 für die Öffentlichkeit geschlossen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Dass die Puppe der Warrens der Ursprung für die Horrorpuppe aus dem Conjuring-Universum ist, ist unumstritten. Anders sieht es jedoch mit der „wahren Geschichte“ hinter der echten Annabelle Puppe aus.</p>



<p>Es gibt viele offene Fragen und Unstimmigkeiten in den Erzählungen. Auch habe ich – abgesehen von den Aussagen der Warrens – keine einzige Quelle gefunden, die bestätigt, dass es Donna, Angie und Lou überhaupt gab.</p>



<p>Natürlich lässt sich das damit begründen, dass sie bloß keine öffentliche Aufmerksamkeit wollen. Anders sieht es jedoch mit den zahlreichen Unstimmigkeiten in den verschiedenen Erzählungen der Warrens selbst aus.</p>



<p>In einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=iBTaY-hsRLI&amp;ab_channel=OfficialEdandLorraineWarrenChannel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Video</a>, in dem Ed Warren persönlich von Annabelles Ursprung erzählt, macht er z. B. völlig andere Aussagen, als in dem <a href="https://web.archive.org/web/20140103211020/http://www.warrens.net/Annabelle.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Text</a>, der auf der offiziellen Website der Warrens veröffentlicht wurde.</p>



<p>Um einige Beispiele zu nennen, sagte Warren im Video, dass Annabelle Higgins 6 Jahre alt war, als sie bei einem Autounfall starb, während es im Text heißt, sie sei 7 gewesen, als man ihre Leiche in einem Feld fand. Im Video war die Puppe ein Weihnachtsgeschenk, im Text bekam Donna sie zum 28. Geburtstag.</p>



<p>Aber auch der Ablauf ist nicht überall derselbe. Während Warren im Video sagt, dass Lou am selben Tag von der Puppe im Bett gewürgt würde, an dem er auch die Kratzer auf der Brust bekam, waren es laut Text völlig unterschiedliche Tage.</p>



<p>Und das sind bei Weitem nicht alle Unstimmigkeiten. Aber vielleicht liegt es bloß daran, dass viele Jahre zwischen dem Video und dem Text auf der Website lagen. Vielleicht hatte Warren sich vertan oder falsch erinnert, als er den Vortrag hielt oder der Text verfasst wurde. Oder aber die „wahre“ Geschichte von Annabelle ist genau das: bloß eine Geschichte.</p>



<p><strong><em>Was denkt ihr? Ist die Geschichte &#8222;wahre Geschichte&#8220; um Annabelle echt? Oder bloß eine Erfidnung, um das Museumsstück interessanter zu machen? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr eine Puppe geschenkt bekommt, die sich plötzlich von selbst bewegt? Schreibt es in die Kommentare!</em></strong></p>



<p><em><strong>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</strong></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/annabelle">Annabelle – die wahre Geschichte:</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>Die Babysitterin &#8211; &#8222;Willst du nicht nach den Kindern sehen?&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Willst du nicht nach dem Jungen sehen?“, fragte eine tiefe Männerstimme. Der Mann sprach leise, als versuche er, gruselig zu klingen.<br />
„Wie bitte?“<br />
„Er schläft doch so friedlich in seinem Zimmer.“<br />
Mir stockte für einen Moment der Atem. „Ha ha, sehr lustig!“, sagte ich genervt. Dann knallte ich den Hörer auf die Gabel.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/5ae1e4314ed045799b4409183f4379f3" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Die Babysitterin ist mein Versuch, eine der bekanntesten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legenden</a> der Welt in meiner Erzählstimme nachzuerzählen. Ich bin mir sicher, dass viele von euch die Geschichte bereits in einer ihrer zahlreichen Variantionen kennen, aber ich hoffe, sie gefällt euch trotzdem.</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; Trauer</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>„Ah, Jane, gut, dass du da bist“, begrüßte mich Mrs. Scott mit einem warmen Lächeln.</p>



<p>Als ich aus der kühlen Herbstluft ins Haus trat, schlug mir sofort eine Parfümwolke entgegen. Sie roch angenehm nach Rosen, wenn auch etwas intensiv. Wahrscheinlich hatte Mrs. Scott sich gerade erst damit eingesprüht.</p>



<p>„Der Abend heute dürfte recht ruhig werden. Billy schläft schon. Ich habe gerade erst nach ihm geschaut. Ich habe ihm gesagt, dass du im Wohnzimmer bist, falls etwas sein sollte. Falls du Hunger hast, stehen Reste von heute Mittag im Kühlschrank. Dein Geld liegt wie immer auf dem Tisch. George, kommst du?“, sprudelte es nur so aus ihr heraus.</p>



<p>Es war nicht das erste Mal, dass ich für die Scotts babysittete. Daher war ich Mrs. Scotts etwas anstrengende Art bereits gewohnt und nickte bloß, während sie zu einem erneuten Wortschwall ansetzte.</p>



<p>In diesem Moment kam jedoch Mr. Scott – George – in den Flur und schnitt mit einem knappen, aber bestimmten „Nabend Jane“ seiner Frau das Wort ab. „Wir sollten los Schatz, sonst kommen wir zu spät.“</p>



<p>„Oh, George, schick siehst du wieder aus“, kommentierte sie seinen Anzug. Dann wandte sie sich wieder mir zu. „Ich hoffe ja, dass unser kleiner Billy auch einmal so ein schicker Mann wie sein Vater wird. Wobei ihm Anzüge auch jetzt schon ausgezeichnet stehen. Neulich erst &#8230;“</p>



<p>Mr. Scott legte einen Arm um seine Frau, während er sie langsam Richtung Veranda schob. Sie redete fröhlich weiter. Erst, als die beiden vor der Haustür waren, verabschiedete sie sich mit einem gesungenen „Also dann viel Spaß, Jane. Bis heute Nahacht!“</p>



<p>Dann schloss Mr. Scott die Tür. Trotzdem konnte ich hören, wie sie draußen unaufhörlich weiterredete, während die beiden sich langsam entfernten.</p>



<p>Ich schüttelte belustigt den Kopf, während ich meine Jacke an einen Haken hängte. Mrs. Scott konnte zwar wirklich nett sein, aber wie hielt Mr. Scott es bloß den ganzen Tag mit ihr aus? Schmunzelnd ging ich weiter in die Küche.</p>



<p>Nachdem ich mir einen Kräutertee gemacht hatte, um mich aufzuwärmen, setzte ich mich ins Wohnzimmer und holte meine Hausaufgaben heraus. Da Billy schon schlief, freute ich mich auf einen ruhigen Abend. Vielleicht würde ich einen Horrorfilm gucken, wenn ich mit den Hausaufgaben durch war.</p>



<p>Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dasaß, nur noch, dass die Hausaufgaben sich ziemlich in die Länge gezogen hatten und es draußen immer dunkler wurde. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Ich betrachtete gerade die bunten Herbstbäume vor dem Fenster, die von einer Straßenlaterne beschienen wurden, und machte mir Gedanken über mein Halloweenkostüm, als plötzlich das Telefon klingelte.</p>



<p>Erschrocken sah ich zu dem dem roten Kasten. <em>Ring ring!</em> Wer rief um die späte Uhrzeit noch an? Vielleicht Mr. oder Mrs. Scott?</p>



<p>Ohne weiter zu zögern, ging ich zum Telefon und hob den Hörer ab. „Hallo?“</p>



<p>Keine Antwort. Ich hörte nur, wie jemand am anderen Ende laut atmete.</p>



<p>„Hallo? Wer ist denn da? Wenn sie mit Mr. oder Mrs. Scott sprechen wollen, die sind gerade nicht da. Soll ich etwas ausrichten, wenn sie wiederkommen?“</p>



<p>„Willst du nicht nach dem Jungen sehen?“, fragte eine tiefe Männerstimme. Der Mann sprach leise, als versuche er, gruselig zu klingen.</p>



<p>„Wie bitte?“</p>



<p>„Er schläft doch so friedlich in seinem Zimmer.“</p>



<p>Mir stockte für einen Moment der Atem. „Ha ha, sehr lustig!“, sagte ich genervt. Dann knallte ich den Hörer auf die Gabel.</p>



<p>Das war bestimmt bloß ein blöder Streich. Irgendwo saßen gerade einige Typen um ein Telefon und lachten sich scheckig. Andererseits &#8230; Woher wusste er, dass ich auf einen Jungen aufpasste? Hatte er bloß geraten?</p>



<p>Am liebsten hätte ich es als harmlosen Scherz abgetan und mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht, aber ich schaffte es nicht. Ich konnte erst wieder ruhig sitzen, nachdem ich durchs komplette Erdgeschoss gegangen war, um sicherzugehen, dass alle Fenster und Türen fest verschlossen waren.</p>



<p>Mit einem Seufzen ließ ich mich wieder auf den harten Holzstuhl sinken. Es konnte niemand in das Haus eindringen, ohne ein Fenster einzuschlagen oder ein Schloss zu knacken. Und das würde ich bestimmt merken.</p>



<p>Nur die Treppe rauf ins Kinderzimmer traute ich mich nicht. Nicht, weil ich panische Angst vor einem Einbrecher hatte, sondern, weil ich den kleinen Racker auf keinen Fall wecken wollte. Billy war zwar ein Engel, wenn er schlief, aber ihn zum Einschlafen zu bringen, hatte mich schon viele Stunden meines Lebens gekostet. Außerdem hatte Mrs. Scott gesagt, dass sie gerade erst nach ihm geschaut hatte, bevor sie gegangen waren.</p>



<p>Fast musste ich über meine eigene Dummheit lachen. Was dachte ich denn? Dass mir jemand am Telefon drohte? Mein Gott, es war zwei Wochen vor Halloween. Da gab es sicherlich unzählige solcher Anrufe!</p>



<p>Gerade, als ich mich wieder sicher fühlte und mit den Hausaufgaben weitermachen wollte, klingelte das Telefon erneut. Erschrocken sprang ich auf. Ich zögerte. <em>Ring ring</em>. War das wieder der Mann? Sollte ich das Klingeln einfach ignorieren? <em>Ring ring</em>. Aber was, wenn es die Scotts waren? <em>Ring ring</em>. Ach scheiß drauf!</p>



<p>Blitzschnell griff ich nach dem Hörer. Ich versuchte, so selbstbewusst wie möglich zu klingen. „Hallo?“</p>



<p>Wieder das schwere Atmen. „Hat man dir nicht gesagt, dass es unhöflich ist, einfach aufzulegen?“</p>



<p>Ich ließ vor Schreck fast den Hörer los. „Was wollen Sie? Hören Sie auf, diese Nummer anzurufen!“</p>



<p>„Oh, ich denke, das würde dem kleinen Billy überhaupt nicht gefallen. Möchtest du nicht lieber nach ihm sehen?“</p>



<p>Ich erstarrte. Dem kleinen Billy? Woher kannte er seinen Namen? Also war es doch kein zufälliger Anruf gewesen. Ehe der Mann auch nur ein weiteres Wort sagen konnte, knallte ich den Hörer wieder auf die Gabel.</p>



<p>Was war das für eine Scheiße? Wer würde so etwas tun? Vielleicht irgendein Nachbar? Oder jemand aus der Schule? Meine beste Freundin Laura spielte mir gerne ab und an einen Streich. Und sie wusste, dass ich heute auf Billy aufpasste. Aber würde sie so weit gehen? Wer es auch war, er erreichte genau das, was er wollte: Er jagte mir eine Heidenangst ein.</p>



<p>Und was sollte diese Aufforderung, nach Billy zu sehen? Bei beiden Anrufen wollte der Mann, dass ich ins Kinderzimmer gehe. Am besten sollte ich wirklich schnell nachsehen. Dann würde ich sehen, dass alles in Ordnung war, und könnte mich endlich wieder auf die Hausaufgaben konzentrieren.</p>



<p>„Oh, Laura, wenn das einer von deinen dämlichen Scherzen ist &#8230;!“, murmelte ich leise, während ich zur Treppe ging.</p>



<p>Bereits bei den ersten Schritten merkte ich, dass meine Knie zitterten. Als ich am unteren Treppenabsatz stand, wollten meine Beine mir schließlich überhaupt nicht mehr gehorchen. Es war, als würden sie meinen Kopf ignorieren, der ihnen wieder und wieder sagte, sie sollen die Stufen raufgehen.</p>



<p>Stattdessen stand ich da und starrte die Treppe hinauf. Ich war sie schon so oft hochgegangen und hatte nie Bedenken dabei gehabt, doch heute wirkte sie kalt und bedrohlich.</p>



<p>Ich konnte nur an eine Sache denken: Wieso wollte der Mann, dass ich nach Billy sah? War jemand im Haus? Wartete dort oben jemand auf mich? Aber dafür hätte der Mann sich ins Haus schleichen müssen, als die Scotts noch hier waren, sich vielleicht Stunden oben verstecken müssen. Das hätte niemand geschafft – oder doch?</p>



<p>Ich biss mir auf die Unterlippe. Es war mir fast schon peinlich. Immerhin war es mein Job, auf Billy aufzupassen, und jetzt schaffte ich es nicht einmal, nach ihm zu sehen. Aber was, wenn dort oben wirklich ein Mann war?</p>



<p>Was sollte ich nur tun? Sollte ich auf Nummer sicher gehen und den Notruf wählen? Hatte ich überhaupt einen Grund dazu? „Ein Mann befiehlt mir, nach meinem Babysitterkind zu gucken“ klang jedenfalls nicht nach einem triftigen Grund. Andererseits hatte er das Haus wahrscheinlich beobachtet und wusste, dass ich mit dem Kind allein war. Für genau solche Situationen gab es doch den Notruf.</p>



<p>Unsicher ging ich zurück zum Telefon, ohne die Tür zum Flur, in dem auch die Treppe war, aus den Augen zu lassen. Ich streckte den Finger aus, zögerte und wählte schließlich die 911. Das Freizeichen ertönte.</p>



<p>„Notrufzentrale. Was kann ich für Sie tun?“, meldete sich eine Frauenstimme.</p>



<p>„Mein Name ist Jane Christian. Ich bin allein bei der Familie Scott und passe auf ihren Sohn auf. Ich bekomme seltsame Anrufe!“ Kurz und knapp erklärte ich, was vorgefallen war, und nannte der Frau – ich durfte sie Ann nennen – meine Adresse.</p>



<p>„Jane, mach dir bitte keine Sorgen. Es ist Oktober, da gibt es ständig solche Scherzanrufe“, versuchte Ann mich zu beschwichtigen.</p>



<p>„Nein, Sie verstehen nicht. Der Mann kennt Billys Vornamen. Er wusste sogar, dass der Kleine im Obergeschoss schläft. Ich habe Angst!“</p>



<p>Ann schien für eine Sekunde zu überlegen, dann ergriff sie wieder das Wort. „Ich denke nicht, dass die Anrufe ernst gemeint sind, aber ich kann diese Scherzkekse genauso wenig ab wie du. Also, ich habe einen Vorschlag: Du legst gleich auf und wartest, bis der Mann wieder anruft. Das gibt uns die Möglichkeit, seinen Anruf zurückzuverfolgen. Kannst du das für mich tun, Jane?“</p>



<p>Ich nickte. „Okay“, sagte ich tapfer. Am liebsten hätte ich sie angefleht, am Telefon zu bleiben, aber ich wusste natürlich, dass das nicht ging.</p>



<p>Nachdem sie mir das genaue Vorgehen erklärt und mir versichert hatte, dass sie mich sofort wieder anrufe, sobald sie die Adresse des Mannes habe, legte ich auf.</p>



<p>Angespannt saß ich vor dem Telefon. Ich starrte den roten Hörer an, wie er unschuldig auf der Gabel lag. Gleichzeitig versuchte ich, aus dem Augenwinkel die Tür zum Flur im Blick zu behalten. Ich glaubte zwar auch nicht, dass tatsächlich jemand im Haus war, aber sicher ist sicher.</p>



<p>Die Stille kam mir jetzt unheimlich drückend vor. Draußen hörte ich den Wind rauschen, der mal mit schwachen, mal mit stärkeren Böen über das Haus fegte. In der Küche tickte lautstark eine Uhr, als wolle sie mir sagen, dass meine Zeit langsam ablief, Sekunde für Sekunde, während ich auf den Anruf wartete.</p>



<p><em>Ring ring</em>. Sofort griff ich nach dem Telefon. Ehe es auch nur ein zweites Mal klingeln konnte, hatte ich es bereits am Ohr. „Hallo?“</p>



<p>„Du hast ja immer noch nicht nach Billy gesehen. Was ist? Traust du dich nicht?“</p>



<p>„Jetzt hören Sie mir mal zu!“, sagte ich bestimmt. „Ich finde das langsam nicht mehr lustig. Und wissen Sie was? Ich habe die Polizei gerufen. Sie wird jeden Moment vor ihrer Haustür stehen. Dann werden wir ja sehen, wer zuletzt lacht!“</p>



<p>Ein triumphierendes Lächeln lag auf meinen Lippen. Ich konnte vor meinem inneren Auge fast sehen, wie der Mann am anderen Ende panisch wurde. Das hatte er nun davon. Er würde sicher gleich auflegen und &#8230;</p>



<p>„Das hättest du nicht tun sollen, Jane Christian“, sagte der Mann kühl. „Was jetzt mit Billy passiert ist allein deine Schuld.“</p>



<p>Das war nicht die Reaktion, mit der ich gerechnet hatte. „Sie können mich mal!“, sagte ich laut in den Hörer und knallte ihn wieder auf die Gabel.</p>



<p>Der Typ hatte mich mit meinem vollen Namen angesprochen. Er wusste, wer ich bin. Vielleicht stalkte er mich sogar!</p>



<p><em>‚Ich nehm alles zurück, Laura. Bitte lass es einen von deinen blöden Scherzen sein!‘</em>, flehte ich stumm.</p>



<p>Das erneute Klingeln des Telefons ließ mein Herz für einen Moment aussetzen. Mit einer Mischung aus Wut und Verzweiflung nahm ich ab und brüllte in den Hörer: „Hören Sie endlich auf, mich anzurufen!“ Ich kämpfte mit den Tränen.</p>



<p>„Jane? Jane, ich bin es“, meldete sich Ann vom Notruf. Sie sprach hektisch. Von ihrer professionellen Gelassenheit fehlte jede Spur. „Du musst sofort das Haus verlassen. Der Anruf kam aus deinem Haus!“</p>



<p>Das war der Moment, in dem mein Hirn aussetzte. Dass sie sagte, die Polizei sei bereits auf dem Weg, bekam ich schon nicht mehr mit. Stattdessen hatte ich den Hörer fallengelassen und war zum Flur gesprintet.</p>



<p>Ich war gerade durch die Zimmertür, als ich eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm. Wie ein erschrockenes Reh starrte ich den fremden Mann an, der oben auf der Treppe stand. Auch er schien sich vor mir erschreckt zu haben und war für einen Moment völlig reglos. Lang genug, damit ich das rot glänzende Messer in seiner Hand sehen konnte. Frisches Blut tropfte von der Klinge auf den weißen Teppich, der auf den Stufen lag. Die Kleidung des Mannes war blutverschmiert.</p>



<p>Ich weiß nicht, wer von uns sich zuerst wieder bewegt hatte. Vielleicht war es auch zeitgleich. Er sprintete die Treppe nach unten, nahm dabei je zwei Stufen auf einmal, während ich mich umdrehte und Richtung Hinterausgang rannte. Schwere Schritte folgten mir.</p>



<p>„Bleib stehen!“, brüllte er.</p>



<p>Ich dachte nicht im Traum daran. Stattdessen riss ich im Rennen eine Stehlampe um, um den Mann den Weg zu blockieren. Lautes Fluchen und Poltern hinter mir signalisierte mir, dass sie den Mann erwischt hatte. Doch ich traute mich nicht, mich umzudrehen. Dafür hatte er zu sehr aufgeholt.</p>



<p>Erst, als ich die Hintertür erreichte, konnte ich seine Spiegelung in der Scheibe sehen. Sein wutverzerrtes Gesicht mit diesen furchtbar kalten Augen. Panisch drehte ich am Schloss – es war eines dieser Schlösser, die man von innen auch ohne Schlüssel aufschließen konnte. Ich sah bereits, wie der Mann seine freie Hand nach mir ausstreckte. Endlich riss ich die Tür auf und rannte nach draußen in die Dunkelheit.</p>



<p>Während ich über den stockdunklen Rasen rannte, stolperte ich über ein Spielzeug, schaffte es aber, nicht zu fallen. Die Schritte des Mannes waren auf dem Rasen fast völlig lautlos.</p>



<p>„Hilfe! Hiiiilfe!“, brüllte ich jetzt aus voller Lunge.</p>



<p>Dann sah ich, dass im Nachbarhaus noch Licht brannte. Sofort steuerte ich den Eingang an.</p>



<p>„Hiiiiiiiiiiiiiiilfeeee!“, kreischte ich noch einmal.</p>



<p>Ich sprang auf die Veranda und rannte weiter zur Klingel, die ich wie eine Wahnsinnige betätigte.</p>



<p>Ein panischer Blick nach hinten verriet mir, dass der Mann weg war. Wahrscheinlich war er geflohen – zumindest hoffte ich das. Trotzdem wollte ich keine Sekunde länger hier draußen warten.</p>



<p>Ein älterer Herr öffnete schließlich die Tür. „Ja bitte?“, fragte er mit kratziger Stimme.</p>



<p>Dann musste er die Panik in meinen Augen gesehen und entschieden haben, dass von mir keine Gefahr ausging. Jedenfalls ließ er mich ins Haus, wo er mir ein Glas Wasser anbot und ich ihm ziemlich wirr erzählte, was passiert war. Gemeinsam warteten wir auf die Polizei.</p>



<p>Als sie endlich ankam, fanden die beiden Officers Billy tot in seinem Bett vor. Es war ein Blutbad. Nach meiner Zeugenaussage schrieben sie denn Mann zur Fahndung aus. Er wurde nie gefunden.</p>



<p>Was aus den Scotts geworden ist, weiß ich nicht. Sie haben seit jenem Tag kein einziges Wort mehr mit mir gesprochen. Ich denke, sie geben mir die Schuld an allem.</p>



<p>Einige Jahre später sah ich Mrs. Scott noch einmal im Supermarkt. Obwohl sie sich äußerlich kaum verändert hatte, hatte ich sie kaum wiedererkannt. Von ihrer fröhlichen, etwas aufgedrehten Art war nichts mehr übriggebliegen. Stattdessen war aus ihr eine traurige, schweigsame Frau geworden.</p>



<p>Und ich? Ich lebte mein Leben weiter, versuche noch immer, jenen Abend zu vergessen. Und trotzdem frage ich mich manchmal: War es wirklich meine Schuld gewesen, dass Billy gestorben ist? Der Mann hatte es am Telefon behauptet. Aber hätte ich damals tatsächlich etwas ändern können?</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Die Babysitterin, eigentlich „The Babysitter and the Man Upstairs“ (englisch für „Der Babysitter und der Mann im Obergeschoss“), ist eine der bekanntesten urbanen Legenden, die es gibt.</p>



<p>Sie war wahrscheinlich die erste urbane Legende, die sich um eine Babysitterin dreht und hat mit großer Wahrscheinlichkeit die zahlreichen anderen Babysitter-Legenden, wie z. B. <a href="https://www.geister-und-legenden.de/clownstatue" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Clownstatue</a>, inspiriert.</p>



<p>Es ist eine typische urbane Legende, die oft einem Bekannten oder dem Freund eines Freundes passiert sein soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Die Babysitter-Legende ist eine der meisterzähltesten urbanen Legende der Welt. Daher gibt es davon mehrere Variationen und auch die Namen der Beteiligten können von Geschichte zu Geschichte anders sein.</p>



<p>In den meisten Erzählungen soll die Babysitterin, eine Teenagerin oder eine junge Frau, auf ein, zwei oder drei Kinder aufpassen, während die Eltern unterwegs sind. Entweder beginnt es damit, dass sie die Kinder ins Bett bringt oder sie bereits schlafen. Jedenfalls dauert es nicht lange, bis sie fernsieht oder Hausaufgaben macht, während die Kinder ein Stockwerk über ihr in ihren Betten liegen.</p>



<p>Bald darauf klingelt das Telefon. Als die Babysitterin rangeht, meldet sich entweder nur ein schweres, manchmal obszönes Atmen oder eine Männerstimme, die sagt: „Ich bin oben bei den Kindern.“/„Willst du nicht nach den Kindern sehen?“</p>



<p>Natürlich erschreckt sich die Babysitterin, sie kontrolliert, ob die Haustür verschlossen ist, denkt sich aber nichts weiter dabei.</p>



<p>Erst, als der Mann ein weiteres Mal anruft, wird sie schließlich ängstlich. Da sie sich nicht traut, nach den Kindern zu sehen, und die Eltern nicht erreichen kann, wählt sie die 911. Dort erklärt man ihr, dass es sich wahrscheinlich um einen harmlosen Streich handelt, sie jedoch versuchen werden, den Anrufer zurückzuverfolgen, sollte er sie noch einmal anrufen.</p>



<p>Und tatsächlich ruft der Mann noch einmal an. Die Babysitterin versucht, ihn hinzuhalten, schafft es jedoch entweder nicht oder legt aus Angst selbst schnell wieder auf. Das Telefon klingelt fast sofort wieder. Diesmal ist es die Notrufzentrale. Die Frau solle sofort das Haus verlassen, da sie den Anruf an ihre Adresse zurückverfolgen konnten, der Mann also im Haus sei.</p>



<p>Das Ende kann sich je nach Version stark unterscheiden: Auch wenn es für die Kinder meist zu spät ist, endet die Geschichte mal damit, dass die Babysitterin sofort aus dem Haus rennt, ohne den Mann gesehen zu haben, mal damit, dass sie den Mann im Haus sieht – meist mit einer blutigen Axt oder einem blutigen Messer – oder damit, dass die Polizei später nur noch ihre Leiche findet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Der Ort des Geschehens ist normalerweise ein zweistöckiges Haus in einer abgelegenen Gegend einer Vorstadt oder einer Kleinstadt. Sie spielt ursprünglich in Amerika, kann aber theoretisch in anderen Versionen fast überall auf der Welt spielen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Der Ursprung der Legende ist wahrscheinlich ein Mordfall, der sich am 18. März 1950 in der Stadt Columbia in Missouri, USA zutrug.</p>



<p>Damals wurde die 13-jährige Babysitterin Janett Christman in der Nacht ermordet. Kurz vor ihrem Tod soll sie den Notruf gewählt und nach Hilfe gerufen haben. Am anderen Ende vernahm man jedoch nur Schreie und ein „Come quick!“ („Kommt schnell!“).</p>



<p>Im Gegensatz zu der Geschichte konnte der Anruf jedoch nicht zurückverfolgt werden, weshalb Christman erst gefunden wurde, als die Romacks, auf deren Sohn Christman aufpassen sollte, zurück nach Hause gekommen waren.</p>



<p>Der 3-jährige Gregory Romack schlief in seinem Bett und blieb unversehrt. Der Täter wurde nie gefasst.</p>



<p>Die urbane Legende „The Babysitter and the Man Upstairs“ verbreitete sich besonders in den 60er Jahren. Da Babysitterinnen oft im schul- oder collegealter waren – die perfekte Zielgruppe für urbane Legenden – erfreute sich die Geschichte großer Beliebtheit und verbreitete sich wie ein Lauffeuer.</p>



<p>Sie inspirierte u. a. dem Horrorfilm „Das Grauen kommt um 10“ („When a Stranger Calls“) von 1979 und fand in allerlei anderen Filmen wie „Halloween“ oder „Scream“ Verwendung.</p>



<p>Auch heute ist die Legende noch eine beliebte Gruselgeschichte, die oft erzählt wird. Ich bezweifle jedoch stark, dass viele ihrer Erzähler oder Zuhörer von dem Fall Janett Christman wissen – dem wahren Horror hinter der Legende.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em><strong>Was haltet ihr von Die Babysitterin? Kanntet ihr die Legende bereits? Hat euch die Geschichte trotzdem gefallen? Wie hättet ihr an Janes Stelle reagiert? Schreibt es in die Kommentare!</strong></em></p>



<p><em><strong>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</strong></em></p>
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		<title>Der Bunny Man (überarbeitet):</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Apr 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er sah genauso aus, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Das weiße Fell seines Hasenkostüms war dreckig, der Kopf überdimensioniert, wie bei einem Maskottchen. Seine starre, lächelnde Fratze starrte mich leer an. Die Axt in seinen Händen sah alt aus und hatte einen hölzernen Griff. Der Bunny Man war real ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/bfcc16234ef747119785d80b5a417979" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Der Bunny Man war einer meiner ersten Beiträge. Ich hatte ihn 2019 als Oster Special hochgeladen. Passend zu Ostern habe ich mich daher entschieden, den alten Beitrag zu überarbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Gut gelaunt fuhr ich durch den dunklen Wald. Es gab hier zwar ab und ein Haus, aber nur wenige Straßenlaternen, weswegen ich ohne meine Scheinwerfer kaum etwas gesehen hätte. Die meisten Bäume, an denen ich vorbei fuhr, verschwanden in völliger Finsternis, sobald sie aus meinem Scheinwerferlicht verschwunden waren. Es beunruhigte mich nicht weiter. Ich war dunkle Wälder gewohnt.</p>



<p>Fröhlich trommelte ich im Takt mit den Fingern auf dem Lenkrad, während ich lautstark den Countrysong mitsang, der im Radio spielte. Erst, als mein Navi mir sagte, dass ich mein Ziel bald erreichen würde, schaltete ich Radio und Navi aus.</p>



<p>Ein Lächeln zog sich über meinen Lippen. Es lag aber nicht an meiner ausgelassenen Stimmung, sondern an meiner Vorfreude. Wenn ich recht hatte, würde ich heute Nacht etwas finden, wofür die anderen Geisterjäger mich endlich ernstnehmen mussten.</p>



<p>Auf dem letzten Stück der Strecke gab es überhaupt keine Straßenlaternen mehr. Um mich herum herrschte vollkommene Dunkelheit. Dann endlich tauchte eine Eisenbahnbrücke mit einem schmalen Tunnel vor mir auf: die Bunny Man Bridge.</p>



<p>Ich bemerkte einige „Parken verboten“-Schilder. Ich ignorierte sie. Für mein Video brauchte ich eine gute Beleuchtung.</p>



<p>Nachdem ich mein Auto so geparkt hatte, dass meine Scheinwerfer die Brücke gut sichtbar ausleuchteten, holte ich meine Kamera heraus. Ich richtete sie auf mein Gesicht.</p>



<p>„Hey. Peter Fanning hier. Ich bin heute, am Ostersonntag, dem 21. April 2019, bei der berühmten Bunny Man Bridge in Clifton, Virginia.“</p>



<p>Ich drehte meine Kamera, sodass sie auf die Brücke gerichtet war.</p>



<p>„Vor über einhundert Jahren soll genau hier, bei dieser Brücke, ein Gefangenentransporter, der eine Gruppe Insassen einer Nervenheilanstalt transportiert hatte, verunglückt sein. Die meisten Menschen starben, doch einige Insassen konnten entkommen. Darunter war auch Douglas J. Grifon, heute besser bekannt als der Bunny Man. Er soll eingewiesen worden sein, weil er sich an einem Ostersonntag, genau wie heute, ein Hasenkostüm angezogen und seine gesamte Familie mit einer Axt abgeschlachtet hat.“</p>



<p>Ich machte eine dramatische Pause, während ich den Motor ausschaltete, mir meine Stirnlampe aufsetzte und langsam ausstieg. Dann richtete ich die Kamera wieder auf mein Gesicht.</p>



<p>„Nachdem die Insassen von der Unfallstelle geflohen waren, wurden sofort Suchtrupps ausgesandt. Immerhin waren einige schlimme Verbrecher unter ihnen. Sie spürten acht der zehn Insassen auf. Alle, außer Douglas J. Grifon und einem Mann namens Marcus Wallster.</p>



<p>Die Polizei vermutete, die beiden seien entkommen und schrieb sie zur Fahndung aus. Es dauerte jedoch nicht lange, bis in der Nähe der Brücke Tierkadaver – hauptsächlich Hasen und Kaninchen – gefunden wurden, die übel zugerichtet waren.</p>



<p>Die Leute vermuteten, dass die geflohenen Insassen dahinter steckten, also sandte man weitere Suchtrupps aus. Diesmal wurden sie fündig: Sie fanden Marcus Wallster. Er war tot und genauso verstümmelt, wie die Hasen und Kaninchen.</p>



<p>Als man schließlich auch Douglas J. Grifon fand, war er völlig verdreckt und blutüberströmt. Die Polizei versuchte, ihn festzunehmen, doch der Insasse rannte davon. Bevor sie ihn daran hindern konnten, kletterte er den Bahndamm hinauf auf die Bunny Man Bridge, wo er von einem Zug erfasst wurde. Es heißt, dass er dabei wie wahnsinnig gelacht habe und sein Lachen selbst nach seinem Tod noch einen Moment nachklang.“</p>



<p>Jetzt betrat ich den Tunnel unter der Brücke. Dem „Betreten verboten!“-Schild schenkte ich genauso viel Beachtung, wie dem Parkverbot.</p>



<p>„Wenn man der Legende glaubt, soll hier, direkt über mir, vor über einhundert Jahren ein wahnsinniger Mörder gestorben sein. Und es heißt, dass sein Geist noch immer hier herumspukt und seine Opfer fordert.“</p>



<p>Jetzt sah ich mich im Tunnel genauer um. Ich hielt die Kamera vor mich, sodass sie das aufnahm, was auch ich sehen konnte.</p>



<p>Meine anfängliche Erwartung schwand jedoch schnell wieder. Der Tunnel war nur wenige Meter lang und war sehr unauffällig. Er hatte schlichte, weiße Wände. An einigen Stellen waren Sachen an die Wand gekritzelt, aber es gab hier nicht einmal Graffiti.</p>



<p>Davon wollte ich mich jedoch nicht entmutigen lassen. Einige Legenden handelten zwar von dem Tunnel, aber in den meisten ging es um den Wald in der Umgebung. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich etwas abseits der Straße umzusehen.</p>



<p>Als ich mich von der Straße entfernte, sah ich mich fast durchgehend um – nicht, weil ich Angst hatte, sondern weil ich nichts übersehen wollte. Meine Stirnlampe war weit uns breit die einzige Lichtquelle.</p>



<p>Während ich ging, versuchte ich, auf alles zu achten: jedes Rascheln, jedes Knacken, jedes auffällige Geräusch. Doch das einzige Rascheln und Knacken verursachte ich selbst. Ansonsten war es – abgesehen von gelegentlichen Vogelrufen – komplett still um mich herum.</p>



<p>Bald spürte ich, wie mich der Mut mehr und mehr verließ. War es ein Fehler gewesen, herzukommen? War Ostern vielleicht doch nicht der richtige Zeitpunkt?</p>



<p>Ich war kurz davor, aufzugeben, als mir plötzlich ein süßlicher Duft in die Nase stieg. Der Geruch war sehr schwach, doch ich kannte nur eine einzige Sache auf der Welt, die so roch: Verwesung.</p>



<p>Es war, als hätte ich meine Motivation auf einen Schlag zurückbekommen. Natürlich wusste ich, dass etwas Verwesendes im Wald nichts allzu Seltenes war, aber ich würde nicht mit gutem Gewissen heimfahren können, ehe ich nicht wusste, woher der Geruch kam.</p>



<p>In den nächsten paar Minuten irrte ich ziellos durch den Wald. Ich verließ mich voll und ganz auf meine Nase, während ich versuchte, den Ursprung des Geruchs auszumachen. Als der Gestank schließlich so intensiv war, dass ich würgen musste, sah ich mich näher um.</p>



<p>Ich suchte systematisch den Boden ab. Nichts. Dann suchte ich in den Bäumen, drehte mich im Kreis, während ich versuchte, nichts auszulassen. Und dann sah ich es: Keine fünf Meter von mir entfernt, hing etwas in den Ästen. Ungläubig hielt ich die Kamera darauf, während ich darauf zu ging. Es waren die Überreste eines Hasen. Er hatte kein Fell, keine Haut mehr auf den Muskeln und Knochen. Seine Organe waren entnommen worden. Doch was viel wichtiger war: Er wies Bissspuren auf – menschliche Bissspuren!</p>



<p>„Wisst ihr noch, als ich vorhin von verstümmelten Hasen geredet habe?“, fragte ich aufgeregt in die Kamera. „Das hier ist einer davon. Kein Scheiß. Ihr könnt es googeln. Sie sollen genauso aussehen: gehäutet und ausgeweidet. Und seht ihr das hier?“ Ich zeigte auf die Bissspuren. „Wenn mich nicht alles täuscht, war das ein Mensch.“</p>



<p>Ich war völlig aus dem Häuschen, fast schon euphorisch. War das hier wirklich echt?</p>



<p>„Verdammt, ich wusste es“, fuhr ich begeistert fort. „Die meisten Leute kommen im Oktober her, weil sie glauben, dass der Bunny Man sich nur zu Halloween zeigt. Wenn man sich mit seiner Vergangenheit beschäftigt, findet man jedoch schnell heraus, dass er nichts mit Halloween zu tun hat, dafür aber einiges mit Ostern. Immerhin hat er zu Ostern seine Familie ermordet.</p>



<p>Klar, einige Leute sagen, der Bus sei zu Halloween verunglückt oder Douglas J. Grifon am 31. Oktober gestorben, aber das ist Schwachsinn. Die Leute verlegen gruselige Sachen immer auf Halloween. Nein. Ich war mir sicher, wenn der Bunny Man tatsächlich auftaucht, muss es zu Ostern passieren. Und jetzt habe ich den Beweis.“</p>



<p>Noch ehe ich den Satz zu Ende gesprochen hatte, ertönte plötzlich ein Rascheln hinter mir. Es klang wie Schritte.</p>



<p>Schnell drehte ich mich um. Ich schwenkte die Kamera bei jeder Bewegung mit, damit ich bloß nichts verpasste. Dann ein Rascheln rechts von mir. Wieder fuhr ich herum. Jetzt links!</p>



<p>Während ich mich umdrehte, glaubte ich für einen kurzen Moment, etwas Weißes aufblitzen zu sehen. Als ich mich in der Richtung jedoch genauer umsah, konnte ich nichts Ungewöhnliches entdecken. Hatte ich es mir eingebildet?</p>



<p>Schnell pausierte ich die Aufnahme auf meiner Kamera. Mit vor Aufregung zittrigen Händen startete ich die Videovorschau und spulte vor. Ich sah, wie ich durch den Wald irrte, schließlich den Kadaver fand und mich hektisch umdrehte. Jetzt ließ ich die Aufnahme in Echtzeit ablaufen. Das Rascheln war deutlich zu hören. Auch hörte ich mich atmen – schwerer, als es mir vorgekommen war. Ich drehte mich hin und her und &#8230; Da! Langsam spulte ich Frame für Frame zurück, bis ich es deutlich erkennen konnte: Da war etwas Weißes auf dem Bildschirm, mitten in der Dunkelheit, nur erhellt vom Schein meiner Stirnlampe.</p>



<p>Ich versuchte, genauere Umrisse zu erkennen, doch auf den wenigen Frames, auf denen es drauf war, war nur ein verschwommener Fleck zu sehen. Aber er war groß. Größer als jedes bekannte Tier, das in diesen Wäldern lebte. Um ganz sicherzugehen, verglich ich die Abbildung auf der Kamera mit dem Wald vor mir. Es dauerte nicht lange, bis ich die Stelle wiedergefunden hatte. Von etwas Weißem war nichts zu sehen.</p>



<p>Eigentlich hätte ich mich über den Fund freuen müssen. Mein erster solider Hinweis auf die Existenz des Bunny Man. Stattdessen spürte ich bloß, wie sich Unbehagen in mir ausbreitete.</p>



<p>Hatte ich nicht genau das gewollt? War ich nicht extra hergekommen, um den Bunny Man zu finden? Trotzdem &#8230; Was hatte ich mir dabei nur gedacht, allein herzukommen, nicht einmal eine Waffe mitzunehmen? Immerhin war der Bunny Man der Geist eines wahnsinnigen Killers.</p>



<p>Ich versuchte, mich zu beruhigen, langsam zu atmen, doch es war zu spät. Ich war bereits dabei, in Panik zu verfallen.</p>



<p>Ein erneutes Rascheln in meiner Nähe ließ mich zusammenzucken. Ich steckte die Kamera in meine Jackentasche, um die Hände frei zu haben. Dann entschied ich mich um und hob einen dicken Stock auf, um etwas zur Verteidigung in der Hand zu haben. Aber konnte ich mich wirklich gegen einen Geist verteidigen?</p>



<p>Ich entschied, es nicht darauf ankommen zu lassen. Doch aus welcher Richtung war ich gekommen? Wo stand mein Auto? Auf der Suche nach dem Kadaver hatte ich völlig die Orientierung verloren.</p>



<p>Erneut irrte ich durch den Wald, hatte bei jedem Schritt das Gefühl, das mich jemand verfolgte. Ich suchte nach irgendetwas, das mir bekannt vorkam. Aber ich war kein Pfadfinder, hatte mich nie für solche Dinge interessiert. Für mich sah ein Baum aus wie der andere.</p>



<p>Als ich bei meinem Herumirren schließlich etwas Großes, Dunkles sah, das sich über den gesamten Horizont zu erstrecken schien, rannte ich darauf zu. Die dunkle Wand aus Kieseln entpuppte sich schnell als der Bahndamm. Er kam mir wie ein Segen vor. Ich müsste ihm nur folgen und würde bald wieder zurück zur Straße finden.</p>



<p>Jetzt ging ich in einen Sprint über. Das trockene Laub und die Äste unter meinen Füßen machten einen riesen Lärm, während ich sie aufwirbelte. Das Licht meiner Stirnlampe sprang bei jedem Schritt. Es war mir egal. Ich wollte bloß weg von hier.</p>



<p>Schließlich konnte ich die Straße vor mir sehen. Ich kämpfte mich durch einige Büsche, um keinen Umweg gehen zu müssen, bevor ich endlich festen Asphalt unter den Füßen spürte. Ich hatte es geschafft.</p>



<p>Meine Erleichterung schwand jedoch genauso schnell, wie sie gekommen war.</p>



<p>„Was machst du hier? Das ist Privatgelände. Betreten verboten“, rief eine krächzende Stimme links von mir. Sie war leicht gedämpft. Außerdem klang in ihr ein Hauch von Wahnsinn mit.</p>



<p>Als ich mich zum Tunnel umdrehte, krampfte sich mein Magen zusammen: Eine weiße Gestalt stand dort mitten im Tunneleingang.</p>



<p>Er sah genauso aus, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Das weiße Fell seines Hasenkostüms war dreckig, der Kopf überdimensioniert, wie bei einem Maskottchen. Seine starre, lächelnde Fratze starrte mich leer an. Die Axt in seinen Händen sah alt aus und hatte einen hölzernen Griff. Der Bunny Man war real.</p>



<p>Für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich darüber nach, meine Kamera hervorzuholen. Ich entschied mich jedoch lieber dazu, den Stock, den ich noch immer bei mir hatte, kampfbereit in beide Hände zu nehmen.</p>



<p>„Wenn du näher kommst, schlage ich dir den Schädel ein!“, brüllte der Bunny Man. Dann kam er schnellen Schrittes auf mich zu, obwohl ich mich keinen Zentimeter bewegt hatte.</p>



<p>Panisch warf ich den Stock zu Boden. Ich konnte mir nichts mehr vormachen. Mit einem Stock könnte ich mich nicht verteidigen. Stattdessen sprintete ich zu meinem Auto. Ich öffnete die Fahrertür und sprang hinein. Dann verriegelte ich sie von innen.</p>



<p>Während ich versuchte, den Schlüssel ins Zündschloss zu schieben, starrte ich nach draußen, um zu sehen, wie weit der Bunny Man noch entfernt war. Das war ein Fehler. Nicht nur, dass ich den Bunny Man nirgends sehen konnte, ich verfehlte auch noch das Zündschloss und ließ dabei den Schlüssel fallen. Er verschwand mit einem Klimpern im Fußraum.</p>



<p>„Shit, Shit, Shit!“, fluchte ich laut, während ich mich vorbeugte, um den Boden abzutasten. Wieso musste mein Auto nur so verdammt klein sein?</p>



<p>Meine Hand berührte etwas Metallisches. Doch in genau dem Moment, in der sich meine Finger um den Schlüssel schlossen, sah ich eine Bewegung vor meinem Fenster.</p>



<p>Ein lautes Klirren ertönte und ich spürte, wie Scherben von der Seite auf mich herabregneten. Der Bunny Man hatte mit seiner Axt die Fahrerscheibe eingeschlagen.</p>



<p>Besagte Axt steckte jetzt in meiner Kopfstütze. Hätte ich mich nicht gebückt, um nach dem Schlüssel zu greifen, wäre ich jetzt tot gewesen. Doch was viel wichtiger war: Die Axt schien festzustecken. Der Bunny Man hatte Probleme damit, sie freizubekommen.</p>



<p>Ich reagierte sofort. In dem Moment, wo er die Axt freibekam, schaffte ich es, meine Hände um den hölzernen Griff zu schließen. Der Autoschlüssel fiel in meinem Schoß.</p>



<p>Der Bunny Man und ich rangen um die Axt, aber ich hatte einen Vorteil: Der Stoff des Hasenkostüms schien keinen guten Halt zu finden und so rutschte die Axt Stück für Stück aus seinen Händen.</p>



<p>Als ich es endlich schaffte, sie loszureißen, geschah es mit solch einem Ruck, dass ich mir mit der Schneide quer durch die Nase schnitt. Blut quoll sofort aus der Wunde.</p>



<p>Obwohl es höllisch wehtat, beachtete ich es nicht weiter. Stattdessen warf ich die Axt in den Fußraum des Beifahrersitzes, nahm den Schlüssel von meinem Schoß und schob ihn ins Zündschloss – diesmal achtete ich darauf, es wirklich zu treffen.</p>



<p>Der Motor startete sofort, während etwas Weißes durch das kaputte Fenster schoss. Ich wich den Armen des Bunny Man aus, während ich das Gaspedal durchtrat.</p>



<p>Ich weiß nicht, wie ich es schaffte, den Armen auszuweichen und gleichzeitig zu lenken, doch es sah gut aus. Mein Auto steuerte genau auf die Tunnelöffnung zu. Gleichzeitig drohten die Arme des Bunny Man, die jetzt panisch nach Halt suchten, aus dem Auto gerissen zu werden – zumindest, bis sie den unteren Teil des Lenkrads zu packen bekamen.</p>



<p>Dann ging alles sehr schnell: Ich spürte, wie der Wagen nach rechts gerissen wurde, während mein Körper nach links geschleudert wurde. Dann prallte das Auto gegen die Wand des Tunneleingangs und ich spürte, wie mein Kopf hart aufschlug.</p>



<p>Benommen lag ich auf dem Lenkrad. Ich fühlte eine warme Flüssigkeit an meiner Schläfe kleben. Der Airbag war nicht ausgelöst worden. Ich blinzelte mehrfach, während ich versuchte, mich aufzurichten, doch ein stechender Schmerz in meinem Kopf und meinem Nacken hinderten mich an jeder weiteren Bewegung.</p>



<p>Selbst, als der Bunny Man ans Fenster trat, konnte ich nichts tun, als zusehen. Tränen verschleierten meine Sicht, als ich sah, wie er sich mit seinem starren, trostlosen Lächeln langsam zu mir beugte.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Der Bunny Man (englisch für „Hasenmann“), auch Bunnyman geschrieben, ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus den USA. Sie handelt von einem Serienmörder, der ein Hasenkostüm trägt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Der Bunny Man ist in den meisten Fällen ein als Hase verkleideter Mann oder der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> eben dieses Mannes. Das Hasenkostüm kann je nach Geschichte variieren – mal ist es blutig, mal verdreckt, mal ist es weiß, mal hat es eine andere Farbe. Nur in sehr wenigen Versionen trägt der Bunny Man kein Kostüm.</p>



<p>Auch die Waffe, die er stets bei sich trägt, kann sich von Version zu Version unterscheiden. Am häufigsten ist es jedoch eine Axt oder ein Beil.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Der urbanen Legende zufolge treibt sich der Bunny Man im Wald nahe der nach ihm benannten Bunny Man Bridge herum. Dort soll er sich – sofern er noch lebt – von Hasen, Kaninchen und anderen kleinen Tieren ernähren, die er jagt, häutet, ausweidet und roh anknabbert.</p>



<p>Angeblich kann man die verstümmelten Tierkadaver häufig in den Bäumen nahe der Bunny Man Bridge hängen sehen.</p>



<p>Doch der Bunny Man jagt nicht nur Tiere. Sollte sich ein Mensch – besonders zu <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> – nachts in dem Wald herumtreiben, greift der Bunny Man auch ihn an.</p>



<p>Wenn er ihn erwischt – so heißt es – tötet er ihn mit seiner Axt, häutet ihn, weidet ihn aus, knabbert ggf. an ihm und hängt ihn in die Bäume oder an die Brücke.</p>



<p>Besonders häufig sollen Kinder und Jugendliche zu seinen Opfern zählen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Es heißt, dass der Bunny Man hauptsächlich in der Nähe des Colchester Overpass, einer Eisenbahnbrücke in Clifton, Virginia, USA, gesichtet wird. Daher nennt man die Brücke auch Bunny Man Bridge.</p>



<p>Dieser Name ist so weit verbreitet, dass die Brücke inzwischen sogar auf Google Maps unter diesem Namen zu finden ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Die urbane Legende:</h4>



<p>Es ranken sich zahlreiche Legenden um den Ursprung des Bunny Man. Häufig ist eine haarsträubender als die andere. Die beliebteste Legende handelt von einem entflohenen Insassen einer Irrenanstalt.</p>



<p>Ein Mann namens Douglas J. Grifon wurde angeblich Ende des 19. oder Beginn des 20. Jahrhunderts in eine Irrenanstalt in Clifton, Virginia eingewiesen, nachdem er seine Familie an einem Ostersonntag ermordet hat, während er ein Hasenkostüm trug.</p>



<p>Als die Irrenanstalt 1904 jedoch geschlossen wurde, sollten die Insassen in eine andere Anstalt verlegt werden. Bei dem Transport verunglückte einer der Busse jedoch am Colchester Overpass – der späteren Bunny Man Bridge.</p>



<p>Die meisten Leute starben bei dem Unfall, während es zehn Insassen – darunter auch Douglas J. Grifon – schafften, zu entkommen. Je nach Version wurden acht oder neun von ihnen von Suchtrupps aufgespürt. Douglas J. Grifon bliebt jedoch verschollen.</p>



<p>In den folgenden Wochen wurden immer wieder gehäutete, halb gegessene Tierkadaver gefunden, die in den Bäumen hingen, woraufhin weitere Suchtrupps losgeschickt wurden.</p>



<p>Sie fanden jedoch nur einen Mann namens Marcus Wallster – je nach Version ein Unbeteiligter oder der zweite vermisste Insasse. Er war genau wie die Hasen gehäutet, ausgeweidet und zum Teil gegessen worden, bevor er in einen der Bäume gehängt wurde. Von Douglas J. Grifon fehlte weiterhin jede Spur.</p>



<p>Je nach Geschichte hat die Polizei Grifon entweder nie gefunden oder ihn schließlich am Colchester Overpass, wo auch der Bus verunglückt war, aufgespürt. Sie schafften es jedoch nicht, ihn zu verhaften, da er auf die Gleise rannte, wo er von einem Zug erfasst wurde. Es heißt, dass er dabei wie verrückt gelacht habe. In manchen Versionen soll sein Lachen sogar noch zu hören gewesen sein, als der Zug ihn bereits erwischt hatte.</p>



<p>Seitdem sollen in der Gegend angeblich immer wieder verstümmelte Tierkadaver oder sogar menschliche Opfer gefunden worden sein, die nahe der Bunny Man Bridge in den Bäumen oder an der Brücke selbst hingen.</p>



<p>Einige Leute behaupten sogar, man könne in manchen Nächten eine schattenhafte Gestalt unter der Brücke sehen.</p>



<p>Inzwischen wurde diese Variante als falsch entlarvt. Zum einen gab es Anfang des 20. Jahrhunderts keine Irrenanstalt in Clifton, zum anderen wurde der Colchester Overpass erst 1906 gebaut.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was tatsächlich geschah:</h4>



<p>Die urbane Legende des Bunny Man entstand erst in den 1970er Jahren. Damals gab es zwei Polizeieinsätze, die die Legende inspiriert haben.</p>



<p>1970 war ein Ehepaar zu Besuch bei einem Verwandten in Burke, Virginia. Das Paar saß nachts im stehenden Auto, als plötzlich ein Mann mit einem Beil aufgetaucht war. Er beschuldigte die beiden, dass sie sich unbefugt auf dem Grundstück befänden, bevor er sein Beil durch eines der geschlossenen Autofenster warf. Das Paar blieb unverletzt, doch der Mann konnte fliehen. Das Einzige, was man von ihm fand, war das Beil, das im Auto am Boden lag. Der Polizei erzählte der Mann schließlich, dass der Täter weiß gekleidet war und Hasenohren auf dem Kopf trug, während die Frau der Meinung war, dass es auch eine weiße Kapuze hätte sein können.</p>



<p>Der zweite Vorfall ereignete sich ebenfalls in Burke etwa zwei Wochen später. Ein Wachmann ertappte einen als Hasen verkleideten Mann mit einem Beil auf der Veranda eines noch unbewohnten Neubaus. Als der Verkleidete den Wachmann sah, beschuldigte er ihn, sich unbefugt auf dem Grundstück zu befinden und drohte, ihm den Schädel einzuschlagen, bevor er begann, mit seinem Beil auf einen der Verandapfosten einzuhacken.</p>



<p>Als der Wachmann zu seinem Auto rannte, um eine Waffe zu holen, rannte der Verkleidete in einen nahegelegenen Wald. Wieder konnte er fliehen.</p>



<p>Nach den beiden Vorfällen gab es in kurzer Zeit insgesamt über 50 weitere Sichtungen des Bunny Man in Virginia, die jedoch nicht belegt werden konnten. Der Täter wurde nie gefasst.</p>



<p>Kurz darauf begannen die Leute – hauptsächlich Jugendliche – die urbane Legende des Bunny Man zu erzählen.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Was haltet ihr von dem Bunny Man? Kann es wirklich der Geist eines Verrückten oder Mörders sein? Ist an der „Bunny Man Bridge“ überhaupt etwas dran? Oder denkt ihr, dass es nur ein Mensch in einem Hasenkostüm war, der zu der Entstehung der Legende geführt hat? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/bunny-man">Der Bunny Man (überarbeitet):</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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