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	<title>Creepypasta-Geschichten Archiv - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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	<title>Creepypasta-Geschichten Archiv - Geister und Legenden</title>
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		<title>The Clown Statue – der Babysitter und der Clown (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 May 2025 13:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Nancy! Hol sofort die Kinder und verschwindet aus dem Haus! Hast du mich verstanden?“, die Panik in seiner Stimme ließ in mir alle Alarmglocken läuten.<br />
„Ich … Mr. Brooks, was ist denn los?“, fragte ich verwirrt …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/clown-statue">The Clown Statue – der Babysitter und der Clown (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>„The Clown Statue“ oder „The Babysitter and the Clown“ ist eine bekannte <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">urbane Legende</a>, die sich irgendwann in den 70er bis 90er Jahren zugetragen haben soll.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Ich seufzte erleichtert, während ich das Licht ausschaltete. „Gute Nacht, ihr kleinen Monster“, flüsterte ich in den Raum.</p>



<p>Ich warf den beiden schlafenden Gören einen letzten Blick zu. Natürlich. Jetzt wo sie schliefen, wirkten sie wie die liebsten Engel der Welt. Der Anblick zauberte mir sogar ein Lächeln auf die Lippen.</p>



<p>Es hatte heute jedoch ewig gedauert, Leyla und Amy ins Bett zu bekommen. Sie waren zwei kleine Mädchen, das eine neun, das andere sechs. Die Neunjährige war weniger das Problem gewesen, aber Leyla wollte partout nicht die Augen schließen. Es hatte zwei ganze Bilderbücher, das Beantworten unzähliger „Warum?“-Fragen und jede Menge Nerven gebraucht, bis sie endlich eingeschlafen war.</p>



<p>Nachdem ich die Tür angelehnt hatte – sie musste immer einen spaltbreit offenbleiben, damit das Flurlicht ins Zimmer fiel –, schlich ich zurück ins Wohnzimmer. Sofern die beiden Mädchen nicht wach wurden, hatte ich den restlichen Abend das Haus für mich allein.</p>



<p>Es war nicht das erste Mal, dass ich bei den Brooks Babysitten war. Daher wusste ich, dass der einzige Fernseher mit Kabelanschluss im Schlafzimmer der Eltern stand. Aber natürlich wollte ich nicht einfach so in ihre Privatsphäre eindringen. Also ging ich zum Telefon im Wohnzimmer. Mr. Brooks hatte seine Handynummer auf einem Post-it daneben hinterlegt.</p>



<p>Ich nahm den Hörer ab und tippte sie ins Telefon. ‚<em>Tuuut, tuuut, tuuut</em>‘, ertönte das Freizeichen. Ich spielte mit der Telefonschnur, während ich wartete – eine Angewohnheit, die ich mir angeeignet hatte, seit ich ein eigenes Telefon auf meinem Nachttisch hatte.</p>



<p>„Hallo?“, meldete sich Mr. Brooks am anderen Ende.</p>



<p>„Hi, hier ist Nancy“, sagte ich.</p>



<p>„Nancy? Alles in Ordnung? Ist etwas mit den Kindern?“</p>



<p>Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Den Kindern geht es gut. Sie schlafen jetzt. Ich wollte nur fragen, ob ich den Fernseher benutzen darf.“</p>



<p>„Ah. Ja“, Mr. Brooks klang erleichtert. „Natürlich. Aber lass die Tür bitte offen und stell ihn nicht zu laut, damit du die Kinder hören kannst. Leyla hat in letzter Zeit häufig Albträume.“</p>



<p>„Ja. Klar. Das mach‘ ich“, erwiderte ich schnell. „Vielen Dank Mr. Brooks. Ihnen und Ihrer Frau einen schönen Abend noch!“</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Wenige Augenblicke später ging ich zum Schlafzimmer. Ich hatte mir eine Cola geholt und balancierte einen Teller mit Keksen in der anderen Hand, während ich mit dem Ellenbogen die Tür öffnete.</p>



<p>Das Zimmer lag dunkel vor mir. Das wenige Licht, das von irgendeiner Straßenlaterne ins Fenster schien, reichte gerade so aus, dass ich eine dunkle Silhouette am anderen Ende des Raumes auf einem Stuhl sitzen sah.</p>



<p>Ich erstarrte. Natürlich wusste ich, dass das kein Mensch sein konnte. Immerhin war ich mit den Kindern allein im Haus. Trotzdem traute ich mich nicht, die Augen von dem Umriss zu nehmen, während ich mit dem Ellenbogen nach dem Lichtschalter tastete.</p>



<p><em>Klick.</em> Ein Clown kam zum Vorschein. Gerade noch so konnte ich einen Aufschrei unterdrücken und verhindern, dass ich die Cola fallenließ – zum Glück, denn sonst wären die Kinder sicher wach geworden. So fielen lediglich einige Kekse zu Boden.</p>



<p>Ich beachtete sie nicht weiter. Stattdessen trat ich ungläubig in den Raum, während meine Augen gebannt auf den Clown gerichtet waren. Es war eine menschengroße Statue, die in der Ecke auf einem Stuhl saß.</p>



<p>„Was zur Hölle …?“, murmelte ich. Ich konnte mir nicht erklären, wieso irgendwer so ein gruseliges Ding im Haus, geschweige denn in seinem Schlafzimmer haben wollte. Die Brooks standen zwar auf allerlei Kitsch, aber das hätte ich selbst ihnen nicht zugetraut.</p>



<p>Schnell stellte ich meine Cola und die Kekse auf den Boden. Auch hob ich die Kekse auf, die mir runtergefallen waren. Anschließend näherte ich mich langsam dem Clown in der Ecke.</p>



<p>Ich kniff die Augen zusammen, während ich auf ihn zuging. So ungern ich es zugab, war die Statue wirklich unglaublich gut gearbeitet. Die Haare bestanden aus einzelnen Kunstfasern, die Augen hatten einen lebensechten Glanz und sogar die geschminkte Haut wies einige wenige Falten auf. Kurz überlegte ich, den Clown zu berühren. Aber zum einen wollte ich nicht so nah an ihn herantreten, zum anderen musste er ziemlich teuer gewesen sein. Also entschied ich, die gruselige Statue zu ignorieren, und wandte mich dem Fernseher zu.</p>



<p>Es war ein großer Röhrenfernseher ohne eigene Fernbedienung. Man musste die Knöpfe unter dem Display nutzen, um ihn einzuschalten, den Kanal zu wechseln oder die Lautstärke zu verändern.</p>



<p>Ich schaltete durch die Kanäle, auf der Suche nach irgendetwas, das spannend klang. Um die Uhrzeit liefen die meisten Filme schon eine Viertelstunde – ihr müsst wissen, dass es damals noch kein Netflix oder Ähnliches gab. Auch konnte man die Filme im Fernsehen nicht pausieren oder gar zurückspulen. Trotzdem fand ich bald einen Film, der interessant genug aussah. Es ging um einen kleinen Jungen, der einen Außerirdischen bei sich zuhause versteckte.</p>



<p>Während ich den Film sah, Cola trank und meine Kekse knabberte, wanderte mein Blick jedoch wieder und wieder zu dem Clown zurück. Ich fand es albern, aber ich konnte nichts dagegen tun. Den Film wirklich genießen konnte ich in diesem gruseligen Zimmer jedenfalls nicht.</p>



<p>Für einen Augenblick überlegte ich, einfach die Bettdecke über die Clown-Statue zu werfen, damit ich sie nicht mehr sehen musste. Aber so gerne ich das auch getan hätte, hätte es wahrscheinlich seine Haare ruiniert. Im schlimmsten Fall wäre sogar etwas kaputtgegangen.</p>



<p>Also seufzte ich bloß und versuchte weiter, dieses furchtbare Ding zu ignorieren. Es gelang mir nur mäßig. Um genau zu sein, fühlte ich mich in dem Raum immer unwohler, je häufiger ich zu der Statue sah, hatte manchmal das Gefühl, dass sie sich minimal bewegte.</p>



<p>Ich schüttelte den Kopf. „Jetzt beruhig dich, Nancy. Sonst machst du dich noch verrückt“, zischte ich mir zu.</p>



<p>Den Film beachtete ich inzwischen jedenfalls kaum noch. Ich überlegte bereits, ob ich nicht doch lieber zurück ins Wohnzimmer gehen solle, starrte gedankenverloren die Clown-Statue an, als ich ruckartig zurück ins Hier und Jetzt gerissen wurde: Hatte der Clown gerade geblinzelt?</p>



<p>Ich musste es mir eingebildet haben. Trotzdem sprang ich fast sofort auf. Ich wollte keine Sekunde länger mit diesem Ding in einem Zimmer bleiben.</p>



<p>Mit schnellen Schritten ging ich aus dem Zimmer, ließ den Fernseher und das Licht an, schloss jedoch die Tür hinter mir, ehe ich weiter zum Wohnzimmer lief. Dort eilte ich schnurstracks zum Telefon. Ich wählte erneut die Nummer von Mr. Brooks.</p>



<p>Wieder spielte ich an der Telefonschnur, während ich wartete. Diesmal jedoch aus Nervosität.</p>



<p>Ich hatte mir noch nicht einmal richtig überlegt, was ich sagen sollte, da meldete sich auch schon eine vertraute Stimme. „Hallo?“, sagte Mr. Brooks.</p>



<p>„Hey Mr. Brooks, Nancy nochmal. Es tut mir leid, dass ich Sie noch einmal störe, aber dürfte ich vielleicht ihre Clown-Statue mit einem Laken zudecken? Sie macht mich furchtbar nervös. Ich mochte Clowns noch nie und …“</p>



<p>„Was?“, unterbrach mich Mr. Brooks.</p>



<p>„Es ist albern, ich weiß. Und die Figur ist wirklich großartig gearbeitet. All die Details. Sie sieht so echt aus …“</p>



<p>„Nancy, wovon redest du?“, unterbrach mich Mr. Brooks erneut.</p>



<p>„Na diese lebensgroße Statue bei Ihnen im Schlafzimmer. Der Clown?“</p>



<p>Stille.</p>



<p>„Mr. Brooks, sind Sie noch da?“, hakte ich nach.</p>



<p>„Nancy! Hol sofort die Kinder und verschwindet aus dem Haus! Hast du mich verstanden?“, die Panik in seiner Stimme ließ in mir alle Alarmglocken läuten.</p>



<p>„Ich … Mr. Brooks, was ist denn los?“, fragte ich verwirrt.</p>



<p>„Meine Güte, Harold!“, hörte ich jetzt Mrs. Brooks‘ Stimme im Hintergrund. „War da nicht vor kurzem etwas in der Zeitung? Über einen entflohenen Mörder aus der Nervenheilanstalt? Da stand nichts von einem Clown, aber …“</p>



<p>„Mr. Brooks, ich verstehe nicht!“, sagte ich jetzt laut in den Hörer. Die Panik der beiden war inzwischen auf mich übergegangen.</p>



<p>„Nancy!“, erwiderte Mr. Brooks laut. „Wir besitzen keine Clown-Statue!“</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>The Clown Statue, auch „The Babysitter and the Clown“ oder „The Babysitter and the Clown Statue“ genannt, ist eine urbane Legende aus Amerika.</p>



<p>Sie ist als Gruselgeschichte weltweit verbreitet und wurde bereits in mehreren <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/creepypasta">Creepypasta</a> aufgegriffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p>Der Täter in The Clown Statue ist ein als Clown verkleideter Mann. Sein genaues Aussehen sowie sein Hintergrund können jedoch variieren.</p>



<p>In manchen Versionen ist er ein Entflohener aus einer Nervenheilanstalt, in anderen ein Obdachloser, ein Mörder oder sogar ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geist</a>.</p>



<p>Der Grund, warum er als Clown verkleidet ist, wird hingegen so gut wie nie erwähnt.</p>



<p>Außerdem gibt es viele Geschichten, in denen der Mann zusätzlich als kleinwüchsig beschrieben wird, was wohl die Verwechslung mit einer Statue erklären soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Wie bei den meisten urbanen Legenden dieser Art kann die Geschichte von Erzählung zu Erzählung variieren, die Grundhandlung von The Clown Statue ist aber immer sehr ähnlich.</p>



<p>Ein Elternpaar ist einen Abend nicht zuhause und hat daher eine Babysitterin, seltener einen Babysitter, engagiert, die auf die Kinder (meist sind es eines oder zwei) aufpassen soll. Sie erlauben ihr, in ihrem Schlafzimmer fernzusehen, nachdem die Kinder im Bett sind, was die Babysitterin auch tut.</p>



<p>Im Schlafzimmer der Eltern sieht die Babysitterin eine lebensgroße Clown-Statue stehen, deren lebensechtes Aussehen ihr Unbehagen bereitet. Zu Beginn versucht sie noch, sie zu ignorieren, aber als sie ihren unheimlichen Anblick nicht länger aushält, verlässt sie das Schlafzimmer, um die Eltern anzurufen. Sie bittet sie entweder, im Wohnzimmer (das weiter von dem Kinderzimmer entfernt ist, als das Schlafzimmer der Eltern) fernsehen zu dürfen oder die Clown-Statue mit einer Decke oder einem Laken abdecken zu dürfen.</p>



<p>Es herrscht einige Sekunden Stille. Anschließend fordern die Eltern die Babysitterin auf, die Kinder zu holen und das Haus zu verlassen, da in ihrem Schlafzimmer keine Clown-Statue stehe.</p>



<p>In vielen Versionen endet die Geschichte an dieser Stelle. Es gibt aber auch Erzählungen, die die Handlung noch fortführen. Entweder, werden die Babysitterin und die Kinder oder nur die Kinder tot aufgefunden, oder aber sie entkommen aus dem Haus.</p>



<p>Ob der Täter anschließend gefasst wird oder nie gefasst werden kann, ist ebenfalls von Version zu Version unterschiedlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>The Clown Statue kommt ursprünglich aus den USA, daher gibt es auch viele Versionen der Geschichte, die hier spielen. Wie bei den meisten urbanen Legenden kommt es jedoch häufig vor, dass sie von den Erzählenden in die Nähe des Ortes, wo sie sich gerade befinden, verlegt wird. Daher kann sie theoretisch fast überall auf der Welt spielen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>The Clown Statue ist wahrscheinlich eine Abwandlung einer anderen Babysitter-Legende, die um einen Horrorclown ergänzt wurde.</p>



<p>Als Ursprung für die Legende wird auch häufig John Wayne Gacy genannt – ein Serienmörder und Vergewaltiger der 1970er Jahre.</p>



<p>Er wurde für die Vergewaltigung und den Mord von 33 Jugendlichen und jungen Männern verurteilt und ging mit der längsten Haftstrafe, die je über einen Serienmörder verhängt wurde, ins Guinness-Buch der Rekorde ein.</p>



<p>Gacy soll außerdem bei Straßenfesten als „Pogo der Clown“ in einem selbstgenähten Clownskostüm aufgetreten sein, weswegen er den Spitznamen „Killer-Clown“ bekam. Als Clown verkleidet soll er jedoch keine Morde begangen haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">The Clown Statue in der Popkultur:</h3>



<p>Wie bereits erwähnt ist The Clown Statue bereits in mehreren Creepypasta aufgegriffen worden. Außerdem gibt es einige Kurzfilme auf YouTube, die die Legende nachstellen.</p>



<p>Eine professionelle Produktion in Form eines Films oder einer Serie, die von der Legende handelt, ist mir jedoch nicht bekannt.</p>



<p><em>Was haltet ihr von The Clown Statue? Hat euch die Geschichte gefallen? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr beim Babysitten einen Clown völlig still in einem der Zimmer sitzen sehen würdet? Würdet ihr auch erst denken, dass es bloß eine Statue sei? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



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			</item>
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		<title>The Midnight Game – das Mitternachtsspiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Feb 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir legten die Zettel mit unseren Namen und unserem Blut davor auf den Boden, holten zwei Kerzen und stellten sie je auf den Zettel. Danach kramten wir die neuen Feuerzeuge hervor und zündeten sie einige Male an, um sicherzugehen, dass sie funktionierten. Sollte eines von beiden später versagen, könnte das unseren Tod bedeuten …</p>
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<p>The Midnight Game ist ein modernes <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/rituale" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ritual</a>, das vor etwas über 10 Jahren erstmals im Internet gepostet wurde. Da ich schon länger keinen Beitrag mehr über ein Ritual geschrieben habe, dachte ich, dass es sich gut für meinen nächsten Beitrag eignen würde.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Selbstverletzung<br>
&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>„Das ist kein Schönschreibwettbewerb“, kommentierte Mark mit einem Grinsen, während er mir dabei zusah, wie ich meinen Namen auf das Stück Papier zeichnete.</p>



<p>Ich ließ mich davon nicht aus der Ruhe bringen. Sorgfältig schrieb ich weiter. Hierbei wollte ich mir keine Unsauberkeit erlauben.</p>



<p>Mark war deutlich weniger zimperlich. Er schmierte seinen Namen auf das Papier, als wäre es ein Aufgabenzettel aus der Schule.</p>



<p>Nach einer gefühlten Ewigkeit war auch ich fertig. ‚Leonard Carsten Richter‘, stand in meiner schönsten Schrift da.</p>



<p>„Was jetzt?“, fragte ich.</p>



<p>Da hielt Mark mir auch schon eine Stecknadel entgegen. „Jetzt der Tropfen Blut“, sagte er.</p>



<p>Ich beobachtete ihn, wie er mehrere Anläufe nahm. Immer wieder führte er seine Nadel an den Zeigefinger, atmete tief durch, zögerte und traute sich dann doch nicht.</p>



<p>„Jetzt steck ihn schon rein“, scherzte ich bewusst zweideutig, nahm meine eigene Nadel und rammte sie mir, ohne innezuhalten, in den Daumen. Bei so etwas galt Augen zu und durch. Wenn man zögerte, kamen einem nur Gedanken, die einen davon abhielten.</p>



<p>Ich drückte die Haut um den Einstich zusammen, sodass ein Tropfen Blut daraus hervorquoll. Anschließend hielt ich ihn so dicht an das Papier mit meinem Namen, dass der Tropfen darauf landete.</p>



<p>Es war nur ein kleiner Tropfen, aber das musste genügen. Anschließend steckte ich meinen Daumen in den Mund. Sofort schmeckte ich den vertrauten eisernen Geschmack.</p>



<p>Als ich zu Mark sah, erkannte ich, dass auch er es endlich geschafft hatte.</p>



<p>Mit unseren Fingern in den Mündern warteten wir, bis das Blut in das Papier eingezogen war. Der erste Schritt des Rituals war vollendet.</p>



<p>Falls ihr euch fragt, was wir hier eigentlich machen, wir bereiten das Midnight Game vor. Es handelte sich dabei um ein altes heidnisches Ritual, mit dem man eine böse Entität namens the Midnight Man beschwören kann. So stand es zumindest im Internet. Wir hatten auf einer Creepypastaseite davon gelesen und waren beide hellauf begeistert.</p>



<p>Ihr müsst wissen, Mark und ich waren Fans vom Okkulten. Bereits in der Grundschule hatten wir zusammen das Bloody Mary Ritual durchgeführt, später versuchten wir dasselbe mit dem Candyman und sogar mit Hanako-san.</p>



<p>Passiert war natürlich nie etwas. Trotzdem könnt ihr euch unsere Begeisterung sicher vorstellen, als wir von „The Midnight Game“ erfahren hatten – einem dreieinhalbstündigen Ritual, das bei den Durchführenden zu schweren mentalen Schäden oder sogar dem Tod führen konnte.</p>



<p>Wirklich daran glauben taten wir natürlich beide nicht. Wir liebten allerdings den Nervenkitzel, die Momente, in denen man sich nie ganz sicher war, ob wir nicht vielleicht doch gerade in Lebensgefahr schwebten. Noch ahnten wir beide ja nicht, wie anders the Midnight Game werden würde …</p>



<p>Als Nächstes gingen wir noch einmal die Räume des alten Hauses ab, um sicherzugehen, dass nirgends mehr Licht brannte – eine der Regeln des Midnight Games. Die einzige Lichtquelle, die wir von Mitternacht bis 03:33 Uhr haben würden, war jeweils eine einzelne Kerze.</p>



<p>Anschließend gingen wir weiter zur Haustür. Sie war aus massivem Holz. Wir legten die Zettel mit unseren Namen und unserem Blut davor auf den Boden, holten zwei Kerzen und stellten sie je auf den Zettel. Danach kramten wir die neuen Feuerzeuge hervor und zündeten sie einige Male an, um sicherzugehen, dass sie funktionierten. Sollte eines von beiden später versagen, könnte das unseren Tod bedeuten.</p>



<p>Entschlossen zündeten wir die Kerzen an, ehe wir auch das Licht im Flur ausschalteten.</p>



<p>Mark holte sein Smartphone heraus. Er öffnete die Weltuhr. „In einer Minute ist Mitternacht. Genau zweiundzwanzig Sekunden vorher fangen wir mit dem Klopfen an“, erklärte er unnötigerweise. Den Plan hatten wir bestimmt schon ein Dutzend Mal durchgesprochen.</p>



<p>Um den Midnight Man zu beschwören, mussten wir genau zweiundzwanzig Mal gegen die Tür klopfen. Das letzte Klopfen musste dabei auf Punkt Mitternacht fallen.</p>



<p>Angespannt wartete ich, bis Mark anfing, die Sekunden anzusagen. „Noch zehn Sekunden. Fünf Sekunden. Drei, zwei, eins, jetzt!“</p>



<p>Sofort fingen wir mit dem Klopfen an.</p>



<p>„Eins, zwei, drei“, zählte Mark laut mit. Er hielt dabei den Blick stur auf sein Smartphone gerichtet, während er den Takt vorgab. „Neunzehn, zwanzig, einundzwanzig, zweiundzwanzig.“</p>



<p>Wie auf Kommando begann in genau diesem Moment die große Standuhr im Flur zu schlagen. ‚<em>Ding Dong, Ding Dong</em>‘, tönte sie laut. Ich zählte mit. Genau zwölf Schläge. Mitternacht.</p>



<p>Ich spürte, wie sich eine wohlige Gänsehaut über meinen Rücken zog. „Also dann“, sagte ich. „Mögen die Spiele beginnen.“</p>



<p>Mark griff nach der Türklinke und öffnete die Haustür. Anschließend beugten wir uns zu unseren Kerzen und pusteten sie aus.</p>



<p>Das war’s. Wir hatten dem Midnight Man gerade erlaubt, mein Elternhaus zu betreten.</p>



<p>Im nächsten Moment hörte ich, wie Mark die Haustür wieder schloss. Schnell kramte ich mein Feuerzeug hervor. Ich war froh, dass Mark in der Dunkelheit nicht sehen konnte, wie panisch ich an dem Feuerzeug fummelte, um die Flamme anzubekommen.</p>



<p>Im Kerzenschein sah ich, wie Mark mich angrinste. Genau wie ich steckte er voller angespannter Erwartung.</p>



<p>„Na los“, flüsterte er, „lass uns in Bewegung bleiben.“</p>



<p>Das war eine weitere Regel des Midnight Games. Wir durften niemals zu lange an einem Ort verweilen, oder der Midnight Man würde uns finden. Wenn er das tat, würden unsere Kerzen ausgehen. Dann hatten wir genau zehn Sekunden Zeit, die Flammen wieder zu entzünden. Sollten wir das hingegen nicht schaffen, mussten wir schnell einen schützenden Kreis aus Salz um uns ziehen. Ansonsten würden wir eines grausamen Todes sterben.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Am Anfang passierte noch nicht viel. Trotzdem kam mir das Haus völlig fremd vor. Obwohl ich hier schon seit fünfzehn Jahren wohnte, war es fast so, als erkannte ich die Räume im schwachen Licht unserer Kerzen nicht wieder. Nicht nur, dass die Möbel – die Schränke im Flur, die Stühle in der Küche, sogar die offenen Türen – nur als schemenhafte Umrisse auftauchten, auch waberten überall über die Wände Schatten, die im flackernden Licht fast lebendig wirkten.</p>



<p>Als wir das Wohnzimmer betraten, erstarrte ich. In einigen Metern Entfernung starrten uns zwei leuchtende Augen aus der Dunkelheit an.</p>



<p>„Was ist?“, flüsterte Mark mir zu. Sein Körper wirkte angespannt.</p>



<p>„Scheiße!“, fluchte ich leise. Dann musste ich lachen. „Ich hab die Reflexion im Fenster gerade für zwei Augen gehalten.“ Ich deutete auf die beiden kleinen Flammen, die sich in der Fensterfront spiegelten.</p>



<p>Jetzt lachte auch Mark leise. „Mach nicht gleich so ne Panik. Wenn wir keinen kühlen Kopf bewahren, sehen wir den Midnight Man gleich an jeder …“ Er brach mitten im Satz ab. Seine Augen waren ungläubig geweitet, ehe er plötzlich den Arm mit der Kerze ausstreckte und in Richtung Sofa leuchtete.</p>



<p>Ich folgte seinem Blick, konnte aber nichts Ungewöhnliches entdecken, ehe Mark mich wortlos am Arm packte und zurück in den Flur zerrte.</p>



<p>Wir gingen noch einige Meter weiter, ehe ich mich traute, etwas zu sagen. Das Verhalten war für Mark absolut untypisch.</p>



<p>„Was?“, flüsterte ich, so leise, dass ich fast befürchtete, mein Freund würde mich nicht hören.</p>



<p>Mark sah mich mit großen Augen an. „Da hat sich was bewegt“, erklärte er. Auch er sprach so leise, dass ich mich anstrengen musste, um alles zu verstehen. „Irgendeine Art Schatten. Direkt beim Sofa.“</p>



<p>Prüfend musterte ich ihn, suchte nach irgendetwas, das darauf hindeutete, dass er mich bloß ärgern wollte. Aber sein Blick war todernst. Auch sah es im Kerzenschein so aus, als sei seinem Gesicht sämtliche Farbe entwichen.</p>



<p>„Ach, du spinnst. Das hast du dir eingebildet“, sagte ich dann. Ich lachte nervös. „Wer macht jetzt wem Panik?“</p>



<p>Mark gab mir ein schiefes Lächeln.</p>



<p>Ohne ein weiteres Wort zu sagen, setzten wir uns wieder in Bewegung. Wieder gingen wir durch die verschiedenen Räume. Jetzt bildete auch ich mir ein, aus dem Augenwinkel Bewegungen in der Dunkelheit zu sehen. Aber nein, meine Augen spielten mir einen Streich.</p>



<p>Irgendwann jedoch kam zu den Bewegungen ein Geräusch hinzu. Es war eine Art Säuseln. Oder ein Flüstern?</p>



<p>Mit gerunzelter Stirn sah ich zu Mark. „Hörst du das?“, zischte ich ihm zu.</p>



<p>Er hielt in der Bewegung inne. Jetzt lauschten wir beide angespannt. Da war definitiv eine Art Flüstern. Nur, dass ich nicht erkennen konnte, wo es herkam. Auch konnte ich keinerlei Worte darin ausmachen.</p>



<p><em>Ding Dong.</em></p>



<p>Mark und ich zuckten gleichermaßen zusammen. Vor Schreck hätte ich fast die Kerze fallenlassen. 1 Uhr. Wir hatten erst eine Stunde in dem Ritual ausgehalten und ich hatte schon jetzt das Gefühl, langsam den Verstand zu verlieren.</p>



<p>Wieder lachte ich nervös. Diesmal um mein schweres Atmen zu überdecken. Ehe ich jedoch etwas sagen konnte, waren wir plötzlich in Dunkelheit gehüllt.</p>



<p>Ungläubig starrte ich auf die nachglimmende Spitze des Dochts vor mir. Marks und meine Kerze waren im exakt selben Augenblick ausgegangen.</p>



<p>Im nächsten Moment kramten wir hektisch unsere Feuerzeuge hervor, während wir zurück in den Flur stolperten. Es klackerte, während wir versuchten, sie einzuschalten. Dann endlich gab es wieder Licht. Mark hatte es als erstes geschafft, seine Kerze wieder zu entzünden, und hielt mir mit ernster Miene das Feuerzeug hin. Dankbar hielt ich auch meinen Docht in die Flamme.</p>



<p>„Heilige Scheiße, was war das?“, flüsterte ich, nachdem wir sichergegangen waren, dass um uns herum alles normal aussah.</p>



<p>„Vielleicht ein Windzug?“, erwiderte Mark. Er hatte immer für alles eine Erklärung.</p>



<p>Aber wahrscheinlich hatte er recht. Außer … Aber nein. The Midnight Game war nur ein Spiel. Eine Mutprobe unter Freunden. Genau wie Bloody Mary und all die anderen Rituale. Nichts davon war echt. Ich durfte mich jetzt wirklich nicht wegen sowas verrückt machen lassen.</p>



<p>Trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, während wir weitergingen.</p>



<p>Inzwischen sah ich in allen Ecken Bewegungen. Dunkle Schatten, die sich aufrichteten. Natürlich wusste ich, dass mein Hirn mir nur Streiche spielte. Dennoch hätte ich mehr als einmal am liebsten das Licht eingeschaltet, um mich wirklich davon zu überzeugen. Aber das war gegen die Regeln. Und wenn an dem Ritual auch nur ein kleines Fünkchen Wahrheit war, wollte ich nicht herausfinden, was mit Regelbrechern geschehen würde.</p>



<p>Runde für Runde schlichen wir durch die Zimmer. Nur das Wohnzimmer und das Gästezimmer, in dem ich vorhin das Geflüster gehört hatte, ließen wir aus. Die Bewegungen, die ich sah, wurden dabei immer häufiger. Auch kam mir die Stille manchmal gar nicht mehr so still vor.</p>



<p>„Ist dir auch plötzlich so kalt?“, flüsterte ich Mark zu.</p>



<p>Doch er zuckte mit den Schultern. „Nicht kälter als eben“, antwortete er.</p>



<p>Wie konnte Mark bei all dem nur so cool bleiben? Das Einzige, was mich noch bei Verstand hielt, war die Tatsache, dass unsere Kerzen erst ein einziges Mal ausgegangen waren. In den meisten Zeugenaussagen aus dem Internet geschah das sehr viel häufiger.</p>



<p>Wahrscheinlich hatte Mark also recht: Es war nur ein Windzug gewesen, der die Kerzen ausgepustet hatte. Der würde auch das säuselnde Geräusch erklären. Das Haus war alt. Da kam so etwas schon einmal vor.</p>



<p>Und die Schatten? Das war nichts als meine Fantasie. Natürlich bildete ich mir Dinge ein, wenn ich die letzten Tage ständig davon gelesen hatte. In der Dunkelheit ließen die Augen sich nun einmal sehr leicht austricksen. Wenn ich mich jetzt also nicht beruhigte, würde es bloß schlimmer werden.</p>



<p>Ich atmete tief durch, dachte an all die anderen Rituale, bei denen auch nie etwas geschehen war. Ich war in Sicherheit. Wir waren in Sicherheit.</p>



<p>Es funktionierte. Langsam beruhigte sich mein Herzschlag wieder. Von mir selbst belustigt schüttelte ich den Kopf. Natürlich war das alles nur Einbildung gewesen. Genau wie die dunkle Gestalt, die jetzt vor uns beiden stand.</p>



<p>Meine Augen weiteten sich. Und auch Mark war wie angewurzelt stehengeblieben.</p>



<p>Die Gestalt vor uns war anders als die schattenhaften Bewegungen, die ich bisher gesehen hatte. Sie war dunkler. Um genau zu sein, erkannte ich sie nur, weil sie noch schwärzer als die Dunkelheit hinter ihr war. Sie stach nahezu daraus hervor. Außerdem war ihre Form eindeutig menschlich. Sie war groß und dünn, hatte deutlich erkennbare Arme. Einen Torso. Einen Kopf.</p>



<p>Dann bewegte sie sich. Es sah aus, als würde sie einen Arm nach uns ausstrecken. Und plötzlich … Schwärze. Unsere Kerzen waren zeitgleich erloschen.</p>



<p>Panik stieg in mir auf. Noch während ich in meiner Hosentasche nach dem Feuerzeug kramte, stolperte ich rückwärts davon. Ich rannte zurück in den Flur, versuchte hektisch, meine Kerze wieder anzuzünden. Wie viele Sekunden waren vergangen, seit die Kerze erloschen war? Ich wusste es nicht, hatte nicht mitgezählt. Waren es schon zehn Sekunden?</p>



<p><em>Klack. Klack.</em> Wieso kam kein Feuer? <em>Klack.</em> Dann endlich wurde es hell. Die winzige Flamme meines Feuerzeugs kam mir vor wie ein rettendes Leuchtfeuer. Schnell hielt ich sie an meine Kerze und entzündete den Docht.</p>



<p>Als Nächstes sah ich mich um. Von der dunklen Gestalt fehlte jede Spur. Jedoch auch von Mark.</p>



<p>Ich unterdrückte ein Fluchen. Wieso hatte ich nicht darauf geachtet, wo er hingelaufen war? Ohne zu zögern, ging ich zurück. Meine Füße bewegten sich schnell und leise über den alten Holzboden. Gleichzeitig achtete ich auf jede Bewegung, jeden Schatten, der mir merkwürdig vorkam.</p>



<p>Als ich um eine Ecke bog, rannte ich fast in Mark hinein. Mein Herz machte einen Hüpfer. Die Flamme von Marks Kerze streifte mein Gesicht. Gerade noch so konnten wir verhindern, ineinander zu laufen.</p>



<p>„Fuck!“, stieß ich aus. Diesmal konnte ich das Fluchen nicht unterdrücken. Ich atmete tief durch. „Du hast das doch auch gesehen, oder?“, fragte ich. „Die schwarze Gestalt?“</p>



<p>„Ja.“ Mark nickte.</p>



<p>„Scheiße, scheiße, scheiße!“, fluchte ich. „Das ist kein Spiel!“</p>



<p>Ich eilte in den Flur zurück, diesmal darauf bedacht, dass Mark mir folgte. Dort stellte ich die Kerze auf den Boden und fummelte die Packung Salz aus meiner Hosentasche, die ich für den Notfall eingesteckt hatten. Ich weiß noch, wie Mark mich dafür ausgelacht hatte. Aber ich war lieber auf Nummer sicher gegangen. Immerhin sollte man in einem Kreis aus Salz vor den Midnight Man sicher sein. Auch wenn ich nie gedacht hätte, dass wir das Salz wirklich brauchten.</p>



<p>Behutsam streute ich den Inhalt in einem Kreis um mich auf den Boden. Ich machte ihn groß genug, damit Mark ebenfalls darin Platz finden konnte.</p>



<p>Er hingegen blieb einige Meter vor mir stehen. Im schwachen Kerzenlicht konnte ich den Zweifel in seinem Gesicht erkennen.</p>



<p>„Jetzt komm schon! Bevor der Midnight Man wieder auftaucht“, forderte ich ihn auf.</p>



<p>Aber Mark bewegte sich nicht. „Das … Das ist doch verrückt. Es gibt keinen Midnight Man. The Midnight Game ist nicht echt.“</p>



<p>„Und wenn doch?“, erwiderte ich. „Jetzt komm endlich her! Wem willst du denn noch was beweisen? Du hast länger durchgehalten als ich, okay?“</p>



<p>Mark zögerte. Ich konnte es deutlich erkennen. Doch dann schüttelt er den Kopf. „Nein“, sagt er entschlossen. „Es ist schon fast zwei Uhr. Die letzten anderthalb Stunden halt ich auch noch durch.“</p>



<p>Verdammter Sturkopf! Er war schon immer der Vernünftige von uns gewesen. Wahrscheinlich war er sich sicher, dass die Gestalt nur Einbildung gewesen war. Natürlich hoffte ich das auch. Aber ich würde nicht länger mein Leben darauf verwetten.</p>



<p>„Ich muss in Bewegung bleiben“, fügte Mark knapp hinzu. Ehe er sich jedoch umdrehen konnte, war er plötzlich verschwunden. Vor mir lag nur noch Dunkelheit. Seine Kerze war wieder erloschen.</p>



<p>Vor Anspannung hielt ich den Atem an. Im Kopf zählte ich mit: 1, 2, 3. Angestrengt starrte ich in die Schwärze. 4, 5, 6. Wo blieb die Flamme seines Feuerzeugs? 7, 8, 9, 10. Nichts.</p>



<p>„Mark?“, rief ich zaghaft. Ich traute mich nicht, lauter zu rufen. „Mark, bist du da?“</p>



<p>Keine Antwort.</p>



<p>Für einen kurzen Moment überlegte ich, ob mein Freund mich auf den Arm nahm. Dann hörte ich jedoch ein angsterfülltes Gewimmer.</p>



<p>„Nein … Nein!“, jammerte Mark. Noch nie hatte ich so viel Panik in seiner Stimme gehört. „Nein, nein, nein, nein, nein!“</p>



<p>Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, nahm ich all meinen Mut zusammen, umklammerte meine Kerze und trat aus dem Salzkreis hinaus. Mit ausgestreckter Kerzenhand ging ich auf das Gewimmer zu. Zuerst sah ich nur die Dielen im Licht der Kerze, dann unsere Kommode und direkt daneben einen völlig verängstigten Mark.</p>



<p>Er saß mit dem Rücken an die Wand gedrängt, die Arme schützend erhoben, während er entsetzt in die Luft starrte. „Nein, nein, nein!“, jammerte er weiter.</p>



<p>„Mark. Mark, ich bin es“, versuchte ich, ihn zu beruhigen. Ich versuchte, nach seiner Schulter zu greifen, doch er schlug meinen Arm sofort weg.</p>



<p>Nach einem zweiten und dritten Versuch gab ich auf. Er erkannte mich nicht.</p>



<p>Also stellte ich meine noch brennende Kerze auf den Boden. Ich packte mit beiden Armen nach Marks Schultern.</p>



<p>Er wehrte sich mit Leibeskräften. Was auch immer er in der Dunkelheit sah, es musste ihm panische Angst bereiten.</p>



<p>Während ich ihn also auf die Beine zog, schlug und trat er um sich. Es tat verdammt weh, aber ich schluckte den Schmerz hinunter. Wenn die Internetseiten recht hatten, auf denen wir über the Midnight Game gelesen hatten, würde der Midnight Man Mark umbringen, während er ihm Visionen seiner schlimmsten Ängste zeigte. Das musste ich auf jeden Fall verhindern.</p>



<p>Ich hatte keine Ahnung, wie ich es bewerkstelligte, aber schließlich schaffte ich es, Mark in Richtung Salzkreis zu bewegen.</p>



<p>Inzwischen zuckte sein Kopf hin und her. Sein Gewimmer war zu Schreien übergegangen. „Nein! Nein, nein!“, schrie er.</p>



<p>Dann endlich standen wir beide im Salzkreis. Für einen kurzen Moment sah Mark mich direkt an. Es war, als würde er mich endlich erkennen. Dann sackte er am Boden zusammen und fing bitterlich an zu weinen.</p>



<p>Nachdem ich mit meinem Feuerzeug kontrolliert hatte, ob der Kreis noch intakt war und zwei Stellen ausgebessert hatte, widmete ich mich schließlich Mark.</p>



<p>Unbeholfen streichelte ich über seinen Rücken. „He. Alles wird gut“, redete ich beruhigend auf ihn ein. „Wir sind jetzt in Sicherheit.“</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Die restliche Zeit des Rituals, bis 03:33 Uhr, als der Midnight Man wieder verschwinden sollte, verharrten wir fast reglos im Salzkreis. Zum Glück geschah, abgesehen davon, dass meine Kerze recht schnell erlosch, nichts Ungewöhnliches mehr. Trotzdem sprach Mark in der gesamten Zeit kein einziges Wort mehr. Erst, als nach gefühlten Ewigkeiten unsere Handywecker gleichzeitig losgingen und das Ende des Midnight Games verkündeten, sprang er ruckartig auf und rannte zum nächsten Lichtschalter.</p>



<p><em>Klack.</em></p>



<p>Der Flur lag völlig ruhig vor uns. Wären da nicht der Salzkreis, die beiden erloschenen Kerzen und zwei blutbefleckten Papiere bei der Eingangstür gewesen, hätte wohl niemand geahnt, dass hier gerade ein dunkles Ritual durchgeführt worden war.</p>



<p>Mark hingegen sah man es deutlich an. Er war noch immer leichenblass, sah völlig verheult aus und zitterte am ganzen Körper. In dieser Nacht hatten wir im selben Bett geschlafen.</p>



<p>Aber obwohl Mark am nächsten Morgen schon deutlich besser aussah, war er seit jener Nacht nie wieder derselbe gewesen. Er lachte weniger, hatte wohl oft noch Albträume. Seitdem haben wir jedenfalls einen großen Bogen um alles gemacht, was auch nur ansatzweise okkult wirkte.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>The Midnight Game, englisch für „das Mitternachtsspiel“, ist ein Ritual, das ursprünglich als <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/creepypasta" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Creepypasta</a> veröffentlicht wurde. Mit dem Ritual wird angeblich ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer">Wesen</a> namens „The Midnight Man“ beschworen, das versucht, die Durchführenden zu töten.</p>



<p>Inzwischen gibt es unzählige Menschen, die das Ritual durchgeführt oder eigene Geschichten dazu geschrieben haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Ritual:</h3>



<p><strong>Hinweis: Ich rate dringend davon ab, übernatürliche Rituale durchzuführen. Der Kontakt zur Geister- oder Dämonenwelt kann schwerwiegende Folgen mit sich bringen!</strong></p>



<p>Angeblich soll the Midnight Game ein altes heidnisches Ritual sein, das dazu genutzt wurde, Anhänger der betreffenden heidnischen Religion zu bestrafen, wenn sie gegen die Regeln verstoßen haben. Um welche heidnische Religion es sich dabei genau gehandelt haben soll, ist jedoch nicht bekannt.</p>



<p>Es heißt, dass das Ritual zu schweren mentalen Schäden oder sogar zum Tod führen kann. Sollte man das Ritual nicht schaffen, soll der Midnight Man seinen Opfern Halluzinationen ihrer größten Ängste erscheinen lassen, während er ihnen die Organe herausreißt.</p>



<p>Eine positive Folge oder einen anderen Grund, warum man das Ritual durchführen sollte, gibt es nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Vorbereitung:</h4>



<p>Für das Ritual benötigt man eine Kerze, ein Feuerzeug oder Streichhölzer (möglichst zuverlässig, sodass man die Kerze oft und möglichst schnell wieder entzünden kann), ein Blatt Papier, etwas zum Schreiben, Salz (genug, um einen schützenden Kreis um sich auf den Boden zu streuen), eine Holztür sowie einen Tropfen des eigenen Blutes.</p>



<p>Als Erstes muss man seinen vollständigen Namen (inkl. mittlere Namen, falls vorhanden) auf das Papier schreiben. Anschließend muss man einen Tropfen des eigenen Blutes auf das Papier träufeln und warten, bis das Papier das Blut aufgesaugt hat.</p>



<p>Dann soll man alle Lichter im Haus ausschalten und das Papier mit dem Namen vor die Holztür legen. Die Kerze muss auf das Papier gestellt und angezündet werden.</p>



<p>Als Nächstes muss man genau 22-mal an die Holztür klopfen. Wichtig hierbei ist, dass das letzte Klopfen auf Punkt Mitternacht fallen muss.</p>



<p>Wenn man nun die Tür öffnet, die Kerze auspustet und die Tür wieder schließt, soll der Midnight Man im Haus auftauchen und das Ritual beginnt. Jetzt sollte man die Kerze, so schnell es geht, wieder anzünden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">The Midnight Man:</h4>



<p>Viel ist über den Midnight Man nicht bekannt. Man weiß nur, dass er während des Rituals als pechschwarze humanoide Gestalt oder als Schatten auftauchen soll.</p>



<p>Auch soll man seine unmittelbare Nähe an einem plötzlichen Temperaturabfall und einem Geflüster, das aus keiner bestimmten Richtung zu kommen scheint, erkennen.</p>



<p>Wenn man den Midnight Man sieht oder wahrnimmt, wird empfohlen, den Raum schnellstmöglich zu verlassen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ablauf:</h4>



<p>Sobald der Midnight Man beschworen ist, sollte man nicht zu lange an ein und demselben Ort verharren, um nicht von ihm gefunden zu werden.</p>



<p>Außerdem darf man kein einziges Licht einschalten (auch keine Taschenlampe o. Ä.) und muss dafür sorgen, dass die Kerze die ganze Zeit über brennt. Sollte die Kerze ausgehen, muss man sie innerhalb von 10 Sekunden erneut entzünden, oder – falls man das nicht schafft – einen Kreis aus Salz um sich herumstreuen. Diesen Kreis darf man während des Rituals nicht mehr verlassen.</p>



<p>Wenn man es schafft, bis genau 03:33 Uhr zu überleben – egal, ob durch in Bewegung bleiben und die Kerze am Brennen halten oder, indem man im Salzkreis verweilt – hat man das Ritual erfolgreich beendet.</p>



<p>Gesondert erwähnt sind zusätzlich die Regeln, dass man während des Rituals nicht einschlafen darf, nicht das Blut einer anderen Person auf das Papier träufeln darf, kein Feuerzeug statt der Kerze verwenden kann und, dass man den Midnight Man unter keinen Umständen beleidigen oder sonst wie verärgern darf.</p>



<p>Des Weiteren heißt es, dass, sollte man das Ritual überleben, der Midnight Man, auch, wenn er keine unmittelbare Gefahr mehr darstellt, die durchführenden Personen (wahrscheinlich ihr ganzes Leben lang) weiter beobachten wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Einigen Seiten zufolge wurde die älteste Version von the Midnight Game ursprünglich auf 4chan gepostet. Den alten 4chan-Post habe ich zwar nicht finden können, die ältesten beiden Versionen, die ich ausfindig machen konnte (ein Bild auf <a href="https://imgur.com/gallery/lets-play-midnight-game-gentlemen-j4RZw#-1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">imgur</a> von 2011 und ein Post in der <a href="https://creepypasta.fandom.com/wiki/Midnight_Game">Creepypasta Wiki</a> von 2012) sind jedoch identisch, weshalb ich davon ausgehe, dass sie denselben Text wie auf 4chan beinhalten.</p>



<p>Vor den besagten Posts habe ich keine Erwähnung des Rituals finden können. Die einzige ältere Übereinstimmung ist der Film „The Midnight Man“ von 1974, der abgesehen vom Namen keine Gemeinsamkeiten mit dem Ritual hat.</p>



<p>Auch deutet das Ritual an sich darauf hin, dass es sich um eine neuere Erfindung und nicht tatsächlich um ein „altes heidnisches Ritual“ handelt. Zum einen waren die meisten Häuser früher sehr viel kleiner, sodass man nicht vor dem Midnight Man hätte flüchten können, zum anderen wäre das erneute Entzünden einer erloschenen Kerze innerhalb von 10 Sekunden mit damaligen Mitteln ein Problem gewesen.</p>



<p>Das Ritual selbst kann hingegen tatsächlich funktionieren. Bzw. könnten durchführende Personen tatsächlich denken, dass es funktioniert.</p>



<p>Wann man in einem dunklen Haus umherstreift, dabei nichts außer einer flackernden Kerze als Lichtquelle hat, ist es nicht ungewöhnlich, dass man sich Dinge einbildet. Wenn jetzt noch Faktoren wie Angst, Nervosität und Müdigkeit hinzukommen, kann es passieren, dass die Durchführenden tatsächlich eine dunkle Gestalt sehen, seltsames Geflüster hören oder sich einbilden, dass es kälter wird. Da dies wiederum die Nervosität oder Angst noch weiter steigern kann, kann es sein, dass einige Personen in dieser Situation tatsächlich zu halluzinieren beginnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">The Midnight Game in der Popkultur:</h3>



<p>Aufgrund der Beliebtheit der Creepypasta gab es bereits zahlreiche Personen, die das Ritual selbst ausprobiert oder eigene Geschichten dazu geschrieben haben. Dementsprechend lassen sich viele Creepypastas, Zeugenaussagen und Kurzgeschichten finden, die von dem Ritual handeln.</p>



<p>Außerdem gibt es den irischen Low-Budget-Film „The Midnight Game“ (2013) sowie den US-amerikanischen Film „The Midnight Man“ (2016), die von dem Ritual handeln.</p>



<p>Im Jahr 2014 hat Unicorn Studios sogar ein gleichnamiges Videospiel herausgebracht, in dem das Ritual nachgestellt wurde. Es fand Anklang bei zahlreichen Let’s Playern, die die Bekanntheit des Rituals somit weiter gepusht haben.</p>



<p><em>Was haltet ihr von the Midnight Game? Würdet ihr das Ritual durchführen? Habt ihr es vielleicht schon einmal getan? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>Slenderman – Du darfst nicht mit ihm gehen! (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Er stand regungslos da und starrte mich aus seinem blanken, weißen Gesicht an. Er hat zwar keine Augen, aber ich spürte ganz deutlich, dass er mich ansah. Und dann … war er verschwunden. Vom einen zum nächsten Moment war er nicht mehr da …</p>
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<p>Heute geht es um Slenderman, ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Monster</a>, dass die meisten von euch bereits kennen dürften. Aus zeitlichen Gründen habe ich entschieden, diesmal wieder einen alten Beitrag zu überarbeiten. In zwei Wochen kommt dann noch ein neuer Beitrag, ehe ich zwei Wochenenden keine Zeit zum Schreiben habe. Aber mehr dazu im nächsten Beitrag. Jetzt wünsche ich euch erst einmal:</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Paranoide Schizophrenie. Das hatte meine Psychiaterin diagnostiziert. Erst wollte ich es nicht wahrhaben. Sowas kannte ich sonst nur aus Filmen, meist von den grausamsten Tätern aus irgendwelchen Krimiserien. Andererseits war es um Welten besser als die Alternative …</p>



<p>Alles hatte vor einigen Wochen angefangen. Damals hatte ich mich sehr intensiv mit dem Creepypasta-Monster Slenderman auseinandergesetzt. Eine Freundin aus der Uni hatte mich auf die Idee gebracht. Sie hatte mir ein Videospiel gezeigt, in dem man von Slenderman verfolgt wurde, und auch, wenn ich mich definitiv nicht als Gamerin bezeichnen würde, hatte es mir echt Spaß gemacht.</p>



<p>Nur ein paar Tage später hatte Slenderman mich völlig in den Bann gezogen. Ich klickte mich durch Internetwikis und Creepypastastorys, las den kompletten Forenbeitrag, in dem Slenderman angeblich erfunden wurde, und spielte sogar noch andere Spiele, in denen Slenderman vorkam.</p>



<p>Als ich schließlich anfing, von ihm zu träumen, dachte ich mir nichts weiter dabei. Ja, die Träume waren unheimlich, fast erdrückend, aber ich hatte mich eben viel mit ihm beschäftigt. Und auch die schattenhafte Gestalt, die ich gelegentlich aus dem Augenwinkel sah, schob ich auf meine rege Fantasie.</p>



<p>Das alles änderte sich jedoch, als Slenderman das erste Mal wahrhaftig vor mir stand. Ich war aus einem Traum aufgeschreckt. Das beklemmende Gefühl, beobachtet zu werden, das Slenderman immer in meinen Träumen verursachte, verfolgte mich diesmal in die wirkliche Welt.</p>



<p>Mit beschleunigtem Atem spähte ich durch das Zimmer, ehe mein Blick an einer Silhouette bei der Tür hängenblieb. Die Form war eindeutig, trotzdem streckte ich meine Hand blind nach der Nachttischlampe aus. Ich erfühlte den kleinen Knopf und schaltete das Licht ein.</p>



<p>Es war das erste Mal, dass ich den echten Slenderman sah. Er stand regungslos da und starrte mich aus seinem blanken, weißen Gesicht an. Er hat zwar keine Augen, aber ich spürte ganz deutlich, dass er mich ansah. Und dann … war er verschwunden. Vom einen zum nächsten Moment war er nicht mehr da.</p>



<p>Mein gesamter Körper war von einer Gänsehaut überzogen, während ich panisch darüber nachdachte, was gerade passiert war. Hatte ich ihn mir bloß eingebildet? War ich vielleicht noch nicht ganz wach gewesen? Ich hatte mal von sogenannten Schlafparalysen gelesen, in denen man im halbwachen Zustand fürchterliche Kreaturen sehen kann, die einem im Bett auflauern. Und auch das beklemmende Gefühl wurde von den meisten Leuten beschrieben, die von ihren Schlafparalysen berichten. Andererseits war man bei einer Schlafparalyse bewegungsunfähig. Und ich hatte mich ganz eindeutig bewegt, als ich das Licht eingeschaltet habe.</p>



<p>„Frau Dühr? Sind Sie noch bei mir?“, riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken.</p>



<p>Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass ich Frau Dr. Brinkmann gegenüber auf einem Sofa saß. Ich war so sehr in Gedanken versunken gewesen, dass ich die Welt um mich herum völlig ausgeblendet hatte.</p>



<p>„’Tschuldigung“, antwortete ich meiner Psychiaterin. Ich hatte sie aufgesucht, nachdem ich Slenderman einige weitere Male gesehen hatte. „Ich war in Gedanken wieder bei unserer ersten Begegnung.“</p>



<p>Frau Dr. Brinkmann lächelte mitleidig. „Keine Sorge, Frau Dühr. Mit ihren neuen Medikamenten dürfte es schnell besser werden. Wenn Sie heute noch Ihre erste Tablette nehmen, können sie die Nacht vielleicht schon wieder durchschlafen. Spätestens in zwei Tagen dürften die Tabletten aber ihre volle Wirkung entfaltet haben.“</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Als ich im Bus nach Hause saß, war ich frohen Mutes. Ich hatte die erste Tablette direkt in der Apotheke genommen. Zwar sah ich Slenderman noch während der Fahrt an einer verlassenen Bushaltestelle stehen, aber ich schloss bloß die Augen und stellte mir vor, wie mein Leben ohne die Halluzinationen aussehen würde.</p>



<p>Trotzdem konnte ich das Gefühl des Unwohlseins nicht ganz unterdrücken. Ich musste Slenderman nicht mehr ansehen, um ihn mir detailgetreu vorstellen zu können. Und so zeichneten seine weiße Haut, sein gesichts- und haarloser Kopf und der elegante schwarze Anzug mit dem weißen Hemd und der schwarzen Krawatte sich deutlich vor meinem inneren Auge ab.</p>



<p>Also atmete ich einige Male tief durch, lockerte den Griff meiner Hände, die sich in den Sitz gekrallt hatten, und wartete, bis der Bus endlich weiterfuhr. Mehr sah ich von Slenderman an dem Tag nicht mehr.</p>



<p>Und auch die Nacht verlief ohne Albträume. Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich mich am Morgen ausgeschlafen. Ich hätte Frau Dr. Brinkmann für ihre Tabletten küssen können.</p>



<p>Fast schon glücklich stand ich auf. Ich ging in die Küche, trank eine Tasse Kaffee und aß eine Schale Müsli, ehe ich mich zur Uni aufmachte. Heute war nicht allzu viel los und ich hatte nur wenige Vorlesungen, weshalb ich vergleichsweise früh nach Hause kam. Dabei erschien mir Slenderman nicht ein einziges Mal, weshalb ich sogar Joggen ging. Das hatte ich ewig nicht mehr getan. Und was soll ich sagen? Es tat mir richtig gut.</p>



<p>Ich dachte wirklich, dass jetzt alles gut werden würde. Dass Slenderman ein für alle Mal verschwunden sei.</p>



<p>Als ich jedoch unter der Dusche stand und gerade dabei war, meine Haare nass zu machen, kam das vertraute Gefühl, beobachtet zu werden, schlagartig zurück. Ich hatte das Gefühl schon häufiger unter der Dusche gehabt. Auch vor Slenderman. Das Gefühl, dass plötzlich jemand oder etwas hinter mir steht, während ich die Augen geschlossen hatte, damit kein Wasser oder Shampoo hineinkam. Ich fühlte mich blind und wehrlos.</p>



<p>Trotzdem – oder gerade deswegen – öffnete ich nicht meine Augen. Ich tastete blind nach meiner Shampooflasche, damit ich Slenderman nicht sehen musste, sollte er tatsächlich irgendwo im Bad stehen. Womit ich jedoch nicht gerechnet hatte, war, dass meine Hand auf rauen Stoff traf. So weit in die Dusche hinein konnte mein Duschvorhang überhaupt nicht hängen.</p>



<p>Unsicher öffnete ich jetzt die Augen. Ich sah etwas großes Schwarzes neben mir stehen. Entsetzt riss ich den Kopf hoch … und blickte direkt in das leere weiße Gesicht von Slenderman, das mich wie immer augenlos anstarrte. Es war maximal einen halben Meter von meinem entfernt.</p>



<p>Ein spitzer Aufschrei entfuhr mir, während ich rückwärts taumelte. Ich rutschte mit dem Fuß weg, verlor das Gleichgewicht. Während ich dabei war, aus der Dusche zu stürzen, krallten sich meine Finger in den Duschvorhang. Ich spürte, wie die Duschvorhangstange unter meinem Gewicht nachgab. Sie brach aus der Verankerung. Mit einem lauten metallischen Scheppern stürzte sie gemeinsam mit mir zu Boden.</p>



<p>Panisch befreite ich mich von dem Stoff, rappelte mich auf und rannte aus dem Bad Richtung Schlafzimmer. Dort schloss ich die Tür hinter mir ab und rief mit meinem Handy sofort Frau Dr. Brinkmann an.</p>



<p>„Brinkmann?“, meldete sie sich.</p>



<p>„Frau Dr. Brinkmann?“, jammerte ich in mein Telefon. „Bitte, ich brauche Ihre Hilfe. Bis eben war alles gut. Ich dachte, die Tabletten wirken. Aber dann stand er plötzlich in der Dusche. Ich hab ihn berührt. Verstehen Sie? Ich hab den Stoff seines Anzugs zwischen meinen Fingern gespürt! Ist sowas überhaupt möglich?“</p>



<p>„Frau Dühr?“, erwiderte meine Psychiaterin. „Bitte atmen Sie einmal tief durch und erklären Sie mir genau, was geschehen ist.“</p>



<p>Und das tat ich auch. Nachdem ich ihr alles so genau geschildert hatte, wie es mir in meinem kleinen Panikanfall möglich war, bot sie mir an, dass ich zu der späten Stunde noch in ihre Praxis fahren solle. Sie würde vor Ort auf mich warten.</p>



<p>Hektisch warf ich mir die nächstbeste Kleidung über. Als ich jedoch nach der Türklinke griff, zögerte ich. Aber zum einen wollte ich Dr. Brinkmann nicht warten lassen und zum anderen wusste ich genau, dass eine verschlossene Tür Slenderman nicht aufhalten konnte. Also drehte ich den Schlüssel im Schloss und stürzte auf den Flur. Aus dem Augenwinkel sah ich eine schwarze Gestalt in meiner Wohnzimmertür stehen. Ich sah nicht hin, riss meine Jacke vom Harken, schlüpfte in meine Sneakers und stürmte nach draußen.</p>



<p>Aber auch auf dem Weg zur Praxis sollte Slenderman mich nicht in Ruhe lassen. Ich sah in zweimal auf der anderen Straßenseite stehen, ehe ich die Bushaltestelle erreichte. Und auch dort sah ich ihn ein weiteres Mal auf einem Spielplatz, während ich auf meinen Bus wartete.</p>



<p>Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie froh ich war, als der Bus endlich ankam. Ohne dem Spielplatz eines weiteren Blickes zu würdigen, sprintete ich hinein.</p>



<p>Nervös mit dem Bein hibbelnd saß ich da. Wahrscheinlich hielten mich die anderen Fahrgäste für einen Junkie, wie ich mich mit meinen nassen, ungekämmten Haaren und dem zuckenden Bein nervös im Bus umsah. Ich musste ziemlich scheiße aussehen.</p>



<p>Trotzdem sprach mich niemand an. Und das war mir nur recht so. Die einzige Person, mit der ich gerade sprechen wollte, war meine Psychiaterin.</p>



<p>Dann plötzlich stand Slenderman im Gang neben mir und die Situation eskalierte: Ich kreische, während ich aufsprang und mich an ihm vorbei nach vorne drängelte. Dabei sah ich, wie schattenhafte Tentakel aus seinem Rücken waberten. Meine Nerven lagen blank. Panisch schrie ich auf den Busfahrer ein. „Bitte. Er ist hier. Lassen Sie mich raus!“, schrie ich.</p>



<p>Der junge Fahrer sah aus, als wäre er mit der Situation mindestens genauso überfordert wie ich. „Beruhigen Sie sich. Wir sind gleich bei der nächsten Station“, versuchte er, mich zu beschwichtigen.</p>



<p>Aber ich wollte mich nicht beruhigen. Ich hielt es nicht aus, mit diesem Ding im Bus zu sein. Also griff ich dem Fahrer ins Lenkrad.</p>



<p>Natürlich wollte ich nicht, dass der Bus einen Unfall baut, aber irgendwie musste ich den Fahrer ja zum Bremsen animieren. Es funktionierte. Sobald der Bus stand, drückte ich den Türöffner neben dem Lenkrad und stürmte auf die Straße. Was ich dabei nicht bedachte, war das Auto, das auf der Spur neben uns fuhr. Ein Hupen. Quietschende Reifen. Ein lauter Knall. Schwärze.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Als ich wieder zu mir kam, lag ich in einem Krankenhausbett. Mein rechter Arm befand sich in einem Gips, Verband zierte meinen linken. Ich erkannte einen EKG-Monitor, über den in regelmäßigen Abständen mein Puls zuckte.</p>



<p>„Sie sind wach!“, hörte ich eine überraschte Stimme zu meiner Linken. „Frau Dühr, Sie hatten einen Unfall. Sie befinden sich in einem Klinikum“, versuchte ein Arzt mir zu erklären, ehe er begann, auf mich einzureden.</p>



<p>Ich nickte, obwohl ich ihm gar nicht zuhörte. Meine Aufmerksamkeit galt der großen Gestalt, die am Fußende meines Bettes stand: Slenderman.</p>



<p>Er stand dort und beobachtete mich, wie er es schon so viele Male getan hatte. Doch diesmal war es anders. Ich hatte keine Angst. Mein Atem blieb völlig ruhig.</p>



<p>Selbst, als seine schattenhaften Tentakel wieder aus seinem Rücken wuchsen, wie sie es bereits im Bus getan hatten, änderte sich die Kurve auf dem EKG-Monitor nicht. Ich wollte nicht mehr gegen ihn ankämpfen. Es sollte endlich aufhören.</p>



<p>Schließlich beugte er sich nach vorn. Er streckte seine Hand nach mir aus, als wolle er, dass ich mit ihm gehe.</p>



<p>Langsam und vorsichtig hob ich jetzt auch meine Hand und griff nach der seinen. Seine Tentakel schlossen sich langsam um mich. Sie hüllten mich in vollkommene Schwärze. Das Letzte, was ich hörte, war das flache durchgehende Piepen des Herzfrequenzmessgeräts.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Slenderman (Englisch für „schlanker Mann“) ist eines der berühmtesten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/creepypasta" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Creepypasta</a>-Monster der Welt. Er ist so berühmt, dass er es geschafft hat, zu einer weltweit bekannten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a> zu werden. Inzwischen gibt es außerdem diverse Computerspiele und Filme über ihn.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Slenderman ist ein menschenähnliches Wesen, das meist um die 2 bis 3 Meter, seltener bis zu 4 Meter groß beschrieben wird.</p>



<p>In den meisten Darstellungen trägt er einen schwarzen Anzug, ein weißes Hemd und eine schwarze oder rote Krawatte.</p>



<p>Im direkten Kontrast zu seiner schwarzen Kleidung steht seine weiße Haut. Er hat einen schneeweißen Kopf ohne Augen, Mund, Nase, Ohren oder Haare. Sein Gesicht ist eine blanke, konturlose Fläche.</p>



<p>Und auch seine weißen Hände werden fast ausschließlich ohne Fingernägel und Falten dargestellt.</p>



<p>Zusätzlich soll er mehrere schwarze schattenhafte Arme oder Tentakel besitzen, die aus seinem Rücken wachsen können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Über die Jahre gab es viele verschiedene Versionen von Slenderman, die sich mal mehr mal weniger stark voneinander unterscheiden. Ich beziehe mich an dieser Stelle auf den ursprünglichen Slenderman und einige von der Allgemeinheit als Canon anerkannte Ergänzungen, die mit der Zeit hinzugekommen sind.</p>



<p>Ursprünglich war z. B. davon die Rede, dass Slenderman ausschließlich Kinder entführen würde. Inzwischen heißt es jedoch, dass er jede Person, egal welchen Alters, entführen kann.</p>



<p>Besonders häufig sind Menschen betroffen, die sich eingehend mit Slenderman beschäftigen. Einige Leute meinen, es würde reichen, wenn man sich mehrere Artikel über Slenderman durchliest oder sogar nur die Spiele zu lange oder häufig spielt, andere meinen, man müsse regelrecht von ihm besessen sein, um ihm zum Opfer zu fallen.</p>



<p>So oder so sind die ersten Anzeichen, dass Slenderman zu einer Gefahr werden kann, wen man anfängt, von ihm zu träumen. Spätestens dann sollte man lieber von dem Slenderman-Thema die Finger lassen. Leider ist es aber auch genau diese Faszination, die die Leute dazu bewegt, sich noch mehr mit ihm zu beschäftigen.</p>



<p>Irgendwann soll Slenderman schließlich aus den Träumen in die wirkliche Welt entweichen – sei es nur als schattenhafte Gestalt, die man aus dem Augenwinkel sieht, oder als deutliche Erscheinung. Er steht dabei immer reglos in der Gegend herum und soll dabei menschenleere Orte und Wälder bevorzugen. Auch kann er sich teleportieren, also spontan auftauchen und genauso plötzlich wieder verschwinden.</p>



<p>Mit der Zeit werden die Erscheinungen immer realer und häufiger, bis er die Betroffenen schließlich entführt oder sie dem Wahnsinn verfallen.</p>



<p>Das Gerücht, dass man Slenderman nicht ansehen dürfe, da er einen sonst holen kommt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit den Slenderman-Videospielen entsprungen, in denen man verliert, wenn man Slenderman zu lange direkt ansieht. In den ursprünglichen Creepypastas ist davon nirgends die Rede.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Slenderman hat keinen bevorzugten Lebensraum. Zwar wird er, wie bereits erwähnt, hauptsächlich mit Wäldern und verlassenen Orten in Verbindung gebracht, er soll jedoch auch schon in belebten Gegenden und sogar in Menschenmengen gesehen worden sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Slenderman (oder Slender Man, wie er damals noch geschrieben wurde) wurde im Jahr 2009 im Rahmen eines Foto-Wettbewerbs des Internetforums „Something Awful“ erschaffen, bei dem es darum ging, paranormale Fotos zu erstellen (die Forendiskussion findet ihr <a href="https://forums.somethingawful.com/showthread.php?threadid=3150591" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a>, falls sie euch interessiert). Der Erfinder von Slenderman heißt Eric Knudsen und ist unter dem Pseudonym Victor Surge bekannt. Er postete im Rahmen des Wettbewerbs die ersten Fotos von Slenderman und schrieb die ersten Texte über ihn. Slenderman stieß dabei auf solche Beliebtheit, dass bald auch weitere Nutzer Bilder zeichneten und Fotos erstellten, die ihn darstellten. Im Rahmen des Forums wurde übrigens auch ein anderes Wesen erschaffen, das angeblich den Ursprung der Slendermanlegende darstellt: <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-grossmann" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der Großmann</a>.</p>



<p>Bald schon war Slenderman in der Creepypasta-Community weit über das „Something Awful“-Forum hinaus bekannt. Mit dem gratis Computerspiel „Slender: The Eight Pages“ (2012) und seinem kostenpflichtigen Nachfolger „Slender: The Arrival“ (2013), die damals beide viral gingen, erreichte Slenderman weitere Zielgruppen, bis er schließlich zu seiner heutigen Größe heranwuchs.</p>



<p>Außerdem erschienen weitere Videospiele von anderen Entwicklern sowie diverse Filme, in denen Slenderman vorkommt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verheerende Folgen:</h3>



<p>In wenigen Tagen jährt sich ein wirklich schlimmes Verbrechen, das im Namen von Slenderman verübt wurde. Am 30. Mai 2014 stachen in Waukesha, Wisconsin, USA zwei 12-jährige Mädchen mit 19 Messerstichen auf eine ebenfalls 12-jährige Freundin und Klassenkameradin ein. Zum Glück hat sie den Angriff überlebt.</p>



<p>Die beiden Mädchen taten dies, weil sie der Meinung waren, dass Slenderman sie und ihre Familien töten würde, wenn sie es nicht täten. Ausgelöst wurde dieser Gedanke durch ihre Recherche in der Creepypasta Wiki und der Schizophrenie, unter der eines der beiden Mädchen litt.</p>



<p>Näher möchte ich an dieser Stelle nicht auf den Fall eingehen, aber falls ihr euch für den Fall interessiert, kann ich euch den Dokumentarfilm „Beware the Slenderman“ sehr ans Herz legen, der den grausamen Fall im Detail behandelt.</p>



<p><em>Ich hoffe, euch hat meine überarbeitete Geschichte von Slenderman gefallen. Was haltet ihr von ihm? Habt ihr die Spiele schon einmal gespielt oder gesehen? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/slenderman">Slenderman – Du darfst nicht mit ihm gehen! (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>Der Rake (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2021 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich spürte seine knochige Hand durch die Bettdecke an meinem Bein. Hastig zog ich es zurück. Mit den Knien an der Brust saß ich da. Ich war stocksteif. Kalter Schweiß rann meinen ganzen Körper herunter. Dann hatte der Rake mich erreicht ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/ab74dedf483e4247a35c270e9317f85b" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Der Rake ist ein menschenähnliches Wesen, das die Menschen im Schlaf beobachten soll.</p>



<p>Da der Beitrag nicht nur einer meiner ältesten Beiträge, sondern auch in letzter Zeit mein meist besuchter Beitrag ist, habe ich mich entschieden, ihn zu überarbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Auch, wenn es schon viele Jahre her ist, erinnere ich mich an meine Begegnung mit <em>ihm</em>, als wäre es erst gestern gewesen &#8230;</p>



<p>Damals lebte ich mit meiner Mutter in einem kleinen, gemütlichen Haus in der Vorstadt. Es war das Haus, in dem ich aufgewachsen war. Zwischenzeitig hatte ich zwar einige Jahre allein gelebt, doch als Mom zu alt wurde, um für sich selbst zu sorgen, war ich zurückgezogen, um sie zu unterstützen.</p>



<p>Es war nicht immer leicht. Auf ihre alten Tage hatte sie immer wieder Phasen, in denen sie scheinbar grundlos schlecht gelaunt war. Insgeheim vermutete ich immer, dass sie bloß frustriert war, weil ihr Körper immer weiter abbaute. Obwohl sie sich vom Kopf her nicht alt fühlte, war sie bei vielen Dingen auf Hilfe angewiesen.</p>



<p>Doch an jenem Abend kam ihre schlechte Laune nicht von irgendeinem Frust &#8230;</p>



<p>„Ich bin wieder da!“, rief ich, nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte. „Hallo?“, fügte ich hinzu, als niemand antwortete.</p>



<p>Schließlich fand ich Mom in der Küche. Sie saß auf ihrem Stuhl, wo sie gedankenverloren in die Gegend starrte.</p>



<p>„Mom? Alles in Ordnung?“, fragte ich beunruhigt. Wieso antwortete sie nicht?</p>



<p>Endlich hob sie den Kopf. Ihre Augen fixierten mich für eine Sekunde, bevor sie ein schwaches „Hi“ von sich gab. Dann sah sie wieder zu Boden.</p>



<p>Ich stockte. In ihren Augen lag ein Ausdruck, den ich selten bei ihr gesehen hatte &#8230; Angst!</p>



<p>„Hee. Ist was passiert?“, fragte ich, während ich mich auf den Stuhl neben ihr setzte. Vorsichtig legte ich meine Hand auf ihre. Sie zog sie weg.</p>



<p>Plötzlich änderte sich ihr Gesichtsausdruck. „Lass mich!“, zischte sie. Sie funkelte mich an. „Wenn ich es dir erzählen würde, würdest du mir eh nicht glauben!“ Beleidigt starrte sie zur Seite.</p>



<p>Ich seufzte. Es war also etwas Übernatürliches &#8230; Mom glaubte schon immer an solchen Schwachsinn wie Engel, Dämonen und Geister.</p>



<p>Aber wenigstens bedeutete das, dass es nichts Ernstes sein konnte. Ich musste mir also keine Sorgen machen – obwohl es für Mom deswegen keinesfalls weniger real wirkte.</p>



<p>„Was ist los?“, fragte ich ruhig.</p>



<p>Mom zögerte. Sie sah mich verstohlen aus dem Augenwinkel an, bevor sie sich mir wieder zuwandte. Sie schien zu überlegen, ob sie es mir tatsächlich sagen sollte.</p>



<p>„Also gut &#8230;“, sagte sie schwach. „Aber du musst mir versprechen, dass du mich nicht verspottest. Diesmal ist es nicht wie bei den anderen Sachen &#8230; Es geht um etwas, das ich schon einmal gesehen habe. Er &#8230; Er beobachtet mich, während ich schlafe. Nachts schleicht er in mein Zimmer &#8230;“</p>



<p>Mein Mund wurde trocken. „Jemand schleicht sich nachts in dein Zimmer?“, fragte ich beunruhigt. Wieso sollte ich sie dafür verspotten?</p>



<p>Mom schüttelte den Kopf. „Dieses &#8230; Ding ist kein Jemand! Es ist etwas anderes. Etwas Böses, Dunkles! Und ich spüre es in meinen Knochen: Diese Nacht wird er mich nicht nur beobachten!“</p>



<p>Ich sah sie mit großen Augen an. „Soll &#8230; soll ich die Polizei rufen?“, fragte ich zögerlich.</p>



<p>Mom schnaubte. „Die können auch nicht helfen. Ich sagte doch schon: Es ist kein Mensch. Es ist der Rake &#8230;“, erklärte sie verheißungsvoll, als müsse der Name mir etwas sagen.</p>



<p>„Der Rake?“, fragte ich skeptisch. „Und dieser Rake schleicht nachts in dein Zimmer?“</p>



<p>Sie nickte. „Er beobachtet die Menschen. Ich weiß nicht, was er von uns will, aber es ist nichts Gutes!“</p>



<p>„Und woher weißt du das alles?“, fragte ich. Ich war mir sicher, dass sie bloß etwas darüber gelesen oder vielleicht einen Film über diesen Rake geschaut haben musste.</p>



<p>„Ich hab ihn gesehen“, hauchte sie leise. „Vor vielen Jahren hab ich ihn gesehen. Er hockte neben meinem Bett, als ich nachts wach wurde. Seither spüre ich seine Anwesenheit jede Nacht.“ Sie klang schwach, während sie das sagte.</p>



<p>‚<em>Das war bestimmt nur ein Albtraum</em>‘, schoss es mir in den Kopf. Ich sprach den Gedanken jedoch nicht aus, um keinen Streit anzufangen. Stattdessen bot ich an, uns beiden einen beruhigenden Tee zu machen.</p>



<p>Anschließend wechselten wir das Thema. Mom erzählte von einem Krimi, den sie am Nachmittag gesehen hatte. Zwar war ich mir sicher, dass sie mir die Handlung desselben Films vor einigen Monaten bereits erzählt hatte, doch ich wies sie nicht darauf hin, um ihre Stimmung nicht wieder zu betrüben.</p>



<p>Erst, als sie schließlich ins Bett sollte, kam der Rake wieder zur Sprache:</p>



<p>„Nein!“, protestierte sie. „Ich kann nicht schlafen gehen. Das ist, wenn <em>er</em> kommt! Er wird mir etwas antun!“</p>



<p>Ich hatte Mom selten so aufgebracht gesehen. Als ich ihr aufhelfen wollte, wehrte sie sich mit Händen und Füßen. Es brauchte einiges gutes Zureden und Überzeugungskraft. Erst, als ich ihr versprochen hatte, dass ich unsere Türen offen und das Licht an lassen würde, sodass sie mich nur rufen brauchte, wenn etwas nicht stimmte, willigte sie schließlich ein, ins Bett zu gehen.</p>



<p>Ich wünschte ihr eine gute Nacht und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Dann machte ich eine Runde durchs Haus, um auf Nummer sicherzugehen, dass alle Fenster und Türen verschlossen waren. Als ich noch einmal nach ihr sah, war sie bereits eingeschlafen.</p>



<p>Da ich selbst von dem langen Tag ziemlich fertig war, entschied ich, ebenfalls ins Bett zu gehen. Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen, vorher einmal nach dem Rake zu googeln. Ich wurde sofort fündig.</p>



<p>Erst erschrak ich. Es gab viele Zeugenberichte von Leuten, die den Rake angeblich gesehen hatten. Auch realistisch aussehende Fotos und Videos waren darunter!</p>



<p>Nach etwas mehr Recherche fand ich jedoch den Ursprung heraus: Der Rake wurde vor über fünfzehn Jahren von mehreren Leuten zusammen erfunden. Die Zeugenberichte, Fotos und Videos waren nichts als Gruselgeschichten und Fälschungen.</p>



<p>Trotzdem konnte ich verstehen, wieso Mom Angst davor hatte. Diese Kreatur, die wie ein nackter, unbehaarter und völlig abgemagerter Mann aussah, war mehr als nur furchteinflößend. Besonders das eine Video jagte mir einen Schauer über den Rücken.</p>



<p>Bevor ich mich zu sehr in das Thema hineinsteigerte, legte ich mein Handy beiseite. Ich hatte keine Lust, ebenfalls Albträume von der Kreatur zu bekommen!</p>



<p>Trotzdem wanderten meine Gedanken immer wieder zu dem Rake, bis ich schließlich in unruhige Träume fiel – nichts ahnend, dass wahre Albtraum erst noch kommen würde &#8230;</p>



<p>Mitten in der Nacht schreckte ich aus einem bösen Traum hoch. Mit schnellem Atem saß ich schweißgebadet im Bett. Und dann sah ich ihn &#8230;</p>



<p>Er kauerte am Fußende meines Bettes. Seine Augen starrten mich an, als würden sie direkt in mich hinein sehen. Seine Haut wirkte in dem schwachen Licht von Flur fast weiß. Nackt hockte er in einer gebückten Haltung da, wie ein Tier, das auf seine Beute lauerte. Seine Augen leuchten in der Dunkelheit wie die einer Katze, als könne er im Dunklen sehen.</p>



<p>Ich war völlig reglos. Mein Herz raste. Träumte ich noch? Nein, ich hatte mich noch nie so wach gefühlt! Vielleicht war es eine dieser Schlafparalysen, bei denen man Monster sehen soll. Auch nicht &#8230; Ich konnte mich bewegen!</p>



<p>Plötzlich zuckte der Rake zusammen, als hätte ihn meine Bewegung erschrocken. Er stieß einen Laut aus, der an das Gejaule eines Hundes erinnerte, bevor er langsam auch mich zu krabbelte.</p>



<p>Ich spürte seine knochige Hand durch die Bettdecke an meinem Bein. Hastig zog ich es zurück. Mit den Knien an der Brust saß ich da. Ich war stocksteif. Kalter Schweiß rann meinen ganzen Körper herunter. Dann hatte der Rake mich erreicht.</p>



<p>Er hockte direkt vor mir. Ein leicht fauliger Geruch stieg mir in die Nase. Ich konnte nur vermuten, dass es sein Atem sein musste, der durch seinen leicht geöffneten Mund entwich.</p>



<p>Gedanken rasten durch meinen Kopf. Was würde der Rake tun? Würde er angreifen? Sollte ich zuerst angreifen? Sollte ich versuchen zu fliehen?</p>



<p>Einen Moment, der mir wie eine Ewigkeit vorkam, saßen wir beide völlig reglos da und starrten einander an. Dann riss der Rake plötzlich seinen Kopf herum. Noch ehe ich wusste, was geschah, war der Rake bereits vom Bett gesprungen und auf allen vieren in den Flur gerannt. Seine Hände und Füße machten klatschende Geräusche, als sie auf die Fliesen trafen, während der Rake außer Sichtweite verschwand.</p>



<p>Wie versteinert saß ich auf meinem Bett. War das gerade wirklich passiert? Vielleicht war es ja doch bloß ein seltsam realistischer Traum &#8230; Immerhin war der Rake doch bloß eine Erfindung – ein Internetmythos!</p>



<p>Dann schnitt ein gellender Schrei durch die Stille.</p>



<p>„Mom!“, brüllte ich.</p>



<p>So schnell ich konnte, folgte ich dem Rake in ihr Zimmer. Als ich es erreichte, sprang er mir entgegen. Als er gegen mich prallte, riss mich die Wucht zu Boden, bevor der Rake irgendwo hinter mir verschwand. Die roten Spuren, die seine Hände auf den Fliesen hinterließen, deuteten darauf hin, dass er in Richtung Eingangstür weggerannt war. Ich ignorierte es.</p>



<p>So schnell ich konnte, rappelte ich mich wieder auf. Ich stürzte zu Mom ans Bett. Sie atmete schwer. Ich gesamter Körper war mit Verletzungen übersät, die nach Kratzern und Bissspuren aussahen.</p>



<p>Ohne zu zögern, griff ich nach Moms Handy, das auf ihrem Nachttisch lag und wählte den Notruf. Doch die Hilfe kam zu spät. Noch ehe der Krankenwagen da war, hauchte Mom ihren letzten Atemzug.</p>



<p>Als schließlich auch die Polizei eintraf, versuchte ich verzweifelt, ihnen zu erklären, was vorgefallen war. Sie hörten mir jedoch nicht einmal richtig zu oder glaubten mir nicht – schließlich stand ich unter Schock. Ich bekam noch mit, wie sie die Fahndung nach einem unbekannten, nackten Mann starteten.</p>



<p>Ich wusste jedoch, dass es kein Mann war. Es war der Rake &#8230; Mom hatte recht gehabt. Dieses Ding war kein Mensch &#8230; Und ich wusste genau, dass er wiederkommen würde. Ich wusste, dass ich eines Nachts wieder in seine kalten, leuchtenden Augen blicken würde – genau, wie Mom es gewusst hatte.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Der Rake ist ein im Internet entstandenes, menschenähnliches Monster. Heutzutage erfreut er sich weltweiter Beliebtheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Der Rake ist eine Kreatur, die einem nackten Menschen sehr ähnlich sieht. Er ist komplett haarlos, hat bleiche Haut, bewegt sich meist auf allen vieren fort und soll keine Nase besitzen.</p>



<p>Einige Eigenschaften sind jedoch auch mit der Zeit weggefallen: So war im ursprünglichen 4chan Post noch von hunderten nicht-spitzen, aber trotzdem scharfen Zähnen die Rede. Ähnlich wie bei den schwarzen Augen oder der krummen Körperhaltung („als wäre er von einem Auto erwischt worden“), die ihm in der ursprünglichen Creepypasta zugesagt wurden, ist davon in neueren Texten nicht mehr die Rede. Auch in Videos und auf Bildern ist von diesen Eigenschaften meist nichts zu sehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Es ist nur sehr wenig über den Rake bekannt. Man kennt zwar einige seiner Verhaltensmuster, weiß jedoch nichts über seine Beweggründe oder Absichten.</p>



<p>Der Rake soll häufig auf unbekanntem Wege in Häuser einbrechen, um die Bewohner im Schlaf zu beobachten. Im Normalfall greift er dabei nicht an, sofern man ihn nicht provoziert.</p>



<p>Ähnlich soll es sich verhalten, wenn man dem Rake nachts auf offener Straße oder im Wald begegnet. Er scheint neugierig zu sein und die Leute zu beobachten, lässt sie jedoch ihn Ruhe, wenn man ihn in Ruhe lässt.</p>



<p>Andererseits gibt auch Geschichten, in denen der Rake scheinbar grundlos angreift. Er verletzt seine Opfer dabei in kürzester Zeit so schwer, dass die meisten von ihnen kurz darauf ihren Verletzungen erliegen.</p>



<p>Manchmal soll der Rake auch mit den Menschen sprechen. Obwohl man ihn angeblich deutlich verstehen kann, soll seine Stimme dabei eher an das Jaulen eines Hundes erinnern, als an die Stimme einen Menschen.</p>



<p>Was er den Menschen mitteilt, ist dabei unterschiedlich. Die meisten Leute sprechen nicht darüber, was ihnen gesagt wurde. Sie wissen aber, dass das Monster „Rake“ heißt. Andere haben direkte Befehle bekommen, die sie aus Angst meist ausführen – z.&nbsp;B. das Land zu verlassen.</p>



<p>Die wohl schlimmste Eigenschaft des Rake ist, dass er seine Opfer auch nach der Begegnung noch weiter beobachten soll. Zeugen sollen davon berichtet haben, dass sie seine Anwesenheit jede Nacht spüren würden. Ob es sich dabei lediglich um Wahnvorstellungen handelt, oder ob der Rake sie wirklich weiter beobachtet, ist nicht bekannt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Die meisten Augenzeugen berichten davon, dass sie dem Rake in einem Wald oder einer Vorstadt begegnet seien.</p>



<p>Auch kommt es immer wieder vor, dass der Rake sich innerhalb eines Hauses aufhalten soll, wo er die Leute beim Schlafen beobachtet. Wie genau er in die Häuser gelangt, ist nicht bekannt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Das Konzept für den Rake wurde im Jahr 2005 in einem 4chan Post namens „hey /b/ lets make a monster“ entwickelt. Damals wurden allerlei Ideen für die Kreatur gesammelt. So gab es z.&nbsp;B. ein Konzept, bei dem der Rake keinen Mund, dafür aber drei Augen hatte, das jedoch wieder verworfen wurde.</p>



<p>Auch sollen verschiedene Namensvorschläge gemacht worden sein. Welche anderen Namen damals in Frage gekommen sind, konnte ich jedoch nicht herausfinden.</p>



<p>Die Ideen des 4chan Posts wurden 2006 schließlich von Bryian Somerville zu der heute bekannten gleichnamigen Creepypasta ausgearbeitet, die er auf seinem Blog postete.</p>



<p>Anschließend hat die Creepypasta das Internet im Sturm erobert. Da sie so geschrieben ist, als bestünde sie aus realen Zeugenberichten, kamen schnell Gerüchte von anderen Menschen auf, die dem Rake begegnet seien. Die Creepypasta entwickelte sich zu einer urbanen Legende.</p>



<p>Außerdem sind im Laufe der Zeit mehrere Fotos und Videos des angeblichen Rake aufgetaucht. Die meisten von ihnen konnten jedoch als Fälschung entlarvt werden.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Was haltet ihr von dem Rake? Kennt ihr die Creepypasta (falls nicht, kann ich sie nur empfehlen)? Wie würdet ihr reagieren, wenn er nachts plötzlich vor euch hocken würde? Schreibt es in die Kommentare!</p>



<p><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-rake">Der Rake (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>Black Eyed Children – Die schwarzäugigen Kinder (überarbeitet)</title>
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					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/black-eyed-children#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2020 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
		<category><![CDATA[Dämonen]]></category>
		<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Black Eyed Children]]></category>
		<category><![CDATA[Black Eyed Kids]]></category>
		<category><![CDATA[britische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Dämon]]></category>
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		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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		<category><![CDATA[Legende]]></category>
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		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Jetzt lassen Sie uns rein!“, befahl das Mädchen sehr aufdringlich.<br />
In diesem Moment sahen beide Kinder gleichzeitig auf. Erschrocken taumelte ich zurück.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/black-eyed-children">Black Eyed Children – Die schwarzäugigen Kinder (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/d8d4cb3c2c414cfb851eea60078adcab" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Die Black Eyed Children waren mein aller erster Beitrag auf diesem Blog, der zusammen mit drei anderen Beiträgen am 01. April 2019 von mir veröffentlicht wurde. Daher habe ich mich entschieden, diesen Artikel zu überarbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Es war ein regnerischer Herbstabend – aber keiner von den gemütlichen, an denen man sich wohl und geborgen fühlt. Ganz im Gegenteil: Ich war noch immer angespannt von meinem anstrengenden Tag auf der Arbeit.</p>



<p>Das Einzige, auf das ich mich heute gefreut hatte, war, mich am Abend mit meinem Mann aufs Sofa zu legen und bei einem mittelmäßigen Krimi in seinen Armen einzuschlafen. Als ich ankam, war er jedoch noch nicht da. Dafür müsste er jeden Moment hier sein.</p>



<p>Ich war gerade dabei, mir einen Tee aufzusetzen, als ich plötzlich Schritte vor dem Küchenfenster hörte.</p>



<p>‚Na endlich’, dachte ich. Dann zögerte ich. Es klang nach mehr als einer Person – zwei, vielleicht drei Leute.</p>



<p>Ich starrte aus dem Küchenfenster in Richtung Straße, konnte in der Dunkelheit in unserem Vorgarten jedoch nichts erkennen. Wenn es nicht mein Mann war, wer war es dann? Hoffentlich waren es keine Einbrecher!</p>



<p>So leise ich konnte, schlich ich in den Flur. Ich nahm den Baseballschläger, den mein Mann zur Selbstverteidigung dort hingestellt hatte, und ging weiter zur Tür.</p>



<p>Vorsichtig legte ich meine Hand auf die kalte Türklinke, als es plötzlich klingelte. Das Geräusch war so laut und unerwartet, dass ich meine Hand erschrocken wegzog.</p>



<p>Wer würde bitte um kurz nach elf noch bei uns klingeln? Und das bei dem Regen? War es vielleicht ein Mörder? Ich hatte schon häufiger davon gehört, dass Mörder und Vergewaltiger nachts an Türen klingelten, einen Grund nannten, warum sie ins Haus wollten – etwa weil sie dringend auf die Toilette müssten oder ihr Handy Akku leer sei – und dann zuschlugen, wenn die Tür hinter ihnen geschlossen war …</p>



<p>‚Ach Susy, du bist wieder zu paranoid‘, dachte ich. Aber was, wenn nicht?</p>



<p>Ein erneutes Klingeln ließ zusammenzucken. Sollte ich die Tür öffnen? War es vielleicht etwas Wichtiges?</p>



<p>Ich umschloss den Baseballschläger fester mit meiner Hand und gab mir einen Ruck.</p>



<p>Durch einen schmalen Spalt geöffneter Tür spähte ich nach draußen. „Ja bitte?“</p>



<p>Dann erstarrte ich. Dort standen tatsächlich zwei Personen vor der Haustür. Es waren aber keine Mörder und ganz sicher keine Vergewaltiger. Es waren zwei Kinder. Ein Junge und ein Mädchen, sicherlich nicht älter als zwölf. Das Mädchen weinte. Sie waren völlig durchnässt.</p>



<p>„Können Sie uns bitte hereinlassen? Wir würden gerne kurz telefonieren“, sagte der Jung ruhig.</p>



<p>Ich sah ihn verwundert an. Ein Unwohlsein breitete sich in mir aus. Irgendetwas an den Kindern war seltsam. Trotzdem öffnete ich die Tür ganz und stellte den Baseballschläger beiseite.</p>



<p>„Was ist denn los? Wieso seid ihr nachts bei dem Wetter ganz alleine unterwegs? Wo sind eure Eltern?“, fragte ich.</p>



<p>„Die wollen wir ja anrufen. Ein fremder Mann hat uns verfolgt“, antwortete der Junge. In seiner Stimme lag jedoch keinerlei Panik.</p>



<p>Eigentlich ungewöhnlich für so einen schüchternen Jungen. Er hielt die ganze Zeit den Kopf gesenkt, sprach aber völlig normal. Das Mädchen weinte noch immer.</p>



<p>Ohne weiter darüber nachzudenken, zog ich mein Handy aus der Tasche. „Wie ist denn eure Telefonnummer?“, fragte ich, während ich in die Hocke ging, damit die Kinder sich nicht eingeschüchtert fühlten.</p>



<p>Der Junge senkte seinen Kopf noch weiter, als wolle er meinem Blick ausweichen. Dann schüttelte er den Kopf. „Wir wollen unsere Eltern selbst anrufen!“, sagte er mit entschlossener, fast schon befehlender Stimme.</p>



<p>Etwas irritiert hielt ich dem Jungen mein Handy hin, doch er machte keine Anstalten, es an sich zu nehmen.</p>



<p>„Nein! Das Festnetztelefon!“, sagte das Mädchen plötzlich. Es hatte aufgehört zu weinen, sah aber ebenfalls zu Boden.</p>



<p>„Kennt ihr die Vorwahl nicht? Die kann ich euch sagen, dann müsst ihr nur die Nummer eingeben“, erwiderte ich verwirrt.</p>



<p>„Lassen Sie uns einfach rein!“, sagte der Junge streng.</p>



<p>Das ungute Gefühl in mir wurde stärker.</p>



<p>„Dürfen wir vielleicht kurz die Toilette benutzen?“, fragte der Junge.</p>



<p>„Oder einen Schluck trinken?“, ergänzte das Mädchen.</p>



<p>Wieso wollten die beiden Kinder so unbedingt in mein Haus kommen? Froren sie bloß? Oder war das irgendeine Art Trick?</p>



<p>Verstohlen sag ich die Straße entlang. Dort war nichts Ungewöhnliches zu sehen. Keine einzige Menschenseele, die im Regen stand oder ging. Nicht einmal ein Auto, das ich nicht kannte.</p>



<p>„Wenn ihr kurz wartet, kann ich euch etwas zu Trinken bringen. Aber ich kann euch wirklich nicht ins Haus lassen“, erwiderte ich.</p>



<p>„Jetzt lassen Sie uns rein!“, befahl das Mädchen sehr aufdringlich.</p>



<p>In diesem Moment sahen beide Kinder gleichzeitig auf. Erschrocken taumelte ich zurück.</p>



<p>Dort, wo die Augen der Kinder hätten sein müssen, waren pechschwarze Löcher. Auf einen zweiten Blick bemerkte ich, dass die Löcher in Wirklichkeit die Augenwaren. Ihnen fehlte jeder Glanz, jede Farbe. Keine Reflexion, nicht einmal ein kleines bisschen Weiß war zu sehen!</p>



<p>Ohne ein weiteres Wort zu sagen, schlug ich die Tür zu. Dann Schoss ich ab und griff nach dem Baseballschläger. Ich setzte mich mit dem Rücken an die Tür, als könne mein Körper die Tür zusätzlich daran hindern, geöffnet zu werden.</p>



<p>Diese Kinder – oder was auch immer sie waren – würde ich niemals in das Haus lassen!</p>



<p>Das Klingeln traf mich wie ein Schlag. Hatte ich den Kindern nicht klar gemacht, dass ich sie nicht hereinlassen würde!? Doch sie beließen es nicht dabei. Nein. Es begann ein regelrechtes Sturmklingeln!</p>



<p>Ich saß wie versteinert da, den Baseballschläger so fest in den Händen, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Wieso gingen die Kinder nicht weg?</p>



<p>Als hätten sie meine Gedanken gelesen, hörte das Klingeln plötzlich auf. Verunsichert drehte ich mich zur Tür. Ich lauschte. Von draußen waren keine Schritte zu hören. Standen die Kinder noch dort?</p>



<p>Vorsichtig stand ich auf. Dann blockierte ich die Tür mit dem Fuß, sodass sie sich nur einen Spalt breit öffnen ließ, und spähte nach draußen. Die Kinder waren verschwunden.</p>



<p>Erleichtert atmete ich auf. Jetzt musste nur noch mein Mann nach Hause kommen und ich konnte das alles vergessen.</p>



<p>Noch immer recht aufgewühlt, schlenderte ich zurück in die Küche. Mein Tee war inzwischen nur noch lauwarm. Ich trank ihn trotzdem, während ich versuchte, mich zu beruhigen.</p>



<p>Nervös sah ich zur Uhr. Es war inzwischen halb zwölf. Langsam musste mein Mann doch hier sein!</p>



<p>Ich dachte bereits darüber nach, ins Bett zu gehen, wusste aber genau, dass ich alleine kein Auge zubekommen würde.</p>



<p>Dann hörte ich plötzlich ein Geräusch aus dem Flur. Ich bewegte mich keinen Zentimeter, hielt sogar den Atem an. Wenn das jemand anderes als mein Mann war …</p>



<p>„Schatz, ich bin wieder zu Hause!“, erklang eine vertraute Stimme.</p>



<p>Erleichtert sprang ich auf. Ich war bereits im Flur, als ich in der Bewegung erstarrte. Mein Mann war nicht alleine.</p>



<p>„Die beiden haben auf der Auffahrt rumgelungert. Kannst du dir das vorstellen? Bei dem Regen? Sie wollen jedenfalls kurz unser Telefon benutzen“, sagte er und deutete auf die beiden Kinder.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Die urbane Legende der schwarzäugigen Kinder, auch Black Eyed Children oder Black Eyed Kids genannt, ist vor allem in Amerika weit verbreitet. Dort gibt es immer wieder Leute, die behaupten, die seltsamen Kinder gesehen zu haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Black Eyed Children sehen wie normale sechs bis sechzehnjährige Kinder aus. Die einzigen Unterschiede sind, dass sie komplett schwarze, glanzlose Augen und eine sehr helle Haut haben sollen.</p>



<p>Die Berichte über sie variieren meist zwischen einzelnen Kindern und Zweierpaaren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Es heißt, dass die Black Eyed Children nachts Leute besuchen. Sie klingeln an Haustüren oder klopfen an Autoscheiben und bitten darum, hereingelassen zu werden. Häufig nennen sie hierbei einen Vorwand: Sie müssten auf Toilette, fragen, on sie kurz telefonieren könnten, würden gerne im Auto mitgenommen werden o.Ä.</p>



<p>Sie sollen jedoch eine so unheimliche Ausstrahlung haben, dass die meisten Leute sie nicht hereinlassen wollen.</p>



<p>Außerdem sollen die Kinder Augenkontakt meiden und mit ihren Forderungen, in das Haus oder Auto gelassen zu werden, immer aufdringlicher werden.</p>



<p>In den meisten Fällen sehen die Black Eyed Children schließlich auf, wodurch man ihre schwarzen Augen sieht. Sie fordern weiterhin, dass man sie hereinlässt.</p>



<p>Wenn dies immer noch nicht geschieht, sollen sie nach einiger Zeit aufgeben und weggehen, woraufhin sie spurlos verschwinden sollen.</p>



<p>Es gibt viele Theorien darüber, wer oder was die Black Eyed Children wirklich sind. Einige Leute behaupten, es seien Geister, andere sagen, es seien Dämonen oder von Dämonen besessene Kinder.</p>



<p>Es gibt sogar Leute, die davon ausgehen, dass es sich bei den schwarzäugigen Kindern um Vampire handelt. Als Anlass dafür werden die bleiche Haut, die fast ausschließlichen Sichtungen bei Nacht, sowie die Aufdringlichkeit der Kinder genannt, in das Haus gelassen zu werden, da Vampire Häuser ohne vorherige Einladung nicht betreten können sollen.</p>



<p>Aber wer oder was die schwarzäugigen Kinder auch sind, es gibt niemanden, der je glaubwürdig davon berichtet hat, was passiert, wenn man die Kinder hereinlässt – es heißt, das liege daran, dass sie es nicht mehr berichtet können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum:</h3>



<p>Wo genau die schwarzäugigen Kinder herkommen oder die meiste Zeit über leben, ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass sie nachts auftauchen und es die meisten Sichtungen in Amerika gibt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Über den Ursprung der urbanen Legende der Black Eyed Children ist nur wenig bekannt.</p>



<p>Es wird vermutet, dass die ersten Sichtungen in den 1980er Jahren in Cannock Chase, England waren.</p>



<p>Es dauerte jedoch bis 1996, dass die Legende an Popularität gewann, als der amerikanische Journalist Brian Bethel von seiner Begegnung mit zwei Black Eyed Children berichtet hat.</p>



<p>Anschließend soll sich die Legende dann im Internet – in Form von angeblichen Zeugenberichten und später Creepypastas – wie ein Lauffeuer verbreitet haben, wodurch die Legende der schwarzäugigen Kinder ihre heutige Beliebtheit erlangte.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Was haltet ihr von den Black Eyed Children? Wie würdet ihr reagieren, wenn die schwarzäugigen Kinder vor eurer Tür stehen oder an euer Autofenster klopfen würde? Seid ihr vielleicht sogar schonmal einem begegnet? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



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		<title>Hachishakusama</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Yōkai]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[japanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dann sah ich sie. Sie war riesig. Größer, als jede Frau und jeder Mann, die mir je begegnet waren. Zusätzlich zu ihrer extrem hellen Haut trug sie einen großen weißen Hut und ein weißes sommerliches Kleid. Sie stand an der Straße und starrte mich an ...</p>
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<p>Hachishakusama ist eine japanische Legende, die auf einer Art japanischer <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/creepypasta" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Creepypasta</a> basiert. Das <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wesen</a> zählt zwar nicht offiziell zu den <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/yokai" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yōkai</a>, der Einfachheit halber, habe ich es aber wieder in die Kategorie eingeordnet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>„Oh verdammt, Sanji. Was machen wir denn jetzt?“, fragte Ren leicht panisch.</p>



<p>Entsetzt starrten wir die entzweigebrochene Statue an, die zwischen uns lag. Es war eine heilige Jizo Statue, die zusammen mit drei anderen Jizo Statuen – kleine Statuen, die einen jungen Mönch darstellten – um einen kleinen Schrein herum stand.</p>



<p>„Das … Das war doch ein Unfall. K-san wird das verstehen“, erwiderte ich – versuchte dabei jedoch vielmehr, mich selbst zu überzeugen, als Ren.</p>



<p>„Wir stellen sie wieder hin. Es wird ihr ja gar nicht auffallen!“, schlug Ren vor.</p>



<p>Da ich keine bessere Idee hatte, stimmte ich mit mulmigem Gefühl zu.</p>



<p>Schnell war die kleine Jizo Statue wieder aufgestellt. Die Stelle, an der sie durchgebrochen war, zeigte jetzt einen deutlichen Riss. Würde das K-san wirklich nicht auffallen?</p>



<p>Aber selbst wenn. Sie würde mich schon nicht anschreien. Auch, wenn sie manchmal streng sein konnte, verstand sie, dass es ein Unfall beim Spielen war. Ich hatte mit Ren Fangen gespielt und war über die kleine Statue gestolpert.</p>



<p>Nachdem wir bestmöglich unsere Spuren verwischt hatten, spielen Ren und ich weiter. Er schien völlig unbesorgt – im Gegensatz zu mir wohnte er auch nicht bei K-san. Doch selbst mein schlechtes Gewissen war bald verflogen. Schnell war der Vorfall vergessen und die Gewissensbisse verdrängt. Wir konnten schließlich nicht ahnen, was unsere Unachtsamkeit entfesselt hatte.</p>



<p>Einige Zeit später – Ren und ich taten gerade so, als wären wir zwei Samurai, die gegeneinander kämpfen – hörte ich plötzlich ein komisches Geräusch.</p>



<p>„Po po po po“, schallte es zu mir herüber.</p>



<p>„Hörst du das?“, fragte ich Ren, während ich mich irritiert umsah.</p>



<p>„Was meinst du?“, fragte er. Jetzt hielt er inne, um zu lauschen.</p>



<p>„Po po po po po“, hörte ich es wieder.</p>



<p>„Ich höre nichts“, erwiderte Ren.</p>



<p>Verwirrt sah ich ihn an. Wie konnte er das nicht hören?</p>



<p>Dann sah ich sie. Sie war riesig. Größer, als jede Frau und jeder Mann, die mir je begegnet waren. Zusätzlich zu ihrer extrem hellen Haut trug sie einen großen weißen Hut und ein weißes sommerliches Kleid. Sie stand an der Straße und starrte mich an.</p>



<p>„Können wir Ihnen helfen?“, fragte ich.</p>



<p>„Po po po po“, erwiderte die Frau bloß. Wieso machte sie diese seltsamen Geräusche?</p>



<p>„Mit wem redest du?“, fragte Ren.</p>



<p>Ich sah ihn verwirrt an. „Na mit der Frau da drüben!“ Sie war nicht zu übersehen.</p>



<p>Dann stockte ich. Als ich wieder zu ihr sah, war sie verschwunden.</p>



<p>„Ich sehe keine Frau“, sagte Ren.</p>



<p>„S-sie war riesig! Genau da!“, entgegnete ich verwirrt.</p>



<p>Schnell rannte ich zur Straße. Ich sah sie rauf und runter, doch von der Frau fehlte jede Spur. Mich überkam ein mulmiges Gefühl.</p>



<p>„Du veräppelst mich doch. Komm, lass uns weiterspielen!“, drängte Ren mich.</p>



<p>Nachdem Ren mir mehrfach vergewissert hatte, dass er wirklich keine Frau gesehen habe, willigte ich ein. In Gedanken war ich aber kaum bei der Sache. Wieder und wieder musste ich an die Riesin denken.</p>



<p>„Sanji! Ren! Das Essen ist fertig!“, rief eine Stimme vom Haus her.</p>



<p>„Ja, K-san. Wir kommen!“, rief ich zurück.</p>



<p>Schnell sammelten Ren und ich unsere Stöcker – unserer Samuraischwerter – auf und liefen zum Haus, wo wir die ‚Schwerter‘ neben der Haustür abstellten.</p>



<p>„Und, habt ihr Spaß?“, fragte K-san als wir am Tisch saßen.</p>



<p>„Jaa! Wir sind Samurai und haben gegeneinander gekämpft!“, platzte Ren drauf los.</p>



<p>K-sans Gesicht strahlte, während sie leise kicherte. „So so. Samurai! Und warum habt ihr gekämpft?“</p>



<p>„K-san“, fiel ich ins Wort, bevor Ren weiterreden konnte.</p>



<p>„Was ist denn, Sanji?“, wandte sie sich jetzt an mich, während sie sich gerade Reis auffüllte.</p>



<p>„Ich … habe eine komische Frau gesehen, die Ren nicht sehen konnte. War das vielleicht ein Geist?“, kam ich direkt zum Punkt. K-san kannte viele Geschichten und wusste besonders viel über Geister und Yōkai.</p>



<p>„Ein Geist? Hmm. Wie sah sie denn aus?“, fragte sie nachdenklich, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen.</p>



<p>„Nun … sie war sehr groß. Riesig würde ich sagen. Außerdem trug sie einen großen weißen Hut und ein weißes Kleid“, dachte ich laut, während ich sie mir in Gedanken zurückrief.</p>



<p>K-san verschluckte sich fast. Dann starrte sie mich mit großen Augen an. „Bist du dir sicher?“, fragte sie eindringlich.</p>



<p>„Ja. Wieso? Was ist denn los?“</p>



<p>Sie antwortete nicht. Stattdessen legte sie hastig die Stäbchen hin, sprang auf und rannte aus dem Zimmer.</p>



<p>Ren und ich sahen uns fragend an. Keiner sagte sein Wort. Wieso war K-san plötzlich so panisch geworden?</p>



<p>Kurz darauf stürmte sie wieder ins Esszimmer. „Eine der Jizo Statuen ist beschädigt! Erzählt mir sofort, was passiert ist!“, drängte sie. Sie klang aber nicht verärgert, sondern vielmehr panisch.</p>



<p>„Das war meine Schuld“, sagte ich kleinlaut. „Wir haben fangen gespielt und ich bin über eine gestolpert.“ Ein beklemmendes Schuldgefühl breitete sich in meinem Bauch aus.</p>



<p>„Nein, das meinte ich nicht. Erzählt mir sofort, was die Frau getan hat!“</p>



<p>Irritiert sah ich sie an. Ihr eindringlicher Blick erlaubte keine Einwände. Also erzählte ich von den komischen Geräuschen und davon, wie nur ich die Frau sehen konnte, bevor sie sich in Luft aufgelöst hat.</p>



<p>„Und du hast die Frau wirklich nicht gesehen?“, wandte sie sich sofort an Ren.</p>



<p>„N-nein. Da war niemand“, antwortete er schnell.</p>



<p>K-san atmete sichtlich erleichtert auf. „Gut. Gut!“, sagte sie. „Du musst jetzt nach Hause gehen. Bitte. Bleib heute im Haus. Du darfst nicht rausgehen!“</p>



<p>„Aber … ich habe doch nicht einmal aufgegessen. Wenn das wegen der Statue ist, das war wirklich nur ein Unfall!“, erwiderte Ren.</p>



<p>„Du verstehst nicht. Das ist wichtig. Bitte! Beeil dich!“, flehte sie ihn an.</p>



<p>Ich verstand die Welt nicht mehr. An Rens Gesicht erkannte ich, dass es ihm ähnlich ging. Trotzdem gehorchte er und verließ schnell das Haus.</p>



<p>„Das mit der Statue tut mir leid“, entschuldigte ich mich. „Ich wollte es ja sagen, aber …“</p>



<p>Völlig unerwartet nahm K-san mich fest in den Arm. Als sie losließ und sich neben mich hockte, sodass ihr Gesicht auf Augenhöhe war, sah ich, dass sie weinte.</p>



<p>„Du kennst doch die Geschichte von Hachishakusama, oder?“, fragte sie. Ohne eine Antwort abzuwarten, fügte sie hinzu: „Der Schrein … Die Jizo Statuen waren Teil des Schutzzaubers, der sie gefangengehalten hat. Sie sieht genauso aus, wie die große Frau, die du gesehen hast.“</p>



<p>Das traf mich wie ein Hieb in die Magengrube. Hachishakusama war ein berüchtigtes Wesen in unserem Dorf. Jeder kannte sie. Es heißt, dass sie früher Kinder und Jugendliche getötet hat, bis eine Gruppe mächtiger Mönche sie in einen Schrein sperren konnte. Ich wusste nur nicht, dass es der Schrein auf unserem Grundstück war.</p>



<p>„Sanji. Weißt du, was das bedeutet?“, fragte sie. Eine Trauer, die ich überhaupt nicht von ihr kannte, lag in ihren Augen.</p>



<p>Mein Kopf fühlte sich dumpf an, während ich nickte. Wenn Hachishakusama mich ausgewählt hatte, war ich vor ihr nicht mehr sicher. Ich musste das Dorf verlassen und konnte nie wieder zurückkehren, wenn ich in Sicherheit sein wollte.</p>



<p>„Ich würde gerne mit dir kommen. Aber ich muss Vorbereitungen treffen. Ich werde versuchen, Hachishakusama aufzuhalten, damit du fliehen kannst. Erinnerst du dich an Tanaka-san? Den Mann, zu dem wir früher immer gefahren sind?“</p>



<p>Wieder nickte ich.</p>



<p>„Weißt du noch, wie wir zu ihm gekommen sind?“</p>



<p>„Ich denke schon. Aber ich will nicht von dir weg!“, jammerte ich. Sie war doch die einzige Familie, dich ich hatte, seit sie mich damals von der Straße geholt hatte.</p>



<p>„Ich weiß“, sagte sie. Sie fasste mir sanft an die Wange. „Aber es ist ja nicht für immer. Ich werde nachkommen, sobald ich hier alles geregelt habe. Versprochen!“</p>



<p>Ich schluckte schwer. Aber was hatte ich für eine Wahl? Ich wusste, wie gefährlich Hachishakusama war.</p>



<p>Nachdem ich einige wenige Sachen gepackt habe – mein Gepäck sollte mich nicht verlangsamen –, nahm mich K-san noch einmal fest in den Arm. Ich wollte sie nie wieder loslassen. Doch sie drückte mich bald von sich.</p>



<p>„Warte“, sagte sie schnell und verschwand im Nebenzimmer. Als sie kurz darauf zurückkam, drückte sie mir einen beschriebenen Streifen Papier in die Hand. „Das ist ein Talisman. Er wird dich schützen, bis du aus dem Dorf raus bist!“</p>



<p>Ich nahm sie erneut in den Arm. Ich wollte nicht gehen.</p>



<p>„Sanji. Du bist wie ein Sohn für mich“, sagte K-san. „Ich will, dass du das weißt. Und nun geh! Verschwinde von hier!“</p>



<p>Dann war ich draußen. Ich überlegte kurz, mein ‚Samuraischwert‘ mitzunehmen. Aber was würde ein Stock schon gegen Hachishakusama nützen?</p>



<p>Ein letztes Mal wandte ich mich zu K-san um. Dann musste ich gehen.</p>



<p>Ich kannte die Straßen wie meine Westentasche. Immerhin hatte ich bis vor ein paar Jahren hier draußen gelebt. Ich kannte jede Seitengasse. Jeden Waldweg. Jede Abkürzung. Und so nahm ich den schnellsten Weg, aus dem Dorf heraus.</p>



<p>Obwohl es ein sonniger Tag war, fröstelte ich. Kein einziger Vogel war am Singen, als wüssten sie, was passiert war. Der gesamte Tag kam mir surreal vor.</p>



<p>Dann hörte ich ein leises Geräusch in der Ferne: „Po po po po po.“</p>



<p>Ich sah mich nicht um. Stattdessen fiel mein Blick kurz auf den Talisman, der jetzt begonnen hatte, sich an den Rändern dunkel zu verfärben. Schnell schloss ich meine Hand fester um ihn und beschleunigte meine Schritte. Es würde nicht lange dauern, bis ich aus dem Dorf raus war!</p>



<p>„Po po po po po“, trug der Wind die Geräusche wieder zu mir. Diesmal klangen sie näher.</p>



<p>Hinter mir raschelte etwas. Ich drehte mich nicht um. Ich durfte Hachishakusama nicht ansehen!</p>



<p>Mein schneller Gang wurde zu einem langsamen Lauf. In meinem Augenwinkel tauchte wieder und wieder eine große weiße Gestalt auf.</p>



<p>Jetzt rannte ich. Links neben mir tauchte ihre weiße Silhouette auf. Nur, dass sie diesmal nicht stillstand. Sie rannte mit mir mit.</p>



<p>Ich warf einen kurzen Blick auf sie. Ihre Augen waren direkt auf mich gerichtet.</p>



<p>Schnell sah ich weg. Ich durfte sie nicht ansehen! Kurz überlegte ich, die Augen zu schließen. Doch ich konnte mir nicht erlauben, zu stolpern. Also sah ich zu Boden.</p>



<p>Wieder fiel mein Blick auf den Talisman. Er war inzwischen sehr dunkel, fast schwarz geworden – beinahe, als wäre er verkohlt!</p>



<p>„Po po po po po po po po …“</p>



<p>Ich hielt mir fest die Ohren zu, während ich weitersprintete. Trotzdem konnte ich sie noch hören. Bis sie plötzlich verstummte …</p>



<p>Ich sah nach links. Hachishakusama war verschwunden. Irritiert sah ich mich um. Wie konnte das sein? Hatte ich das Dorf verlassen? Nein, das Dorf endete erst eine Straße weiter. Egal. Ich durfte nicht stehenbleiben. Und so sprintete ich weiter. Um die Ecke und …</p>



<p>Da stand Hachishakusama. Sie stand genau an der Dorfgrenze und versperrte mir den Weg!</p>



<p>Ich würde umdrehen müssen! Das Dorf eine Straße weiter verlassen!</p>



<p>Doch dann spürte ich, wie sich in meiner Hand etwas bewegte. Entsetzt betrachtete ich den schutzbringenden Talisman. Er war jetzt komplett schwarz und völlig porös geworden … löste sich in meiner Hand auf, während er ascheähnlich auf die Straße rieselte. Nein! Das durfte nicht sein!</p>



<p>Entsetzt sah ich wieder zu Hachishakusama, die jetzt schnell auf mich zukam.</p>



<p>„Po po po po po po po.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Hachishakusama, häufig auch „8 Feet Tall“ (englisch für „8 Fuß groß“) genannt, ist eine japanische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>.</p>



<p>Der Name setzt sich aus „hachi“ (japanisch für 8), „Shaku“ (eine alte japanische Längeneinheit, die etwa einem Fuß entspricht) und „sama“ (eine sehr höfliche Anrede in Japan) zusammen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Wie der Name bereits andeutet, ist die Hachishakusama etwa 8 Shaku (ca. 240 cm) groß.</p>



<p>Sie hat eine helle Haut, dünne, lange Arme und Beine, sowie lange schwarze Haare.</p>



<p>Außerdem trägt sie einen weißen Hut und ein weißes Kleid.</p>



<p>Näher wird sie jedoch selten beschrieben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Viele der Eigenschaften und Fähigkeiten von Hachishakusama sind nicht ganz eindeutig, da ihre Legende auf einer einzigen japanischen Gruselgeschichte basiert.</p>



<p>In der originalen japanischen Geschichte heißt es, dass Hachishakusama es hauptsächlich auf Kinder und Jugendliche abgesehen habe. Sobald sie ein potentielles Opfer gefunden hat, jagt sie es solange, bis es innerhalb weniger Tage tot ist.</p>



<p>Sie bleibt dabei jedoch in der Nähe ihres Dorfes. Wenn man es also schafft, zu entkommen, ist man vor ihr in Sicherheit – sofern man sich dem Dorf nie wieder nähert.</p>



<p>In ihrem Dorf soll zudem ein Schrein errichtet sein, in dem sie gefangen war. Um den Schrein herum stehen vier Jizo Statuen, von denen jede in einer der Himmelsrichtungen steht. Am Ende der Geschichte wird erwähnt, dass man herausgefunden habe, dass eine der Statuen beschädigt sei, wodurch Hachishakusama entkommen konnte.</p>



<p>Wenn man ihr begegnet, erkennt man sie nicht nur an ihrem Aussehen. Es heißt, dass Hachishakusama Geräusche von sich gibt, die nach einem „po po po“ klingen.</p>



<p>In der originalen Geschichte wird außerdem ein Ritual durchgeführt, das den Protagonisten über Nacht schützen soll. Hierbei muss er alleine in einem Zimmer sitzen, in dem eine Buddhastatue steht. Wann immer er Angst hat, soll er den Buddha anbeten. Außerdem wird je eine Schale mit Salz in jeder der vier Ecken des Raumes gestellt, der Protagonist bekommt einen Talisman aus Papier und ihm wird gesagt, dass er das Zimmer unter keinen Umständen vor 7 Uhr morgens verlassen darf.</p>



<p>In der Nacht hört er Klopfen am Fenster, die typischen „po po po“-Geräusche und sogar die Stimme seines Großvaters an der Tür, der ihm sagt, dass er herauskommen dürfe, wenn er Angst habe. Es stellt sich später heraus, dass der Großvater nie mit dem Protagonisten gesprochen hat. Daher ist es anzunehmen, dass die Hachishakusama zumindest in einem gewissen Maße Stimmen imitieren kann.</p>



<p>Als er nach 7 Uhr endlich das Zimmer verlassen kann, ist das Salz in dem Zimmer fast schwarz geworden.</p>



<p>Später in der Geschichte wird Hachishakusama außerdem mit buddhistischen Gebeten ferngehalten.</p>



<p>Außerdem ist sie schnell genug, um neben einem fahrenden Auto her zu rennen, und kann nur vom Protagonisten gesehen werden.</p>



<p>Der Protagonist schafft es dank der Gebete schließlich, das Dorf zu verlassen, und darf – zur eigenen Sicherheit – nie wieder zurückkehren.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Abänderungen in der englischen Version:</h4>



<p>In einigen der englischen Versionen heißt es, dass Hachishakusama die Kinder und Jugendlichen nicht töten, sondern entführen würde. Was sie anschließend mit ihren Opfern macht, ist jedoch ungewiss.</p>



<p>Außerdem wurde in den englischen Versionen der Ort abgeändert. So heißt es nicht mehr, dass Hachishakusama in einem Dorf lebe, sondern überall in Japan vorkomme. Man dürfe als ihr gewähltes Opfer somit Japan nie mehr betreten – auch nicht als Erwachsener –, da sie einen sonst wieder jagen würde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>In der originalen japanischen Version der Geschichte lebt Hachishakusama in einem Dorf in Japan, das jedoch nicht genauer benannt wird. Sie scheint sich nur in dem Dorf und in unmittelbarer Nähe aufzuhalten.</p>



<p>In der neueren englischen Version hingegen heißt es, dass Hachishakusama in ganz Japan auftauchen könne und man dort nirgends vor ihr sicher wäre.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Die ersten Aufzeichnungen über die Hachishakusama war die Originalgeschichte auf 2Chan im Jahr 2008. Die damalige Geschichte erwähnt, dass die Ereignisse etwa 10 Jahre her seien, womit sie sich grob 1998 zugetragen haben müssten.</p>



<p>Andererseits ließen sich keine Hinweise darauf finden, dass es das Dorf aus der Geschichte tatsächlich gibt. Da die Großeltern sehr viel über die Hachishakusama zu wissen scheinen, kann sie in der Region kein unbekanntes Wesen sein.</p>



<p>Aus diesem Grund ist es anzunehmen, dass die Geschichte wirklich nur reine Fiktion ist – auch, wenn es sich nicht mit 100%iger Gewissheit sagen lässt.</p>



<p>Die erste englische Version der Geschichte war wahrscheinlich die abgeänderte und übersetzte Version, die 2016 auf www.scaryforkids.com erschienen ist.</p>



<p>Seither erfreut sich die urbane Legende der Hachishakusama auch als Creepypasta im westlichen Raum an großer Beliebtheit.</p>



<p>Die Ähnlichkeit zu <a href="https://www.geister-und-legenden.de/slenderman" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Slenderman</a> – die bleiche Haut, die langen Gliedmaßen, die Größe und die Opfer im Kindes- und Jugendlichenalter – sind hingegen Zufall, da Slenderman erst im Jahr 2009, also nach Hachishakusama erfunden wurde. Dass Slenderman Inspiration in der Hachishakusama Legende gefunden hat, ist zwar nicht auszuschließen, wegen der damaligen fehlenden Bekanntheit in Amerika jedoch unwahrscheinlich.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Englische Übersetzung der originalen japanischen Geschichte:</h4>



<p><a href="http://anomalyinfo.com/Stories/2008-aug-26-hachishakusan-eight-feet-tall">http://anomalyinfo.com/Stories/2008-aug-26-hachishakusan-eight-feet-tall</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p><em>Was haltet ihr von Hachishakusama? Mögt ihr solche Legenden, auch wenn sie scheinbar nur erfunden sind? Ich habe bei dieser Geschichte versucht, mich direkt auf die Originalgeschichte zu beziehen und versucht, ihr etwas mehr Tiefe zu verleihen. Gefällt euch dieser Ansatz? Schreibt es mir in die Kommentare!</em></p>



<p><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>,&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a>&nbsp;oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a></em>.</p>
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		<title>Der Großmann – der falsche deutsche Slenderman</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/der-grossmann</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 13:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Grossmann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich hatte nach oben geschaut und direkt in ein weißes Gesicht gesehen. Es hatte keine Augen, keine Nase, keine Ohren und keine Haare, sondern nur einen großen Mund, der mich breit angrinste. Der Großmann!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/8d85183cad7e49148581093a708cd848" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Wieso ich den Großmann als falschen deutschen Slenderman bezeichne, könnt ihr unter „Die Legende“ nachlesen. Ich war mir erst unsicher, ob ich ihn überhaupt behandeln sollte, habe mich dann aber dafür entschieden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h3>



<p>„Was ist? Traust du dich nicht? Du hast doch gesagt, dass Mädchen auch mutig sein können, oder hast du Angst?“, fragte Nils. Ich schluckte und sah in den tiefen, dunklen Wald hinein. „Meine Mama hat gesagt, dass der Großmann im Schwarzwald auf Kinder wartet. Ich darf nie nie nie nie niemals abends oder nachts im Wald spielen, hat sie gesagt“, erwiderte ich.</p>



<p>Nils atmete schnaubend aus. „Ja, und sie sagt dir bestimmt auch, dass der Weihnachtsmann dir zu Weihnachten Geschenke bringt!“, sagte er und begann, in den Wald zu gehen.</p>



<p>Ich wusste nicht, was er meinte. Natürlich brachte mir der Weihnachtsmann jedes Jahr Geschenke. Ich war ja auch artig. Bestimmt war Nils nur wütend, weil er immer unartig war und nie vom Weihnachtsmann Geschenke bekam!</p>



<p>Dann schluckte ich. Ich war gerade auch unartig. Würde der Weihnachtsmann mir dieses Jahr also auch nichts bringen?</p>



<p>„Worauf wartest du denn, du Angsthase?“, rief Nils mir aus dem Wald entgegen.</p>



<p>„Selber Angsthase!“, schrie ich, schaltete meine kleine Prinzessin Wunderfee Taschenlampe ein und rannte ihm hinterher.</p>



<p>Als ich ihn endlich eingeholt hatte, verlangsamte ich meine Schritte wieder und sah mich ängstlich in dem dunklen Wald um.</p>



<p>Unsere Taschenlampen brachten kaum etwas und es herrschte fast völlige Dunkelheit. Wie sagte man …? Als könne man die Hand vor Augen nicht sehen? Und tatsächlich! Egal, wie nah ich meine Hand auch vor meine Augen hielt, ich konnte sie nicht sehen!</p>



<p>Als ich bemerkte, dass ich bei diesem kleinen Test stehengeblieben war und Nils wieder weiter von mir weg war, holte ich schnell auf.</p>



<p>„U-und wenn wir den Großmann jetzt doch sehen?“, flüsterte ich ihm zu. Nils blieb stehen und leuchtete mir mit seiner Taschenlampe direkt ins Gesicht, sodass ich mir die Augen abschirmen musste. „Dann rennen wir halt weg. Ich bin der schnellste Junge aus meiner Klasse. Und der Großmann lässt uns in Ruhe, sobald wir unseren Eltern gesagt haben, dass wir nachts im Wald waren.“</p>



<p>Ich spürte, wie das Klopfen in meiner Brust schneller wurde. Ich sollte es meinen Eltern erzählen? Aber wenn sie davon erfahren, bekomme ich ganz doll Ärger und dann schenkt der Weihnachtsmann mir bestimmt kein Fahrrad mehr! Und dabei hatte ich mir doch so ein Schönes ausgesucht. Es hatte sogar ein eigenes Fähnchen!</p>



<p>„Wir müssen es ja nur zu der großen Tanne schaffen und dann kannst du wieder ganz schnell in dein Angsthasenbett gehen!“, sagte Nils und streckte mir die Zunge raus. „Boah, Jungs sind so doof! Ich habe keine Angst. Wirklich nicht!“, log ich. Insgeheim wünschte ich mir jedoch Schnüffel – meinen braunen Stoffhasen – her.</p>



<p>Aber Nils hatte recht, wenn wir die große Tanne erreichten, konnten wir endlich umdrehen. Das war die Abmachung. Wenn ich es bis dorthin schaffen würde, mussten Nils und seine Freunde mich bei ihren Spielen auf dem Pausenhof mitspielen lassen!</p>



<p>Als es plötzlich ganz in unserer Nähe raschelte und knackte, schrien Nils und ich gleichzeitig auf. Sofort leuchteten wir in die Richtung, konnten jedoch nur einen Busch sehen.</p>



<p>„Bestimmt nur ein Tier“, sagte ich – eher zu mir selbst, als zu Nils. „Lass uns einfach schnell zur Tanne, ja?“, erwiderte er nur und ging schweigend weiter.</p>



<p>Jetzt achtete ich auf jedes Geräusch. Ich wollte es eigentlich gar nicht, doch ich konnte nicht anders.</p>



<p>Tagsüber war es hier anders. Die Luft war erfüllt vom Gesang der Vögel. Doch jetzt herrschte einfach nur Stille. Jedes Rascheln im Wind, jedes Knacken kam mir unheimlich vor. Ich hoffte nur, dass es nicht der Großmann war.</p>



<p>„Ist es noch weit?“, fragte ich, als ich immer unruhiger wurde. „Nein, wir sind schon lange am alten Baumhaus vorbeigekommen, es müsste hier gleich irgendwo sein.“ „Echt? Ich habe das Baumhaus gar nicht gesehen“, erwiderte ich. Nils sagte nichts.</p>



<p>Hatte er gelogen? Wenn er sich verlaufen hatte … „Siehst du, sag ich ja“, antwortete Nils und grinste mich an. Wir kamen auf eine Lichtung zu. Wenn wir wirklich am Baumhaus vorbeigekommen waren, musste die große Tanne genau in der Mitte davon stehen.</p>



<p>Nils hielt so plötzlich an, dass ich in ihn hineinlief. „Au!“, beschwerte ich mich, „Bist du doof?“ Nils antwortete nicht, sondern starrte mit verwirrt aussehendem Gesicht in die Dunkelheit. Was war nur los? Ich folgte seinem Blick und …</p>



<p>Das konnte nicht sein! Die große Tanne, zu der wir wollten, hätte alleine in der Mitte der Lichtung stehen müssen. Hier hingegen standen zwei Bäume. Zwei große Tannen!</p>



<p>„Du hast dich verlaufen, gib es zu!“, sagte ich laut. „Ich … nein!“, erwiderte Nils nur und ging ungläubig auf die zwei Bäume zu.</p>



<p>Da ich nicht alleine in der Dunkelheit stehen wollte, ging ich ihm nach.</p>



<p>„Und jetzt?“, fragte ich. Nils leuchtete in alle Richtungen. Versuchte er, etwas zu erkennen? Seine Taschenlampe war kaum hell genug, um die Bäume von hier aus zu sehen, wie wollte er dann welche von ihnen wiedererkennen?!</p>



<p>Genervt sah ich die beiden Tannen an. Wieso konnte es nicht nur eine Tanne sein? Wieso mussten es zwei sein? Ich hätte mich jetzt auf den Rückweg machen und bald wieder bei Schnüffel und Mama sein kö…</p>



<p>Ungläubig starrte ich die eine Tanne an. Dort war ganz deutlich ein Herz zu sehen. Jemand hatte es in die Rinde geritzt und „S+L“ hineingeschrieben … genau wie bei unserer großen Tanne.</p>



<p>„Nils?“, fragte ich verwirrt. Er wandte sich sofort zu mir um und riss dann die Augen auf. „Emmy, geh da weg!“, schrie er. Ohne nachzudenken, wandte ich mich um und sah hinter mich. Dort waren die beiden Tannen … nur dass eine sich bewegte. Mit offenem Mund leuchtete ich nach oben und folgte dem Licht mit meinen Augen.</p>



<p>Ich kreischte wie am Spieß und konnte mich gerade noch daran hindern, die Taschenlampe vor Schreck fallenzulassen. Das war kein Baum. Ich hatte nach oben geschaut und direkt in ein weißes Gesicht gesehen. Es hatte keine Augen, keine Nase, keine Ohren und keine Haare, sondern nur einen großen Mund, der mich breit angrinste. Der Großmann!</p>



<p>Dann hörte ich ein Geräusch, als würde sich ein alter Baum biegen und krümmen und ich sah ganz viele Arme auf mich zukommen. Sie kamen alle vom Großmann und kein einziger hatte eine Hand.</p>



<p>Noch immer wie am Spieß kreischend drehte ich mich um und rannte in den Wald hinein. Nils, der eben auch erst losgerannt sein musste, war direkt vor mir.</p>



<p>Immer wieder stieß ich mit den Füßen schmerzhaft gegen Wurzeln und stolperte, fiel aber zum Glück nicht hin.</p>



<p>Obwohl ich genau hören konnte, wie dicht Großmann hinter uns sein musste, drehte ich mich flüchtig um. Er war uns wirklich direkt auf den Fersen … und wir waren nicht schnell genug. So würden wir es niemals nach Hause schaffen!</p>



<p>„Uff“, hörte ich Nils plötzlich aufstöhnen. Erst wusste ich nicht, was passiert war und sah seine Taschenlampe nicht mehr, bis ich bereits an ihm vorbeigerannt war. Er war gestürzt!</p>



<p>Ich wollte zu ihm rennen und ihm helfen, doch der Großmann war schon bei ihm. Er stand über ihm und streckte seine vielen Arme nach ihm aus und … ich drehte mich um und rannte weiter. Ich konnte da nicht hingucken!</p>



<p>„Emmy! Emmy!!!“, kreischte Nils panisch. Tränen schossen mir in die Augen, aber ich rannte weiter. Dann stoppten die Schreie plötzlich.</p>



<p>Jetzt hielt ich es nicht mehr aus. Ich sah wieder über die Schulter und sah … nichts. Weder von Nils, noch vom Großmann war etwas zu sehen. Trotzdem wurde ich nicht langsamer.</p>



<p>Ich wollte gerade meinen Blick wieder nach vorne richten, als ich etwas weiches, elastisches mit der Schulter traf. Ein kurzer Schrei entfuhr meinen Lippen, bis ich merkte, dass es sich um eine Strickleiter handelte. Das Baumhaus!</p>



<p>Von hier aus kannte ich den Weg. Ich musste nur noch geradeaus und wäre bald am Waldrand!</p>



<p>Dann hörte ich ein Knarren und Knacken hinter mir. Seinen Körper konnte ich zwar nicht erkennen, dafür zeichnete das weiße Gesicht des Großmanns mit seinem breiten Grinsen deutlich in den Baumkronen ab. Er war zwar noch nicht bei mir, aber kam schnell näher und näher.</p>



<p>Ich sah nicht mehr hin. Völlig darauf konzentriert, nicht zu stolpern und möglichst schnell voranzukommen, rannte ich weiter.</p>



<p>In einiger Entfernung konnte ich bereits Lichter sehen. Das mussten die Straßenlaternen vor dem Wald sein. Nicht mehr lange und ich wäre Zuhause!</p>



<p>Als ich die letzten Bäume hinter mir gelassen hatte, warf ich zum ersten Mal wieder einen Blick nach hinten. Der Großmann war ebenfalls fast am Waldrand. Ich kam zwar jetzt im Grass besser voran, der Großmann jedoch auch.</p>



<p>„Mama! Mamaaa!“, kreischte ich, als ich mich dem Haus näherte. Die Lichter waren alle aus!</p>



<p>Ich schrie wieder und wieder nach ihr, bis im Schlafzimmer endlich Licht anging. Dafür war der Großmann jetzt fast direkt bei mir und ich bei der Haustür. Wie wild hämmerte ich mit meinen Fäusten dagegen und betätigte die Klingel. „Mama! Mama!!!“</p>



<p>„Emmy, was machst du denn da draußen?“, fragte Mama laut und im wütenden Tonfall. Dafür war sie endlich bei der Tür. Sie öffnete sie und sah erst wütend mich und dann mit aufgerissenen Augen den Großmann hinter mir an.</p>



<p>„Mama! Ich bin mit Nils nachts in den Wald gegangen! Ich weiß, dass du das verboten hast und es tut mir leid!“, schrie ich weinend und sie hob mich sofort auf ihre Arme. Dann kreischte sie auf und drehte sich, sodass ihr Körper schützend zwischen mir und dem Großmann war. Dafür war mein Gesicht dem Großmann jetzt genau zugewandt. Er stand bedrohlich über mir. Seine vielen Arme waren nach mir ausgestreckt und er war … reglos. Er stand einfach nur da und grinste mich mit seinem augenlosen Gesicht an.</p>



<p>Dann bewegte er sich wieder. Er kam aber nicht näher, sonder richtete sich auf. Ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, wandte er sich ab und ging zurück auf den Wald zu. Ungläubig sah ich ihm nach.</p>



<p>Das war das letzte Mal, dass ich den Großmann sah. Von dort an hielt ich mich immer an das, was Mama mir sagte und auch heute habe ich noch manchmal Nils‘ Worte im Kopf: „Dann rennen wir halt weg. Der Großmann lässt uns in Ruhe, sobald wir unseren Eltern gesagt haben, dass wir nachts im Wald waren.“</p>



<p>Leider hatte er nicht so viel Glück gehabt, wie ich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Legende:</h3>



<p>Der Großmann ist eine angeblich <a rel="noreferrer noopener" label=" (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank">deutsche Legende</a>, die als Ursprung für die Slenderman <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener" label=" (öffnet in neuem Tab)">Legende</a> genannt wurde. Tatsächlich findet man jedoch fast nur Hinweise auf ihn in englischsprachigen Artikeln und (fast) gar keine in Deutschland.</p>



<p>Inzwischen soll es sich sogar herausgestellt haben, dass der Großmann 2009 zusammen mit Slenderman erfunden wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aussehen:</h4>



<p>Der Großmann ist eine sehr dünne, große <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener" label=" (öffnet in neuem Tab)">Kreatur</a> (er wird teilweise auch „Fee“ genannt), die angeblich sehr viele handlose Arme besitzt. Seine vielen Arme werden häufig auch als Tentakeln bezeichnet.</p>



<p>Er sei so groß, dass er sich als Baum im Schwarzwald tarnen könne und soll seine vielen Arme dazu nutzen, um diese Tarnung zu verstärken.</p>



<p>Der Großmann wird häufig als gesichtslos mit einem Kopf ohne Haare oder Ohren beschrieben. Andere angebliche Erzählungen berichten davon, dass der Großmann zwar kein Gesicht habe, dafür aber runde, weiße Augen oder aber keine Augen und dafür ein breites Grinsen oder Lächeln besitze.</p>



<p>Die Kleidung des Großmanns ist hingegen nicht deutlicher beschrieben. In einem Text, der zusammen mit der wahrscheinlich ersten Erwähnung des Großmannes veröffentlicht wurde, heißt es: „The only thing that we found was a scrap of black clothing. It feels like cotton, but it is softer…thicker.“ (Das einzige, was wir gefunden haben, war ein Stück schwarze Kleidung. Es fühlt sich an wie Baumwolle, jedoch weicher…dicker.).</p>



<p>Es wird also auch bei der Kleidung eine Ähnlichkeit zu Slenderman angedeutet, der ja bekanntlich einen schwarzen Anzug tragen soll.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h4>



<p>Der Großmann soll – ähnlich wie der Slenderman – dafür bekannt sein, Kinder zu entführen.</p>



<p>Eltern warnten damals angeblich ihre Kinder davor, nachts in den Wald zu gehen. Wenn die Kinder ihren Eltern nicht gehorchten und sich trotzdem bei Dunkelheit in den Wald trauten, soll der Großmann aufgetaucht sein und sie verfolgt haben. Wenn er es geschafft hat, sie einzuholen, soll er sie entführt haben.</p>



<p>Die Kinder hatten jedoch noch eine Chance. Wenn sie schnell genug nach Hause laufen und ihren Eltern gestehen konnten, was sie getan hatten, soll der Großmann von ihnen abgelassen haben.</p>



<p>Andere Geschichten sollen davon berichten, dass der Großmann den Kindern immer wieder erschienen sei und ihnen Dinge zugeflüstert habe, bis diese freiwillig mit ihm gegangen seien.</p>



<p>Aber wie der Großmann die Kinder auch immer entführt haben soll, genau wie beim Slenderman weiß niemand, wohin er sie gebracht und was er mit ihnen dort gemacht hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lebensraum:</h4>



<p>Wenn man dem Internet glauben sollte, lebte der Großmann etwa im sechzehnten Jahrhundert im Schwarzwald.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ursprung:</h4>



<p>Wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist der Großmann nur eine Erfindung, die der ebenfalls erfundenen Legende des Slenderman mehr Glaubhaftigkeit verleihen sollte.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Was haltet ihr von der Legende des Großmanns? Findet ihr es in Ordnung, solche falschen Legenden zu erschaffen, um eine andere Legende glaubwürdiger erscheinen zu lassen? Schreibt mir gerne einen Kommentar!</em></p>



<p><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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