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	<title>England Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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		<title>The Hairy Hands of Dartmoor – Sie sind in deinem Auto!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dann plötzlich schnallte Samuel sich bei voller Fahrt ab. Er rollte das Fenster runter. „Nun zeigt euch endlich, ihr scheiß Hände!“, schrie er in die Dunkelheit. „Damals habt ihr eure dreckigen Griffel doch auch nicht von meinem Lenkrad lassen können!“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-hairy-hands-of-dartmoor">The Hairy Hands of Dartmoor – Sie sind in deinem Auto!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">The Hairy Hands of Dartmoor ist eine Legende aus England. Sie handelt von einem Phänomen, das bereits zu diversen Auto- und Motorradunfällen auf der B3212 geführt haben soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sonne näherte sich bereits dem Horizont, als wir durch Dartmoor fuhren. Mein Mann Samuel war früher oft hier gewesen. Er hatte in der Nähe in einer Autowerkstatt gearbeitet. Für mich hingegen war es mein erster Besuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beifahrerfenster war halb heruntergelassen. Ich hielt mein Gesicht in den Fahrtwind. Gleichzeitig beobachtete ich einige Schafe, die auf den grünen Wiesen herumtollten, sich in die Schatten der wenigen Bäume drängten oder genüsslich am Grasen waren. Es war ein wirklich schöner Sommertag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war aber nicht der Grund, warum wir hier waren. Zumindest war es nicht der Grund, warum Samuel hier war. Er wollte mir oder vielleicht auch sich selbst etwas beweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor er damals aus der Gegend weggezogen war, hatte er einen Autounfall gehabt. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen – ihm war nichts passiert und die Versicherung sprang für den größten Schaden ein –, hätte es sich nicht um das Auto eines Kunden gehandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie eine Autowerkstatt darauf reagiert, wenn ein Angestellter bei einer Testfahrt ein Kundenauto zu Schrott fährt. Und wenn besagter Angestellter dann auch noch behauptet, es sei ein paranormales Phänomen gewesen, das ihn von der Straße gedrängt habe …</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Läuft die Kamera, Katie?“, fragte Samuel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte. Dann drehte ich mich zum Rücksitz, um die Kamera einzuschalten. Wir hatten sie so angebracht, dass sowohl mein Mann als auch das Lenkrad gut auf dem Bild zu sehen waren. Gerade das Lenkrad war Samuel sehr wichtig gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kamera läuft“, erklärte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was darauf folgte, waren die wohl langweiligsten Stunden meines Lebens. Am Anfang genoss ich es noch, beobachtete weiter die Felder, sah dem Himmel dabei zu, wie er sich langsam rot färbte und dann allmählich dunkel wurde. Aber wenn man mehrere Stunden dieselben 4 Meilen auf der B3212 zwischen Postbridge und Two Bridges hin und her und hin und her und hin und her fuhr, wurde selbst die schönste Natur irgendwann langweilig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch unser Gesprächsstoff war uns schon lange ausgegangen, weshalb wir nur noch schweigend nebeneinandersaßen und um die Wette gähnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vielleicht sollten wir langsam in den Gasthof fahren“, schlug ich vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Samuel blieb stur. „Bitte, Katie, nur noch ein paar Mal. Irgendwann müssen diese verdammten Hände doch auftauchen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oh. Stimmt. Das hatte ich ja noch gar nicht erzählt. Der Grund, warum mein Mann hier war. Es geht um die sogenannten Hairy Hands of Dartmoor. Sie sollen auf der B3212, auf der wir nun schon seit Stunden auf und abfuhren, ihr Unwesen treiben. Dabei handelt es sich um zwei geisterhafte Hände, die angeblich plötzlich an den Lenkrädern von Autos oder den Lenkstangen von Motorrädern auftauchen, die die B3212 entlangfuhren. Sie kämpften mit den Fahrzeugführenden um die Kontrolle über den Lenker, bis das Fahrzeug in den meisten Fällen verunglückte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt euch das Gesicht von Samuels Chef also sicher vorstellen, als er das als „Ausrede“ für seinen Unfall nannte. Und auch mein Gesicht war wohl nicht besser gewesen. Aber Samuel beharrte seit dem Vorfall darauf, dass er die Wahrheit gesagt habe.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schafe waren inzwischen in ihre Nachtruhe übergegangen. Sie schreckten nicht einmal auf, wenn wir mit dem Auto direkt an ihnen vorbeifuhren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich muss schon sagen, dass die Straße sehr eng war. Und auch die zahlreichen Hügel, wie der, den wir gerade hinauffuhren, schränkten deutlich die Sicht ein. Bis man an der Spitze war, hatte man keinerlei Einblicke auf eventuelle Hindernisse oder den Gegenverkehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders hinterlistig war die Stelle, der wir uns jetzt näherten. Direkt hinter dem Hügel war eine scharfe Linkskurve, die auf eine einspurige Brücke führte. Wenn man hier nicht aufpasste, konnte das sicher schnell zu einem Unfall führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn man die Gegend kannte, aufmerksam blieb und sich an die 40 Meilen pro Stunde – etwa 64 km/h –, hielt, war die Strecke eigentlich unbedenklich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Moment achtete ich aber gar nicht mehr auf die Straße. Ich hatte meinen Kopf an die Scheibe gelehnt und betrachtete gelangweilt den Sternenhimmel, den ich vorhin noch als atemberaubend bezeichnet hatte. Aber auch ihm wurde ich inzwischen überdrüssig. Gerade würde ich auf jeden Fall nichts lieber tun, als mir die Beine zu vertreten, ehe ich mich mit einer Tasse Tee oder vielleicht einem kalten Bier in irgendein gemütliches Etablissement setzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warum passiert denn nichts?“, schimpfte Samuel leise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Das</em> fragte ich mich allerdings auch. Wieso gab er es nicht endlich auf?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich schnallte Samuel sich bei voller Fahrt ab. Er rollte das Fenster runter. „Nun zeigt euch endlich, ihr scheiß Hände!“, schrie er in die Dunkelheit. „Damals habt ihr eure dreckigen Griffel doch auch nicht von meinem Lenkrad lassen können!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu allem Überdruss trat er auch noch das Gaspedal voll durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wurde nach hinten in den Sitz gedrückt. „Samuel! Fahr langsamer!“, schrie ich ihn an, während ich mich mit der linken Hand an der Autotür und der rechten im Sitz festkrallte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber mein Mann dachte gar nicht daran. Er donnerte mit über 150 Sachen über den Asphalt. Bei einigen Hügeln kam es mir sogar so vor, als würden die Reifen den Boden verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte Todesangst. Und auch ein Auto, das uns entgegenkam, fuhr fast in den Graben. Es war wie wild am Hupen, während wir daran vorbeirasten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei jedem Hügel und jeder kleinsten Kurve sah ich mein Leben an mir vorbeiziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zum Glück dauern 4 Meilen mit 150 km/h nicht sonderlich lange. Nach etwa zwei Minuten purem Adrenalinrausch wurde Samuel endlich langsamer. An der gewohnten Stelle setzte er zum Wenden an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Halt an!“, kreischte ich jetzt. „Halt sofort den Wagen an!“ Ich klammerte mich noch immer im Auto fest. Mein Herz raste. Meine Atmung ging so stoßweise, dass ich Angst hatte, nicht genug Sauerstoff zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück hörte Samuel diesmal auf mich. Noch bevor er den Wagen ganz gehalten hatte, schnallte ich mich ab, öffnete die Autotür und stieg mit zittrigen Knien aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was machst du?“, fragte Samuel laut. „Katie, wo willst du hin?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh zurück zum Hotel!“, schrie ich ihn an. „Aber zuerst brauch ich ein kaltes Bier, um meine Nerven zu beruhigen!“ Mit noch immer zittrigen Beinen stapfte ich am Wegesrand entlang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samuel holte mich ein. Er fuhr in Schrittgeschwindigkeit neben mir her. „Katie, es tut mir leid“, entschuldigte er sich. „Bitte. Steig wieder ein. Wir fahren zusammen zurück zum Hotel. In einer normalen Geschwindigkeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur zögerlich stieg ich zurück in sein Auto. Aber tatsächlich hielt er sich daran. Es dauerte nicht lange, bis wir mit je einem kühlen Bier im Barbereich unseres Hotels saßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was hast du dir dabei eigentlich erhofft?“, fragte ich. „Wie ein Wahnsinniger über die Straße zu brettern. Selbst, wenn wir mal annehmen, dass die Hände echt wären …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie sind echt!“, unterbrach er mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gut. Selbst, wenn die Hände echt sind, was hättest du dann getan, wenn sie dir ins Lenkrad gegriffen hätten? Den Unfall hätten wir beide nicht überlebt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin wurde Samuel sehr still. „Tut mir leid“, sagte er leise. „Ich hab nicht nachgedacht.“ Er nahm einen großen Schluck von seinem Bier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber während unsere Stimmung am Anfang noch angespannt war, wurden wir mit steigendem Alkoholpegel immer lockerer. Wir waren nicht wirklich betrunken, aber das Bier half uns, zumindest etwas besser drauf zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hättest damals dabei sein müssen!“, erklärte er. „Ich hab mega Schiss gehabt, als da plötzlich diese Hände an dem Lenkrad waren!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste allerdings noch immer nicht, ob ich ihm glauben sollte. Normalerweise schwieg ich darüber, aber heute machte mich das Bier etwas leichtsinniger. „Und das hatte sicher nichts damit zu tun, dass du eine Testfahrt in einem Sportwagen machen solltest und etwas schnell gefahren bist?“, hakte ich nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was willst du damit sagen?“ Samuel sah fast wütend aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na ja … wäre es nicht vielleicht … ganz eventuell … theoretisch möglich, dass du dich geirrt hast?“, fragte ich. „Vielleicht war es auch ein Sekundenschlaf. Kann man dabei träumen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Samuel wollte davon nichts hören. „Sag mal, spinnst du jetzt?“, fuhr er mich an. „Bisher konnte ich mich wenigstens immer auf dich verlassen. Auf meine eigene Frau. Wieso fällst du mir jetzt in den Rücken?“ Wütend sprang er auf und ging Richtung Ausgang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Baby! So war das nicht gemein!“, rief ich ihm nach. „Warte doch!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber er wurde nicht einmal langsamer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hektisch kramte ich einige Scheine aus meinem Portemonnaie und drückte sie dem verdutzten Mann an der Bar in die Hand. Dass ich dabei ein etwas zu großzügiges Trinkgeld gab, war mir im Moment egal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell rannte ich Samuel nach. Er war aber nicht auf dem Weg in unser Zimmer, wie ich erst gedacht hatte, sondern ging nach draußen zu den Parkplätzen. Er wird doch nicht …?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sprintete ihm hinterher nach draußen. Tatsache: Samuel saß wieder am Steuer seines Autos. Der Motor lief bereits.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Samuel, Stopp!“, schrie ich ihn an. „Du bist betrunken! So darfst du nicht fahren!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gut. Betrunken war vielleicht das falsche Wort. Aber er war auf alle Fälle angetrunken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch entweder hörte mein Mann mich nicht, oder er wollte mich nicht hören. Er warf mir bloß einen fast schon genervten Blick zu, ehe er mit quietschenden Reifen zurück Richtung B3212 losraste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war das letzte Mal, dass ich Samuel lebend gesehen hatte. Wir waren in einem Streit auseinandergegangen. Innerhalb der nächsten Minuten baute er einen tödlichen Unfall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nicht, woran es lag. Daran, dass er aufgebracht Auto fuhr, oder am Alkohol. Vielleicht sogar eine Mischung aus beidem. Ich gab mir die Schuld. Und es sollte noch viele Jahre dauern, bis ich mir verzeihen konnte. Warum hatte ich damals nicht einfach die Klappe gehalten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war zumindest, bis ich mir die Aufnahmen von jenem Abend noch einmal ansah. Es war ein sentimentaler Moment. Ich wollte meinen Ehemann wiedersehen. Also sichtete ich diverse Stunden Filmmaterial und unzählige SD-Karten, die ich je während der Fahrt ausgetauscht hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tränen rannen mir über die Wangen, als ich den Moment noch einmal erleben musste, als Samuel die Beherrschung verlor. „Nun zeigt euch endlich, ihr scheiß Hände! Damals habt ihr eure dreckigen Griffel doch auch nicht von meinem Lenkrad lassen können!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ die folgenden Minuten im Schnelldurchlauf über den Monitor laufen, wollte nicht noch einmal sehen, wie wir uns stritten, ehe er uns zur Kneipe fuhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich gerade dachte, die Aufnahme sei zu Ende, folgte völlig unerwartet ein weiteres Bild. Es zeigte Samuel, der die Kamera einschaltete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammtes Drecksding, geh an!“, grummelte er. Er klang angetrunken. „Geht doch.“ Dann wandte er sich wieder der Straße zu. Ohne sich anzuschnallen – diesmal hatte er es wahrscheinlich wirklich vergessen – fuhr er los. Es folgte die vertraute Strecke, die ich heute bereits unzählige Male gesehen hatte. Obwohl … Bei der Dunkelheit sah ich die Straße kaum. Es gab dort keine Straßenlaternen, weshalb das einzige Licht Samuels Scheinwerfer waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auto fuhr viel zu schnell. Irgendwann geriet Samuel von der Straße ab. Kurz darauf überschlug sich das Auto mehrere Male. Die Kamera löste sich aus der Halterung und die Aufnahme brach ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich starrte jetzt jedoch mit gerunzelter Stirn auf den Bildschirm, hatte nicht einmal weggesehen, als mein Mann den tödlichen Unfall baute. War da gerade …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell spulte ich zurück bis kurz vor dem Unfall. Ich drückte auf Play. Diesmal pausierte ich aber, kurz bevor Samuel von der Straße abkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungläubig starrte ich das Standbild an. Dort, direkt neben Samuels eigener, befand sich eine zweite linke Hand am Lenkrad. Sie hatte keinen Arm, an dem sie befestigt war. Außerdem war sie unglaublich haarig.</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">The Hairy Hands of Dartmoor (Englisch für „Die Haarigen Hände von Dartmoor“), manchmal auch „The Hairy Hands of Devon“ oder nur „Hairy Hands“ genannt, ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">Legende</a> aus Dartmoor, einem Nationalpark in Devon, England.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legende zufolge soll, besonders im 20. Jahrhundert, ein Paar haarige körperlose Hände zu mehreren Auto- und Motorradunfällen in der Gegend geführt haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt zwei Arten von Begegnungen mit den Hairy Hands of Dartmoor. Bei der einen sind die Hände unsichtbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sind die Hairy Hands hingegen sichtbar, so soll es sich laut Augenzeugen um eine oder zwei große haarige Hände handeln, die körperlos an dem Lenker, Lenkrad oder der Scheibe erscheinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Normalfall werden sie als menschlich oder menschenähnlich beschrieben, ich habe aber auch einen Augenzeugenbericht gelesen, in dem es hieß, dass sich zwei haarige Pfoten um den Lenker gelegt hätten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entstehung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Hairy Hands of Dartmoor entstanden sein sollen, unterscheidet sich je nach Version der Legende. Bei meiner Recherche habe ich drei Versionen gefunden, die wohl sehr geläufig sein sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten Version sollen die Hairy Hands selbst der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geist</a> eines Verunglückten sein, der auf derselben Straße, wo sie erscheinen, gestorben sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der zweiten Version handele es sich bei ihnen um den Geist eines (meist geisteskranken) Häftlings, der im nahegelegenen His Majesty’s Prison Dartmoor gestorben sein soll. Das HMP Dartmoor war eine der ältesten Haftanstalten Englands, ehe es im Jahr 2024 geschlossen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dritte Version der Legende bezieht sich hingegen auf eine Pulverfabrik, von denen es einige in Dartmoor gab. Angeblich sei es darin eines Tages zu einer Explosion gekommen, bei der einer der Arbeiter gestorben sei. Es seien nur seine großen haarigen Hände übriggeblieben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hairy Hands of Dartmoor tauchen fast ausschließlich während der Fahrt in einem Auto oder auf einem Motorrad auf. Es gibt aber auch zwei Berichte, bei denen sie bei einem stehenden Fahrzeug gesehen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie während der Fahrt auftauchen, sollen sie jedenfalls dem Fahrenden ins Lenkrad bzw. den Lenker greifen und versuchen, ihn von der Straße abzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei gab es verschiedene Berichte von unsichtbaren Händen, die am Lenker gezerrt haben, aber auch von sichtbaren haarigen Händen, die plötzlich am Lenkrad oder über den Händen der Fahrenden aufgetaucht sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald man es schafft, das Fahrzeug anzuhalten, oder einen Unfall baut, sollen die Hände wieder spurlos verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem soll es vorkommen können, dass das Fahrzeug beim Erscheinen der Hände plötzlich beschleunigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits erwähnt gibt es darüber hinaus mindestens zwei Berichte, in denen die Hände bei einem stehenden Fahrzeug aufgetaucht sind. Mehr dazu erfahrt ihr unter Ursprung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">The Hairy Hands of Dartmoor sollen ausschließlich im Nationalpark Dartmoor auftauchen. Fast alle Berichte erzählen davon, dass sich die Vorfälle auf der B3212 zugetragen haben sollen, besonders im Abschnitt zwischen Postbridge und Two Bridges.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste bekannte Begegnung mit den Hairy Hands of Dartmoor passierte im Juni 1921. Damals fuhr Dr. Ernest Hasler Helby, ein Doktor im nahegelegenen Gefängnis HMP Dartmoor, am Abend mit seinem Motorrad die B3212 entlang, als er plötzlich von der Straße abgekommen ist. Im Beiwagen des Motorrads saßen seine beiden jungen Töchter. Seinen Töchtern zufolge habe er auf einmal angefangen, über die Kontrolle mit dem Lenker zu kämpfen, woraufhin er sie anschrie, dass sie abspringen sollen. Dr. Helby hat den Unfall nicht überlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch im selben Jahr gab es zwei weitere unerklärliche Unfälle. Bei einem hat ein Busfahrer die Kontrolle über seinen Bus verloren – angeblich habe es sich so angefühlt, als würde jemand den Lenker beiseite reißen –, bei dem anderen soll ein Motorradfahrer die Kontrolle verloren haben. Die Person auf dem Soziussitz (dem „Rücksitz“ eines Motorrads) berichtete, dass sie eine große haarige Hand am Lenker gesehen habe, während der Fahrer um die Kontrolle kämpfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend sollen mehrere Zeitungsartikel über die Vorfälle veröffentlicht worden sein. Es soll sogar einen Artikel in einer Londoner Zeitung gegeben haben. So haben die Hairy Hands of Dartmoor schließlich nationale Bekanntheit erreicht. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis es weitere angebliche Vorfälle gab. Die meisten von ihnen liefen ähnlich ab, wie die bisherigen Unfälle. Auch heutzutage soll es noch zu solchen Vorfällen kommen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zwei Fälle bei stehenden Autos:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Ereignisse stechen jedoch hervor: 1924 soll ein campendes Ehepaar in der Gegend eine Begegnung mit den Hairy Hands gehabt haben, jedoch nicht während der Fahrt. Die Ehefrau ist nachts wach geworden, soll eine haarige Hand am Wohnwagenfenster gesehen haben, die laut ihrer Aussage, ihr und ihrem Mann etwas Böses antun wollte. Sie machte ein Kreuzzeichen mit den Fingern und die Hand sei verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ähnlicher Fall trug sich 1962 zu, als eine Frau auf der Straße anhielt, um auf die Karte zu sehen. Als sie von der Karte aufsah, habe sie zwei haarige Hände gesehen, die sich von außen an ihre Windschutzscheibe gepresst hätten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Erklärungsversuche:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich gibt es auch viele nicht-übernatürliche Erklärungsversuche, wieso es zu den zahlreichen Unfällen auf der B3212 gekommen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum einen hat die Straße zwei scharfe Kurven, die gerade Touristen und ortsfremde Personen häufig unterschätzen (es ist sogar möglich, dass es früher noch mehr Kurven gab, bis die Straße irgendwann ausgebessert wurde). Sie fahren zu schnell auf der engen, nicht beleuchteten Straße, weshalb es zu den zahlreichen Unfällen käme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Erklärungsversuch hat mit dem Zustand der Straße zu tun, der nicht an allen Stellen optimal sei. Straßenschäden, Hubbel und Absenkungen im Asphalt sollen auf der B3212 keine Seltenheit gewesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschwerend kommt zu diesen beiden Erklärungen hinzu, dass es aufgrund der Landschaft in Dartmoor oft Nebel gibt, der die Sicht auf die Straße beeinträchtigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Hinweis, dass einer oder wahrscheinlich eine Kombination dieser Faktoren tatsächlich Schuld an den vermehrten Unfällen sein dürfte, ist, dass die Unfälle nach einigen Reparaturen und Ausbesserungen der Straße deutlich abgenommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings erklärt natürlich nichts hiervon die optische Erscheinung der haarigen Hände, von denen viele Verunglückte berichtet haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">The Hairy Hands of Dartmoor in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einen 12-minütigen Kurzfilm namens „The Hairy Hands“ (2010), geschrieben und produziert von Ashley Thorpe, der von der Legende handelt. Ich würde ihn allerdings fast schon als Kunstfilm einordnen, aufgrund der Art, wie er gedreht wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gibt es die „Audio Experience“ Hairy Hands FM, die ihr selbst mit eurem Smartphone und einem Paar Kopfhörer erleben könnt. Ich würde jedoch nicht unbedingt sagen, dass ich sie empfehlen kann, da sie meiner Meinung nach weder sonderlich gut gemacht noch in irgendeiner Weise akkurat in Bezug auf die tatsächliche Legende ist. Falls ihr trotzdem etwa 20 Minuten eurer Zeit dafür opfern wollt, findet ihr sie <a href="https://chronicinsanity.itch.io/hairy-hands-fm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem gibt es diverse YouTube-Videos und Podcasts, die sich mit der Legende beschäftigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Auftritte der Hairy Hands of Dartmoor in Filmen, Serien oder Videospielen sind mir jedoch nicht bekannt. Solltest du irgendetwas in die Richtung kennen, würde ich mich sehr über einen Kommentar freuen!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von den Hairy Hands of Dartmoor? Glaubt ihr, an der Legende könnte etwas dran sein? Oder sind eher die Straßenlage und Fehler von den Fahrzeugführenden schuld? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>The Owlman of Mawnan – der Eulenmann von Cornwall</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Mar 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das „Was ist?“ blieb mir jedoch im Halse stecken. Als ich ihrem Blick folgte, fiel mir fast sofort eine große silbergraue Gestalt auf. Sie war am ganzen Körper mit Federn bedeckt, hatte jedoch keinen Schnabel, sondern einen klaffenden schwarzen Mund …</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/a7ffc5f88ebc40deadbe7b3d23e516c6" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">The Owlman of Mawnan ist eine <a href="https://geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, die ich schon ewig auf meiner Liste habe. Und da ich schon lange nicht mehr über eine Legende aus England (oder Großbritannien generell) geschrieben habe, dachte ich, ist der Zeitpunkt gerade günstig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Margarete, es ist schon fast 9“, jammerte Valerie, während wir die schmale Straße zur Kirche entlanggingen. „Meine Eltern bringen mich um, wenn ich zu spät nach Hause komme.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich blieb stur. „Nein. Wir gehen erst, wenn wir die Eule gefunden haben. Und die kommen nunmal erst raus, wenn es dunkel wird.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Den Owlman“, korrigierte mich Valerie. Mehr Widerworte gab sie jedoch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Owlman war eine lokale Legende. Ein Mythos. Angeblich hatten einige Mädchen ihn hier in der Gegend gesehen. Ein graugefiedertes Wesen, halb Mensch, halb Vogel. Ich schnaubte belustigt. Wer’s glaubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings hatten Valerie und ich uns deswegen ziemlich in die Haare bekommen. Eine Freundin ihrer Schwester hatte behauptet, den Owlman gesehen zu haben. Seitdem war sie davon überzeugt, dass es die Märchengestalt wirklich geben müsse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich war es meine Aufgabe als ihre beste Freundin, sie von diesem Irrglauben abzubringen. Also hatte ich sie überredet, an diesem warmen Sommerabend mit mir hier rauszukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hatten wir das alte Kirchengebäude der St Mawnan and St Steven’s Church erreicht. Zu unserer Rechten konnte ich einige Grabsteine sehen. Sie waren alt, die Schrift kaum noch leserlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein nächster Blick galt dem steinernen Kirchturm. Hier sollte der Owlman das erste Mal gesehen worden sein. Aber wahrscheinlich hatten die beiden Mädchen nur eine Eule gesehen, die über den Kirchturm kreiste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell ging ich weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte auf mich!“, rief Valerie mir nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war offensichtlich, dass sie gerade nicht allein sein wollte, also wartete ich, bis sie weder neben mir war. Gemeinsam gingen wir direkt auf die Grabsteine zu, um um die Kirche herumzugehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite des alten Gebäudes wurden wir von einem noch größeren Friedhof begrüßt. Zahlreiche Reihen alter Grabsteine standen vor uns, nur unterbrochen von gelegentlichen Bäumen, die aus dem viel zu hohen Gras wuchsen. Es war nicht so hoch, dass wir nicht mehr laufen konnten, aber es hatte nichts mit dem englischen Rasen aus unserem Garten gemein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ den Blick schweifen. Wir waren umringt von Bäumen, die in das Licht der allmählich untergehenden Sonne getaucht waren. Zwischen ihnen hindurch konnte ich den Ärmelkanal sehen. Die Szenerie war untermalt von dem bunten Abendgesang der Vögel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wunderschön hier, allerdings verliehen das alte Kirchengebäude und der umliegende Friedhof dem Ganzen eine unheimliche Stimmung. Abgerundet mit dem kleinen dunklen Wald, der den Friedhof umgab, war es also kein Wunder, dass einige Kinder eine harmlose Eule für den Owlman gehalten hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem war es für mich völlig undenkbar, dass sich in einem so kleinen Waldstück ein menschengroßes Monster unbemerkt verstecken konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angefangen hatte das Gerücht damit, dass Touristen, zwei junge Mädchen im Alter von 9 und 12 Jahren, den Owlman über dem Kirchturm gesehen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es sollte nicht bei dieser einen Sichtung bleiben. Drei Monate später entdeckten zwei 14-jährige Mädchen erneut den Owlman im Wald. Sie berichteten von einem unnormal großen Vogel mit silbergrauem Gefieder und rot leuchtenden Augen, der auf dem Boden gestanden haben soll. Nachdem er die beiden Mädchen bemerkt hatte, soll er sich mit seinen riesigen Schwingen in die Luft erhoben haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sagte es ja bereits: eine Eule. Die Fantasie hatte den vier Mädchen Streiche gespielt. Klar, es musste ein recht großes Tier gewesen sein, aber das war immer noch wahrscheinlicher als irgendein Monster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Nächstes wandten wir uns einem kleinen Dreckweg zu, der vom Friedhof in Richtung Ärmelkanal führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verlief direkt durch ein Waldstück, das aus knorrigen Bäumen bestand. Nachdem wir einige Meter gegangen waren, konnte ich mir gut vorstellen, wie die Umgebung der Fantasie einen Streich spielen konnte. Hätte ich ein Foto des Orts gesehen, hätte ich nicht sagen können, ob es nur ein kleiner oder ein riesiger Wald gewesen wäre. Nichts deutete darauf hin, dass wir uns mitten in der Zivilisation, geschweige denn direkt am Ärmelkanal befanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch davon ließ ich mich nicht verunsichern. Schnell gingen wir den Weg entlang, während ich die Bäume im Auge behielt. Ich suchte nach irgendetwas, das auf eine Eule hinweisen konnte, Kotspuren oder Ähnliches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu meiner Enttäuschung fand ich nichts. Wir folgten dem Weg eine schmale Holztreppe hinunter, von wo aus wir den Ärmelkanal hinter einigen Bäumen sehen konnten. Auch hörte ich jetzt das leise Rauschen der Wellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach schlängelte sich der Weg einen kleinen Abhang hinunter, ehe er in beide Richtungen parallel zum Gewässer verlief. Wir gingen nach rechts, wo der Weg nach einigen Dutzend Metern aus dem Waldstück hinaus und an einem Feld vorbeiführte. Wären wir ihm weiter gefolgt, wären wir mit einem kleinen Umweg zurück zur Kirche gelangt. Wir blieben jedoch im Wald und bogen jetzt ins Unterholz ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Müssen wir da langgehen?“, jammerte Valerie wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte. „Müssen wir. Oder denkst du, eine Eule – oder dein Owlman – nistet direkt am Wegesrand?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schweigend stimmte sie mir zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laub knirschte unter unseren Füßen, während wir durch das Dickicht den kleinen Abhang wieder nach oben kraxelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch hier hielt ich weiter Ausschau nach Eulenspuren, aber ich sollte nichts entdecken, bis wir bald wieder beim Kirchengebäude angelangt waren. Wie ich schon sagte, war es nur ein sehr kleines Waldstück.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Minuten verstrichen, irrten wir weiter durch den kleinen Wald. Wir gingen den Weg erneut entlang, bogen diesmal an der Gabelung links ab, irrten kreuz und quer durchs Unterholz – ohne Erfolg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch nahmen wir den Friedhof genauer unter die Lupe. Zwar fanden wir einen neueren Abschnitt, auf dem moderne Gräber standen, aber für eine Eule oder den Owlman gab es dort definitiv zu wenig schützende Bäume. In der Ferne sahen wir nichts als einige Häuser und weite Felder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also gingen wir wieder in den Wald zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wiederum passte Valerie überhaupt nicht. „Muss das sein? Die Sonne ist schon untergegangen. Nicht mehr lange und es ist stockdunkel. Lass uns nach Hause gehen, Margarete.“ Es klang mehr nach einer Bitte als nach einem Vorschlag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn ich ehrlich war, verließ auch mich allmählich der Mut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah auf meine Armbanduhr. Wir irrten schon über eine halbe Stunde durch die Gegend, hatten jeden Quadratmeter des Waldes bestimmt schon zweimal gesehen, von einer Eule fehlte aber weiterhin jede Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Also gut“, sagte ich laut. „Es ist kurz nach halb 10. Wir suchen noch eine Viertelstunde weiter. Wenn wir dann gehen, schaffen wir es noch, vor 10 zuhause zu sein. Dann beschweren sich auch unsere Eltern nicht.“ Und wenn das nicht reichte, war morgen auch noch ein Tag. Wenn wir nur oft genug hier waren, ohne dem Owlman zu begegnen, würde Valerie einsehen müssen, dass es ihn nicht gibt. Oder zumindest würde sie erkennen, dass sie keine Angst vor den Gerüchten haben musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Missmutig stimmte Valerie zu. „Aber um Viertel vor gehe ich nach Hause. Mit oder ohne dich“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unterhaltung wäre jedoch überhaupt nicht nötig gewesen, wie ich nur wenige Momente später herausfinden sollte. Wir waren nur ein paar Meter weit gekommen, als eine Art Fauchen oder ein Zischen die Stille durchschnitt. Es war zu laut für eine Katze oder Ähnliches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort ging Valerie in die Hocke. Und auch ich ging ein wenig in die Knie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was war das?“, zischte Valerie mir zu. „Ist das eine Eule?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vielleicht“, erwiderte ich. Aber um ehrlich zu sein, wusste ich es nicht. Zwar hatte ich gelesen, dass Eulen fauchen können, aber ich hatte keine Ahnung, wie es sich anhörte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder ein Fauchen. Diesmal kürzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entschlossen griff ich nach Valeries Hand. Ich zog sie zaghaft wieder auf die Beine. „Komm mit“, forderte ich sie auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diesmal tat ich es jedoch nicht, weil ich sie unbedingt überzeugen wollte. Nein. Ich tat es aus Neugierde. Aber auch, weil ich zu viel Angst hatte, um allein nach dem Ursprung des Geräusches zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Valerie folgte mir nur widerwillig. Zwar wehrte sie sich nicht, aber ich musste sie mehr hinter mir herziehen, als dass sie mir nachging.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Knirsch, knirsch, knirsch.</em> Ich verfluchte das Laub unter unseren Füßen. Falls es eine Eule war, wollte ich sie auf keinen Fall aufschrecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hektisch spähte ich von Baumkrone zu Baumkrone. Wo war das Fauchen hergekommen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich blieb Valerie stehen. „Margarete“, jammerte sie kaum hörbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ruckartig drehte ich mich zu ihr um. Ihr Blick war stur zur Seite gerichtet. Sie war wie erstarrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das „Was ist?“ blieb mir jedoch im Halse stecken. Als ich ihrem Blick folgte, fiel mir fast sofort eine große silbergraue Gestalt auf. Sie war am ganzen Körper mit Federn bedeckt, hatte jedoch keinen Schnabel, sondern einen klaffenden schwarzen Mund. Das auffälligste waren hingegen die großen roten Augen, die in der Dämmerung fast zu leuchten schienen. Der Owlman.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte einen Moment, bis ich mich wieder gefangen hatte, meine Schockstarre wieder verlassen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als mein Hirn wieder arbeitete, fiel mir auf, wie klein der Owlman war. Er war vielleicht anderthalb Meter groß. Fast wie ein Kind, das sich verkleidet hatte …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ Valeries Hand los und verschränkte die Arme vor der Brust. „Schickes Kostüm. Aber mir jagst du damit keine Angst ein!“, rief ich ihm entgegen. Mawnan Smith war nicht das größte Dorf. Wenn es ein Kind aus der Gegend war, war die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich es kannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein nächstes Fauchen ließ mich nicht einmal zusammenzucken. Ich war mir so sicher, die Oberhand in der Situation zu haben. Dann breitete der Owlman jedoch seine Flügel aus. Seine Flügelspanne war gigantisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich zuerst für einen Einschüchterungsversuch hielt, entpuppte sich schnell als etwas anderes. Er beugte sich nach vorn, begann mit den Flügeln zu schlagen und hob schließlich mit ein paar kräftigen, fast majestätischen Schlägen vom Boden ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit offenem Mund starrte ich ihn an, während er höher und höher stieg. Wieder ein Fauchen. Dann stürzte sich das Wesen auf uns zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war wie erstarrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Valerie stieß mich zur Seite, sodass der Owlman uns knapp verfehlte. Anschließend nahmen wir unsere Beine in die Hand und rannten. Wir rannten um unser Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laub und Äste knirschten unter unseren Füßen. Falls der Owlman uns verfolgte, waren seine Flügelschläge komplett still – genau wie die einer Eule. Ich traute mich jedoch nicht, nach hinten zu schauen, hatte zu viel Angst, über eine Wurzel zu stolpern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als wir wieder ebenen Boden unter den Füßen hatten, warf ich einen Blick über die Schulter. Von dem Owlman fehlte jede Spur. Trotzdem wurden Valerie und ich nicht langsamer. Wir rannten weiter, um die Kirche herum, über den Parkplatz und die schmale Straße entlang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich erreichten wir die ersten Häuser. Wir wurden langsamer, blieben schließlich stehen, um wieder zu Atem zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wo ist er?“, fragte Valerie, die jetzt den Himmel absuchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Keine Ahnung“, schnaufte ich. „Er ist weg.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stille, nur unterbrochen von unserem gemeinsamen Schnauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das war eine scheiß Idee“, sagte Valerie schließlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lächelte sie schief an. „Das weiß ich jetzt auch. Kannst du mir verzeihen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie musterte mich einen Moment. Dann nickte sie und hielt mir ihre Hand hin. „Komm. Lass uns nach Hause gehen.“</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">The Owlman of Mawnan (Englisch für „Der Eulenmann von Mawnan“), oft nur „Owlman“ oder „Cornish Owlman“ genannt, ist ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer">Kryptid</a> aus dem Dorf Mawnan Smith in Cornwall, England.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund seiner äußerlichen Erscheinung wird er oft mit dem <a href="https://www.geister-und-legenden.de/mothman">Mothman</a> verglichen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Owlman wird als eine menschengroße, meist grau-, seltener braungefiederte Kreatur beschrieben. Einige Zeugen bezeichneten ihn als halb Mensch halb Vogel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine genaue Größe variiert je nach Augenzeugenbericht von ca. 5 Fuß (~1,5 Meter) bis „groß wie ein Mann“. Ähnlich verhält es sich mit der mal grau, mal braun oder sogar grau-braun beschriebenen Farbe seines Gefieders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Worin die meisten Augenzeugen sich jedoch einig sind, sind seine großen rotleuchtenden Augen sowie seine schwarzen Fußkrallen, die mit den Scheren eines Krebses oder Zangen verglichen wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein restliches Gesicht wurde eher selten beschrieben. Ich weiß aber von mindestens zwei unabhängigen Augenzeugenberichten, in denen von einem großen schwarzen Mund oder Maul die Rede war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem soll er Hörner oder spitz zulaufenden „Ohren“ (ähnlich wie die Federohren eines Uhus) besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">(An dieser Stelle noch eine kleine Randbemerkung: Bei Federohren handelt es sich in Wirklichkeit um lange Kopffedern, die einige Eulen haben. Mit ihren tatsächlichen Ohren haben sie allerdings nichts zu tun.)</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Eigenschaften oder das Verhalten des Owlmans ist relativ wenig bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wurde jedoch häufiger dabei beobachtet, wie er in der Nähe der St Mawnan and St Steven Church (ja, die Kirche wurde nach zwei Heiligen benannt) durch die Luft geflogen ist oder nicht zu weit entfernt auf dem Boden oder auf Ästen stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Normalfall ist er nicht aggressiv und ergreift die Flucht, nachdem er entdeckt wurde. Es gab jedoch auch einige Zeugen, die behauptet haben, vom Owlman angegriffen oder verfolgt worden zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist hierbei, dass die meisten Augenzeugenberichte am Abend stattgefunden haben, wenn es noch nicht ganz dunkel war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wurde häufig von einer Art Fauchen, Zischen oder einem statischen Rauschen berichtet, das von dem Owlman ausgegangen sein oder in der Luft gelegen haben soll. Einige Augenzeugen berichteten, dass es auch nach seinem Verschwinden weiter zu hören war.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits erwähnt fanden die meisten Owlman-Sichtungen in der Nähe der St Mawnan and St Steven’s Church in Mawnan Smith in Cornwall, England statt. Die Kirche samt Friedhof ist von einem kleinen Waldstück und Feldern umgeben. Außerdem liegt sie fast direkt am Ärmelkanal.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Leute führen die erste Owlman-Sichtung auf einen Bericht von Anthony Nicol „Doc“ Shiels aus dem Jahr 1976 zurück. Shiels war ein paranormal Investigator aus Cornwall, der dafür bekannt war, sich Hoaxes (Falschmeldungen) auszudenken.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Sichtung 17. April 1976:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Shiels zufolge hat sich der Vater von June (12) und Vicky (9) Melling an ihn gewandt, da seine Töchter am 17. April 1976 einen Vogelmann – den Owlman – über der St Mawnan and St Steven’s Church in der Luft kreisen gesehen hätten. Die Töchter selbst durfte Shiels zwar nicht befragen, Melling übergab ihm jedoch eine Zeichnung des Owlmans, die seine Töchter angefertigt hatten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Sichtung 03. Juli 1976:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Sichtung – im Juli 1976 – machten die beiden 14-jährigen Mädchen Sally Chapman und Barbara Perry, die ebenfalls Shiels davon berichteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angeblich hatten sie bei einem Campingausflug in der Nähe der Kirche am Abend eine Art Fauchen gehört. Als sie es sich näher ansehen wollten, entdeckten sie einen „unnormal großen Vogel mit silbergrauem Gefieder“. Auch berichteten sie von großen rotleuchtenden Augen und schwarzen Klauen statt Füßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu der Zeit wussten sie bereits von dem Owlman, da nach der ersten Sichtung eine Broschüre veröffentlicht wurde, die über das Wesen berichtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie dachten, es handle sich um ein Kostüm, dass jemand sich für den Owlman ausgäbe, und lachten zuerst über ihn. Dann jedoch soll sich der Owlman in die Luft erhoben haben und davongeflogen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shiels entschied, die beiden Mädchen getrennt voneinander zu befragen. Auch sie fertigten je eine Zeichnung von dem an, was sie gesehen hatten. Sie ähnelten einander sowie der Zeichnung von Melling, waren aber – so Shiels – „unterschiedlich genug, um eine Verschwörung auszuschließen“.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Sichtung 04. Juli 1976:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade einmal einen Tag später kam es bereits zu der nächsten Sichtung. Ein weiteres Schwesternpaar berichtete davon, dass sie den Owlman aus nächster Nähe in einem Baum gesehen hätten, ehe er davongeflogen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie beschrieben das Wesen als einen silbergrauen Vogelmann mit roten Augen und schwarzen Krabbenscheren statt Füßen. Außerdem ergänzten sie, dass er einen großen schwarzen Mund gehabt hätte (wie man ihn auch auf den Zeichnungen der anderen Zeuginnen erkennen konnte).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem der Owlman fort war, wollen sie eine Art Knistern in den Baumkronen gehört haben, das eine ganze Weile anhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Besonderheit bei dieser Sichtung ist, dass sie nicht von Shiels berichtet wurde, sondern, dass die Mädchen sich damit direkt an die Falmouth Packet – eine lokale Zeitung – gewandt hatten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Weitere Sichtungen und Fazit:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin gab es unzählige weitere Sichtungen, besonders in den 70er und 80er Jahren, aber auch vermehrt in den 90ern sowie vereinzelt sogar bis heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darunter waren Berichte von zufälligen Augenzeugen, aber auch von Erforschern des Paranormalen, die gezielt nach dem Owlman gesucht hatten. In einigen von ihnen wurde davon berichtet, dass der Owlman die Zeugen angegriffen oder verfolgt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig ist auch, dass einige Zeugen statt von dem ursprünglich grauen Gefieder plötzlich von einem grau-braunen oder sogar nur braunen Gefieder berichtet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man all diese Fakten zusammen betrachtet, gehe ich davon aus, dass Anthony Shiels den Owlman lediglich erfunden hat – wie gesagt war er dafür bekannt, Hoaxes in die Welt zu setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den ersten Zeugenberichten könnten sich die Gerüchte verselbstständigt haben, woraufhin die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> des Owlman of Mawnan entstanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Theorie besagt, dass die Augenzeugen lediglich einen Uhu gesehen hätten, den sie in der Dämmerung für ein Monster hielten. Das würde dahingehen Sinn ergeben, dass Uhus durchaus in Kirchtürmen ihre Nester bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits gibt es in Großbritannien nur sehr wenige freilebende Uhus. Sie sind Nachkommen entflohener Tiere, deren Zahl je nach Quelle auf etwa 2 bis 40 Brutpaare in ganz Großbritannien geschätzt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Uhu sich 1976 nach Mawnan Smith verirrt hat, ist daher sehr gering – es ist aber nicht unmöglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Owlman in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist der Owlman in Mawnan Smith größtenteils in Vergessenheit geraten. Trotzdem erfreut er sich weltweit noch immer großer Beliebtheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde im Jahr 1997 das Buch „The Owlman and Others“ von Jonathan Downes veröffentlicht, in dem der Autor den Fall sowie die Zeugenaussagen genau unter die Lupe nimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hatte der Kryptid bereits Auftritte in Fernsehserien wie der Found Footage Serie „Lost Tapes“ (S1 F7: Death Raptor) oder der Kinderabenteuerserie „The Secret Saturdays“ (S1 F9: Der Eulenmann frisst um Mitternacht).</p>



<p class="wp-block-paragraph">2013 erschien der schottischer Low-Budget Horrorfilm „Lord of Tears“, in dem der Owlman den Antagonisten darstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist sogar das Videospiel „Owlman“ (2023) herausgekommen, in dem man von dem Owlman gejagt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders im Internet lebt die Legende das Owlman außerdem in unzähligen Fanarts und sogar Merchartikeln weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von dem Owlman of Mawnan? Gibt es die Kreatur wirklich, oder handelt es sich nur um einen außer Kontrolle geratenen Hoax oder sogar einen Uhu? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>Gelert der Hund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 May 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[britische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[englische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Gelert]]></category>
		<category><![CDATA[Gelert der Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Gelert the dog]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Legende]]></category>
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		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Nordwales]]></category>
		<category><![CDATA[Wales]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So war es auch an jenem schicksalhaften Tag, als Llywelyn zu seiner Jagd aufbrechen wollte. Er rief nach Gelert und wartete. Normalerweise hätte es keine zehn Sekunden gedauert, bis Llywelyn das vertraute Klackern der Krallen auf dem Boden gehört hätte, bis Gelert freudig hecheln auf sein Herrchen zu gerannt wäre. Doch an jenem Tag blieb es still.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Gelert der Hund ist eine englische Legende über einen Hund. Im Vergleich zu den meisten Legenden, über die ich hier schreibe, ist sie jedoch nicht gruselig. Ich hoffe, dass sie euch trotzdem gefällt.</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achung Spoiler!)</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Trauer<br>
&#8211; Tod eines Hundes</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wisst ihr, wie das kleine Dorf Beddgelert in Nordwales zu seinem Namen gekommen ist? Nein? Dann lasst mich euch die Geschichte erzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist schon lange her. Im 13. Jahrhundert hatte Llywelyn ab Iorwerth, der Fürst von Nordwales, einen Palast in Beddgelert. Damals trug das Dorf noch einen anderen Namen, der inzwischen in Vergessenheit geraten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fürst war oft in dem Palast, wenn er jagen wollte. Die Landschaft um Beddgelert war wunderschön und reich mit Wild. Und immer hatte er seinen treuen Jagdhund Gelert dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Llywelyn hatte Gelert als Welpen bekommen. Es heißt, der König habe ihm den Hund zu seiner Hochzeit geschenkt. Llywelyn hatte ihn selbst aufgezogen und trainiert, wodurch der Hund einer seiner treusten Gefährten und Freunde geworden war. Der Fürst liebte Gelert. Und Gelert liebte den Fürsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wusste Llywelyn, dass er streng sein musste, um Gelert nicht zu verhätscheln. Er war schließlich ein Jagdhund, kein Schoßhund. Dazu gehörte auch, dass Gelert am Tag vor der Jagd nur am Morgen fressen durfte. Während der Jagd durfte sein Körper nicht mit dem Verdauen beschäftigt sein, sondern sollte all seine Ressourcen zum Rennen und Jagen parat halten. Als Jagdhund sollte Gelert sich sein nächstes Mahl verdienen. Er musste hungrig sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So war es auch an jenem schicksalhaften Tag, als Llywelyn zu seiner Jagd aufbrechen wollte. Er rief nach Gelert und wartete. Normalerweise hätte es keine zehn Sekunden gedauert, bis Llywelyn das vertraute Klackern der Krallen auf dem Boden gehört hätte, bis Gelert freudig hecheln auf sein Herrchen zu gerannt wäre. Doch an jenem Tag blieb es still.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Llywelyn wunderte sich. Er rief erneut, so laut, dass seine Stimme durch den Palast hallte, doch von Gelert fehlte jede Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fürst durchschritt flüchtig die Gänge, rief immer wieder nach dem Jagdhund, aber er zeigte sich nicht. Da die Zeit knapp wurde – Llywelyn wollte die frühen Morgenstunden ausnutzen, solange das Wild noch aktiv war – entschloss er schließlich schweren Herzens, ohne Gelert aufzubrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war die erste Jagd, bei der Gelert nicht dabei war. Und was für eine Jagd es war. Der Fürst schoss den größten Hirsch, den er je erlegt hatte. Er war stolz auf sich und seine Jagdhunde. Das Einzige, was er bedauerte, war, dass Gelert nicht bei ihm war, um seinen Triumph mit ihm zu feiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur, dass Gelert nicht die anderen Jagdhunde angeführt hatte, als sie den Hirsch aufscheuchten oder dass er nicht dabei war, als Llywelyn dem Tier genau zwischen die Rippen ins Herz schoss, der Fürst würde die Abwesenheit nicht dulden dürfen. Er musste streng sein, sich eine harte, aber faire Strafe überlegen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er konnte während des gesamten Ritts zurück an nichts anderes denken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Moment, als die schwere Palasttür sich öffnete, hörte Llywelyn ein freudiges Aufbellen von drinnen. Er musste sich zwingen, nicht zu lächeln, um dem Hund nicht zu zeigen, dass er sich freute. Doch seine Freude, dass Gelert wohlauf war, war unendlich groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als er seinen Freund jedoch erblickte, erstarrte er. Gelerts Fell war durchnässt von Blut. Seine Pfoten hatten rote Abdrücke hinterlassen und aus seinem Mund tropfte ein Gemisch von Blut und Speichel. Trotzdem schien es Gelert gut zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange, bis der Fürst eins und eins zusammengezählt hatte. Gelert musste einen Bärenhunger gehabt haben. Doch was konnte er gefressen haben, dass er derartig blutüberströmt war? Dem Fürsten fiel nur ein einziges Wesen im ganzen Palast ein, dass wehrlos gegen den Hund gewesen wäre: Sein Sohn, der Thronfolger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Llywelyns Augen weiteten sich vor Schock. Er zögerte nicht eine Sekunde, bevor er in den Palast stürmte. Während er den Gang entlang rannte, hörte Gelert voller Freude hinter sich herlaufen. Gleichzeitig betete er, dass seine Befürchtung sich nicht bewahrheiten solle. Er stieß die nur angelehnte Tür zum Kinderzimmer auf und erstarrte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Blick war auf dem Bett des Babys hängengeblieben. Es lag auf der Seite. Der Stoff, das Bettzeug und der Boden, alles war voller Blut. Von dem Baby fehlte jede Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Llywelyns Augen füllten sich mit Tränen. Es kam ihm vor, als wären alle Geräusche um ihn herum leiser geworden, in den Hintergrund gerückt. Für ihn gab es jetzt nur noch das blutüberströmte Bettchen, das verlassen in dem Raum lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Sohn war tot. Er würde nie wieder das niedliche Lachen hören. Nie wieder würde sein Geschrei durch die Gänge hallen. Nie wieder würde Llywelyn den kleinen Kopf streicheln können &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als er etwas Feuchtes an der Hand spürte, wurde er in die Gegenwart zurückgerissen. Er sah herab, wo er Gelert erblickte, der seine Hand leckte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt waren Llywelyns Augen auf den Jagdhund gerichtet. „Du! Du hast meinen Erben getötet!“, zischte er. „Ich habe dir vertraut!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging alles so schnell. Die Wut in ihm kochte über. Er zog sein Schwert, das er noch immer um die Hüfte Trug, aus der Scheide und richtete die Spitze auf Gelert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hast meinen Erben getötet!“, brüllte er erneut unter Tränen, bevor er seinem treusten Freund die Klinge in die Seite rammte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tod war schnell und schmerzlos. Gelert brachte nur ein kurzes Aufjaulen hervor, bevor er leblos zusammensackte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Llywelyn betrachtete den Leichnam. Seine Sicht verschwamm vor Tränen. Er hatte an einem Tag seinen Thronfolger und seinen geliebten Hund verloren – zumindest dachte er das. Doch in diesem Moment, als wäre es eine Antwort auf Gelerts Todesschrei, erklang das schrille Gekreische eines Babys.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fürst wollte seinen Ohren nicht trauen. Er sprintete zu dem umgestürzten Bett, folgte dem Geschrei. Da lag er. Sein Sohn lag völlig unversehrt hinter dem Bett auf dem Boden. Obwohl überall Blut war, hatte der Junge keinen einzigen Kratzer abgekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was hingegen mehr als nur einen Kratzer hatte, war der tote Wolf, der neben ihm lag. Zwischen dem Fell konnte Llywelyn überall Bissspuren sehen, die auf einen verbitterten Kampf hinwiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst jetzt wurde dem Fürsten klar, was für einen schrecklichen Fehler er begangen hatte. Gelert hatte seinen Sohn nicht getötet, er hatte ihn beschützt. Irgendwie war der Wolf in den Palast gekommen. Doch ehe er dem Thronfolger etwas antun konnte, war der treue Jagdhund dazwischengegangen und hatte das Kind verteidigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte Llywelyn Gelert nur kurz unter die Lupe genommen, hätte er erkannt, dass auch sein geliebter Hund, sein Freund, sein Gefährte, Verletzungen von dem Kampf davongetragen hatte. Doch er war geblendet von seiner Angst und seiner Wut. Er erkannte seinen Fehler zu spät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass Llywelyn nach jenem tragischen Tag nie wieder gelächelt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ehe der Wolf aus dem Zimmer geräumt war, hatte der Fürst Gelerts Körper liebevoll auf die Arme genommen und ihn nach draußen gebracht. Das Grab hatte er mit seinen eigenen Händen geschaufelt, um seinen Freund ehrenvoll zu bestatten. Und so kam das Dorf zu seinem Namen: Beddgelert – Gelerts Grab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr mögt euch jetzt vielleicht noch fragen, wie all das passieren konnte. Wieso war Gelert im Palast geblieben, statt mit seinem Herrchen auf die Jagd zu gehen, die er so sehr liebte? Ich stelle mir immer vor, dass er vielleicht etwas gespürt hatte. Er war absichtlich im Schloss geblieben, um den geliebten Sohn seines Meisters zu beschützen – selbst, wenn ihn das sein Leben kosten würde.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gelert der Hund ist eine tragische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legende</a> aus England. Die Sage beschreibt, wie das Dorf Beddgelert (walisisch für „Gelerts Grab“) in Nordwales angeblich zu seinem Namen gekommen sei.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Gelerts Grab, das auf einem Hügel in Beddgelert liegt, befinden sich zwei Schiefertafeln. Eine von ihnen beschreibt die Legende in Englisch, die andere in Walisisch. Ich habe die Aufschrift für euch sinngemäß übersetzt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Im 13. Jahrhundert hatte Llywelyn, Fürst von Nordwales, einen Palast in Beddgelert. Eines Tages ging er ohne Gelert, „den treuen Jagdhund“, der nirgends zu finden war, auf die Jagd. Bei Llywelyns Rückkehr sprang der Jagdschwänzer freudig und blutverschmiert auf sein Herrchen zu. Vom Anblick alarmiert hastete der Fürst zu seinem Sohn, doch fand das Kinderbett seines Säuglings leer vor, das Bettzeug und der Boden mit Blut befleckt.Der Vater war außer sich. Er zog sein Schwert und rammte es dem Jagdhund, von dem er dachte, dass er seinen Erben getötet habe, in die Seite. Der Todesschrei des Hundes wurde mit dem Geschrei eines Kindes beantwortet. Llywelyn folgte dem Geräusch und fand seinen Jungen unversehrt. Neben ihm lag der Körper eines mächtigen Wolfs, den Gelert getötet hatte. Der Fürst, von Reue erfüllt, soll von jenem Tag an nie wieder gelächelt haben. Er begrub Gelert hier. Dieser Ort wird Beddgelert (Gelerts Grab) genannt.“</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gelert der Hund spielt in Beddgelert, einem Dorf in Nordwales, England.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Legende besagt, dass Beddgelert seinen Namen von dem legendären Hund Gelert habe, kommt der Name in Wirklichkeit von einem Heiligen namens Kilart oder Celert, der einst in der Region gelebt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schiefertafeln, auf denen die Legende steht, sind hingegen nur knapp über 200 Jahre alt. Sie wurden Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts von dem damaligen Grundbesitzer David Pritchard aufgestellt. Er hat die Sage mit dem Ort verknüpft, um mehr Touristen in den Ort zu locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl Llywelyn ab Iorwerth tatsächlich im 13. Jahrhundert gelebt hat, ist es also unwahrscheinlich, dass er wirklich einen Jagdhund namens Gelert hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Motiv der Legende – ein Haustier, das ein Baby vor einem gefährlichen Tier beschützt, dann aber zu unrecht bestraft wird, weil der Besitzer denkt, dass das Haustier das Baby getötet habe – ist hingegen schon deutlich älter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie stammt ursprünglich aus Indien, wo man sich bereits im 1. Jahrhundert die Geschichte „Der Brahmane und der Mungo“ erzählt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der indischen Legende geht es um eine Mutter, die einen Sohn und einen Mungo (eine kleine Raubtierart) zusammen aufzieht. Als sie eines Tages Wasser aus einem Fluss holt, will eine Schlange ihren Sohn angreifen, doch der Mungo verteidigt ihn und tötet die Schlange. Um der Mutter stolz zu zeigen, was er getan hat, rennt er zu ihr an den Fluss. Die Mutter sieht jedoch nur den Mungo mit seinem blutverschmierten Maul und denkt, dass er ihnen Sohn getötet habe. Sie erschlägt ihn mit ihrem Wasserkrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Legende hat sich im Laufe der Jahre weit verbreitet, sodass es immer mehr Fassungen davon gab. Im Westen wurde der Mungo schließlich zu einem Hund. Und auch die Schlange wurde je nach Erzählung verändert. In Gelert der Hund wurde sie zu dem Wolf.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Kanntet ihr die Legende von Gelert dem Hund? Und wenn ja, wusstet ihr, dass sie erfunden ist? Wie findet ihr die Legende? Schreibt es in die Kommentare!</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</strong></em></p>
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		<title>Killer in the Backseat – der Mörder auf der Rücksitzbank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Je näher ich kam, desto besser konnte ich den Mann erkennen, der inzwischen bei der Tür stand. Er hatte lange, zottelige Haare, einen Vollbart und eine große, kräftige Figur. Abgesehen von seinem blauen Hemd mit dem Namensschild wirkte er überhaupt nicht wie ein typischer Kassierer, eher wie ein Trucker oder Biker ...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Killer in the Backseat“ ist eine bekannte urbane Legende. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von euch mindestens eine der unzähligen Versionen bereits kennen – egal ob als Legende, als Gruselgeschichte oder aus Serien und Filmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wollte ich sie euch nicht vorenthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich noch eine kleine Ankündigung zu machen. Es ist nichts Großes und ich hatte leider auch nicht die Zeit, ein passendes „Special“ für euch vorzubereiten, aber Geister und Legenden wird diesen Donnerstag, am 01. April, 2 Jahre alt. 🥳</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt viel Spaß bei Killer in the Backseat!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fluchte, während ich die Handbremse anzog. Dad hatte mir gesagt, dass ich besser vor der Fahrt im Hellen tanken solle. Ich hatte bloß erwidert, dass ich kein Problem damit habe, nachts auf dem Heimweg zu tanken. Es hätte ja niemand damit rechnen können, dass es jetzt in Strömen regnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte einen Moment, bis ich mich überwinden konnte, aus dem Auto zu steigen. Ich hielt mir meine Stoffjacke so gut es ging über den Kopf, während ich durch eine Pfütze zur Tanksäule rannte. Der Regen prasselte so laut auf das Autodach und vermischte sich mit seinem Plätschern und Rauschen auf dem Asphalt, dass ich nicht einmal meine eigenen Schritte hören konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich nach der Zapfpistole griff, stieg mir der vertraute Geruch nach Benzin in die Nase. Ich mochte den Geruch. Trotzdem nahm ich mir keine Zeit, ihn zu genießen. Stattdessen stecke ich die Zapfpistole hastig in die Tanköffnung. Als die Anzeigen für den Preis und für die Benzinmenge anfingen anzusteigen, hetzte ich ins Auto zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammter Regen“, murmelte ich, während ich die Heizung aufdrehte. Obwohl ich keine Minute draußen gewesen war, war meine Kleidung bis auf die Haut durchnässt. Hätte ich doch bloß auf Dad gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ein paar Minuten war der Tank endlich voll. Ich konnte es kaum erwarten, wieder auf der Straße zu sein. Wenn ich etwas Musik anmachte und es im Auto warm genug wurde, würde ich vielleicht meine nasse Kleidung vergessen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also stieg ich wieder aus. Diesmal machte ich mir gar nicht erst die Mühe, meine Jacke über mich zu halten. Ich steckte die Zapfpistole zurück in die Zapfsäule und kramte mein Portemonnaie heraus. Während ich gerade dabei war, zu bezahlen – hier in den USA kann man mit der Karte direkt an der Zapfsäule zahlen – bemerkte ich einen Mann in der Tankstelle, der mir zuwinkte. Ich ging davon aus, dass es der Kassierer war. Trotzdem ignorierte ich ihn. Das Letzte, was ich jetzt tun wollte, war als Frau mitten in der Nacht mit einem fremden Mann zu reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich bezahlt hatte, fiel mein Blick wieder auf den Mann. Diesmal winkte er energischer. Es sah aus, als wolle er mich zu sich winken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicher sah ich zwischen ihm und meinem Auto hin und her. Eigentlich wollte ich nicht mit ihm reden, aber was, wenn es etwas Wichtiges war? Vielleicht war etwas mit der Tanksäule nicht in Ordnung oder er wollte mich auf einen Unfall oder eine Baustelle aufmerksam machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem leicht mulmigen Gefühl im Magen ging ich auf die Tankstelle zu. Meine Kleidung klebte an mir, als wolle sie mich am Gehen hindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher ich kam, desto besser konnte ich den Mann erkennen, der inzwischen bei der Tür stand. Er hatte lange, zottelige Haare, einen Vollbart und eine große, kräftige Figur. Abgesehen von seinem blauen Hemd mit dem Namensschild wirkte er überhaupt nicht wie ein typischer Kassierer, eher wie ein Trucker oder Biker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Was, wenn der Mann ein Verbrecher ist? Vielleicht liegt der richtige Kassierer tot oder gefesselt im Hinterzimmer</em>‘, schoss es mir in den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen kurzen Moment zögerte ich. Sollte ich wirklich hinein gehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schüttelte ich den Gedanken mit einem leichten Kopfschütteln ab. ‚<em>Beruhig dich, Betty. Das hier ist doch keiner deiner Krimis. Es ist sicher alles ganz harmlos.</em>‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit festem Griff öffnete ich die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja bitte?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kassierer ging einen Schritt auf mich zu. Er sah verstohlen nach draußen, als wolle er gucken, ob noch jemand da sei, und versuchte, die Tür zu schließen. Ich blieb in der Tür stehen, um ihn daran zu hindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann trat wortlos wieder einen Schritt zurück, während er erneut verstohlen zu meinem Auto sah. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit mir zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entschuldigung, aber bist du allein unterwegs?“, fragte er über den lauten Regen hinweg mit einer tiefen, rauen Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihn überrascht an. Hatte er mich gerade gefragt, ob er mit mir allein sei? <em>Wollte</em> er mit mir allein sein?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Kopf malten sich allerlei Szenaren aus, was der Mann mit mir anstellen könne. Wieder versuchte ich, die Gedanken abzuschütteln, doch mir wollte kein einziger normaler Grund einfallen, warum er das wissen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„E-entschuldigen Sie, aber ich muss wirklich weiter“, wich ich seiner Frage aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mich jedoch wegdrehen wollte, um zurück zu meinem Auto zu gehen, griff der Mann plötzlich nach meinem Arm. „He, warte mal!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt schrillten all meine Alarmglocken. Es war mir egal, was der Mann von mir wollte. Ich riss mich los und rannte zurück zum Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich lief, merkte ich noch, wie der Mann mir etwas nachrief, konnte es wegen das Regens und dem Klatschen meiner Füße auf dem nassen Boden aber nicht verstehen – um ehrlich zu sein war es mir auch egal. Ich wollte bloß weg von hier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Auto angekommen drückte ich sofort die Türverriegelung nach unten. Ich hatte zwar keine Zentralverriegelung, aber wenn mir der Mann folgen würde, würde er es eh zuerst an der Fahrertür versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann trat ich auf die Kupplung und drehte ich den Schlüssel im Zündschloss. Der Motor ratterte, doch er sprang nicht an. Während ich es noch einmal versuchte, starrte ich nach draußen. Von dem Kassierer – wenn er denn wirklich einer war – fehlte jede Spur. Wegen des verdammten Regens und der Dunkelheit konnte ich kaum etwas sehen. Im beleuchteten Tankstellengebäude war er jedenfalls nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich sprang mein Motor an. Fast rechnete ich damit, dass eine große Silhouette im Licht meiner Scheinwerfer auftauchen würde, doch die Tankstellenausfahrt war leer. Ohne eine Sekunde zu zögern, raste ich los. Ich fuhr zurück auf die Landstraße, endlich wieder in Richtung von meinem Zuhause, und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Ich war in Sicherheit – so dachte ich zumindest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während meine Scheibenwischer alle Hände voll damit zu tun hatten, mir ein Mindestmaß an Sicht zu ermöglichen, prasselte der Regen laut auf die Scheibe. Ich musste das Radio fast komplett aufdrehen, um überhaupt das Lied verstehen zu können, das gerade spielte. Es war ein Popsong. Doch obwohl ich das Lied eigentlich mochte, kam es mir jetzt schrill, beinahe unangenehm vor. Immer wieder musste ich an den Mann aus der Tankstelle denken. Was er wohl mit mir gemacht hätte, wenn ich ihn die Tür hätte schließen lassen? Ich wollte gar nicht darüber nachdenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Scheinwerfer, die in meinem Rückspiegel auftauchten, fielen mir zunächst nicht weiter auf. Erst, als ich sah, wie schnell sie näherkamen, schenkte ich ihnen Beachtung. Entgeistert schüttelte ich den Kopf. Wie konnte man bei dem Regen auf einer kurvigen Straße nur so schnell fahren?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Auto zu hupen begann, fuhr ich möglichst weit am rechten Fahrbahnrand, damit es mich überholen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Spinner!“, sagte ich laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auto machte jedoch keine Anstalten, zu überholen. Ganz im Gegenteil: Es wurde immer langsamer, bis es auf gleicher Geschwindigkeit mit mir war, fuhr dabei aber so dicht auf, dass seine Stoßstange mein Auto fast berührte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sag mal, bist du bescheuert?“, fragte ich laut, während ich Gas gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt begann das Auto aufzublinken, hupte dabei wieder, fuhr schneller, um weiterhin dicht an meinem Auto zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich setzte den rechten Blinker, um zu signalisieren, dass ich überholt werden wollte, doch es brachte nichts. Das Auto blieb direkt hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich tun? Wenn der Fahrer weiter so drängelte, würden wir einen Unfall bauen. Wenn ich bremste oder noch mehr Gas gäbe, sähe das Ergebnis wahrscheinlich ähnlich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich noch völlig überfordert mit der Situation war, fuhr plötzlich ein Ruck durch meinen Wagen. Es gab einen leisen Knall, woraufhin ich kräftig durchgeschüttelt wurde. Der Wagen hatte mich gerammt!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums!</em> Wieder wurde ich gerammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kam mir völlig hilflos vor, stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim dritten Rammen geriet mein Wagen schließlich ins Schleudern. Ich verlor für einen Moment die Kontrolle, schaffte es nicht mehr, richtig zu lenken. Als ich auf die Bremse trat, kam ich schließlich holprig zum Stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zittrigen Knien und rasendem Herzen, sah ich mich hektisch um. Im Scheinwerferlicht meines Wagens sah ich Wald. Ich hatte Glück, dass ich es geschafft hatte, noch vor den Bäumen anzuhalten. Dann fiel mir das Auto im Rückspiegel auf: Der Verrückte, der mich gerammt hatte, war stehengeblieben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich tun? Vorwärts konnte ich nicht fahren. Die Bäume waren zu nahe. Rückwärtsfahren ging jedoch auch nicht. Das andere Auto blockierte mir den Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Mann ausstieg, erkannte ich ihn sofort: Es war der Kassierer aus der Tankstelle. Er hatte mich verfolgt. Dann fiel mein Blick auf den Baseballschläger in seiner Hand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blanke Angst machte sich in mir breit. Ich schnallte mich panisch ab, stieß die Tür auf, blieb beim Aussteigen mit dem Fuß hängen und fiel aus meinem Auto in das nasse Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich bemerkte, dass der Mann auf mich zukam, rappelte ich mich sofort wieder auf und rannte zwischen die Bäume. Äste schlugen nach mir, einer schnitt mir einen Kratzer über die Wange. Ich ignorierte es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„He du! Steig sofort aus dem Auto aus! Schön langsam!“, brüllte eine kräftige Stimme hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb verdutzt stehen. Der Mann musste doch gesehen haben, dass ich aus dem Auto geflohen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Mischung aus Verwirrung und Neugier drehte ich mich um. Ich sah mein Auto, die offene Fahrertür und den Tankstellenkassierer. Er hielt den Baseballschläger drohend vor sich, zeigte damit auf die Hintertür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann verstand ich gar nichts mehr: Die Autotür öffnete sich langsam. Heraus kam ein schwarz gekleideter Mann mit einer Skimaske. In einer seiner erhobenen Hände blitze etwas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass das Messer fallen“, forderte der Kassierer ihn auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fremde gehorchte, ohne etwas zu erwidern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort griff der Kassierer nach seinem Arm. Wie ein Polizist drehte er ihn in einer flüssigen Bewegung um, hielt ihn fest und drückte ihn gegen mein Auto. Das Messer kickte er mit dem Fuß außer Reichweite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verstört ging ich zum Auto zurück. Den Regen, der inzwischen etwas nachgelassen hatte, bemerkte ich kaum noch. Ich realisierte nicht einmal, wie unkontrolliert ich zitterte. Meine ganze Aufmerksamkeit galt dem Kassierer und dem Fremden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hast du ein Handy?“, fragte der Kassierer. Er sah mich aufrichtig an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, wo ich neben ihm stand, bemerkte ich wieder, wie riesig er war. Im Vergleich zu vorhin wirkte er jedoch sehr viel weniger bedrohlich, beinahe freundlich. Dann blickte ich auf den Mann mit der Skimaske, der in meinem Auto gesessen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich &#8230; ich versteh nicht &#8230;“, stammelte ich verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als du bei meiner Tankstelle warst, hab ich gesehen, wie dieser <em>nette Herr</em> hier in dein Auto gestiegen ist. Ich wollte dich ja warnen, aber mein etwas &#8230; grobes Aussehen hat dich wohl verschreckt.“ Er lächelte leicht entschuldigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während mein Hirn auf Hochtouren lief, irgendwie versuchte, zu verarbeiten, was in den letzten Minuten geschehen war, sah ich verwirrt zwischen den beiden Männern hin und her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kassierer musste mich erneut darum bitten, den Notruf zu wählen, bis ich seinem Wunsch endlich nachkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als die Polizei da war, schaffte ich es langsam, die ganze Situation zu begreifen. Ein maskierter Mann hatte sich mit einem Messer in mein Auto geschlichen. Hätte Charly – so hieß der Kassierer – ihn nicht gesehen und wäre mir nicht gefolgt, wäre ich mit dem Fremden ganz allein gewesen. Mitten im Nirgendwo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich hatte nichts Besseres zu tun, als meinem Retter zu misstrauen. Ich hatte ihn zu schnell beurteilt. Doch das würde mir nur einmal passieren. Ich wollte mich bei Charly bedanken, ihn auf einen Kaffee einladen. Schließlich war scheinbar ein echt netter Mann, nein, er war ein Held.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Killer in the Backseat (Englisch für „Mörder auf der Rücksitzbank“), seltener High Beams (Englisch für „Fernlicht“), ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Amerika und Großbritannien. Es gibt sie in unzähligen Versionen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es sehr viele verschiedene Versionen von Killer in the Backseat gibt, ist der Täter fast ausschließlich männlich. Häufig hat er eine Waffe wie ein Messer, eine Axt oder eine Pistole dabei, seltener ist er unbewaffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Versionen wird der Täter überhaupt nicht beschrieben, in anderen wird gesagt, dass er ein gesuchter Mörder oder ein entflohener Insasse einer Nervenheilanstalt sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gibt es Versionen, in denen der Täter ein Ganganwärter sein soll. Hier heißt es, dass man – um bei der Gang mitmachen zu dürfen – einer Frau ein Körperteil abschneiden, sie entführen, sie vergewaltigen oder sie umbringen müsse. Besonders beliebt ist dieses angebliche Motiv des Täters bei Kettenbriefen, die von der &#8222;Killer in the Backseat&#8220;-Legende erzählen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der vielen Versionen lässt sich ihr Ablauf hauptsächlich in zwei Varianten einteilen:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 1:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Variante beginnt in einer Gaststätte, an einer Tankstelle, in einem Fastfood Restaurant o. Ä. oder direkt im Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie nicht direkt im Auto beginnt, tankt die Protagonistin ihr Auto, trinkt einen Kaffee o. Ä., als ein Mann sie anspricht. Weil es schon sehr spät ist – teilweise ist sie auch mit dem Mann allein –, fühlt sie sich unwohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann sieht häufig recht grob und nicht vertrauenserweckend aus – z. B. ist er ein Trucker, trägt viele Tattoos, ist groß und/oder hat eine dunklere Hautfarbe (die viele Weiße leider auch heute noch als nicht vertrauenserweckend empfinden).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann versucht, sie daran zu hindern, zurück zum Auto zu gehen oder sie vom Auto wegzulocken, woraufhin die Frau Angst bekommt und mit ihrem Auto abhaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal fällt dieser Anfang auch weg und die Geschichte beginnt, wenn die Frau bereits im Auto sitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Fahrt fällt der Frau recht bald auf, dass sie von einem Auto verfolgt wird. Es fährt dicht heran, blendet mit dem Fernlicht auf oder rammt ihr Auto sogar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Protagonistin fürchtet jetzt um ihr Leben, doch so sehr sie auch versucht, ihren Verfolger abzuhängen, es funktioniert nicht. Sie hält erst an, als sie einen Unfall baut, ihr Auto abwürgt (und es nicht mehr anspringt) oder sie ihr Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ein Mann aus dem Auto steigt, erkennt sie sofort, dass es der Mann ist, der sie zuvor angesprochen hat. Je nach Version fordert der Mann sie auf, das Auto zu verlassen, sie rennt in ein Haus oder hupt ihren Ehemann, Freund oder Vater vor die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin erklärt der Verfolger sofort, dass er der Frau gar nichts Böses wollte. Er habe bemerkt, dass sich ein Mann auf ihrer Rücksitzbank befindet. Das Aufblenden und Rammen sollte nur dazu dienen, dass der Mann die Frau nicht angreifen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte kann auf zwei unterschiedliche Arten enden: Entweder, sie rufen die Polizei, die den Einbrecher sofort festnimmt, oder sie sehen auf dem Rücksitz nach, finden jedoch nur eine offene Tür auf der Beifahrerseite und eine Waffe auf der Rücksitzbank.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 2:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Variante von Killer in the Backseat befindet sich die Protagonistin fast immer an einer Tankstelle. Nachdem sie ihr Auto aufgetankt hat, macht der Kassierer der Tankstelle sie auf sich aufmerksam. Entweder, als sie die Tankstelle betritt, oder nachdem sie direkt an der Tanksäule per Karte bezahlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Z. B. bittet er sie zu sich, weil es Probleme bei der Zahlung gegeben habe, oder er hindert sie unter dem Vorwand, dass es etwas mit ihrem Auto nicht stimme, am Losfahren und überredet sie, wieder auszusteigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald die Frau vom Auto weg ist und sie außer Hörweite sind, erklärt er, dass er gesehen habe, wie sich ein Mann auf ihrer Rücksitzbank versteckt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder gibt es mehrere Varianten, wie diese Geschichte enden kann: Entweder, die Frau tut so, als wäre sie noch mit dem Kassierer beschäftigt, bis die zuvor gerufene Polizei eintrifft, oder sie sieht, wie der Täter aus dem Auto flieht, nachdem er bemerkt, dass er entdeckt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten flieht die Frau auch, bevor der Kassierer sie warnen kann, woraufhin die Frau im Auto ermordet wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort des Geschehens variiert von Geschichte zu Geschichte. Häufig bauen die Erzähler sie so um, dass es eine Gegend in der Nähe oder die Stadt, in der man sich befindet, betrifft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Killer in the Backseat“ Geschichte existiert schon seit mehreren Jahrzehnten und wurde auf mehrere unterschiedliche Weisen verbreitet – hauptsächlich über das Internet als Kettenbrief oder per Mund-zu-Mund Propaganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da hierbei unterschiedlichste Methoden verwendet wurden, hat sie schnell viele verschiedene Zielgruppen erreicht. So wurde sie als bloße Gruselgeschichte, als angeblich wahres Erlebnis, als vermeintliche Warnung oder sogar als angeblicher Bericht einer Polizeistelle verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem haben viele Serien, wie die Simpsons oder X-Factor, aber auch viele Horrorfilme die Legende aufgegriffen, was wiederum bei der Verbreitung geholfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie oder wo genau die urbane Legende begonnen hat, ist jedoch unklar. Sie ließ sich jedoch mindestens auf 1967 zurückverfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird vermutet, dass sie lose an einen wahren Fall angelehnt sein könnte. So gab es tatsächlich schon mehrere Fälle von Straftätern, die sich auf dem Rücksitz eines Autos versteckt haben. Einen Fall, der ähnlich wie Killer in the Backseat ablief, hat man bisher jedoch nicht finden können.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Killer in the Backseat? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie hätte ihr euch an Bettys Stelle verhalten? Hättet ihr Charly mehr Vertrauen geschenkt? Oder wärt ihr auch vor ihm geflüchtet? Und was würdet ihr tun, wenn euch ein fremdes Auto verfolgt? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>Hairy-armed hitchhiker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Anhalter]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl ich Mitleid mit ihr hatte, bereitete mir irgendetwas an ihrer Stimme und der Art, wie die den Blickkontakt vermied, Unbehagen. Trotzdem erlaubte ich ihr, einzusteigen – ich war immerhin kein Unmensch, der eine alte Dame in der Dunkelheit stehenließ!</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/38f6a2ea168a4e438cad73256087694b" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die hairy-armed hitchhiker Legende ist eine von vielen Legenden, die von Anhaltern handelt. Im Gegensatz zu der von mir bereits behandelten &#8222;<a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-verschwundene-anhalter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der verschwundene Anhalter</a>&#8220; Legende, ist diese im deutschsprachigen Raum jedoch fast völlig unbekannt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammter Mist“, fluchte ich. Der Stromausfall hatte mich völlig unerwartet erwischt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte das Licht nicht ein paar Minuten später ausfallen können, wenn ich im Auto saß oder es wenigstens schon gefunden hatte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine kleine Taschenlampe spendete kaum genug Licht, um mich in der Parkgarage zurechtzufinden, geschweige denn, um mein Auto zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte sicherlich fünf bis zehn Minuten, bis der rote Lack meines Wagens endlich im schwachen Licht aufblitzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Na endlich …</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Erleichtert eilte ich zu ihm. Ich wollte gerade den Autoschlüssel ins Schloss stecken, als ich hinter mir ein Geräusch vernahm. Verunsichert fuhr ich herum. Ich leuchtete eine Frau an, die völlig unerwartet hinter mir stand und presste ich mich erschrocken an meine Autotür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh entschuldigen Sie, junge Frau“, krächzte sie. „Ich wollte Sie nicht erschrecken.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich atmete erleichtert auf. Es war bloß eine ältere Dame. Sie trug eine braune Strickjacke und einem kitschigen, breiten Hut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich habe ihre Taschenlampe gesehen und wollte fragen, ob Sie mich nicht mitnehmen können? Es ist mir zu dunkel hier. Verstehen Sie?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ich Mitleid mit ihr hatte, bereitete mir irgendetwas an ihrer Stimme und der Art, wie die den Blickkontakt vermied, Unbehagen. Trotzdem erlaubte ich ihr, einzusteigen – ich war immerhin kein Unmensch, der eine alte Dame in der Dunkelheit stehenließ!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, das ist wirklich nett von Ihnen!“, dankte sie, als sie auf der Beifahrerseite einstieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Auto gab es endlich Licht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt betrachtete ich die Frau genauer. Auch wenn sie den Blick immer noch gesenkt hatte und ich ihr Gesicht nicht richtig erkennen konnte, war sie mir irgendwie suspekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie trug unter der braunen Strickjacken eine weite beige Bluse mit kitschigem Muster und eine fürchterliche lachsfarbene Hose. Ihre Kleidung passte absolut nicht zusammen. Doch das Auffälligste waren ihre weißen Handschuhe, die dem Outfit ein letztes, völlig absurdes Sahnehäubchen aufsetzten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie ihre große, pinke Handtasche schließlich in den Fußraum stellte, wurde ich stutzig. Ihre Strickjacke war leicht nach oben gerutscht und hatte für einen kurzen Moment ihren Arm enthüllt … an dem sich lange, schwarze Haare befanden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärte auch die seltsame Stimme. Sie klang … Ja. Sie klang wie jemand, der seine Stimme so verstellte, dass sie sich möglichst alt und krächzig anhörte. Das neben mir war überhaupt keine alte Frau!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist etwas, Liebes?“, fragte ‚sie‘.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh. Nein. Tut mir leid. Ihre Strickjacke – meine Oma hatte auch so eine!“, erwiderte ich mit einem warmen Lächeln, während ich fieberhaft überlegte, was ich jetzt tun sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Auto zu springen und loszurennen, war zu riskant. Der verkleidete Mann ging von der Größe her zwar definitiv als alte Frau durch, doch das sagte nichts über seine Sportlichkeit aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte Pfefferspray im Auto, aber das lag im Handschuhfach. Ich müsste mich also zu ihm rüberbeugen und … nein! Das war zu riskant!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sitzen Sie bequem? Soll ich die Sitzheizung anmachen?“, fragte ich, um Zeit zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein danke. Es geht so“, lehnte der Mann mit seiner verstellten Stimme ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich bloß tun?! Da mir nichts anderes übrigblieb, startete ich den Motor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem mein Körper völlig angespannt war, versuchte ich mir nicht anmerken zu lassen, dass ich den Mann durchschaut hatte. Wer weiß, wie er dann reagieren würde?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schaltete bewusst langsam und hielt wieder an, nachdem ich das Auto ausgeparkt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Alles in Ordnung?“, fragte der Mann mit seiner verstellten Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Würde es ihnen etwas ausmachen, nachzusehen, ob meine Bremslichter funktionieren?“, fragte ich mit trockener Kehle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann schien nachzudenken. Hatte er bemerkt, dass ich seine Tarnung durchschaut hatte? Mein Puls stieg an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Bleib ruhig, Steffi. Er darf dir jetzt nichts anmerken!‘</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie dürfen auch gerne meine Taschenlampe mitnehmen. Aber gehen Sie vorsichtig damit um. Sie ist ein Geschenk meiner besten Freundin“, log ich, um den Mann in Sicherheit zu wiegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer schwieg er. Mein Herz raste inzwischen, als würde ich einen Marathon laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Natürlich, Liebes“, sagte er endlich und nahm mir die Taschenlampe ab, die ich ihm hinhielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich klappte die Sonnenblende herunter und tat so, als würde ich meine Haare richten, während der Mann langsam ausstieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tür ließ er zwar offen, aber das störte mich nicht weiter. Ich hatte ihn aus dem Auto locken können!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich im Spiegel der Sonnenblende sah, dass der Mann hinter meinem Auto stand, ließ ich die Kupplung kommen und trat aufs Gaspedal. Der Motor heulte auf, während das Auto losraste. Die Beifahrertür knallte zu, doch rastete nicht richtig ein, weswegen das Licht im Auto nicht erlosch. Ich ignorierte es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rückspiegel sah ich, wie der Mann hinter mir herlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warten Sie!“, schrie er. Seine Stimme klang jetzt deutlich tiefer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte das schnelle Klackern seiner Stöckelschuhe sogar über den Motor hinweg hören. Dann fluchte er. Ich sah, wie er sich bückte und verlor ihn aus den Augen. Wahrscheinlich zog er die Schuhe aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dank der Autoscheinwerfer konnte ich jetzt in der Tiefgarage problemlos navigieren. Ich fuhr eine Rampe nach oben, dann eine zweite, eine dritte. Jetzt war ich im Erdgeschoss. Ich fuhr geradeaus, bis ich endlich die Schranke erreichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hektisch kurbelte ich das Fenster herunter, griff nach dem Parkschein und schob ihn in den Automaten. Nicht passierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammter Stromausfall!“, fluchte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich jetzt tun? Hatte ich genug Zeit, die Schranke manuell zu öffnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine plötzliche Bewegung im Rückspiegel ließ mich zusammenfahren. Ich wusste nicht, ob es tatsächlich der Mann war, doch ich wollte es nicht darauf ankommen lassen. Mit voller Wucht bretterte ich durch die Schranke, die mit einem Knacken durchbrach, über meine Windschutzscheibe rollte und in der Dunkelheit hinter mir verschwand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist fast ein Wunder, dass ich keinen Unfall gebaut hatte, während ich über eine rote Ampel raste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hörte, wie ein Auto bremste und hupte. Doch ich hielt nicht an. Stattdessen fuhr ich schnurstracks zur Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beamter nahm meine Zeugenaussage auf, die jedoch keine große Hilfe war. Der Mann wurde nie gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ein viel großerer Schock kam erst am nächsten Tag, als ich die Handtasche des Mannes fand, die er in den Fußraum gelegt hatte. In ihr war eine kleine, handliche Axt und mir läuft bis heute eine kalter Schauer den Rücken hinunter, wenn ich darüber nachdenke, was der Mann wohl mit mir vorgehabt hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„The hairy-armed hitchhiker“ (englisch für „Der Anhalter mit behaarten Armen“), manchmal auch „The hairy-armed woman“ („Die Frau mit behaarten Armen“) genannt, ist eine im englischsprachigen Raum weit verbreitete <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Täter der hairy-armed hitchhiker Legende ist ein Mann, der sich als Frau verkleidet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig heißt es, dass der Mann so tue, als wäre er eine sehr alte Frau, die per Anhalter mitfahren wolle. Er trägt hierzu passende Kleidung, eine Perücke und hat meist eine Handtasche dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je nach Legende besitzt die „alte Frau“ Bartstoppeln, starke Beinbehaarung, sehr große Füße und in fast allen Fällen stark behaarte Arme.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Von der hairy-armed hitchhiker Legende gibt es mehrere Versionen, die sich mal mehr mal weniger stark unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten von ihnen beginnen entweder auf offener Straße oder auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Protagonistin ist eine Frau, die in ihrem Auto sitzt oder sich auf dem Weg dorthin befindet, als sie einer älteren Dame begegnet, die sie darum bittet, als Anhalter mitfahren zu dürfen. Die ältere Dame nennt hierbei Vorwände wie z.B., dass ihr Einkauf ihr zu schwer wäre, sie sich nicht gut fühle oder es einen Stromausfall gibt, bei dem sie Schwierigkeiten habe, nach Hause zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fahrerin bemerkt jedoch kurz darauf, dass die ältere Dame behaarte Arme oder Hände besitzt (selten auch Bartstoppeln oder behaarte Beine). Von hier an unterscheiden sich die meisten Versionen der Geschichte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 1:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Frau die behaarten Arme bemerkt hat, bittet sie sie, nach ihren Brems- oder Rücklichtern zu sehen, da diese nicht immer richtig funktionieren und sie nicht angehalten werden wolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vermeintliche Dame willigt ein und die Frau rast los, sobald sie das Auto verlassen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später bemerkt sie die Handtasche bzw. Einkaufstüte der Frau, die noch im Auto liegt. In ihr befindet sich eine Axt oder ein Messer – in seltenen Fällen sogar eine Schusswaffe.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 2:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die ältere Dame ist der Frau von vornerein suspekt, weswegen sie das Losfahren herauszögert. Sie bemerkt die behaarten Arme und nennt einen Vorwand, weswegen sie noch einmal zurückmüsse (z.B. da sie etwas vergessen habe). Sie wendet sich an einen Sicherheitsmann des Einkaufszentrums oder ruft die Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam kehren sie zu Auto zurück, wo von der Dame jede Spur fehlt. Sie bemerken nur noch die Tasche mit einer Axt (oder anderen Waffe) darin im Fußraum oder auf der Rücksitzbank.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 3:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau ist bereits gemeinsam mit der älteren Dame losgefahren, als sie die haarigen Arme bemerkt. Sie baut daraufhin absichtlich einen leichten Unfall und bittet die Person, die am Unfall beteiligt ist, die Polizei zu rufen oder ihr zu helfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie zum Auto zurückkehren, ist die ältere Dame bereits verschwunden und sie finden nur noch ihre Tasche mit der Waffe.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 4:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau sieht einen Streifenwagen – z.B., als ein anderes Auto am Straßenrand kontrolliert wird – und springt aus dem Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie der Polizei erklärt hat, was überhaupt los ist, hat sich die vermeintliche ältere Dame bereits aus dem Staub gemacht. Die Polizei bemerkt bei der Suche nach Beweisen die Waffe in der Handtasche oder Einkaufstüte, die die Dame im Auto zurückgelassen hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich war der Ort des Geschehens von &#8222;The hairy-armed hitchhiker&#8220; in Leeds, West-Yorkshire, England. Dort wurde die vermeintliche alte Frau auf offener Straße aufgelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In neueren Versionen wechselt der genaue Ort häufig mit dem Erzähler. Auch heißt es heutzutage häufig, dass die „alte Frau“ auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums gewesen sei.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Legenden über einen verkleideten Räuber, die der hairy-armed hitchhiker Legende sehr ähnlich sind, gab es sowohl in England als auch den USA angeblich bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die moderne Version soll ihren Ursprung hingegen erst 1977 in Leeds, England haben. Zur damaligen Zeit gab es eine generelle Panik in Yorkshire (wo auch Leeds liegt), da ein Serienmörder – Peter Sutcliffe, besser bekannt als „Yorkshire Ripper“ – dort sein Unwesen trieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Yorkshire Ripper keine Ähnlichkeiten mit dem Täter aus der hairy-armed hitchhiker Legende hatte, war es wohl kein Zufall, dass die Legende zu der Zeit entstanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sogar die Zeitung Yorkshire Evening Post verfasste einen Artikel über die Gerüchte. Übersetzt lautet der Artikel etwa wie folgt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Eine außergewöhnliche Geschichte macht ihre Runden in Leeds und selbst die größten Bemühungen erfahrener Journalisten haben es nicht geschafft, ihre Echtheit zu bestätigen oder zu widerlegen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie wird immer in allen Einzelheiten erzählt und die Frau in der Geschichte soll häufig in einem Krankenhaus oder einer Bank arbeiten.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der Geschichte nach stieg die Frau während eines Stromausfalls in ihr Auto, als sie von einer älteren Dame angesprochen wurde, die sie darum bat, sie nach Hause zu bringen, da sie ihren Weg in der Dunkelheit nicht finden könne.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Frau willigte ein und die Fremde legte ihre Einkaufstüte auf die Rücksitzbank, nachdem sie eingestiegen war.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Frau bemerkte dabei jedoch, dass die Hand, die die Einkaufstüte hielt, groß und haarig war.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Sie reagierte schnell und bat die Fremde, auszusteigen und zu kontrollieren, ob das Rücklicht richtig funktioniere, da es Probleme machte und sie nicht angehalten werden wolle.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Als die Fremde ausgestiegen war, gab die Frau Gas und fuhr in die Nacht hinein.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Später, so heißt es, soll die Frau herausgefunden haben, dass sich in der Einkaufstüte auf dem Rücksitz eine Axt befand.</em>“ (Yorkshire Evening Post, 11. November 1977)</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der hairy-armed hitchhiker Legende? Kanntet ihr sie bereits oder habt ihr schon einmal eine ähnliche Legende gehört? Wie hättet ihr reagiert, wenn ihr die behaarten Arme eures Anhalters bemerkt hättet? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>,&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a>&nbsp;oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a></em>.</p>
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