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	<title>Fluss Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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		<title>Die Nixen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2021 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Legenden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich zurück beim Lagerfeuer war, war meine Familie bereits am Essen.<br />
„Wieso hat das so lange gedauert?“, fragte Mama. Dann lachte sie plötzlich. „Nein. Halt. Ich brauche keine Details.“<br />
Wieder musste ich breit grinsen. „Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe die Meerjungfrau getroffen.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen">Die Nixen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind eine sehr alte <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutsche Legende</a>. Sie ähneln den Meerjungfrauen, leben jedoch nicht im Meer, sondern in Seen und Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mama und ich saßen am Lagerfeuer, als sich in der Ferne schnelle Schritte näherte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Christoph! Christoph! Da war eine Meerjungfrau!“, rief meine kleine Schwester Lilli aufgeregt, während sie auf mich zu rannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In der Nähe des Feuers wird nicht gerannt!“, mahnte Mama sie sofort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilli verlangsamte ihre Schritte – wenn auch nur ein wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ sie auf meinen Schoß. „Eine Meerjungfrau, ja?“, fragte ich mit gespielter Begeisterung. Ich mochte Lillis ausgeprägte Fantasie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilli nickte energisch. „Sie war im Wasser, als Papa und ich geangelt haben. Sie hatte einen Fischschwanz und alles!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa, der inzwischen auch bei unserem kleinen Zeltlager angekommen war, stellte seine Angelausrüstung ab. Er hob entschuldigend die Hände. „Ich hab sie nicht gesehen“, erklärte er mit seiner ruhigen Stimme. „Aber“, stolz zeigte er uns seinen Fang, „wir haben einen guten Fang gemacht. Und Lilli hat fleißig mitgeholfen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist das so? Wie hast du Papa denn geholfen?“, wandte Mama sich an Lilli.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder nickte meine kleine Schwester energisch. „Ich hab die Angel gehalten, bis ein Fisch angebissen hat. Und einen Fisch durfte ich sogar mit einholen!“ Der Stolz stand ihr ins Gesicht geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dann bist du ja eine richtige kleine Anglerin“, erwiderte Mama. „Was ist, hilft du mir mit den Kartoffeln?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh ja“, rief sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wuschelte ihr durch die Haare, bevor ich sie von meinem Schoß ließ. Wie konnte ein so kleiner Mensch nur so voller Energie stecken?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und was ist mit dir?“, fragte Papa an mich. Als ich sein breites Grinsen sah, wusste ich sofort, was er von mir wollte. „Hilfst du mir beim Fisch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte schwer. Das durfte ich mir bereits seit Jahren anhören. Mit sechs oder sieben hatte ich mich fast übergeben, als ich einen Fisch ausgenommen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem schämte ich mich nicht dafür. Es war mir egal, ob es einige als unmännlich sahen, dass ich mir nicht gerne die Hände schmutzig machte. Trotzdem schien es Papa einen riesen Spaß zu machen, mich damit aufzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh lieber noch schnell auf Toilette. Dann muss ich nicht während des Essens“, entschuldigte ich mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa grinste blöd. Ich ignorierte ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber beeil dich. Kalt schmeckt der Fisch nicht“, rief Mama mir nach, als ich mich ins Unterholz kämpfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was dachte sie denn, wie lange ich brauchte?! Ich ging zwar etwas in den halbdunklen Wald hinein, aber doch nur, um außer Sichtweite zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich mich erleichterte, schloss ich die Augen und sog die kühle Abendluft ein. Sie war angenehm. Ganz anders, als in der Stadt. Die fehlenden Abgase machten die Luft nahezu geruchslos, mit einer schwachen Note von Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso ging ich eigentlich nicht häufiger in die Natur? Ich liebte unsere Campingausflüge. Eigentlich war es schade, dass wir sie nur einmal im Jahr machten. Vielleicht sollte ich Papa fragen, ob ich mal auf einen seiner Angelausflüge mitdürfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Knacken in meiner Nähe riss mich aus meinen Gedanken. Es klang, als wäre jemand auf einen Ast getreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leicht unwohl sah ich mich um. Meine Eltern oder meine Schwester konnten es nicht sein. Niemand von ihnen würde mit dem Kochen aufhören, nur um mich zu ärgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Wahrscheinlich nur ein Tier oder ein herunterfallender Ast‘</em>, redete ich mir ein. Trotzdem beeilte ich mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade, als ich meinen Hosenstall schloss, ertönte noch ein Knacken. Diesmal klang es näher. Dann ein Rascheln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es keine gefährlichen Tiere in der Gegend gab, hatte ich keine Lust, herauszufinden, was es war. Also ging ich schnellen Schrittes zurück in Richtung Camp &#8230; Ich kam nicht weit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Mädchen wie aus dem Nichts vor mir auftauchte, erschraken wir uns beide gleichzeitig. Sie wich einen Schritt zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammt. Hast du mich erschreckt!“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wunderte mich kurz darüber, dass sie im Wald ein Kleid trug. In der Dämmerung sah es weiß aus. Dafür brachte es ihre braunen Haare zur Geltung, die wiederum ihr bleiches Gesicht betonten. Sie sah wunderschön aus &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was soll ich denn sagen?“ Ich fasste mir etwas zu dramatisch an die Brust, in der mein Herz nicht nur wegen des Schreckens ein klein wenig schneller schlug. „Ich hatte nicht erwartet, hier draußen jemanden zu treffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatte intelligente Augen, mit denen sie mich jetzt musterte. Im schwachen Licht sahen sie sehr hell aus – vielleicht himmelblau? „Was machst du hier draußen?“, fragte sie. „Ich hab dich hier noch nie gesehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Meine Familie und ich campen ganz in der Nähe. Wir sind vor wenigen Stunden angekommen“, erklärte ich. „Und du? Wohnst du im Dorf oder machst du auch Urlaub?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schien entschieden zu haben, dass von mir keine Gefahr ausging. Also lächelte sie mich an. Ein süßes Lächeln, das mehr Wärme ausstrahle, als ich einem Lächeln je zugetraut hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Ich wohne hier“, sagte sie knapp. „Ich war im See schwimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bemerkte ich, dass ihr helles Kleid leicht feucht war. Besonders an den Stellen, wo es ihre Haut berührte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah &#8230; Die Meerjungfrau“, sagte ich mit einem breiten Grinsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen riss die Augen auf. Überrascht starrte sie mich an. „W-was?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lachte kurz auf. „Ach nichts. Meine Schwester hat vorhin ein Mädchen im See baden sehen und war fest überzeugt, eine Meerjungfrau gesehen zu haben“, erklärte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt lachte auch das Mädchen. Es klang wie kleine Glöckchen, die eine wunderschöne Melodie spielten. „Ach so, na dann. Kinder haben wirklich eine lebhafte Fantasie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir standen noch einen Moment grinsend da. Wobei es bei ihr eher ein herzliches Lächeln, als ein belustigtes Grinsen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Christoph? Wo bleibst du denn?“, ertönte die Stimme meiner Mutter in der Ferne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geräusch schien das Mädchen erneut zu erschrecken. „Ich &#8230; Ich sollte gehen“, sagte sie. Dann ging sie schnellen Schrittes davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte!“, rief ich ihr nach. „Wie heißt du eigentlich? Ich bin Chris.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen blieb stehen. „Serena“, stellte sie sich vor, während sie sich zu mir umdrehte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena. Ein schöner Name.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein guter Name für eine Meerjungfrau!“, sagte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder grinsten wir einander an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vielleicht sehen wir uns ja noch einmal, Chris“, verabschiedete sich Serena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gerne. Wir sind das ganze Wochenende hier.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena lächelte. Dann ging sie weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb noch einen Moment stehen. „Wow“, hauchte ich, während ich mir durch die Haare fuhr. Es wäre schön, sie noch einmal wiederzusehen. Dann ging auch ich weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich zurück beim Lagerfeuer war, war meine Familie bereits am Essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wieso hat das so lange gedauert?“, fragte Mama. Dann lachte sie plötzlich. „Nein. Halt. Ich brauche keine Details.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder musste ich breit grinsen. „Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe die Meerjungfrau getroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama verschluckte sich fast an dem Bissen, den sie gerade in den Mund genommen hatte, Papa zog eine Augenbraue hoch und Lillis Kinnlade klappte herunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hab doch gesagt, dass sie echt ist! Eine echte Meerjungfrau!“, schrie Lilli laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lärm scheuchte einige Vögel auf, die in der Dunkelheit panisch davonflatterten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Nur, dass sie keine Meerjungfrau ist. Ihr Name ist Serena. Und sie hat keinen Fischschwanz, sondern ganz normale Beine“, erklärte ich. „Sie war im See schwimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Um die Uhrzeit?“, fragte Mama. Sie klang aber nicht skeptisch, sondern eher besorgt. Sie war nun einmal eine Mutter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Keine Sorge. Sie wohnt im Dorf hier in der Nähe. Sie ist sicher schon zu Hause“, beruhigte ich sie. „Und es kann sein, dass sie uns das Wochenende mal besuchen kommt“, fügte ich hinzu. Wieder konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, den Blick kenn ich“, meldete sich Papa zu Wort. „Ist sie hübsch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was? Nein! Also &#8230; doch, ist sie. A-Aber so ist das nicht!“, stammelte ich. Ich konnte dabei jedoch nicht verhindern, dass ich rot wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann brach völliges Chaos aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was? Was ist so nicht?“, fragte Lilli verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich glaube, dein großer Bruder ist in diese Serena verliebt“, erklärte Papa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh &#8230; Christoph ist verlie-hiebt. Christoph ist verlie-hiebt!“, rief sie jetzt wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa klatschte im Takt, während Mama daneben saß und das Ganze belustigt beobachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte sicherlich fünf Minuten, bis ich Lilli und Papa wieder beruhigen konnte – fünf Minuten, in denen ich am liebsten im Erdboden versunken wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während wir aßen, kam Serena noch einige Male zur Sprache. Nachdem ich unsere Begegnung geschildert hatte, wandten wir uns aber endlich anderen Themen zu. Wir planten den nächsten Tag – Papa wollte mit der ganzen Familie eine Wanderung machen, bevor er gegen Mittag wieder angeln ging, während Mama sich einen entspannten Tag machen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entspannen kannst du dich auch zu Hause“, warf Papa ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Stimmt, aber in der Natur ist es viel schöner“, erwiderte Mama.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eben. Deswegen sollten wir sie möglichst viel genießen – bei einer Wanderung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging noch eine Weile so weiter. Ich hörte ihnen jedoch gar nicht mehr zu. Stattdessen starrte ich ins Feuer und lauschte dem Knistern. Wind raschelte in den dunklen Bäumen. Ab und hörte man auch das Geraschel von Tieren. Grillen zirpten in der Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Gedanken waren bei Serena. Ich war doch nicht wirklich nach der einen Begegnung bereits in sie verliebt, oder? Klar, sie war nett und sieht wirklich toll aus, aber wir hatten uns nicht einmal fünf Minuten gesehen. Außerdem war es dunkel gewesen. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich sie tatsächlich noch einmal wiedersah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fiel mir den gesamten Abend über schwer, an etwas anderes zu denken. Es war, als wäre sie mit Gewalt in meinen Kopf eingebrochen und hätte alle anderen Gedanken vertrieben. Selbst, als es langsam spät wurde und wir in unsere Zelte gingen – Mama, Papa und Lilli in ein großes, ich in ein kleines eigenes –, spukte sie noch durch meinen Kopf. Ihre braunen Haare, die blauen Augen, das Lächeln ihrer makellosen Zähne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gott, was war bloß los mit mir? Sonst dauerte es immer einige Zeit, bis ich Gefühle für jemanden entwickelt hatte. Noch nie hatte ich mich so Hals über Kopf verschossen, wie in Serena. Und so kam es, dass ich an jenem Abend mit einem Lächeln einschlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nächste, an das ich mich erinnerte, war, dass jemand mein Zelt von außen öffnete. Das Geräusch des Reißverschlusses war leise, jedoch nicht leise genug, um mich schlafen zu lassen. Verwirrt schaltete ich meine Campinglampe ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mit vielem gerechnet. Etwa, dass meine Schwester lieber bei mir schlafen wolle oder das Papa eine spontane Nachtwanderung im Sinn habe, aber nicht mit &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Serena?“, fragte ich überrascht. „Was machst du hier?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir fiel nur ein einziger Grund ein, warum sie hier vor mir stehen wurde: <em>‚Na toll &#8230; Jetzt träume ich sogar schon von ihr!‘</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch je länger die Situation andauerte, desto mehr wurde mit bewusst, dass ich wach war. Träume waren seltsam, wirr, oft zusammenhangslos. Das hier war nichts davon. Ich war bei vollem Bewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena kam vorsichtig zu mir ins Zelt. Sie hockte sich neben meinen Schlafsack. Zusammen mit ihr kam ein süßlicher Duft nach Blumen zu mir. Vielleicht ein Parfüm?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte Lust, im See schwimmen zu gehen. Und da dachte ich mir, wieso frage ich dich nicht, ob du mitkommst &#8230;?“, flüsterte sie mit ihrer sanften Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Augen weiteten sich. „J-Jetzt? Mitten in der Nacht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena zuckte unschuldig mit den Schultern, bevor sie mich mit ihrem warmen Lächeln anstrahlte. „Warum nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber ich &#8230; Ich habe keine Schwimmsachen dabei!“, protestierte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Serenas Lächeln wurde ein herausforderndes Grinsen. „Ich auch nicht“, erwiderte sie zwinkernd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort merkte ich, wie mein Gesicht heiß wurde. Ich musste knallrot geworden sein. Serena schien es nicht zu stören. Im Gegenteil: Es schien ihr zu gefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens jetzt hatte ich kein Argument mehr im Kopf, das dagegen sprach. Serena hatte mich voll in ihren Bann gezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie nach meiner Hand griff, um mich aus dem Zelt zu ziehen, wehrte ich mich nicht gegen sie. Ich wusste, dass es nicht richtig war. Ich sollte nicht einfach einer fremden Frau folgen. Doch mein Kopf ignoriere die Vernunft. Ich <em>wollte</em> mit ihr gehen. Ich <em>musste</em> mit ihr gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit nichts als meiner Unterhose und meinem T-Shirt folgte ich Serena durch den Wald. Immer wieder piksten mich Stöcker und Steine in die Fußsohlen. Ich stolperte über Wurzeln, trat in weiches Moos. Doch das alles bemerkte ich kaum. Meine Augen waren nur auf Serena gerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im schwachen Mondlicht konnte man kaum mehr als ihre groben Umrisse erkennen, doch trotzdem sah ich, wie wunderschön sie war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir den See erreichten, war er sehr ruhig. Der schwache Wind, den man am Ufer spüren konnte, sorgte kaum für Wellen auf der fast völlig flachen Wasseroberfläche. Man konnte sogar die Spiegelung des Halbmondes deutlich erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena machte sie sich nicht einmal die Mühe, ihr Kleid auszuziehen. Sie sprang ins Wasser, ohne meine Hand loszulassen. Ich ließ es geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser war eiskalt. Es legte sich wie ein feuchter Mantel aus Eis um meinen gesamten Körper. Obwohl ich mir dabei unmännlich vorkam, konnte ich einen kurzen Aufschrei nicht vermeiden. Zum Glück schien Serena es nicht bemerkt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hielt noch immer meine Hand, während sie weiter und weiter auf den See hinausschwamm. Wäre ich nicht völlig in ihren Bann gezogen gewesen, hätte ich wohl bemerkt, wie unnatürlich schnell sie war. Wie sie fast ohne ihre Arme zu benutzen mehrere Meter pro Sekunde schwimmen konnte. Mir wäre aufgefallen, wie ihre Haare im weißen Mondlicht grünlich schimmerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie schließlich anfing, auf der Stelle zu schwimmen, mussten wir etwa in der Mitte des Sees sein. Sie drehte sich zu mir. Erst jetzt bemerkte ich, dass ihr Kleid verschwunden war. Sie war nackt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte ich einen Moment darüber nachgedacht, hätte ich mich wohl gewundert, wie sie das Kleid ausziehen konnte, ohne meine Hand loszulassen. Aber ich dachte nicht darüber nach. Ich bemerkte nicht einmal, wie ich vor Kälte am ganzen Körper zitterte. Vielleicht bemerkte ich es auch und es war mir bloß egal &#8230; Für mich zählte gerade nur Serena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebevoll legte sie eine Hand auf meine Wange. Sie streichelte sie vorsichtig mit ihrem Daumen, während sie mich näher zu sich zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Sie wird mich gleich küssen‘</em>, dachte ich. Und es gab nichts, was ich gerade lieber tun würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Hand wanderte von meiner Wange an meinen Hinterkopf. Sie fuhr mir sanft durch die Haare. Gott, wie schön sie war!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie zog meinen Kopf nicht weiter zu sich heran. Sehnsüchtig wartete ich darauf, dass sie mich in eine liebkosende Umarmung hüllte, ihre Lippen auf meine drückte, ihren Körper gegen meinen. Doch es passierte nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen merkte ich, wie sie mich bei den Haaren packte. Plötzlich war alles Sanfte aus ihrer Bewegung verschwunden. Sie packte so fest zu, dass es wehtat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt blickte ich ihr ins Gesicht. Wo war ihr Lächeln? Das Funkeln in ihren Augen? Das Gesicht, das mir entgegenblickte, war jetzt kalt und grausam. Es fehlte die so vertraute Wärme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie packte meine Haare noch fester. Ich wollte einen Schrei ausstoßen, als sie meinen Kopf plötzlich unter Wasser drückte. Ich wehrte mich, trat um mich, schlug auf ihre Hand ein, um ihren Griff zu lösen. Doch es half nichts. Sie hatte mich fest im Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen merkte ich, wie sie sich in Bewegung setzte. Sie zerrte an meinen Haaren, zog mich weiter in die Tiefe. Etwas Schleimiges, Kräftiges streifte mich im Rhythmus ihrer Bewegungen. Ihr Fischschwanz!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war umgeben von endloser Schwärze. Das Wasser hatte sämtliches Mondlicht geschluckt. Schnell hatte ich die Wasseroberfläche aus den Augen verloren. Dass wir tiefer und tiefer schwammen, merkte ich nur an dem immer stärker werdenden Druck auf meinen Ohren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt immer, dein Leben würde an dir vorbeiziehen, wenn du stirbst. Bei mir das nicht der Fall. Meine Gedanken waren auch nicht bei meinen Freunden oder meiner Familie, sie waren bei Serena. Als ich die Luft nicht mehr anhalten konnte, Wasser in meine Lungen strömte, konnte ich nur an Serena denken. Daran, wie sie mich verraten hatte. Wie sie jetzt aber trotzdem bei mir war. Wie ich an ihrer Seite sterben würde &#8230;</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/seeungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wasserwesen</a> der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutschen Mythologie</a>. Aufgrund ihres Äußeren werden sie häufig mit den Meerjungfrauen verwechselt. Zwischen ihnen gibt es jedoch entscheidende Unterschiede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Skandinavien sind außerdem sehr ähnliche Wesen bekannt. Darunter z. B. die Nøkken in Dänemark , die Näck in Schweden oder die Nykk in Norwegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hinweis: Da sich der männlichen Nix in seinen Eigenschaften stark genug von der weiblichen Nixe unterscheiden, sodass ich einen eigenen Beitrag inkl. Geschichte darüber schreiben kann, werde ich den Nix in einem zukünftigen Beitrag separat behandeln.</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich eine Nixe im Wasser aufhält, sieht sie den Meerjungfrauen sehr ähnlich: Sie besitzt den Oberkörper einer Frau und den Unterkörper eines Fisches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal soll ihre Haut leicht grünlich sein oder sie soll grün schimmernde bis grüne Haare besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlässt eine Nixe das Wasser, verschwinden ihre unmenschlichen Eigenschaften jedoch. Sie sieht dann aus, wie eine völlig normale Frau – entweder eine wunderschöne junge Frau oder eine sehr alte Frau. Der einzige Unterschied ist, dass der Saum ihrer Kleidung immer nass sein soll. In anderen Geschichten hat sie auch feuchte Haut, Kleidung oder Haare.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl in ihrer jungen menschlichen Gestalt als auch in ihrer natürlichen Form wird den Nixen eine außergewöhnliche, teilweise betörende Schönheit nachgesagt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind dafür bekannt, dass sie Menschen – hauptsächlich junge Männer oder Kinder – in das Wasser locken und ertränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass sie Musik, Tanz und Gesang lieben. Ihr betörender Gesang soll – ähnlich wie bei den Sirenen – die Fähigkeit haben, Männer in seinen Bann zu ziehen, um sie in den See oder Fluss zu locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der bekanntesten Nixen ist wohl die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/loreley" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Loreley</a>, über die ich bereits einen Beitrag verfasst habe. Sie soll mit ihrem zauberhaften Gesang viele Schiffe im Rhein zum Sinken gebracht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sollen Nixen in einigen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legenden</a> das Wetter kontrollieren können. So handelt eine Legende von einer Nixe, die sich in eine alte Frau verwandelt hat. Sie ist bei einem Unwetter zu einer Burg geflüchtet, um dort Schutz vor dem Wetter zu suchen. Als ihr der Einlass jedoch verweigert wurde, soll sie starken Regen beschworen haben, der die gesamte Burg überflutet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Nixen sind bösartig. Es gibt aber auch Geschichten von Nixen, die harmlos, freundlich oder hilfsbereit waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige von ihnen sollen z. B. die Zukunft voraussagen können und die Menschen warnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem soll es Nixen gegeben haben, die sich in Menschen verliebt haben. Manche von ihnen haben sogar geheiratet und Kinder bekommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Meerjungfrauen leben Nixen nicht im Ozean. Sie bevorzugen Flüsse, Seen und Bäche, können sich aber auch an Land aufhalten. Trotzdem kehren sie immer wieder zu ihrem Gewässer zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einigen Legenden besitzen manche Nixen außerdem eine Art Haus am Grund ihres Sees.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Erzählungen von Nixen gibt es schon seit tausenden von Jahren. So wurden z. B. bereits in germanischen Stämmen Geschichten über sie erzählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch werden sie in der Nibelungensage erwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider konnte ich nicht sonderlich viel über die frühere Darstellung der Nixen herausfinden. Es ist jedoch bekannt, dass sie in der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik (ca. 1795–1848) einen gewissen Wandel durchgemacht haben. Aus den vorher fast ausschließlich boshaften Nixen wurden in dieser Zeit immer häufiger freundliche und hilfsbereite Wesen.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph">Was haltet ihr von den Nixen? Wusstet ihr, dass es zwischen ihnen und den Meerjungfrauen einen Unterschied gibt? Und was glaubt ihr, treibt die Nixen an? Aus welchem Grund hat Serena Christoph im See ertränkt? Schreibt es in die Kommentare!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>La Llorona &#8211; die weinende Frau (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich wollte ihm widersprechen, erklären, dass es keine Geister gibt, doch stattdessen starrte ich bloß die weinende Frau an. Sie sah schon ziemlich geisterhaft aus. Ich schneeweißes Kleid schien förmlich zu leuchten ...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Den Beitrag über La Llorona hatte ich ursprünglich geschrieben, als der Film &#8222;Lloronas Fluch&#8220; in die deutschen Kinos gekommen war. Da mir die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legende</a> inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist, habe ich mich entschieden, den Beitrag zu überarbeiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir können hier nicht schwimmen gehen, die Strömung ist zu stark!“, mahnte Miguel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Justin, Daniel, Miguel und ich standen am Fluss. Trotzdem wir unsere Taschenlampen genau auf das Wasser gerichtet hatten, sah es in der Dunkelheit tiefschwarz aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach was, du hast doch nur Angst!“, erwiderte Justin. Er fing an, sich sein T-Shirt auszuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein. Miguel hat recht. Die Strömung würde uns mitreißen“, stimmte Daniel Miguel zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort hielt Justin in der Bewegung inne. Daniel war der Schlauste von uns. Obwohl er der Jüngste war, hörte Justin immer auf ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Okay, was schlägst du vor?“, fragte Justin, während er sich sein T-Shirt wieder anzog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daniel überlegte kurz. „Also entweder gehen wir nach Hause &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Auf keinen Fall!“, unterbrach Justin ihn. „Wenn unsere Eltern mitbekommen, dass wir uns rausgeschlichen haben, bekommen wir nie wieder die Gelegenheit dazu!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„&#8230; oder wir suchen den Fluss nach einer seichteren Stelle ab“, beendete Daniel seinen Satz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir entschieden – bzw. Justin entschied für uns –, dass wir uns aufteilen sollten, um nach einer seichteren Stelle zu suchen. Miguel und ich würden flussabwärts gehen, während Justin mit Daniel flussaufwärts ging. Wenn jemand einen geeigneten Ort fand, würde er den anderen per Walkie Talkie bescheid geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wozu sollen wir überhaupt nachts im Fluss schwimmen? Was soll daran so toll sein?“, wandte ich mich an Miguel, als wir ein Stück gegangen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Aber Justin bestimmt eh immer alles, weil er der Älteste ist. Dabei ist er gerade mal zwei Monate älter als du.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und du bist immerhin auch schon 10“, stimmte ich ihm zu. Daniel war hingegen erst 9.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir unterhielten uns noch einen Moment darüber, wie unfair es war, dass wir nie etwas mitbestimmen durften, bis Miguel plötzlich mitten im Satz innehielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel wies mich mit einer Handbewegung an, ruhig zu sein. „Tony? Hörst du das?“, flüsterte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lauschte. Das Rauschen des Flusses übertönte fast alle anderen Geräusche. Trotzdem konnte ich in der Ferne irgendwo eine einsame Grille zirpen hören &#8230; und da war noch etwas anderes: eine Art Schluchzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel riss plötzlich die Augen auf. Er packte mich am Arm und zerrte mich hinter ein Gebüsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was hast du?“, flüsterte ich ihm beunruhigt zu. Er war nicht die Art Freund, die einem Streiche spielte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel sagte nichts. Er deutete flussabwärts in die Richtung, in die wir gegangen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bemerkte ich sie auch: Da war eine Frau. Sie war in ein weißes Kleid gehüllt, das im Mondschein gespenstisch leuchtete. Ihr Gesicht hatte sie hinter ihren Händen verborgen, während sie laut schluchzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte mein mulmiges Gefühl herunter. Auch wenn sie wie ein Geist aussah, wusste ich genau, dass es keine Gespenster gab. Vielleicht brauchte sie Hilfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch als ich mich aufrichten wollte, um zu ihr zu gehen, packte Miguel mich am Arm. Er hielt mich so doll fest, dass es wehtat. Ich wollte ihn bereits wütend anfunkeln, als ich seine vor Angst geweiteten Augen sah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist doch bloß eine Frau“, flüsterte ich ihm zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Miguel schüttelte heftig den Kopf. „Das ist keine Frau. Das ist La Llorona!“, flüsterte er zurück, als müsse der Name mir etwas sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„La Llorona? Die weinende Frau?“, fragte ich verwirrt. Ich war zweisprachig aufgewachsen – meine Mutter kam aus Mexiko –, weswegen ich keine Probleme hatte, das spanische Wort zu übersetzen. Mehr konnte ich damit aber nicht anfangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel sah flüchtig zu der Frau, als wolle er sichergehen, dass sie noch weit genug weg sei, um uns nicht hören zu können. Dann sah er mich mit großen Augen an. „La Llorona ist der Geist einer Frau, die ihre Kinder ertränkt hat. Sie wandert nachts an Flüssen umher, um nach ihnen zu suchen. Wenn sie ein Kind findet, dann aber herausfindet, dass es keines ihrer Kinder ist, soll sie so wütend werden, dass sie einen im Fluss ertränkt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte ihm widersprechen, erklären, dass es keine Geister gibt, doch stattdessen starrte ich bloß die weinende Frau an. Sie sah schon <em>ziemlich</em> geisterhaft aus. Ich schneeweißes Kleid schien förmlich zu leuchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel und ich verharrten reglos hinter dem Gebüsch, während La Llorona – wenn sie es denn war – langsam näherkam. Ihr immer lauter werdendes Geheul hallte über das Ufer wie das Klagelied eines verletzten Hundes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, je näher die Frau kam. Als sie fast bei uns war – Miguel und ich hatten uns inzwischen dicht auf den Boden gekauert – hielt ich für einen Moment die Luft an, zwang mich dann aber sofort, ruhig weiter zu atmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fehlten nur noch ein paar Meter, dann wäre sie an uns vorbei. Ein Schritt nach dem anderen. Das weiße Kleid erinnerte mich an die ausgerupften Federn eines Vogels, wie es fast schwerelos ihren Bewegungen folgte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt war sie direkt vor uns. Ich überlegte, die Augen zuzukneifen, bis wir es überstanden hatten. Dann rauschte plötzlich mein Walkie Talkie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tony, Miguel. Ihr könnt zu uns kommen, wir haben eine Stelle zum Schwimmen gefunden. Over“, erklang Justins Stimme blechern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch presste ich eine Hand auf den Lautsprecher, um die Geräusche abzuschwächen, doch ich reagierte viel zu langsam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschrocken sah ich wieder hoch. Wo war La Llorona?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt blickten Miguel und ich hin und her, den Fluss hinauf und wieder hinunter. Ich stand sogar auf, um alles sehen zu können, doch von dem gespenstischen Leuchten der seltsamen Frau war nichts mehr zu sehen. Sie war verschwunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie konnte das sein? Es gab weit und breit keinen Ort, an dem sie sich hätte verstecken können. Sie hatte sich einfach in Luft aufgelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„La Llorona“, hauchte ich ungläubig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Miguel und ich noch einmal gründlich kontrolliert hatten, dass die Frau nirgends sein konnte, griff ich mit zittriger Hand zum Walkie Talkie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„L-Leute?“, sprach ich hinein. „Wir brechen ab. Eben haben Miguel und ich eine Frau gesehen, die sich vor unseren Augen in Luft aufgelöst hat. Uns ist das zu unheimlich. Wir gehen nach Hause! Over.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rechnete mit allem: Spott, Gelächter, einer wütenden Antwort, Ungläubigkeit oder sogar Verständnis, aber es kam &#8230; nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Leute?“, versuchte ich es erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel und ich sahen einander mit großen Augen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hat La Llorona sie erwischt?“, fragte Miguel ungläubig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vielleicht haben sie bloß ihr Walkie Talkie verloren, oder die Batterie ist alle. Vielleicht ist &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter kam ich nicht. Miguels schockierter Schrei schnitt mir das Wort ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist?“, fragte ich entsetzt. Sofort sah ich mich am Ufer um, konnte jedoch nichts entdecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Miguel antwortete nicht. Stattdessen hob er den Arm und leuchtete mit der Taschenlampe in den Fluss. Ich fuhr herum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas Helles leuchte mir entgegen. Eine knallgelbe Jacke trieb im Wasser, die Miguels Licht reflektierte. Ich kannte die Jacke. Als Daniel sie neu hatte, hatten wir ihn immer damit geneckt, dass er beim Versteckspielen damit immer verlieren würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Entsetzen erkannte ich, dass es nicht nur die Jacke war. Eine kleine Hand ragte aus dem Ärmel, der mir am nächsten war. Dann bemerkte ich auch die Beine und den Kopf &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„O mein Gott“, sagte Miguel. Seine Stimme zitterte. „O mein Gott, o mein Gott, o mein Gott!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Und mir ging es auch nicht besser. Noch nie in meinem kurzen Leben hatte ich mich so schwach gefühlt, so hilflos. Da trieb Daniel im Wasser. Einer meiner besten Freunde war tot!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn Daniel im Fluss trieb, wo war dann Justin? Ging es ihm gut?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Geräusch direkt hinter mir schlug den Gedanken aus meinem Kopf: Das Schluchzen fühlte sich an, als hätte mir jemand in den Rücken getreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich stand stocksteif da, wollte wegrennen, doch meine Beine gehorchten mir nicht mehr. Durch meine Angst waren sie wie festgefroren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Sohn! Mein Sohn, bist du es wirklich?“, fragte eine Frau direkt hinter mir. Sie sprach auf Spanisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann spürte ich, wie sich zwei eiskalte Hände um meine Schultern legten. Wie mechanisch drehte ich mich herum. Als ich sie sah, rutschte mein Herz mir in die Hose. Ich blickte direkt in das Gesicht von La Llorona – der weinenden Frau.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">La Llorona (spanisch für „Die Weinende“ oder „Die weinende Frau“) ist der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> einer Frau, der nachts an Flüssen umherwandern soll. Die Legende ist vor allem in Südamerika, Mexiko und Teilen der Vereinigten Staaten verbreitet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">La Llorona ist in den meisten Versionen der Geist einer Latina, seltener der einer Ureinwohnerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie tritt entweder als wunderschöne junge Frau oder als Frau mittleren Alters in Erscheinung und soll ein schneeweißes Kleid tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr auffälligstes Merkmal ist jedoch ihr durgehendes Weinen. Sie soll daher sehr verheult aussehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass La Llorona nachts in Flussnähe herumirrt, um nach ihren Kindern zu suchen, die vor langer Zeit in einem Fluss ertrunken sind. Sie soll dabei lautstark weinen – daher hat sie auch ihren Namen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man ihr Weinen hört, sollte man sich möglichst vom Fluss entfernen, da der Geist einem Unglück bringen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gefährlich ist La Llorona hingegen nur für Kinder, die sich nachts in der Nähe eines Flusses aufhalten. Wenn sie ein Kind entdeckt, soll sie voller Hoffnung sein, eines ihrer Kinder gefunden zu haben. Sobald sie jedoch herausfindet, dass das Kind nicht ihr eigenes ist, soll sie so wütend werden, dass sie es im Fluss ertränkt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wo genau La Llorona erscheinen soll, kann von Geschichte zu Geschichte unterschiedlich sein. Bisherige Sichtungen waren jedoch hauptsächlich in Flussnähe in Mexiko, Südamerika und den Vereinigten Staaten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt unterschiedliche Geschichten über den Ursprung von La Llorona. Die wohl bekannteste Legende besagt, dass sie zu Lebzeiten eine wunderschöne Frau namens Maria gewesen sein soll, die in ärmlichen Verhältnissen lebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines Tages kam ein wohlhabender Mann in ihr Dorf, der sich bei ihrem Anblick sofort in sie verliebte. Die Beiden sollen später geheiratet und Kinder bekommen haben. (Häufig ist von zwei oder drei Kindern die Rede.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marias Ehemann musste viel geschäftlich weg, brachte seiner Frau und seinen Kindern aber immer Geschenke mit. Je älter Maria jedoch wurde, desto mehr verblasste auch ihre Schönheit und desto weniger Aufmerksamkeit bekam sie von ihrem Ehemann. Sie merkte schnell, dass ihr Mann sich langsam entliebte, aber konnte nichts tun, als zuzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich schenkte ihr Mann ihr gar keine Aufmerksamkeit mehr, sondern nur noch ihren Kindern. (In einigen Versionen fand Maria auch heraus, dass er sie betrügt.) Daraufhin wurde Maria sehr wütend. Sie nahm ihre Kinder mit zu einem nahe gelegenen Fluss und ertränkte sie darin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als sie ihre leblosen Körper im Wasser treiben sah, realisierte sie, was sie getan hatte. Über sich selbst entsetzt, soll sie sich in den Fluss geworfen und sich so das Leben genommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der folgenden Nacht hörten einige Dorfbewohner das Heulen einer Frau und als sie bemerkten, dass es sich um den Geist von Maria handelte, bekam sie den Namen La Llorona – die weinende Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit jenem Tag streift La Llorona an den Flüssen umher, auf der Suche nach ihren Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich bei der Legende um eine Schreckgeschichte handelt, die Kinder davon abhalten soll, sich nachts in Flussnähe aufzuhalten. Auf die Weise soll verhindert werden, dass sie im Dunkeln in den Fluss fallen und ertrinken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob und inwieweit die Geschichte von Maria ausgedacht oder real ist, ist jedoch nicht bekannt. Trotzdem gibt es jedes Jahr Leute, die davon berichten, dass sie La Llorona gesehen hätten.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der Legende von La Llorona? Glaubt ihr, dass ihr Geist wirklich nachts an Flüssen umherwandert? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr La Llorona begegnen würdet? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>Die Kelpies</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2020 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
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		<category><![CDATA[Monster]]></category>
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		<category><![CDATA[Schottland]]></category>
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		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Was … was ist mit seinen Augen?“, frage ich, während ich spürte, wie sich ein unangenehmes Gefühl in meinem Bauch breitmachte. Sie waren schneeweiß. Hatten keine Pupille, keine Iris!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-kelpies">Die Kelpies</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/e99b957ea8804269be42ff0ce1fc7c44" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Der Wunsch, einen Beitrag über Kelpies zu schreiben, kam von einem meiner Leser. Solltet ihr einen Wunsch haben, über welche <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, welches <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wesen</a> oder welchen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> ich einen Beitrag verfassen soll, könnt ihr mir gerne einen Kommentar schreiben (auch wenn ich natürlich nicht versprechen kann, dass tatsächlich ein Beitrag darüber kommen wird).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Schnell Ailie, komm! Das Einhorn rennt zum Fluss!“, rief Grace mir zu, während wir dem imaginären Wesen hinterherrannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir spielten, dass wir zwei Prinzessinnen seien, die aus ihren Schlössern geflohen waren, um einen bösen Drachenprinzen aufzuhalten. Jetzt verfolgten wir gerade ein Einhorn, das uns helfen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal hatte ich Angst, dass Grace meine Spiele albern fand. Dass sie zu alt wurde. Aber obwohl sie häufig etwas Zeit brauchte, bis sie richtig mitmachte, hatte sie als meine große Schwester noch nie nein gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir uns einem kleinen Waldstück näherten, das zwischen uns und dem Fluss lag, wurde ich langsamer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Grace, warte!“, rief ich. „Mama hat gesagt, dass ich nicht zum Fluss darf. Die Strömung ist zu stark!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie drehte sich zu mir um. „Ach komm. Wir gehen ja nicht in den Fluss“, erwiderte sie. „Das Einhorn ist hier entlang!“ Dann rannte sie weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zögerte. Was, wenn Mama irgendwie davon Wind bekam? Würde sie mit mir schimpfen? Andererseits wollte ich keine Spielverderberin sein. Ich biss die Zähne zusammen und rannte Grace nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während wir uns in dem kleinen Waldstück durch einige Büsche kämpften, wurde das Rauschen des Flusses immer lauter. Dann blieb Grace plötzlich stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hörst du das?“, fragte sie leise. „Da hat eben ein Pferd gewiehert!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte, dass sie sich auf unser Spiel bezog, und lauschte angestrengt. „Da! Wieder ein Wiehern! Das Einhorn muss ganz in der Nähe sein!“, sagte ich aufgeregt nach einigen Sekunden Stille.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, Ailie! Das meinte ich nicht!“, fuhr sie mich an, als hätte ich etwas Falsches gesagt. „Ich habe eben wirklich ein Pferd gehört!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hörte ich es auch: Über das Rauschen des Flusses hinweg, war jetzt ein klares, deutliches Wiehern zu hören!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neugierig schlich Grace weiter. Ich hielt mich direkt hinter ihr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir die letzten Äste beiseitegeschoben hatten und aus dem Gebüsch getreten waren, sahen wir es: Ein wunderschönes schwarzes Pferd stolzierte den Fluss entlang, bevor es stehenblieb, um zu grasen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sieh mal! Ein echtes Einhorn!“, flüsterte Grace mir zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort schüttelte ich den Kopf. „Nein! Es hat gar kein Horn. Außerdem sind Einhörner rosa!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grace schmunzelte. „Wollen wir trotzdem näher rangehen?“, fragte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt glotzte ich sie mit großen Augen an. „Mama hat verboten, dass ich zu fremden Tieren gehe!“, mahnte ich Grace.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach Ailie. Wir sind doch vorsichtig. Außerdem hat Mama nicht immer recht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte ihr widersprechen, ihr sagen, dass das nicht stimmte. Andererseits wusste ich selbst nicht, warum ein Tier plötzlich böse sein soll, nur, weil es keinen Besitzer hatte. Vielleicht brauchte es ja nur ein paar Freunde!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während wir auf das Pferd zu schlichen, bewegte Grace sich sehr vorsichtig und langsam. Sie erinnerte mich ein wenig an einen Indianer, den ich aus einer Fernsehserie kannte. Ich versuchte, ihre Schritte so gut es ging, nachzuahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich waren wir nur noch wenige Meter von dem Pferd entfernt, als es zu Grasen aufhörte. Es hob den Kopf und sah uns direkt an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was … was ist mit seinen Augen?“, frage ich, während ich spürte, wie sich ein unangenehmes Gefühl in meinem Bauch breitmachte. Sie waren schneeweiß. Hatten keine Pupille, keine Iris!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hmm, vielleicht ist es blind“, sagte Grace völlig unbekümmert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bewunderte sie, wie sie so ruhig bleiben konnte. Andererseits wirkte das Pferd auch völlig friedlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es stand einfach nur reglos da und beobachtete uns – sofern es überhaupt sehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah, wie sich sein Bauch bewegte, während es atmete. Die Sonne glänzte in dem Fell und mir fiel auf, dass die Mähne nass an ihm klebte. Es musste eben ein Bad genommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Pferd dann jedoch auf uns zukam, versteifte ich mich. Und auch Grace schien sich kurz zu erschrecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruhig. Ruhig!“, sagte sie leise. Ich wusste jedoch nicht, ob sie mich oder das Pferd meinte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann stand das Tier direkt vor uns. Seine weißen Augen schienen uns direkt anzustarren, während es vorsichtig an Grace schnupperte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Siehst du?“, fragte sie leise. „Es ist ganz friedlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beobachtete, wie Wasser von seiner Mähne tropfte und geräuschlos im saftigen Gras verschwand, als ich plötzlich eine Bewegung von Grace wahrnahm. Sie streckte ihre Hand vorsichtig nach dem Pferd aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Grace, nicht!“, flüsterte ich ihr zu. „Mama hat gesagt, dass wir fremde Tiere niemals anfassen dürfen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie warf mir einen genervten Blick zu, bevor sie sie sich wieder dem Pferd zuwandte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zitterte vor Anspannung, während sich ihre Hand näher und näher zu dem Tier bewegte. Als sie es schließlich berührte, hielt ich sogar den Atem an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gefror sie in ihrer Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was … Was ist das?“, fragte sie. Leichte Panik lag in ihrer Stimme. „Ich kann meine Hand nicht bewegen. Irgendetwas hält sie fest!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der kurze Schock, der in meinen Körper fuhr, machte sofort Wut platz. Grace ärgerte mich wieder! Sie wusste genau, dass ich das nicht mag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du bist so doof!“, rief ich. „Ich weiß, dass du mich nur ärgern willst. Wenn du nicht aufhörst, sag ich das Mama!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, Ailie! Du verstehst nicht! Meine Hand klebt irgendwie fest!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Grace, Stopp!“, schrie ich sie an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich setzte sich das Pferd in Bewegung. Grace packte sofort nach meinem Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte mich schon wütend losreißen, als ich in ihr Gesicht blickte. Das war nicht der normale Gesichtsausdruck meiner sonst so ruhigen Schwester. Es auch kein fieses Grinsen auf ihren Lippen, wie sie es immer tat, wenn sie mich ärgerte. Nein. In ihren Augen lag einfach nur Angst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Pferd einen Schritt auf den Fluss zu tat, wurden sie mit ihm gezogen. Grace krallte sich in meine Schulter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ailie! Hilf mir!“, kreischte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt packte ich nach ihrem Arm. Wir wurden von dem Pferd mit kräftigen Schritten Richtung Fluss gezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Grace, jetzt lass endlich das Pferd los!“, kreischte ich panisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich versuch es ja!“, kreischte Grace genauso panisch zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage war ernst. Das war kein Scherz. Das Pferd zerrte uns direkt auf das Wasser zu! Was hatte es bloß vor?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grace und ich versuchten mit aller Kraft, uns zu wehren. Wir stemmten unsere Füße in den Boden, doch der Kies, der am Flussufer lag, bot uns keinen Halt. Wir rutschten weiter und weiter auf das Wasser zu, während das Pferd seelenruhig weiterging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt hatten wir das Wasser erreicht. Doch das Pferd hielt nicht an, es zog Grace mit sich in die Strömung!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Grace! Ich kann nicht schwimmen!“, kreischte ich, als ich spürte, wie kaltes Wasser in meine Schuhe lief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt wandte sich Grace mir zu. Für einen Moment war es, als würde die Zeit stehen bleiben, während sie mir direkt in die Augen sah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ailie. Es tut mir leid. Ich hab dich lieb“, hauchte sie gerade laut genug, dass ich es über die Strömung hinweg hören konnte. Tränen glänzten in ihren Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst wusste ich nicht, was sie meinte, bis sie mich plötzlich an sich zog und mit voller Kraft in Richtung Ufer stieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verlor den Halt. Ihr Arm glitt aus meinen Fingern, während ich nach hinten stürzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich auf dem Kies aufschlug, fiel ich auf den Rücken, kratzte mir an den Steinen die Arme auf, doch ich konnte meinen Blick nicht von meiner Schwester abwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das schwarze Pferd mit den weißen Augen war jetzt bis zu den Schultern unter Wasser und es machte keine Anstalten, stehenzubleiben. Grace schlug währenddessen wild um sich. Nein, sie schlug nicht. Sie strampelte. Sie versuchte mit aller Kraft, über Wasser zu bleiben, während ich völlig hilflos am Ufer stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt war das Pferd komplett im Wasser verschwunden. Man konnte nur noch die weißen Augen gespenstisch unter der Wasseroberfläche leuchten sehen, während es tiefer und tiefer sank. Doch meine Aufmerksamkeit lag bei Grace.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Schreie hallten in meinem Kopf noch nach, nachdem sie bereits verstummt waren. Noch immer konnte ich ihr von Panik verzerrtes Gesicht sehen, das unter der Wasseroberfläche verschwand. Selbst, als es bereits nicht mehr zu sehen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Grace! Grace!“, kreischte ich wie am Spieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch von meiner Schwester und dem Pferd fehlte inzwischen jede Spur. Sie waren beide Unterwasser verschwunden. Es wirkte jetzt fast so, als wären sie niemals da gewesen …</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kelpies sind keltische Wasser<a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">geister</a>, die die Fähigkeit der Gestaltwandlung beherrschen. Sie sind häufig als Pferd, teilweise aber auch als Mensch anzutreffen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Da Kelpies Gestaltwandler sind, lässt sich ihr Aussehen nicht hundertprozentig festlegen. Häufig sehen sie jedoch wie ein Pferd aus, dessen Fell meistens schwarz, in selteneren Fällen weiß sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kelpie unterscheidet sich von einem normalen Pferd dadurch, dass seine Mähne immer klitschnass ist und es komplett weiße Augen besitzen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten ist auch davon die Rede, dass es nur zur Hälfte Pferd sei und einen Fischschwanz oder Flossen besitzen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Kelpies eine menschliche Gestalt annehmen, treten sie häufig als Mann auf, wobei es auch Legenden von als Frauen getarnte Kelpies gibt – diese sind jedoch deutlich seltener.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der menschlichen Form heißt es mal, dass es keinen Unterschied zu richtigen Menschen gäbe, mal heißt es jedoch auch, dass die Kelpies ihre Hufe an den Beinen behalten würden oder sich Wasserpflanzen in ihren Haaren verfangen hätten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kelpies sind dafür berüchtigt, Menschen in Flüssen zu ertränken und anschließend zu fressen. Lediglich die Eingeweide sollen sie an die Ufer zurückbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre Opfer in den Fluss zu locken, können sie unterschiedliche Methoden und Eigenschaften nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Kelpie sich als Pferd zeigt, tut es häufig so, als wäre es besonders zutraulich und zahm. Es bietet müden Wanderern oder Leuten, die einen Fluss überqueren wollen, an, auf ihren Rücken zu steigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lässt man sich darauf ein, ist man jedoch so gut wie tot, weil man nicht mehr in der Lage ist, von dem Kelpie abzuspringen. Hat man ein Kelpie erst einmal angefasst, soll man seine Hand nämlich nicht mehr lösen können. Als Erklärung hierfür wird häufig Magie oder ein klebriges Sekret genannt, dass die Kelpies absondern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kelpies können daher einfach in den Fluss zurück spazieren und ihre Reiter ohne große Anstrengungen ertränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Kelpies Wassergeister sind, sind sie im Wasser sehr wendig und flink. Es heißt sogar, dass sie im Wasser noch schneller rennen können, als an Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hat ein Kelpie hingegen die Gestalt eines Menschen angenommen, verändert sich sein Verhalten drastisch. Zwar ist es weiterhin meist bösartig, ändert jedoch seine Taktik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Kelpie menschliche Gestalt annimmt, zeigt es sich in den meisten Fällen als attraktiver oder hilfsbereiter Mann. Es tut entweder so, als würde es einem helfen wollen – so gibt es eine Legende, in der ein großer, kräftiger Mann anbietet, einen Reisenden über einen Fluss zu tragen, dessen Brücke eingestürzt ist – oder aber es versucht, eine Frau zu verführen und in den Fluss zu locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen Fällen folgen die Personen den Kelpies also freiwillig in den Fluss, bevor sie ertränkt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gestaltwandlerischen Fähigkeiten sind jedoch nicht alles, was man den Kelpies nachsagt. So soll in Pferdegestalt ihr Schweif mit einem lauten Knall, der an das Donnern eines Gewitters erinnert, auf das Wasser schlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sollen sie die Fähigkeit besitzen, eine Flut herbeizubeschwören, mit der sie Leute in den Fluss reißen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kelpies haben jedoch nicht nur schlechte Seiten. Neben den wenigen Legenden, die von gutartigen Kelpies handeln, soll es auch die Möglichkeit geben, ein Kelpie einzufangen und als Nutztier zu halten. Sie sind dabei besonders wertvoll, da ein Kelpie die Kraft von zehn normalen Pferden besitzen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie man ein Kelpie zähmen kann, ist umstritten. Häufig heißt es jedoch, dass man es schaffen müsse, das Kelpie aufzuzäumen – ihm also Zaumzeug anlegen. Selten wird auch behauptet, dass es sich um ein bestimmtes Zaumzeug handeln muss oder das Zaumzeug z.B. mit einem Kreuz versehen sein muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Theorie besagt, dass Kelpie bereits Zaumzeug tragen würden und man es schaffen müsse, ihnen das Zaumzeug abzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als einzige andere Möglichkeit, ein Kelpie zu stoppen, muss man es wahrscheinlich töten. Dies kann man angeblich nur erreichen, indem man es mit einer Silberkugel erschießt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es im Internet häufig heißt, dass Kelpies in allen Gewässern Schottlands vorkommen würden – darunter auch viele Seen wie z.B. Loch Ness – scheint es sich hierbei um eine Verwechslung mit dem recht ähnlichen mythologischen Wasserpferd Each Uisge zu handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich sollen Kelpies nämlich nur in der Nähe von fließenden Gewässern vorkommen, während Each Uisge Seen und das Meer bewohnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Vermutungen, die besagen, dass der keltische Glaube an Wasserpferde generell aus ehemaligen Ritualen hervorgegangen sei, bei denen Menschen als Opfer für die Wassergötter dargebracht wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In späteren Zeiten spielte ein gewisser Lehreffekt sicherlich eine größere Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So soll die Legende der Kelpies z.B. Kinder davon abbringen, sich Gewässern oder wilden Tieren zu nähern und erwachsene Frauen davor warnen, blind fremden Männern zu vertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wann die Legende der Kelpie selbst entstanden ist, ist jedoch nicht bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste schriftliche Bezeichnung des mythologischen Wesens als Kelpie (damals noch Kaelpie) soll in einem Manuskript von William Collins gefunden worden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das genaue Datum habe ich nicht herausfinden können, jedoch ist Collins bereits 1759 im Alter von 37 Jahren gestorben. Das Manuskript muss also irgendwann in den Jahren vor 1759 entstanden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die mündliche Tradition der Legende könnte jedoch sehr viel älter sein.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von den Kelpies? Würdet ihr euch trauen, euch einem wilden Pferd zu nähern, wenn es zahm ist? Hätten die weißen Augen euch abgeschreckt? Und wie würdet ihr reagieren, wenn euch ein freundlicher fremder Mann seine Hilfe anbietet? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>,&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a>&nbsp;oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a></em>.</p>
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