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	<title>Slasher Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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		<title>Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ja ja, sehr witzig“, erwiderte Jeffrey genervt. „Das Gerücht ist doch scheiße!“<br />
Mary und Angela sahen jedoch nicht aus, als würden sie scherzen. Während ich eindeutig Angst in Marys Augen sehen konnte, starrte Angela nur verstört zu Boden.<br />
„Das ist kein Gerücht“, jammerte Mary. „Irgendwer hat sie zerstückelt. O Gott, da war überall Blut.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-campus-murders">Die Halloween Campus Murders (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/09ffd31f45304d5697ee86fc62eceec7" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die Halloween Campus Murders sind ein beliebtes Gerücht, das immer mal wieder in der Zeit vor <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/halloween" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Halloween</a> an amerikanischen Universitäten verbreitet wird. Als Teil meines Halloween-Specials 2022 habe ich die Geschichte für euch vertont und überarbeitet. Wenn sie euch also lieber anhören wollt, findet ihr das Audio <a href="https://www.geister-und-legenden.de/halloween-special-2022" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Explizite Darstellung körperlicher Gewalt<br>
&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Hey, Eric. Meinst du, dass heute Abend wirklich was passiert?“, fragte Jeffrey. Ich sah, dass er unruhig mit dem Bein wippte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du glaubst doch nicht ernsthaft an Wahrsagerei oder so einen Quatsch? Das sind nur Spukgeschichten“, erwiderte ich skeptisch. Ich würde ihm nicht gestehen, dass ich einen Baseballschläger unter meiner Decke versteckt hatte, nur für den Fall, dass tatsächlich ein Axt schwingender Mörder in unser Zimmer stürmen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich sollte euch wohl erst einmal erzählen, was genau los war: Alles hatte vor einigen Wochen angefangen. Damals war das Gerücht aufgekommen, dass ein berühmtes Medium in einer Talkshow ein schreckliches Verbrechen an einer Universität vorausgesagt haben soll. Komisch nur, dass mir bisher niemand auch nur einen Ausschnitt aus der vermeintlichen Talkshow zeigen konnte. Gerade einmal eine Handvoll Studenten behauptete, das Interview selbst gehört zu haben. Einer von ihnen war Jonathan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Ich sehe es vor mir … Am Halloweenabend wird ein fürchterliches Verbrechen geschehen. Ich sehe eine blutige Axt. Acht Menschen werden sterben. Der Ort … ich kann ihn nicht genau erkennen. Es ist eine Universität, aber ich weiß nicht, welche. Ganz in der Nähe ist ein Friedhof und … ja … ihr Name beginnt mit einem W. Nein. Nein! Mit einem M!</em>‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">So oder so ähnlich hatte Jonathan es uns unter dramatischen Handgesten vorgetragen. Und obwohl ich nicht an so einen Schwachsinn wie Wahrsagerei oder ein Medium glaubte, hatten sich seine Worte in mein Gedächtnis eingebrannt. Besonders, da Jonathan letzte Nacht abgereist war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sogar die Universität hatte eine offizielle Warnung an die Eltern geschickt. In der Mail stand natürlich nichts von dem Medium, aber den Eltern wurde empfohlen, die Studenten über Halloween nach Hause zu holen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige meiner Freunde hingegen hatten die tolle Idee, hierzubleiben. Sie redeten davon, dass es sicher lustig sei, die ganze Uni nur für uns zu haben. Außerdem würde das Gerücht wunderbar zur Halloweenstimmung beitragen. Und so hatte ich mich überreden lassen, mich ihnen anzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte ich jedoch gewusst, dass ich den halben Tag mit einem flauen Gefühl im Magen paranoid auf dem Bett sitzen würde, wäre ich wohl zu meinen Eltern gefahren. Ich fragte mich, ob es der Gruppe Freshman-Studenten ähnlich ging, die ebenfalls hier geblieben waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich hörten wir Schritte aus dem Flur – schnelle Schritte. Jeffrey und ich warfen einander ängstliche Blicke zu. Gleichzeitig griff ich nach dem Baseballschläger. Als die Tür aufschwang, sprang ich auf, bereit, jedem den Kopf einzuschlagen, der uns bedrohte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch vor mir stand kein Killer. Dort waren nur Mary und Angela, die in unser Zimmer huschten und hastig die Tür hinter sich schlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich dachte, wir wollten uns erst um acht treffen?“, fragte ich möglichst gelassen. Ich war schon dabei, den Baseballschläger zurück aufs Bett zu legen, als ich Marys verstörten Blick bemerkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie sind tot!“, sagte sie panisch. Sie sprach dabei leise, als traue sie sich nicht, die Stimme zu heben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja ja, sehr witzig“, erwiderte Jeffrey genervt. „Das Gerücht ist doch scheiße!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary und Angela sahen jedoch nicht aus, als würden sie scherzen. Während ich eindeutig Angst in Marys Augen sehen konnte, starrte Angela nur verstört zu Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist kein Gerücht“, jammerte Mary. „Irgendwer hat sie zerstückelt. O Gott, da war überall Blut.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Satz war ich bei ihr. „Wer? Wer ist tot? Geht es June gut?“, fragte ich entsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">June, meine Freundin, war eine der wenigen Studenten, die hier geblieben waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich … Ich weiß es nicht“, sagte sie den Tränen nahe. „Gesehen habe ich nur Zack und Owen, aber da lag noch jemand. Fuck!“ Sie hatte Schwierigkeiten, ihren Atem unter Kontrolle zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeffrey hingegen war von all dem völlig unbeeindruckt. „Du glaubst den Scheiß doch nicht etwa?“, fragte er genervt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Gedanken überschlugen sich. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Mary uns verarschen wollte, aber ich musste auf Nummer sicher gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schwör es!“, befahl ich. „Schwöre bei Gott!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary war streng gläubig. Bei so etwas konnte sie nicht lügen – und das wusste auch Jeffrey.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch so sehr ich auch hoffe, dass sie jetzt verärgert schnauben, mit den Augen rollen und mich einen Spielverderber nennen würde, sie tat es nicht. Ihr Blick blieb voller Furcht. „Ich schwöre!“, wimmerte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bedrohliche Stimmung, die ihre Worte auslösten, legten sich wie eine dunkle Wolke über uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Waren Zack und Owen wirklich tot? Wie konnte das sein? Und was war mit June? Was war mit meiner Freundin?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Konntest du erkennen, wer die dritte Leiche war?“, fragte ich jetzt Angela.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie starrte nur vor sich hin und schüttelte in Zeitlupe den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir hätten ja nachgesehen, aber da war ein Mann … Wir … Wir sind weggerannt“, verteidigte Mary ihre Mitbewohnerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte, warte, warte“, ging Jeffrey dazwischen. Auch er war inzwischen aufgestanden. „Der Mörder hat euch gesehen?!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne eine Antwort abzuwarten, schob er Mary beiseite, öffnete vorsichtig die Tür und spähte in den Flur. Als er scheinbar niemanden sehen konnte, schloss er sie fast geräuschlos wieder, nahm den klapprigen Holzstuhl von unserem Schreibtisch und klemmte ihn unter den Türknauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ruft sofort die Polizei an!“, befahl er in den Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary kramte ihr Handy hervor. Und auch ich nahm meins vom Nachttisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich ruf June an“, sagte ich entschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand widersprach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie Mary die 911 wählte. Mein letztes Bisschen Hoffnung klammerte sich noch immer an den Gedanken, dass es sich um irgendeinen übertriebenen Scherz handelte. Doch als Mary nicht einmal eine Millisekunde zögerte, ehe sie auf den grünen Hörer tippte, stürzte meine Hoffnung den Abgrund hinunter, um kurz darauf am Boden zu zerschellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war leicht schwindelig, während ich durch die Kontakte auf meinem Smartphone scrollte. Gleichzeitig versuchte ich, zu begreifen, was hier gerade passierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Tuuut</em>. Hier war ein Mann, der uns umbringen wollte. <em>Tuuut</em>. Eine Wahrsagerin hatte es im Fernsehen vorausgesagt. <em>Tuuut</em>. Es könnte sein, dass meine Freundin tot war. <em>Tuuut</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hey, hier ist June. Leider bin ich im Moment nicht zu erreichen. Hinterlass mir eine Nachricht und ich ruf dich vielleicht zurück“, drang die vertraute Stimme aus dem Telefon. Dann ertönte das Freizeichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„June? June, hier ist Eric. Irgendein Mann hat Zack und Owen umgebracht. Wenn du das hier hörst, versteck dich irgendwo! Ich versuche, zu dir zu kommen. Hörst du? Ich komme zu dir!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mein Handy mit zittriger Hand wegsteckte, war Mary wild am Diskutieren. „Bitte Sie müssen mir glauben. Irgendein Wahnsinniger möchte uns umbringen!“, kreischte sie panisch ins Telefon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Person am anderen Ende antwortete, bemerkte ich jedoch noch etwas anderes: Schwere Schritte kamen leise aus dem Flur … und sie wurden von Schritt zu Schritt lauter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, das ist kein Kostüm!“, fuhr Mary fort. „Sie müssen …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schhht!“, unterbrach ich Mary. Sie hörte sofort auf zu reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schweigend standen wir da, den Blick ängstlich auf die Tür gerichtet. Jetzt hatten die anderen es auch gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hallo? Hallo, sind sie noch da?“, war leise aus dem Telefon zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann drehte sich plötzlich der Türknauf. Irgendjemand drückte von außen gegen die Tür. Es war ein dumpfes Geräusch zu hören, als hätte sich jemand halbherzig gegen die Tür geworfen, doch der Stuhl hielt stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann klopfte es. „Mädels, seid ihr da drinnen? Macht doch bitte die Tür auf“, ertönte eine gedämpfte Männerstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand antwortete. Stattdessen hielten wir kollektiv den Atem an und warfen einander ängstliche Blicke zu. Ich kannte die Stimme, konnte sie jedoch nicht direkt zuordnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>. Irgendetwas wurde mit voller Wucht gegen die Tür gedonnert. Mary, Angela, Jeffrey und ich zuckten gleichzeitig zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>. Eine Delle bildete sich in der Tür. <em>Rums</em>. Holz splittert, während die Spitze eines Axtkopfes durch den neu entstandenen Spalt in der Tür ragte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Axt! Eine verdammte Axt! Genau, wie es das Medium vorausgesagt hatte!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Knack</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt schrien wir alle durcheinander, während wir uns möglichst weit von der Tür wegbewegten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Doch anstatt noch weiter in Panik zu verfallen, zwang ich mich, tief durchzuatmen und nachzudenken. Wenn ich jetzt durchdrehte, konnte das meinen Tod bedeuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren im zweiten Stock. Der einzige Eingang war die Tür, die gerade von einem Irren zerhackstückelt wurde. Wir waren eingesperrt, außer …</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das Fenster!“, brüllte ich, über das Knirschen der Tür hinweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Augenpaare waren auf mich gerichtet. Sie blickten panisch zwischen mir und der Tür hin und her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir sind im zweiten Stock. Alleine der Fall könnte uns umbringen!“, schrie Angela mich an. Dann fiel ihr Blick auf meinen Baseballschläger. „Wenn du schnell genug zuschlägst, könntest du …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ sie nicht ausreden. „Neben dem Fenster verläuft ein Fallrohr von der Regenrinne!“, unterbrach ich sie. „Daran können wir nach unten klettern!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich das Fenster geöffnet hatte, sahen die anderen mich erwartungsvoll an. Sie waren sofort mit mir gekommen, aber ich wusste, dass ich nicht drumherum kommen würde, als Erster hinauszuklettern. Immerhin war es meine Idee gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein letzter Blick zur Tür verriet mir, dass sie nicht mehr lange standhalten würde. Bald wäre das Loch groß genug, dass jemand hindurchgreifen und den Stuhl wegstoßen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich atmete tief durch, während ich den Baseballschläger in meinen Gürtel schob. Dann hielt ich mich am Fensterrahmen fest. Der Weg nach unten wirkte höher als nur zwei Stockwerke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, scheiß drauf!“, fluchte ich, während ich mein Bein über das Fensterbrett schwang. Ich zwang mich, den Kopf gerade zu halten und nicht noch einmal nach unten zu sehen. Mit beiden Händen griff ich nach dem Fallrohr. Ich klammerte mich mit aller Kraft daran fest. Es war eiskalt. Dann zog ich mein zweites Bein aus dem Fenster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen Moment dachte ich, ich würde abrutschen. Doch ich schaffte es, meine Füße von beiden Seiten gegen das Rohr zu pressen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell und trotzdem vorsichtig begann ich, am Rohr hinunterzurutschen – Stück für Stück, Meter für Meter –, bis ich endlich festen Boden unter den Füßen hatte. Auch wenn mein Herz raste, als hätte ich einen Marathon hinter mir, musste ich zugeben, dass es einfacher war, als erwartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Okay, es ist sicher!“, rief ich den anderen zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange bis auch Mary und Angela unten waren. Jetzt fehlte nur noch Jeffrey. Er saß auf dem Fensterbrett und starrte zu uns herunter, dann zum Rohr, dann wieder zu uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Denk nicht darüber nach!“, brüllte ich ihm zu. „Greif einfach nach dem Rohr und klammer dich fest! Du schaffst das!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich griff er nach dem Rohr. Ich sah sogar auf die Entfernung, dass seine Hand zitterte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich starrte er ins Zimmer zurück. „Scheiße!“, hörte ich ihn fluchen. Er packte hastig mit der zweiten Hand nach dem Fallrohr, bevor er sich mit voller Wucht nach draußen schwang – mit zu viel Wucht. Seine Hand rutschte ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jeff!“, schaffte ich es noch, zu brüllen, während ich auf ihn zu rannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Fall war zu kurz. Sein Körper fiel zu schnell. Ehe ich auch nur versuchen konnte, ihn aufzufangen, klatschte Jeffrey mit einem ekelhaften Klatschen vor mir auf den Steinboden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary und Angela kreischten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch mir entfuhr ein spitzer Schrei. „Jeff! Jeffrey! Kannst du mich hören?“, schrie ich, während ich zu ihm stürzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch er antwortet er nicht. Stattdessen bildete sich eine Pfütze aus Blut um seinen Kopf herum. Ich spürte die warme Flüssigkeit an meinem Knie, wie sich meine Jeans langsam vollsog …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell fasste ich an Jeffs Hals, um seinen Puls zu fühlen. Nichts. Ich hielt meine Hand unter seine Nase. Kein Atem. Jeffrey war tot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich aufstand, sahen die beiden Mädchen mich wie gebannt an. Ich schüttelte den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary brach in Tränen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer im Schock starrte ich zurück zu dem Fenster, aus dem er gestürzt war und erschrak. Dort stand ein Mann! Obwohl er fast sofort seinen Kopf zurückgezogen hatte, hatten wir ihn erkannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„War das …?“, fragte Angela fassungslos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mr. Willson“, vervollständigte ich ihre Vermutung. Der axtschwingende Irre war unser liebenswürdiger Hausmeister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich rannte Mary los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte! Wo willst du hin?“, rief Angela, während wir ihr nachrannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wohin wohl? Hier weg und dann direkt zur Polizei!“, erwiderte Mary.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und was ist mit den anderen?“, warf Angela ein. „Sie wissen von nichts. Willst du, dass ihr Blut an deinen Händen klebt?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary war hin- und hergerissen. Man sah ihr an, dass in ihr ein Kampf zwischen ihrem Glauben und ihrer Angst tobte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch ich musste Angela zustimmen. Nicht, weil ich mich für das Leben einiger Freshman-Studenten interessierte, sondern weil es eine geringe Chance gab, dass June noch lebte. Wenn sie sterben würde, weil ich sie zurückgelassen hatte, könnte ich mir das nie verzeihen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir entschieden, den Umweg über den Westeingang zu nehmen – für den Fall, dass Mr. Willson bereits auf dem Weg zu uns war. Wir hatten keine Lust, ihm in die Arme zu laufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zögerte erst, als wir drinnen am Fuß der Treppe standen. Zwiegespalten sah ich nach oben. Sollten wir wirklich wieder hochlaufen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist mit dem Feueralarm?“, schlug ich vor. „Wenn wir den auslösen, rennen die anderen schon nach draußen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary schüttelte energisch den Kopf. „Mr. Willson weiß, wo wir uns bei Brandschutzübungen versammeln sollen. Sie würden ihm direkt in die Arme rennen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich knirschte mit den Zähnen. Uns blieb wohl nichts anderes übrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Shit!“, fluchte ich leise. Dann rannte ich die Treppen rauf. Mary und Angela waren mir dicht auf den Fersen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im zweiten Stock nahm ich sofort den Gang zu unserer Linken. Junes Zimmer war auf der anderen Seite des Gebäudes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eric!“, zischte Angela mir nach. „Eric, wo willst du hin? Die Freshman-Studenten sind im dritten Stock!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh zu June!“, flüsterte ich zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir wissen nicht einmal, ob sie noch lebt. Und die Freshmen sind völlig ahnungslos!“, erwiderte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da hatte sie recht … Verdammt! Aber June war mir wichtiger!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Okay. Ihr rennt nach oben und ich hole June. Wir treffen uns beim …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein!“, zische Angela mir zu. „Wir teilen uns ganz sicher nicht auf! Außerdem ist June auch unsere Freundin. Aber wenn sie nicht in ihrem Zimmer ist, gehen wir sofort nach oben!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden war, dass mitkommen wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich knallte ganz in der Nähe eine Tür. Ohne einen Laut von uns zu geben, schlichen wir um eine Ecke und drückten uns an die Wand. Meinen Baseballschläger hielt ich mit beiden Händen fest umklammert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwere Schritte ertönten von der Treppe. „Scheiß Kinder!“, hörte ich Mr. Willson grummeln. „Sagen, sie seien Erwachsene, haben aber keinerlei Anstand! Immer nur feiern, saufen, kotzen. Und wer darf es saubermachen? Aber es reicht. Es reicht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Stimme hatte eine Tonlage, wie ich es bisher nur von Verrückten aus irgendwelchen Filmen kannte. Ich erkannte ihn gar nicht wieder. Sonst war er immer so ein netter Mann gewesen …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während er weiter vor sich hin grummelte, schloss ich die Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Komm nicht hier lang. Geh einfach weiter. Einfach weiter!</em>‘, dachte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wenn dieser Abend mich eine Sache gelehrt hatte, dann, dass das Glück nicht auf unserer Seite war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Er kommt!“, zischte Mary, während sie mich sanft schubste und nach Angelas Handgelenk griff. „Er kommt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ließ ich mir kein drittes Mal sagen. Sofort nahm ich meine Beine in die Hand und rannte. Mary und Angela waren dicht hinter mir – direkt gefolgt von den schweren Schritten unseres Hausmeisters.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hab ich euch!“, schrie er. „Bleibt stehen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich rannte, dachte ich fieberhaft nach. Wir mussten irgendwie Abstand gewinnen. Aber wo sollten wir lang? Durch den Computerraum? Er hatte zwei Eingänge. Wenn wir die erste Tür blockieren konnten …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Marys Aufschrei riss mich aus den Gedanken. Sie war gestürzt! Mr. Willson hatte sie fast eingeholt! Obwohl er humpelte – eine alte Kriegsverletzung –, hatte er eine wahnsinnige Geschwindigkeit drauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Scheiße! Steh auf. Steh auf!“, kreischte Angela.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mary versuchte, sich an ihrem Handgelenk hochzuziehen, das sie noch immer umklammert hielt, doch sie schien sich am Fuß verletzt zu haben. Sie schaffte nur einen Schritt, bevor sie wieder umknickte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mary, Vorsicht!“, schrie ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch meine Warnung kam zu spät. Mr. Willson hatte sie bereits eingeholt. In einer flüssigen Bewegung hob er seine Axt und ließ die Klinge in Marys Rücken krachen. Eine widerwärtige Mischung aus Schmatzen und Knacken war zu hören, bevor Mary wie am Spieß zu Kreischen begann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich sie an. Es war, als hätte ich die Kontrolle über meinen Körper verloren, als würde ich bloß einen Film gucken und könnte selbst nichts tun, mich nicht mehr bewegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mr. Willson stemmte sich mit einem Fuß an Marys Rücken ab und zog die Axt mit einem Ruck heraus. Blut spritzte in alle Richtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick auf Angela. Sie zerrte noch immer an Marys Arm!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass sie los! Lass sie los!“, brüllte ich. Für Mary war es zu spät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich kann nicht. Sie hält mein Handgelenk fest!“, kreischte Angela zurück. Ich hatte noch nie so viel Panik in einer Stimme gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen meinen Fluchtreflex ankämpfend, rannte ich auf sie zu. Ich musste ihr helfen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war gerade bei ihr, griff schon nach Marys verkrampfter Hand, als mich plötzlich ein Schwall Blut genau im Gesicht traf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt taumelte ich rückwärts. Ich blinzelte, um das Blut aus meinen Augen zu bekommen. Was war passiert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich Angela ansah, wurde mir schwindelig. Mr. Willson hatte sie mit der Axt am Hals erwischt. Angelas und mein Blick trafen sich. In ihren Augen schimmerten Tränen. Sie röchelte, als wolle sie etwas sagen. Doch aus ihrem Mund und ihrem Hals spritze bloß Blut. Dann brach sie zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah nicht mehr, wie ihr Körper auf den Boden aufschlug. In dem Moment, wo sie zu fallen begann, hatte ich mich umgedreht und war losgesprintet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich es bis zum Computerraum schaffte, könnte ich genug Zeit gewinnen, um in Junes Zimmer zu sprinten. Wenn ich sie gefunden hatte, würden wir sofort fliehen. Scheiß auf die Freshman-Studenten!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und tatsächlich schaffte ich es in den Computerraum – wahrscheinlich, weil Mr. Willson mir nicht sofort hinterhergelaufen war. Er war zurückgeblieben und hatte weiter auf Mary und Angela eingehackt – zumindest den Geräuschen nach zu urteilen. Ich versuchte, nicht weiter darüber nachzudenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Computerraum griff ich sofort nach einem der Stühle. Ich klemmte ihn unter die Tür, woraufhin er sofort wegrutschte. Ich versuchte es noch einmal, aber keine Chance, die Rollen fanden auf dem glatten Boden keinen Halt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen packte ich einen Tisch, auf dem ein Computer stand, und kippte ihn und lautem Gepolter und Geschepper vor die Tür. Hoffentlich würde es reichen. Ich wartete jedoch nicht ab, um es herauszufinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine dreißig Sekunden später, rannte ich auf der anderen Seite wieder durch die Gänge. Zimmer 314. 313. 312. Da! Ich hatte Junes Zimmer erreicht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich nach ihrem Türknauf griff, hoffte ich, dass der Raum abgeschlossen sei. Doch als ich ihn drehte, sprang die Tür sofort auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte. „June?“, fragte ich leise, während ich mich langsam in den Raum schob. „June, bist du da?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zittriger Hand tastete ich nach dem Lichtschalter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ich fast damit gerechnet hatte, war ich auf den Anblick nicht vorbereitet gewesen: Meine Freundin lag direkt vor mir am Boden. Ihre Augen starrten leer und ausdruckslos an die Decke. In ihrer Brust klafften mehrere tiefe Wunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich hatte Mr. Willson an die Tür geklopft, bevor er zugeschlagen hatte. Sie wurde von ihm völlig überrascht …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick auf ihr Handy, das neben ihrer schlaffen Hand lag. Hätte ich das Display eingeschaltet, hätte mir ein verpasster Anruf entgegengeleuchtet. Ein Anruf, den ich getätigt hatte, als June schon tot war. Ein Anruf, den sie nicht einmal mehr gehört hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich schwere Schritte hinter mir hörte, erstarrte ich. Acht Tote. Hatte das Medium das nicht gesagt? All die anderen Voraussagen waren eingetroffen, warum also nicht auch diese letzte? Zack, Owen, der Unbekannte, Jeffrey, Mary, Angela und June. Bisher waren es sieben Opfer und ich hatte keine Kraft mehr, wegzulaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch stattdessen war da etwas anderes. Ein Funke, den ich zuvor nicht gespürt hatte. Eine Mischung aus Trauer und Wut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Hand schloss sich fester um den Baseballschläger, während ich den Schritten zuhörte, wie sie näher und näher kamen. Als sie schließlich fast bei mir waren, stieß ich einen lauten Schrei aus. Ich riss die Tür auf, sprang auf den Flur und donnerte den Schläger mit voller Wucht gegen Mr. Willsons Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war Zufall, dass ich ihn so gut getroffen hatte. Mit demselben dumpfen Geräusch, das der Baseballschläger machte, als er seine Schläfe traf, fiel Mr. Wilson zu Boden. Die Axt landete scheppernd neben ihm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langsam stellte ich mich über ihn. Er atmete schwer, sah mich aus entsetzten Augen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„E-Eric, bitte!“, flehte er. Seine Stimme klang wieder wie früher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es ließ mich kalt. Es war nicht fair, dass er überleben sollte, wenn meine Freunde tot waren. Der Funke in mir war inzwischen zu einem Feuer angeschwollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Kopf sah ich meine Freunde vor mir. Ich erinnerte mich an ihr Lächeln, an ihr Lachen, das ich nie wieder hören würde. Mit leerem Blick hob ich den Baseballschläger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Tote. Hatte das Medium das nicht gesagt? All ihre Voraussagen waren eingetroffen. Warum also nicht auch diese letzte?</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Halloween Campus Murders (Englisch für „Halloween Campus Morde“), auch „Halloween Campus Killer“ oder „Halloween Campus Massacre“, sind eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a>, die in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder in Amerika aufgekommen ist. Es löste bereits regelrechte Paniken an verschiedenen Universitäten in den USA aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Gerücht:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Gerüchte sich in den verschiedenen Regionen und Jahren immer leicht unterschieden haben, war die Grundaussage fast immer gleich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein berühmtes Medium soll in einer bekannten Fernsehshow vorausgesagt haben, dass es an Halloween an einer Uni, deren Standort häufig nur durch schwammige Details eingegrenzt wurde, einen Massenmord geben soll. Oft heißt es, dass die Morde in einem Studentenwohnheim stattfinden sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor ihrem Tod 1997 wurde hierbei meist das berühmten Medium Jeane Dixon, der nachgesagt wird, das Attentat an John F. Kennedy vorausgesagt zu haben, als Medium genannt. Seit ihrem Tod ist meist nur noch von einem „berühmten Medium“ die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Fernsehshow wird häufig beim Namen genannt und soll oft eine bekannte Talkshow wie beispielsweise die Oprah Winfrey Show sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schwammigen Informationen, die das Medium angeblich über die betroffene Universität nennt, sind z.&nbsp;B., dass sie in einer bestimmten Region stehe, dass sich ein Friedhof, ein Gefängnis, ein Fluss, Bahnschienen o.&nbsp;Ä. in der Nähe des Studentenwohnheims befänden, dass der Name der Universität mit einem M oder W beginnen solle oder, dass der Grundriss des Studentenwohnheims H- oder U-förmig sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird oft eine genaue Opferzahl genannt, die das Medium angeblich voraussehen würde. Beliebte Zahlen hierbei sind 8, 9, 10, 12 oder 20 Opfer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Täter wird mal mehr mal weniger spezifisch beschrieben. Eine beliebte Version ist ein als Little Bo Peep verkleideter Killer. Es gibt aber auch Versionen in denen der Täter in Alltagskleidung auftreten oder ein anderes Kostüm tragen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber, wer genau der Täter sein soll, gibt es ebenfalls verschiedene Gerüchte. So soll es sich mal um einen Studenten handeln, oder aber um einen Professor, einen Angestellten oder einen Entflohenen einer Nervenheilanstalt oder eines Gefängnisses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofern eine Tatwaffe erwähnt wird, handelt es sich fast immer um eine Axt oder ein Messer.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Typischer Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich das Gerücht erst einmal verbreitet hat, haben sich bisher immer mehrere Unis gefunden, zu denen die schwammige Ortsbeschreibung gepasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesen Unis hat sich dann über Tage und Wochen hinweg das Gerücht dank Mund zu Mund Propaganda gefestigt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mal habe ein Student oder der Freund eines Studenten die Show gesehen oder es wird verbreitet, dass – wenn jemand genauer nachforscht und herausfindet, dass es besagte Folge der Talkshow nie gegeben hat – die Folge für die Talkshow zwar aufgenommen, sie aber nie ausgestrahlt wurde, um eine Panik zu vermeiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studenten verschärfen das Gerücht also selbst, bis die Leute tatsächlich anfangen, daran zu glauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging bereits häufig so weit, dass (Ent-)Warnungen an die Eltern und Studenten geschickt wurden, viele Studenten über Halloween nach Hause gefahren sind oder sich zu Halloween im Wohnheim verbarrikadiert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächliche Halloween Campus Murders, die das Gerücht bestätigt hätten, hat es in all den Jahren jedoch nie gegeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten bekannten Gerüchte der Halloween Campus Murders kommen aus dem Jahre 1968, wo sie sich im Mittleren Westen der USA verbreitet haben. Wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat oder aus welchem Grund, ist nicht bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem gab es in späteren Jahren immer wieder ähnliche Gerüchte über Halloween Campus Murders, die sich wie ein Lauffeuer im Land verbreitet haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst heute noch kommt das Gerücht immer mal wieder auf. Trotz Internet und der Möglichkeit, schnell herauszufinden, dass es bereits in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr als eine urbane Legende war, kommt es in der Zeit um Halloween regelmäßig zu Paniken wegen eines angeblichen Killers in amerikanischen Universitäten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von den Halloween Campus Murders? Mögt ihr diese Art von Halloweengerüchten oder lehnt ihr sie ab? Wie würdet ihr reagieren, wenn eure Uni wegen so etwas plötzlich in Panik verfallen würde? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>The Doggy Lick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Sep 2022 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unruhig drehte ich mich auf die Seite. Jetzt mischte sich ein anderes Geräusch unter das Heulen: ein langsames und regelmäßiges Atmen. Es war Charlie, der seelenruhig in seinem Körbchen lag. Ich streckte meinen Arm aus, um ihm vorsichtig durch sein weiches Fell zu streicheln, bevor er anfing, meine Hand abzulecken ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/db83bfc9db444fa4b4f2f236a84ceedb" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">The Doggy Lick ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus den USA, die hauptsächlich unter einem anderen Namen bekannt ist (mehr dazu weiter unten). Da der Name jedoch das Ende spoilert, empfehle ich, erst die Geschichte zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Tod eines Hundes</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Also gut Kaitlyn“, sagte Mom, bevor sie mir einen Kuss auf die Wange drückte. „Wir sehen uns am Sonntag. Stell nicht zu viel Blödsinn an!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Würde ich nieee tun“, erwiderte ich mit einem breiten Grinsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mom ignorierte es. Stattdessen drückte sie mich noch einmal an sich. „Wenn irgendetwas sein sollte, ruf uns an.“ Dann ließ sie mich los und ging gemeinsam mit Dad zum Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich schick die heißen Jungs am Sonntag rechtzeitig weg. Die nehmen dann auch den Alkohol wieder mit!“, rief ich ihnen nach, was Dad mit einem strengen Blick beantwortete. Dann waren meine Eltern weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sie außer Sichtweite waren, schloss ich die Haustür hinter mir und seufzte schwer. Ich war allein. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich sturmfrei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hörte das Klackern von Krallen auf Parkett. Na gut &#8230; Ich war nicht ganz allein. Mein Hund Charlie war bei mir. Ein großer Schäferhund, der auf mich aufpassen würde – auch wenn Charlie dafür alles andere als geeignet war. Er war so treudoof, dass er einem Einbrecher wahrscheinlich schwanzwedelnd entgegenlaufen würde. Aber zumindest war niemand da, der mir sagen konnte, was ich zu tun und zu lassen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so saß ich höchstens fünf Minuten später mit einer Schale Vanilleeis vor meinem Laptop und schaute Hilda auf Netflix. Meine Hausaufgaben lagen keine drei Meter von mir entfernt auf dem Wohnzimmertisch – natürlich unbearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich wusste ich, dass ich bis Sonntag noch meinen Hintern aufraffen musste, um die Aufgaben zu erledigen – andernfalls würde Dad mir die Hölle heiß machen. Jetzt aber wollte ich einfach nur hier sitzen, mein für die Jahreszeit viel zu kaltes Eis essen, mich in meine Wolldecke kuscheln und dem stürmischen Herbstwind lauschen, der um das Haus heulte. Währenddessen schaute ich Hilda und streichelte Charlie durch sein weiches Fell. Selten war mir unser Wohnzimmer so gemütlich vorgekommen. Das Einzige, was jetzt noch gefehlt hätte, war ein Kamin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen war – es war nicht ganz eine Staffel gewesen – als ich beiläufig auf meinem Smartphone durch die sozialen Medien scrollte. Mit einem leisen ‚<em>Pling</em>‘ tauchte die Vorschau für eine Nachricht aus meiner Klassengruppe auf. Sie war von meiner Klassenlehrerin und begann mit einem „Achtung ihr Lieben“. Neugierig klickte ich die Nachricht an. Als ich sah, wie lang sie war, pausierte ich Netflix.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Achtung ihr Lieben. Es kam gerade in den Nachrichten: Aus der Mount Massive Nervenheilanstalt ist heute Vormittag ein gefährlicher Krimineller geflohen. Wahrscheinlich müsst ihr euch keine Sorgen machen, aber die Behörden empfehlen, Fenster und Türen zu verschließen. Passt auf euch auf und habt ein schönes Wochenende!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saß einige Sekunden nur reglos da und starrte mit rasenden Gedanken auf mein Handy. Natürlich wusste ich, dass mir nichts passieren konnte. Das Mount Massive war über eine halbe Stunde Fußweg von hier entfernt. Und selbst, wenn der Entflohene ein Auto stehlen konnte, wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass er ausgerechnet in mein Haus einbrechen würde? Viel wahrscheinlicher war es doch, dass er so schnell wie möglich versuchte, so weit wie möglich wegzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem saß ich hier und fühlte, wie sich meine Nackenhaare langsam aufstellten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Alles wird gut, Charlie. Uns passiert schon nichts“, sagte ich mehr zu mir selbst, als zu Charlie, während ich ihn hinter den Ohren kraulte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wanderte mein Blick zum Fenster. Es war geschlossen. Wie sollte es auch anders sein? Immerhin war es Herbst. Aber was war mit den anderen Fenstern – das Fenster im Bad zum Beispiel? Oder mit der Hintertür?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zögerlich und mit mehr Überwindung, als ich zugeben möchte, hob ich die Wolldecke an, schob meine Beine vom Sofa und stand auf. Der Parkettboden kam mir unglaublich kalt unter meinen Socken vor, während ich einen Fuß vor den anderen setzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Weg zum Bad schaltete ich jedes einzelne Licht ein, das ich finden konnte. Ich achtete auf alle Geräusche, hörte von draußen aber nur den Wind und von drinnen nur das vertraute Klackern von vier Hundepfoten direkt neben mir. Es verstummte erst, als wir die Badezimmertür erreichten. Sie war nur angelehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn jemand im Haus ist, sagst du mir das doch, oder?“, fragte ich Charlie, der mich daraufhin bloß mit seinen treuen braunen Augen ansah. Er gab mir nicht einmal ein bestätigendes Bellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte schwer, während ich langsam die Badezimmertür aufdrückte. Stück für Stück konnte ich mehr erkennen, während das Licht des Flurs das Bad ins Halbdunkel tauchte. Die leere Duschkabine, daneben die Badewanne mit dem beiseitegezogenen Vorhang, das Fenster, das tatsächlich auf kipp stand und schließlich die Toilette neben dem Waschbecken. Das Badezimmer war leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell wandte ich mich wieder dem Fenster zu. Mit schnellen Schritten ging ich hin, knallte es zu und drehte den Fenstergriff so ruckartig nach unten, dass niemand auch nur die Gelegenheit gehabt hätte, das Fenster von draußen aufzustoßen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst jetzt merkte ich, wie schnell ich atmete, wie sehr mein Herz raste. Das war doch bescheuert. Nur weil meine Eltern mal ein Wochenende weg waren, wurde ich gleich paranoid. Ich sagte mir wieder und wieder, dass nichts passieren würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Nächstes nahm ich die Hintertür in Angriff. Sie war zum Glück verschlossen. Danach ging ich aber nicht zurück ins Wohnzimmer. Ich rannte durchs ganze Haus, überprüfte jedes einzelne Fenster und schloss sogar die Haustür doppelt ab. Lediglich in den dunklen Keller traute ich mich nicht runter, aber da unten waren eh alle Fenster geschlossen – so dachte ich jedenfalls.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, nachdem ich meine Runde ein zweites Mal beendet hatte, fühlte ich mich wieder sicher genug, um mich mit meinem Laptop zurück aufs Sofa zu setzen. Charlie sprang sofort neben mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber während ich versuchte, mich auf die nächste Folge Hilda zu konzentrieren, wanderte mein Blick immer wieder zur Wohnzimmertür oder zum dunklen Fenster. In meinem Kopf spielten sich Bilder ab, wie plötzlich ein Mann mit erhobenem Messer hereingestürmt kam oder wie er mich mit wahnsinnigen Augen durch das Fenster beobachtete. Als ich mir dann auch noch vorstellte, wie ein Wahnsinniger wieder und wieder mit seiner Faust gegen mein Fenster donnerte, schauderte ich. Meine Kehle hatte sich zugeschnürt. Ich war verdammt nahe an einem Nervenzusammenbruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charlie, der meinen Zustand bemerkt haben musste, rückte sofort etwas näher. Er begann, meine Hand abzulecken. Das tat er immer, wenn er mich beruhigen wollte – und was soll ich sagen? Es funktionierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach Charlie, du weißt gar nicht, wie froh ich bin, dass du hier bist“, sagte ich laut. Ohne ihn hätte man mich am Sonntag wahrscheinlich selbst in die Nervenheilanstalt einweisen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Charlies seelischer Unterstützung schaffte ich es schließlich, noch zwei Folgen zu gucken und mir ein Brot zu schmieren, das ich bei einer dritten und letzten Folge aß. Als ich dann jedoch allmählich müde wurde, musste ich mich einer Sache stellen, vor der ich mich diesen Abend bisher gedrückt hatte: Charlie musste noch raus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Normalerweise machten Mom oder Dad den Abendspaziergang mit ihm. Häufig kam ich mit. Aber allein war ich so spät noch nie mit ihm gegangen – immerhin war es um diese Uhrzeit nicht unbedingt sicher für eine Jugendliche wie mich. Darum hatten meine Eltern vorgeschlagen, dass ich Charlie abends kurz in den Garten lassen solle. Aber selbst das kam mir gerade mehr als nur unheimlich vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich schließlich vor der Hintertür stand, atmete ich tief durch. Ich legte meine Hand auf das kalte Drehschloss. Wieder kostete es mich einige Überwindung, bis ich es schließlich schaffte, daran zu drehen. Die Tür machte leise Klick. Nun musste nur jemand die Klinke runterdrücken – entweder von drinnen oder von draußen – und die Tür wäre offen. Ich merkte, wie mein Herz zu rasen begann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ich es mir anders überlegen konnte, öffnete ich die Tür vorsichtig einen Spalt breit. Während ich nach draußen spähte, um sicherzugehen, dass niemand in unserem Garten war, schlug mir sofort ein kalter Wind ins Gesicht. Laub wurde raschelnd über den Rasen geweht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Schnell sah ich nach links und rechts. Ich sah den hohen Holzzaun, der unseren gesamten Garten einschloss, das fest verschlossenen Gartentor, unseren Schuppen und die Kastanienbäume. Wenn ich so darüber nachdachte, gab es hier mehr als genug Orte, an denen sich ein fremder Mann hätte verstecken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charlie kümmerte das nicht. Sobald die Tür weit genug offen stand, spazierte er fröhlich nach draußen. Er brachte das Laub auf unserem Rasen zum Rascheln, ehe er sich erwartungsvoll zu mir umdrehte. Wahrscheinlich wollte er spielen, doch ich traute mich keinen Zentimeter vor die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir können morgen spielen“, sagte ich laut. Beinahe erschrak ich vor dem Klang meiner eigenen Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück nahm Charlie mir nicht übel, dass ich nicht mit ihm rausging. Vielleicht hatte er auch die Unruhe in meiner Stimme bemerkt. Er erledigte sein Geschäft und war kurz darauf zurück bei mir in der sicheren Wärme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich die Tür wieder abgeschlossen hatte, wäre ich beinahe zu Boden gesunken und hätte vor Erleichterung geweint. Lediglich der Gedanke, wie bescheuert das wäre, hielt mich davon ab. Selten war ich in meinem Leben psychisch so fragil gewesen. Ich wusste nicht, wie ich das ein ganzes Wochenende oder auch nur eine einzige Nacht durchhalten sollte. Das Beste wäre wohl, wenn ich sofort ins Bett ging, um zu schlafen. Wenn es draußen wieder hell war, sähe die Welt sicher ganz anders aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so beeilte ich mich, Zähne zu putzen, auf Toilette zu gehen, in meinen Schlafanzug zu schlüpfen und kurz darauf zwischen Kopfkissen und Bettdecke zu versinken. Charlie lag wie jede Nacht in seinem Körbchen direkt neben meinem Bett.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer fegte der Wind ums Haus. Aber während ich es vorhin noch als gemütlich empfand, kam es mir jetzt vor wie das Geheul von Geistern, die, genau wie der entflohene Irre, irgendwie einen Weg nach drinnen suchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unruhig drehte ich mich auf die Seite. Jetzt mischte sich ein anderes Geräusch unter das Heulen: ein langsames und regelmäßiges Atmen. Es war Charlie, der seelenruhig in seinem Körbchen lag. Ich streckte meinen Arm aus, um ihm vorsichtig durch sein weiches Fell zu streicheln, bevor er anfing, meine Hand abzulecken. Es war warm und feucht, aber auch so unglaublich sanft. Genauso sanft wie mein geliebter Charlie selbst. Ich bekam es kaum mit, aber ich war bald eingeschlafen.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich die Augen aufschlug, war es noch immer stockdunkel um mich herum. Der Wind hatte sich gelegt, aber dafür drang jetzt ein anderes Geräusch an meine Ohren: <em>Plitt, plitt, plitt</em>. Das tropfende Geräusch kam aber nicht von draußen, sondern aus dem Haus. Von der Richtung her könnte es aus dem Badezimmer kommen. Hatte ich den Wasserhahn nicht richtig zugedreht? Am besten sollte ich aufstehen und nachsehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber als ich meinem Körper den Befehl zum Aufstehen gab, bewegten sich meine Beine keinen Zentimeter. Auch schaffte ich es nicht, die Arme zu bewegen, um meine Decke zurückzuwerfen. Allein der Gedanke, aufzustehen und durch das dunkle verlassene Haus zu gehen, ließ meinen Körper erstarren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich bestimmt fünf Minuten versucht hatte, mich zu überwinden, gab ich schließlich auf. Sollte der Wasserhahn doch tropfen. Ich würde ihn morgen früh zudrehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also drehte ich mich wieder auf die Seite und ließ meine Hand aus dem Bett Richtung Körbchen gleiten. „Du passt doch auf mich auf, oder Charlie?“, fragte ich in die Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast sofort fühlte ich ein bestätigendes Lecken, als eine warme feuchte Zunge meine Hand traf. Trotzdem reichte es diesmal nicht aus. ‚<em>Plitt, plitt, plitt, plitt</em>‘, drang es unerbittlich an meine Ohren. Erst, als ich mich wieder auf das langsame, ruhige Atmen neben meinem Bett konzentrierte, während die Zunge wieder und wieder über meine Finger schleckte, fiel ich endlich zurück ins Reich der Träume.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen wurde ich von einem warmen Sonnenstrahl geweckt, der durch eine Lücke zwischen den Vorhängen fiel. ‚<em>Plitt, plitt, plitt</em>‘, ertönte es noch immer in der Ferne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich streckte mich herzhaft. „Guten Morgen, Charlie“, sagte ich, während ich nach dem Körbchen neben meinem Bett fühlte. Es war leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt schlug ich die Augen auf, setzte mich hin und sah mich um. Charlie war nicht in meinem Zimmer. Dafür stand die Tür einen Spalt breit offen. ‚<em>Komisch</em>‘, dachte ich. Wahrscheinlich hatte ich in meiner Panik letzte Nacht vergessen, sie zu schließen. Charlie lag bestimmt auf dem Sofa oder war in der Küche.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Plitt, plitt, plitt, plitt</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemächlich pellte ich mich aus dem Bett, zog mir warme Kuschelsocken über und wuschelte mir durch die wirren Haare, als ich in den Flur ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Charlie?“, rief ich. Keine Reaktion. „Chaaarlie?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich kein Pfotengeklacker hören konnte, das sich freudig näherte, ging ich weiter Richtung Wohnzimmer. Neben dem Badezimmer blieb ich jedoch stehen. ‚<em>Plitt, plitt, plitt, plitt</em>‘, konnte ich das Tropfen jetzt ganz deutlich hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte mir nichts weiter dabei. Also drückte ich die Badezimmertür auf und trat ein. Ich war bereits dabei, auf das Waschbecken zuzugehen, als ich in der Bewegung gefror. Hatte ich aus dem Augenwinkel nicht etwas bei der Badewanne gesehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer langsamen Bewegung drehte ich den Kopf. Dort hing etwas Großes. „Charlie!“, kreischte ich entsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein geliebter Charlie hing mit dem Kopf nach unten reglos über der Badewanne. Sein braunes Fell, die Wanne und die weißen Fliesen waren voller Blut. Aus einer klaffenden Wunde an Charlies Hals rann die dunkelrote Flüssigkeit. ‚<em>Plitt, plitt, plitt</em>‘, machte es, während sie an seiner Schnauze hinunterrann und tropfenweise in die Badewanne fiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich merkte, dass meine Beine schwach wurden. Tränen schossen mir in die Augen, während ich mich fühlte, als würde jemand meinen Brustkorb zusammenpressen. Lediglich der Gedanke, dass die Person, das Monster, das Charlie das angetan hatte, noch immer im Haus sein konnte, hielt mich auf den Beinen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch wandte ich mich der Tür zu, doch dort wartete bereits der nächste Schock auf mich. In blutiger Schrift stand an der Wand ein Satz geschrieben: „Humans Can Lick Too!“ – Menschen können auch lecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag: Charlie war schon tot gewesen, als irgendwer oder irgendetwas letzte Nacht meine Hand geleckt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übelkeit stieg in mir auf. Aber ich wartete keine Sekunde länger. Wie eine Wahnsinnige sprintete ich aus dem Bad. Ich rannte durch den Flur zur Haustür, wo ich hektisch an dem Türgriff zerrte. Die Tür war verschlossen. Ich hatte sie gestern abgeschlossen. Also rannte ich zu unserer Kommode, auf der der Schlüssel lag. Noch war der Flur leer. Ich rammte den Schlüssel ins Schloss, verfehlte in meiner Panik zweimal, bevor es klappte. Dann endlich ließ er sich drehen und ich rannte raus auf die Straße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schrie wie am Spieß, während ich zu den Nachbarn rannte. „Hilfe! Ich brauche Hilfe!“, kreischte ich, um irgendwie auf mich aufmerksam zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mrs. Fergus war noch an der Tür, ehe ich ihre Auffahrt erreichte. „Kaitlyn, du lieber Gott, was ist passiert?“, fragte sie, während sie noch dabei war, ihren rosa Bademantel zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ließ mich sofort rein. Zuerst rief sie meine Eltern an und anschließend die Polizei. Sie kümmerte sich um mich, bis meine Mutter mich endlich in die Arme schließen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Polizei hingegen hörte sich nur flüchtig meine Aussage an, ehe sie das gesamte Haus und kurz darauf die komplette Nachbarschaft auf den Kopf stellte. Von dem Täter fehlte jede Spur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ich später herausfand, war es wirklich der Mann gewesen, der aus dem Mount Massive geflohen war. Ich verfolgte den Fall noch eine ganze Weile. Der Mann wurde nie gefasst.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">The Doggy Lick (englisch für „Das Hundelecken“), auch „Humans Can Lick Too“ („Menschen können auch lecken“) oder „The Licked Hand“ („Die geleckte Hand“) genannt, ist eine urbane Legende aus Amerika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie handelt von einem Mädchen, das mit ihrem Hund allein zu Hause ist. Als sie von einem entflohenen Sträfling oder Irren erfährt, schließt sie sich vorsichtshalber ein, vergisst dabei aber ein Fenster.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über den Täter aus The Doggy Lick ist nicht viel bekannt, außer, dass er aus dem Gefängnis oder einer Nervenheilanstalt geflohen sein soll und in den meisten Varianten ein Mann ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In sehr seltenen Fällen kannte der Täter das Opfer bereits vorher, da er z. B. ihr Ex-Freund ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">The Doggy Lick beginnt damit, dass ein Mädchen oder eine junge Frau mit ihrem Hund allein zu Hause ist, weil ihre Eltern weggefahren sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie guckt z. B. Fernsehen, spielt mit dem Hund, liest ein Buch o. Ä., als sie auf dem Handy, im Radio oder im Fernsehen mitbekommt, dass ganz in ihrer Nähe ein gefährlicher Mann aus einer Nervenheilanstalt oder einem Gefängnis geflohen sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin fühlt sie sich unwohl und verschließt sämtliche Türen und Fenster im Haus, vergisst dabei aber die Hintertür oder ein Kellerfenster. In einigen Varianten gibt es auch ein Fenster, das sich nicht vollständig schließen lässt, in anderen ist der Täter bereits im Haus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der restliche Abend verläuft ohne ungewöhnliche Vorkommnisse, bis die Protagonistin schließlich ins Bett geht. Sie hält ihrem Hund, der unter oder neben dem Bett schläft, ihre Hand hin, woraufhin er an ihr leckt, da das sein Frauchen immer beruhigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitten in der Nacht wird sie wach, weil sie ein seltsames Tropfen aus dem Flur, um genau zu sein aus dem Badezimmer, hört. Sie hat zu viel Angst, um nachzusehen, also hält sie wieder ihrem Hund ihre Hand hin, damit er sie mit seinem Lecken beruhigt, bis sie wieder eingeschlafen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen, als sie das Tropfen noch immer hören kann, ist sie mutiger. Sie geht ins Badezimmer, um nachzusehen, und findet ihren Hund ermordet im Bad hängen. Das tropfende Geräusch, das sie auch schon in der Nacht gehört hat, kommt von dem Blut, das von der Hundeleiche auf den Boden oder in die Badewanne tropft. Außerdem steht mit dem Blut an der Wand ein Satz geschrieben: Humans Can Lick Too – Menschen können auch lecken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Häufige Alternativen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei den meisten urbanen Legenden, die so bekannt sind wie The Doggy Lick, gibt es so viele Versionen, wie es Erzählende gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel handelt es sich bei der Protagonistin in anderen Versionen um einen Jungen oder eine alte Frau.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wird die Geschichte gelegentlich noch weiter erzählt, sodass man erfährt, dass der Täter nie gefunden wurde, oder aber die Protagonistin wird am Ende umgebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal wird auch der Ort vom Badezimmer in die Küche verlegt, wo die Protagonistin den Kopf des Hundes im Kühlschrank findet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem kann die Schrift des Täters auf dem Badezimmerspiegel, dem Fußboden oder einem Zettel stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe sogar eine Version von The Doggy Lick finden können, in der der Hund verschont wurde. Hier hat die Protagonistin lediglich – nachdem ihre Hand bereits geleckt wurde – herausgefunden, dass die Eltern den Hund in einem Zimmer im Haus eingesperrt hatten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Normalfall spielen urbane Legenden wie The Doggy Lick immer in der Nähe des Ortes, an dem sie erzählt werden. So spielte sie zu Anfang fast ausschließlich in den USA, mit steigender Bekanntheit aber bald auch in Kanada, Großbritannien und schließlich dem Rest der Welt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn es bei den meisten urbanen Legenden, die vor der Zeit des Internets entstanden sind, unmöglich ist, zu sagen, woher sie kommen, gibt es im Fall von The Doggy Lick zwei sehr ähnliche Geschichten, die bereits aus den Jahren 1871 und 1919 stammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste, „The Diary of a Victorian Squire“ (1871) von Dearman und Emily Birchall, enthält eine Szene, in der eine Frau meint, dass ein Einbrecher unter ihrem Bett läge. Ihr Mann erwidert jedoch, dass es nur der Hund sei, da er gerade seine Hand geleckt habe. Am nächsten Morgen fehlt Schmuck aus ihrem Zimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem anderen Buch, „The Diary of Mr. Poynter“ (1919) von M. R. James, streichelt ein Mann seinen Hund – zumindest denkt er, dass es sein Hund sei. In Wirklichkeit ist es ein menschenähnliches Wesen, das komplett aus Haaren besteht, wie er entsetzt feststellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob diese Geschichten die Legende tatsächlich inspiriert haben, ist natürlich nicht bekannt, es wäre aber durchaus denkbar, dass sie ihren Teil dazu beigetragen haben, dass „The Doggy Lick“ Einzug in die Übernachtungspartys und Lagerfeuergeschichten gefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedenfalls hat sich die urbane Legende seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen ist sie so bekannt, dass die Handlung von The Doggy Lick in diversen Serien und Filmen eingebaut wurde, wie z. B. Supernatural, The L Word, Urban Legends: Final Cut, Campfire Tales und vielen anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem wurde die Handlung in mehreren <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/creepypasta" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Creepypastas</a> aufgegriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von The Doggy Lick? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie würdet ihr euch verhalten, wenn ihr allein zu Hause wärt und erfahrt, dass ganz in der Nähe ein gefährlicher Wahnsinniger geflohen ist? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>Die Babysitterin &#8211; &#8222;Willst du nicht nach den Kindern sehen?&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Halloween]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Willst du nicht nach dem Jungen sehen?“, fragte eine tiefe Männerstimme. Der Mann sprach leise, als versuche er, gruselig zu klingen.<br />
„Wie bitte?“<br />
„Er schläft doch so friedlich in seinem Zimmer.“<br />
Mir stockte für einen Moment der Atem. „Ha ha, sehr lustig!“, sagte ich genervt. Dann knallte ich den Hörer auf die Gabel.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/5ae1e4314ed045799b4409183f4379f3" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die Babysitterin ist mein Versuch, eine der bekanntesten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legenden</a> der Welt in meiner Erzählstimme nachzuerzählen. Ich bin mir sicher, dass viele von euch die Geschichte bereits in einer ihrer zahlreichen Variantionen kennen, aber ich hoffe, sie gefällt euch trotzdem.</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; Trauer</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah, Jane, gut, dass du da bist“, begrüßte mich Mrs. Scott mit einem warmen Lächeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich aus der kühlen Herbstluft ins Haus trat, schlug mir sofort eine Parfümwolke entgegen. Sie roch angenehm nach Rosen, wenn auch etwas intensiv. Wahrscheinlich hatte Mrs. Scott sich gerade erst damit eingesprüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Der Abend heute dürfte recht ruhig werden. Billy schläft schon. Ich habe gerade erst nach ihm geschaut. Ich habe ihm gesagt, dass du im Wohnzimmer bist, falls etwas sein sollte. Falls du Hunger hast, stehen Reste von heute Mittag im Kühlschrank. Dein Geld liegt wie immer auf dem Tisch. George, kommst du?“, sprudelte es nur so aus ihr heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht das erste Mal, dass ich für die Scotts babysittete. Daher war ich Mrs. Scotts etwas anstrengende Art bereits gewohnt und nickte bloß, während sie zu einem erneuten Wortschwall ansetzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Moment kam jedoch Mr. Scott – George – in den Flur und schnitt mit einem knappen, aber bestimmten „Nabend Jane“ seiner Frau das Wort ab. „Wir sollten los Schatz, sonst kommen wir zu spät.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, George, schick siehst du wieder aus“, kommentierte sie seinen Anzug. Dann wandte sie sich wieder mir zu. „Ich hoffe ja, dass unser kleiner Billy auch einmal so ein schicker Mann wie sein Vater wird. Wobei ihm Anzüge auch jetzt schon ausgezeichnet stehen. Neulich erst &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mr. Scott legte einen Arm um seine Frau, während er sie langsam Richtung Veranda schob. Sie redete fröhlich weiter. Erst, als die beiden vor der Haustür waren, verabschiedete sie sich mit einem gesungenen „Also dann viel Spaß, Jane. Bis heute Nahacht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schloss Mr. Scott die Tür. Trotzdem konnte ich hören, wie sie draußen unaufhörlich weiterredete, während die beiden sich langsam entfernten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte belustigt den Kopf, während ich meine Jacke an einen Haken hängte. Mrs. Scott konnte zwar wirklich nett sein, aber wie hielt Mr. Scott es bloß den ganzen Tag mit ihr aus? Schmunzelnd ging ich weiter in die Küche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich mir einen Kräutertee gemacht hatte, um mich aufzuwärmen, setzte ich mich ins Wohnzimmer und holte meine Hausaufgaben heraus. Da Billy schon schlief, freute ich mich auf einen ruhigen Abend. Vielleicht würde ich einen Horrorfilm gucken, wenn ich mit den Hausaufgaben durch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dasaß, nur noch, dass die Hausaufgaben sich ziemlich in die Länge gezogen hatten und es draußen immer dunkler wurde. Immer wieder schweiften meine Gedanken ab. Ich betrachtete gerade die bunten Herbstbäume vor dem Fenster, die von einer Straßenlaterne beschienen wurden, und machte mir Gedanken über mein Halloweenkostüm, als plötzlich das Telefon klingelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschrocken sah ich zu dem dem roten Kasten. <em>Ring ring!</em> Wer rief um die späte Uhrzeit noch an? Vielleicht Mr. oder Mrs. Scott?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne weiter zu zögern, ging ich zum Telefon und hob den Hörer ab. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Antwort. Ich hörte nur, wie jemand am anderen Ende laut atmete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hallo? Wer ist denn da? Wenn sie mit Mr. oder Mrs. Scott sprechen wollen, die sind gerade nicht da. Soll ich etwas ausrichten, wenn sie wiederkommen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Willst du nicht nach dem Jungen sehen?“, fragte eine tiefe Männerstimme. Der Mann sprach leise, als versuche er, gruselig zu klingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie bitte?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Er schläft doch so friedlich in seinem Zimmer.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir stockte für einen Moment der Atem. „Ha ha, sehr lustig!“, sagte ich genervt. Dann knallte ich den Hörer auf die Gabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war bestimmt bloß ein blöder Streich. Irgendwo saßen gerade einige Typen um ein Telefon und lachten sich scheckig. Andererseits &#8230; Woher wusste er, dass ich auf einen Jungen aufpasste? Hatte er bloß geraten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am liebsten hätte ich es als harmlosen Scherz abgetan und mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht, aber ich schaffte es nicht. Ich konnte erst wieder ruhig sitzen, nachdem ich durchs komplette Erdgeschoss gegangen war, um sicherzugehen, dass alle Fenster und Türen fest verschlossen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Seufzen ließ ich mich wieder auf den harten Holzstuhl sinken. Es konnte niemand in das Haus eindringen, ohne ein Fenster einzuschlagen oder ein Schloss zu knacken. Und das würde ich bestimmt merken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur die Treppe rauf ins Kinderzimmer traute ich mich nicht. Nicht, weil ich panische Angst vor einem Einbrecher hatte, sondern, weil ich den kleinen Racker auf keinen Fall wecken wollte. Billy war zwar ein Engel, wenn er schlief, aber ihn zum Einschlafen zu bringen, hatte mich schon viele Stunden meines Lebens gekostet. Außerdem hatte Mrs. Scott gesagt, dass sie gerade erst nach ihm geschaut hatte, bevor sie gegangen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast musste ich über meine eigene Dummheit lachen. Was dachte ich denn? Dass mir jemand am Telefon drohte? Mein Gott, es war zwei Wochen vor Halloween. Da gab es sicherlich unzählige solcher Anrufe!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade, als ich mich wieder sicher fühlte und mit den Hausaufgaben weitermachen wollte, klingelte das Telefon erneut. Erschrocken sprang ich auf. Ich zögerte. <em>Ring ring</em>. War das wieder der Mann? Sollte ich das Klingeln einfach ignorieren? <em>Ring ring</em>. Aber was, wenn es die Scotts waren? <em>Ring ring</em>. Ach scheiß drauf!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blitzschnell griff ich nach dem Hörer. Ich versuchte, so selbstbewusst wie möglich zu klingen. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder das schwere Atmen. „Hat man dir nicht gesagt, dass es unhöflich ist, einfach aufzulegen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ vor Schreck fast den Hörer los. „Was wollen Sie? Hören Sie auf, diese Nummer anzurufen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, ich denke, das würde dem kleinen Billy überhaupt nicht gefallen. Möchtest du nicht lieber nach ihm sehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erstarrte. Dem kleinen Billy? Woher kannte er seinen Namen? Also war es doch kein zufälliger Anruf gewesen. Ehe der Mann auch nur ein weiteres Wort sagen konnte, knallte ich den Hörer wieder auf die Gabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was war das für eine Scheiße? Wer würde so etwas tun? Vielleicht irgendein Nachbar? Oder jemand aus der Schule? Meine beste Freundin Laura spielte mir gerne ab und an einen Streich. Und sie wusste, dass ich heute auf Billy aufpasste. Aber würde sie so weit gehen? Wer es auch war, er erreichte genau das, was er wollte: Er jagte mir eine Heidenangst ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was sollte diese Aufforderung, nach Billy zu sehen? Bei beiden Anrufen wollte der Mann, dass ich ins Kinderzimmer gehe. Am besten sollte ich wirklich schnell nachsehen. Dann würde ich sehen, dass alles in Ordnung war, und könnte mich endlich wieder auf die Hausaufgaben konzentrieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, Laura, wenn das einer von deinen dämlichen Scherzen ist &#8230;!“, murmelte ich leise, während ich zur Treppe ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits bei den ersten Schritten merkte ich, dass meine Knie zitterten. Als ich am unteren Treppenabsatz stand, wollten meine Beine mir schließlich überhaupt nicht mehr gehorchen. Es war, als würden sie meinen Kopf ignorieren, der ihnen wieder und wieder sagte, sie sollen die Stufen raufgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen stand ich da und starrte die Treppe hinauf. Ich war sie schon so oft hochgegangen und hatte nie Bedenken dabei gehabt, doch heute wirkte sie kalt und bedrohlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte nur an eine Sache denken: Wieso wollte der Mann, dass ich nach Billy sah? War jemand im Haus? Wartete dort oben jemand auf mich? Aber dafür hätte der Mann sich ins Haus schleichen müssen, als die Scotts noch hier waren, sich vielleicht Stunden oben verstecken müssen. Das hätte niemand geschafft – oder doch?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich biss mir auf die Unterlippe. Es war mir fast schon peinlich. Immerhin war es mein Job, auf Billy aufzupassen, und jetzt schaffte ich es nicht einmal, nach ihm zu sehen. Aber was, wenn dort oben wirklich ein Mann war?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich nur tun? Sollte ich auf Nummer sicher gehen und den Notruf wählen? Hatte ich überhaupt einen Grund dazu? „Ein Mann befiehlt mir, nach meinem Babysitterkind zu gucken“ klang jedenfalls nicht nach einem triftigen Grund. Andererseits hatte er das Haus wahrscheinlich beobachtet und wusste, dass ich mit dem Kind allein war. Für genau solche Situationen gab es doch den Notruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicher ging ich zurück zum Telefon, ohne die Tür zum Flur, in dem auch die Treppe war, aus den Augen zu lassen. Ich streckte den Finger aus, zögerte und wählte schließlich die 911. Das Freizeichen ertönte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Notrufzentrale. Was kann ich für Sie tun?“, meldete sich eine Frauenstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mein Name ist Jane Christian. Ich bin allein bei der Familie Scott und passe auf ihren Sohn auf. Ich bekomme seltsame Anrufe!“ Kurz und knapp erklärte ich, was vorgefallen war, und nannte der Frau – ich durfte sie Ann nennen – meine Adresse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jane, mach dir bitte keine Sorgen. Es ist Oktober, da gibt es ständig solche Scherzanrufe“, versuchte Ann mich zu beschwichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, Sie verstehen nicht. Der Mann kennt Billys Vornamen. Er wusste sogar, dass der Kleine im Obergeschoss schläft. Ich habe Angst!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ann schien für eine Sekunde zu überlegen, dann ergriff sie wieder das Wort. „Ich denke nicht, dass die Anrufe ernst gemeint sind, aber ich kann diese Scherzkekse genauso wenig ab wie du. Also, ich habe einen Vorschlag: Du legst gleich auf und wartest, bis der Mann wieder anruft. Das gibt uns die Möglichkeit, seinen Anruf zurückzuverfolgen. Kannst du das für mich tun, Jane?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nickte. „Okay“, sagte ich tapfer. Am liebsten hätte ich sie angefleht, am Telefon zu bleiben, aber ich wusste natürlich, dass das nicht ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sie mir das genaue Vorgehen erklärt und mir versichert hatte, dass sie mich sofort wieder anrufe, sobald sie die Adresse des Mannes habe, legte ich auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angespannt saß ich vor dem Telefon. Ich starrte den roten Hörer an, wie er unschuldig auf der Gabel lag. Gleichzeitig versuchte ich, aus dem Augenwinkel die Tür zum Flur im Blick zu behalten. Ich glaubte zwar auch nicht, dass tatsächlich jemand im Haus war, aber sicher ist sicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stille kam mir jetzt unheimlich drückend vor. Draußen hörte ich den Wind rauschen, der mal mit schwachen, mal mit stärkeren Böen über das Haus fegte. In der Küche tickte lautstark eine Uhr, als wolle sie mir sagen, dass meine Zeit langsam ablief, Sekunde für Sekunde, während ich auf den Anruf wartete.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ring ring</em>. Sofort griff ich nach dem Telefon. Ehe es auch nur ein zweites Mal klingeln konnte, hatte ich es bereits am Ohr. „Hallo?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hast ja immer noch nicht nach Billy gesehen. Was ist? Traust du dich nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jetzt hören Sie mir mal zu!“, sagte ich bestimmt. „Ich finde das langsam nicht mehr lustig. Und wissen Sie was? Ich habe die Polizei gerufen. Sie wird jeden Moment vor ihrer Haustür stehen. Dann werden wir ja sehen, wer zuletzt lacht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein triumphierendes Lächeln lag auf meinen Lippen. Ich konnte vor meinem inneren Auge fast sehen, wie der Mann am anderen Ende panisch wurde. Das hatte er nun davon. Er würde sicher gleich auflegen und &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das hättest du nicht tun sollen, Jane Christian“, sagte der Mann kühl. „Was jetzt mit Billy passiert ist allein deine Schuld.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war nicht die Reaktion, mit der ich gerechnet hatte. „Sie können mich mal!“, sagte ich laut in den Hörer und knallte ihn wieder auf die Gabel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Typ hatte mich mit meinem vollen Namen angesprochen. Er wusste, wer ich bin. Vielleicht stalkte er mich sogar!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Ich nehm alles zurück, Laura. Bitte lass es einen von deinen blöden Scherzen sein!‘</em>, flehte ich stumm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erneute Klingeln des Telefons ließ mein Herz für einen Moment aussetzen. Mit einer Mischung aus Wut und Verzweiflung nahm ich ab und brüllte in den Hörer: „Hören Sie endlich auf, mich anzurufen!“ Ich kämpfte mit den Tränen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jane? Jane, ich bin es“, meldete sich Ann vom Notruf. Sie sprach hektisch. Von ihrer professionellen Gelassenheit fehlte jede Spur. „Du musst sofort das Haus verlassen. Der Anruf kam aus deinem Haus!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war der Moment, in dem mein Hirn aussetzte. Dass sie sagte, die Polizei sei bereits auf dem Weg, bekam ich schon nicht mehr mit. Stattdessen hatte ich den Hörer fallengelassen und war zum Flur gesprintet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war gerade durch die Zimmertür, als ich eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm. Wie ein erschrockenes Reh starrte ich den fremden Mann an, der oben auf der Treppe stand. Auch er schien sich vor mir erschreckt zu haben und war für einen Moment völlig reglos. Lang genug, damit ich das rot glänzende Messer in seiner Hand sehen konnte. Frisches Blut tropfte von der Klinge auf den weißen Teppich, der auf den Stufen lag. Die Kleidung des Mannes war blutverschmiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wer von uns sich zuerst wieder bewegt hatte. Vielleicht war es auch zeitgleich. Er sprintete die Treppe nach unten, nahm dabei je zwei Stufen auf einmal, während ich mich umdrehte und Richtung Hinterausgang rannte. Schwere Schritte folgten mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bleib stehen!“, brüllte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte nicht im Traum daran. Stattdessen riss ich im Rennen eine Stehlampe um, um den Mann den Weg zu blockieren. Lautes Fluchen und Poltern hinter mir signalisierte mir, dass sie den Mann erwischt hatte. Doch ich traute mich nicht, mich umzudrehen. Dafür hatte er zu sehr aufgeholt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als ich die Hintertür erreichte, konnte ich seine Spiegelung in der Scheibe sehen. Sein wutverzerrtes Gesicht mit diesen furchtbar kalten Augen. Panisch drehte ich am Schloss – es war eines dieser Schlösser, die man von innen auch ohne Schlüssel aufschließen konnte. Ich sah bereits, wie der Mann seine freie Hand nach mir ausstreckte. Endlich riss ich die Tür auf und rannte nach draußen in die Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich über den stockdunklen Rasen rannte, stolperte ich über ein Spielzeug, schaffte es aber, nicht zu fallen. Die Schritte des Mannes waren auf dem Rasen fast völlig lautlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hilfe! Hiiiilfe!“, brüllte ich jetzt aus voller Lunge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann sah ich, dass im Nachbarhaus noch Licht brannte. Sofort steuerte ich den Eingang an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hiiiiiiiiiiiiiiilfeeee!“, kreischte ich noch einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sprang auf die Veranda und rannte weiter zur Klingel, die ich wie eine Wahnsinnige betätigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein panischer Blick nach hinten verriet mir, dass der Mann weg war. Wahrscheinlich war er geflohen – zumindest hoffte ich das. Trotzdem wollte ich keine Sekunde länger hier draußen warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein älterer Herr öffnete schließlich die Tür. „Ja bitte?“, fragte er mit kratziger Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann musste er die Panik in meinen Augen gesehen und entschieden haben, dass von mir keine Gefahr ausging. Jedenfalls ließ er mich ins Haus, wo er mir ein Glas Wasser anbot und ich ihm ziemlich wirr erzählte, was passiert war. Gemeinsam warteten wir auf die Polizei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie endlich ankam, fanden die beiden Officers Billy tot in seinem Bett vor. Es war ein Blutbad. Nach meiner Zeugenaussage schrieben sie denn Mann zur Fahndung aus. Er wurde nie gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was aus den Scotts geworden ist, weiß ich nicht. Sie haben seit jenem Tag kein einziges Wort mehr mit mir gesprochen. Ich denke, sie geben mir die Schuld an allem.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Jahre später sah ich Mrs. Scott noch einmal im Supermarkt. Obwohl sie sich äußerlich kaum verändert hatte, hatte ich sie kaum wiedererkannt. Von ihrer fröhlichen, etwas aufgedrehten Art war nichts mehr übriggebliegen. Stattdessen war aus ihr eine traurige, schweigsame Frau geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich? Ich lebte mein Leben weiter, versuche noch immer, jenen Abend zu vergessen. Und trotzdem frage ich mich manchmal: War es wirklich meine Schuld gewesen, dass Billy gestorben ist? Der Mann hatte es am Telefon behauptet. Aber hätte ich damals tatsächlich etwas ändern können?</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Babysitterin, eigentlich „The Babysitter and the Man Upstairs“ (englisch für „Der Babysitter und der Mann im Obergeschoss“), ist eine der bekanntesten urbanen Legenden, die es gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war wahrscheinlich die erste urbane Legende, die sich um eine Babysitterin dreht und hat mit großer Wahrscheinlichkeit die zahlreichen anderen Babysitter-Legenden, wie z. B. <a href="https://www.geister-und-legenden.de/clownstatue" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Clownstatue</a>, inspiriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine typische urbane Legende, die oft einem Bekannten oder dem Freund eines Freundes passiert sein soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Babysitter-Legende ist eine der meisterzähltesten urbanen Legende der Welt. Daher gibt es davon mehrere Variationen und auch die Namen der Beteiligten können von Geschichte zu Geschichte anders sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Erzählungen soll die Babysitterin, eine Teenagerin oder eine junge Frau, auf ein, zwei oder drei Kinder aufpassen, während die Eltern unterwegs sind. Entweder beginnt es damit, dass sie die Kinder ins Bett bringt oder sie bereits schlafen. Jedenfalls dauert es nicht lange, bis sie fernsieht oder Hausaufgaben macht, während die Kinder ein Stockwerk über ihr in ihren Betten liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald darauf klingelt das Telefon. Als die Babysitterin rangeht, meldet sich entweder nur ein schweres, manchmal obszönes Atmen oder eine Männerstimme, die sagt: „Ich bin oben bei den Kindern.“/„Willst du nicht nach den Kindern sehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich erschreckt sich die Babysitterin, sie kontrolliert, ob die Haustür verschlossen ist, denkt sich aber nichts weiter dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als der Mann ein weiteres Mal anruft, wird sie schließlich ängstlich. Da sie sich nicht traut, nach den Kindern zu sehen, und die Eltern nicht erreichen kann, wählt sie die 911. Dort erklärt man ihr, dass es sich wahrscheinlich um einen harmlosen Streich handelt, sie jedoch versuchen werden, den Anrufer zurückzuverfolgen, sollte er sie noch einmal anrufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und tatsächlich ruft der Mann noch einmal an. Die Babysitterin versucht, ihn hinzuhalten, schafft es jedoch entweder nicht oder legt aus Angst selbst schnell wieder auf. Das Telefon klingelt fast sofort wieder. Diesmal ist es die Notrufzentrale. Die Frau solle sofort das Haus verlassen, da sie den Anruf an ihre Adresse zurückverfolgen konnten, der Mann also im Haus sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Ende kann sich je nach Version stark unterscheiden: Auch wenn es für die Kinder meist zu spät ist, endet die Geschichte mal damit, dass die Babysitterin sofort aus dem Haus rennt, ohne den Mann gesehen zu haben, mal damit, dass sie den Mann im Haus sieht – meist mit einer blutigen Axt oder einem blutigen Messer – oder damit, dass die Polizei später nur noch ihre Leiche findet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort des Geschehens ist normalerweise ein zweistöckiges Haus in einer abgelegenen Gegend einer Vorstadt oder einer Kleinstadt. Sie spielt ursprünglich in Amerika, kann aber theoretisch in anderen Versionen fast überall auf der Welt spielen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ursprung der Legende ist wahrscheinlich ein Mordfall, der sich am 18. März 1950 in der Stadt Columbia in Missouri, USA zutrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals wurde die 13-jährige Babysitterin Janett Christman in der Nacht ermordet. Kurz vor ihrem Tod soll sie den Notruf gewählt und nach Hilfe gerufen haben. Am anderen Ende vernahm man jedoch nur Schreie und ein „Come quick!“ („Kommt schnell!“).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu der Geschichte konnte der Anruf jedoch nicht zurückverfolgt werden, weshalb Christman erst gefunden wurde, als die Romacks, auf deren Sohn Christman aufpassen sollte, zurück nach Hause gekommen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 3-jährige Gregory Romack schlief in seinem Bett und blieb unversehrt. Der Täter wurde nie gefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die urbane Legende „The Babysitter and the Man Upstairs“ verbreitete sich besonders in den 60er Jahren. Da Babysitterinnen oft im schul- oder collegealter waren – die perfekte Zielgruppe für urbane Legenden – erfreute sich die Geschichte großer Beliebtheit und verbreitete sich wie ein Lauffeuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie inspirierte u. a. dem Horrorfilm „Das Grauen kommt um 10“ („When a Stranger Calls“) von 1979 und fand in allerlei anderen Filmen wie „Halloween“ oder „Scream“ Verwendung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute ist die Legende noch eine beliebte Gruselgeschichte, die oft erzählt wird. Ich bezweifle jedoch stark, dass viele ihrer Erzähler oder Zuhörer von dem Fall Janett Christman wissen – dem wahren Horror hinter der Legende.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Was haltet ihr von Die Babysitterin? Kanntet ihr die Legende bereits? Hat euch die Geschichte trotzdem gefallen? Wie hättet ihr an Janes Stelle reagiert? Schreibt es in die Kommentare!</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</strong></em></p>
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		<title>Killer in the Backseat – der Mörder auf der Rücksitzbank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Je näher ich kam, desto besser konnte ich den Mann erkennen, der inzwischen bei der Tür stand. Er hatte lange, zottelige Haare, einen Vollbart und eine große, kräftige Figur. Abgesehen von seinem blauen Hemd mit dem Namensschild wirkte er überhaupt nicht wie ein typischer Kassierer, eher wie ein Trucker oder Biker ...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">„Killer in the Backseat“ ist eine bekannte urbane Legende. Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von euch mindestens eine der unzähligen Versionen bereits kennen – egal ob als Legende, als Gruselgeschichte oder aus Serien und Filmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem wollte ich sie euch nicht vorenthalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich noch eine kleine Ankündigung zu machen. Es ist nichts Großes und ich hatte leider auch nicht die Zeit, ein passendes „Special“ für euch vorzubereiten, aber Geister und Legenden wird diesen Donnerstag, am 01. April, 2 Jahre alt. 🥳</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt viel Spaß bei Killer in the Backseat!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fluchte, während ich die Handbremse anzog. Dad hatte mir gesagt, dass ich besser vor der Fahrt im Hellen tanken solle. Ich hatte bloß erwidert, dass ich kein Problem damit habe, nachts auf dem Heimweg zu tanken. Es hätte ja niemand damit rechnen können, dass es jetzt in Strömen regnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte einen Moment, bis ich mich überwinden konnte, aus dem Auto zu steigen. Ich hielt mir meine Stoffjacke so gut es ging über den Kopf, während ich durch eine Pfütze zur Tanksäule rannte. Der Regen prasselte so laut auf das Autodach und vermischte sich mit seinem Plätschern und Rauschen auf dem Asphalt, dass ich nicht einmal meine eigenen Schritte hören konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich nach der Zapfpistole griff, stieg mir der vertraute Geruch nach Benzin in die Nase. Ich mochte den Geruch. Trotzdem nahm ich mir keine Zeit, ihn zu genießen. Stattdessen stecke ich die Zapfpistole hastig in die Tanköffnung. Als die Anzeigen für den Preis und für die Benzinmenge anfingen anzusteigen, hetzte ich ins Auto zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammter Regen“, murmelte ich, während ich die Heizung aufdrehte. Obwohl ich keine Minute draußen gewesen war, war meine Kleidung bis auf die Haut durchnässt. Hätte ich doch bloß auf Dad gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ein paar Minuten war der Tank endlich voll. Ich konnte es kaum erwarten, wieder auf der Straße zu sein. Wenn ich etwas Musik anmachte und es im Auto warm genug wurde, würde ich vielleicht meine nasse Kleidung vergessen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also stieg ich wieder aus. Diesmal machte ich mir gar nicht erst die Mühe, meine Jacke über mich zu halten. Ich steckte die Zapfpistole zurück in die Zapfsäule und kramte mein Portemonnaie heraus. Während ich gerade dabei war, zu bezahlen – hier in den USA kann man mit der Karte direkt an der Zapfsäule zahlen – bemerkte ich einen Mann in der Tankstelle, der mir zuwinkte. Ich ging davon aus, dass es der Kassierer war. Trotzdem ignorierte ich ihn. Das Letzte, was ich jetzt tun wollte, war als Frau mitten in der Nacht mit einem fremden Mann zu reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich bezahlt hatte, fiel mein Blick wieder auf den Mann. Diesmal winkte er energischer. Es sah aus, als wolle er mich zu sich winken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicher sah ich zwischen ihm und meinem Auto hin und her. Eigentlich wollte ich nicht mit ihm reden, aber was, wenn es etwas Wichtiges war? Vielleicht war etwas mit der Tanksäule nicht in Ordnung oder er wollte mich auf einen Unfall oder eine Baustelle aufmerksam machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem leicht mulmigen Gefühl im Magen ging ich auf die Tankstelle zu. Meine Kleidung klebte an mir, als wolle sie mich am Gehen hindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je näher ich kam, desto besser konnte ich den Mann erkennen, der inzwischen bei der Tür stand. Er hatte lange, zottelige Haare, einen Vollbart und eine große, kräftige Figur. Abgesehen von seinem blauen Hemd mit dem Namensschild wirkte er überhaupt nicht wie ein typischer Kassierer, eher wie ein Trucker oder Biker.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Was, wenn der Mann ein Verbrecher ist? Vielleicht liegt der richtige Kassierer tot oder gefesselt im Hinterzimmer</em>‘, schoss es mir in den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen kurzen Moment zögerte ich. Sollte ich wirklich hinein gehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schüttelte ich den Gedanken mit einem leichten Kopfschütteln ab. ‚<em>Beruhig dich, Betty. Das hier ist doch keiner deiner Krimis. Es ist sicher alles ganz harmlos.</em>‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit festem Griff öffnete ich die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja bitte?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kassierer ging einen Schritt auf mich zu. Er sah verstohlen nach draußen, als wolle er gucken, ob noch jemand da sei, und versuchte, die Tür zu schließen. Ich blieb in der Tür stehen, um ihn daran zu hindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann trat wortlos wieder einen Schritt zurück, während er erneut verstohlen zu meinem Auto sah. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit mir zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entschuldigung, aber bist du allein unterwegs?“, fragte er über den lauten Regen hinweg mit einer tiefen, rauen Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihn überrascht an. Hatte er mich gerade gefragt, ob er mit mir allein sei? <em>Wollte</em> er mit mir allein sein?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meinem Kopf malten sich allerlei Szenaren aus, was der Mann mit mir anstellen könne. Wieder versuchte ich, die Gedanken abzuschütteln, doch mir wollte kein einziger normaler Grund einfallen, warum er das wissen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„E-entschuldigen Sie, aber ich muss wirklich weiter“, wich ich seiner Frage aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mich jedoch wegdrehen wollte, um zurück zu meinem Auto zu gehen, griff der Mann plötzlich nach meinem Arm. „He, warte mal!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt schrillten all meine Alarmglocken. Es war mir egal, was der Mann von mir wollte. Ich riss mich los und rannte zurück zum Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich lief, merkte ich noch, wie der Mann mir etwas nachrief, konnte es wegen das Regens und dem Klatschen meiner Füße auf dem nassen Boden aber nicht verstehen – um ehrlich zu sein war es mir auch egal. Ich wollte bloß weg von hier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Auto angekommen drückte ich sofort die Türverriegelung nach unten. Ich hatte zwar keine Zentralverriegelung, aber wenn mir der Mann folgen würde, würde er es eh zuerst an der Fahrertür versuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann trat ich auf die Kupplung und drehte ich den Schlüssel im Zündschloss. Der Motor ratterte, doch er sprang nicht an. Während ich es noch einmal versuchte, starrte ich nach draußen. Von dem Kassierer – wenn er denn wirklich einer war – fehlte jede Spur. Wegen des verdammten Regens und der Dunkelheit konnte ich kaum etwas sehen. Im beleuchteten Tankstellengebäude war er jedenfalls nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich sprang mein Motor an. Fast rechnete ich damit, dass eine große Silhouette im Licht meiner Scheinwerfer auftauchen würde, doch die Tankstellenausfahrt war leer. Ohne eine Sekunde zu zögern, raste ich los. Ich fuhr zurück auf die Landstraße, endlich wieder in Richtung von meinem Zuhause, und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Ich war in Sicherheit – so dachte ich zumindest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während meine Scheibenwischer alle Hände voll damit zu tun hatten, mir ein Mindestmaß an Sicht zu ermöglichen, prasselte der Regen laut auf die Scheibe. Ich musste das Radio fast komplett aufdrehen, um überhaupt das Lied verstehen zu können, das gerade spielte. Es war ein Popsong. Doch obwohl ich das Lied eigentlich mochte, kam es mir jetzt schrill, beinahe unangenehm vor. Immer wieder musste ich an den Mann aus der Tankstelle denken. Was er wohl mit mir gemacht hätte, wenn ich ihn die Tür hätte schließen lassen? Ich wollte gar nicht darüber nachdenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Scheinwerfer, die in meinem Rückspiegel auftauchten, fielen mir zunächst nicht weiter auf. Erst, als ich sah, wie schnell sie näherkamen, schenkte ich ihnen Beachtung. Entgeistert schüttelte ich den Kopf. Wie konnte man bei dem Regen auf einer kurvigen Straße nur so schnell fahren?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Auto zu hupen begann, fuhr ich möglichst weit am rechten Fahrbahnrand, damit es mich überholen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Spinner!“, sagte ich laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Auto machte jedoch keine Anstalten, zu überholen. Ganz im Gegenteil: Es wurde immer langsamer, bis es auf gleicher Geschwindigkeit mit mir war, fuhr dabei aber so dicht auf, dass seine Stoßstange mein Auto fast berührte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sag mal, bist du bescheuert?“, fragte ich laut, während ich Gas gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt begann das Auto aufzublinken, hupte dabei wieder, fuhr schneller, um weiterhin dicht an meinem Auto zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich setzte den rechten Blinker, um zu signalisieren, dass ich überholt werden wollte, doch es brachte nichts. Das Auto blieb direkt hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich tun? Wenn der Fahrer weiter so drängelte, würden wir einen Unfall bauen. Wenn ich bremste oder noch mehr Gas gäbe, sähe das Ergebnis wahrscheinlich ähnlich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich noch völlig überfordert mit der Situation war, fuhr plötzlich ein Ruck durch meinen Wagen. Es gab einen leisen Knall, woraufhin ich kräftig durchgeschüttelt wurde. Der Wagen hatte mich gerammt!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Rums!</em> Wieder wurde ich gerammt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kam mir völlig hilflos vor, stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim dritten Rammen geriet mein Wagen schließlich ins Schleudern. Ich verlor für einen Moment die Kontrolle, schaffte es nicht mehr, richtig zu lenken. Als ich auf die Bremse trat, kam ich schließlich holprig zum Stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zittrigen Knien und rasendem Herzen, sah ich mich hektisch um. Im Scheinwerferlicht meines Wagens sah ich Wald. Ich hatte Glück, dass ich es geschafft hatte, noch vor den Bäumen anzuhalten. Dann fiel mir das Auto im Rückspiegel auf: Der Verrückte, der mich gerammt hatte, war stehengeblieben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollte ich tun? Vorwärts konnte ich nicht fahren. Die Bäume waren zu nahe. Rückwärtsfahren ging jedoch auch nicht. Das andere Auto blockierte mir den Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Mann ausstieg, erkannte ich ihn sofort: Es war der Kassierer aus der Tankstelle. Er hatte mich verfolgt. Dann fiel mein Blick auf den Baseballschläger in seiner Hand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blanke Angst machte sich in mir breit. Ich schnallte mich panisch ab, stieß die Tür auf, blieb beim Aussteigen mit dem Fuß hängen und fiel aus meinem Auto in das nasse Gras.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich bemerkte, dass der Mann auf mich zukam, rappelte ich mich sofort wieder auf und rannte zwischen die Bäume. Äste schlugen nach mir, einer schnitt mir einen Kratzer über die Wange. Ich ignorierte es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„He du! Steig sofort aus dem Auto aus! Schön langsam!“, brüllte eine kräftige Stimme hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb verdutzt stehen. Der Mann musste doch gesehen haben, dass ich aus dem Auto geflohen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Mischung aus Verwirrung und Neugier drehte ich mich um. Ich sah mein Auto, die offene Fahrertür und den Tankstellenkassierer. Er hielt den Baseballschläger drohend vor sich, zeigte damit auf die Hintertür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann verstand ich gar nichts mehr: Die Autotür öffnete sich langsam. Heraus kam ein schwarz gekleideter Mann mit einer Skimaske. In einer seiner erhobenen Hände blitze etwas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass das Messer fallen“, forderte der Kassierer ihn auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fremde gehorchte, ohne etwas zu erwidern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort griff der Kassierer nach seinem Arm. Wie ein Polizist drehte er ihn in einer flüssigen Bewegung um, hielt ihn fest und drückte ihn gegen mein Auto. Das Messer kickte er mit dem Fuß außer Reichweite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verstört ging ich zum Auto zurück. Den Regen, der inzwischen etwas nachgelassen hatte, bemerkte ich kaum noch. Ich realisierte nicht einmal, wie unkontrolliert ich zitterte. Meine ganze Aufmerksamkeit galt dem Kassierer und dem Fremden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hast du ein Handy?“, fragte der Kassierer. Er sah mich aufrichtig an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, wo ich neben ihm stand, bemerkte ich wieder, wie riesig er war. Im Vergleich zu vorhin wirkte er jedoch sehr viel weniger bedrohlich, beinahe freundlich. Dann blickte ich auf den Mann mit der Skimaske, der in meinem Auto gesessen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich &#8230; ich versteh nicht &#8230;“, stammelte ich verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Als du bei meiner Tankstelle warst, hab ich gesehen, wie dieser <em>nette Herr</em> hier in dein Auto gestiegen ist. Ich wollte dich ja warnen, aber mein etwas &#8230; grobes Aussehen hat dich wohl verschreckt.“ Er lächelte leicht entschuldigend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während mein Hirn auf Hochtouren lief, irgendwie versuchte, zu verarbeiten, was in den letzten Minuten geschehen war, sah ich verwirrt zwischen den beiden Männern hin und her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kassierer musste mich erneut darum bitten, den Notruf zu wählen, bis ich seinem Wunsch endlich nachkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als die Polizei da war, schaffte ich es langsam, die ganze Situation zu begreifen. Ein maskierter Mann hatte sich mit einem Messer in mein Auto geschlichen. Hätte Charly – so hieß der Kassierer – ihn nicht gesehen und wäre mir nicht gefolgt, wäre ich mit dem Fremden ganz allein gewesen. Mitten im Nirgendwo.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich hatte nichts Besseres zu tun, als meinem Retter zu misstrauen. Ich hatte ihn zu schnell beurteilt. Doch das würde mir nur einmal passieren. Ich wollte mich bei Charly bedanken, ihn auf einen Kaffee einladen. Schließlich war scheinbar ein echt netter Mann, nein, er war ein Held.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Killer in the Backseat (Englisch für „Mörder auf der Rücksitzbank“), seltener High Beams (Englisch für „Fernlicht“), ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Amerika und Großbritannien. Es gibt sie in unzähligen Versionen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Täter:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es sehr viele verschiedene Versionen von Killer in the Backseat gibt, ist der Täter fast ausschließlich männlich. Häufig hat er eine Waffe wie ein Messer, eine Axt oder eine Pistole dabei, seltener ist er unbewaffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Versionen wird der Täter überhaupt nicht beschrieben, in anderen wird gesagt, dass er ein gesuchter Mörder oder ein entflohener Insasse einer Nervenheilanstalt sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch gibt es Versionen, in denen der Täter ein Ganganwärter sein soll. Hier heißt es, dass man – um bei der Gang mitmachen zu dürfen – einer Frau ein Körperteil abschneiden, sie entführen, sie vergewaltigen oder sie umbringen müsse. Besonders beliebt ist dieses angebliche Motiv des Täters bei Kettenbriefen, die von der &#8222;Killer in the Backseat&#8220;-Legende erzählen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der vielen Versionen lässt sich ihr Ablauf hauptsächlich in zwei Varianten einteilen:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 1:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Variante beginnt in einer Gaststätte, an einer Tankstelle, in einem Fastfood Restaurant o. Ä. oder direkt im Auto.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie nicht direkt im Auto beginnt, tankt die Protagonistin ihr Auto, trinkt einen Kaffee o. Ä., als ein Mann sie anspricht. Weil es schon sehr spät ist – teilweise ist sie auch mit dem Mann allein –, fühlt sie sich unwohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann sieht häufig recht grob und nicht vertrauenserweckend aus – z. B. ist er ein Trucker, trägt viele Tattoos, ist groß und/oder hat eine dunklere Hautfarbe (die viele Weiße leider auch heute noch als nicht vertrauenserweckend empfinden).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann versucht, sie daran zu hindern, zurück zum Auto zu gehen oder sie vom Auto wegzulocken, woraufhin die Frau Angst bekommt und mit ihrem Auto abhaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal fällt dieser Anfang auch weg und die Geschichte beginnt, wenn die Frau bereits im Auto sitzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Fahrt fällt der Frau recht bald auf, dass sie von einem Auto verfolgt wird. Es fährt dicht heran, blendet mit dem Fernlicht auf oder rammt ihr Auto sogar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Protagonistin fürchtet jetzt um ihr Leben, doch so sehr sie auch versucht, ihren Verfolger abzuhängen, es funktioniert nicht. Sie hält erst an, als sie einen Unfall baut, ihr Auto abwürgt (und es nicht mehr anspringt) oder sie ihr Ziel erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ein Mann aus dem Auto steigt, erkennt sie sofort, dass es der Mann ist, der sie zuvor angesprochen hat. Je nach Version fordert der Mann sie auf, das Auto zu verlassen, sie rennt in ein Haus oder hupt ihren Ehemann, Freund oder Vater vor die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin erklärt der Verfolger sofort, dass er der Frau gar nichts Böses wollte. Er habe bemerkt, dass sich ein Mann auf ihrer Rücksitzbank befindet. Das Aufblenden und Rammen sollte nur dazu dienen, dass der Mann die Frau nicht angreifen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte kann auf zwei unterschiedliche Arten enden: Entweder, sie rufen die Polizei, die den Einbrecher sofort festnimmt, oder sie sehen auf dem Rücksitz nach, finden jedoch nur eine offene Tür auf der Beifahrerseite und eine Waffe auf der Rücksitzbank.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Variante 2:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Variante von Killer in the Backseat befindet sich die Protagonistin fast immer an einer Tankstelle. Nachdem sie ihr Auto aufgetankt hat, macht der Kassierer der Tankstelle sie auf sich aufmerksam. Entweder, als sie die Tankstelle betritt, oder nachdem sie direkt an der Tanksäule per Karte bezahlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Z. B. bittet er sie zu sich, weil es Probleme bei der Zahlung gegeben habe, oder er hindert sie unter dem Vorwand, dass es etwas mit ihrem Auto nicht stimme, am Losfahren und überredet sie, wieder auszusteigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald die Frau vom Auto weg ist und sie außer Hörweite sind, erklärt er, dass er gesehen habe, wie sich ein Mann auf ihrer Rücksitzbank versteckt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder gibt es mehrere Varianten, wie diese Geschichte enden kann: Entweder, die Frau tut so, als wäre sie noch mit dem Kassierer beschäftigt, bis die zuvor gerufene Polizei eintrifft, oder sie sieht, wie der Täter aus dem Auto flieht, nachdem er bemerkt, dass er entdeckt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten flieht die Frau auch, bevor der Kassierer sie warnen kann, woraufhin die Frau im Auto ermordet wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ort des Geschehens variiert von Geschichte zu Geschichte. Häufig bauen die Erzähler sie so um, dass es eine Gegend in der Nähe oder die Stadt, in der man sich befindet, betrifft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Killer in the Backseat“ Geschichte existiert schon seit mehreren Jahrzehnten und wurde auf mehrere unterschiedliche Weisen verbreitet – hauptsächlich über das Internet als Kettenbrief oder per Mund-zu-Mund Propaganda.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da hierbei unterschiedlichste Methoden verwendet wurden, hat sie schnell viele verschiedene Zielgruppen erreicht. So wurde sie als bloße Gruselgeschichte, als angeblich wahres Erlebnis, als vermeintliche Warnung oder sogar als angeblicher Bericht einer Polizeistelle verbreitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem haben viele Serien, wie die Simpsons oder X-Factor, aber auch viele Horrorfilme die Legende aufgegriffen, was wiederum bei der Verbreitung geholfen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie oder wo genau die urbane Legende begonnen hat, ist jedoch unklar. Sie ließ sich jedoch mindestens auf 1967 zurückverfolgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird vermutet, dass sie lose an einen wahren Fall angelehnt sein könnte. So gab es tatsächlich schon mehrere Fälle von Straftätern, die sich auf dem Rücksitz eines Autos versteckt haben. Einen Fall, der ähnlich wie Killer in the Backseat ablief, hat man bisher jedoch nicht finden können.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Killer in the Backseat? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie hätte ihr euch an Bettys Stelle verhalten? Hättet ihr Charly mehr Vertrauen geschenkt? Oder wärt ihr auch vor ihm geflüchtet? Und was würdet ihr tun, wenn euch ein fremdes Auto verfolgt? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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