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	<title>Philippinen Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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		<title>Aswang (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2023 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit offenem Mund stand ich da, unfähig, mich zu bewegen. Mein Hirn arbeitete auf Hochtouren, wollte nicht begreifen, was da gerade geschah, während dieses … Ding sich Stück für Stück in eine menschenähnliche Kreatur verwandelte ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/aswang">Aswang (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>Mein Beitrag über die Aswang war einer der ersten Beiträge, die ich je auf meinem Blog hochgeladen habe. Da ich neulich erst bei einer Lesung auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden">Patreon</a> mit einer Leserin über den Aswang gesprochen habe, bot es sich für mich an, den alten Beitrag zu entstauben, indem ich ihn komplett überarbeite. Zu der Filipina, die mir damals bei der Recherche geholfen hat, habe ich zwar keinen Kontakt mehr, die <a href="https://www.aswangproject.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Website</a> und der <a href="https://youtu.be/2ePhqoyLpXQ?si=EjGgLHn6AxIBbg2P" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dokumentarfilm „The Aswang Phenomenon“</a> haben mir bei der Überarbeitung aber sehr geholfen.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!)</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; fehlgeschlagene Schwangerschaf<br>
&#8211; Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Als mein Lolo, mein Großvater, noch lebte, hatte er mir häufig von den philippinischen Legenden erzählt. Er war vernarrt in die Erzählungen und Geschichten gewesen und hatte sogar behauptet, einige der Kreaturen selbst gesehen zu haben.</p>



<p>Aber auch, wenn ich ihm als Erwachsener kein Wort mehr glaubte, waren seine Geschichten in meiner Jugend mehr als einmal der Grund für meine Albträume gewesen. Natürlich wusste ich da noch nicht, dass ich mir eines Tages wünschen würde, ich hätte ihm besser zugehört.</p>



<p>Früher waren meiner Meinung nach die einzigen realen Monster Menschen gewesen. Die Legenden waren für mich nicht mehr als Märchen. Das alles änderte sich jedoch, als eine von Lolos Kreaturen mein Leben zerstörte.</p>



<p>An jenem Abend war ich für die Spätschicht eingeteilt gewesen. Als ich den Supermarkt endlich verlassen hatte, war ich völlig erschöpft. Ich wollte nur noch nach Hause zu Aira, meiner schwangeren Frau, mich an sie kuscheln und ihren Bauch halten, um die Bewegungen unseres Sohnes zu spüren.</p>



<p>Zum Glück war der Supermarkt nicht weit von zu Hause entfernt. Er war tatsächlich so nah, dass ich bei gutem Wetter oft mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr.</p>



<p>Ich weiß noch, wie ich gedankenverloren den Sternenhimmel beobachtete, während ich die Straßen entlang radelte. Ich lauschte dem Konzert der Zikaden, spürte den warmen Fahrtwind auf meiner Haut. Der gesamte Stress des Arbeitstages fiel von mir ab.</p>



<p>In Gedanken war ich bei Aira. Ich überlegte, ob wir es am kommenden Wochenende endlich schaffen würde, das Kinderzimmer zu streichen. Wir hatten uns bereits für eine Farbe entschieden: ein warmes Orange.</p>



<p>Ich war gerade dabei, mit dem Fahrrad um eine Ecke zu biegen, dachte darüber nach, wie das fertige Kinderzimmer wohl aussehen würde, als ein Knurren vor mir mich in die Realität zurückriss.</p>



<p>Panisch zog ich die Bremsen an. Mein Fahrrad kam nur wenige Zentimeter später zum Stehen, direkt vor einem großen Hund, der vor mir auf dem Gehweg stand. Knurrend entblößte er im Licht einer einzelnen Laterne seine spitzen gelblichen Zähne.</p>



<p>Sein schwarzes Fell sah ungepflegt aus, wirkte stellenweise zu dünn, als wäre er krank oder leide unter Unterernährung. Beides keine Seltenheit für die zahlreichen Straßenhunde der Philippinen.</p>



<p>Was ihn jedoch deutlich von den anderen Straßenhunden abzeichnete, waren seine enorme Größe und sein Verhalten. Die anderen Hunde wirken für gewöhnlich ängstlich, passiv, mieden Menschen. Dieser Hund hingegen hatte eine aufrechte Körperhaltung, seinen Schwanz hatte er aufgestellt und den Kopf erhoben. Mit blutunterlaufenen Augen starrte er mich direkt an.</p>



<p>Ich hingegen bewegte mich keinen Millimeter, musste mich zwingen, langsam weiterzuatmen. Als Stadtmensch hatte ich keine Ahnung, wie ich mich einem wilden Tier gegenüber verhalten musste. Ich war mit der Situation komplett überfordert.</p>



<p>Zum einen schrien meine Instinkte danach, den Lenker herumzureißen und so schnell ich konnte loszuradeln, zum anderen wusste ich genau, dass ich dadurch wahrscheinlich den Jagdinstinkt des Tieres wecken würde.</p>



<p>Also stand ich bloß weiter reglos da, während der Hund seine Schnauze hob. Er schnupperte in meine Richtung. Dann veränderte sich plötzlich etwas in seinen Augen. Nein. Nicht nur in seinen Augen. Seine gesamte Körperhaltung änderte sich.</p>



<p>Erst dachte ich, er bewege sich nur, aber es war etwas anderes. Stück für Stück verlor das Tier sein Fell. Seine Vorderbeine begannen, kräftiger zu werden. Seine Pfoten wurden breiter, verwandelten sich in klauenartige Hände. Und auch seine Hinterbeine wurden dicker und länger, während sich seine Hinterpfoten langsam zu Füßen verwandelten.</p>



<p>Mit offenem Mund stand ich da, unfähig, mich zu bewegen. Mein Hirn arbeitete auf Hochtouren, wollte nicht begreifen, was da gerade geschah, während dieses … Ding sich Stück für Stück in eine menschenähnliche Kreatur verwandelte. Inzwischen war sein Fell komplett verschwunden. Stattdessen blieb fleckige graue Haut zurück.</p>



<p>Seine Schnauze ging langsam zurück, bildete einen Mund, aus dem eine spitze, unnatürlich lange Zunge ragte.</p>



<p>Dann traf mich ein Gestank nach Verwesung. Er war so intensiv, dass ich würgen musste. Hätte ich nicht mein Fahrrad gehalten, wäre ich wohl einige Schritte zurückgetaumelt. Dafür hatte ich jetzt endlich die Kontrolle über meinen Körper zurück. Meine Schockstarre war beendet.</p>



<p>Mit einem letzten Blick auf die Kreatur, die noch immer zusammengekauert dastand, riss ich das Fahrrad herum, sprang wieder auf den Sattel und trat in die Pedale, als würde mein Leben davon abhängen.</p>



<p>Meine Hoffnung, dass das Wesen durch die Verwandlung zu geschwächt sei, um sofort die Verfolgung aufzunehmen, wurde von dem klackernden Geräusch hinter mir zunichtegemacht. Scharfe Klauen trafen mit schnellen Schritten lautstark auf den gepflasterten Boden.</p>



<p>Während ich mit einer im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubenden Geschwindigkeit durch die Straßen hetzte, schien das Wesen keine Probleme zu haben, mit meinem Fahrrad mitzuhalten. Trotzdem blieben seine Schritte immer auf gleichem Abstand. Sogar, als ich mehrfach bei einigen Kurven ins Straucheln kam, holte es mich nicht ein.</p>



<p>Ich dachte mir nichts dabei. Mein einziger Gedanke war, dass ich gejagt wurde. Dass das Wesen irgendetwas anderes als mich und mein zartes Fleisch im Sinn haben konnte, kam mir nicht einmal in den Kopf. Und so führte ich es direkt zu mir nach Hause – direkt zu Aira.</p>



<p>Dort angekommen sprang ich sofort vom Fahrrad, das scheppernd auf dem harten Boden landete. Ein Blick nach hinten verriet mir, dass ich das Wesen abgehängt hatte. Zumindest musste der Abstand so groß geworden sein, dass es die letzte Kurve noch nicht erreicht hatte.</p>



<p>Während ich meine Schlüssel aus der Tasche zerrte, machte sich eine trügerische Hoffnung in mir breit. Fast im selben Moment entglitt der Schlüsselbund jedoch meinen schwitzigen Fingern. Mit einem lauten Rasseln schlug er auf dem Boden vor der Haustür auf.</p>



<p>Ich erstarrte, lauschte auf alle Geräusche, ehe ich mich selbst daran erinnerte, mich zu beeilen. Aber selbst da konnte ich nichts hören außer den nächtlichen Vögeln im Dschungel, den typischen Klängen der Stadt und meinem eigenen rasenden Herzen.</p>



<p>Mit zittrigen Fingern schaffte ich es endlich, die Tür aufzuschließen. Ich riss den Schlüssel aus dem Schloss, sprang in den Flur und drückte die Tür hinter mir fest zu.</p>



<p>Erst jetzt erlaubte ich es mir, durchzuatmen. Meine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding. Als die Anspannung endlich von mir abzulassen schien, ließ ich mich mit zittrigen Knien an der Tür zu Boden sinken. Tränen schossen mir in die Augen, während ich die Beine mit den Armen zur Brust zog.</p>



<p>„Joshua? Joshua, bist du das?“, hörte ich Airas Stimme laut aus dem Wohnzimmer rufen.</p>



<p>Mein gesamter Körper verkrampfte sich. Die Angst war schlagartig zurückgekehrt. Unfähig zu antworten, ließ ich meine Hände zu Boden gleiten. Auf allen vieren tastete ich mich langsam zu dem Fenster neben unserer Haustür vor. Es reichte bis zum Boden. Ich würde keine Probleme haben, von hier unten auf die Straße hinauszublicken.</p>



<p>Trotzdem hielt ich für eine Sekunde inne, ehe ich hinaussah. Sicherlich kennt ihr den ein oder anderen Horrorfilm, in dem jemand ängstlich aus einem Fenster schaut, nur um auf der anderen Seite ein fremdes Gesicht zu sehen, wenige Zentimeter von dem eigenen entfernt. Ich sah das Gesicht der Kreatur mit seiner langen Zunge schon förmlich vor mir, ehe ich den Blick nach draußen wagte.</p>



<p>Dann: Erleichterung. Auf der Straße war es völlig ruhig. Das einzige Gesicht, das mir entgegenstarte, war die Reflexion meines eigenen.</p>



<p>Inzwischen war die angestaute Anspannung in mir so groß, dass ich mich fast auf den Boden übergeben hätte. Trotzdem zwang ich mich, aufzustehen. Ich musste zu Aira.</p>



<p>Ehe ich jedoch auch nur einen Schritt in Richtung Wohnzimmer machen konnte, ertönte plötzlich das Geräusch von splitterndem Glas – dicht gefolgt von einem markerschütternden Schrei meiner Frau.</p>



<p>„Aira!“, kreischte ich.</p>



<p>Ein schmatzendes Geräusch mischte sich unter Airas Geschrei, während ich ins Wohnzimmer sprintete. Aber ich war zu spät. Im Wohnzimmer angekommen sah ich nur noch eine große graue Gestalt, die aus dem kaputten Fenster sprang.</p>



<p>Dann fiel mein Blick auf Aira. Sie lag am Boden, umgeben von Glasscherben und Blut. Panik glänzte in ihren weit aufgerissenen Augen.</p>



<p>„Aira! Schatz!“, schrie ich, während ich zu ihr hetzte.</p>



<p>Jetzt bemerkte ich die klaffende Wunde an ihrem Bauch. Das Monster hatte sie aufgerissen. Vor lauter Rot konnte ich nicht erkennen, wo ihre Haut aufhörte und wo das zerfetzte Kleid begann.</p>



<p>Hilflos presste ich eine Hand auf die Wunde, während ich mit der anderen den Notruf wählte. Die Stimme eines Mannes meldete sich. Ich beantwortete seine Fragen wie automatisch, schenkte ihm kaum Beachtung, während ich die Umstände und unsere Adresse herunterratterte. Schließlich sollte ich das Telefon auf laut stellen und neben Airas Kopf legen.</p>



<p>„Hallo? Frau Reyes? Aira? Können Sie mich hören?“, fragte die Stimme aus dem Telefon.</p>



<p>Aira reagierte nicht. Stattdessen sah sie mich noch immer aus Angst erfüllten Augen an.</p>



<p>„Herr Reyes? Ist Ihre Frau bei Bewusstsein? Sie müssen sie unbedingt wachhalten. Ein Krankenwagen ist schon auf dem Weg zu Ihnen.“</p>



<p>Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Liebevoll streichelte ich Aira mit meiner sauberen Hand über die Wange. „Hast du gehört, Aira? Hilfe ist unterwegs! Du musst nur noch einen Moment durchhalten! Bitte Schatz, halte durch!“</p>



<p>Aira öffnete den Mund, um etwas zu sagen. Ihre Stimme war so schwach, dass ich mich vorbeugen musste, um sie zu verstehen. „Er hat unseren Jungen gestohlen.“</p>



<p>„Wer? Wer hat unseren Jungen gestohlen?“, erwiderte ich.</p>



<p>„Aswang“, hauchte sie. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.</p>



<p>Das Wort bewegte etwas in mir. Ich kannte den Namen, hatte ihn schon diverse Male gehört, auch wenn ich nicht wusste, was er bedeutete.</p>



<p>„Aswang? Wer ist Aswang?“, fragte ich sofort, versuchte, meine Frau in ein Gespräch zu verwickeln, sie bei Bewusstsein zu halten.</p>



<p>Im nächsten Moment jedoch verloren Airas Augen ihren Fokus. Ihr Blick ging ins Leere und meine Frau tat ihren letzten Atemzug.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Nach dem Vorfall war ich für lange Zeit in tiefe Trauer gefallen. Es hatte Monate gedauert, bis ich wieder lächeln konnte.</p>



<p>Die Polizei hatte mir auf mein Flehen hin erzählt, dass man Aira den Fötus aus dem Bauch gerissen hatte. Sie erklärten, dass sie keine Ahnung hatten, welches Werkzeug der oder die Täter verwendet hatten. Auch wollten sie mir nicht zuhören, als ich ihnen von dem Wesen erzählte. Sie schoben es auf den Schock, den ich erlitten hatte.</p>



<p>Trotzdem war der brutale Umstand von Airas Tod nicht das Schlimmste, wie ich nur wenige Tage später erfahren sollte. Die ganze Zeit ließ mich ein einzelnes Wort nicht los: Aswang. Ein Name, der sich zusammen mit Airas letzten Worten in mein Gedächtnis gebrannt hatte.</p>



<p>Als ich im Internet danach suchte, wurde ich schnell fündig. Es gab tatsächlich ein philippinisches Wesen mit dem Namen. Was mich jedoch viel mehr schockte, war ein einzelner Satz: Aswang ernähren sich am liebsten von Föten, die sie schwangeren Frauen aus dem Leib reißen.</p>



<p>Der Schock traf mich wie ein kalter Schwall Eiswasser. Ich erinnerte mich, wie der Hund an mir gewittert hatte, ehe er sich verwandelte. Wie die Schritte hinter mir immer auf gleichem Abstand geblieben waren, mich nicht eingeholt hatten. Es war meine Schuld gewesen. Ich hatte Aira umgebracht. Ich hatte den Aswang genau zu unserem ungeborenen Sohn geführt.</p>



<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Der Aswang ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer">Kreatur</a>, die auf den Philippinen vorkommen soll. Er ist aber nicht einfach nur ein Monster, sondern kann eine ganze Reihe von verschiedenen Wesen darstellen, die alle unter dem Namen „Aswang“ bekannt sind.</p>



<p>So wird z. B. der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/manananggal">Tikwi bzw. Manananggal</a> manchmal als eine Unterart des Aswang beschrieben, auch wenn andere Leute die Wesen als eigenständige Kreaturen sehen.</p>



<p>Umfragen zufolge sollen etwa 80% aller Filipinos an die Existenz von Aswang glauben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Das Aussehen der Aswang kann sich, aufgrund der weiten Verbreitung und geographischen Grenzen zwischen den philippinischen Inseln, stark unterscheiden.</p>



<p>Tagsüber sollen sie fast wie eine normale Frau, sehr viel seltener auch wie ein Mann, aussehen. Jedoch gibt es auch hier verschiedene Erkennungsmerkmale: Zum Beispiel sollen die Reflexionen in ihren Augen auf dem Kopf stehen oder sie sollen kein Philtrum (die kleine Einbuchtung zwischen Nase und Oberlippe) besitzen.</p>



<p>Die Gestalt, in die sie sich nachts verwandeln, reicht hingegen von einer hässlichen Frau mit Vampirzähnen und Fledermausflügeln, über diverse Tiere und ghulähnliche Kreaturen bis hin zu einer vergleichsweise menschlichen Hexe.</p>



<p>Der Einfachheit halber werde ich mich an dieser Stelle hauptsächlich auf die mir am besten bekannte Form konzentrieren, von der Tuyo, die bereits erwähnte Filipina, mir erzählt hat: eine ghulähnliche Kreatur mit gestaltwandlerische Fähigkeiten.</p>



<p>Diese Art der Aswang verwandelt sich nachts in eine menschenähnliche Kreatur mit grauer, fleckiger Haut und milchigen Augen. Sie haben meist keine Haare, gelegentlich spitze Ohren und können sowohl einen männlichen als auch einen weiblichen Körper haben. Einige von ihnen sollen außerdem eine unnatürlich lange Zunge besitzen.</p>



<p>Wenn sie ihre Gestalt in eine andere Form verwandeln, nehmen die hierbei meist die Gestalt eines großen schwarzen Hundes oder eines großen schwarzen Schweins an. Ich habe aber auch von Katzen, Pferden und diversen Vogelarten gelesen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entstehung:</h3>



<p>Es gibt verschiedene Theroien, wie ein Aswang entstehen kann. Die meisten von ihnen involvieren einen anderen Aswang, der seine Kräfte an sein „Opfer“ weitergibt.</p>



<p>Eine der bekanntesten Theorien ist, dass jeder Aswang ein kleines schwarzes Küken in seinem Bauch trägt. Wenn ein Aswang stirbt, kann er dieses Küken weitergeben, indem es aus seinem Mund hüpft und von dem zukünftigen Aswang geschluckt wird.</p>



<p>Andere Leute behaupten, dass der Speichel eines Aswang „ansteckend“ ist. So soll eine Person zu einem Aswang werden, wenn ihr ein Aswang ins Ohr spuckt.</p>



<p>Neuere Theorien, die von den Vampirlegenden der Kolonisten übernommen wurden, involvieren einen vampirähnlichen Biss, durch den sich Menschen in einen Aswang verwandeln, wenn sie ihn überleben sollten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Aswang werden allerlei schlechte Eigenschaften nachgesagt. Hauptsächlich sind sie aber dafür bekannt, nachts Menschen anzugreifen. Seit Jahrhunderten werden sie auf den Philippinen gefürchtet und wurden bereits für viele grausame Tode verantwortlich gemacht.</p>



<p>Hauptsächlich greifen sie die Menschen an, weil sei sich von ihnen ernähren.</p>



<p>Am liebsten sollen ihnen dabei Kinder, Babys und sogar Föten sein. Während sie die Kinder so fressen, reißen sie die Föten aus den Leibern schwangerer Frauen oder saugen sie mit ihrer langen Zunge aus ihnen heraus.</p>



<p>Aber auch für erwachsene Menschen sind vor Aswang nicht sicher. Wenn die Wesen keine gesunden Menschen finden, geben sie sich selbst mit Kranken und sogar kürzlich Verstorbenen zufrieden.</p>



<p>Auf welchen Teil des menschlichen Körpers es die Aswang abgesehen haben, unterscheidet sich je nach Version und Region der Erzählung. Während sie die Föten meist ganz fressen, sind sie bei erwachsenen Menschen manchmal nur hinter ihren Organen, besonders der Leber und dem Herzen, her. Auf welch brutale Weise sie die Menschen aufreißen, um an die Organe zu kommen, muss ich wahrscheinlich nicht erwähnen.</p>



<p>Eine andere Variante des Aswang hingegen saugt den Menschen bloß das Blut aus ihren Körpern, indem er entweder seine vampirähnlichen Zähne oder seine hohle Zunge benutzt.</p>



<p>Aber seine brutale Art, Menschen anzugreifen, ist natürlich nicht das einzig Außergewöhnliche an den Aswang. Viele Menschen glauben, dass sie ihre Gestalt in einen Hund oder ein Schwein verwandeln können, um sich zu tarnen. Und auch ihre unscheinbare menschliche Gestalt, die sie tagsüber annehmen, wird oft nur als Tarnung bezeichnet.</p>



<p>Außerdem gibt es Versionen, in denen Aswang noch weitere magische Fähigkeiten nachgesagt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Aswang sollen fast ausschließlich auf den Philippinen leben. Dort werden sie besonders häufig mit der Insel Panay und der darauf liegenden Provinz Capiz in Verbindung gebracht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Der Ursprung des Aswang ist nicht genau geklärt. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Aswang kommt aus dem Jahr 1595, als der spanische Kolonist Fray Diego del Villar dokumentiert hat, dass es auf den Philippinen einen weit verbreiteten Glauben an die Wesen gäbe.</p>



<p>Auch ist eine Legende über zwei philippinische Götter, Gugurang, ein Gott des Guten, und sein Bruder Asuang, ein Gott des Bösen bekannt. Es ist jedoch umstritten, ob „Asuang“ tatsächlich der Ursprung des Wortes „Aswang“ ist. Andere Theorien besagen, es leite sich von dem Sanskrit Wort „Azura“ (Dämon) oder einer Kombination der Worte „Asin“ (Salz) und „Bawang“ (Knoblauch) ab, mit denen Aswang gelegentlich in Verbindung gebracht werden.</p>



<p>Während man jedoch nicht weiß, wie genau der Glaube an die Aswang entstanden ist, gibt es verschiedene Gründe, wie die Aswang eine derartige Bekanntheit in der Region erreichen konnten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Aswang als Massenkontrolle:</h4>



<p>Als die spanischen Kolonialisten auf die Philippinen kamen, brachten sie das Christentum mit sich. Und wie es die Christen so oft getan haben, taten sie natürlich alles, um den Filipinos ihren Glauben aufzuzwingen.</p>



<p>Eine der effektivsten Methoden hierbei war es, ein Motiv zu nehmen, vor dem sich die Filipinos bereits fürchteten – den Aswang –, und es mit allem Unchristlichen und ihnen im Weg Stehenden in Verbindung zu bringen.</p>



<p>So war es den Christen z. B. ein Dorn im Auge, dass die meisten Filipinos sich an die Babaylans, die indigenen Schamanen und Priester, wandten, wenn sie gesundheitliche oder übernatürliche Probleme hatten. Damit sie sich in Zukunft an die westliche Medizin und die Kirche hielten, wurden die Babaylans, die damals übrigens fast ausschließlich Frauen waren, als Aswang dargestellt. So konnten sie die Babaylans zwar nicht völlig auslöschen, es sagt jedoch einiges aus, dass der damals fast ausschließlich den Frauen vorbehaltene Beruf, heutzutage fast nur noch von Männern ausgeübt wird.</p>



<p>Aber auch Aufstände gegen das Christentum, die es damals durchaus gab, wurden auf diese Weise zerschlagen, indem die Anführerinnen der Aufstände als Aswang bezeichnet wurden. Dadurch hatten die anderen Menschen zu große Angst, sich den Aufständen anzuschließen, und sie blieben erfolglos.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aswang als Kinderschreck:</h4>



<p>Wie bei vielen anderen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">Legenden</a> dieser Art bieten sich Monster wie Aswang als Kinderschreckfigur an. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Filipinos ihren Kindern hinweg erzählt haben, dass Aswang nachts um die Häuser schleichen. So wollten die Eltern ihre Kinder dazu zwingen, abends rechtzeitig im Bett zu sein, da sie sonst „der Aswang hole“.</p>



<p>Auch das hat das Gerücht über die Aswang über Generationen geschürt und im Volksglauben lebendig gehalten.</p>



<p><em>Was haltet ihr von den Aswang? Wie hättet ihr an Joshuas Stelle reagiert? Und findet ihr es auch so spannend, das eine komplette Nation an dieses Wesen glaubt? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



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		<title>Batibat – Sie tötet dich im Schlaf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es fühlte sich an, als läge irgendetwas Schweres auf meiner Brust, das mir sämtliche Luft aus den Lungen presste. Nein, nicht nur auf meiner Brust, auch auf meinem Bauch, meinem Hals und meinen Armen.<br />
Sämtliche Versuche, mich aufzurichten, scheiterten. Was war passiert? War die Decke über mir eingestürzt? Wieso bekam ich keine Luft!?</p>
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<p>Die Batibat oder Bangungot sind philippinische Geister, die angeblich jedes Jahr für unzählige Tode verantwortlich sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Glaubst du an das Paranormale? Das Übernatürliche? An Geister und Gespenster? Ich tat es nicht und musste dafür schwere Konsequenzen tragen.</p>



<p>Alles begann, als ich mir ein Grundstück auf den Philippinen gekauft hatte. Ich war erst vor etwa einem Jahr aus Deutschland hergezogen und hatte bisher bei meinen zwar netten, aber auch sehr strengen Großeltern gelebt. Daher war ich unglaublich froh gewesen, als ich das Grundstück gefunden hatte.</p>



<p>Es hatte eine großartige Lage, ganz in der Nähe der Stadt, und war trotzdem unvorstellbar günstig. Zuerst war ich natürlich skeptisch: Wie konnte das Grundstück so billig sein? In meinem Kopf entstanden allerlei Theorien, eine unschöner als die nächste. Als ich jedoch den wahren Grund erfuhr, konnte ich nur lachen.</p>



<p>Fast genau in der Mitte des nicht sonderlich großen Grundstücks stand ein sehr alter Baum. Es wäre wohl unmöglich, hier ein Haus zu bauen, ohne ihn vorher zu fällen. Hier auf den Philippinen war jedoch der Glaube weit verbreitet, dass Geister in alten Bäumen wohnen. Und so war niemand bereit gewesen, den Baum zu fällen und somit zu riskieren, die Wut eines Geistes auf sich zu lenken.</p>



<p>Ich hatte natürlich kein Problem damit. In Deutschland wurde ich nicht spirituell erzogen. Ich wusste – nein, ich glaubte zu wissen, dass Geister nichts anderes als Hirngespinste seien. Und so dauerte es nicht lange, bis der Baum gefällt war und mein neues Haus errichtet wurde. Ich kam mir besonders schlau vor, als ich auch noch denselben Baum zu einigen der Stützpfeiler im Haus verarbeitet hatte, um ein paar Philippinische Pesos zu sparen.</p>



<p>Damals ahnte ich noch nichts von meinem Unglück. Das kam erst am Tag meines Einzugs – oder besser gesagt in der Nacht.</p>



<p>Ich hatte gerade die wenigen Gäste, die zur Einweihungsparty gekommen waren, verabschiedet und mich auf meine Couch fallenlassen.</p>



<p>Ginto setzte sich neben mich. Obwohl wir uns noch nicht lange kannten, waren wir schnell gute Freunde geworden. Und so hatte ich den Vorschlag gemacht, dass wir nach der Einweihungsparty zusammen einen Film gucken und er bei mir übernachten könne.</p>



<p>„Ich muss schon sagen, Linus: Auf das neue Haus kannst du echt stolz sein. Klein, aber gemütlich. Und erst die Lage“, sagte er.</p>



<p>Ein Grinsen umspielte meine Lippen. Wenn er wüsste, dass das Haus auf demselben Grundstück stand, von dem er mir vor ein paar Monaten noch gesagt hatte, dass ich die Finger davon lassen solle &#8230; <em>‚Mit Geistern legt man sich nicht an!‘</em>, hörte ich seine Worte von damals in meinem Kopf.</p>



<p>„Ich hab sogar dabei geholfen, es zu bauen“, erklärte ich stolz. „Einige der Stützpfeiler sind von mir.“</p>



<p>Ginto staunte nicht schlecht. Anscheinend hatte er mir das nicht zugetraut. Ich hingegen badete mich in meinem Stolz – unwissend, dass eben jene Stützpfeiler, die ich aus dem Holz des alten Baumes gefertigt hatte, der größte Fehler meines Lebens sein sollten.</p>



<p>Nachdem wir uns noch eine Weile über allerlei Belangloses unterhalten und ein wenig von dem Restalkohol der Party getrunken hatten, merkte ich, wie sich die Müdigkeit und Erschöpfung der letzten Tage in mir breitmachten. Und Ginto schien es nicht besser zu gehen. Er hatte mir die Woche beim Möbelschleppen geholfen und blinzelte inzwischen müde vor sich hin.</p>



<p>Zwar versuchten wir noch, den Film – „The Hows of Us“, ein bekanntes philippinisches Drama, das ich noch nie gesehen hatte – durchzuhalten, aber es ist wohl nicht verwunderlich, dass wir dabei nur mäßigen Erfolg hatten. Bereits nach zehn Minuten hörte ich leises Schnarchen neben mir.</p>



<p>Bevor ich selbst in die Welt der Träume gleiten konnte, zwang ich mich, aufzustehen. Ich schaltete den Fernseher aus und weckte Ginto, um gute Nacht zu sagen. Dann ging ich sofort ins Schlafzimmer.</p>



<p>Als ich schließlich in meinem neuen Bett lag, betrachtete ich im Schein des Wohnzimmerlichts, das durch die halb geöffnete Tür kam, mein neues Schlafzimmer.</p>



<p>Ich sah den großen hölzernen Kleiderschrank, der die Wand links von mir fast komplett ausfüllte, dann wanderte mein Blick zu dem mit Jalousien verhangenen Fenster an der Wand gegenüber des Betts und schließlich betrachtete ich die Wand links von mir.</p>



<p>Ich erinnere noch, wie mein Blick über die halb offene Tür gehuscht war, doch ehe er den großen Spiegel erreicht hatte, war ich bereits eingeschlafen. Auch wie Ginto mir eine gute Nacht wünschte, bevor er das Wohnzimmerlicht ausschaltete und es sich auf der Couch bequem machte, bekam ich nicht mehr mit.</p>



<p>Normalerweise mochte man annehmen, dass ich ruhige Träume haben würde, jetzt, wo der Stress der letzten Wochen und Monate endlich von mir abgefallen war. Und tatsächlich war es zu Anfang so: Ich stand auf einer Wiese mit allerlei bunten Blumen. Neben mir eine Decke und ein Picknickkorb, während ich aus dem Nichts die Stimme meiner Mutter hörte. In sanften Tönen sang sie ein Schlaflied, das sie mir als Kind immer gesungen hatte.</p>



<p>Im Traum schloss ich die Augen und genoss den Moment, bis ich plötzlich spürte, wie mir die Luft wegblieb. Ich öffnete den Mund, um einen tiefen Atemzug zu nehmen, aber es klappte nicht. Ich schaffte es nicht, einzuatmen!</p>



<p>Panisch öffnete ich die Augen. Ich stand noch immer auf der Wiese, träumte noch, doch obwohl der Himmel weiterhin wolkenlos war und die Sonne weiter schien, war alles jetzt irgendwie dunkler, farbloser. Sogar das Schlaflied meiner Mutter klang jetzt anders. Es hallte wie in einem leeren Raum und wirkte irgendwie gequält. Es klang unheimlich, fast schon bedrohlich. Dann war es schlagartig still, während um mich herum plötzlich völlige Dunkelheit herrschte.</p>



<p>Es dauerte einen Moment, bis ich merkte, dass ich aufgewacht war und in meinem Bett lag. Doch etwas stimmte nicht: Ich konnte noch immer nicht einatmen.</p>



<p>Es fühlte sich an, als läge irgendetwas Schweres auf meiner Brust, das mir sämtliche Luft aus den Lungen presste. Nein, nicht nur auf meiner Brust, auch auf meinem Bauch, meinem Hals und meinen Armen.</p>



<p>Sämtliche Versuche, mich aufzurichten, scheiterten. Was war passiert? War die Decke über mir eingestürzt? Wieso bekam ich keine Luft!?</p>



<p>Panisch versuchte ich, freizukommen, doch das Einzige, was ich schaffte, war es, meinen linken Arm leicht zu bewegen. Wenigstens konnte ich so versuchen, meine Nachttischlampe einzuschalten.</p>



<p>Unter unglaublicher Anstrengung, Schmerzen und dem Gefühl, als könne mein Arm jeden Moment brechen, konnte ich endlich das Holz meines Nachttischs spüren. Gegen den aufkommenden Schwindel ankämpfend, suchte ich mit der Hand nach meiner Nachttischlampe. Endlich fand ich das Kabel und tastete weiter zum Schalter. Ich betätigte ihn sofort. <em>Klick</em>.</p>



<p>Hätte ich meinen Oberkörper noch bewegen können, wäre ich wahrscheinlich zusammengezuckt. Mit großen Augen starrte ich das Ding vor mir an. Auf meiner Brust saß eine dicke nackte Frau mit langen Haaren. Sie saß mit dem Rücken zu mir. Ihr Körper wirkte fast aufgequollen und legte sich wie eine kalte menschliche Decke über mich. Ihr fehlte jede Wärme und ihre Haut hatte eine unnatürlich graue Farbe.</p>



<p>Ich wusste sofort, was sie war: Ein Geist. Ein Wesen, das hier war, um mich zu bestrafen, weil ich ihren Baum gefällt hatte. Daran zweifelte ich nicht eine Sekunde.</p>



<p>Auch dachte ich nicht darüber nach, ob ich vielleicht noch träumte. Nein. Dafür fühlte es sich viel zu echt an.</p>



<p>Trotzdem war ich nicht bereit, einfach aufzugeben. Ich öffnete den Mund, um nach Ginto zu rufen. Er kannte sich mit Geistern aus, konnte mir sicher helfen!</p>



<p>Doch aus meinem Mund kam nicht einmal ein Röcheln. Ohne den ersehnten Sauerstoff, ohne Luft, die ich ausatmen konnte, kam nicht ein einziges Geräusch über meine stummen Lippen.</p>



<p>Ich merkte, wie ich begann, das Bewusstsein zu verlieren. Der Raum drehte sich leicht und verschwamm immer wieder. Ich kämpfte dagegen an, versuchte panisch, um mich zu schlagen. Doch die Frau auf mir hielt mich mit ihrem Körper eisern fest. Das Einzige, was sich schaffte, war es, kraftlos die Hand zu heben, mit der ich noch immer den Schalter der Nachttischlampe umklammert hielt.</p>



<p>Dann kam mir eine Idee: Die Lampe! Mit letzter Anstrengung bewegte ich den Arm wieder in Richtung Bett, aber ließ den Schalter dabei nicht los. Es brauchte mehrere Anläufe, aber schließlich klappte es: Mit einem lauten Poltern und Klirren donnerte die Lampe zu Boden. Aber reichte das aus, um Ginto zu wecken?</p>



<p>Während ich wieder in Dunkelheit gehüllt war, schickte ich ein Gebet zu Gott oder sonst wem, der mir zuhören würde, dass Ginto es bitte gehört haben soll.</p>



<p>Meine Gebete wurden erhört. Wenige Sekunden später – als ich bereits merkte, dass mir das Denken zunehmend schwerer fiel, ging plötzlich die Deckenlampe an.</p>



<p>„Linus? Alles in Ordnung?“, fragte Ginto müde. Dann wurde seine Stimme panisch: „Linus!“</p>



<p>Ein schwaches Lächeln kam über meine Lippen. Jetzt würde alles gut werden. Ginto würde mir helfen.</p>



<p>Keine zwei Sekunden später spürte ich, wie Ginto mich an den Schultern packte, um mich unter dem Wesen herauszuziehen. Nein &#8230; er zog nicht, er schüttelte an mir. Was sollte das?</p>



<p>Meine Augen hatten inzwischen den Fokus verloren. Gintos Stimme klang entfernt, während er meinen Namen rief.</p>



<p>Mit letzter Kraft konzentrierte ich mich also auf meine Sicht und schaffte es, wieder etwas klarer zu sehen. Ich sah Ginto, wie er über mir stand. Seine Arme an meinen Schultern. Aber &#8230; das war nicht alles. Sein linker Arm steckte in der seltsamen Frau fest. Nein, er steckte nicht, er ging durch sie hindurch.</p>



<p>Wäre ich dazu in der Lage gewesen, hätte ich vielleicht gelacht. Welch bittere Ironie des Schicksals. Ginto wusste nicht, was mit mir nicht stimmte. Er konnte die Frau nicht sehen, sie nicht einmal berühren. Hätte er von dem Baum gewusst, hätte er vielleicht eine Ahnung gehabt, aber so &#8230;? Er konnte mir nicht helfen.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Ein Batibat, auch Bangungot (Filipino für „Albtraum“) genannt, ist ein <a href="https://geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> der philippinischen Folklore. Sie sind dafür bekannt, ihre Opfer – meist junge Männer – im Schlaf zu ersticken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Batibat sind meist weibliche Geister, die wie eine große, alte und sehr dicke Frau aussehen. Ihre Haut wird oft als dunkel oder grau beschrieben, was jedoch an den schlechten Lichtverhältnissen liegen kann, die bei den Sichtungen herrschen.</p>



<p>Außerdem heißt es häufig, dass die Frau nackt oder nur sehr spärlich bekleidet sei.</p>



<p>In selteneren Fällen soll es außerdem vorkommen, dass Batibat männlich sind. Hierzu habe ich aber nur sehr wenige Infos finden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Batibat sind nicht zwangsläufig bösartig, aber wie viele südost-asiatische Geister, sind auch sie stark mit Bäumen verbunden und wohnen sogar in ihnen.</p>



<p>Wird ein Baum, in dem ein Batibat lebt, abgeholzt, macht das den Geist sehr wütend. Besonders gefährlich wird es, wenn der Baum anschließend zu einem Stützpfosten für ein Haus oder zu einem Möbelstück verarbeitet wird. Der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legende</a> nach soll der wütende Geist anschließend in Löchern und Spalten im toten Holz seines Baumes leben.</p>



<p>Wenn dann auch noch nachts jemand in der Nähe des Holzes schläft – das sehen Batibat überhaupt nicht gern – schwebt er oder sie sogar in Lebensgefahr. Dann kommt der Batibat nämlich aus seinem Holz und setzt sich auf die Brust oder das Gesicht der schlafenden Person.</p>



<p>In meisten Fällen ist es dann für das Opfer bereits zu spät. Die Batibat können sich so schwer machen, dass sie sämtliche Luft aus den Lungen ihres Opfers pressen und auch die stärksten Menschen es nicht schaffen, sich zu befreien.</p>



<p>Die einzige Möglichkeit, sich dann noch zu retten, soll es sein, wenn man es schafft, mit den Zehen zu wackeln oder sich in den Daumen zu beißen. Daraufhin soll der Batibat verschwinden.</p>



<p>Nach einigen Theorien heißt es außerdem, dass Batibat bloß eine Schlafparalyse oder einen Albtraum mit tödlichem Ausgang verursachen. In dem Fall wacht man von dem mit den Zehen Wackeln oder dem in den Daumen Beißen auf und ist im wachen Zustand in Sicherheit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Batibat sind fast ausschließlich auf den Philippinen bekannt. Es gibt aber durchaus ähnliche Schlafdämonen in anderen Ländern. <a href="https://www.geister-und-legenden.de/druden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Druden</a> der deutschen Folklore sollen sich beispielsweise ebenfalls auf die Brust einer schlafenden Person hocken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Der Ursprung der Batibat könnte euch überraschen: Es gibt tatsächlich jedes Jahr viele unerklärte Todesfälle auf den Philippinen, bei denen – meist junge Männer – im Schlaf ums Leben kommen.</p>



<p>Auf den Philippinen wird dieses Phänomen „Bangungot“ – genau wie das <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wesen</a> – genannt. Im Deutschen nennt man es „Tod-im-Bett-Syndrom“, ein plötzlicher Herztod, der auch junge Menschen betreffen kann.</p>



<p>Auffällig sind hierbei auf den Philippinen die hohen Todeszahlen. So sterben jedes Jahr etwa 43 von 100.000 Filipinos, die meisten von ihnen Männer, an dem Tod-im-Bett-Syndrom. Umgerechnet sind das etwa 46.483 Tode pro Jahr.</p>



<p>Das Gruselige hierbei ist, dass man bei vielen Fällen nicht genau weiß, woran die Menschen gestorben sind. Es gibt zwar den Verdacht, dass „Bangungot“ durch eine ausgiebige Mahlzeit direkt vor dem Schlafengehen ausgelöst werden könne, aber sicher ist man sich hierbei nicht.</p>



<p>Also wer weiß, vielleicht ist an den Batibat ja mehr dran, als man im ersten Moment glaubt &#8230;</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em><strong>Was haltet ihr von den Batibat/Bangungot? Würdet ihr euch trauen, einen Baum zu fällen, während ihr auf den Philippinen seid? Was denkt ihr, steckt hinter den vielen Todesfällen? Schreibt es in die Kommentare!</strong></em></p>



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