<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>afrikanische Legende Archive - Geister und Legenden</title>
	<atom:link href="https://www.geister-und-legenden.de/tag/afrikanische-legende/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/afrikanische-legende</link>
	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
	<lastBuildDate>Sun, 10 May 2026 22:23:37 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.geister-und-legenden.de/wp-content/uploads/2019/03/Icon2-150x150.jpg</url>
	<title>afrikanische Legende Archive - Geister und Legenden</title>
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/afrikanische-legende</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Biloko – Hör nicht auf seine Glocke!</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/biloko</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/biloko#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[afrikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[afrikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Biloko]]></category>
		<category><![CDATA[Congo]]></category>
		<category><![CDATA[Eloko]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kongo]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptid]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptide]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=3444</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mir war so unglaublich schlecht. Wie viel Blut hatte ich bereits verloren? Mein Hinterkopf schmerzte von dem Sturz. Sollte das also das Letzte sein, was ich sah?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/biloko">Biloko – Hör nicht auf seine Glocke!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/3d6c405bc0374f19bcfd758cd89c791e" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die Biloko sind eine afrikanische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">Legende</a>, die tief im Regenwald des Kongo spielt. Daher hat der Beitrag auch so lange gedauert – zum einen, weil die Geschichte recht lang geworden ist, zum anderen, weil ich mich erst ausgiebig über das Kongobecken informieren wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch eine kleine Anmerkung: Der nächste Beitrag wird wahrscheinlich etwas auf sich warten lassen, weil ich im Mai kein einziges Wochenende Zeit habe (und unter der Woche schaffe ich die Blogbeiträge nicht). Aber die monatliche Lesung auf Patreon werde ich trotzdem versuchen, unterzubekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun wünsche ich euch aber:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Blut</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lag auf dem Rücken. Über mir ragten hohe Bäume empor. Alles drehte sich. Ich sah zahlreiche verschiedene Pflanzen und Lianen, starrte in ein dichtes Blätterdach, durch das ich den Himmel kaum sehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war so unglaublich schlecht. Wie viel Blut hatte ich bereits verloren? Mein Hinterkopf schmerzte von dem Sturz. Sollte das also das Letzte sein, was ich sah?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na los, Frau!“, zischte mich eine Kinderstimme an. „Gib mir dein süßes, saftiges Fleisch!“ Dann ertönte wieder das sanfte Klingeln einer Glocke.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß noch gut, wie ich mich gefühlt hatte, als ich in dem kleinen klapprigen Propellerflugzeug ins Kongobecken gesessen hatte. Unter mir hatte sich das scheinbar endlose grüne Blätterdach des Regenwalds erstreckt. Ich hatte eine Mischung aus Ehrfurcht, Bewunderung, aber auch Sorge empfunden. Hier sollte ich die nächsten Wochen leben. Abseits jeglicher Zivilisation zusammen mit völlig fremden Menschen. Noch dazu unter allerlei gefährlichen Tieren mit dem nächsten Krankenhaus in hunderten Kilometern Entfernung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück waren meine Sorgen unbegründet. Klar, es gab hier gefährliche Tiere, aber wenn man wusste, wie man mit ihnen umzugehen hatte und die Augen und Ohren offenhielt, war das alles halb so wild. Zumal ich die meisten gefährlichen Tiere nie zu Gesicht bekommen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch die Leute konnte ich nur als herzlich beschreiben. Bei meiner Landung hatte sich das ganze Dorf an der Landebahn versammelt, um mich zu begrüßen. Die Erwachsenen hatten gelacht, gewunken und mir die Hände geschüttelt, während die Kinder neugierig zu mir gerannt waren, um mir High-Fives zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dr. Harrison?“, hatte mich ein Mann begrüßt. Er hatte eine überraschend tiefe Stimme und sprach mit einem starken Akzent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin noch keine Doktorin“, war meine Antwort gewesen. „Aber hoffentlich bald.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraufhin hatte der Mann mich breit angelächelt. „Dann sollten Sie sich an den Klang gewöhnen. Ich bin Bokungu, Ihr Guide. Es freut mich, Sie kennenzulernen, Dr. Harrison.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Guide war es seine Aufgabe, Neuzugänge wie mich im Dorf abzuholen. Immerhin lag der Grund meiner Reise, ein Forschungscamp für Bonobos, etwa zwanzig Kilometer tiefer im Dschungel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war ein anstrengender Fußweg gewesen. Wir folgten Trampelpfaden, kletterten über umgestürzte Bäume und wateten durch kniehohes Wasser. Zum Glück war das Wasser warm. Trotzdem war es am Anfang höchst ungewohnt, mit Schuhen, Socken und Hose durch den Bach zu wandern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf durfte ich außerdem feststellen, dass die Kleidung wegen der hohen Luftfeuchtigkeit kaum trocknete. Aber man gewöhnt sich ehrlich gesagt daran. Es war ja nicht so, dass meine Kleidung nicht ohnehin schon vor lauter Schweiß völlig durchnässt an meinem Körper klebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem halben Tagesmarsch und einer kurzen Strecke in einem Holzboot erreichten wir schließlich das Camp. Dort lernte ich den Rest des Teams kennen. Sie hatten mich aufgenommen, als wäre ich Teil ihrer Familie. Denn genau so fühlte es sich inzwischen an: wie eine Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hätten viele von uns kaum unterschiedlicher sein können. In unserem Camp wohnte ein bunter Mix aus Einheimischen und Ausländern wie mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da war Brian, der Arzt unserer kleinen Gruppe. Er war Engländer, war aber schon viele Male hier im Dschungel gewesen. Er hatte diverse Gegengifte und Verbandszeug immer griffbereit. Nur für den Fall der Fälle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem war da das Forscherteam, das die Bonobos, eine stark gefährdete Primatenart, untersuchte. Beziehungsweise waren es genau genommen zwei Forscherteams.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatten die wohl härteste Arbeit unserer ganzen Gruppe. Jeden Morgen machte sich eins der beiden Teams um etwa 3 Uhr auf den Weg, um zu den Bonobos zu gehen. Sie beobachteten sie, machten Notizen und begleiteten sie den kompletten Tag über, bis die Primaten am späten Abend wieder schlafen gingen. Am nächsten Tag stand schon das zweite Team bereit, um dieselbe Arbeit zu verrichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war wichtig, dass sie die Bonobos nie aus den Augen verloren. Wenn die Primaten nicht schliefen, musste immer ein Forscherteam bei ihnen sein, damit wir die Gruppe nicht verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus gab es einige Leute, die das Camp in Schuss hielten und sich um neue Verpflegung kümmerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Favorit unter ihnen – sagt das aber bitte nicht den anderen – war Bokungu. Er war ein schwarzer Mann, dessen tiefes, lautes Lachen man im ganzen Camp hören konnte. Seine Arbeit als Guide machte er unglaublich gut. Ich kannte niemanden, der sich so im Regenwald auskannte, wie er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem war er abergläubisch. Wobei … Ich sollte besser gläubig sagen, immerhin war es seine Religion. Er hatte uns von so vielen Geistern und Monstern erzählt, die im Dschungel hausten. Ich sog all seine Geschichten auf wie ein Schwamm. Nicht, dass ich auch nur an eine davon glauben würde, aber ich liebte es, seine Kultur auf diese Weise kennenzulernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war da natürlich noch ich: Mein Name ist Natalia Harrison, hoffentlich bald Dr. Natalia Harrison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war in die Demokratische Republik Kongo geflogen, um für meine Doktorarbeit Bonobos zu beobachten. Das Kongobecken ist der einzige Ort der Welt, an dem diese Primatenart lebt. Sie sind, zusammen mit den Schimpansen, der nächste Verwandte der Menschen. Sie teilen 98,7% unserer DNA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um genau zu sein, sind wir so nahe miteinander verwandt, dass wir eine medizinische Maske tragen müssen, wann immer wir uns den Bonobos nähern, damit wir keine Krankheiten an sie übertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich könnte euch jetzt so viel über die Bonobos erzählen. Zum Beispiel, dass sie in einem Matriarchat leben, ihre Anführer also weiblich waren. Im Gegensatz zu den Menschen und Schimpansen waren sie eine sanfte und friedliche Art – ihre Konflikte lösten sie oft mit einvernehmlichem Sex statt mit Gewalt. Das Geschlecht spielte dabei keine Rolle. Außerdem hatten sie eine trüffelartige Delikatesse, die sie im Regenwald suchten, ausgruben und aßen. Und das, obwohl er außer Natrium keinen wichtigen Nährwert für die Tiere brachte. Der trüffelartige Pilz Hysterangium bonobo war sogar nach ihnen benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Bonobos sind nicht der Grund, warum ich diese Geschichte erzähle, warum ich euch mit in den Regenwald der Demokratischen Republik Kongo nehme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es begann wie ein völlig normaler Tag im Dschungel. Um 3 Uhr klingelte der Wecker, der eines der beiden Forscherteams und mich in unseren regulären Arbeitstag schickte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst in der Nacht wurde es nicht kalt im Kongobecken – selten fielen die Temperaturen unter 20 °C –, aber im Vergleich zur schwülen Tageshitze fand ich es angenehm erfrischend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Dschungel begrüßte uns mit seiner nächtlichen Symphonie. Aus allen Richtungen zirpten Insekten, schrien nachtaktive Vögel und brüllten gelegentlich Affen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was nun folgte, war ein dreizig- bis vierzigminütiger Weg durch überwucherten Regenwald. Wir hielten uns an die Trampelpfade, wo wir nur konnten, aber die meiste Zeit mussten wir uns durch dichtestes Dickicht kämpfen. Das hatten wir den Bonobos zu verdanken, die sich vor wenigen Tagen entschieden hatten, tiefer in den Regenwald zu wandern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lianen, gefallene Bäume und allerlei anderes Blattwerk versperrte uns den Weg, als würde es uns mit aller Macht am Durchkommen hindern wollen. Ohne unsere treuen Gartenscheren hätten die meisten von uns sicher schon lange aufgegeben. Ich hätte es jedenfalls.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Müde stolperte ich den anderen nach. Der Vorteil, wenn man so weit hinten lief, war, dass die meisten Lianen auf meinem Weg bereits durchtrennt waren. Trotzdem fand sich immer mal wieder eine Pflanze, in der auch ich mich verhedderte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald mischte sich das Quaken unzähliger Frösche unter die wirre Soundkulisse. Wir näherten uns einem kleinen Bach, durch den wir ein gutes Stück hindurchwaten würden. Dort langzugehen war sehr viel weniger anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem folgte kurz darauf eine alte Elefantenspur, die sich durch das Unterholz zog. Auch hier war das Vorankommen vergleichsweise einfach, bis wir wieder ins Unterholz abbiegen mussten, um zum Schlafplatz der Bonobos zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch vor ein paar Wochen hatte ich mich gewundert, wie die Forscher sich hier draußen nicht regelmäßig verirrten. Aber mit der Zeit lernt man die Unterschiede: Man lernt, einen frischen Pfad von unberührter Wildnis zu unterscheiden, erkannte die durchtrennten Lianen unter all den gesunden Pflanzen und hatte seine Wegweiser wie z. B. den Elefantenpfad oder den Bach, an denen man sich orientieren konnte. Auch ich brauchte hier draußen nur noch selten meinen Kompass.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Nachtlager der Bonobos war alles ruhig. Sie schliefen hoch oben in den Bäumen, wo sie sich jeden Abend ein neues Schlafnest aus Ästen und Blättern bauten. Jeder Primat sein eigenes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also machten wir es uns im Unterholz gemütlich. Zumindest so gemütlich, wie es möglich war. Wir packten unsere Ausrüstung aus, während die Bonobos langsam aus ihrem Schlaf erwachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Guten Morgen, Mary-Ann“, hörte ich eine der anderen Forscherinnen sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah auf. Sie hatte recht. Mary-Ann, die Anführerin der kleinen Bonobogruppe, kam gerade einen Baum heruntergeklettert. Schnell setzten wir unsere medizinischen Masken auf, um die Bonobos zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt begann unsere eigentliche Arbeit. Wir machten Notizen zum Verhalten der Bonobos, beobachteten sie, machten gelegentlich Fotos und hielten alles so detailliert fest, wie wir nur konnten. Oder besser gesagt taten das die anderen. Ich half ihnen zwar dabei, so gut ich konnte, aber mein primärer Fokus war meine Doktorarbeit. Ich möchte euch nicht mit den Details langweilen, doch es hatte mit der Ernährung der Bonobos im matriarchalen Hierarchiesystem zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider war heute keiner der angenehmsten Tage für die Bonobobeobachtung. Es gab kein Unwetter oder so etwas, aber dafür bekamen wir Besuch von einer der lästigsten Tierarten hier im Kongobecken: die Ostafrikanische Hochlandbiene. Zumindest, wenn man von meiner Erfahrung der letzten Wochen ausging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Bienenart war hier im Kongobecken fast überall zu finden. Ich hatte schon einige Male die unangenehme Ehre, dieser Honigbienenart zu begegnen. Und wenn man eine von ihnen fand, blieben die anderen oft nicht fern. Sie liebten unseren Schweiß beziehungsweise die Salze darin. Und so besetzten sie oft scharenweise unsere Körper, um an ihre salzige Nahrungsquelle zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es gab auch einen kleinen Trost: Sie waren nicht aggressiv. Man konnte sie oft problemlos mit Blättern vom Körper schlagen, um sie loszuwerden. Das hieß aber nicht, dass sie nicht innerhalb kürzester Zeit wieder zurückkamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so dauerte es heute nicht lange, bis ich mich auf den Rückweg zum Camp machte. Ihr braucht euch darüber aber nicht wundern. Ich blieb selten den ganzen Tag bei den Forscherteams, da ich es bevorzugte, meine Notizen im Camp zu ordnen, wo ich einen Tisch und einen Stuhl hatte. Außerdem waren die Bienen ein wirklich gutes Argument, meine Untersuchungen heute frühzeitig zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also war ich bereits gegen Mittag auf dem Rückweg ins Camp. Die Luft war drückend schwül. Noch immer lief mir der Schweiß am ganzen Körper hinunter, aber immerhin waren hier keine Bienen mehr. Ich kämpfte mich zurück durchs Unterholz zum Elefantenpfad. Von dort aus ging es weiter, bis ich auf der linken Seite zerschnittene Lianen sah. Dann folgten wieder etwa drei Minuten Unterholz, ehe ich den Bach erreichen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach fünf Minuten blieb ich stehen. Ich hätte den Bach schon lange erreichen müssen. War ich falsch abgebogen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast schon genervt kramte ich meinen Kompass aus der Seitentasche am Rucksack. Ich war mir sicher, dass ich in die richtige Richtung gegangen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war ich nicht. Verdammt nochmal! Heute lief nichts so, wie es sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz überlegte ich, ob ich zurückgehen solle. Aber nein. Ich war nur etwas zu weit nach rechts gegangen. Wenn ich mich jetzt Richtung Osten durch das Unterholz kämpfte, müsste ich so oder so zum Bach gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich wäre mein Plan aufgegangen. Ich war zwar mehr dabei, mich mit meiner Gartenschere durch Lianen zu schneiden, als zu gehen, doch ich kam langsam, aber sicher voran. In der Ferne konnte ich bald das Plätschern des Baches hören. Dann jedoch fiel mir auf, wie ungewöhnlich still es ansonsten war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich kann man überall im Dschungel Lärm hören. Zu jeder Tages- und Nachtzeit war man von einem Gewirr aus Blätterrascheln, Insektenzirpen und Tierstimmen umgeben. Hier jedoch wirkten die Geräusche fast dumpf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war mir unheimlich. Also beeilte ich mich. Ich zog sogar als zusätzliche Hilfe das Messer aus meiner Gürteltasche, um mich schneller durch die Lianen schneiden zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kam nicht weit. Plötzlich erklang ein anderes Geräusch aus dem dichten Grün: das leise Klingeln einer Glocke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort spitzte ich die Ohren. Mit gerunzelter Stirn stand ich da. Hatte ich mich geirrt? Aber nein! Da war es wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hallo?“, rief ich laut. „Ist da jemand? Bonjour?“ Aber auf meine Rufe kam keine Antwort, außer einem weiteren leisen Klingeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mich überkam ein seltsames Gefühl. Ich konnte es nicht genauer beschreiben. Es war ein abgrundtiefes Verlangen, herauszufinden, was es mit dem Geräusch auf sich hatte. In dem Moment machte ich meine Forschernatur dafür verantwortlich, aber inzwischen weiß ich, dass es etwas anderes war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder arbeitete ich mich mit Messer und Gartenschere durch die Lianen und Blätter, diesmal auf das Geräusch zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange, bis ich eine Lichtung erreichte. Sie war aber nicht von Sonnenlicht erhellt wie unser Camp, sondern lag unter einem dichten Blätterdach. Nur die Baumstämme und anderen Pflanzen wirkten hier unten, als würden sie einen Bogen um das kleine Fleckchen machen. Ich fragte mich, ob es an hartem Stein lag, der hier knapp unter der Oberfläche sein könnte, ähnlich wie in der Savanne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Moment zog ein Rascheln vor mir meine Aufmerksamkeit auf sich. Die Pflanzen bewegten sich. Dort kam etwas aus dem Unterholz. Oder nein … Es war das Unterholz! Vor mir bewegte sich ein Wesen, das mit Gras und blättern überwuchert war. Es richtete sich auf zwei Beine auf, erreichte dabei eine stolze Höhe von einem Meter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst dachte ich, es sei ein Affe. Aber selbst im Gegensatz zu den Bonobos wirkte es dafür zu menschlich. Es hatte keine Haare an seinem Körper. An der Stelle, wo bei uns Menschen die Kopfhaare wuchsen, wuchs bei ihm Gras. Auch trug es Kleidung, die aus Blättern gefertigt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war da noch die kleine Glocke, die es in seiner klauenbesetzten Hand hielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste sofort, was es war. Aber nicht aus dem Biologieunterricht oder meinen Recherchen zu der Fauna des Kongobeckens, sondern aus Bokungus Geschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hatte mir von den Biloko erzählt. Zwergenhafte Wesen, die im Dschungel wohnen. Sie sollen die Geister der Ahnen von den Einheimischen sein oder irgend so ein Quatsch. Wie hatte er gesagt? Biloko seien böse Geister, die nichts lieber mögen als unser menschliches Fleisch. Der Klang ihrer Glocke könne uns völlig den Kopf verdrehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich also eine Sache aus seinen Erzählungen gelernt hatte, dann, dass ich hier schnellstens wegmusste! Zumindest hatte ich keine Lust, mein Leben zu riskieren, um herauszufinden, ob es stimmte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch drehte ich mich um. „Hilfe!“, schrie ich aus voller Lunge. „Hiiiilfe!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich erreichte nicht einmal das Unterholz. Als ich gerade zwischen den Pflanzen verschwinden wollte, ertönte wieder dieses engelsgleiche Klingeln der Glocke, das mich mindestens so sehr anzog, wie unser Schweiß die afrikanischen Bienen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langsam wandte ich mich dem Eloko – so hießen sie in der Einzahl – zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bleib hier“, sagte er mit einer kindesgleichen Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens jetzt zog sich eine Gänsehaut über meinen gesamten Körper. Ich war gleichermaßen erschrocken wie fasziniert von diesem Wesen, das aus einem mir unerfindlichen Grund Englisch sprach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gib mir ein Stück von deinem saftigen Fleisch!“, fuhr es fort. Es untermalte den Befehl mit seiner Glocke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich denkt ihr jetzt, dass niemand solch einem wahnsinnigen Befehl nachgehen würde. Aber ich war von seiner Glocke verzaubert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie in Trance ließ ich meine Schere fallen. Ich setzte das Messer, das ich noch immer in der linken Hand hielt, an meinen rechten Arm. Ich zögerte nicht einmal eine Sekunde, ehe ich tief in mein Fleisch schnitt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blut quoll aus der Wunde hervor. Ich wollte weiterschneiden, aber es gibt da eine Sache, die ich euch noch nicht erzählt hatte: Ich konnte kein Blut sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt also dem Befehl des Eloko nachzukommen, erstarrte ich. Ich musste kreidebleich im Gesicht geworden sein. Im nächsten Moment kippte ich rücklings um.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lag auf dem Rücken. Über mir ragten hohe Bäume empor. Alles drehte sich. Ich sah zahlreiche verschiedene Pflanzen und Lianen, starrte in ein dichtes Blätterdach, durch das ich den Himmel kaum sehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir war so unglaublich schlecht. Wie viel Blut hatte ich bereits verloren? Mein Hinterkopf schmerzte von dem Sturz. Sollte das also das Letzte sein, was ich sah?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na los, Frau!“, zischte mich eine Kinderstimme an. „Gib mir dein süßes, saftiges Fleisch!“ Dann ertönte wieder das sanfte Klingeln einer Glocke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit aller Kraft versuchte ich, mich aufzurichten. Ich musste mein Messer wiederfinden, das ich fallengelassen hatte, musste seinem Befehl nachkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch in dem Moment, als ich meinen Kopf hob, um mich umzusehen, fiel mein Blick wieder auf den Schnitt in meinem Arm. Das Blut, das daraus hervorquoll, hatte mein Hemd erreicht, das sich langsam vollsog. Warum musste ich heute nur weiß tragen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ meinen Kopf zurückfallen. Nein. So leid es mir tat, wenn der Eloko ein Stück von mir wollte, musste er es sich selbst holen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also schloss ich die Augen. Wenn ich ihn schon nicht füttern konnte, wollte ich wenigstens keine Gegenwehr leisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dr. Harrison!“, hörte ich Bokungus Stimme in meinem Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte keine Ahnung, warum ich in meinen letzten Momenten ausgerechnet an ihn dachte. Vielleicht, weil er mir von den Biloko erzählt hatte. Vielleicht, weil wir gute Freunde geworden waren, oder weil er mich an meinen Vater erinnerte. Er war hier draußen so etwas wie meine Bezugsperson geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dr. Harrison!“, erklang seine Stimme erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Moment … Sie kam nicht aus meinem Kopf!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter großer Anstrengung zwang ich mich, wieder die Augen zu öffnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dr. Harrison, können Sie mich hören?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da war Bokungu. Er stand über mir, hatte sein eigenes Messer gezückt und richtete es auf den Eloko. In der anderen Hand hatte er irgendeinen hölzernen Gegenstand, den er mir entgegenhielt. „Nehmen Sie das. Schnell!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kraftlos streckte ich die Hand nach ihm aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tu es nicht!“, rief der Eloko. Er klang wütend, klingelte jetzt wie wild mit seiner Glocke. „Nimm nichts von ihm an!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es war zu spät. Ich hatte den Fetisch bereits mit der Hand umschlossen. Aber bitte denkt jetzt nicht an etwas Versautes. Fetische waren heilige Artefakte aus Afrika. Dieses hier war eine Holzstatue, die einen Menschen mit langem, maskenartigem Gesicht darstellte. Wahrscheinlich war es irgendein Schutzzauber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einmal war ich wieder klar im Kopf. Ich sah den Eloko, der inzwischen schrie und tobte, nicht länger als Kind, dem ich helfen musste, sondern als das, was er war: ein blutrünstiges Ungeheuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem war mir noch immer schwindelig. Es dauerte eine ganze Weile, bis Bokungu mir auf die Beine geholfen hatte. Und auch dann musste er mich stützen, damit ich nicht wieder zusammenklappte, während er die ganze Zeit das Messer auf den Eloko gerichtet hielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu meiner Überraschung griff das Wesen nicht an. Bokungu hatte erklärt, dass Biloko übermenschlich stark seien, aber anscheinend machte sie das nicht immun vor Messerklingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte unterdessen den Fetisch in meine rechte Hand genommen, um mir mit der linken auf die Wunde zu pressen. Natürlich ohne sie anzusehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gingen wir langsam rückwärts. Wir verließen die Lichtung, stolperten über Wurzeln, durch Blätter und Lianen. Bald näherten wir uns dem Bach. Aber erst, als wir im Wasser standen, traute Bokungu sich, das Messer sinken zu lassen. Er holte eine verpackte Mullbinde aus seinem Rucksack und band sie mir mit geschickten Griffen um den Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie hast du mich gefunden?“, fragte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bokungu sah mich an, während er die Wunde weiter verband. „Die Götter müssen mich geführt haben“, erklärte er. „Ich war auf dem Weg zu euch, wollte gerade aus dem Bach steigen, als ich dich rufen gehört habe.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den restlichen Weg bis zum Camp – Bokungu wich dabei nicht mehr von meiner Seite – dachte ich über seine Worte nach. Die Götter … Früher hätte ich ihn für solch eine Aussage belächelt. Aber jetzt? Wenn die Biloko real waren, was von seinem Glauben stimmte dann noch?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück im Camp gingen wir sofort zu Brian, unserem Arzt. Die Anderen bekamen es natürlich mit. Sie waren sofort in hellem Aufruhr, sobald klar wurde, dass Brian meine Wunde nähen musste. Sie wollten wissen, was mir passiert war. Ich erzählte es ihnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten glaubten mir nicht. Sie suchten nach logischeren Erklärungen: Ich sei dehydriert gewesen oder vergiftet, habe halluziniert. Sie waren Forschende, genau wie ich. Wenn ich ehrlich war, hätte ich die Geschichte wahrscheinlich selbst nicht geglaubt, wenn sie mir nicht widerfahren wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An ihrem Verhalten oder der Route zu den Bonobos änderten sie jedenfalls nichts. Es blieb also nur zu hoffen, dass niemand aus dem Forscherteam dem Eloko begegnen würde, bis die Bonobos weitergezogen waren. Denn noch einmal so viel Glück, dass ausgerechnet in dem Moment Bokungu auftauchen würde, hatte sicher niemand von ihnen.</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/instagram-logo.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://bsky.app/profile/geisterlegenden.bsky.social" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/bluesky-logo.svg" height="40" width="40" alt="Bluesky" title="Folge mir auf Bluesky"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/facebook-logo.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütze mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonniere meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Biloko, in der Einzahl „Eloko“, sind Wesen aus der Folklore der Mongo, einem Volk, das in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir ist dabei nicht ganz klar, ob ich sie als „<a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer">Monster</a>“ oder als „<a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geister</a>“ einordnen soll. Mehr dazu aber weiter unten im Beitrag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Darstellungen sind Biloko zwergenhafte humanoide Wesen, manchmal mit tierischen Eigenschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie besitzen keinerlei Haare am Körper. Stattdessen wächst ihnen Moos oder Gras aus der Haut, meist an den Stellen, wo man Kopfhaare und/oder einen Bart erwarten würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch ihre Kleidung besteht ausschließlich aus Pflanzen bzw. hauptsächlich aus Blättern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sollen sie lange scharfe Krallen haben und einen Mund, den sie – ähnlich wie eine Schlange – ausrenken können, sodass sie ihn so weit aufbekommen, dass sie sogar einen ganzen Menschen verschlingen können sollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Biloko gelten generell als bösartige Wesen, zumindest uns Menschen gegenüber. Gleichzeitig wird ihnen in einigen Legenden nachgesagt, Besitzer und/oder Beschützer des Regenwaldes zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus sollen sie Jagdtiere und die seltensten Früchte des Dschungels „sammeln“ bzw. schützen, was ihre Lebensräume besonders bei Jägern sehr beliebt machen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade Letzteres könnte auch eine Jagdstrategie der Biloko sein, da ihr Hauptnahrungsmittel, teilweise sogar ihr einziges Nahrungsmittel, Menschenfleisch sein soll. Sie sollen dabei besonders das Fleisch von Frauen mögen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sollen sie die Stimme eines Kindes haben, mit der sie Menschen in die Irre führen können und dank der sie oft unterschätzt werden, und übermenschlich stark sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre wohl gefürchtetste Jagdmethode ist jedoch eine magische Glocke, die sie immer bei sich tragen. Ihr Klang soll in der Lage sein, Menschen zu betören und zu beeinflussen. Sie soll dabei so mächtig sein, dass die Menschen sich freiwillig von den Biloko essen lassen oder gar ihr eigenes Fleisch abschneiden, um den Eloko damit zu füttern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man soll sich jedoch mit Amuletten, Fetischen und anderen Schutzzaubern vor ihnen und der Wirkung ihrer Glocke schützen können, wodurch man ihren Lebensraum – mehr oder weniger sicher – durchqueren können soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eloko sollen ausschließlich in den tiefsten Regenwäldern im Kongo leben. Dort wohnen sie angeblich in Baumhöhlen und hohlen Bäumen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Legenden über die Biloko wurden früher ausschließlich mündlich weitergegeben. Daher ist es heutzutage wahrscheinlich unmöglich, den genauen Ursprung der Wesen zu bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber die Theorie, dass sie die Gefahr des Dschungels darstellen sollen. Sie könnten als eine Art Warnung dienen, sich nicht zu tief in den Urwald zu wagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem finde ich eine Sache besonders interessant: Obwohl die Biloko definitiv als physische Wesen bzw. Kryptide angesehen werden, sollen sie gleichzeitig die Geister der Ahnen sein. Der Legende nach sind die Seelen der Verstorbenen, die z. B. einen grausamen Tod oder eine mangelhafte Bestattung erleidet haben, in Form der Biloko als Monster auf die Erde zurückgekehrt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Biloko in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bekannt dürften Biloko aus der Welt des Pen and Paper Rollenspiels „Pathfinder“ sein, wo sie als bösartige Monster auftreten. Außerdem gibt es sie ebenfalls in dem weniger bekannten Pen and Paper Rollenspiel „White Wolf“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus haben sie Auftritte in diversen Romanen wie z. B. „A Song Below Water“ von Bethany C. Morrow, „Bacchanal“ von Veronica G. Henry oder der „Dark Star“-Trilogie von Marlon James.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem kommen sie in dem Jagd-Videospiel „theHunter: Call of the Wild“ bzw. in der Questreihe des DLC „Vurhonga Savanna“ vor, und es gibt einige Lieder über sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von den Biloko? Und wie würdet ihr reagieren, wenn ihr im tiefsten Regenwald eine Glocke hört? Würdet ihr versuchen, herauszufinden, wo das Geräusch herkommt? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


<p><i>Du willst keinen neuen Beitrag mehr verpassen? Dann unterstütze mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank">Patreon</a>, abonniere meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folge mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">X</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden" target="_blank">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/biloko">Biloko – Hör nicht auf seine Glocke!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/biloko/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tokoloshe – Lass ihn nicht aufs Bett!</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/tokoloshe</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/tokoloshe#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2025 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüche]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Rituale]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[afrikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[afrikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Fluch]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschreck]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptid]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptide]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafdämon]]></category>
		<category><![CDATA[Südafrika]]></category>
		<category><![CDATA[südafrikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[südafrikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Tikoloshe]]></category>
		<category><![CDATA[Tokolosch]]></category>
		<category><![CDATA[Tokolosche]]></category>
		<category><![CDATA[Tokolosh]]></category>
		<category><![CDATA[Tokoloshe]]></category>
		<category><![CDATA[Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=3314</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es hatte kein Fell, sondern dunkle, schrumpelige Haut. Sein Gesicht, die Nase und Ohren, der haarlose Kopf. Es wirkte wie ein Mensch. Und zwischen seinen Lippen sah ich schiefe gelbe Zähne hervorblitzen, die ungewöhnlich spitz aussahen. Ich wusste sofort, was es war: Das war eindeutig ein Tokoloshe …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/tokoloshe">Tokoloshe – Lass ihn nicht aufs Bett!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg02.met.vgwort.de/na/d0ef61034e9d4556b2b3d903b13119be" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Der Tokoloshe ist eines der bekanntesten Wesen des südafrikanischen Volksglaubens. Da ich schon länger vorhabe, mal wieder über eine afrikanische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">Legende</a> zu schreiben, habe ich mich für den Tokoloshe entschieden, ehe es in zwei Wochen mit winterlichen/<a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/weihnachten">weihnachtlichen</a> Geschichten weitergeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Gewalt gegen Jugendliche<br>
&#8211; häusliche Gewalt<br>
&#8211; erwähnung Sexueller gewalt (erst unter &#8222;Die Legende&#8220;)</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es war eine dieser Nächte, in denen ich partout nicht einschlafen konnte. Ich wälzte mich im Bett hin und her, drehte mich auf die linke Seite, dann auf die rechte. Aber was ich auch versuchte, wie ich mich auch hinlegte, ich konnte einfach nicht in die Welt der Träume eintauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem versuchte ich es weiter. Immerhin musste ich morgen in die Schule. Da wollte ich wenigstens einigermaßen ausgeschlafen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mich gerade wieder mit dem Gesicht zur Wand gedreht, da hörte ich, wie sich meine Zimmertür öffnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort schlug ich die Augen auf. Außer mir war nur Pa im Haus. Und wenn er um die Uhrzeit in mein Zimmer kam, dann nur, weil er wieder zu viel getrunken hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich drehte mich langsam zu ihm um. Aber als ich gerade fragen wollte, was los sei, blieben mir die Worte im Hals stecken. Das war nicht mein Vater. Eine kleine, kindergroße Gestalt stand dort im Halbdunkel bei der geöffneten Tür und sah mich aus seinen kleinen Augen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst dachte ich noch, es wäre vielleicht ein Pavian, der sich irgendwie ins Haus geschlichen hat. Dann jedoch rannte das Wesen auf mich zu. Es war kein Pavian. Seine Bewegungen, wie es auf zwei Beinen lief, wirkten menschlich. Außerdem konnte ich es inzwischen besser erkennen. Es hatte kein Fell, sondern dunkle, schrumpelige Haut. Sein Gesicht, die Nase und Ohren, der haarlose Kopf. Es wirkte wie ein Mensch. Und zwischen seinen Lippen sah ich schiefe gelbe Zähne hervorblitzen, die ungewöhnlich spitz aussahen. Ich wusste sofort, was es war: Das war eindeutig ein Tokoloshe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Pa!“, brachte ich endlich hervor. „Paaa!“, rief ich erneut nach meinem Vater.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Haus war ziemlich hellhörig. Wenn er wach war, musste er mich gehört haben. Doch im Haus blieb alles ruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen hatte der Tokoloshe mein Bett fast erreicht. Ich drückte mich mit dem Rücken an die Wand und zog die Knie an die Brust. „Hilfe! Hilfeee!“, schrie ich jetzt aus voller Lunge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann endlich tat sich etwas. Aus dem Flur kam ein Poltern. Dann ein Fluchen. „Scheiß Schrank“, hörte ich Pa lallen. Er war also tatsächlich betrunken. Trotzdem war er mir hundertmal lieber als ein schwarzmagisch beschworenes Wesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hilfe!“, schrie ich erneut. Inzwischen war ich dabei, nach dem Tokoloshe zu treten, um ihn daran zu hindern seinen kleinen Körper auf die Matratze zu ziehen. Mein Fuß klatschte gegen kalte Haut, ehe ich ihn schnell wieder zurückzog. Wer wusste schon, was das Ding mit mir anstellen würde, wenn er mich tatsächlich erreichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das versuchte es mit aller Kraft. Die Matratze reichte ihm bis knapp über die Brust. Seine kleinen Augen waren auf mich fixiert, sein Mund leicht geöffnet. Immer wieder versuchte es, sich in den Stoff zu krallen und seinen Körper auf die Matratze zu hieven, während ich panisch nach seinen Armen trat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich ging die Deckenlampe an. „Was ist los?“, lallte Pa in meine Richtung. Er musste sich an der Tür festhalten, lehnte sich daran, während sie unter seinem Gewicht langsam vor und zurück schwang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tokoloshe wandte ihm den Kopf zu. Er gab einen leisen Aufschrei, eher schon ein hohes Keuchen von sich, ehe er auf Pa zurannte. Der jedoch schien das Wesen gar nicht zu bemerken, während es an ihm vorbei in den Flur flitzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwer atmend saß ich auf meinem Bett. Noch immer hatte ich die Knie an die Brust gezogen. Auch merkte ich jetzt, wie ich beide Hände in die Bettdecke gekrallt hatte. Vorsichtig löste ich den Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Also? Was ist? Wieso störst du mich beim Fernsehen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sah ich wieder Pa an. „Hast du ihn nicht gesehen? Er ist eben an dir vorbeigerannt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wen gesehen?“, fragte er. Er sah sich im Raum um, ohne die Tür loszulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Den Tokoloshe!“, brüllte ich. Es war keine Absicht. Ich wollte Pa nicht anschreien. Aber die Verzweiflung in mir musste raus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pas Augen verengten sich zu schlitzen. Jetzt torkelte er auf mich zu. „Hör zu, Jan. Solange du in meinem Haus wohnst, verbitte ich mir, dass du mich anschreist! Vielleicht muss ich dich dran erinnern, wer hier das Sagen hat …“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder presste ich mich gegen die Wand. Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen stiegen. „Nein. Bitte“, flehte ich. „Du hast das Sagen. Das weiß ich. Aber da war ein Tokoloshe. Er wollte mich angreifen.“ Ich wollte vor Pa nicht weinen, aber ich konnte nichts dagegen tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pa hingegen blieb nur wenige Schritte vor meinem Bett stehen. Er schüttelte den Kopf, schwankte gefährlich nach links und rechts. „Ich bin froh, dass deine Ma nicht mehr mitbekommen hat, was aus dir geworden ist.“ Er wandte sich ab, ehe er zurück zur Tür torkelte. „Verdammte Teenager“, hörte ich ihn zu sich selbst lallen. „Es wird Zeit, dass er endlich alt genug wird, damit ich ihn rausschmeißen kann.“ Dann war er wieder im Flur verschwunden und schloss die Tür hinter sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte schwer, während ich ihm nachsah. „Nein, Pa“, murmelte ich. „Was ist nur aus dir geworden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tokoloshe kam in dieser Nacht nicht zurück, aber wie ihr euch sicher vorstellen könnt, hatte ich sämtliches Interesse daran verloren, wieder einzuschlafen. Und so dauerte es Stunden, meine Gedanken kreisten um das Wesen und um Pa, bis die Müdigkeit mich endlich einholte und in einen viel zu kurzen Schlaf zog.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen schlürfte ich völlig übermüdet in die Küche. Pa saß bereits da und trank Kaffee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Morgen“, grüßte ich ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er sah fast genauso beschissen aus, wie ich mich fühlte. Trotzdem sah ich darin eine Gelegenheit, ihn noch einmal auf den Tokoloshe anzusprechen, während er nüchtern war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Tut mir leid, wegen letzter Nacht“, begann ich. „Aber ich hab da wirklich etwas gesehen. Da war ein kleiner Mann mit schwarzer schrumpeliger Haut. Er hat versucht, auf mein Bett zu klettern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pa seufzte schwer. „Jan, es gibt keine Tokoloshe. Was auch immer du glaubst, gesehen zu haben, du hast bloß geträumt.“ Es war zwecklos. Pa hatte noch nie an das Übernatürliche geglaubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ballte meine Hände zu Fäusten. „Ma hätte mir geglaubt“, sagte ich leise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kniff Pa wieder seine Augen zusammen. „Was hast du gesagt?“, fragte er streng.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nichts“, sagte ich schnell. „Sorry, ich bin einfach nur tierisch müde.“ Ich hatte keine Lust auf Streit. Zumal ich wusste, wie es ausgehen konnte. In der Schule hatte ich schon oft genug blaue Flecken unter langer Kleidung verstecken müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pa ging nicht weiter darauf ein. Also machte ich mir mein Frühstück und beeilte mich, aus dem Haus zu kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tag in der Schule verlief ohne besondere Vorkommnisse. Ich hatte nicht viele Freunde, also verbrachte ich die meiste Zeit allein. Aber das war in Ordnung. Solange die anderen mich in Ruhe ließen, störte mich das nicht. Und für gewöhnlich taten sie das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als ich nach der Schule auf dem Heimweg war, überkam mich wieder ein mulmiges Gefühl. Was, wenn der Tokoloshe zurückkommen würde? Ich hatte keine Ahnung, was passiert wäre, wenn Pa nicht in mein Zimmer gekommen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also entschied ich, unserer Sangoma – der Heilerin unseres Dorfes – einen Besuch abzustatten. Sie war eine gute Freundin von Ma gewesen, daher kannte ich sie schon aus Kindertagen. Außerdem lag ihr kleines Geschäft ganz in der Nähe meines Heimwegs.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine kleine Glocke über der Ladentür kündigte mich an, während ich den Laden betrat. Mir schlug ein erdiger Geruch entgegen. An der Decke hingen Blätter und Sträucher zum Trocknen und vor mir, in einem Regal an der Wand standen Flaschen mit allerlei Tinkturen und anderen Flüssigkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab auch eine Apotheke in unserem Dorf, aber für viele Leute war Thandeka noch immer die erste Anlaufstelle für medizinische Probleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah, Jan“, grüßte mich eine kleine schwarze Frau mit luftiger Kleidung. Sie trug ein rotes Tuch in den Haaren, das oben zu einem eleganten Knoten gebunden war. „Es ist lange her. Wie geht es deinem Vater?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort senkte ich den Kopf zu einem knappen Gruß. „Guten Tag Gogo“, grüßte ich sie mit der förmlichen Anrede für weibliche Sangomas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thandeka lachte. Es erinnerte mich an die Glocke über ihrer Tür. „Ach bitte, Jan, sag doch Thandeka zu mir. Immerhin sind wir alte Freunde.“ Sie zwinkerte mir zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen. Dann jedoch erinnerte ich mich an den Grund meines Besuchs und mein Gesicht wurde wieder ernst. „Ich brauche deine Hilfe. Ich wurde letzte Nacht von einem Tokoloshe besucht, aber Pa glaubt mir nicht. Er meint, dass ich bloß geträumt hätte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thandeka ging um den Tresen, hinter dem sie stand, um sich mir gegenüberzustellen. Obwohl ich erst 15 war, musste ich leicht den Kopf senken, um ihr in die Augen zu sehen. „Und was denkst du?“, fragte sie. „Kann es ein Albtraum gewesen sein?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Ich war hellwach. Er ist aus dem Zimmer gerannt, als Pa mir zur Hilfe geeilt ist. Aber er hat den Tokoloshe nicht gesehen, obwohl er an ihm vorbeigelaufen ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thandeka nickte wissend. „Manche Tokoloshe können nur von ihren Opfern gesehen werden. Ich möchte dir keine Angst machen, aber wenn du wirklich einen Tokoloshe gesehen hast, kann es sein, dass du verflucht wurdest. Das ist eine ernste Angelegenheit. Am besten sollte ich einige Schutzrituale in eurem Haus durchführen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah sie mit großen Augen an. „Nein, bitte“, sagte ich schnell. „Pa glaubt nicht an Tokoloshes. Er würde das nicht wollen. Gibt es keine andere Möglichkeit?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thandeka sah mich überrascht an, ehe sie sanft lächelte. „Jan, vielleicht warst du noch zu jung, um dich daran zu erinnern, aber dein Vater war vor vielen Jahren selbst bei mir, damit ich mich um einen Tokoloshe in eurem Haus kümmere. Ich bin sicher, er wird es verstehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt blickte ich zu Boden. Ich erinnerte mich gut daran. Er hatte mich grün und blau geschlagen, mir dabei den Arm gebrochen, und die Tat schließlich einem Tokoloshe angehängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn du möchtest“, fuhr Thandeka fort, „bringe ich dich das kurze Stück nach Hause. Dann kann ich mit deinem Vater reden.“ Sie griff sanft nach meinem Arm, um mich zur Tür zu begleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich blockte ab. „Nein!“, sagte ich ein Stück zu energisch. „Nein“, wiederholte ich dann ruhiger. „Bitte. Das damals war kein Tokoloshe. Nach Mas Tod hat Pa mit dem Trinken angefangen. Er versteckt es gut, aber wenn er betrunken ist, wird er oft gewalttätig. Ich hatte mich nicht benommen und da hat er … Er hat …“ Mehr brachte ich nicht hervor. Noch nie zuvor hatte ich mit irgendwem darüber geredet. Ich hatte nicht gewagt, es laut auszusprechen, also sah ich Thandeka nun mit feuchten Augen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An ihrer entsetzten Miene sah ich, dass sie verstanden hatte. Mein Vater hatte mich krankenhausreif geschlagen. Anschließend brachte er mich zu Thandeka und erzählte, dass ich von einem Tokoloshe angegriffen wurde, damit sie sich um meine Wunden kümmerte, ohne dass er dafür in Schwierigkeiten geriet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, Jan“, sagte Thandeka. Sie legte mir eine Hand auf die Schulter. „Das wusste ich nicht. Tut mir leid. Wenn ich irgendetwas für dich tun kann …?“ Sie sah mich fragend an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schenkte ihr ein schiefes Lächeln und zuckte mit den Schultern. „Kannst du mir irgendwie gegen den Tokoloshe helfen, ohne dass Pa es mitbekommt?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell nickte sie. „Natürlich. Das einfachste Mittel gegen einen Tokoloshe ist, das Bett zu erhöhen. Sie können nicht sonderlich gut klettern. Viele Leute legen Ziegelsteine unter die Bettfüße. Aber ein paar dicke Bücher gehen auch. Und wenn ihn das nicht vertreibt, kannst du eine Linie aus Salz auf die Türschwelle und vor die Fenster streuen. Da kommt er nicht vorbei.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich strahlte Thandeka an. Damit konnte ich auf jeden Fall arbeiten. „Danke, Tante Thandeka“, sagte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun strahlte auch sie. Tante Thandeka. So hatte ich sie als Kind immer genannt, weil sie eine so gute Freundin meiner Ma war. „Lass dich gerne wieder häufiger hier blicken“, sagte sie, während sie sanft meine Schulter drückte. „Und sollte es mit dem Tokoloshe noch irgendwelche Probleme geben, komm gerne jederzeit vorbei.“</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gespräch mit Thandeka war inzwischen drei Tage her. Und was soll ich sagen? Das Bett mit einigen Büchern zu erhöhen, hatte geholfen. Der Tokoloshe kam so nicht mehr an mich heran. Dafür stand er jetzt nachts in meinem Zimmer und starrte mich an. Eine kleine dunkle Gestalt, die mitten im Raum stand. Manchmal hörte ich ihn leise atmen. Dass meine Nächte seitdem nur noch aus sehr wenig Schlaf bestanden, muss ich euch wohl nicht erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst hatte ich noch gehofft, dass das Ding irgendwann das Interesse verlieren würde, wenn es mir nicht mehr schaden konnte. Stattdessen wartete es jedoch Nacht für Nacht geduldig in meinem Zimmer. Was, wenn ich einmal nachts auf Toilette musste? Oder wenn ich einschlief und zu nah an die Bettkante geriet? Wenn es einen Arm oder ein Bein zu packen bekam. Nein. So konnte es nicht weitergehen. Also ging ich zu Thandekas anderer Idee über: dem Salz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich streute damit je eine dünne Linie auf sämtliche Fensterbänke sowie auf die Türschwelle der Haustür und zu meinem Zimmer. Meine Hoffnung war, dass Pa es in seinem berauschten Zustand nicht bemerken oder es zumindest ignorieren würde. Das ging nach hinten los.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich im Bett lag – obwohl es schon lange dunkel war, fehlte von dem Tokoloshe noch immer jede Spur – hörte ich plötzlich aus dem Haus ein lautes Poltern. Kurz darauf fluchte mein Vater.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammte Scheiße!“, schimpfte er lauthals. „Was ist das für ein Scheiß? Jan!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stapfende Schritte näherten sich meinem Zimmer. Im Flur vor meiner Tür polterte irgendetwas. Erneutes Fluchen. Dann flog meine Zimmertür auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was zum …!?“ Pa musste das Salz auf meiner Türschwelle entdeckt haben. „Ist das auf deinem Mist gewachsen?“, schrie er mich an. Ich konnte seine Fahne bis hier riechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehe ich etwas sagen, mich verteidigen konnte, fuhr er fort. „Findest du das etwa lustig? Ich bin darauf ausgerutscht. Ich hätte sterben können!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Moment flog auch schon seine Bierflasche. Es kam so unerwartet, dass ich nicht ausweichen konnte. Sie traf mich mitten im Gesicht, knapp unter dem rechten Auge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort bedeckte ich die Stelle mit meinen Händen. Mein Gesicht bestand nur noch aus pochenden Schmerzen. Ich kauerte weinend auf dem Bett, während Pa auf mich zukam. Aber während ich noch schützend meinen Kopf von ihm wegdrehte, damit seine Schläge nur meinen Rücken trafen, griff er lediglich nach seiner Bierflasche und verließ damit das Zimmer. Ich blieb zitternd und weinend auf meinem Bett zurück.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag schmerzte meine rechte Gesichtshälfte. Im Badezimmer sah ich, dass ich ein blaues Auge hatte. Ich ging ohne Frühstück noch vor der Schule wieder zu Thandekas Geschäft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jan, was ist passiert?“, fragte sie entsetzt, als ich den Laden betrat. „War das der Tokoloshe?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schüttelte den Kopf. In wenigen Worten berichtete ich, was passiert war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Thandeka holte sofort ein Kühlpack, das ich mir auf das Auge legen sollte. Sie sah mich mit einer Mischung aus Mitleid und Verzweiflung an. Ich sah ihr an, dass sie mir helfen wollte. „Jan, ich …“ Sie zögerte. „Vielleicht gibt es noch eine andere Möglichkeit. Es wird nicht einfach, aber … Komm nach der Schule noch einmal in den Laden, ja? Gegen 17 Uhr?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das tat ich. Nach der Schule – dort erzählte ich, dass ich unglücklich gestürzt sei – stand ich um Punkt 17 Uhr wieder vor Thandekas Geschäft. An der Tür hing ein Schild, dass Thandeka gleich zurück sei. Ich trat trotzdem ein. Die Ladenglocke klingelte über mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Geschäft selbst war alles wie immer. Von Thandeka fehlte jedoch jede Spur. Stattdessen saß eine Frau auf einem Stuhl in der Ecke. Ihre Haut war dunkel und sie trug offene Dreadlocks, ein weißes T-Shirt und eine Jeans. Irgendwie kam sie mir bekannt vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„So“, sprach sie mich an, während sie sich langsam erhob. „Du hast also ein Problem mit einem Tokoloshe?“ Irgendetwas an ihr war mir unheimlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Mund war plötzlich sehr trocken. Ich brachte nur ein Nicken zustande.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und warum denkst du, dass ich ausgerechnet dir helfen sollte?“, fragte sie. „Nach allem, was deine Familie mir angetan hat?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte schwer. „Was … meine Familie Ihnen angetan hat?“, wiederholte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau antwortete nicht. Stattdessen strich sie sich mit einer von langen schwarzen Fingernägeln besetzten Hand ihre Locks über das rechte Ohr. Darunter kam eine längliche Narbe zum Vorschein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da fiel mir wieder ein, woher ich sie kannte. „Oh“, sagte ich knapp. „Sie sind Lindiwe, richtig?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frau nickte langsam, während sie mir tief in die Augen starrte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatte früher in unserem kleinen Örtchen gewohnt. Das war jedoch, bevor sie von den anderen Bewohnern vertrieben wurde. Es hieß damals, dass sie eine Hexe sei und einen Tokoloshe beschworen hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Schlimmste: Es war Pas schuld gewesen. Seine Lüge über meine Verletzungen, über den angeblichen Tokoloshe, waren der Grund, warum sie nicht mehr bei uns leben durfte. Ein wütender Mob hatte sie und ihre Tochter bedroht und aus unserem Dorf vertrieben. Wenn ich mich richtig erinnere, kam die Narbe an ihrer Schläfe von einem Stein, den ihr Nachbar nach ihr geworfen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Also? Warum sollte ich ausgerechnet dir helfen?“, wiederholte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte schwer. „Es … Es tut mir leid. Was man Ihnen und Ihrer Tochter angetan hat, war nicht richtig. Aber es war nicht meine Schuld. Es war mein Pa. Er … Er hat die Geschichte mit dem Tokoloshe erfunden, um meine Verletzungen zu erklären. Sie müssen wissen, er hat mir den Arm gebrochen. Ich … Bitte, ich kann nichts dafür. Ich möchte doch nur wieder ruhig schlafen können“, sprudelten die Worte nur so aus mir hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lindiwe kniff die Augen zusammen. Sie kam auf mich zu. Ein süßliches Parfum schwang in ihrer Bewegung mit. Ich unterdrückte den Drang, zurückzuweichen, während sie mir ihren Zeigefinger an das Kinn legte und damit vorsichtig meinen Kopf hob, um mir in die Augen zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die folgenden Sekunden kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Ich merkte, wie mein Atem ungewöhnlich schnell ging, während sie mich eingehend musterte, als wolle sie irgendetwas in meinen Augen lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich ließ sie mein Kinn los und trat einen Schritt zurück. „Also gut. Du hast Recht. Dich trifft keine Schuld. Immerhin warst du noch ein Kind. Mein Tokoloshe wird dir keine nächtlichen Besuche mehr abstatten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ihr</em> Tokoloshe? Also war sie wirklich eine Hexe?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehe ich sie darauf ansprechen konnte, nahm sie jedoch eine schwarze Lederjacke, die mir bisher nicht aufgefallen war, von einem Stuhl und verließ damit den Laden. Das Klingeln der Glocke sollte noch lange in meinem Kopf nachhallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">War das gerade wirklich passiert? Es kam mir zu einfach vor. Doch die Frau, Lindiwe, sollte recht behalten. Der Tokoloshe ließ mich fortan in Ruhe. In der folgenden Nacht lag ich mehrere Stunden wach, ohne dass irgendwer – oder irgendetwas – mein Zimmer betrat. Neues Salz hatte ich keines gestreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür weckten mich mitten in der Nacht plötzlich Schreie. Verwirrt sah ich zur Uhr. 02:07 Uhr. Was war da los?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne weiter darüber nachzudenken, sprang ich aus meinem Bett und rannte in den Flur. Die Schreie kamen aus Pas Schlafzimmer. Schnell öffnete ich die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pa saß an die Rückenlehne gepresst, die Beine an seine Brust gezogen. Er atmete schwer und starrte in den leeren Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Pa!“, rief ich. „Was ist? Was ist los?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sah er mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Da … Da war ein Tokoloshe! Er wollte mich angreifen!“, sagte er laut. In seiner Stimme schwang Alkohol mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen Moment sah ich ihn nur an. Die Hexe hatte ihr Wort gehalten. Sie hatte mich von ihrem Fluch befreit … und ihn auf Pa übertragen. Meine Gedanken rasten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann jedoch setzte ich ein Lächeln auf. Ich schüttelte den Kopf. „Pa, du hast geträumt“, sagte ich. „Es gibt keine Tokoloshe.“</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/instagram-logo.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://bsky.app/profile/geisterlegenden.bsky.social" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/bluesky-logo.svg" height="40" width="40" alt="Bluesky" title="Folge mir auf Bluesky"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/facebook-logo.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütze mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonniere meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tokoloshe, auch Tokkelo oder Tikoloshe genannt, ist ein koboldartiges <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer">Wesen</a> der Zulu Folklore in Südafrika.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Aussehen der Tokoloshes gibt es sehr verschiedene Beschreibungen. Sie sind aber immer unter einen Meter groß, koboldartig und haben oft tierische Eigenschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell sollen sie wie ein kleiner Mensch aussehen mit meist schwarzer, oft verschrumpelter Haut oder Fell sowie manchmal mit langen Ohren und/oder einem Tierschwanz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich teilweise von spitzen und/oder gelben Zähnen gelesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus haben sie oft einen Nagel oder ein Loch davon in der Stirn, der wohl für ihre Beschwörung genutzt wird. (Über das <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/rituale">Ritual</a>, mit dem man einen Tokoloshe beschwören kann, habe ich jedoch nichts finden können.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einigen Versionen sollen sie auch einen sehr langen Penis haben. In einer Quelle habe ich sogar davon gelesen, dass sie ihn über die Schulter werfen müssen, damit er nicht am Boden schleift.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Normalfall muss ein Tokoloshe beschworen werden – meist wird das einer Hexe oder einem Hexendoktor zugeschrieben, seltener den Sangoma, wie in Südafrika die Heiler genannt werden. Die Tokoloshes werden dadurch zu ihren Dienern und machen alles, was die Person, die sie erschaffen hat, von ihnen verlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kann je nach Quelle von körperlicher Arbeit über Diebstahl bis hin zu sexuellen Handlungen reichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig werden Tokoloshes jedoch eingesetzt, um anderen Personen zu schaden. In diesen Fällen sucht der Tokoloshe nachts seine Opfer heim. Dabei sind die Tokoloshes oft unsichtbar – inwieweit sie sich unsichtbar machen können, ist aber umstritten. So habe ich davon gelesen, dass sie entweder nur von ihren Opfern oder nur von Kindern gesehen werden können, andere Male davon, dass sie sich nur unsichtbar machen können, indem sie z. B. einen speziellen Stein haben, den sie bei sich tragen oder herunterschlucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was genau der Tokoloshe mit seinen Opfern macht, kann sehr unterschiedlich sein. So greift er sie manchmal körperlich an, indem er sie z. B. beißt, schlägt oder kratzt, oder er vergewaltigt sie sogar. Dem Tokoloshe kann so ziemlich alles Negative zuschreiben werden, das den Opfern widerfährt – sei es, dass er sie krank macht, für Unglück sorgt, ihre Beziehung ruiniert oder seine Opfer tötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann sich jedoch recht einfach gegen Tokoloshes verteidigen: Aufgrund ihrer Körpergröße haben sie Schwierigkeiten, Menschen auf hohen Betten zu erreichen. Man muss also nur sein Bett höher stellen – oft wird dies gemacht, indem man die Bettfüße auf Ziegelsteine stellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere effektive Methode soll Salz sein, das man auf die Türschwelle und vor die Fenster streuen kann. Ich habe sogar spezielles Tokoloshe-Salz und Tokoloshe-Öl von südafrikanischen Anbietern gefunden, das gegen die Monster helfen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Will man hingegen auf Nummer Sicher gehen und den Tokoloshe endgültig loswerden, wird dazu geraten, dass man sich an einen Sangoma wendet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Legende der Tokoloshes aus Südafrika stammt, sollen sie hauptsächlich in Südafrika sowie seltener in angrenzenden Ländern vorkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Theoretisch wäre ein Tokoloshe aber überall auf der Welt möglich, sofern jemand ihn dort beschwört oder ihn dorthin mitnimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als möglicher Ursprung für den Tokoloshe werden die früheren Lebensbedingungen der Menschen in den ländlichen Regionen Südafrikas genannt. In diesen Regionen sollen die Menschen früher – besonders in kalten Nächten – auf dem Boden (bzw. auf Matratzen auf dem Boden) nahe von Feuerstellen geschlafen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es dabei unzureichende Durchlüftung gab, kann es sein, dass sich in dem Zimmer zu viel Kohlendioxid gesammelt hat. Da Kohlendioxid schwerer ist als Luft, ist es zu Boden gesunken und hat dafür gesorgt, dass die Menschen, die am Boden schliefen, erstickt sind. Da andere Menschen auf erhöhten Betten verschont geblieben waren, ist man wahrscheinlich davon ausgegangen, dass ein kleines Wesen, das nicht auf die Betten klettern kann, an den Toden schuld ist: Die Legende des Tokoloshe war geboren – zumindest, wenn man dieser Theorie glaubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie die Legende auch entstanden sein mag, Fakt ist, dass der Glaube an die Tokoloshes in Südafrika noch immer weit verbreitet ist. Sie werden sogar regelmäßig in Zeitungen wie der Daily Sun erwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider ist dadurch jedoch ein ganz anderes Problem entstanden: Da die Tokoloshes oft als Grund für unerklärliche Verletzungen, sexuellen Missbrauch oder mysteriöse Schwangerschaften genannt werden, bieten sie den Tätern eine einfache Methode, sich selbst von der Schuld zu befreien, indem sie den Wesen die Schuld zuschieben. So kommt es leider durchaus vor, dass kein gewalttätiger Ehemann, sondern ein Tokoloshe für die Verletzungen einer Ehefrau verantwortlich gemacht wird, oder nicht etwa der Onkel, sondern ein Tokoloshe für eine unerklärliche Schwangerschaft eines Teenagers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem habe ich auf Zoutnet, einer südafrikanischen Nachrichtenseite, von einem Fall gelesen, bei der eine Frau von ihrer Gemeinde beschuldigt wurde, einen Pavian zu einem Tokoloshe gemacht zu haben, der daraufhin mehrere Frauen vergewaltigt habe. Es hat sich so weit zugespitzt, dass eines Tages ein wütender Mob zu ihrem Haus gewandert ist, um sie umzubringen. Dazu kam es zwar nicht, aber ihr Ruf und der ihrer Familie hat auch nach dem Vorfall sehr darunter gelitten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zum Glück bringt der Glaube an das Wesen nicht nur Schattenseiten mit sich. Er kann auch Opfern von körperlicher oder sexueller Gewalt dabei helfen, über ihre Erlebnisse zu sprechen und so die entsprechende medizinische Behandlung zu erhalten, die, wenn sie den Täter beim Namen nennen müssten, nie über den entsprechenden Vorfall geredet hätten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Tokoloshe in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tokoloshe hat diverse Auftritte und Erwähnungen in der Popkultur. So gibt es z. B. den südafrikanisch-französischen Thrillerfilm „A Reasonable Man“ (Englisch für „Ein vernünftiger Mann“, 1999), der auf einem echten Fall basiert, bei dem ein Vater seinen Sohn umgebracht hat, in dem Glauben, dass es sich bei ihm um einen Tokoloshe handelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem gibt es diverse Horrorfilme über die Kreatur wie z. B. „Blood Tokoloshe“ („Blut Tokoloshe“, 2013), „The Tokoloshe“ (2018) oder „Tokoloshe: The Calling“ („Tokoloshe: Die Berufung“, 2020) sowie diverse Romane wie z. B. den Fantasyroman „Tokoloshe Song“ (2014) von Andrew Salomon oder das Monster-Fighting-Manga „Tokoloshe Hunters“ („Tokoloshe Jäger“, 2026) von Bill Masuku.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von dem Tokoloshe? Wie hättet ihr an Jans Stelle reagiert, als er den Tokoloshe gesehen hat und als sein Vater ihm nicht geglaubt hat? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


<p><i>Du willst keinen neuen Beitrag mehr verpassen? Dann unterstütze mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank">Patreon</a>, abonniere meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folge mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">X</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden" target="_blank">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/tokoloshe">Tokoloshe – Lass ihn nicht aufs Bett!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/tokoloshe/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>5</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Madam Koi Koi – Bleib nachts auf deinem Zimmer!</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/madam-koi-koi</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/madam-koi-koi#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[afrikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[afrikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Lady Koi Koi]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Madam Koi Koi]]></category>
		<category><![CDATA[Miss Koi Koi]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Moderne Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Nigeria]]></category>
		<category><![CDATA[nigerianische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[nigerianische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Sage]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Toilette]]></category>
		<category><![CDATA[Toilettengeist]]></category>
		<category><![CDATA[urban legend]]></category>
		<category><![CDATA[urban legends]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=3018</guid>

					<description><![CDATA[<p>Also standen Nneka und ich wie versteinert da, während wir den unheimlichen Schritten lauschten. Waren das die anderen Schülerinnen, die uns einen Streich spielen wollten? Dass es sich dabei tatsächlich um die legendäre Madam Koi Koi handeln könnte, dachte keine von uns beiden …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/madam-koi-koi">Madam Koi Koi – Bleib nachts auf deinem Zimmer!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/9595c358e1204ff593605fc5a190c7df" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi ist die zweite afrikanische Legende, die ich auf meinem Blog behandle. Sie handelt von dem rachsüchtigen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geist</a> einer nigerianischen Lehrerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei dem neusten Mitglied auf meinem Patreon bedanken. <strong>Vielen Dank für deine Unterstützung Rea!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Gewalt gegen Kinder<br>
&#8211; Tod<br>
&#8211; Tod eines Kindes</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Leises Gekicher kam aus einem der Gänge. Ich stand mit meiner Taschenlampe bewaffnet da und leuchtete in die Richtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kommt raus!“, rief ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist Frau Uchenna!“, flüsterte eine erschrockene Mädchenstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Abeke, bist du das?“, rief ich. Ich hatte sie schon häufiger nachts auf den Internatsfluren erwischt. „Ich meine es ernst. Kommt raus! Wenn ihr jetzt auf eure Zimmer zurückgeht, werde ich euch nicht verpfeifen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand rührte sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit schnellen Schritten näherte ich mich dem Gang. Zum Glück führte er in eine Sackgasse, sodass die Kinder nicht vor mir weglaufen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich die Taschenlampe hob, um sie anzuleuchten, drängten sie sich eng aneinander. Sie sahen mit großen Augen zu mir auf, hatten die Köpfe leicht eingezogen. Zwei von ihnen hielten einander sogar an den Händen. Hatten sie solche Angst vor mir?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte innerlich, zwang mich aber, mein strenges Gesicht beizubehalten. „Ihr wisst genau, dass es nachts auf den Fluren nicht sicher ist“, sagte ich laut. „Wollt ihr, dass Madam Koi Koi euch erwischt? Wollt ihr sterben?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schülerinnen machten sich noch kleiner, als sie ohnehin schon waren. Einige von ihnen, darunter auch Abeke, schüttelten den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Worauf wartet ihr dann noch?“ Jetzt schrie ich die Kinder an. „Macht, dass ihr zurück in eure Betten kommt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wirkte. Die Mädchen rannten los. Einige quietschten ängstlich, während sie sich an mir vorbei drängten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihnen nach, zufrieden nickend, während ich ihre Zimmertüren in der Ferne knallen hören konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Moment gefror meine Miene jedoch. Ich starrte traurig in die Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht denkt ihr jetzt, dass ich die Kinder hasse. Die Internatslehrer und die Schülerinnen dachten das auf jeden Fall. Ich weiß, dass sie hinter meinem Rücken tuschelten und mich die verrückte Hausmeisterin nannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wirklichkeit war es jedoch genau andersherum. Ich hasste Kinder nicht, ich liebte sie. Wenn es eine Sache gab, die ich verhindern wollte, dann, dass ihnen etwas zustieß. Ich wollte sie beschützen, wie es mir damals mit Nneka nicht gelungen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diejenigen unter euch, die Madam Koi Koi noch nicht kennen: Sie ist eine der bekanntesten urbanen Legenden hier in Nigeria. Es gibt kaum eine Schülerin oder einen Schüler, der sie nicht kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legende nach war Madam Koi Koi einst eine gutaussehende, immer elegant gekleidete Lehrerin. Neben ihrer teuren Kleidung trug sie stets ihre roten High Heels und roten Lippenstift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber so schön sie auch war, sie soll mindestens genauso grausam gewesen sein. Sie bestrafte ihre Schüler bei jeder Gelegenheit, schlug sie, wann immer ihr danach war, und nahm dafür manchmal sogar ein Holzlineal oder einen Stock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnten ihre Schüler ihr nie etwas nachweisen. Denn immer, wenn eine andere Lehrkraft oder der Rektor anwesend waren, benahm sie sich wie eine wahre Vorzeigelehrerin. Niemand der Erwachsenen nahm es ernst, wenn die Schüler sich über ihre beliebte Kollegin beschwerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest, bis die Lehrerin eines Tages zu weit ging. Sie gab einer Schülerin eine heftige Ohrfeige, traf sie dabei so unvorteilhaft am Ohr, dass ihr Trommelfell riss. Nun endlich hatten die Schüler ihren Beweis. Der Rektor konnte sie nicht länger ignorieren. Gemeinsam mit den Eltern des verletzten Mädchens, schafften sie es, dass die Lehrerin ihren Job verlor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schüler freuten sich. Sie fühlten sich befreit. Endlich gab es keine Schläge mehr während des Unterrichts. Was sie jedoch nicht ahnten, war, dass die Lehrerin auf dem Nachhauseweg einen tödlichen Unfall hatte. Sie war mit solch einer Wut losgefahren, dass sie eine rote Ampel übersehen hatte und von einem LKW erwischt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sie ihre letzten Atemzüge tat, schwor sie ihren Schülern Rache. Denn sie waren in ihren Augen nicht nur daran schuld, dass sie ihren Job verloren hatte, sondern jetzt auch noch ihr Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf begannen ihre Schüler über Nacht einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise zu verschwinden. Niemand wusste, was dort vor sich ging, bis die ersten von ihnen von klackenden Geräuschen erzählten, die sie nachts aus dem Flur hören konnten – dieselben klackenden Geräusche, die die roten High Heels ihrer Lehrerin gemacht hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Madam Koi Koi, wie man den Geist der Lehrerin bald nannte, hatte mit ihrer Rache gerade erst begonnen. Selbst, als die Schule wegen der mysteriösen Vermisstenfälle geschlossen wurde, verfolgte sie die Schüler auf ihre neuen Schulen. Bald war auch dort niemand mehr sicher, der sich nachts auf den Fluren herumtrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest war das die Geschichte, die man sich auf meinem Internat erzählt hatte. Und ja, auch ich hatte als Schülerin Angst vor Madam Koi Koi gehabt, aber es war eher ein wohliges Gruseln gewesen als tatsächliche Furcht. Wir machten sogar Mutproben, um zu sehen, wer es nachts am längsten auf dem Flur aushalten würde. Wirklich geglaubt hatte ich die Geschichte nicht. Bis ich Madam Koi Koi vor nicht ganz 30 Jahren fast selbst zum Opfer gefallen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatten meine beste Freundin und Zimmernachbarin Nneka und ich allerlei Blödsinn im Kopf gehabt. Wir schlichen uns oft nachts raus, nach der Bettruhe, um uns mit den anderen Schülerinnen zu treffen oder zu beweisen, wie cool wir waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß noch, wie wir durch die Gänge schlichen. Unsere einzigen Lichter waren Nnekas schwache Taschenlampe und die Notausgangsschilder, während wir mit leisen Sohlen über den Betonboden schlichen. Ansonsten lag der Flur in völliger Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren gerade auf dem Weg zu einigen anderen Mädchen, mit denen wir Wahrheit oder Pflicht spielen wollten, als ich aus einem der Gänge ein Geräusch hörte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nneka? Warte mal. Ich glaube, ich hab da was gehört“, flüsterte ich. Ich fasste Nneka am Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie blieb sofort stehen und schaltete die Taschenlampe aus. Wir hatten beide keine Lust, von einer Lehrkraft erwischt zu werden, also lauschten wir angespannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich genau, wie unbehaglich mir damals war. Während man am Tage im Internat immer etwas hören konnte, seien es die Stimmen von Schülerinnen, die entfernten Geräusche von Bewegungen oder auch nur das Surren der Leuchtstoffröhren, herrschte um uns herum jetzt vollkommene Stille. Es war richtig unheimlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich hörte ich wieder etwas. Es waren langsame Schritte. <em>‚Klack, klack, klack‘</em>, hallten sie durch die Gänge. Es klang nach hochhackigen Schuhen. Nur hatten wir keine Lehrerin an der Schule, die solche Schuhe trug. Und selbst wenn, hätte sie das Licht eingeschaltet oder wenigstens eine Taschenlampe benutzt, während sie durch die Gänge zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also standen Nneka und ich wie versteinert da, während wir den unheimlichen Schritten lauschten. Waren das die anderen Schülerinnen, die uns einen Streich spielen wollten? Dass es sich dabei tatsächlich um die legendäre Madam Koi Koi handeln könnte, dachte keine von uns beiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hielt ich völlig still, während sich die Schritte langsam näherten. Ich versuchte, ruhig zu atmen, während ich mein Herz bis zum Hals schlagen spürte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Klack, klack, klack‘</em>, kamen die Schritte unaufhaltsam auf uns zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wieso sie es tat, aber als die Schritte fast bei uns waren, hob Nneka ihre Taschenlampe in die Richtung. Ich merkte es jedoch erst, als sie sie mit einem leisen Klicken einschaltete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Rot war das erste, was ich sah. Nicht nur das Rot ihrer Lippen und ihrer High Heels, sondern auch das Blut, das ihren zerfetzten Körper zierte. Ich kann nur raten, dass es sich dabei um die Wunden handelte, die Madam Koi Koi sich bei ihrem Unfall zugezogen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel mehr erkannte ich von ihr jedoch nicht. Mit lautem Gekreische rannten Nneka und ich davon. Wir hetzten durch den Flur, zurück Richtung Zimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider war ich sportlicher als Nneka. Und ich verschwendete nicht einen Gedanken daran, auf sie zu warten. Sobald ich das Zimmer erreicht hatte, stieß ich die Tür auf und stürzte hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen kurzen Moment zögerte ich. Ich starrte zurück in den dunklen Flur, wartete darauf, dass Nneka mich einholte. Aber als ich hörte, wie nah die inzwischen rennenden Schritte von Madam Koi Koi waren, gingen meine Nerven mit mir durch. Panisch schlug ich die Tür zu. Der Flur lag jetzt wieder in völliger Dunkelheit, aber Nneka hatte ja ihre Taschenlampe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Chinwe! Chinwe!“, rief sie meinen Namen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zögerte, rang mit mir. Ich überlegte, die Tür wieder zu öffnen, aber ich traute mich nicht. Stattdessen stand ich bloß reglos da und starrte auf den Türknauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Türknauf drehte sich nicht, obwohl Nneka allmählich hier angekommen sein musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich gab es ein lautes Rums und die gesamte Tür erzitterte. Jetzt schrie Nneka wie am Spieß. Direkt hinter der Tür. Und auch die Schritte von Madam Koi Koi waren verstummt. Noch ein Rums. Wieder erzitterte die Tür. Und noch einmal. Nnekas Schreie wurden dumpfer, benommener.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganze Zeit stand ich nur wie erstarrt da, zu ängstlich, um mich zu bewegen, während der Kopf meiner besten Freundin wieder und wieder gegen die Tür geschlagen wurde. Nneka wurde nur wenige Zentimeter von mir entfernt ermordet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke nicht gerne an jenen Tag zurück, aber er hat mich gezeichnet. Wie oft hatte ich mir schon Vorwürfe gemacht. Vielleicht hätte Nneka überlebt, wenn ich unsere Zimmertür nicht zugeschlagen, sie das Zimmer sofort im dunklen Flur gefunden hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war nicht einmal diejenige, die ihre Leiche gefunden hatte. So viel Angst hatte ich davor, die Tür zu öffnen. Und die Erwachsenen? Sie glaubten mir kein einziges Wort. Sie suchten nach einem menschlichen Täter, der Nneka das angetan haben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich fanden sie niemanden. Ich ging mehrere Jahre in Therapie, um den traumatischen Vorfall zu verarbeiten. Aber trotzdem weiß ich genau, was mir in jener Nacht zugestoßen war. Ich werde niemals die Wut vergessen, dass niemand, nicht einmal meine eigenen Eltern mir geglaubt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also hatte ich entschieden, anders zu sein, wenn ich groß bin. Ich hatte bereits damals den Entschluss getroffen, dass ich andere Kinder vor Madam Koi Koi schützen wollte. Deswegen war ich Hausmeisterin an einem Internat geworden. Und so zog ich jetzt jede Nacht meine Runden durch die Flure, in der Hoffnung, dass ich auch nur eine einzige Schülerin vor einem grausamen Tod bewahren konnte.</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/instagram-logo.png" height="40" width="40" alt="Instagram" title="Folge mir auf Instragram"></a>&nbsp;
<a href="https://bsky.app/profile/geisterlegenden.bsky.social" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/bluesky-logo.svg" height="40" width="40" alt="Bluesky" title="Folge mir auf Bluesky"></a>&nbsp;
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/facebook-logo.png" height="40" width="40" alt="Facebook" title="Folge mir auf Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/patreon-logo.png" height="40" width="40" alt="Patreon" title="Unterstütze mich auf Patreon"></a>&nbsp;
<a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/email.png" height="40" width="40" alt="Newsletter" title="Abonniere meinen Newsletter"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi, auch Lady Koi Koi oder Miss Koi Koi genannt, ist der bösartige Geist einer Lehrerin. Sie stammt aus einer <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a> aus Nigeria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Name Madam Koi Koi kommt von den Geräuschen, die ihre hochhackigen Schuhe auf den Schulfluren machen sollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Lebzeiten war Madam Koi Koi eine gutaussehende stets elegant gekleidete schwarze Frau. Ihr Markenzeichen waren ihre roten High Heels sowie ihr roter Lippenstift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrem Tod ist – zumindest den meisten Versionen der Legende zu Folge – von ihrer Schönheit jedoch nicht viel übriggeblieben. Durch die Umstände ihres Todes, auf die ich weiter unten näher eingehen werde, wurde Madam Koi Koi entstellt. Daher soll auch ihr Geist von Verletzungen übersät sein. Manchmal heißt es außerdem, dass sie nur noch einen ihrer roten High Heels trägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Versionen ist ihr Geist unsichtbar, sodass man ihn nur an den Geräuschen der hochhackigen Schuhe erkennen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi ist ein rachsüchtiger Geist, der es hauptsächlich auf Schülerinnen und Schüler abgesehen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie soll nachts auf der Suche nach Opfern durch Internate, selten auch durch weiterführende Schulen streifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte sie dort jemanden entdecken, der sich auf den Gängen oder Toiletten herumtreibt, statt sich im Bett zu befinden, greift sie ihn an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was genau sie mit ihren Opfern macht, kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal schlägt sie sie nur oder verletzt sie leicht, andere Male tötet sie die Schüler oder sie verschwinden spurlos und werden nie wieder gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann sich jedoch vor ihr schützen, indem man sich ins Bett legt (oder im Bett liegenbleibt) und die Augen geschlossen hält, bis ihre Schritte in der Ferne verhallt sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi soll hauptsächlich nachts in Internaten und weiterführenden Schulen gesichtet werden. Obwohl die Legende ursprünglich aus Nigeria stammt, hat sie sich – und somit auch die Sichtungen – auf andere afrikanische Länder ausgeweitet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der genaue Ursprung der Legende von Madam Koi Koi ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass sie etwa Mitte des 20. Jahrhunderts in Nigeria entstanden sein muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass damals eine boshafte Lehrerin in einer nigerianischen Schule oder einem nigerianischen Internat unterrichtet haben soll, die die Schüler für jede Kleinigkeit bestraft und geschlagen habt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hat die Schule nie etwas gegen sie unternommen – entweder, weil sie der Lehrerin nichts nachweisen konnten oder weil sie die Aussagen der Schüler nicht ernstgenommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab diesem Punkt gibt es unzählige Versionen, was passiert sein soll. Die zwei beliebtesten möchte ich euch hier erzählen, auch wenn die anderen Versionen (besonders aus anderen Ländern) auch hiervon stark abweichen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten soll die Lehrerin einer Schülerin eines Tages eine so heftige Ohrfeige gegeben haben, dass ihr Trommelfell gerissen ist. Daraufhin wurde die Lehrerin gefeuert. Kurz darauf – auf dem Weg nach Hause oder an einem der folgenden Tage – soll sie in einen schweren Unfall verwickelt worden sein, den sie nicht überlebt hat. Ehe sie jedoch starb, soll sie den Schülern Rache geschworen haben, die sie für ihre Kündigung und in einigen Versionen sogar für ihren Tod verantwortlich gemacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Version ist sehr viel düsterer. In dieser machte die Lehrerin nämlich nicht den Fehler, Beweise für ihre üblen Taten zu hinterlassen. Also entschieden die Schüler, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie lauerten ihr nach der Schule auf, um sie zusammenzuschlagen. Es ist nicht bekannt, ob es ein Versehen oder Absicht war, aber sie brachten die Lehrerin dabei um. Anschließend ließen sie ihre Leiche verschwinden oder es wie einen Unfall aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem soll der Geist der Lehrerin durch die Schulen und Internate Nigerias streifen und sich für ihren Tod an jeder Schülerin und jedem Schüler rächen, die sie nachts auf den Fluren antrifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Version, laut der die Schüler sie umgebracht haben, hat sie ihre Mörder einen nach dem anderen umgebracht oder verschwinden lassen. Und selbst als der letzte von ihnen seine Tat gestand und berichtete, dass er nachts ihre Schritte auf dem Flur hören könne, konnte ihn das nicht retten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen realen Fall, der zu der grausamen Lehrerin und ihrem Unfall oder Mord passt, habe ich jedoch nicht finden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Madam Koi Koi in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi zählt zu einer der bekanntesten urbanen Legenden aus Nigeria. Daher dürfte es wenig überraschen, dass sie Einzug in die Popkultur gefunden hat. So gibt es gleich mehrere Filme über sie, wie z. B. den Film „Koi Koi: The Myth“ (englisch für „Koi Koi: Der Mythos“) von 2022 sowie den Netflix-Zweiteiler „The Origin: Madam Koi Koi“ („Der Ursprung: Madam Koi Koi“) von 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solltet ihr vorhaben, euch den Netflix-Zweiteiler anzusehen, möchte ich an dieser Stelle jedoch eine Warnung aussprechen: Darin spielen Vergewaltigungen eine zentrale Rolle. Die Szenen sind teilweise ziemlich heftig. Solltet ihr also bei dem Thema empfindlich sein, solltet ihr die Filme vielleicht lieber auslassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem ist Madem Koi Koi die Antagonistin in dem Kinderbuch „Feyi Fay and The Case of the Mysterious Madam Koi Koi“ („Feyi Fay und der Fall der mysteriösen Madam Koi Koi“) von Simisayo Brownstone aus dem Jahr 2018.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Madam Koi Koi? Kanntet ihr die Legende bereits? Und würdet ihr gerne mehr afrikanische Legenden auf meinem Blog lesen? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/madam-koi-koi">Madam Koi Koi – Bleib nachts auf deinem Zimmer!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/madam-koi-koi/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
