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	<title>Toilettengeist Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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	<title>Toilettengeist Archive - Geister und Legenden</title>
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		<title>Madam Koi Koi – Bleib nachts auf deinem Zimmer!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Also standen Nneka und ich wie versteinert da, während wir den unheimlichen Schritten lauschten. Waren das die anderen Schülerinnen, die uns einen Streich spielen wollten? Dass es sich dabei tatsächlich um die legendäre Madam Koi Koi handeln könnte, dachte keine von uns beiden …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/madam-koi-koi">Madam Koi Koi – Bleib nachts auf deinem Zimmer!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi ist die zweite afrikanische Legende, die ich auf meinem Blog behandle. Sie handelt von dem rachsüchtigen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geist</a> einer nigerianischen Lehrerin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei dem neusten Mitglied auf meinem Patreon bedanken. <strong>Vielen Dank für deine Unterstützung Rea!</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; Gewalt gegen Kinder<br>
&#8211; Tod<br>
&#8211; Tod eines Kindes</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Leises Gekicher kam aus einem der Gänge. Ich stand mit meiner Taschenlampe bewaffnet da und leuchtete in die Richtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Kommt raus!“, rief ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist Frau Uchenna!“, flüsterte eine erschrockene Mädchenstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Abeke, bist du das?“, rief ich. Ich hatte sie schon häufiger nachts auf den Internatsfluren erwischt. „Ich meine es ernst. Kommt raus! Wenn ihr jetzt auf eure Zimmer zurückgeht, werde ich euch nicht verpfeifen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand rührte sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit schnellen Schritten näherte ich mich dem Gang. Zum Glück führte er in eine Sackgasse, sodass die Kinder nicht vor mir weglaufen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich die Taschenlampe hob, um sie anzuleuchten, drängten sie sich eng aneinander. Sie sahen mit großen Augen zu mir auf, hatten die Köpfe leicht eingezogen. Zwei von ihnen hielten einander sogar an den Händen. Hatten sie solche Angst vor mir?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte innerlich, zwang mich aber, mein strenges Gesicht beizubehalten. „Ihr wisst genau, dass es nachts auf den Fluren nicht sicher ist“, sagte ich laut. „Wollt ihr, dass Madam Koi Koi euch erwischt? Wollt ihr sterben?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schülerinnen machten sich noch kleiner, als sie ohnehin schon waren. Einige von ihnen, darunter auch Abeke, schüttelten den Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Worauf wartet ihr dann noch?“ Jetzt schrie ich die Kinder an. „Macht, dass ihr zurück in eure Betten kommt!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das wirkte. Die Mädchen rannten los. Einige quietschten ängstlich, während sie sich an mir vorbei drängten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihnen nach, zufrieden nickend, während ich ihre Zimmertüren in der Ferne knallen hören konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Moment gefror meine Miene jedoch. Ich starrte traurig in die Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht denkt ihr jetzt, dass ich die Kinder hasse. Die Internatslehrer und die Schülerinnen dachten das auf jeden Fall. Ich weiß, dass sie hinter meinem Rücken tuschelten und mich die verrückte Hausmeisterin nannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Wirklichkeit war es jedoch genau andersherum. Ich hasste Kinder nicht, ich liebte sie. Wenn es eine Sache gab, die ich verhindern wollte, dann, dass ihnen etwas zustieß. Ich wollte sie beschützen, wie es mir damals mit Nneka nicht gelungen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diejenigen unter euch, die Madam Koi Koi noch nicht kennen: Sie ist eine der bekanntesten urbanen Legenden hier in Nigeria. Es gibt kaum eine Schülerin oder einen Schüler, der sie nicht kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legende nach war Madam Koi Koi einst eine gutaussehende, immer elegant gekleidete Lehrerin. Neben ihrer teuren Kleidung trug sie stets ihre roten High Heels und roten Lippenstift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber so schön sie auch war, sie soll mindestens genauso grausam gewesen sein. Sie bestrafte ihre Schüler bei jeder Gelegenheit, schlug sie, wann immer ihr danach war, und nahm dafür manchmal sogar ein Holzlineal oder einen Stock.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnten ihre Schüler ihr nie etwas nachweisen. Denn immer, wenn eine andere Lehrkraft oder der Rektor anwesend waren, benahm sie sich wie eine wahre Vorzeigelehrerin. Niemand der Erwachsenen nahm es ernst, wenn die Schüler sich über ihre beliebte Kollegin beschwerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest, bis die Lehrerin eines Tages zu weit ging. Sie gab einer Schülerin eine heftige Ohrfeige, traf sie dabei so unvorteilhaft am Ohr, dass ihr Trommelfell riss. Nun endlich hatten die Schüler ihren Beweis. Der Rektor konnte sie nicht länger ignorieren. Gemeinsam mit den Eltern des verletzten Mädchens, schafften sie es, dass die Lehrerin ihren Job verlor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schüler freuten sich. Sie fühlten sich befreit. Endlich gab es keine Schläge mehr während des Unterrichts. Was sie jedoch nicht ahnten, war, dass die Lehrerin auf dem Nachhauseweg einen tödlichen Unfall hatte. Sie war mit solch einer Wut losgefahren, dass sie eine rote Ampel übersehen hatte und von einem LKW erwischt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sie ihre letzten Atemzüge tat, schwor sie ihren Schülern Rache. Denn sie waren in ihren Augen nicht nur daran schuld, dass sie ihren Job verloren hatte, sondern jetzt auch noch ihr Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf begannen ihre Schüler über Nacht einer nach dem anderen auf mysteriöse Weise zu verschwinden. Niemand wusste, was dort vor sich ging, bis die ersten von ihnen von klackenden Geräuschen erzählten, die sie nachts aus dem Flur hören konnten – dieselben klackenden Geräusche, die die roten High Heels ihrer Lehrerin gemacht hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Madam Koi Koi, wie man den Geist der Lehrerin bald nannte, hatte mit ihrer Rache gerade erst begonnen. Selbst, als die Schule wegen der mysteriösen Vermisstenfälle geschlossen wurde, verfolgte sie die Schüler auf ihre neuen Schulen. Bald war auch dort niemand mehr sicher, der sich nachts auf den Fluren herumtrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zumindest war das die Geschichte, die man sich auf meinem Internat erzählt hatte. Und ja, auch ich hatte als Schülerin Angst vor Madam Koi Koi gehabt, aber es war eher ein wohliges Gruseln gewesen als tatsächliche Furcht. Wir machten sogar Mutproben, um zu sehen, wer es nachts am längsten auf dem Flur aushalten würde. Wirklich geglaubt hatte ich die Geschichte nicht. Bis ich Madam Koi Koi vor nicht ganz 30 Jahren fast selbst zum Opfer gefallen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals hatten meine beste Freundin und Zimmernachbarin Nneka und ich allerlei Blödsinn im Kopf gehabt. Wir schlichen uns oft nachts raus, nach der Bettruhe, um uns mit den anderen Schülerinnen zu treffen oder zu beweisen, wie cool wir waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß noch, wie wir durch die Gänge schlichen. Unsere einzigen Lichter waren Nnekas schwache Taschenlampe und die Notausgangsschilder, während wir mit leisen Sohlen über den Betonboden schlichen. Ansonsten lag der Flur in völliger Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir waren gerade auf dem Weg zu einigen anderen Mädchen, mit denen wir Wahrheit oder Pflicht spielen wollten, als ich aus einem der Gänge ein Geräusch hörte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nneka? Warte mal. Ich glaube, ich hab da was gehört“, flüsterte ich. Ich fasste Nneka am Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie blieb sofort stehen und schaltete die Taschenlampe aus. Wir hatten beide keine Lust, von einer Lehrkraft erwischt zu werden, also lauschten wir angespannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich genau, wie unbehaglich mir damals war. Während man am Tage im Internat immer etwas hören konnte, seien es die Stimmen von Schülerinnen, die entfernten Geräusche von Bewegungen oder auch nur das Surren der Leuchtstoffröhren, herrschte um uns herum jetzt vollkommene Stille. Es war richtig unheimlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich hörte ich wieder etwas. Es waren langsame Schritte. <em>‚Klack, klack, klack‘</em>, hallten sie durch die Gänge. Es klang nach hochhackigen Schuhen. Nur hatten wir keine Lehrerin an der Schule, die solche Schuhe trug. Und selbst wenn, hätte sie das Licht eingeschaltet oder wenigstens eine Taschenlampe benutzt, während sie durch die Gänge zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also standen Nneka und ich wie versteinert da, während wir den unheimlichen Schritten lauschten. Waren das die anderen Schülerinnen, die uns einen Streich spielen wollten? Dass es sich dabei tatsächlich um die legendäre Madam Koi Koi handeln könnte, dachte keine von uns beiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hielt ich völlig still, während sich die Schritte langsam näherten. Ich versuchte, ruhig zu atmen, während ich mein Herz bis zum Hals schlagen spürte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Klack, klack, klack‘</em>, kamen die Schritte unaufhaltsam auf uns zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wieso sie es tat, aber als die Schritte fast bei uns waren, hob Nneka ihre Taschenlampe in die Richtung. Ich merkte es jedoch erst, als sie sie mit einem leisen Klicken einschaltete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Rot war das erste, was ich sah. Nicht nur das Rot ihrer Lippen und ihrer High Heels, sondern auch das Blut, das ihren zerfetzten Körper zierte. Ich kann nur raten, dass es sich dabei um die Wunden handelte, die Madam Koi Koi sich bei ihrem Unfall zugezogen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel mehr erkannte ich von ihr jedoch nicht. Mit lautem Gekreische rannten Nneka und ich davon. Wir hetzten durch den Flur, zurück Richtung Zimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider war ich sportlicher als Nneka. Und ich verschwendete nicht einen Gedanken daran, auf sie zu warten. Sobald ich das Zimmer erreicht hatte, stieß ich die Tür auf und stürzte hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen kurzen Moment zögerte ich. Ich starrte zurück in den dunklen Flur, wartete darauf, dass Nneka mich einholte. Aber als ich hörte, wie nah die inzwischen rennenden Schritte von Madam Koi Koi waren, gingen meine Nerven mit mir durch. Panisch schlug ich die Tür zu. Der Flur lag jetzt wieder in völliger Dunkelheit, aber Nneka hatte ja ihre Taschenlampe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Chinwe! Chinwe!“, rief sie meinen Namen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich zögerte, rang mit mir. Ich überlegte, die Tür wieder zu öffnen, aber ich traute mich nicht. Stattdessen stand ich bloß reglos da und starrte auf den Türknauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Türknauf drehte sich nicht, obwohl Nneka allmählich hier angekommen sein musste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich gab es ein lautes Rums und die gesamte Tür erzitterte. Jetzt schrie Nneka wie am Spieß. Direkt hinter der Tür. Und auch die Schritte von Madam Koi Koi waren verstummt. Noch ein Rums. Wieder erzitterte die Tür. Und noch einmal. Nnekas Schreie wurden dumpfer, benommener.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ganze Zeit stand ich nur wie erstarrt da, zu ängstlich, um mich zu bewegen, während der Kopf meiner besten Freundin wieder und wieder gegen die Tür geschlagen wurde. Nneka wurde nur wenige Zentimeter von mir entfernt ermordet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke nicht gerne an jenen Tag zurück, aber er hat mich gezeichnet. Wie oft hatte ich mir schon Vorwürfe gemacht. Vielleicht hätte Nneka überlebt, wenn ich unsere Zimmertür nicht zugeschlagen, sie das Zimmer sofort im dunklen Flur gefunden hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war nicht einmal diejenige, die ihre Leiche gefunden hatte. So viel Angst hatte ich davor, die Tür zu öffnen. Und die Erwachsenen? Sie glaubten mir kein einziges Wort. Sie suchten nach einem menschlichen Täter, der Nneka das angetan haben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich fanden sie niemanden. Ich ging mehrere Jahre in Therapie, um den traumatischen Vorfall zu verarbeiten. Aber trotzdem weiß ich genau, was mir in jener Nacht zugestoßen war. Ich werde niemals die Wut vergessen, dass niemand, nicht einmal meine eigenen Eltern mir geglaubt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also hatte ich entschieden, anders zu sein, wenn ich groß bin. Ich hatte bereits damals den Entschluss getroffen, dass ich andere Kinder vor Madam Koi Koi schützen wollte. Deswegen war ich Hausmeisterin an einem Internat geworden. Und so zog ich jetzt jede Nacht meine Runden durch die Flure, in der Hoffnung, dass ich auch nur eine einzige Schülerin vor einem grausamen Tod bewahren konnte.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi, auch Lady Koi Koi oder Miss Koi Koi genannt, ist der bösartige Geist einer Lehrerin. Sie stammt aus einer <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a> aus Nigeria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Name Madam Koi Koi kommt von den Geräuschen, die ihre hochhackigen Schuhe auf den Schulfluren machen sollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Lebzeiten war Madam Koi Koi eine gutaussehende stets elegant gekleidete schwarze Frau. Ihr Markenzeichen waren ihre roten High Heels sowie ihr roter Lippenstift.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach ihrem Tod ist – zumindest den meisten Versionen der Legende zu Folge – von ihrer Schönheit jedoch nicht viel übriggeblieben. Durch die Umstände ihres Todes, auf die ich weiter unten näher eingehen werde, wurde Madam Koi Koi entstellt. Daher soll auch ihr Geist von Verletzungen übersät sein. Manchmal heißt es außerdem, dass sie nur noch einen ihrer roten High Heels trägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Versionen ist ihr Geist unsichtbar, sodass man ihn nur an den Geräuschen der hochhackigen Schuhe erkennen kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi ist ein rachsüchtiger Geist, der es hauptsächlich auf Schülerinnen und Schüler abgesehen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie soll nachts auf der Suche nach Opfern durch Internate, selten auch durch weiterführende Schulen streifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte sie dort jemanden entdecken, der sich auf den Gängen oder Toiletten herumtreibt, statt sich im Bett zu befinden, greift sie ihn an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was genau sie mit ihren Opfern macht, kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal schlägt sie sie nur oder verletzt sie leicht, andere Male tötet sie die Schüler oder sie verschwinden spurlos und werden nie wieder gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann sich jedoch vor ihr schützen, indem man sich ins Bett legt (oder im Bett liegenbleibt) und die Augen geschlossen hält, bis ihre Schritte in der Ferne verhallt sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi soll hauptsächlich nachts in Internaten und weiterführenden Schulen gesichtet werden. Obwohl die Legende ursprünglich aus Nigeria stammt, hat sie sich – und somit auch die Sichtungen – auf andere afrikanische Länder ausgeweitet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der genaue Ursprung der Legende von Madam Koi Koi ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass sie etwa Mitte des 20. Jahrhunderts in Nigeria entstanden sein muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass damals eine boshafte Lehrerin in einer nigerianischen Schule oder einem nigerianischen Internat unterrichtet haben soll, die die Schüler für jede Kleinigkeit bestraft und geschlagen habt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem hat die Schule nie etwas gegen sie unternommen – entweder, weil sie der Lehrerin nichts nachweisen konnten oder weil sie die Aussagen der Schüler nicht ernstgenommen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab diesem Punkt gibt es unzählige Versionen, was passiert sein soll. Die zwei beliebtesten möchte ich euch hier erzählen, auch wenn die anderen Versionen (besonders aus anderen Ländern) auch hiervon stark abweichen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten soll die Lehrerin einer Schülerin eines Tages eine so heftige Ohrfeige gegeben haben, dass ihr Trommelfell gerissen ist. Daraufhin wurde die Lehrerin gefeuert. Kurz darauf – auf dem Weg nach Hause oder an einem der folgenden Tage – soll sie in einen schweren Unfall verwickelt worden sein, den sie nicht überlebt hat. Ehe sie jedoch starb, soll sie den Schülern Rache geschworen haben, die sie für ihre Kündigung und in einigen Versionen sogar für ihren Tod verantwortlich gemacht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Version ist sehr viel düsterer. In dieser machte die Lehrerin nämlich nicht den Fehler, Beweise für ihre üblen Taten zu hinterlassen. Also entschieden die Schüler, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie lauerten ihr nach der Schule auf, um sie zusammenzuschlagen. Es ist nicht bekannt, ob es ein Versehen oder Absicht war, aber sie brachten die Lehrerin dabei um. Anschließend ließen sie ihre Leiche verschwinden oder es wie einen Unfall aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem soll der Geist der Lehrerin durch die Schulen und Internate Nigerias streifen und sich für ihren Tod an jeder Schülerin und jedem Schüler rächen, die sie nachts auf den Fluren antrifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Version, laut der die Schüler sie umgebracht haben, hat sie ihre Mörder einen nach dem anderen umgebracht oder verschwinden lassen. Und selbst als der letzte von ihnen seine Tat gestand und berichtete, dass er nachts ihre Schritte auf dem Flur hören könne, konnte ihn das nicht retten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen realen Fall, der zu der grausamen Lehrerin und ihrem Unfall oder Mord passt, habe ich jedoch nicht finden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Madam Koi Koi in der Popkultur:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Madam Koi Koi zählt zu einer der bekanntesten urbanen Legenden aus Nigeria. Daher dürfte es wenig überraschen, dass sie Einzug in die Popkultur gefunden hat. So gibt es gleich mehrere Filme über sie, wie z. B. den Film „Koi Koi: The Myth“ (englisch für „Koi Koi: Der Mythos“) von 2022 sowie den Netflix-Zweiteiler „The Origin: Madam Koi Koi“ („Der Ursprung: Madam Koi Koi“) von 2023.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solltet ihr vorhaben, euch den Netflix-Zweiteiler anzusehen, möchte ich an dieser Stelle jedoch eine Warnung aussprechen: Darin spielen Vergewaltigungen eine zentrale Rolle. Die Szenen sind teilweise ziemlich heftig. Solltet ihr also bei dem Thema empfindlich sein, solltet ihr die Filme vielleicht lieber auslassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem ist Madem Koi Koi die Antagonistin in dem Kinderbuch „Feyi Fay and The Case of the Mysterious Madam Koi Koi“ („Feyi Fay und der Fall der mysteriösen Madam Koi Koi“) von Simisayo Brownstone aus dem Jahr 2018.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Madam Koi Koi? Kanntet ihr die Legende bereits? Und würdet ihr gerne mehr afrikanische Legenden auf meinem Blog lesen? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>Aka Manto – rotes Papier oder blaues Papier?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2023 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zuerst war alles normal, doch dann hat die Schwester plötzlich eine Männerstimme aus der Toilette gehört: "Willst du rotes Papier oder blaues Papier?"<br />
"Rotes Papier, bitte", soll ihr Bruder geantwortet haben. Und dann plötzlich hat er wie am Spieß geschrien ...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Heute geht es um Aka Manto, einen berühmten japanischen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a>, der sich angeblich auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/flueche" target="_blank" rel="noreferrer noopener">verfluchten</a> Toiletten herumtreibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; explizite Darstellung körperlicher Gewalt<br>
&#8211; Blut</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh schnell auf die Toilette“, sagte ich an niemanden Spezielles gerichtet, während ich gemeinsam mit meiner Klasse die Sporthalle verließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Haruki! Warte!“, rief mir ein Junge nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war Sōta. Er und einige andere Jungen hatten mich in ihrer kleinen Gruppe aufgenommen, nachdem ich hergezogen war. Ich mochte ihn, auch wenn ich ihn noch nicht sonderlich gut kannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wenn du wirklich dringend musst, lauf zurück in die Schule. Aber geh nicht in der Sporthalle auf die Toilette“, sagte er zu mir, als er aufgeholt hatte. Er hielt mich sogar am Arm fest, damit ich nicht weiterging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihn fragend an. „Warum nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sōta sah auf seine Schuhe. Er wirkte auf einmal sehr unsicher. Er druckste eine Weile herum, bis er kleinlaut sagte: „Die Jungstoilette ist verflucht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wie bitte?“ Ich war mir unsicher, ob ich ihn richtig verstanden hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt sah Sōta auf. Die Unsicherheit war deutlich in seinen Augen zu erkennen, während er seine Worte einen Tick zu laut wiederholte: „Die Toilette ist verflucht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich wurde es um uns herum still. Einige andere Schüler blieben stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was hast du da gerade gesagt?“, fragte eine Stimme hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erschrocken fuhr ich herum. Ich erkannte die Stimme sofort: Es war Ryō. Er war ziemlich groß und kräftig. Einmal hatte ich gesehen, wie er ein Mädchen dazu gezwungen hatte, ihm ein Reisbällchen abzugeben, weil er noch Hunger hatte. Normalerweise hielt ich mich von ihm fern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Blick wanderte von Sōta zu mir. „Du willst doch nicht auf die Sporttoilette gehen, oder Haruki?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„D-doch. Nein. I-ich weiß nicht“, stammelte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ryō sah flüchtig rüber zu den Toiletten, ehe er mir eine große Hand auf die Schulter legte. Mein ganzer Körper versteifte sich. Aber die Falten, die sich jetzt auf Ryōs Stirn bildeten, wirkten vielmehr besorgt als wütend. „Wenn du auf Toilette musst, geh nicht auf die Sporttoilette. Geh niemals auf die Sporttoilette!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne mehr dazu zu sagen, schob er mich an meiner Schulter an den Toiletten vorbei Richtung Umkleide. Ich hatte zu viel Angst, um etwas zu erwidern, und ließ es geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was es mit all dem auf sich hatte, erfuhr ich jedoch erst in der nächsten Pause. Sōta und ich saßen mit Kanata und Ren an unseren Tischen im Klassenraum und aßen gerade unser Curry, als ich es nicht länger aushielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was war das eigentlich heute Morgen?“, fragte ich in die Runde. „Sōta meinte, dass die Sporttoilette verflucht sei. Und dann hat sich Ryō so komisch benommen. Als hätte er Angst.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie auch schon vorhin wurde es plötzlich sehr still um mich herum. An den Nachbartischen aßen und quatschten die anderen Schüler weiter, aber Sōta, Kanata und Ren gefroren allesamt in ihren Bewegungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war Sōta, der als Erstes seine Worte wiederfand. „Es bringt Unglück, darüber zu reden“, erklärte er mit gesenkter Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nicht genau, wieso, aber auch ich sprach automatisch leiser. „Unglück? Wieso? Was ist denn passiert?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sōta, Kanata und Ren warfen einander mehrere Blicke zu, als würden sie stumm beraten, was sie als Nächstes sagen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Also gut. Wir erzählen es dir“, ergriff jetzt Kanata das Wort. Er war der Kleinste von uns. Trotzdem war er so etwas, wie unser Anführer. „Aber nur, weil du der Neue bist. Und danach wollen wir nie wieder darüber reden. Ist das klar?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt lag es an mir, Sōta und Ren verwirrte Blicke zuzuwerfen, aber die beiden sahen mich ernst an. Also nickte ich. „Okay. Ist klar.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es ist schon einige Jahre her“, erklärte Kanata. „Wir waren damals noch nicht eingeschult, aber … alle wissen davon. Sogar die Lehrer. Damals ist in unserer Schule ein Mord passiert. Wie im Fernsehen, aber ein echter. Und der Mörder wurde nie gefasst. Es heißt nämlich, dass es ein böser Geist war.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder warf ich Sōta und Ren verstohlene Blicke zu. Ihre versteinerten Mienen ließen mich jedoch keine Sekunde daran zweifeln, dass Kanata glaubte, was er da sagte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es heißt, dass damals ein Bruder und seine Schwester hier zur Schule gegangen sind. Viel wissen wir nicht über die beiden, aber sie haben wohl alles zusammen gemacht. Sogar, wenn sie auf Toilette gingen, sind sie entweder gleichzeitig gegangen oder haben auf dem Flur gewartet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So war es auch an jenem Tag, als der Bruder auf die Sporttoilette gegangen war und seine Schwester vor der Tür gewartet hat. Zuerst war alles normal, doch dann hat die Schwester plötzlich eine Stimme aus der Toilette gehört: ‚Willst du rotes Papier oder blaues Papier?‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kam ihr komisch vor, denn die Stimme war eine Männerstimme. Und die Lehrer haben doch eine eigene Toilette. Trotzdem hat sie sich nicht getraut, als Mädchen ins Jungsklo zu gehen. Also hörte sie bloß weiter zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚Rotes Papier, bitte‘, soll ihr Bruder geantwortet haben. Und dann plötzlich hat er wie am Spieß geschrien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist natürlich sofort reingerannt. Aber da war es schon zu spät. Ihr Bruder lag tot in der Kabine. Das weiße T-Shirt seiner Sportuniform soll völlig rot vor lauter Blut gewesen sein. Aber was noch viel unheimlicher ist: Der Mann, der mit dem Bruder in der Toilette gewesen sein musste, war verschwunden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich starrte Kanata entsetzt an. Über meinen Körper hatte sich eine Gänsehaut gezogen. Für gewöhnlich gruselte ich mich nicht so schnell. Mein Opa erzählte mir häufig Gruselgeschichten, aber in ihnen ging es fast nie um Blut. Von den Bildern, die ich gerade im Kopf hatte, wurde mir hingegen richtig schlecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„S-so ein Blödsinn“, erwiderte ich. „So viel Blut hat ein Mensch gar nicht. Ich hab mir mal in den Finger geschnitten und das musste sogar genäht werden. Danach hatte ich auch nur ein paar kleine Flecken auf meiner Hose!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Doch. Es stimmt wirklich. Alle wissen davon!“, meldete sich Ren zu Wort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hingegen blieb skeptisch. Ehe meine Freunde mich daran hindern konnten, sah ich mich nach unserer Lehrerin um. „Nakagawa Sensei? Nakagawa Sensei?“, fragte ich laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frau Nakagawa kam sofort zu uns. „Was ist denn Endō-kun?“, fragte sie mich mit einem warmen Lächeln. Hier in Japan war es normal, dass uns die Lehrer mit unserem Nachnamen ansprachen. „Stimmt etwas mit dem Essen nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein. Mit dem Essen ist alles in Ordnung. Ich wollte wissen, wie viel Blut ein Mensch im Körper hat“, erwiderte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sah mich kurz mit großen Augen an, als hätte sie nicht mit der Frage gerechnet. Dann lächelte sie sofort wieder. „Das kommt auf den Menschen an. Bei einem Erwachsenen wie mir sind es etwa 5 bis 7 Liter. Wieso möchtest du das wissen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich starrte sie an. 5 bis 7 Liter?! Meine Mutter hatte damals bei meinem Finger so reagiert, als würde ich jede Sekunde verbluten. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass ein Mensch so viel Blut im Körper hatte. Damit konnte man locker ein T-Shirt rot färben!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Endō-kun?“, riss mich Frau Nakagawa aus den Gedanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„A-ach nichts“, stammelte ich. Dann fügte ich schnell hinzu: „Ich hab nur Gerüchte über die Sporttoilette gehört.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frau Nakagawas Gesicht wurde plötzlich schneeweiß. Sie sah mich streng an. „Du solltest nicht alles glauben, was man dir erzählt!“, sagte sie schnell. Dann drehte sie sich auf der Stelle um und ging mit großen Schritten zurück zu ihrem Lehrerpult.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich starrte ihr mit offenem Mund nach. Sie hingegen schien meinem Blick regelrecht auszuweichen, während sie angespannt ihr Mittagessen weiteraß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Siehst du, Haruki?“, sagte Ren. „Ich hab doch gesagt, sie weiß davon!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt gab es auch für mich keinen Zweifel mehr daran. Sie hatte so komisch reagiert, dass sie irgendetwas wissen musste. Die Frage war nur: Wie viel war an der Geschichte wirklich dran?</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles ist bereits über ein halbes Jahr her. Inzwischen hatte ich mich eingelebt. Ich kannte die ungeschriebenen Regeln der Schule. Ich wusste, dass die Schüler sich auf dem Pausenhof mit dem Klettergerüst abwechselten. Dass die Tische bei der Ausgangstür für die Schüler waren, die in der Pause mit ihren Pokémonkarten spielen oder tauschen wollten. Und auch, dass die Jungentoilette in der Sporthalle nicht benutzt werden durfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel mehr hatte ich über die Toilette in den sechs Monaten jedoch nicht herausfinden können. Niemand wollte mit mir darüber reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab nicht einmal Mutproben, wer sich auf die Toilette traute. Ich hatte es einmal vorgeschlagen, aber die anderen hatten mich behandelt, als sei ich verrückt geworden. Sie hatten wirklich Angst vor der Toilette. Und auch sonst hatte ich noch nie einen Jungen gesehen, der in der Sporthalle auf Klo gegangen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ihr fragt euch sicherlich, wieso ich ausgerechnet jetzt so intensiv über die Sporttoilette nachdachte. Nun, ich stand in genau diesem Moment vor der Toilettentür und wägte meine Möglichkeiten ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich könnte ich zum Schulgebäude rennen, aber ich musste wirklich dringen. Und wenn ich eine Sache nicht wollte, dann war es, mir in die Hose zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach draußen gehen war auch keine Möglichkeit. Zum einen gehörte es sich nicht, zum anderen musste ich mal groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mädchentoilette hingegen … Nein, da könnte ich mir genauso gut in die Hose machen. Die Anderen würden mich noch Jahre damit aufziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Einzige, was übrigblieb, war die angeblich verfluchte Jungstoilette.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich atmete tief durch, ehe ich die Tür langsam aufdrückte. ‚<em>Iiiieeeeek!</em>‘, schrien die Türscharniere mich an, als ob sie mich vertreiben wollten. Dann ertönte ein klackendes Geräusch und das automatische Licht ging an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es funktionierten nicht mehr alle Lampen, aber das, was ich in dem schwachen Licht sah, reichte aus, um mir einen Schauer über den Rücken zu jagen. Die Toilette war zwar nicht dreckig – auch stank sie nicht –, aber es musste ewig her gewesen sein, seit hier jemand gründlich geputzt hatte: Auf den Spiegeln waren Streifen, als hätte man sie bloß flüchtig abgewischt, auf den Waschbecken lag Staub und der Boden wirkte so, als hätte sich jemand beim letzten Saubermachen sehr beeilt und dabei die Hälfte übersehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hatten also sogar die Erwachsenen Angst, die Toilette zu betreten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Ach, so ein Quatsch</em>‘, redete ich mir ins Gewissen. Dreckige Klos gab es an vielen Schulen. Bestimmt sah die Mädchentoilette ähnlich aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Sorge beiseiteschiebend – immerhin musste ich ziemlich dringend – ging ich mit zittrigen Beinen einige Schritte in den Raum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder schrie mir die Tür ihr ‚<em>Iiiieeeeek</em>‘ entgegen, ehe sie mit einem unerwartet lauten Krachen ins Schloss fiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaubte nicht an den Fluch. Ich <em>wollte</em> nicht an den Fluch glauben. Und trotzdem ertappte ich mich dabei, wie ich mich unruhig in dem Raum umsah. Das Licht war nicht sonderlich hell, aber es reichte aus, um zu sehen, dass ich allein war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann war da noch dieser Geruch. Er erinnerte mich an Opas Dachboden. Irgendwie alt und staubig, aber ohne den vertrauten Geruch von Opa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell ging ich zur ersten Kabine. Darin begegnete mir eine Hocktoilette, wie sie in Japan häufig zu finden waren. Das war jedoch nicht alles: Die Wände und sogar die Bodenfliesen waren über und über mit Edding beschmiert. Ich erkannte unanständige Schriftzeichen und Symbole. Und auf dem Boden lag abgewickeltes Toilettenpapier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit gerümpfter Nase ging ich weiter. Andererseits hieß das auch, dass zumindest einige Schüler hier gewesen waren, um die Kabinen zu beschmieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Kabine war sauberer, aber in einem ähnlich miserablen Zustand: Die Tür war aus dem oberen Scharnier gebrochen und hielt nur, weil sie halb an der Wand lehnte. Ansonsten war die Kabine leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann ging ich zur nächsten Kabine. Während ich vorsichtig die Tür aufstieß, gab auch sie ein leises Quietschen von sich. Ich spähte hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erleichtert atmete ich auf. Die dritte und letzte Kabine war in einem vergleichsweise guten Zustand. Zwar gab es auch hier ab und an eine Schmiererei, aber dafür lag nicht überall Toilettenpapier verteilt und auch die Tür schien noch zu halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell trat ich ein, schloss die Kabinentür hastiger hinter mir, als ich es zugeben würde, zog meine Hose runter und hockte mich über die Toilette.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Moment spürte ich, wie alle Anspannung von mir abfiel. Ich spürte nichts mehr von der Unruhe, die mich eben noch bedrängt hatte. Ich war einfach nur erleichtert, dass ich es rechtzeitig aufs Klo geschafft hatte. Und vielleicht war ich auch ein bisschen stolz. Ich würde meinen Freunden erzählen können, wie ich todesmutig auf die verfluchte Toilette gegangen war. Die würden Augen machen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ganze Weile lang passierte gar nichts mehr. Ich ging in Ruhe meinem Geschäft nach, während ich in Gedanken versunken dahockte und mich fühlte, als könne nichts auf der Welt mir etwas anhaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich fertig war und nach dem Toilettenpapier greifen wollte, fiel mein Blick jedoch auf die leere Klorolle zu meiner Rechten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„So ein Mist!“, fluchte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war drauf und dran aufzustehen, um in den anderen Kabinen nach Klopapier zu suchen, als mein Blick auf etwas Rotes vor mir fiel. Es war eine Art roter Vorhang oder anderer Stoff, der direkt vor der Kabine bis auf den Boden hing. Von draußen hatte ich nichts dergleichen gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Willst du rotes Papier oder blaues Papier?“, fragte plötzlich eine tiefe Männerstimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Frage ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Sofort musste ich wieder an die Geschichte mit dem toten Bruder denken. Ihm wurde damals dieselbe Frage gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick auf die leere Klopapierrolle. Wahrscheinlich war es ihm genauso wie mir ergangen. Aber ich hatte nicht vor, dass meine Geschichte genauso wie seine endete. Er hatte sich damals für Rot entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Blaues Papier!“, sagte ich schnell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei starrte ich wie gebannt den roten Stoff vor der Kabine an. Ich achtete auf jede Bewegung. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen: Keine Sekunde, nachdem der Stoff zurückgewichen war, polterte plötzlich die ganze Kabine. Es kam mir vor, als würde irgendjemand oder irgendetwas von draußen an der Tür rütteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann auf einmal hörte es auf. Dafür ertönte ein anderes Geräusch: <em>Klick!</em> Entsetzt sah ich, wie das Türschloss sich wie von Geisterhand bewegte. Die Kabine war offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Moment herrschte vollkommene Stille. Ich hörte, wie mein Herz in meiner Brust hämmerte. Dann sprang ich auf, um die Tür wieder zu verschließen. Aber es war zu spät. In dem Moment, als ich nach dem Schloss griff, wurde die Tür von außen aufgestoßen. Sie hatte so eine Wucht, dass ich zurückgeschleudert wurde und nur knapp neben der Toilette auf den harten Boden prallte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein stechender Schmerz fuhr durch mein Steißbein, aber das war mir gerade egal. Entsetzt starrte ich den Mann an, der jetzt in die Kabine trat. Er trug einen roten Umhang, der seinen kompletten Körper verdeckte. Sein Gesicht konnte ich im Gegenlicht nicht erkennen. Was ich hingegen deutlich sehen konnte, waren seine Arme, die er nach meinem Hals ausstreckte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch krabbelte ich rückwärts, bis ich die kalten Wandfliesen an meinem Rücken spürte. Ich konnte nirgendwo hin. Die Kabinenwände reichten bis auf den Boden. Der einzige Ausgang wurde von dem Mann blockiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt hatte er mich erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich nach seinen Händen schlug und trat, schrie ich aus voller Lunge: „Hilfe! Hilf…“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter kam ich nicht. Der Mann presste seine Hände an meinen Hals. Sie waren eiskalt. Er drückte mit voller Kraft zu. Mein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich platzen. Mir wurde schwindelig. Aber so sehr ich auch versuchte, mich zu wehren, es war sinnlos. Der Mann war zu stark.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich hörte ich ein Geräusch: <em>Iiiiiieeeeek</em>. Die Toilettentür!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Haruki? Bist du da drin?“ Das war Sōta!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt versuchte ich gar nicht mehr, den Mann mit dem roten Umhang abzuwehren. Stattdessen hämmerte ich mit der Faust gegen die Kabinenwand, um möglichst viel Lärm zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist das?“, hörte ich jetzt Ren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lasst uns von hier abhauen!“, erwiderte Kanata.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein!“, fuhr Sōta dazwischen. „Ihr habt doch auch gehört, wie Haruki um Hilfe gerufen hat!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was diskutierten sie denn so lange?! Die Panik in mir war unbeschreiblich. Ich versuchte, meine Freunde zu rufen, aber meiner zusammengedrückten Kehle entwich kein einziger Ton. Auch ließ der Mann sich durch meine Freunde nicht aus der Ruhe bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Schläge hingegen wurden schwächer und schwächer. Ich hatte kaum noch Kraft in meinen Armen, während es um mich herum immer dunkler wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hörte ich zaghafte Schritte gefolgt von Sōtas Stimme: „Harukiii? Bist du da?“ Doch etwas stimmte nicht. Seine Stimme klang weit entfernt. Viel weiter als von der Toilettentür. Meine kraftlosen Arme konnte ich jetzt überhaupt nicht mehr heben. „Haruki?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war das letzte Mal, dass ich meinen Namen hörte. Das letzte Mal, dass ich irgendetwas hörte. Meine Freunde waren zu langsam gewesen. Sie würden nur noch meine Leiche entdecken.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Aka Manto (japanisch für „roter Umhang“), manchmal auch Aoi Manto („blauer Umhang“) oder Akai Kami Aoi Kami („rotes Papier, blaues Papier“) genannt, ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Japan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie handelt von einem Geist, der sich in verfluchten Schultoiletten herumtreiben soll. Er zählt zu den <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/yokai" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yōkai</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aka Manto soll, wie der Name schon sagt, einen roten Umhang tragen. In den meisten Geschichten ist er männlich. Die „Aoi Manto“-Variante unterscheidet sich lediglich darin, dass sein Umhang blau ist. Ansonsten sind die Geschichten identisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was sein weiteres Aussehen angeht, ist über ihn nicht viel bekannt. Ich habe aber einige Versionen finden können, in denen er entweder eine Maske trägt oder ein blau angelaufenes Gesicht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal ist er auch unsichtbar und man hört nur seine Stimme.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aka Manto sucht hauptsächlich öffentliche Toiletten heim. In den meisten Geschichten ist es die Toilette einer Grundschule. Im Netz habe ich oft gelesen, dass er hierbei Frauentoiletten bevorzugt, in japanischen Texten habe ich darüber jedoch nichts finden können. Im Gegenteil: Die bekannteste japanische Version scheint von einer Männertoilette zu handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Toilette, die von Aka Manto heimgesucht wird, ist meist eine alte Hocktoilette. Außerdem soll in der Kabine kein Klopapier zu finden sein. Sobald man fertig mit seinem Geschäft ist und das fehlende Klopapier bemerkt, tritt Aka Manto in Erscheinung. Mal hört man hierbei nur seine Stimme, mal taucht Aka Manto vor der Kabine auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geist fragt sein Opfer: „Willst du rotes Papier oder blaues Papier?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab hier gibt es verschiedenste Variationen der Geschichte. Für eine bessere Übersicht habe ich den Beitrag daher ab hier unterteilt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Rotes Papier:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidet man sich für das rote Papier, wird man von Aka Manto mit einem Messer oder einem anderen scharfen Gegenstand angegriffen. Er schneidet einem die Kehle durch, fügt einem mehrere tödliche Schnitte zu oder köpft seine Opfer sogar. Dabei soll so viel Blut aus dem Körper strömen, dass die Kleidung vor Blut rot wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alternativ schneidet er einem die Haut ab, sodass sie wie ein blutiger Umhang von seinen Opfern hängt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Blaues Papier:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Entscheidet man sich hingegen für das blaue Papier, lässt Aka Manto das Blut aus den Körpern seiner Opfer verschwinden oder er erwürgt sie. Anschließend soll entweder der ganze Körper, weil er blutleer ist, oder nur der Kopf, da man erwürgt wurde, blau wirken.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Andere Farben:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man eine andere Farbe wie z. B. weißes oder lila Papier verlangt, um ihn auszutricksen, kann das unterschiedlich ausgehen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entweder man schafft es damit, Aka Manto zu verwirren und so genug Zeit zum Fliehen zu gewinnen, der Geist zerrt einen direkt in die Unterwelt oder aber er wird kreativ, was seine Methoden angeht. So gibt es z. B. Versionen, in denen sein Opfer „gelbes Papier“ verlangt haben soll, woraufhin es in seinem eigenen Urin ertränkt wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Weitere Methoden:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man eine bessere Alternative sucht, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man lehnt das Papier ab und sagt, dass man keines braucht, oder man ignoriert die Frage komplett und antwortet nicht. Daraufhin soll Aka Manto verschwinden oder man soll genug Zeit gewinnen, um zu fliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits habe ich auch hier Versionen gelesen, in denen Aka Manto seinem Opfer den Ausgang blockiert, bis es sich für eine Farbe entschieden hat. Wie ihr also seht, ist die Sache ziemlich kompliziert und man kann nicht pauschal sagen, wie man dem Geist entkommen kann.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Andere Versionen:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt aber auch Versionen, in denen Aka Manto nicht wirklich gefährlich ist. Hierbei färbt er oft bloß die Haut seiner Opfer in der Farbe ein, in der sie das Papier verlangen. Oder aber es kommen Hände in der jeweiligen Farbe aus der Toilette oder der angrenzenden Kabine und berühren das Opfer am nackten Hintern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aka Manto kommt fast ausschließlich in öffentlichen Toiletten, meist denen von Grundschulen vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am häufigsten soll sein Geist in der letzten oder in der vierten Kabine auftauchen, da die Zahl 4 in Ost- und Südostjapan für den Tod steht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aka Manto ist seit den 1930ern ein beliebtes Gerücht in vielen japanischen Grundschulen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo das Gerücht herkommt, ist hingegen etwas komplizierter:</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Mann mit der blauen Decke:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Angefangen hat alles mit einem bis heute ungelösten Mordfall im Jahr 1906 in der Präfektur Fukui in Japan. Damals wurden drei Menschen von einem Mann, der in eine blaue Decke gehüllt war, unter einem Vorwand, dass einer ihrer Verwandten krank sei, nach draußen in einen Schneesturm gelockt: ein Vater aus seinem Laden und seine Mutter und seine Ehefrau je aus ihren Häusern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend soll der Mann dasselbe mit der Tochter versucht haben, die gerade bei einer Nachbarin war. Die Nachbarin weigerte sich jedoch, das Kind ohne Erlaubnis der Eltern an einen Fremden zu geben, und konnte den Mann so abwimmeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf fand man die Leichen der Ehefrau und der Mutter. Die Leiche des Vaters wurde nie gefunden. Lediglich die Angestellten, die mit dem Vater im Laden waren, und die Nachbarin, die auf das Kind aufgepasst hatten, erzählten von dem seltsamen Mann mit der blauen Decke.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Erste Gerüchte:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesem Mordfall sind diverse Gerüchte entstanden, die sich hauptsächlich in Grundschulen verbreitet haben. Darunter waren Gerüchte von einem Mann mit einem blauen Umhang, der sich in einem schwach beleuchteten Schulkeller herumgetrieben haben soll. In einigen Versionen war der Mann ein Vampir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über mehrere Monate bis Jahre hinweg verbreitete sich die Geschichte auf die umliegenden Städte. Dabei wurde aus dem blauen Umhang ein roter Umhang.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Roter Umhang, blauer Umhang?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich entstand daraus eine Version, die Aka Manto nicht unähnlich ist: Dem Gerücht zufolge, sollte sich ein Geist oder Mörder in einer Schultoilette herumtreiben und seine Opfer fragen, ob sie lieber einen roten oder einen blauen Umhang haben wollen. Wenn man mit einer der entsprechenden Farben antwortet, hatte man dieselben Folgen zu erwarten, wie bei dem roten oder blauen Toilettenpapier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Variante wird sogar noch heute erzählt, auch wenn sich eine neue Version bald größerer Beliebtheit erfreute.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aka Manto – rotes Papier, blaues Papier?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange, bis erste Geschichten auftauchten, in denen der Geist oder Mörder statt nach farbigen Umhängen nach farbigem Toilettenpapier gefragt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Jahre kamen schließlich noch weitere Varianten hinzu. Zum Teil kamen auch Einflüsse anderer Toilettengeister wie z. B. <a href="https://www.geister-und-legenden.de/hanako-san" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hanako-san</a> hinzu. So gab es verschiedenste Todesarten, einige Umstände veränderten sich minimal und Aka Manto bekam gelegentlich weitere Eigenschaften wie ein blaues Gesicht oder (auch wenn ich diese Version bisher nur in westlichen Texten gefunden habe) eine Maske.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von Aka Manto? Kanntet ihr die Legende bereits? Wie würdet ihr reagieren, um ihm zu entkommen? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, unterstützt mich auf <a href="https://www.patreon.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Patreon</a>, abonniert meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
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