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	<title>Nikolaus Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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		<title>Krampus – Er bestraft die Unartigen! (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2024 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Krampus legte seinen Kopf in den Nacken und schnupperte. Er sah aus wie ein Hund, der seine Beute witterte. Wolken aus Dampf stiegen aus seinen Nasenlöchern. Dann wandte er seinen Kopf in meine Richtung. Im schwachen Licht konnte ich sehen, wie seine gelben Augen aufblitzten, während sie mich fixierten …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/krampus">Krampus – Er bestraft die Unartigen! (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>Krampus war eine der ersten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/weihnachten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Weihnachtslegenden</a>, über die ich geschrieben habe. Daher dachte ich, es wäre eine gute Idee, den Text zu überarbeiten/neuzuschreiben. Gerade bei dieser Geschichte konnte ich sehr gut meine Fortschritte sehen, die ich über die Jahre gemacht habe. Ich hoffe, die neue Version gefällt euch genauso gut wie mir.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Der Winter war hereingebrochen. Seit zwei Tagen schneite es unablässig in unserer kleinen Stadt. Das perfekte Wetter für einen Weihnachtsmarkt.</p>



<p>Aus allen Ecken funkelte, glänzte und blitzte bunte Weihnachtsbeleuchtung. Verschiedenste Weihnachtslieder schallten aus allen Richtungen – von Last Christmas über Fröhliche Weihnacht bis hin zur Weihnachtsbäckerei. Und ich war mittendrin.</p>



<p>Ich war jedoch kein einfacher Besucher. Heute war der 5. Dezember: Krampusnacht. Und dieses Jahr war ich einer der Krampusse.</p>



<p>Ich stand da und genoss den Geruch von Glühwein, süßem Weihnachtsgebäck und einer leichten Zimtnote, als mich eine Rute am Rücken traf.</p>



<p>„Was ist, willst du nicht mitmachen?“, rief mir ein anderer Krampus entgegen. An seinem Kostüm konnte ich einen Zettel mit der Nummer 15 erkennen, aber auch ohne hätte ich meinen besten Freund Philip natürlich sofort erkannt.</p>



<p>Als Antwort stieß ich mein furchteinflößendstes Gebrüll aus, ehe ich ihm in die Menschenmenge nachstürzte.</p>



<p>Falls ihr die Tradition noch nicht kennt: Bei einem Krampuslauf verkleideten sich die Teilnehmer als Krampus. Sie zogen durch die Straßen und über die Weihnachtsmärkte, jagten Passanten einen Schrecken ein und drohten scherzhaft mit ihrer Rute. Manchmal schlugen wir auch sanft zu. Aber auch dabei versuchten wir, niemandem wirklich wehzutun.</p>



<p>Klar, manchmal gab es auch Leute, die zu weit gingen und zum Beispiel wirklich fest mit ihren Ruten zuschlugen – da ging der eine oder andere unschuldige Bürger auch mal mit einem blauen Fleck nach Hause –, aber seit jeder Krampus eine eigene Nummer sichtbar tragen musste, war die Kriminalitätsrate unter uns Krampussen deutlich zurückgegangen.</p>



<p>Ich rannte also über den Weihnachtsmarkt, schrie Passanten an und drohte ihnen mit meiner Rute. Mit einem Schmunzeln musste ich mit ansehen, wie sich ein Kind bei meinem Anblick enger an seine Mama drückte. Das hätte ich sein können. Früher hatte ich auch Angst vor den Krampussen.</p>



<p>Dabei hatte ich als Kind nur selten einen Grund dafür gehabt – zumindest, wenn man nach der Sagengestalt ging, die unartige Kinder bestraft. Ich war nämlich eines der bravsten Kinder gewesen, die ich kannte.</p>



<p>Heutzutage sah das ein wenig anders aus. Erst letzte Woche hatte ich das Portemonnaie von Frau Keller auf der Straße gefunden, in dem noch über 200 Euro steckten. Das Portemonnaie hatte ich noch am selben Tag in ihren Briefkasten geworfen – selbstverständlich ohne Geld. Immerhin hatte Frau Keller nun wirklich mehr als genug davon. Wahrscheinlich wusste sie nicht einmal mehr, wie viel Geld sie dabeigehabt hatte. Ich hingegen würde mir davon, zusammen mit meinem Ersparten und dem Weihnachtsgeld, endlich eine Playstation 5 kaufen können.</p>



<p>Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen rannte ich weiter über den Marktplatz. Ich brüllte, schrie und lachte.</p>



<p>Das war genau der Moment, als ich ihn zum ersten Mal hörte: Ein markerschütterndes Gebrüll hallte über den Marktplatz. Es war unglaublich tief und lauter als ein normaler Mensch brüllen konnte. Wahrscheinlich hatte der Verursacher einen Lautsprecher genutzt.</p>



<p>Als ich mich umsah, merkte ich, dass ich nicht der Einzige war, der in seiner Bewegung innegehalten hatte. Die meisten Leute sahen sich verwirrt um, versuchten, den Ursprung des Lärms auszumachen. Einige von ihnen sahen mich an. Ich hingegen blickte zu einem anderen Krampus. Er stand abseits vom Markt und der Menschenmenge auf der gegenüberliegenden Straßenseite.</p>



<p>Neugierig ging ich näher. Sein Kostüm war unfassbar gut gemacht. Das Fell war speckig und schwarz, seine langen klauenartigen Fingernägel glänzten dunkel und auch die vier langen Hörner, die seine realitätsnahe Maske mit den gelben Augen krönten, wirkten, als wären sie ihm tatsächlich aus dem Kopf gewachsen.</p>



<p>Er stand da und schlug sich mit seiner Birkenrute immer wieder langsam in die freie Handfläche, während er mich direkt ansah. Die meisten hätten das wohl als Drohung empfunden, ich hingegen ging auf direktem Weg auf ihn zu.</p>



<p>Ich sah, wie sein Kuhschwanz hin und her schwang, als sei er lebendig. Kurz war ich sogar der Meinung seine Lippen, hinter denen sich spitze Zähne zeigten, zucken zu sehen.</p>



<p>Als ich die Straße erreichte, blieb ich jedoch stehen. Nicht, weil bedrohlicher Dampf aus seinen Nasenlöchern stieg. Auch nicht wegen der supergruseligen Kontaktlinsen mit den viereckigen Pupillen. Nein. Mir war aufgefallen, dass er nirgends am Körper eine Kennnummer trug.</p>



<p>„Du hast deine Nummer vergessen!“, rief ich ihm zu, während ich auf das mit der Nummer 16 bedruckte Papier an meiner Brust deutete.</p>



<p>Er zeigte keine Reaktion.</p>



<p>„Als Krampus musst du eine Nummer tragen!“, rief ich erneut, für den Fall, dass er mich nicht verstanden hatte.</p>



<p>Aber nichts. Er stand nur da und schlug mit der Rute weiter in seine Handfläche, während er mir direkt in die Augen starrte.</p>



<p>‚<em>Komischer Typ</em>‘, dachte ich. Vielleicht hatte er die Nummer ja absichtlich weggelassen. Anstatt also weiter auf ihn zuzugehen, drehte ich wieder um. Ich stürzte mich zurück in die Menschenmenge. Sollte der Typ ein Unruhestifter sein, hatte ich jedenfalls keine Lust, dass er seinen ersten Streit des Abends mit mir anfing.</p>



<p>Schnell war ich wieder dabei, Leute zu erschrecken, mit den Kindern herumzualbern und mit dem ein oder anderen bekannten Gesicht ein Gespräch anzufangen. Ein Freund meiner Eltern spendierte mir sogar einen Glühwein. Ich blieb einige Minuten bei ihm, während ich noch eine zweite und eine dritte Tasse trank, ehe ich mich wieder unter die Leute mischte.</p>



<p>An den nummerlosen Krampus mit dem verdammt guten Kostüm verschwendete ich keine Gedanken mehr. Jedenfalls so lange nicht, bis ich ihn wiedersah. Er stand am Rand des Weihnachtsmarktes, in einer dunklen Ecke neben einem geschlossenen Stand. Wie auch vorhin war sein Blick stur auf mich gerichtet, während er seelenruhig mit seiner Rute in seine freie Handfläche schlug. Wohin ich mich auch bewegte, seine gelben Augen folgten mir bei jedem Schritt. Verfolgte er mich? Wollte er mir drohen?</p>



<p>Obwohl ich sofort wieder in der Menschenmenge untertauchte, hatte ich ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Irgendetwas fühlte sich falsch an. So sehr ich auch versuchte, weiter über den Marktplatz zu laufen und Leute zu erschrecken, es machte keinen Spaß mehr. Der Idiot hatte mir meinen Abend gehörig verdorben.</p>



<p>Also entschloss ich, heute früher nach Hause zu gehen. Vorher ging ich aber in das Toilettenhäuschen, um mich umzuziehen. Ich hatte die Hoffnung, dass der Krampus mich in Zivil nicht mehr erkennen würde. Lediglich meine Butte – der große Korb, in dem Krampus angeblich die Kinder entführte und der jetzt als Versteck für mein Kostüm diente – hatte ich weiterhin auf dem Rücken.</p>



<p>Nachdem ich das Toilettenhäuschen wieder verlassen hatte, machte ich mich sofort auf den Nachhauseweg.</p>



<p>Unser Haus lag am Stadtrand. Wenn ich an das kurze Waldstück dachte, durch das ich gleich noch gehen musste, wurde mir sofort wieder mulmig zu Mute. Aber zum Glück war die Straße gut beleuchtet, und es war wirklich auch nur ein sehr kurzes Stück.</p>



<p>Die dünne Eisschicht, die sich unter dem Schnee gebildet hatte, knackte und knirschte bei jedem meiner Schritte. Mit eingezogenem Kopf lauschte ich dem leisen Echo zwischen den Bäumen, während ich mit den Händen in den Taschen über die Straße ging. Ich rannte nicht, aber ich hatte einen schnellen Gang eingelegt.</p>



<p>Als ich den Waldweg bereits zur Hälfte hinter mir gelassen hatte, mischte sich plötzlich ein beißender Geruch unter die geruchslose Kälte des Winters.</p>



<p>Verwundert blieb ich stehen. Es war eine Mischung aus Rauch und verfaulten Eiern. Als hätte man eine der Stinkbomben angezündet, die man im Scherzartikelladen der Stadt finden konnte.</p>



<p>Als ich den Kopf zur Seite drehte, zuckte ich erschrocken zusammen. Dort stand jemand zwischen den Bäumen. Was mich jedoch noch viel mehr erschreckte, waren die vier Hörner, die sich auf dem Kopf der Silhouette abzeichneten. Das war der Krampus vom Weihnachtsmarkt!</p>



<p>„Was wollen Sie von mir?“, rief ich in die Dunkelheit. „Wieso verfolgen Sie mich?“</p>



<p>Ich hörte ein verächtliches Schnaufen. „Jonathan Schalk“, rief die Gestalt mir entgegen. „Du warst unartig!“</p>



<p>Seine Stimme war wie ein Grollen, das durch den Wald donnerte. Aber was noch viel schlimmer war: Er kannte meinen Namen. Er hatte es also tatsächlich auf mich abgesehen. Nur … wer versteckte sich unter dem Kostüm?</p>



<p>Im nächsten Moment gab der Krampus ein Brüllen von sich. Es war so laut, dass ich mir fast die Ohren zugehalten hätte. Außerdem klang es alles andere als menschlich. Eher wie ein wütendes Tier. Jetzt fixierten mich wieder seine ziegenartigen Augen.</p>



<p>Während ich es bis eben noch geschafft hatte, einigermaßen cool zu bleiben, gab ich jetzt ein Quieken von mir, während ich mich umdrehte und in die entgegengesetzte Richtung in den Wald sprintete.</p>



<p>Mir gefiel die Idee nicht, in den dunklen Wald zu rennen, aber sie war immer noch besser, als herauszufinden, was der Typ von mir wollte.</p>



<p>Schwere Schritte verfolgten mich. Ich mochte es mir einbilden, aber kam mir vor, als würde bei jedem seiner Schritte die Erde erzittern.</p>



<p>Zum Glück kannte ich mich im Wald bestens aus. Ich hatte hier schon gespielt, als ich noch ein kleines Kind war. Und selbst jetzt, wo der Schnee der einzige Grund war, dass ich überhaupt noch etwas sah, erkannte ich gelegentlich Orte wieder, an denen ich mich orientieren konnte.</p>



<p>Trotzdem war es nicht einfach, sich in der Dunkelheit zurechtzufinden. Immer wieder rannte ich durch Äste, die sich in meiner Kleidung verhedderten oder mir schmerzhaft durch mein eisiges Gesicht kratzten. Einmal rannte ich sogar gegen einen Baumstamm, den ich zu spät gesehen hatte.</p>



<p>Ich ließ mich davon nicht beirren. Immer, wenn ich wusste, wo ich war, wechselte ich die Richtung, um meinen Verfolger abzuschütteln. Langsam, aber sicher entfernten sich die schweren Schritte hinter mir, bis ich sie schließlich überhaupt nicht mehr hören konnte. Völlig außer Atem duckte ich mich an die Wurzel eines umgestürzten Baumes und verschmolz mit der Dunkelheit – so hoffte ich zumindest.</p>



<p>Nach Luft ringend hockte ich da, während ich wartete. Ich achtete auf jedes Geräusch. Aber mein schneller Atem und der Wind, der durch die Bäume pfiff, machten es mir nicht gerade leicht. Ab und an hörte ich dumpfe Geräusche, aber ich hatte keine Ahnung, ob sie von dem Krampus kamen, oder von etwas anderem.</p>



<p>Auch zitterte ich inzwischen am ganzen Körper. Ich war völlig durchgefroren, musste meine Zähne fest aufeinanderpressen, damit sie nicht klapperten.</p>



<p>Sollte ich mein Versteck verlassen? Ich wusste genau, in welche Richtung die Straße lag. Wenn ich mich beeilte, konnte ich in fünf Minuten zuhause sein.</p>



<p>Dann jedoch hörte ich wieder das schwere Stapfen im Schnee. Noch war es weit entfernt, aber es kam schnell näher.</p>



<p>Sollte ich wieder weglaufen? Aber nein. Mein Versteck war gut. Im Schatten der Baumwurzel dürfte es nahezu unmöglich sein, mich zu sehen. Ich würde einfach nur warten müssen, bis der Krampus an mir vorbeigegangen war.</p>



<p>‚<em>Stapf, stapf, stapf</em>‘, kamen seine Schritte unaufhaltsam näher. Auch stieg mir jetzt wieder der Gestank nach verfaulten Eiern in die Nase. Was war das für ein Zeug? War das irgendeine Art Parfüm? Oder hatte der Typ sich wirklich eine der Stinkbomben irgendwo unters Kostüm geklemmt?</p>



<p>Ich konnte nicht anders, als den Krampus für seine Bemühungen zu bewundern. Hätte es einen Kostümwettbewerb gegeben, hätte er ihn jedenfalls gewonnen.</p>



<p>Meine Bewunderung verschwand jedoch schlagartig, als der Typ in mein Sichtfeld kam. Wenige Meter vor mir blieb er stehen.</p>



<p>Während mein Herz einen Hüpfer machte, zwang ich mich, möglichst flach zu atmen. Auf keinen Fall wollte ich ihn jetzt auf mich aufmerksam machen.</p>



<p>Der Krampus legte seinen Kopf in den Nacken und schnupperte. Er sah aus wie ein Hund, der seine Beute witterte. Wolken aus Dampf stiegen aus seinen Nasenlöchern. Dann wandte er seinen Kopf in meine Richtung. Im schwachen Licht konnte ich sehen, wie seine gelben Augen aufblitzten, während sie mich fixierten.</p>



<p>Er setzte sich wieder in Bewegung. Ehe ich auch nur daran denken konnte, aufzustehen, stand er auch schon vor mir.</p>



<p>„Du warst unartig“, donnerte seine Stimme mir erneut entgegen. Er holte mit seiner Weidenrute zum Schlag aus.</p>



<p>Ich schaffte es gerade noch, meine Arme schützend vor mein Gesicht zu reißen, da zuckte auch schon ein Schmerz durch meinen rechten Unterarm. Der Krampus hatte eine unglaubliche Kraft. Trotz Jacke spürte ich jeden einzelnen Weidenstrang, während die Rute mit voller Wucht auf meinen Arm klatschte.</p>



<p>Ich war unartig? Worauf wollte er hinaus? Was konnte er gesehen haben?</p>



<p>„Wenn Sie den Glühwein meinen, ich bin schon 16!“, schrie ich panisch. „Ich weiß, ich bin klein für mein Alter, aber …“</p>



<p>„Nein!“, brüllte er mir entgegen. Wut schwang in seiner Stimme mit, während er bereits zum zweiten Schlag ausholte.</p>



<p>Panisch drehte ich ihm den Rücken zu. Aber das bot ihm nur noch mehr Angriffsfläche. Ich konnte förmlich spüren, wie sich rote Striemen auf meiner Haut bildeten, als sein zweiter Schlag mich traf.</p>



<p>Natürlich war es nicht der Glühwein. Er kannte meinen Namen. Sicherlich wusste er, dass ich 16 war. Aber was meinte er dann? Hatte er mich auf dem Schulhof gesehen? Mit Philip und den anderen?</p>



<p>„Ich hab an dem Joint nur ein einziges Mal gezogen!“, wimmerte ich. „Es hat mir nicht einmal gefallen!“</p>



<p>Doch auch damit wollte er sich nicht zufriedengeben. „Du weißt genau, was ich meine!“, keifte er. Dann traf mich auch schon der nächste Schlag am Rücken.</p>



<p>Meinte er etwa das Portemonnaie? Aber nein, davon konnte er nichts wissen. Niemand wusste davon. Nicht einmal Philip.</p>



<p>Ein erneuter Schlag ließ mich aufjaulen. „Okay okay. Ich geb ihr das Geld zurück!“, kreischte ich panisch. Inzwischen liefen mir Tränen über die Wangen.</p>



<p>Ein Knurren ertönte. Ich traute mich jedoch nicht, aufzusehen.</p>



<p>Mein Herz hämmerte laut in meiner Brust. Auch merkte ich jetzt, dass ich leise wimmerte. Wie ein Häufchen Elend kauerte ich unter der Baumwurzel. Doch der nächste Schlag blieb aus.</p>



<p>Stattdessen hörte ich bloß wieder das schwere Stapfen. Es entfernte sich.</p>



<p>Unsicher sah ich auf. Der Krampus war verschwunden. Nur die großen hufartigen Fußstapfen im Schnee verrieten, dass er hier gewesen war.</p>



<p>Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich auf direktem Wege nach Hause gerannt war. Das Geld von Frau Keller warf ich ihr noch am selben Abend in den Briefkasten.</p>



<p>Über den Krampus dachte ich nach jenem Tag noch oft nach. Wer sich unter dem Kostüm versteckt hatte, oder wie er die unmenschlich lauten Töne erzeugt hatte, konnte ich jedoch nie herausfinden. Aber wenn ich ehrlich war, war ich auch nicht sonderlich erpicht darauf. Inzwischen war ich mir nämlich gar nicht mehr so sicher, ob sein Krampuskostüm überhaupt ein Kostüm war.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Der Krampus, auch Kramperl oder Bartl genannt, ist ein Monster oder Dämon des süd<a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutschen</a> und österreichischen Volksglaubens. Er begleitet den Nikolaus und bestraft die unartigen Kinder, während der Nikolaus die artigen belohnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Krampus ist ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wesen</a>, das der typischen Darstellung des Teufels sehr ähnlichsieht. Er besitzt meist zwei, seltener vier lange ziegenähnliche Hörner, spitze Ohren, scharfe Zähne, Hufe oder Paarhufe statt Füßen, einen kuhähnlichen Schwanz und zottiges Fell.</p>



<p>In den meisten Versionen hat er eine braune, graue oder weiße Gesichtsfarbe und sein Fell ist weiß, grau, braun oder schwarz.</p>



<p>Außerdem wird ihm eine lange Zunge nachgesagt, die in einigen Erzählungen sogar über einen Meter lang sein kann.</p>



<p>In den traditionellen sowie den meisten modernen Darstellungen trägt der Krampus normalerweise keine Kleidung. Selten wird er heutzutage jedoch mit verschiedener altmodischer Gewandung oder einem Weihnachtsmann-Mantel dargestellt.</p>



<p>Im Normalfall hat er eine Rute bei sich und trägt einen großen Sack oder eine Butte auf seinem Rücken.</p>



<p>Auch trägt er manchmal schwere Ketten um Hand- und/oder Fußgelenke.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Krampus taucht der Legende nach in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember zusammen mit dem <a href="https://www.geister-und-legenden.de/la-legende-de-saint-nicolas">Nikolaus</a> auf. Er bestraft, ähnlich wie Knecht Ruprecht in anderen Regionen Deutschlands, die unartigen Kinder.</p>



<p>Wie diese Bestrafung ausfällt, kann sich je nach Version unterscheiden. Im Normalfall schlägt er jedoch die unartigen Kinder mit seiner Rute. Wenn die Kinder besonders unartig waren, kann es sogar vorkommen, dass er sie in seinen Sack oder seine Butte steckt, um sie mitzunehmen. Was anschließend mit den Kindern passiert, ist nicht bekannt.</p>



<p>In einigen Versionen heißt es hingegen, dass Krampus lediglich versucht, die Kinder mitzunehmen, der Nikolaus ihn jedoch daran hindert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Technisch gesehen kann Krampus weltweit auftauchen bzw. überall dort, wo Weihnachten und Nikolaus gefeiert wird.</p>



<p>Verbreitet ist der Volksglaube an Krampus hingegen hauptsächlich in Süddeutschland und Österreich, aber zum Teil auch in Ungarn, Slowenien, Tschechien, Norditalien und inzwischen sogar in den USA.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Was den Namen „Krampus“ angeht, gibt es die Theorie, dass er von dem mittelhochdeutschen Wort „Krampen“ abgeleitet wurde, was so viel wie „Kralle“ bedeutet.</p>



<p>Sein Aussehen hat Krampus hingegen sehr wahrscheinlich den Perchten zu verdanken, die noch aus der vorchristlichen Zeit stammen (aber auch heute noch im deutschsprachigen Alpenraum bekannt sind).</p>



<p>Seine heutige Bekanntheit verdankt er hingegen den Krampusläufen, die – besonders in Bayern und Österreich – jedes Jahr am 5. Dezember stattfinden. Dabei verkleiden sich zahlreiche Personen als Krampusse, um so durch die Straßen und über die Weihnachtsmärkte zu ziehen.</p>



<p>Obwohl man bereits vor Jahrtausenden Krampus-, bzw. Perchten-Läufe kannte, waren sie während des Mittelalters verboten. Damals wurde das Verkleiden als Teufel mit der Todesstrafe bestraft. Die Krampus-Läufe fanden also nur im Geheimen und an abgeschiedenen Orten statt. Sie sollen erst im 17. Jahrhundert wieder allgemeine Beliebtheit gewonnen haben.</p>



<p>In der modernen Zeit haben außerdem diverse Kinofilme dem Krampus eine weltweite Bekanntheit verschafft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Krampus in der Popkultur:</h3>



<p>Es gibt diverse Filme, in denen Krampus eine zentrale Rolle spielt. Die zwei bekanntesten sind wohl die finnische Horror-Komödie „Rare Exports – Eine Weihnachtsgeschichte“ (2010) oder der US-amerikanische Horrorfilm „Krampus“ (2015).</p>



<p>Er ist aber auch für seine Auftritte in Serien wie „Grimm“ oder der Netflix-Serie „Chilling Adventures of Sabrina“ bekannt.</p>



<p>Im deutschen Sprachraum gibt es außerdem das Die drei ??? Adventskalender-Special „O du Finstere“ (2019), in dem Krampus vorkommt.</p>



<p><em>Was haltet ihr von Krampus? Kanntet ihr die Legende bereits? Wird sie bei euch in der Gegend erzählt? Und wenn nicht, welchen bösen Begleiter hat der Nikolaus in eurer Region? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/krampus">Krampus – Er bestraft die Unartigen! (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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		<title>La Légende de Saint Nicolas – Die Legende vom heiligen Nikolaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Metzger sah sich im Halbdunkel des Raumes um. Er spähte in jede Ecke, sah sogar unter seiner Bettdecke nach. Das war Augustus' Chance. Während der Metzger an der Seite des Bettes stand, krabbelte der Junge am Fußende in die Freiheit. Große Hände griffen nach ihm, doch der Metzger erwischte nur den Ärmel seines Oberteils. Der Stoff riss und der Junge war in Freiheit ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/la-legende-de-saint-nicolas">La Légende de Saint Nicolas – Die Legende vom heiligen Nikolaus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>La Légende de Saint Nicolas ist ein französisches Kinderlied, das vom heiligen Nikolaus (besser bekannt als „der Nikolaus“) handelt. Auch wenn es zahlreiche Legenden über den Nikolaus gibt, eignen sich nur wenige für meinen Blog. Eine von ihnen ist la Légende de Saint Nicolas.</p>



<p>Wenn alles klappt, kommt mein letzter Beitrag des Jahres übrigens am 26. Dezember. Also keine Sorge: Sollte nichts dazwischenkommen, gibt es noch eine weihnachtliche Legende vor meiner Winterpause! </p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; explizite Darstellung körperlicher Gewalt<br>
&#8211; Tod mehrerer Kinder</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Heute erzähle ich euch eine Weihnachtsgeschichte. Oder eher eine Nikolausgeschichte. Sie wird in Frankreich seit Jahrhunderten erzählt und sogar besungen. So gesehen ist die Legende ein beliebtes Kinderlied, obwohl sie eigentlich sehr düster und grausam ist. Ich rede von la Légende de Saint Nicolas – die Legende vom heiligen Nikolaus. Aber lasst mich am Anfang beginnen.</p>



<p>Vor langer Zeit, es muss irgendwann im vierten Jahrhundert nach Christus gewesen sein, lebten drei Jungen. Wie sie hießen, wo genau sie lebten und ob sie Brüder oder bloß Freunde gewesen waren, weiß man nicht so genau. In meiner Geschichte sind sie jedenfalls Freunde. Da sind Augustus, der älteste von ihnen und selbsternannter Anführer, Cassius, der zweitälteste, der alles macht, was Augustus ihm aufträgt, und zu guter Letzt Nero, der schlauste von ihnen. Er hatte immer gute Ideen, doch leider nahmen seine Freunde ihn oft nicht ernst, weil er der Jüngste war.</p>



<p>Trotzdem waren die drei unzertrennlich. Denn obwohl sie bloß Freunde waren, kannten sie einander schon ihr ganzes Leben lang. Für sie war es kaum vorstellbar, auch nur einen Tag getrennt voneinander zu spielen.</p>



<p>Und so war es auch an jenem Spätsommertag, an dem diese Geschichte beginnt. Die drei Jungen rannten den ganzen Tag über die kürzlich abgeernteten Weizenfelder. Sie sammelten am Boden liegende Getreideähren, die bei der Ernte übersehen wurden, lachten und taten so, als seien sie Römer, die gerade eine Schlacht gewannen. Sie hatten dabei so viel Spaß, dass sie gar nicht merkten, wie weit sie sich von ihrer Heimat entfernten.</p>



<p>Als die Sonne sich allmählich dem Horizont näherte und die Schatten länger wurden, mahnte Nero seine Freunde: „Die Sonne geht bald unter. Lasst uns nach Hause gehen.“</p>



<p>Aber Augustus schüttelte bloß den Kopf. „Es ist gerade so lustig. Wir gehen nach Hause, wenn es dunkel wird.“</p>



<p>Und so spielten sie weiter, bis der Horizont sich rot färbte. Wieder mahnte Nero: „Es wird spät. Wir sollten zurückgehen.“</p>



<p>Aber wieder hatte Augustus das letzte Wort: „Nur noch einen kurzen Moment.“</p>



<p>Es kam, wie es kommen musste: Als die Sonne schließlich untergegangen war, wurde es rasch dunkler. Zwar kehrten die Jungen sofort um, machten sich auf den Weg nach Hause, aber sie verirrten sich bald.</p>



<p>Im Hellen hätten sie den Rückweg wahrscheinlich gefunden, doch sie hatten nicht bedacht, wie anders alles im Dunkeln aussah. Außerdem war es zur damaligen Zeit noch nicht wie heute: Es gab keine Straßenlaternen und nur sehr wenige Häuser, an deren Lichtern die Kinder sich orientieren konnten.</p>



<p>Als das letzte Sonnenlicht schließlich verschwunden war, hatten sie keine Hoffnung mehr, vor Tagesanbruch nach Hause zu finden.</p>



<p>„Unsere Eltern machen sich sicher Sorgen“, jammerte Nero.</p>



<p>„Meine Mutter bringt mich um“, ergänzte Augustus.</p>



<p>„Ich habe Hunger“, sagte Cassius.</p>



<p>Wie als Antwort knurrte nun auch der Magen von Augustus. Und das war noch nicht alles: In der Dunkelheit fühlten die Jungs sich bald beobachtet. Sie hörten ein leises Rascheln in der Ferne. Der Wind säuselte um ihre Köpfe und flüsterte ihnen in seiner unbekannten Sprache in die Ohren. Sie entschieden, beim nächstbesten Haus zu klopfen, dessen Lichter sie schon aus der Ferne sehen konnten.</p>



<p>Es entpuppte sich als eine Metzgerei, wie sie an dem großen Schinken auf dem Holzschild über der Tür erkannten.</p>



<p>Mutig klopfte Augustus an. <em>Poch, poch, poch</em>.</p>



<p>Stille.</p>



<p>Wieder klopfte Augustus, diesmal lauter. <em>Poch, poch, poch</em>.</p>



<p>Endlich hörten sie Geräusche von drinnen. „Ich habe geschlossen!“, rief eine raue Männerstimme.</p>



<p>Trotzdem öffnete sich die Tür. Erst nur einen Spalt, durch den ein Mann mit grobkantigem Gesicht, dunklen Haaren und kleinen Augen nach draußen spähte. Als sein Blick nach unten zu den Jungen wanderte, öffnete er die Tür ein Stück weiter. Überrascht sah er sie an.</p>



<p>„Was macht ihr denn so spät noch hier?“, fragte er halb misstrauisch, halb verwirrt.</p>



<p>Als Nero das viele Blut an seiner Schürze sah, drückte er sich ängstlich hinter Augustus. Der wiederum griff nach Cassius&#8216; Schultern und schob seinen Freund ein Stück nach vorne. Ein klares Zeichen, dass er reden sollte.</p>



<p>Cassius räusperte sich. „Bitte Herr Metzger, dürfen wir hier schlafen? Wir haben uns verlaufen und können den Heimweg nicht finden“, sagte er. Seine Stimme klang ruhig, aber innerlich war auch er am Zittern.</p>



<p>Der Metzger musterte sie eine Weile stumm. Dann lächelte er plötzlich breit, fast schon väterlich, und öffnete die Tür ganz. „Natürlich. Ich finde schon einen Platz für drei kleine Kerlchen wie euch.“</p>



<p>Die Jungs zögerten, hatten ihre Eltern sie doch gewarnt, keinen Fremden in ein Haus zu folgen, aber schließlich traten sie ein.</p>



<p>Der Metzger sah flüchtig die Straße rauf und runter, ehe er die Tür gewissenhaft hinter ihnen schloss. Dann schob er mit seinen kräftigen Armen einen großen Holzbalken vor die Tür. Als er sich zu den drei Freunden umdrehte, war von der Freundlichkeit oder dem Lächeln in seinem Gesicht nichts mehr zu sehen.</p>



<p>Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging er zu einem Tisch, auf dem die zerkleinerten Überreste eines Schweins lagen. Doch während die Kinder noch dachten, dass er ihnen wahrscheinlich bloß etwas zu essen geben wolle, griff der Mann nach seinem blutverschmierten Fleischermesser, das in der Tischplatte steckte.</p>



<p>„Keine Angst. Ich sorge dafür, dass es schnell geht“, sagte der Mann, ehe er das Messer mit einem Ruck aus dem Holz zog. Ein metallenes <em>Tsching</em> füllte die Luft.</p>



<p>Jetzt war das Unwohlsein der Kinder in Angst umgeschlagen. Während der Metzger mit erhobenem Messer auf sie zukam, drückten sie sich eng aneinander. Nero rüttelte an der Tür. Aber es war zwecklos. Seine Arme waren zu schwach, um den schweren Türbalken anzuheben.</p>



<p>„Helft mir mal!“, rief er seinen Freunden zu.</p>



<p>Doch die dachten gar nicht daran, noch länger an der Tür zu stehen. Cassius krabbelte unter einen Tisch, während Augustus in den hinteren Teil des Hauses rannte.</p>



<p>Dann war der Metzger auch schon bei Nero. Ehe der Junge wusste, was mit ihm geschah, hatte der Mann mit einem gezielten Schnitt seine Kehle durchtrennt.</p>



<p>Normalerweise hätte er nicht so schlampig gearbeitet, darauf geachtet, dass das Blut des Jungen nicht überall hinspritzte, aber er musste sich beeilen, damit die anderen beiden Jungs nicht entkommen konnten.</p>



<p>Während Nero also röchelnd am Boden zusammenbrach, wandte der Metzger sich Cassius zu. Dieser versuchte, panisch von ihm wegzukrabbeln, während der Mann die Stühle vom Tisch riss. Cassius unterschätzte jedoch die Schnelligkeit und das Geschick des Metzgers. Es dauerte nicht lange, dann lag auch er in einer Blutlache am Boden.</p>



<p>Fehlte nur noch Augustus. Der Metzger wandte sich der Tür zu seinem Schlafzimmer zu, durch die der älteste Junge verschwunden war. Mit schnellen Schritten ging er ihm nach.</p>



<p>Augustus drückte sich unter dem Bett eng an den Boden. Er bemühte sich, langsam zu atmen, um keine Geräusche zu machen.</p>



<p>Der Metzger sah sich im Halbdunkel des Raumes um. Er spähte in jede Ecke, sah sogar unter seiner Bettdecke nach. Das war Augustus&#8216; Chance. Während der Metzger an der Seite des Bettes stand, krabbelte der Junge am Fußende in die Freiheit. Große Hände griffen nach ihm, doch der Metzger erwischte nur den Ärmel seines Oberteils. Der Stoff riss und der Junge war in Freiheit.</p>



<p>Viel Zeit hatte er jedoch nicht. So schnell er konnte, stürmte er zur Tür. Mit aller Kraft drückte der den Holzbalken nach oben. Er bewegte sich. Doch ehe Augustus die Tür ganz öffnen konnte, hatte der Metzger ihn erreicht. Wie auch bei seinen Freunden, machte der Mann mit ihm kurzen Prozess.</p>



<p>&#8212;</p>



<p>Die Nacht verbrachte der Metzger damit, die Kinder fachgerecht zu zerteilen. Er legte ihr Fleisch in ein Salzfass, wie er es sonst mit dem Fleisch von Schweinen, Kühen oder anderen Tieren machte. Anschließend stellte er es zu den anderen Fässern in seinem Vorratsraum.</p>



<p>Verkauft oder selbst gegessen hat er das Fleisch jedoch nie. Vielleicht hatte er Schuldgefühle, oder aber er hatte sich nicht getraut, voller Angst, dass jemand herausfinden könnte, was wirklich in dem Fass war.</p>



<p>Jedenfalls lag das Fleisch der Kinder selbst nach sieben langen Jahren noch in dem Fass. Den Eltern der Kinder kam es aber sicher noch viel länger vor, während sie täglich hofften, dass ihre Jungs endlich heimkehren würden. Sie konnten ja nicht ahnen, was ihren Kindern zugestoßen war.</p>



<p>Das hier könnte das tragische Ende der Legende sein, aber es wäre keine Nikolausgeschichte, wenn der heilige Nikolaus nicht vorkommen würde. Und genau das tut er jetzt: In der Nacht von einem fünften auf den sechsten Dezember, etwas über sieben Jahre nach dem Mord an den Jungen, kam Sankt Nikolaus in das Dorf des Metzgers. Er ging mit im Schnee knirschenden Schritten auf die Tür der Metzgerei zu, über der noch immer das Holzschild mit dem großen Schinken darauf prangte. Ohne zu zögern, klopfte er an.</p>



<p><em>Poch, poch, poch.</em></p>



<p>Diesmal ertönten bereits nach dem ersten Mal Schritte von drinnen. Wieder öffnete der Metzger die Tür nur einen Spalt breit. „Ich habe geschlossen!“ Sein Gesicht war über die Jahre faltig geworden und seine dunklen Haare hatten graue Stellen.</p>



<p>„Bitte, dürfte ich mich hier ausruhen?“, fragte Sankt Nikolaus, der mit seinem Alter den Metzger bei Weitem übertraf. Er trug sein rotes Bischofsgewand, unter dessen hohem Hut seine langen weißen Haare hervorquollen. Durch seinen ebenso langen weißen Bart lächelte er den Metzger gütig an.</p>



<p>Der Metzger stand einen Moment nur mit offenem Mund da, als er Sankt Nikolaus erkannte. Dann öffnete er schnell die Tür und bat ihn ins Warme. „Bitte, bitte. Kommt herein! Einen heiligen Mann würde ich nie im Schnee stehen lassen!“</p>



<p>Das ließ der Nikolaus sich nicht zweimal sagen. Als würde er dort wohnen, betrat er das Haus, ging zu einem Tisch und setzte sich. „Oh, bitte. Ich bin so hungrig von der langen Reise. Könnte ich vielleicht etwas zu essen haben?“</p>



<p>Der Metzger kam sofort angerannt, nachdem er den schweren Holzbalken wieder vor die Tür geschoben hatte. „Natürlich. Darf ich Euch etwas von meinem besten Schinken anbieten?“</p>



<p>Aber der Nikolaus lehnte ab. „Nein, ich habe keinen Appetit auf Schinken.“</p>



<p>„Vielleicht einen Braten?“, bot der Metzger an.</p>



<p>„Der müsste erst gekocht werden. Aber ich würde etwas von dem Pökelfleisch nehmen. Es dürfte bereits über sieben Jahre in dem Salzfass liegen.“</p>



<p>Als der heilige Nikolaus das sagte, entwich dem Gesicht des Metzgers sämtliche Farbe. Er erkannte natürlich sofort, dass der Nikolaus von seiner schändlichen Tat wusste. Sofort nahm er die Beine in die Hand und rannte zur Tür. Ehe er jedoch den schweren Holzbalken aus der Halterung gehoben hatte, war der Nikolaus bereits bei ihm. Er legte seine Hand auf das Holz und drückte es sanft nach unten.</p>



<p>„Flieh nicht, mein Sohn“, sagte er zu dem Metzger. „Bete lieber und bereue, was du getan hast. Dann wird Gott dir vergeben.“</p>



<p>Bei diesen Worten aus dem Mund eines heiligen Mannes begann der Metzger plötzlich zu weinen. Er weinte wie ein Schlosshund, während er sich auf die Knie fallen ließ und die Hände vor der Brust zum Gebet faltete.</p>



<p>Sankt Nikolaus hingegen ging nach hinten in den Vorratsraum. Zielgerichtet ging er zu dem Holzfass, in dem seit sieben Jahren das Fleisch der drei armen Jungen pökelte. Er streckte seine Hand aus und legte drei Finger – den Zeigefinger, den Mittelfinger und den Ringfinger – auf den Rand des Fasses.</p>



<p>Da regte es sich plötzlich in dem Pökelfass. Der Deckel wurde von innen aufgestoßen und Augustus reckte sich daraus hervor. „Ahhh, ich habe gut geschlafen.“</p>



<p>Dann folgte Cassius: „Oh ja, das habe ich auch.“</p>



<p>Und Nero: „Als wäre ich im Himmel gewesen.“</p>



<p>Wie durch ein Wunder – denn genau das war es auch –, wurden die drei Jungen wieder zum Leben erweckt. Sankt Nikolaus begleitete sie noch bis nach Hause, wo ihre Eltern ihren Augen nicht trauen konnten. Sie ließen alles stehen und liegen, bevor sie ihre Kinder fest in die Arme schlossen.</p>



<p>Seit jener Nacht ist der heilige Nikolaus der Schutzpatron der Kinder. Jedes Jahr, in der Nacht von dem fünften auf den sechsten Dezember, streift er um die Häuser, um artige Kinder mit Süßigkeiten und Spielzeug zu belohnen.</p>



<p>Der Metzger hingegen, der ihn seit jenem wunderhaften Tag begleitet, kümmert sich um die unartigen Kinder. Zwar bringt er sie nicht um oder steckt sie gar in ein Pökelfass, aber er sorgt dafür, dass sie eine gerechte Strafe für ihr Fehlverhalten bekommen.</p>



<p>Das ist die Geschichte, wie der Nikolaus zu dem Mann wurde, den heute fast jedes Kind kennt: die Legende vom heiligen Nikolaus.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>La Légende de Saint Nicolas (Französisch für „Die Legende vom heiligen Nikolaus“) ist eine französische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legende</a> und ein Kinderlied, das besonders zur <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/weihnachten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nikolauszeit</a> gesungen wird. Sie handelt von drei Kindern, einem bösartigen Metzger und dem heiligen Nikolaus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Der Legende nach waren drei Kinder draußen unterwegs – z. B., weil sie auf geernteten Feldern nach Weizenresten suchen –, als sie sich verirren. Sie können den Rückweg nicht finden und als es schließlich dunkel wird, sehen sie in der Ferne Lichter in einer Metzgerei brennen.</p>



<p>Zu dritt klopfen sie an die Tür. Sie bitten den Metzger um etwas zu essen und einen Platz für die Nacht. Der Metzger ist einverstanden.</p>



<p>Sobald die Kinder jedoch das Haus betreten, stürzt der Metzger sich auf sie. Er bringt sie um und zerstückelt sie, um sie – wie man es sonst bei Schweinen tut – in ein Salzfass zu legen. Alternativ gibt der Metzger ihnen Essen und wartet, bis sie eingeschlafen sind, ehe er sie ermordet und in das Pökelfass legt.</p>



<p>Der Grund, warum er die Kinder tötet, ist nicht bekannt. In einigen Versionen überredet ihn seine Frau dazu, da die Kinder Wertsachen oder Geld dabei haben – er entsorgt die Leichen also nur. In anderen Versionen ist von einer Hungersnot die Rede. Aber in den meisten Fällen wird kein Grund genannt.</p>



<p>Eines Wintertages – oft sind seit dem Mord sieben Jahre vergangen – kommt schließlich der heilige Nikolaus in die Gegend. Wie auch die Kinder klopft er an die Tür des Metzgers und bittet um Einlass. Der Metzger, der den heiligen Mann erkennt, lässt ihn sofort herein.</p>



<p>Anschließend bittet Sankt Nikolaus um etwas zu essen. Der Metzger bietet ihm diverse Speisen an, die der heilige Nikolaus jedoch alle ablehnt. Stattdessen bittet er den Metzger um Fleisch, das sieben Jahre in Salz gelegen hat. (In anderen Versionen ist er noch direkter und verlangt sogar genau das betreffende Fass.) Der Metzger erkennt natürlich sofort, dass Sankt Nikolaus von den drei toten Kindern weiß. Er versucht, zu fliehen, doch Sankt Nikolaus hält ihn auf. Der heilige Mann verspricht dem Metzger, dass Gott ihm vergeben wird, wenn er seine Tat bereut.</p>



<p>Anschließend wendet er sich dem Fass zu. Er legt drei Finger darauf und segnet es. Kurz darauf kommen die drei Kinder quietschlebendig aus dem Fass hervor. Sie recken sich und berichten, wie gut sie geschlafen hätten.</p>



<p>In einigen der Legenden wird der Metzger anschließend zu Hans Trapp oder Père Fouettard – beides eine französische Version von Knecht Ruprecht. Er begleitet den Nikolaus also seitdem jedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember und bestraft die unartigen Kinder, während Sankt Nikolaus die artigen Kinder belohnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Der Ort des Geschehens ist nicht bekannt. Zumindest habe ich bei meiner Recherche nicht eine einzige Ortsangabe finden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Die frühsten Versionen von la Légende de Saint Nicolas existieren seit dem Mittelalter. Damals waren die drei Jungen jedoch noch Jugendliche oder junge Erwachsene, die Metzgerei war ein Gasthaus und der Metzger ein Gastwirt. Ansonsten ist die Geschichte identisch.</p>



<p>Erst in neueren Versionen ist von drei Kindern und einem Metzger die Rede. Der älteste Liedtext über drei Kinder, den ich gefunden habe, stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert.</p>



<p>Wo genau die Legende herkommt, ist nicht bekannt. Sie wird heutzutage jedoch fast ausschließlich in Frankreich erzählt und besungen.</p>



<p><em>Was haltet ihr von la Légende de Saint Nicolas? Ich weiß, dass sie anders als meine meisten Geschichten ist, aber ich hoffe, sie hat euch trotzdem gefallen!</em></p>



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