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	<title>Frankreich Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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	<title>Frankreich Archive - Geister und Legenden</title>
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		<title>The Green Ribbon – die grüne Schleife</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2025 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Louise? Was hat es damit auf sich?“, fragte ich. „Mit der grünen Schleife meine ich. Seit wir uns kennen, hab ich dich nicht einmal ohne das Band um den Hals gesehen …“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-green-ribbon-die-gruene-schleife">The Green Ribbon – die grüne Schleife</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>The Green Ribbon war für viele Leute in den USA und Kanada der erste Einstieg in die Genres Grusel und Horror. Daher war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis ich diese berühmte Legende auf meinem Blog behandle.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Paris. Die Stadt der Liebe. Zumindest wenn es nach mir geht, ist diese Bezeichnung durchaus zutreffend. Immerhin habe ich hier die Liebe meines Lebens kennengelernt. Aber an sich war das nicht anders zu erwarten, wenn man seit Jahren in dieser Millionenstadt lebt.</p>



<p>Es war ein warmer Sommerabend. Die Luft war schwül, aber in den Abendstunden nicht mehr so drückend, dass es unangenehm war. Ich saß an einem Tisch vor einem kleinen Café nahe des Place de la Concorde, aß ein Erdbeertörtchen und trank einen überteuerten Cappuccino. Wenn ihr mich gefragt hättet, hätte ich wahrscheinlich gesagt, dass es ein perfekter Sommerabend war. Und dann kam <em>sie</em> und machte ihn noch besser.</p>



<p>Sie trug ein grünes Sommerkleid, dazu einen breitkrempigen Strohhut und ein grünes Band mit Schleife um den Hals. In der Hand hielt sie einige Einkaufstüten. Wahrscheinlich war sie gerade von einem Einkaufsbummel durch die Stadt gekommen.</p>



<p>Während sie an dem Café vorbeiging, trafen sich wie zufällig unsere Blicke und ich spürte, wie mein Herz einen Hüpfer machte. Die Frau schien es auch zu spüren. Zumindest hielt sie mitten in der Bewegung inne.</p>



<p>Ich weiß nicht, ob ihr an Liebe auf den ersten Blick glaubt, aber seit jenem Tag tue ich es. Für einen Moment kam es mir vor, als würde die Zeit um uns herum stehenbleiben. In diesem Moment gab es nur Louise und mich.</p>



<p>Dann setzte sie sich wieder in Bewegung. Sie änderte die Richtung und kam direkt auf mich zu. „Bonjour. Mein Name ist Louise“, stellte sie sich vor.</p>



<p>„Gerard“, stellte auch ich mich vor.</p>



<p>Ich deute auf den Stuhl mir gegenüber, um ihr zu zeigen, dass sie sich gerne setzen dürfe. Und das tat sie auch.</p>



<p>Ich erinnere mich nicht mehr, worüber wir uns alles unterhalten hatten. Auf jeden Fall redeten wir viel über uns, unsere Jobs, unsere Hobbys, sogar unsere Familien. Louise lebte allein. Ihre Eltern waren gestorben, als sie noch ein junges Mädchen war. Seitdem hatte sie sich allein durchgekämpft und hangelte sich jetzt von einem Job zum nächsten. Aber es reichte aus, um sich die Miete für eine Wohnung in der Stadt leisten zu können.</p>



<p>Ich hingegen hatte mehr Glück im Leben gehabt. Ich hatte zwei mich liebende Eltern, die mir auch zu meinem Studium und später zu meinem Job verholfen hatten. Deshalb konnte ich mir als einigermaßen erfolgreicher Ingenieur ein schönes Leben machen.</p>



<p>Aber natürlich unterhielten wir uns nicht nur über die großen Dinge. Wir sprachen auch über allerlei Belangloses. Jedenfalls saßen wir noch immer auf unseren Stühlen, als eine Kellnerin zu uns kam und uns freundlich darauf hinwies, dass sie bald schließen würden. Mir war gar nicht aufgefallen, wie spät es inzwischen war.</p>



<p>Also bezahlte ich unsere Rechnung – Louise hatte sich in der Zwischenzeit natürlich auch etwas bestellt –, ehe wir unsere Handynummern austauschten und ich mich glücklich auf den Heimweg machte. Ich hätte Luftsprünge machen können vor Freude. Um ehrlich zu sein, tat ich das sogar ein- oder zweimal. Louise hatte mich bereits bei unserem ersten Treffen in ihren Bann gezogen.</p>



<p>Und wie ihr euch sicher denken könnt, blieb es nicht bei diesem ersten Treffen. Innerhalb von einer Woche gingen wir gemeinsam Eis essen, ins Kino, in ein schickes Restaurant und sogar ins Musée du Louvre.</p>



<p>Louise sah dabei jedes Mal umwerfender aus. Sie hatte einen großartigen Modegeschmack und trug die verschiedensten Kleider und Accessoires. Was mir jedoch auffiel, war, dass sie hauptsächlich Grün trug. Und eine Sache, die sie immer umhatte, war das grüne Halsband mit der Schleife.</p>



<p>Versteht mich nicht falsch: Es war ein wunderschöner Stoff. Aber verglichen mit ihrer sonstigen Kleidung wirkte es fast ein wenig schlicht. Ich sprach sie das erste Mal darauf an, als wir gerade im Louvre waren. Seit unserer Ankunft hatte ich ihr fast mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den Gemälden.</p>



<p>„Louise? Was hat es damit auf sich?“, fragte ich. „Mit der grünen Schleife meine ich. Seit wir uns kennen, hab ich dich nicht einmal ohne das Band um den Hals gesehen.“</p>



<p>Louise verkrampfte sich. Sie richtete sich ruckartig auf, als habe meine Frage sie erschreckt. Für einen kurzen Moment dachte ich sogar, dass sie gleich weglaufen würde.</p>



<p>Dann entspannte sie sich jedoch wieder. Sie lächelte mich an. „Ich lege das Band niemals ab“, sagte sie geheimnisvoll.</p>



<p>Mehr schien sie dazu nicht sagen zu wollen. Und ich drängte sie nicht weiter. Wir kannten einander kaum eine Woche. Da konnte ich nicht erwarten, dass sie mir all ihre Geheimnisse verraten würde. Also ließ ich es darauf beruhen.</p>



<p>In den folgenden Wochen und Monaten wurden wir beide schließlich ein Paar. Und in all der Zeit legte Louise das Band tatsächlich nie ab. Nicht ein einziges Mal.</p>



<p>Ich sprach sie auch nicht mehr darauf an. Zumindest nicht, bis sie mit der grünen Schleife an ihrem Hals in die Dusche steigen wollte. Wir hatten einen Punkt in unserer Beziehung erreicht, in dem es uns nichts mehr ausmachte, wenn der andere mit uns im Badezimmer war.</p>



<p>„Warte, Schatz! Du hast das Band noch um“, wies ich sie darauf hin.</p>



<p>Wieder sah Louise mich mit großen Augen an. Sie legte sanft ihre Finger an den Stoff. Dann lächelte sie wieder. „Ach, Gerard. Ich sagte doch, dass ich das Band nicht abnehme.“</p>



<p>„Oh?“, sagte ich überrascht. Ich wusste ja nicht, dass sie es so wörtlich meinte. Trotzdem kannten wir einander jetzt etwas besser, weshalb ich mutiger war als damals im Louvre. „Aber warum nicht? Was hat das Band für eine Bedeutung?“, fragte ich also.</p>



<p>Louises Lächeln wirkte jetzt gequält, fast schon traurig. „Ich … Ich kann es dir nicht sagen“, erwiderte sie. „Tut mir leid.“</p>



<p>Ich musterte sie und ihr Band einen Augenblick, ehe auch ich lächelte. „Ich verstehe“, sagte ich. „Du musst es mir nicht verraten. Wenn wir Glück haben, sind wir noch viele Jahre zusammen. Irgendwann komme ich deinen Geheimnissen schon auf die Schliche.“ Ich zwinkerte ihr zu.</p>



<p>Anschließend ging sie mit ihrem Band in die Dusche.</p>



<p>Heutzutage wünschte ich jedoch, ich hätte mit meinen Worten Unrecht gehabt. Ich wünschte, ich hätte das Geheimnis ihrer grünen Schleife nie gelüftet.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Ein weiterer Moment, der mir lebhaft in Erinnerung geblieben ist, war ein gemeinsamer Strandbesuch. Ich lag in der Sonne, während Louise schwimmen gehen wollte.</p>



<p>Als ich sah, dass sie mit ihrer grünen Schleife um den Hals Richtung Meer losging, hielt ich sie zurück. „Schatz! Dein grünes Band!“, sagte ich knapp.</p>



<p>Louise lächelte mich an. Wenigstens wirkte sie diesmal nicht erschrocken oder traurig. „Das ist schon in Ordnung“, sagte sie. „Ich nehme das Band nicht ab.“ Sie wandte sich wieder zum Meer, ehe sie mit ihrem grünen Band und einem farblich dazu passenden Bikini weiter ins kühle Nass ging.</p>



<p>Verwundert sah ich ihr nach. Ich akzeptierte, dass Louise ein Geheimnis vor mir hatte. Ich hatte mir lediglich Sorgen um den teuren Stoff gemacht. Wenn das Band Louise so wichtig war, warum nahm sie es dann mit in das salzige Meerwasser?</p>



<p>Hatte es damit etwa mehr auf sich als ein rein emotionaler Wert? Vielleicht versteckte es eine Narbe oder etwas anderes an ihrem Hals, das ihr unangenehm war? Aber warum wechselte sie es dann nicht in einem ungesehenen Moment? Warum trug sie immer dasselbe grüne Band?</p>



<p>Ich wusste es nicht. Und es sollte noch einige Zeit dauern, bis ich es endlich herausbekam.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Selbst bei unserer Hochzeit machte Louise keine Ausnahme. Die grüne Schleife war das Erste, was mir auffiel, während sie langsam den Gang entlang auf mich zuschritt. Nicht ihr weißes Kleid, nicht das Funkeln in ihren Augen, ihr glückliches Gesicht, sondern dieses verdammte grüne Band um ihren Hals. Es ärgerte mich, dass das Band mich so sehr beschäftigte, auch wenn ich es mir in diesem Moment nicht anmerken ließ.</p>



<p>Stattdessen strahlte ich Louise an. Immerhin sollte dieser Tag der schönste unseres Lebens werden, wenn man anderen Ehepaaren glaubt.</p>



<p>Dann endlich stand sie vor mir. Meine wunderschöne Verlobte. Und trotzdem konnte ich den Blick kaum von dem Band lösen.</p>



<p>„Nicht einmal heute?“, fragte ich leise. Ich tippte mir an den Hals, um anzudeuten, dass ich die grüne Schleife meinte.</p>



<p>„Nicht einmal heute“, erwiderte Louise nur, während sie mir weiter verliebt in die Augen sah.</p>



<p>Anschließend wandten wir uns dem Pastor zu, ehe wir uns kurze Zeit später das Ja-Wort gaben. Band hin oder her, ich hätte in diesem Moment nicht glücklicher sein können. Also versuchte ich, das Band den restlichen Tag zu ignorieren.</p>



<p>Tatsächlich gelang es mir ziemlich gut. Es gab alle möglichen Dinge, die mir an diesem Tag wichtiger waren. Zumindest, bis wir am Abend allein in unserer gemeinsamen Wohnung standen. Wieder fiel mein Blick auf die grüne Schleife.</p>



<p>„Schatz“, begann ich. „Jetzt, wo wir verheiratet sind, möchtest du es mir nicht endlich sagen? Möchtest du mir nicht sagen, warum du das grüne Band nie ablegst?“</p>



<p>Louises Blick wurde traurig. „Es tut mir leid. Ich will es dir ja sagen, aber es geht nicht“, erwiderte sie.</p>



<p>Ich biss mir auf die Zunge. Fast wünschte ich, ich hätte sie nicht danach gefragt. Ich wollte ihr nicht unseren Hochzeitstag verderben. Andererseits würden wir unser gesamtes restliches Leben miteinander verbringen. Es gefiel mir nicht, dass sie da noch immer ein Geheimnis vor mir hatte. Und so tat ich etwas, was ich für den Rest meines Lebens bereuen würde. Ich entschied, ihr heimlich die Schleife abzunehmen.</p>



<p>Über die Konsequenzen machte ich mir in dem Moment keine Gedanken. Aber selbst wenn, hätte ich mir niemals auch nur ansatzweise ausmalen können, wie schlimm es wirklich werden würde.</p>



<p>Am Abend lagen Louise und ich gemeinsam im Bett. Ich wartete, bis sie tief und fest schlief, ehe ich mich langsam aufrichtete.</p>



<p>Für einen kurzen Moment betrachtete ich Louise bloß. Ich bewunderte, wie schön meine Frau war. Wie friedlich sie dalag. Dann jedoch gab ich mir einen Ruck und griff vorsichtig nach der Schleife. Mit zittrigen Fingern zog ich an einem der losen Bänder, um die Schleife zu lösen, währende ich sie mit der anderen Hand festhielt.</p>



<p>Stück für Stück, Zentimeter für Zentimeter ließ sich das Band aus dem Knoten ziehen, während eine der Schlaufen immer kleiner wurde. Jetzt war sie kaum noch erkennbar. Plötzlich stoppte das Band jedoch. Das letzte Stück der Schlaufe verharrte vor dem Knoten. Mit einem sanften Ruck zog ich daran und die Schleife ging auf.</p>



<p>Im selben Moment wurde Louise wach. Erst sah sie mich bloß verschlafen an, riss dann aber weit die Augen auf, als sie realisierte, was geschehen war. Ich sah, wie ihre Augen feucht wurden und sich eine einsame Träne aus ihrem linken Auge löste. Sie rollte ihre Schläfe hinab, während Louise mich reglos anstarrte. Sie sagte kein einziges Wort. Stattdessen drehte sie bloß ihren Kopf zur Seite, um meinem Blick auszuweichen. Nein. Sie drehte ihn nicht, sondern er rollte.</p>



<p>Mit jetzt selbst vor Schreck geweiteten Augen musste ich mit ansehen, wie der Kopf meiner Ehefrau vom Kissen rollte. Er landete mit einem dumpfen <em>Bump</em> auf dem Boden.</p>



<p>Ich sah wieder zu ihrem Körper, der noch immer reglos auf dem Bett lag. Und jetzt erst erkannte ich, dass das Band mit der grünen Schleife das Einzige war, was Louises Kopf auf ihren Schultern gehalten hatte.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>The Green Ribbon (Englisch für „Die grüne Schleife“), unter anderem auch „The Red Ribbon“ (Die rote Schleife) oder „The Velvet Ribbon“ (Die Samtschleife) genannt, ist eine ursprünglich französische Legende, die wahrscheinlich in der Zeit der Französischen Revolution entstanden ist.</p>



<p>Außerhalb von Frankreich ist sie hauptsächlich durch die Adaptationen von Washington Irving, dem Autor von „Sleepy Hollow“, sowie Alvin Schwartz, dem Autor der „Scary Stories to Tell in The Dark“-Reihe, bekannt geworden.</p>



<p>Inzwischen wird „The Green Ribbon“ oft in verschiedensten Versionen als <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden">urbane Legende</a> erzählt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Es gibt verschiedene, teilweise sehr unterschiedliche Versionen von „The Green Ribbon“. Die Haupthandlung ist aber immer ähnlich.</p>



<p>Der Protagonist, im Normalfall ein Junge oder junger Mann lernt ein Mädchen bzw. eine junge Frau kennen. Sie trägt eine Schleife, ein Band, eine Kette, einen Choker oder Ähnliches um den Hals, den sie nie ablegt. Die Farbe des Accessoires ist im Normalfall grün, rot oder schwarz.</p>



<p>Der Mann und die Frau verlieben sich ineinander. Die Länge ihrer Beziehung kann variieren, es kommt währenddessen aber immer wieder vor, dass der Mann die Frau nach der grünen Schleife (oder was auch immer sie um den Hals trägt) fragt. Sie weicht seiner Frage jedoch jedes Mal aus und sagt bloß, dass sie die Schleife niemals ablegen darf.</p>



<p>Ab diesem Punkt gibt es zwei verschiedene Versionen.</p>



<p>Entweder wird der Mann zu neugierig und entscheidet irgendwann, das Band ohne Erlaubnis von ihrem Hals zu nehmen – z. B. als sie schläft.</p>



<p>Oder aber der Mann akzeptiert ihren Wunsch und nimmt das Band nie ab. In dieser Version werden die beiden oft gemeinsam alt, bis die Frau irgendwann sterbenskrank wird. Im Sterbebett erlaubt sie ihm schließlich, die grüne Schleife zu lösen und das Band zu entfernen.</p>



<p>Sobald das Band ab ist, fällt ihr der Kopf von den Schultern, der nur von dem Band gehalten wurde. Je nach Version ist sie daraufhin tot, es stellt sich heraus, dass sie ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister">Geist</a> war, ihr Kopf kann noch sprechen oder es wird nicht weiter erwähnt, was genau mit ihr los ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Alternative Versionen:</h3>



<p>Es gibt außerdem eine ältere Version, wie sie z. B. auch Washington Irving erzählt hat, die sich etwas mehr unterscheidet.</p>



<p>In diesen Versionen lernen der Mann und die Frau einander kennen und verbringen die Nacht miteinander. Am nächsten Tag liegt die Frau jedoch tot im Bett.</p>



<p>Als der Mann daraufhin die Polizei ruft, entfernen die Beamten das Band und ihr Kopf fällt von den Schultern. Es stellt sich heraus, dass sie am Vortag hingerichtet wurde und bereits tot war, als sie den Mann kennengelernt hat.</p>



<p>Eine weitere, wenn auch deutlich seltenere Alternative, ist, dass die Frau nicht geköpft, sondern erhängt wurde oder sich selbst erhängt hat. In diesen Versionen versteckt das Band um ihren Hals die Würgemale des Seils.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>In den modernen Versionen spielt The Green Ribbon meist in dem Land, in dem die Geschichte erzählt wird – oft also in den USA und Kanada. In älteren Versionen spielt die Legende hingegen meist in Frankreich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>„The Green Ribbon“ bzw. die Legende dahinter stammt aus Frankreich zur Zeit der Französischen Revolution (1789 bis 1799) als unzählige Menschen mit der Guillotine hingerichtet wurden.</p>



<p>Zu damaliger Zeit war es in Mode, dass Frauen ein rotes Band oder eine rote Schleife um den Hals trugen. Es soll sogar einen Kleidungsstil namens „costume à la victime“ (Französisch für „Kostüm an das Opfer“) gegeben haben, der auf den „Bals des victimes“ (Französisch für „Opferbälle“) getragen wurde. Dazu gehörte oft ein rotes Band oder eine rote Schleife, die an die mit der Guillotine geköpften Opfer erinnern sollte.</p>



<p>Wahrscheinlich ist die Legende aus dieser Mode in Kombination mit den unzähligen Geköpften entstanden.</p>



<p>Außerhalb von Frankreich hat die Legende jedoch erst im nächsten Jahrhundert Anklang gefunden, als der US-amerikanische Schriftsteller Washington Irving die Legende 1824 in seiner Geschichte „Die Abenteuer eines deutschen Studenten“ adaptiert hat. Vier Jahre zuvor hatte Irving die weltberühmte Geschichte „Die Legende von Sleepy Hollow“ veröffentlicht.</p>



<p>Seitdem wurde die Legende noch von zahlreichen weiteren Personen publiziert – darunter Alexandre Dumas, dem Autor von „Die drei Musketiere“ und „Der Graf von Monte Christo“, als „Die Dame mit dem Samthalsband“ (1849) sowie von Gaston Leroux, dem Autor von „Das Phantom der Oper“ unter demselben Namen „La femme au collier de velours“ (Französisch für „Die Dame mit dem Samthalsband“, 1924).</p>



<p>Die grüne Farbe und die heutige Bekanntheit in Amerika erlangte die Legende jedoch erst durch die Kurzgeschichte „The Green Ribbon“ (1984) von Alvin Schwartz. Die Geschichte erschien in dem sich an Zweitklässler richtenden Bilderbuch „In a Dark, Dark Room and Other Scary Stories“ (Englisch für „In einem dunklen, dunklen Raum und andere unheimliche Geschichten“) und wurde in vielen Schulen als Lehrmaterial genutzt.</p>



<p>Daraus entstand schließlich auch die moderne urbane Legende „The Green Ribbon“, die sich heutzutage besonders gern unter Kindern erzählt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">The Green Ribbon in der Popkultur:</h3>



<p>Wie bereits erwähnt wurde die Legende „The Green Ribbon“ in vielen Kurzgeschichten aufgegriffen. Darunter z. B. „The Velvet Ribbon“ (Englisch für „Die Samtschleife“, 1970) von Ann McGovern in „Ghostly Fun“ („Geisterhafter Spaß“), „The Black Velvet Ribbon („Die schwarze Samtschleife“, 1977) von Judith Bauer Stamper in „Tales for the Midnight Hour“ („Geschichten für die Mitternachtsstunde“) und das bereits erwähnte „The Green Ribbon“ (1984) von Alvin Schwartz in „In a Dark, Dark Room and Other Scary Stories“.</p>



<p>Darüber hinaus gibt es diverse Kurzfilme über die Legende, sie wurde in dem US-amerikanischen Horrorfilm „Campfire Tales“ („Lagerfeuergeschichten“, 1997) aufgegriffen und spielt eine Rolle in der Comicreihe sowie dem gleichnamigen Videospiel „The Wolf Among Us“ („Der Wolf unter uns“).</p>



<p><em>Wie sieht es mit euch aus? Was haltet ihr von „The Green Ribbon“? Kanntet ihr die Geschichte bereits? Und wenn ja, wo habt ihr sie kennengelernt? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>La Légende de Saint Nicolas – Die Legende vom heiligen Nikolaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Metzger sah sich im Halbdunkel des Raumes um. Er spähte in jede Ecke, sah sogar unter seiner Bettdecke nach. Das war Augustus' Chance. Während der Metzger an der Seite des Bettes stand, krabbelte der Junge am Fußende in die Freiheit. Große Hände griffen nach ihm, doch der Metzger erwischte nur den Ärmel seines Oberteils. Der Stoff riss und der Junge war in Freiheit ...</p>
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<p>La Légende de Saint Nicolas ist ein französisches Kinderlied, das vom heiligen Nikolaus (besser bekannt als „der Nikolaus“) handelt. Auch wenn es zahlreiche Legenden über den Nikolaus gibt, eignen sich nur wenige für meinen Blog. Eine von ihnen ist la Légende de Saint Nicolas.</p>



<p>Wenn alles klappt, kommt mein letzter Beitrag des Jahres übrigens am 26. Dezember. Also keine Sorge: Sollte nichts dazwischenkommen, gibt es noch eine weihnachtliche Legende vor meiner Winterpause! </p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen</strong></summary>
<p>&#8211; Blut<br>
&#8211; explizite Darstellung körperlicher Gewalt<br>
&#8211; Tod mehrerer Kinder</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Heute erzähle ich euch eine Weihnachtsgeschichte. Oder eher eine Nikolausgeschichte. Sie wird in Frankreich seit Jahrhunderten erzählt und sogar besungen. So gesehen ist die Legende ein beliebtes Kinderlied, obwohl sie eigentlich sehr düster und grausam ist. Ich rede von la Légende de Saint Nicolas – die Legende vom heiligen Nikolaus. Aber lasst mich am Anfang beginnen.</p>



<p>Vor langer Zeit, es muss irgendwann im vierten Jahrhundert nach Christus gewesen sein, lebten drei Jungen. Wie sie hießen, wo genau sie lebten und ob sie Brüder oder bloß Freunde gewesen waren, weiß man nicht so genau. In meiner Geschichte sind sie jedenfalls Freunde. Da sind Augustus, der älteste von ihnen und selbsternannter Anführer, Cassius, der zweitälteste, der alles macht, was Augustus ihm aufträgt, und zu guter Letzt Nero, der schlauste von ihnen. Er hatte immer gute Ideen, doch leider nahmen seine Freunde ihn oft nicht ernst, weil er der Jüngste war.</p>



<p>Trotzdem waren die drei unzertrennlich. Denn obwohl sie bloß Freunde waren, kannten sie einander schon ihr ganzes Leben lang. Für sie war es kaum vorstellbar, auch nur einen Tag getrennt voneinander zu spielen.</p>



<p>Und so war es auch an jenem Spätsommertag, an dem diese Geschichte beginnt. Die drei Jungen rannten den ganzen Tag über die kürzlich abgeernteten Weizenfelder. Sie sammelten am Boden liegende Getreideähren, die bei der Ernte übersehen wurden, lachten und taten so, als seien sie Römer, die gerade eine Schlacht gewannen. Sie hatten dabei so viel Spaß, dass sie gar nicht merkten, wie weit sie sich von ihrer Heimat entfernten.</p>



<p>Als die Sonne sich allmählich dem Horizont näherte und die Schatten länger wurden, mahnte Nero seine Freunde: „Die Sonne geht bald unter. Lasst uns nach Hause gehen.“</p>



<p>Aber Augustus schüttelte bloß den Kopf. „Es ist gerade so lustig. Wir gehen nach Hause, wenn es dunkel wird.“</p>



<p>Und so spielten sie weiter, bis der Horizont sich rot färbte. Wieder mahnte Nero: „Es wird spät. Wir sollten zurückgehen.“</p>



<p>Aber wieder hatte Augustus das letzte Wort: „Nur noch einen kurzen Moment.“</p>



<p>Es kam, wie es kommen musste: Als die Sonne schließlich untergegangen war, wurde es rasch dunkler. Zwar kehrten die Jungen sofort um, machten sich auf den Weg nach Hause, aber sie verirrten sich bald.</p>



<p>Im Hellen hätten sie den Rückweg wahrscheinlich gefunden, doch sie hatten nicht bedacht, wie anders alles im Dunkeln aussah. Außerdem war es zur damaligen Zeit noch nicht wie heute: Es gab keine Straßenlaternen und nur sehr wenige Häuser, an deren Lichtern die Kinder sich orientieren konnten.</p>



<p>Als das letzte Sonnenlicht schließlich verschwunden war, hatten sie keine Hoffnung mehr, vor Tagesanbruch nach Hause zu finden.</p>



<p>„Unsere Eltern machen sich sicher Sorgen“, jammerte Nero.</p>



<p>„Meine Mutter bringt mich um“, ergänzte Augustus.</p>



<p>„Ich habe Hunger“, sagte Cassius.</p>



<p>Wie als Antwort knurrte nun auch der Magen von Augustus. Und das war noch nicht alles: In der Dunkelheit fühlten die Jungs sich bald beobachtet. Sie hörten ein leises Rascheln in der Ferne. Der Wind säuselte um ihre Köpfe und flüsterte ihnen in seiner unbekannten Sprache in die Ohren. Sie entschieden, beim nächstbesten Haus zu klopfen, dessen Lichter sie schon aus der Ferne sehen konnten.</p>



<p>Es entpuppte sich als eine Metzgerei, wie sie an dem großen Schinken auf dem Holzschild über der Tür erkannten.</p>



<p>Mutig klopfte Augustus an. <em>Poch, poch, poch</em>.</p>



<p>Stille.</p>



<p>Wieder klopfte Augustus, diesmal lauter. <em>Poch, poch, poch</em>.</p>



<p>Endlich hörten sie Geräusche von drinnen. „Ich habe geschlossen!“, rief eine raue Männerstimme.</p>



<p>Trotzdem öffnete sich die Tür. Erst nur einen Spalt, durch den ein Mann mit grobkantigem Gesicht, dunklen Haaren und kleinen Augen nach draußen spähte. Als sein Blick nach unten zu den Jungen wanderte, öffnete er die Tür ein Stück weiter. Überrascht sah er sie an.</p>



<p>„Was macht ihr denn so spät noch hier?“, fragte er halb misstrauisch, halb verwirrt.</p>



<p>Als Nero das viele Blut an seiner Schürze sah, drückte er sich ängstlich hinter Augustus. Der wiederum griff nach Cassius&#8216; Schultern und schob seinen Freund ein Stück nach vorne. Ein klares Zeichen, dass er reden sollte.</p>



<p>Cassius räusperte sich. „Bitte Herr Metzger, dürfen wir hier schlafen? Wir haben uns verlaufen und können den Heimweg nicht finden“, sagte er. Seine Stimme klang ruhig, aber innerlich war auch er am Zittern.</p>



<p>Der Metzger musterte sie eine Weile stumm. Dann lächelte er plötzlich breit, fast schon väterlich, und öffnete die Tür ganz. „Natürlich. Ich finde schon einen Platz für drei kleine Kerlchen wie euch.“</p>



<p>Die Jungs zögerten, hatten ihre Eltern sie doch gewarnt, keinen Fremden in ein Haus zu folgen, aber schließlich traten sie ein.</p>



<p>Der Metzger sah flüchtig die Straße rauf und runter, ehe er die Tür gewissenhaft hinter ihnen schloss. Dann schob er mit seinen kräftigen Armen einen großen Holzbalken vor die Tür. Als er sich zu den drei Freunden umdrehte, war von der Freundlichkeit oder dem Lächeln in seinem Gesicht nichts mehr zu sehen.</p>



<p>Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging er zu einem Tisch, auf dem die zerkleinerten Überreste eines Schweins lagen. Doch während die Kinder noch dachten, dass er ihnen wahrscheinlich bloß etwas zu essen geben wolle, griff der Mann nach seinem blutverschmierten Fleischermesser, das in der Tischplatte steckte.</p>



<p>„Keine Angst. Ich sorge dafür, dass es schnell geht“, sagte der Mann, ehe er das Messer mit einem Ruck aus dem Holz zog. Ein metallenes <em>Tsching</em> füllte die Luft.</p>



<p>Jetzt war das Unwohlsein der Kinder in Angst umgeschlagen. Während der Metzger mit erhobenem Messer auf sie zukam, drückten sie sich eng aneinander. Nero rüttelte an der Tür. Aber es war zwecklos. Seine Arme waren zu schwach, um den schweren Türbalken anzuheben.</p>



<p>„Helft mir mal!“, rief er seinen Freunden zu.</p>



<p>Doch die dachten gar nicht daran, noch länger an der Tür zu stehen. Cassius krabbelte unter einen Tisch, während Augustus in den hinteren Teil des Hauses rannte.</p>



<p>Dann war der Metzger auch schon bei Nero. Ehe der Junge wusste, was mit ihm geschah, hatte der Mann mit einem gezielten Schnitt seine Kehle durchtrennt.</p>



<p>Normalerweise hätte er nicht so schlampig gearbeitet, darauf geachtet, dass das Blut des Jungen nicht überall hinspritzte, aber er musste sich beeilen, damit die anderen beiden Jungs nicht entkommen konnten.</p>



<p>Während Nero also röchelnd am Boden zusammenbrach, wandte der Metzger sich Cassius zu. Dieser versuchte, panisch von ihm wegzukrabbeln, während der Mann die Stühle vom Tisch riss. Cassius unterschätzte jedoch die Schnelligkeit und das Geschick des Metzgers. Es dauerte nicht lange, dann lag auch er in einer Blutlache am Boden.</p>



<p>Fehlte nur noch Augustus. Der Metzger wandte sich der Tür zu seinem Schlafzimmer zu, durch die der älteste Junge verschwunden war. Mit schnellen Schritten ging er ihm nach.</p>



<p>Augustus drückte sich unter dem Bett eng an den Boden. Er bemühte sich, langsam zu atmen, um keine Geräusche zu machen.</p>



<p>Der Metzger sah sich im Halbdunkel des Raumes um. Er spähte in jede Ecke, sah sogar unter seiner Bettdecke nach. Das war Augustus&#8216; Chance. Während der Metzger an der Seite des Bettes stand, krabbelte der Junge am Fußende in die Freiheit. Große Hände griffen nach ihm, doch der Metzger erwischte nur den Ärmel seines Oberteils. Der Stoff riss und der Junge war in Freiheit.</p>



<p>Viel Zeit hatte er jedoch nicht. So schnell er konnte, stürmte er zur Tür. Mit aller Kraft drückte der den Holzbalken nach oben. Er bewegte sich. Doch ehe Augustus die Tür ganz öffnen konnte, hatte der Metzger ihn erreicht. Wie auch bei seinen Freunden, machte der Mann mit ihm kurzen Prozess.</p>



<p>&#8212;</p>



<p>Die Nacht verbrachte der Metzger damit, die Kinder fachgerecht zu zerteilen. Er legte ihr Fleisch in ein Salzfass, wie er es sonst mit dem Fleisch von Schweinen, Kühen oder anderen Tieren machte. Anschließend stellte er es zu den anderen Fässern in seinem Vorratsraum.</p>



<p>Verkauft oder selbst gegessen hat er das Fleisch jedoch nie. Vielleicht hatte er Schuldgefühle, oder aber er hatte sich nicht getraut, voller Angst, dass jemand herausfinden könnte, was wirklich in dem Fass war.</p>



<p>Jedenfalls lag das Fleisch der Kinder selbst nach sieben langen Jahren noch in dem Fass. Den Eltern der Kinder kam es aber sicher noch viel länger vor, während sie täglich hofften, dass ihre Jungs endlich heimkehren würden. Sie konnten ja nicht ahnen, was ihren Kindern zugestoßen war.</p>



<p>Das hier könnte das tragische Ende der Legende sein, aber es wäre keine Nikolausgeschichte, wenn der heilige Nikolaus nicht vorkommen würde. Und genau das tut er jetzt: In der Nacht von einem fünften auf den sechsten Dezember, etwas über sieben Jahre nach dem Mord an den Jungen, kam Sankt Nikolaus in das Dorf des Metzgers. Er ging mit im Schnee knirschenden Schritten auf die Tür der Metzgerei zu, über der noch immer das Holzschild mit dem großen Schinken darauf prangte. Ohne zu zögern, klopfte er an.</p>



<p><em>Poch, poch, poch.</em></p>



<p>Diesmal ertönten bereits nach dem ersten Mal Schritte von drinnen. Wieder öffnete der Metzger die Tür nur einen Spalt breit. „Ich habe geschlossen!“ Sein Gesicht war über die Jahre faltig geworden und seine dunklen Haare hatten graue Stellen.</p>



<p>„Bitte, dürfte ich mich hier ausruhen?“, fragte Sankt Nikolaus, der mit seinem Alter den Metzger bei Weitem übertraf. Er trug sein rotes Bischofsgewand, unter dessen hohem Hut seine langen weißen Haare hervorquollen. Durch seinen ebenso langen weißen Bart lächelte er den Metzger gütig an.</p>



<p>Der Metzger stand einen Moment nur mit offenem Mund da, als er Sankt Nikolaus erkannte. Dann öffnete er schnell die Tür und bat ihn ins Warme. „Bitte, bitte. Kommt herein! Einen heiligen Mann würde ich nie im Schnee stehen lassen!“</p>



<p>Das ließ der Nikolaus sich nicht zweimal sagen. Als würde er dort wohnen, betrat er das Haus, ging zu einem Tisch und setzte sich. „Oh, bitte. Ich bin so hungrig von der langen Reise. Könnte ich vielleicht etwas zu essen haben?“</p>



<p>Der Metzger kam sofort angerannt, nachdem er den schweren Holzbalken wieder vor die Tür geschoben hatte. „Natürlich. Darf ich Euch etwas von meinem besten Schinken anbieten?“</p>



<p>Aber der Nikolaus lehnte ab. „Nein, ich habe keinen Appetit auf Schinken.“</p>



<p>„Vielleicht einen Braten?“, bot der Metzger an.</p>



<p>„Der müsste erst gekocht werden. Aber ich würde etwas von dem Pökelfleisch nehmen. Es dürfte bereits über sieben Jahre in dem Salzfass liegen.“</p>



<p>Als der heilige Nikolaus das sagte, entwich dem Gesicht des Metzgers sämtliche Farbe. Er erkannte natürlich sofort, dass der Nikolaus von seiner schändlichen Tat wusste. Sofort nahm er die Beine in die Hand und rannte zur Tür. Ehe er jedoch den schweren Holzbalken aus der Halterung gehoben hatte, war der Nikolaus bereits bei ihm. Er legte seine Hand auf das Holz und drückte es sanft nach unten.</p>



<p>„Flieh nicht, mein Sohn“, sagte er zu dem Metzger. „Bete lieber und bereue, was du getan hast. Dann wird Gott dir vergeben.“</p>



<p>Bei diesen Worten aus dem Mund eines heiligen Mannes begann der Metzger plötzlich zu weinen. Er weinte wie ein Schlosshund, während er sich auf die Knie fallen ließ und die Hände vor der Brust zum Gebet faltete.</p>



<p>Sankt Nikolaus hingegen ging nach hinten in den Vorratsraum. Zielgerichtet ging er zu dem Holzfass, in dem seit sieben Jahren das Fleisch der drei armen Jungen pökelte. Er streckte seine Hand aus und legte drei Finger – den Zeigefinger, den Mittelfinger und den Ringfinger – auf den Rand des Fasses.</p>



<p>Da regte es sich plötzlich in dem Pökelfass. Der Deckel wurde von innen aufgestoßen und Augustus reckte sich daraus hervor. „Ahhh, ich habe gut geschlafen.“</p>



<p>Dann folgte Cassius: „Oh ja, das habe ich auch.“</p>



<p>Und Nero: „Als wäre ich im Himmel gewesen.“</p>



<p>Wie durch ein Wunder – denn genau das war es auch –, wurden die drei Jungen wieder zum Leben erweckt. Sankt Nikolaus begleitete sie noch bis nach Hause, wo ihre Eltern ihren Augen nicht trauen konnten. Sie ließen alles stehen und liegen, bevor sie ihre Kinder fest in die Arme schlossen.</p>



<p>Seit jener Nacht ist der heilige Nikolaus der Schutzpatron der Kinder. Jedes Jahr, in der Nacht von dem fünften auf den sechsten Dezember, streift er um die Häuser, um artige Kinder mit Süßigkeiten und Spielzeug zu belohnen.</p>



<p>Der Metzger hingegen, der ihn seit jenem wunderhaften Tag begleitet, kümmert sich um die unartigen Kinder. Zwar bringt er sie nicht um oder steckt sie gar in ein Pökelfass, aber er sorgt dafür, dass sie eine gerechte Strafe für ihr Fehlverhalten bekommen.</p>



<p>Das ist die Geschichte, wie der Nikolaus zu dem Mann wurde, den heute fast jedes Kind kennt: die Legende vom heiligen Nikolaus.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>La Légende de Saint Nicolas (Französisch für „Die Legende vom heiligen Nikolaus“) ist eine französische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legende</a> und ein Kinderlied, das besonders zur <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/weihnachten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nikolauszeit</a> gesungen wird. Sie handelt von drei Kindern, einem bösartigen Metzger und dem heiligen Nikolaus.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf:</h3>



<p>Der Legende nach waren drei Kinder draußen unterwegs – z. B., weil sie auf geernteten Feldern nach Weizenresten suchen –, als sie sich verirren. Sie können den Rückweg nicht finden und als es schließlich dunkel wird, sehen sie in der Ferne Lichter in einer Metzgerei brennen.</p>



<p>Zu dritt klopfen sie an die Tür. Sie bitten den Metzger um etwas zu essen und einen Platz für die Nacht. Der Metzger ist einverstanden.</p>



<p>Sobald die Kinder jedoch das Haus betreten, stürzt der Metzger sich auf sie. Er bringt sie um und zerstückelt sie, um sie – wie man es sonst bei Schweinen tut – in ein Salzfass zu legen. Alternativ gibt der Metzger ihnen Essen und wartet, bis sie eingeschlafen sind, ehe er sie ermordet und in das Pökelfass legt.</p>



<p>Der Grund, warum er die Kinder tötet, ist nicht bekannt. In einigen Versionen überredet ihn seine Frau dazu, da die Kinder Wertsachen oder Geld dabei haben – er entsorgt die Leichen also nur. In anderen Versionen ist von einer Hungersnot die Rede. Aber in den meisten Fällen wird kein Grund genannt.</p>



<p>Eines Wintertages – oft sind seit dem Mord sieben Jahre vergangen – kommt schließlich der heilige Nikolaus in die Gegend. Wie auch die Kinder klopft er an die Tür des Metzgers und bittet um Einlass. Der Metzger, der den heiligen Mann erkennt, lässt ihn sofort herein.</p>



<p>Anschließend bittet Sankt Nikolaus um etwas zu essen. Der Metzger bietet ihm diverse Speisen an, die der heilige Nikolaus jedoch alle ablehnt. Stattdessen bittet er den Metzger um Fleisch, das sieben Jahre in Salz gelegen hat. (In anderen Versionen ist er noch direkter und verlangt sogar genau das betreffende Fass.) Der Metzger erkennt natürlich sofort, dass Sankt Nikolaus von den drei toten Kindern weiß. Er versucht, zu fliehen, doch Sankt Nikolaus hält ihn auf. Der heilige Mann verspricht dem Metzger, dass Gott ihm vergeben wird, wenn er seine Tat bereut.</p>



<p>Anschließend wendet er sich dem Fass zu. Er legt drei Finger darauf und segnet es. Kurz darauf kommen die drei Kinder quietschlebendig aus dem Fass hervor. Sie recken sich und berichten, wie gut sie geschlafen hätten.</p>



<p>In einigen der Legenden wird der Metzger anschließend zu Hans Trapp oder Père Fouettard – beides eine französische Version von Knecht Ruprecht. Er begleitet den Nikolaus also seitdem jedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember und bestraft die unartigen Kinder, während Sankt Nikolaus die artigen Kinder belohnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Der Ort des Geschehens ist nicht bekannt. Zumindest habe ich bei meiner Recherche nicht eine einzige Ortsangabe finden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Die frühsten Versionen von la Légende de Saint Nicolas existieren seit dem Mittelalter. Damals waren die drei Jungen jedoch noch Jugendliche oder junge Erwachsene, die Metzgerei war ein Gasthaus und der Metzger ein Gastwirt. Ansonsten ist die Geschichte identisch.</p>



<p>Erst in neueren Versionen ist von drei Kindern und einem Metzger die Rede. Der älteste Liedtext über drei Kinder, den ich gefunden habe, stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert.</p>



<p>Wo genau die Legende herkommt, ist nicht bekannt. Sie wird heutzutage jedoch fast ausschließlich in Frankreich erzählt und besungen.</p>



<p><em>Was haltet ihr von la Légende de Saint Nicolas? Ich weiß, dass sie anders als meine meisten Geschichten ist, aber ich hoffe, sie hat euch trotzdem gefallen!</em></p>



<p><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>La maison qui saigne &#8211; das blutende Haus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dämonen]]></category>
		<category><![CDATA[Flüche]]></category>
		<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[blutendes haus]]></category>
		<category><![CDATA[Dämon]]></category>
		<category><![CDATA[Fluch]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[weibliche Protagonistin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dies ist keine urbane Legende. Keine Geschichte, die sich die Leute ausgedacht haben. Nein. Es ist real. Es sind Ereignisse, die mir tatsächlich widerfahren sind.<br />
Mein Name ist Lucie Belmer und ich habe mit meinem Mann Jean-Marc in jenem Haus gelebt, das heute nur noch „la maison qui saigne“ genannt wird – das blutende Haus ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/das-blutende-haus">La maison qui saigne &#8211; das blutende Haus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/7216e92601734dc89564d36b11fe469b" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p>Das blutende Haus (la maison qui saigne) ist ein Haus in Frankreich, in dem sich in den 80er Jahren seltsame Dinge ereignet haben. Den Namen des Hundes der Familie, die zu der Zeit in dem Haus lebte, habe ich leider nicht herausgefunden, weswegen ich ihn in der Geschichte nur als „Hund“ bezeichne.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Dies ist keine urbane Legende. Keine Geschichte, die sich die Leute ausgedacht haben. Nein. Es ist real. Es sind Ereignisse, die mir tatsächlich widerfahren sind.</p>



<p>Mein Name ist Lucie Belmer und ich habe mit meinem Mann Jean-Marc in jenem Haus gelebt, das heute nur noch „la maison qui saigne“ genannt wird – das blutende Haus.</p>



<p>Es war das Jahr 1986. Wir waren gerade erst nach Saint-Quentin gezogen, als es zu den ersten Zwischenfällen kam – als das Haus das erste Mal blutete.</p>



<p>Zuerst entdeckte ich die roten Flecken nur auf dem Küchentisch. Sie waren eingetrocknet. Ich dachte mir nichts dabei, vermutete, dass sie beim Umzug entstanden waren oder der Tisch nicht ganz sauber war. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, wischte ich sie mit einem feuchten Lappen weg.</p>



<p>Dann tauchten jedoch noch weitere seltsame Flecken im Haus auf. Noch am selben Abend fand ich welche auf unserer Bettwäsche. Sie waren in einem ähnlichen Muster angeordnet wie die Flecken in der Küche. Es erinnerte mich an Schlammspritzer, die entstanden, wenn man durch eine Pfütze fuhr. Nur, dass sie rot waren.</p>



<p>‚<em>Beinahe wie Blut …</em>‘, schoss es mir in den Kopf.</p>



<p>Leichtes Unbehagen breitete sich in mir aus. Aber wo sollte hier schon Blut herkommen?</p>



<p>Ich suchte die Decke ab. War es heruntergetropft? Nein, die Decke sah völlig normal aus. Ich sah mich im Zimmer um.</p>



<p>„Was zum …“, stieß ich aus.</p>



<p>An der Wand waren noch mehr der seltsamen Punkte. An der frisch gestrichenen Wand!</p>



<p>Jetzt schaltete ich Jean-Marc ein. Er hatte sofort eine Erklärung dafür.</p>



<p>„Das liegt wahrscheinlich an der Farbe. Wir hätten für das Streichen eine bessere Qualität nehmen sollen“, erklärte mein Mann.</p>



<p>Wie die Flecken auf den Küchentisch oder das Bettzeug kommen konnte, wusste er jedoch auch nicht.</p>



<p>Uns blieb also nichts anderes übrig, als die Flecken zu entfernen, das Bett neu zu beziehen und den Vorfall zu vergessen. Was hätten wir auch anderes tun sollen? Es waren schließlich nur Flecken.</p>



<p>Das nächste seltsame Ereignis ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Wenige Stunden später wurden Jean-Marc und ich plötzlich von einem furchtbaren Lärm geweckt. Es klang, als wäre ein Regal am Zusammenbrechen. Ein fürchterliches Scheppern und Klappern, als würden Töpfe und Pfannen gegeneinanderschlagen.</p>



<p>Zuerst verdächtigten wir unseren gemeinsamen Hund. Der schlief jedoch völlig ruhig in seinem Körbchen. Der Lärm weckte ihn nicht einmal.</p>



<p>„Komm, wir gehen nachsehen“, schlug mein Mann vor.</p>



<p>„Bist du verrückt? Was, wenn das ein Einbrecher ist?“, zischte ich ihm zu.</p>



<p>„Dann werden wir schon mit ihm fertig. Außerdem würde ein Einbrecher eher vermeiden, so viel Lärm zu machen. Denkst du nicht?“</p>



<p>Das klang logisch. Da ich keine Gegenargumente hatte, blieb ich dicht hinter ihm, während wir nach unten gingen.</p>



<p>Bei jeder knarrenden Diele, jeder Treppenstufe, die unter unseren Füßen ächzte, zuckte ich zusammen. Jedes Mal, wenn Jean-Marc das Licht zum nächsten Raum einschaltete, rechnete ich damit, eine fremde Gestalt zu sehen.</p>



<p>Eigentlich war ich kein ängstlicher Mensch. Ich war nicht einmal schreckhaft. Doch dieses Haus war mir zu fremd. Das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit fehlte noch.</p>



<p>Als im Erdgeschoss schließlich alle Lichter eingeschaltet waren und wir die wenigen Räume mehrfach untersucht hatten, gaben wir auf. Wir konnten nicht herausfinden, woher die Geräusche gekommen waren. Sogar in unseren Regalen, in denen die Töpfe und Teller standen, war noch alles so, wie wir es hinterlassen hatten.</p>



<p>Plötzlich fasste sich Jean-Marc an die Stirn. „Schatz, wir wohnen in einem Reihenhaus! Wahrscheinlich kam der Lärm von einem Nachbarn.“</p>



<p>Aber natürlich! Früher hatten wir immer alleine gewohnt. Wenn es ein Geräusch im Haus gab, kam es aus <em>unserem</em> Haus. Hier hingegen hätte es von überall kommen können …</p>



<p>Mit Jean-Marcs Theorie zufrieden gingen wir wieder ins Bett. Die restliche Nacht schlief ich wie ein Stein.</p>



<p>Doch meine Ruhe hielt nicht lange an. Bereits am nächsten Tag waren die seltsamen roten Flecken wieder da. Sie waren wieder an der Schlafzimmerwand, als hätten wir sie nie weggewischt.</p>



<p>Jean-Marc hatte natürlich wieder eine Erklärung parat. Die frische Farbe an der Wand könne Rückstände absondern. Vielleicht sähe die Wand im feuchten Zustand auch nur sauber aus. Sobald sie trocken war, wären die Flecken wieder zum Vorschein gekommen.</p>



<p>Ich hätte die Erklärungen anzweifeln können. Was für Rückstände hätten das schon sein sollen? Auch war ich mir sicher, dass ich die Wand gründlich abgeschrubbt hatte, sodass die Flecken nicht nur wegen der Feuchtigkeit nicht mehr sichtbar gewesen sein konnten.</p>



<p>Doch ich glaubte ihm. Ich wollte ihm glauben. Immerhin würde er noch heute losfahren. Mein Mann arbeitete als LKW-Fahrer. Ich würde fünf Tage alleine in dem Haus verbringen müssen …</p>



<p>Und was für fünf Tage das waren …! Einer war schlimmer als der Andere. Nicht nur, dass die blutroten Flecken immer wieder kamen, sich in neuen Räumen zeigten, auf der Kleidung auftauchten, die im Schrank verstaut war, der nächtliche Lärm kam auch noch jede Nacht zurück – und er wurde schlimmer!</p>



<p>Was zuerst nur ein Scheppern und Klappern war, mischte sich jetzt mit Geschrei. Später kam sogar ein geisterhaftes Geflüster hinzu. Es klang, als säße jemand direkt neben meinem Bett und flüstere Worte in einer mir unbekannten Sprache.</p>



<p>Nach der ersten schlaflosen Nacht konnte ich nur halbwegs meine Ruhe finden, indem ich einen Stuhl unter die Türklinke klemmte und meinem Hund erlaubte, im Bett zu schlafen.</p>



<p>Außerdem war da noch die Kellertür, die ein Eigenleben zu führen schien. Sie öffnete sich von alleine, stand teilweise spontan sperrangelweit offen, oder schloss sich von selbst, während ich im Keller war.</p>



<p>Es war zum Verzweifeln. Das Einzige, was mich bei Verstand hielt, war der Gedanke daran, dass Jean-Marc bald wieder bei mir wäre. Trotzdem war ich kurz davor, mir ein Hotelzimmer zu nehmen, als es endlich so weit war.</p>



<p>Als ich ihm die Tür öffnete, kam er gut gelaunt auf mich zu geschlendert. Er pfiff sogar dabei. Als er mich bemerkte, entglitten ihm sämtliche Gesichtszüge.</p>



<p>„Oh Gott, Lucie. Was ist passiert?“, fragte er erschrocken.</p>



<p>Unter Tränen erklärte ich ihm, was geschehen war.</p>



<p>Er spielte es herunter, dachte, ich würde übertreiben. „Wenn die Nachbarn nächste Nacht wieder so laut sind, reichen wir Beschwerde ein!“, versuchte er, mich zu beruhigen.</p>



<p>„Nein, du verstehst nicht. Es sind nicht die Nachbarn!“, schluchzte ich.</p>



<p>Doch Jean-Marc wollte mir nicht glauben. Er schob es auf die Einsamkeit und die noch ungewohnte Umgebung. Ich wäre wegen der seltsamen Farbflecken zu paranoid. Würde mir die Dinge nur einbilden.</p>



<p>In der folgenden Nacht sah er es jedoch anders. Wir beide taten nicht ein einziges Auge zu. Mein Mann stimmte sogar zu, dass wir die Tür wieder mit dem Stuhl blockieren sollten. Das sah ihm ganz und gar nicht ähnlich …!</p>



<p>Direkt am nächsten Morgen gingen wir zur Polizei. Die Beamten glaubten uns genauso wenig, wie Jean-Marc mir am Vortag. Sie sahen nur zwei völlig übermüdete Menschen. Eine von ihnen trug kein Make-up, hatte Augenringe und zerzauste Haare. Vernünftig auszusehen war das Letzte, was mich derzeit kümmerte.</p>



<p>Ein Beamter begleitete uns zwar, befragte kurz die Nachbarn, die meinten, dass sie nichts gehört oder gesehen hatten, begutachtete die Flecken an unseren Wänden und meinten, dass unser Hund vielleicht eine Schwanzverletzung habe, wegen der er das Blut an die Wand wedeln würde.</p>



<p>Natürlich gingen wir der Sache nach. Doch selbst der Tierarzt, zu dem wir gingen, konnte nicht einen einzigen Kratzer an unserem Hund finden – geschweige denn eine blutige Wunde.</p>



<p>Da die Polizei uns nicht helfen wollte, Jean-Marc sich jedoch weiterhin weigerte, an einen übernatürlichen Vorfall zu glauben, unternahmen wir einen letzten verzweifelten Versuch: Wir kauften mehrere Kilo Mehl, die wir überall im Erdgeschoss auf dem Boden verteilten. Zuvor hatten wir sämtliche Wände gründlich gereinigt. Wenn jetzt irgendjemand oder irgendetwas im Haus war, würde es im Mehl Spuren hinterlassen.</p>



<p>Anschließend fuhren wir in ein Hotel. Es war die erste Nacht, in der ich endlich in Ruhe schlafen konnte. Selbst die Spannung, die in der Luft lag, die Erwartung, die Angst vor dem, was der nächste Tag bringen könnte, hielt mich nicht davon ab. Ich war zum ersten Mal seit einer Woche endlich wieder ausgeruht.</p>



<p>Als wir uns unserem Haus näherten, spürte ich jedoch, wie die Anspannung wieder zunahm. Mir wurde leicht übel. Was, wenn wir nichts fanden? Was, wenn sich im Haus nichts mehr getan hatte? Ich wollte doch bloß ein normales Leben führen. In einem normalen Haus wohnen. Mich dort zu Hause fühlen können.</p>



<p>Einige Schaulustige hatten sich versammelt – hauptsächlich Nachbarn von uns. Sie hatten scheinbar Wind von unserer kleinen Aktion bekommen.</p>



<p>Ich spürte ihre neugierigen Blicke im Nacken, während wir uns der Tür näherten. Ich kam mir leicht beschämt vor. Was dachten sie wohl über uns?</p>



<p>Dann hörte ich, wie Jean-Marc den Schlüssel ins Schloss steckte. Es rasselte einige Male. Dann öffnete er die Tür mit einem leisen Quietschen.</p>



<p>Neugierig warf ich einen Blick ins Haus … Und erstarrte. Ich hatte mit einigem gerechnet: Spuren ihm Mehl, unzähligen roten Punkten an der Wand, keiner Veränderung. Doch was ich vor mir sah, traf mich wie ein Schlag gegen Kopf.</p>



<p>Überall klebte rote Flüssigkeit an den Wänden. Sie zog dunkelrote Spuren über die Tapete. Es sah aus, als würde Blut aus tiefen Wunden fließen. Doch das Schlimmste war, dass wir nicht eine einzige Spur im Mehl finden konnten …</p>



<p>Die Polizei war fast sofort vor Ort. Wir erfuhren noch am selben Tag, dass es sich bei der Flüssigkeit um Blut handelte. Einige Tage später kamen die Laborergebnisse. Es war eindeutig Menschenblut.</p>



<p>Bleibt noch zu sagen, dass wir das Haus insgesamt nur noch dreimal betreten hatten: Einmal, um ein Medium erfolglos nach einer Ursache suchen zu lassen, ein anderes Mal, um einen Priester das Haus erfolglos reinigen zu lassen und ein letztes Mal, um endlich auszuziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>La maison qui saigne (französisch für „das Haus, das blutet“) – im Deutschen häufig „Das blutende Haus“ genannt – ist ein Haus in Saint Quentin, Frankreich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zwischenfälle:</h3>



<p>Das blutende Haus hat seinen Namen aufgrund mehrerer scheinbar übernatürlicher Ereignisse aus dem Jahr 1986.</p>



<p>Alles begann, als ein junges Paar – Lucie und Jean-Marc Belmer – gemeinsam mit ihrem Hund in dem Haus eingezogen sind. Jean-Marc war LKW-Fahrer, weswegen Lucie häufig mit ihrem Hund alleine war.</p>



<p>Zuerst fand Lucie lediglich einige eingetrocknete rote Flecken auf dem Küchentisch. Sie dachte sich nichts weiter dabei, weswegen sie die Flecken entfernte.</p>



<p>Kurz darauf tauchten jedoch weitere unerklärliche rote Flecken auf – an den Wänden, auf der Bettwäsche, auf der Kleidung. Immer, wenn man sie entfernte, waren sie am nächsten Tag wieder da.</p>



<p>Das Paar blieb aber weiterhin ruhig und erklärte sich, dass es wahrscheinlich mit den frisch gestrichenen Wänden zusammenhing.</p>



<p>Dann kamen jedoch weitere unerklärliche Phänomene hinzu. So gab es nachts laute Geräusche. Je nach Aussage reichen diese Geräusche von scheppernden Töpfen über zerbrechendes Porzellan und seltsames Flüstern bis hin zu Schreien.</p>



<p>Aber auch hier suchte das Paar nach einer logischen Erklärung und schob die Geräusche auf die Nachbarn.</p>



<p>Außerdem öffnete und schloss sich die Kellertür scheinbar von selbst.</p>



<p>Als die Phänomene nicht aufhörten, soll Lucie schließlich Angst bekommen haben. Es ging so weit, dass das Paar die Polizei einschaltete.</p>



<p>Neben weiteren Vermutungen – z.B. dass der Hund eine Verletzung am Schwanz haben könne, die beim Wedeln die Flecken erzeugen würde – konnte die Polizei jedoch nichts tun.</p>



<p>Familie Belmer beschloss schließlich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Sie reinigten sämtliche rote Flecken im Haus und verteilten über all Mehl auf dem Boden. Anschließend verließen sie das Haus und übernachteten auswärts.</p>



<p>Als sie am nächsten Tag zurückkamen, sollen die Wände jedoch voller roter Flüssigkeit gewesen sein, als würde Blut aus einer frischen Wunde laufen. Das Mehl hingegen war völlig unverändert und wies keine Spuren eines Eindringlings aus. Die Polizei wurde erneut eingeschaltet.</p>



<p>Hier kommt der einzig bestätigte gruselige Fakt ins Spiel: Als die Polizei die Flüssigkeit untersuchte, stellten sie fest, dass es sich um menschliches Blut handelte – wenn auch kein frisches.</p>



<p>Als Folge hierauf haben Lucie und Jean-Mark Belmer ein Medium und einen Priester zu Rate gezogen.</p>



<p>Darüber, ob der Priester helfen konnte, sind sich die Leute im Internet uneinig. Fakt ist, dass die Belmers irgendwann aus dem Haus ausgezogen sind und bis heute von den neuen Bewohnern keine weiteren Phänomene gemeldet wurden. Im Gegenteil: Einer der Bewohner hat explizit gesagt, dass ihm in dem Haus nie etwas Unerklärliches widerfahren sei.</p>



<p>Man findet im Internet außerdem allerlei falsche Gerüchte. Das bekannteste von ihnen – dass das Haus auf Empfehlung des Priesters abgerissen wurde, woraufhin man Überreste von über 50 deutschen Soldaten aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg gefunden habe – ist zwar inzwischen weiter verbreitet, als die Wahrheit, jedoch reine Fiktion.</p>



<p>Das blutende Haus steht noch heute – nur, dass es nicht mehr blutet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p>Das blutende Haus steht in der französischen Gemeinde Saint Quentin.</p>



<p>Die genaue Adresse werde ich hier nicht bekannt geben, da die neuen Besitzer bereits mehrfach über unerwünschten, teilweise nächtlichen Besuch von Schaulustigen beschwert hat.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erklärung:</h3>



<p>Eine wirkliche Erklärung für das blutende Haus gibt es keine. Man weiß nicht, wer das Blut an den Wänden, auf der Wäsche, dem Küchentisch oder der Kleidung verteilt hat.</p>



<p>Auch weiß man nicht, wieso sich die Kellertür so seltsam verhalten hat oder wie die nächtlichen Geräusche entstanden sind (oder ob es sie überhaupt gab).</p>



<p>Es ranken sich viele Theorien um das blutende Haus und seine Ereignisse. So gibt es Leute, die von <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geister</a>, <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/flueche" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flüchen</a> oder gar <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/daemonen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dämonen</a> ausgehen.</p>



<p>Die am weitesten verbreitete Theorie ist jedoch, dass die Familie Belmer selbst für den Spuk gesorgt hat, um Aufmerksamkeit zu bekommen – vielleicht war Frau Belmer alleine mit ihrem Hund auch einfach nur langweilig.</p>



<p>Aber was wirklich in dem blutenden Haus passiert ist, wird wahrscheinlich ewig ein Rätsel bleiben.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Was haltet ihr davon? War das blutende Haus real oder hat die Familie Belmer es sich ausgedacht? Wie würdet ihre reagieren, wenn solche Ereignisse plötzlich in eurem Haus passieren? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



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