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	<title>See Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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		<title>Das Wörtherseemandl &#8211; die Legende vom Wörthersee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2022 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erst, als das Wasser sich rasant immer weiter und weiter ausbreitete – viel mehr, als in das kleine Fässchen gepasst hätte –, begann Rudolf zu verstehen, dass gerade etwas Übernatürliches, etwas Göttliches geschah ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/das-woertherseemandl">Das Wörtherseemandl &#8211; die Legende vom Wörthersee</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Das Wörtherseemandl bzw. die Sage vom Wörthersee ist eine eher ruhigere <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legende</a>. Sie ist nicht wirklich gruselig, aber gefällt mir trotzdem genug, um einen Beitrag über sie zu schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf die Legende haben mich zwei Lehrerinnen aus Wien aufmerksam gemacht, die eine meiner Geschichten für ein Arbeitsblatt in ihrem Unterricht verwendet haben. (Liebe Grüße, falls Sie das hier lesen sollten! 😄)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens könnten euch einige der Charaktere bekannt vorkommen. Sie sind aus meinem Romanmanuskript und ich freue mich immer, sie in meinem Blog einbringen zu können, wenn ich schon keine Zeit habe, an meinem Buch weiterzuarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt aber viel Spaß beim Lesen!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>Tod</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist doch scheiße!“, schimpfte Natalie leise. Ich konnte im Halbdunkel erkennen, wie sie genervt ihren Kopf auf ihr Kissen fallenließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was denn?“, flüsterte Luna zurück. Sie lag im Bett über Natalie, sodass sie nicht sehen konnte, wie Natalie mit entnervtem Blick nach oben blickte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Klagenfurt“, sagte sie. „Wer fährt denn bitte auf eine Klassenfahrt nach Klagenfurt? Wenn wir schon nach Österreich fahren, dann doch wenigstens nach Wien. Da kann man in seiner Freizeit immerhin shoppen gehen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, die Stadt sah doch auch ganz nett aus“, versuchte Luna, sie zu beschwichtigen. „Und sie ist nicht gerade klein. Ich bin sicher, es gibt hier auch ein Shoppingscenter oder eine Ladenzeile.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie verstand es nicht. Es ging Natalie eher ums Prinzip. Wien kannte jeder. Aber wer konnte schon mit Stolz sagen, dass er auf einer Klassenfahrt in Klagenfurt gewesen war? Luna würde schon noch lernen, wie unsere kleine Prinzessin so tickt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schmunzelte. Natalie würde mir wohl den Kopf abreißen, wenn sie wüsste, dass ich sie gerade in Gedanken ‚unsere kleine Prinzessin‘ genannt hatte. Aber was soll ich sagen? Es passte irgendwie. Sie wurde schnell eingeschnappt, wenn sie nicht ihren Willen bekam. Und meist kam sie damit durch. Wahrscheinlich, weil sie das schönste Mädchen der Klasse war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ging dazu über, unseren Klassenlehrer Herrn Pritschmann nachzuäffen. „Morgen gehen wir an den Wörthersee. Das wird euch gefallen, Kinder“, sagte Natalie mit dümmlich verstellter Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt mischte sich auch Lisa ein. Sie war meine beste Freundin und lag in dem Bett über mir. „Leute, es ist doch nicht so schlimm. Und über den Wörthersee gibt es eine alte, in dieser Gegend sehr bekannte Legende. Wenn ihr wollt, erzähl ich sie euch. Jenny, bist du noch wach?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich saß sofort aufrecht im Bett. „Ja!“, antwortete ich schnell. Ich liebte Lisas Geschichten und wusste, dass es Natalie genauso ging. Das würde sie zumindest etwas aufheitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Also gut. Wir brauchen einen Protagonisten“, sagte Lisa. „Nennen wir ihn &#8230; Rudolf.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wieso Rudolf?“, fragte Luna verwirrt dazwischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Normalerweise hätten wir sie für die Unterbrechung mit mahnenden Blicken gestraft, aber wir drückten bei ihr ein Auge zu. Immerhin war sie gerade einmal ein paar Monate in unserer Klasse. Sie kannte Lisas berühmte Geschichten noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Schh!“, zischte Natalie ihr leise zu. „Lass sie erzählen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Also Rudolf“, fuhr Lisa unbeirrt fort. „Rudolf wohnte in einer Stadt, die früher hier ganz in der Nähe gestanden hat. Ihr Name ist mit der Zeit in Vergessenheit geraten, aber man weiß, dass die Bewohner besagter Stadt über unverschämte Reichtümer verfügten. Ob ihr es glaubt oder nicht: Es gab in der Stadt keine Armut. Fast jeder Mensch war reich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber so reich die Menschen auch waren, so eingebildet, rücksichtslos und gierig waren sie auch. Es verging kaum ein Tag, an dem nicht gefeiert und – anders kann man es nicht nennen – gefressen wurde. Trotzdem warfen die Menschen so viel Essen weg, dass ganze Dörfer davon hätten satt werden können. Daran, etwas abzugeben, dachte hingegen niemand. Kurz: Es war eine sehr reiche, aber auch sehr sündige Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders verpönt war zu damaliger Zeit jedoch, dass die Leute von ihrem Glauben abgefallen waren. Damals, als Gott für die Menschen noch so wichtig war, Ketzer erhängt wurden, gab es eine ganze Stadt in Österreich, die nicht mehr an Gott glaubte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ging es auch Rudolf. Er war reich, er war glücklich und er war sündig. Sicherlich war er nicht der schlimmste Mensch der Stadt. Er hatte viele Freunde, liebte seine Verlobte Helene über alles und war nicht so gierig wie die meisten seiner Nachbarn. Trotzdem ließ er sich keine Gelegenheit entgehen, zu feiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine dieser Gelegenheiten ergab sich am Vorabend von Ostern. Ein sehr heiliges Fest, immerhin soll dort der Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus gedacht werden. Aber die Bewohner der Stadt hatten nur eines im Sinn: feiern. Sie tanzten, sauften und fraßen, ohne auch nur einen Gedanken an Jesus zu verschwenden. Der Grund für die Feier – oder sollte ich eher sagen der Vorwand – war den Leuten völlig egal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab jedoch an jenem Abend einen Menschen in der Stadt, ein Wesen, dem das nicht passte. Niemand weiß, wo es herkam, ob es Befehlen folgte oder aus eigenen Gründen handelte. Einige sagen sogar, es wurde von Gott geschickt. Man kennt es unter dem Namen das Wörtherseemandl – das Wörtherseemännlein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rudolf, unser Protagonist, war in einen wilden Tanz mit Helene vertieft. Runde um Runde tanzten, sprangen und wirbelten sie durch den Saal, als das große Eingangstor des Festsaales langsam aufgehievt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Einwohner bemerkten es nicht einmal, waren zu betrunken oder zu abgelenkt, aber die Leute, die es sahen, brachen in Spott und Gelächter aus. Ein kleiner Mann, der den Leuten nicht einmal bis zur Hüfte reichte, obwohl er, wie man an seinen grauen Haaren und dem Bart deutlich erkennen konnte, ein Erwachsener war, trat in den Saal und sah die Feiernden der Reihe nach an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Männer trat vor, während er das Männlein von oben bis unten musterte. ‚Wir wollen keine Bettler. Geh nach Hause, Großväterchen!‘, rief er laut, sodass jeder es hören konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner brachen in schallendes Gelächter aus. Sogar Rudolf, der sich sonst zurückhielt, musste schmunzeln, während seine Verlobte neben ihm alles andere als damenhaft mitjohlte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wörtherseemandl hingegen verzog nicht eine Miene. Es trat entschlossen einen Schritt auf die Feiernden zu und sagte mit ungewöhnlich lauter Stimme, die durch den gesamten Saal hallte: ‚Wisst ihr nicht, welcher Tag morgen ist? Ist euch denn nichts mehr heilig? Kehrt um in euren Wegen! Tut Buße und wendet euch wieder Gott zu!‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen Moment herrschte Stille im Saal. Nur die Musiker spielten unablässig weiter ihre Musik. Dann brach ein ohrenbetäubendes Gelächter aus. Aus allen Richtungen hallte es durch die große Halle. Es schien gar nicht mehr enden zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als derselbe Mann wie zuvor das Wort ergriff, ebbte es ab: ‚Wenn du beten willst, Großväterchen, nur zu. Leiste unserem Pfarrer Gesellschaft. Aber lass mich dir sagen, dass der alte Trunkenbold gerade auch lieber hier bei uns wäre!‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gelächter erhob sich von Neuem. Inzwischen stimmte auch Rudolf mit ein. Er sah dem Wörtherseemandl an, dass es etwas sagen wollte, doch die Leute ließen es nicht zu Wort kommen. Jedes Mal, wenn es den Mund öffnete, begann das Gelächter erneut. Die Leute schrien und jubelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als es ihm schließlich zu blöd wurde, drehte sich das Wörtherseemandl wortlos um und verließ, begleitet von lauten Pfiffen, den Saal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte nicht lange, bis die Feiernden, die sich allesamt neugierig beim Eingang zusammengefunden hatten, wieder auseinanderstoben. Sie verloren das Interesse, jetzt wo das Männlein weg war, und widmeten sich wieder ihrem Essen, ihren Gesprächen, ihrem Tanz oder ihrem Alkohol. So war es auch mit Rudolf und Helene. Sie tanzten weiter fröhlich ihre Runden, als wäre nichts gewesen. Der seltsame Unruhestifter war bald wieder vergessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der weitere Abend verlief ohne besondere Vorkommnisse. Einige Leute hatten zu viel getrunken und fingen fast einen Streit an, aber ansonsten blieb alles ruhig. Zumindest, bis um kurz vor Mitternacht plötzlich der Klang von Kirchenglocken in den Festsaal drang. Es läutete zur mitternächtlichen Ostermesse. Natürlich dachte noch immer niemand daran, das Fest zu verlassen, um in die Kirche zu gehen. Ganz im Gegenteil: Einige Leute befahlen sogar den Musikern, lauter zu spielen, damit sie die störenden Glocken nicht länger hören müssten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war der Moment, als das Wörtherseemandl zurückkehrte. Wieder hievte es unter scheinbar größter Mühe das Tor auf. Diesmal trug es jedoch ein kleines Fässchen unter dem Arm, was dafür sorgte, dass einige Gespräche überrascht verstummten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚Ahh, Großväterchen. Du bist zurück‘, rief eine bekannte Stimme. ‚Und wie ich sehe, hast du ein Geschenk mitgebracht. Möchtest du lieber mit uns trinken, statt deine Zeit mit deinem Gott zu verschwenden?‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gelächter von Betrunkenen erfüllte den Saal. Inzwischen war kaum noch jemand nüchtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das Wörtherseemandl sah nur mit eisernem Blick in die Runde. ‚Ich warne euch ein letztes Mal‘, rief es. ‚Ignoriert nicht die Glocken, die zur Mette läuten! Kehrt um! Lasst ab von Völlerei und anderen Sünden, sonst trifft euch Gottes Zorn!‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt euch sicher denken, was geschah: Die Leute nahmen das Wörtherseemandl nicht ernst. Sie spotteten weiter, hielten seine Worte für leere Drohungen. Vor Gott fürchtete sich in der Stadt schon lange niemand mehr. Und so kam es, wie es kommen musste. Um Punkt Mitternacht, als die Kirchenglocken zu läuten aufhörten, drehte das Wörtherseemandl den kleinen Hahn an seinem Fässchen auf, legte es auf den Boden und rannte mit seinen kurzen Beinen hastig aus dem Saal. Das schwere Tor schloss es hinter sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leute sahen einander irritiert an. Auch Rudolf und Helene blickten einander irritiert in die Augen. Sie verstanden nicht so recht, was gerade geschehen war. Wieso war das kleine Männlein weggerannt? Wieso hatte es sein Fass liegengelassen, aus dem jetzt Wasser lief, das eine immer größer werdende Pfütze auf dem Boden bildete?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst, als das Wasser sich rasant immer weiter und weiter ausbreitete – viel mehr, als in das kleine Fässchen gepasst hätte –, begann Rudolf zu verstehen, dass gerade etwas Übernatürliches, etwas Göttliches geschah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch, wenn er einer der Ersten war, der es begriff, war es bereits zu spät. Es kamen solche Wassermassen aus dem Fass, dass die Feiernden innerhalb kürzester Zeit knöcheltief im Wasser standen. Überraschte Ausrufe. Dann Schreie. Plötzlich stoppte die Musik und die Menschen rannten wild durcheinander. Einige fielen sogar auf die Knie und beteten. Sie beteten das erste Mal seit vielen Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch bevor Rudolf und Helene das Eingangstor erreichen konnten, brach Panik aus. Auch in Richtung Hinterausgänge strömten jetzt Menschenmassen. Rudolf schaffte es gerade noch, Helene beiseitezuziehen, bevor sie von einer anströmenden Gruppe Betrunkener umgerissen werden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald erkannte er, dass die anderen es nicht schafften, die Tore zu öffnen. Irgendetwas musste sie blockieren. ‚Schnell! Wir müssen nach oben! Weg von dem Wasser!‘, rief er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Helene nickte stumm. Nach oben klang nach einem Plan. Sie war jedoch nicht die Einzige, die es gehört hatte. Auch war sie nicht die Einzige, die sich angesprochen fühlte. Innerhalb kürzester Zeit rannte eine weitere Menschenmasse in Richtung Treppe, Rudolf und Helene sehr dicht auf den Fersen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser, das ihnen bereits zu den Hüften reichte, wurde aufgewirbelt. Es plätscherte, klatschte. Aus allen Richtungen waren Schreie zu hören. Irgendwo erklang ein Gurgeln, das schnell in der Geräuschkulisse unterging. Das Wasser spritzte in alle Richtungen, während sie um ihr Leben rannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sollte dazu erwähnen, dass weder Rudolf noch Helene schwimmen konnten. Genauso wenig wie die meisten anderen Anwesenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber unser Protagonist und seine Verlobte schafften es. Sie erreichten die Treppe, ohne zu stürzen und von der panischen Menschenmasse hinter ihnen niedergetrampelt zu werden. Trotzdem waren sie noch lange nicht in Sicherheit. Nicht nur war ihnen noch immer eine vollkommen rücksichtslose Meute Betrunkener, die nur noch an ihr eigenes Leben dachten, auf den Fersen, das Wasser stieg noch immer unaufhörlich weiter. Es war, als würde es ihnen folgen, während sie die Treppen nach oben sprinteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚Auf der Südseite steht ein Baum. Vielleicht können wir darüber nach draußen klettern‘, sagte er zu seiner Verlobten, diesmal darauf bedacht, dass nur sie ihn hörte. So sehr er die anderen auch retten wollte, das Leben seiner Verlobten war ihm wichtiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also sprinteten sie zu den Fenstern auf der Südseite. Aber was sie dort sahen, ließ ihnen die Herzen schwer werden: Draußen herrschte völliges Chaos. Das Wasser war nicht nur in dem Gebäude, sondern auch außerhalb. Die ganze Stadt stand unter Wasser. Sie konnten die Leichen von ihren Freunden und Nachbarn in den Straßen schwimmen sehen. Und auch draußen stieg das Wasser unaufhörlich weiter. Erst jetzt verstanden sie wirklich, was das Wörtherseemandl mit dem Zorn Gottes gemeint hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich könnte jetzt beschreiben, wie die beiden einander umarmten, als das Wasser sie erreichte, wie sie einander unter Tränen einen letzten Kuss gegeben hatten. Ich könnte erzählen, wie sie ertranken. Wie sie verzweifelt versuchten, sich an der Oberfläche zu halten, während das Wasser ihre Lungen füllte. Aber ich denke, ihr könnt es euch ganz gut vorstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wassermassen hörten und hörten nicht auf, aus dem kleinen Fässchen zu fließen. Selbst, als auch das größte Haus, der höchste Turm unter der Wasseroberfläche verschwunden waren, stieg es noch weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein einziger der Bewohner hat überlebt. Die ganze Stadt ist in jener Osternacht ertrunken und zurück blieb nur ein Gewässer: Der See, den wir heute als Wörthersee kennen. Und an manchen Tagen, so heißt es, soll man noch heute vom Grund des Sees das Läuten der Kirchenglocken hören.“</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wörtherseemandl (Dialekt für „Wörterseemännlein“) ist eine österreichische Sagengestalt. Der Legende nach ist es für die Entstehung des Wörthersees verantwortlich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wörtherseemandl ist ein kleiner alter Mann. Genauer wird es häufig nicht beschrieben. Manchmal ist aber von grauen Haaren oder einer Glatze die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine bekannte Statue von ihm zeigt das Wörtherseemandl als einen sehr kleinen dicken Mann mit Bart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten ist es relativ gewöhnlich, was seine Frisur und seinen Kleidungsstil anbelangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im späteren Verlauf der Sage trägt es ein kleines Holzfass bei sich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf der Sage:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wann genau die Sage stattgefunden haben soll, ist nicht bekannt. Es ist jedoch oft von „vor Urzeiten“, „vor vielen hundert Jahren“ oder sogar von „vor tausenden Jahren“ die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals soll im Süden Österreichs eine reiche Stadt gestanden haben. Die Bewohner der Stadt waren jedoch keine gläubigen, in einigen Erzählungen sogar sündige Menschen. Sie sollen oft gefeiert, gesoffen, aber niemals gebetet oder auch nur an Gott gedacht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich war es an einem Abend – entweder der Vorabend von Ostern oder von Weihnachten –, an denen sie ein großes Fest feierten. Sie tranken, tanzten und feierten, schenkten dem herannahenden Feiertag jedoch weder Beachtung, noch zollten sie ihm Respekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war der Moment, als das Wörtherseemandl das erste Mal auftauchte. Es betrat den Festsaal und erntete sofort Spott für sein Aussehen. Als es die Leute warnte, sie sollen zu ihrem Glauben zurückkehren und sich dem Tag entsprechend verhalten, erntete es nur noch mehr Gelächter. Die Leute ignorierten es und tanzten fröhlich weiter, bis es den Festsaal grimmig wieder verließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der restliche Abend verlief ohne besondere Vorkommnisse. Die Leute vergaßen das Wörtherseemandl schnell und tanzten ausgelassen weiter. Erst um kurz vor Mitternacht, als die Kirchenglocken zur Mette läuteten – einem mitternächtlichen Gottesdienst – kehrte das Wörtherseemandl in den Saal zurück. Diesmal trug es ein kleines verschlossenes Fass unter dem Arm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie auch beim ersten Besuch zog es schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Es warnte die Leute, dass sie umkehren und Buße tun müssten, da sie sonst alle dem Tode geweiht seien. Wieder erntete es nur Spott und Gelächter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich kam es, wie es kommen musste. Als die Kirchenglocken um Punkt Mitternacht zu schlagen aufhörten und niemand auch nur im Traum daran dachte, der Mette beizuwohnen, verschwand das Wörtherseemandl spurlos. Nur sein kleines Fässchen ließ es zurück, das es vorher geöffnet hatte. Aus der Öffnung strömten sofort scheinbar unerschöpfliche Wassermassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich sahen die Menschen ihren Fehler ein. Sie fielen auf die Knie und beteten. Andere versuchten zu fliehen. Aber es war zu spät: Das Wasser füllte schnell den Saal. Es versenkte in kürzester Zeit die gesamte Stadt mit all ihren Bewohnern und schuf dabei den Wörthersee.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ort des Geschehens:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Legende soll sich dort zugetragen haben, wo heute der Wörthersee liegt. Also im österreichischen Bundesland Kärnten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Legende vom Wörthersee ist eine alte christliche Sage. Wie alt sie genau ist, habe ich nicht herausfinden können. Die erste schriftliche Aufzeichnung, die ich finden konnte, stammt von Johann R. v. Gallenstein aus dem Jahr 1837.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine versunkene Stadt existiert hingegen nicht auf dem Grund des Sees. Davon abgesehen ist der Wörthersee älter als das Christentum selbst. Sollte die Legende also einen wahren Kern haben, war der Ort des Geschehens nicht der Wörthersee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem weist die Sage mehrere Logikfehler auf. Wenn wirklich niemand von der Feier zur Einsicht kam und alle Augenzeugen ertrunken sind, wer hat dann von dem Wörtherseemandl erzählen können? Und was ist mit den wenigen gottesfürchtigen Leuten, die damals in der Stadt gelebt haben? Mindestens ein Mensch muss schließlich die Kirchenglocke zur Mette geläutet haben. Sind sie auch ertrunken, wenn doch angeblich alle Bewohner der Stadt in den Fluten umgekommen sind?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sieht man über diese kleineren Fehler und offenen Fragen hinweg, ist die Sage über die Entstehung des Wörthersees aber eine nette kleine Legende.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der Legende des Wörthersees? Habt ihr schon einmal von dem Wörtherseemandl gehört? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
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		<title>Die Nixen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2021 14:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich zurück beim Lagerfeuer war, war meine Familie bereits am Essen.<br />
„Wieso hat das so lange gedauert?“, fragte Mama. Dann lachte sie plötzlich. „Nein. Halt. Ich brauche keine Details.“<br />
Wieder musste ich breit grinsen. „Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe die Meerjungfrau getroffen.“</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind eine sehr alte <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutsche Legende</a>. Sie ähneln den Meerjungfrauen, leben jedoch nicht im Meer, sondern in Seen und Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mama und ich saßen am Lagerfeuer, als sich in der Ferne schnelle Schritte näherte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Christoph! Christoph! Da war eine Meerjungfrau!“, rief meine kleine Schwester Lilli aufgeregt, während sie auf mich zu rannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In der Nähe des Feuers wird nicht gerannt!“, mahnte Mama sie sofort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilli verlangsamte ihre Schritte – wenn auch nur ein wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ sie auf meinen Schoß. „Eine Meerjungfrau, ja?“, fragte ich mit gespielter Begeisterung. Ich mochte Lillis ausgeprägte Fantasie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilli nickte energisch. „Sie war im Wasser, als Papa und ich geangelt haben. Sie hatte einen Fischschwanz und alles!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa, der inzwischen auch bei unserem kleinen Zeltlager angekommen war, stellte seine Angelausrüstung ab. Er hob entschuldigend die Hände. „Ich hab sie nicht gesehen“, erklärte er mit seiner ruhigen Stimme. „Aber“, stolz zeigte er uns seinen Fang, „wir haben einen guten Fang gemacht. Und Lilli hat fleißig mitgeholfen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist das so? Wie hast du Papa denn geholfen?“, wandte Mama sich an Lilli.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder nickte meine kleine Schwester energisch. „Ich hab die Angel gehalten, bis ein Fisch angebissen hat. Und einen Fisch durfte ich sogar mit einholen!“ Der Stolz stand ihr ins Gesicht geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dann bist du ja eine richtige kleine Anglerin“, erwiderte Mama. „Was ist, hilft du mir mit den Kartoffeln?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh ja“, rief sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wuschelte ihr durch die Haare, bevor ich sie von meinem Schoß ließ. Wie konnte ein so kleiner Mensch nur so voller Energie stecken?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und was ist mit dir?“, fragte Papa an mich. Als ich sein breites Grinsen sah, wusste ich sofort, was er von mir wollte. „Hilfst du mir beim Fisch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte schwer. Das durfte ich mir bereits seit Jahren anhören. Mit sechs oder sieben hatte ich mich fast übergeben, als ich einen Fisch ausgenommen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem schämte ich mich nicht dafür. Es war mir egal, ob es einige als unmännlich sahen, dass ich mir nicht gerne die Hände schmutzig machte. Trotzdem schien es Papa einen riesen Spaß zu machen, mich damit aufzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh lieber noch schnell auf Toilette. Dann muss ich nicht während des Essens“, entschuldigte ich mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa grinste blöd. Ich ignorierte ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber beeil dich. Kalt schmeckt der Fisch nicht“, rief Mama mir nach, als ich mich ins Unterholz kämpfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was dachte sie denn, wie lange ich brauchte?! Ich ging zwar etwas in den halbdunklen Wald hinein, aber doch nur, um außer Sichtweite zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich mich erleichterte, schloss ich die Augen und sog die kühle Abendluft ein. Sie war angenehm. Ganz anders, als in der Stadt. Die fehlenden Abgase machten die Luft nahezu geruchslos, mit einer schwachen Note von Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso ging ich eigentlich nicht häufiger in die Natur? Ich liebte unsere Campingausflüge. Eigentlich war es schade, dass wir sie nur einmal im Jahr machten. Vielleicht sollte ich Papa fragen, ob ich mal auf einen seiner Angelausflüge mitdürfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Knacken in meiner Nähe riss mich aus meinen Gedanken. Es klang, als wäre jemand auf einen Ast getreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leicht unwohl sah ich mich um. Meine Eltern oder meine Schwester konnten es nicht sein. Niemand von ihnen würde mit dem Kochen aufhören, nur um mich zu ärgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Wahrscheinlich nur ein Tier oder ein herunterfallender Ast‘</em>, redete ich mir ein. Trotzdem beeilte ich mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade, als ich meinen Hosenstall schloss, ertönte noch ein Knacken. Diesmal klang es näher. Dann ein Rascheln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es keine gefährlichen Tiere in der Gegend gab, hatte ich keine Lust, herauszufinden, was es war. Also ging ich schnellen Schrittes zurück in Richtung Camp &#8230; Ich kam nicht weit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Mädchen wie aus dem Nichts vor mir auftauchte, erschraken wir uns beide gleichzeitig. Sie wich einen Schritt zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammt. Hast du mich erschreckt!“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wunderte mich kurz darüber, dass sie im Wald ein Kleid trug. In der Dämmerung sah es weiß aus. Dafür brachte es ihre braunen Haare zur Geltung, die wiederum ihr bleiches Gesicht betonten. Sie sah wunderschön aus &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was soll ich denn sagen?“ Ich fasste mir etwas zu dramatisch an die Brust, in der mein Herz nicht nur wegen des Schreckens ein klein wenig schneller schlug. „Ich hatte nicht erwartet, hier draußen jemanden zu treffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatte intelligente Augen, mit denen sie mich jetzt musterte. Im schwachen Licht sahen sie sehr hell aus – vielleicht himmelblau? „Was machst du hier draußen?“, fragte sie. „Ich hab dich hier noch nie gesehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Meine Familie und ich campen ganz in der Nähe. Wir sind vor wenigen Stunden angekommen“, erklärte ich. „Und du? Wohnst du im Dorf oder machst du auch Urlaub?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schien entschieden zu haben, dass von mir keine Gefahr ausging. Also lächelte sie mich an. Ein süßes Lächeln, das mehr Wärme ausstrahle, als ich einem Lächeln je zugetraut hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Ich wohne hier“, sagte sie knapp. „Ich war im See schwimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bemerkte ich, dass ihr helles Kleid leicht feucht war. Besonders an den Stellen, wo es ihre Haut berührte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah &#8230; Die Meerjungfrau“, sagte ich mit einem breiten Grinsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen riss die Augen auf. Überrascht starrte sie mich an. „W-was?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lachte kurz auf. „Ach nichts. Meine Schwester hat vorhin ein Mädchen im See baden sehen und war fest überzeugt, eine Meerjungfrau gesehen zu haben“, erklärte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt lachte auch das Mädchen. Es klang wie kleine Glöckchen, die eine wunderschöne Melodie spielten. „Ach so, na dann. Kinder haben wirklich eine lebhafte Fantasie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir standen noch einen Moment grinsend da. Wobei es bei ihr eher ein herzliches Lächeln, als ein belustigtes Grinsen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Christoph? Wo bleibst du denn?“, ertönte die Stimme meiner Mutter in der Ferne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geräusch schien das Mädchen erneut zu erschrecken. „Ich &#8230; Ich sollte gehen“, sagte sie. Dann ging sie schnellen Schrittes davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte!“, rief ich ihr nach. „Wie heißt du eigentlich? Ich bin Chris.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen blieb stehen. „Serena“, stellte sie sich vor, während sie sich zu mir umdrehte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena. Ein schöner Name.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein guter Name für eine Meerjungfrau!“, sagte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder grinsten wir einander an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vielleicht sehen wir uns ja noch einmal, Chris“, verabschiedete sich Serena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gerne. Wir sind das ganze Wochenende hier.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena lächelte. Dann ging sie weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb noch einen Moment stehen. „Wow“, hauchte ich, während ich mir durch die Haare fuhr. Es wäre schön, sie noch einmal wiederzusehen. Dann ging auch ich weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich zurück beim Lagerfeuer war, war meine Familie bereits am Essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wieso hat das so lange gedauert?“, fragte Mama. Dann lachte sie plötzlich. „Nein. Halt. Ich brauche keine Details.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder musste ich breit grinsen. „Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe die Meerjungfrau getroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama verschluckte sich fast an dem Bissen, den sie gerade in den Mund genommen hatte, Papa zog eine Augenbraue hoch und Lillis Kinnlade klappte herunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hab doch gesagt, dass sie echt ist! Eine echte Meerjungfrau!“, schrie Lilli laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lärm scheuchte einige Vögel auf, die in der Dunkelheit panisch davonflatterten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Nur, dass sie keine Meerjungfrau ist. Ihr Name ist Serena. Und sie hat keinen Fischschwanz, sondern ganz normale Beine“, erklärte ich. „Sie war im See schwimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Um die Uhrzeit?“, fragte Mama. Sie klang aber nicht skeptisch, sondern eher besorgt. Sie war nun einmal eine Mutter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Keine Sorge. Sie wohnt im Dorf hier in der Nähe. Sie ist sicher schon zu Hause“, beruhigte ich sie. „Und es kann sein, dass sie uns das Wochenende mal besuchen kommt“, fügte ich hinzu. Wieder konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, den Blick kenn ich“, meldete sich Papa zu Wort. „Ist sie hübsch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was? Nein! Also &#8230; doch, ist sie. A-Aber so ist das nicht!“, stammelte ich. Ich konnte dabei jedoch nicht verhindern, dass ich rot wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann brach völliges Chaos aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was? Was ist so nicht?“, fragte Lilli verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich glaube, dein großer Bruder ist in diese Serena verliebt“, erklärte Papa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh &#8230; Christoph ist verlie-hiebt. Christoph ist verlie-hiebt!“, rief sie jetzt wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa klatschte im Takt, während Mama daneben saß und das Ganze belustigt beobachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte sicherlich fünf Minuten, bis ich Lilli und Papa wieder beruhigen konnte – fünf Minuten, in denen ich am liebsten im Erdboden versunken wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während wir aßen, kam Serena noch einige Male zur Sprache. Nachdem ich unsere Begegnung geschildert hatte, wandten wir uns aber endlich anderen Themen zu. Wir planten den nächsten Tag – Papa wollte mit der ganzen Familie eine Wanderung machen, bevor er gegen Mittag wieder angeln ging, während Mama sich einen entspannten Tag machen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entspannen kannst du dich auch zu Hause“, warf Papa ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Stimmt, aber in der Natur ist es viel schöner“, erwiderte Mama.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eben. Deswegen sollten wir sie möglichst viel genießen – bei einer Wanderung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging noch eine Weile so weiter. Ich hörte ihnen jedoch gar nicht mehr zu. Stattdessen starrte ich ins Feuer und lauschte dem Knistern. Wind raschelte in den dunklen Bäumen. Ab und hörte man auch das Geraschel von Tieren. Grillen zirpten in der Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Gedanken waren bei Serena. Ich war doch nicht wirklich nach der einen Begegnung bereits in sie verliebt, oder? Klar, sie war nett und sieht wirklich toll aus, aber wir hatten uns nicht einmal fünf Minuten gesehen. Außerdem war es dunkel gewesen. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich sie tatsächlich noch einmal wiedersah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fiel mir den gesamten Abend über schwer, an etwas anderes zu denken. Es war, als wäre sie mit Gewalt in meinen Kopf eingebrochen und hätte alle anderen Gedanken vertrieben. Selbst, als es langsam spät wurde und wir in unsere Zelte gingen – Mama, Papa und Lilli in ein großes, ich in ein kleines eigenes –, spukte sie noch durch meinen Kopf. Ihre braunen Haare, die blauen Augen, das Lächeln ihrer makellosen Zähne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gott, was war bloß los mit mir? Sonst dauerte es immer einige Zeit, bis ich Gefühle für jemanden entwickelt hatte. Noch nie hatte ich mich so Hals über Kopf verschossen, wie in Serena. Und so kam es, dass ich an jenem Abend mit einem Lächeln einschlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nächste, an das ich mich erinnerte, war, dass jemand mein Zelt von außen öffnete. Das Geräusch des Reißverschlusses war leise, jedoch nicht leise genug, um mich schlafen zu lassen. Verwirrt schaltete ich meine Campinglampe ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mit vielem gerechnet. Etwa, dass meine Schwester lieber bei mir schlafen wolle oder das Papa eine spontane Nachtwanderung im Sinn habe, aber nicht mit &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Serena?“, fragte ich überrascht. „Was machst du hier?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir fiel nur ein einziger Grund ein, warum sie hier vor mir stehen wurde: <em>‚Na toll &#8230; Jetzt träume ich sogar schon von ihr!‘</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch je länger die Situation andauerte, desto mehr wurde mit bewusst, dass ich wach war. Träume waren seltsam, wirr, oft zusammenhangslos. Das hier war nichts davon. Ich war bei vollem Bewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena kam vorsichtig zu mir ins Zelt. Sie hockte sich neben meinen Schlafsack. Zusammen mit ihr kam ein süßlicher Duft nach Blumen zu mir. Vielleicht ein Parfüm?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte Lust, im See schwimmen zu gehen. Und da dachte ich mir, wieso frage ich dich nicht, ob du mitkommst &#8230;?“, flüsterte sie mit ihrer sanften Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Augen weiteten sich. „J-Jetzt? Mitten in der Nacht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena zuckte unschuldig mit den Schultern, bevor sie mich mit ihrem warmen Lächeln anstrahlte. „Warum nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber ich &#8230; Ich habe keine Schwimmsachen dabei!“, protestierte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Serenas Lächeln wurde ein herausforderndes Grinsen. „Ich auch nicht“, erwiderte sie zwinkernd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort merkte ich, wie mein Gesicht heiß wurde. Ich musste knallrot geworden sein. Serena schien es nicht zu stören. Im Gegenteil: Es schien ihr zu gefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens jetzt hatte ich kein Argument mehr im Kopf, das dagegen sprach. Serena hatte mich voll in ihren Bann gezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie nach meiner Hand griff, um mich aus dem Zelt zu ziehen, wehrte ich mich nicht gegen sie. Ich wusste, dass es nicht richtig war. Ich sollte nicht einfach einer fremden Frau folgen. Doch mein Kopf ignoriere die Vernunft. Ich <em>wollte</em> mit ihr gehen. Ich <em>musste</em> mit ihr gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit nichts als meiner Unterhose und meinem T-Shirt folgte ich Serena durch den Wald. Immer wieder piksten mich Stöcker und Steine in die Fußsohlen. Ich stolperte über Wurzeln, trat in weiches Moos. Doch das alles bemerkte ich kaum. Meine Augen waren nur auf Serena gerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im schwachen Mondlicht konnte man kaum mehr als ihre groben Umrisse erkennen, doch trotzdem sah ich, wie wunderschön sie war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir den See erreichten, war er sehr ruhig. Der schwache Wind, den man am Ufer spüren konnte, sorgte kaum für Wellen auf der fast völlig flachen Wasseroberfläche. Man konnte sogar die Spiegelung des Halbmondes deutlich erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena machte sie sich nicht einmal die Mühe, ihr Kleid auszuziehen. Sie sprang ins Wasser, ohne meine Hand loszulassen. Ich ließ es geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser war eiskalt. Es legte sich wie ein feuchter Mantel aus Eis um meinen gesamten Körper. Obwohl ich mir dabei unmännlich vorkam, konnte ich einen kurzen Aufschrei nicht vermeiden. Zum Glück schien Serena es nicht bemerkt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hielt noch immer meine Hand, während sie weiter und weiter auf den See hinausschwamm. Wäre ich nicht völlig in ihren Bann gezogen gewesen, hätte ich wohl bemerkt, wie unnatürlich schnell sie war. Wie sie fast ohne ihre Arme zu benutzen mehrere Meter pro Sekunde schwimmen konnte. Mir wäre aufgefallen, wie ihre Haare im weißen Mondlicht grünlich schimmerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie schließlich anfing, auf der Stelle zu schwimmen, mussten wir etwa in der Mitte des Sees sein. Sie drehte sich zu mir. Erst jetzt bemerkte ich, dass ihr Kleid verschwunden war. Sie war nackt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte ich einen Moment darüber nachgedacht, hätte ich mich wohl gewundert, wie sie das Kleid ausziehen konnte, ohne meine Hand loszulassen. Aber ich dachte nicht darüber nach. Ich bemerkte nicht einmal, wie ich vor Kälte am ganzen Körper zitterte. Vielleicht bemerkte ich es auch und es war mir bloß egal &#8230; Für mich zählte gerade nur Serena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebevoll legte sie eine Hand auf meine Wange. Sie streichelte sie vorsichtig mit ihrem Daumen, während sie mich näher zu sich zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Sie wird mich gleich küssen‘</em>, dachte ich. Und es gab nichts, was ich gerade lieber tun würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Hand wanderte von meiner Wange an meinen Hinterkopf. Sie fuhr mir sanft durch die Haare. Gott, wie schön sie war!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie zog meinen Kopf nicht weiter zu sich heran. Sehnsüchtig wartete ich darauf, dass sie mich in eine liebkosende Umarmung hüllte, ihre Lippen auf meine drückte, ihren Körper gegen meinen. Doch es passierte nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen merkte ich, wie sie mich bei den Haaren packte. Plötzlich war alles Sanfte aus ihrer Bewegung verschwunden. Sie packte so fest zu, dass es wehtat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt blickte ich ihr ins Gesicht. Wo war ihr Lächeln? Das Funkeln in ihren Augen? Das Gesicht, das mir entgegenblickte, war jetzt kalt und grausam. Es fehlte die so vertraute Wärme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie packte meine Haare noch fester. Ich wollte einen Schrei ausstoßen, als sie meinen Kopf plötzlich unter Wasser drückte. Ich wehrte mich, trat um mich, schlug auf ihre Hand ein, um ihren Griff zu lösen. Doch es half nichts. Sie hatte mich fest im Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen merkte ich, wie sie sich in Bewegung setzte. Sie zerrte an meinen Haaren, zog mich weiter in die Tiefe. Etwas Schleimiges, Kräftiges streifte mich im Rhythmus ihrer Bewegungen. Ihr Fischschwanz!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war umgeben von endloser Schwärze. Das Wasser hatte sämtliches Mondlicht geschluckt. Schnell hatte ich die Wasseroberfläche aus den Augen verloren. Dass wir tiefer und tiefer schwammen, merkte ich nur an dem immer stärker werdenden Druck auf meinen Ohren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt immer, dein Leben würde an dir vorbeiziehen, wenn du stirbst. Bei mir das nicht der Fall. Meine Gedanken waren auch nicht bei meinen Freunden oder meiner Familie, sie waren bei Serena. Als ich die Luft nicht mehr anhalten konnte, Wasser in meine Lungen strömte, konnte ich nur an Serena denken. Daran, wie sie mich verraten hatte. Wie sie jetzt aber trotzdem bei mir war. Wie ich an ihrer Seite sterben würde &#8230;</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/seeungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wasserwesen</a> der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutschen Mythologie</a>. Aufgrund ihres Äußeren werden sie häufig mit den Meerjungfrauen verwechselt. Zwischen ihnen gibt es jedoch entscheidende Unterschiede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Skandinavien sind außerdem sehr ähnliche Wesen bekannt. Darunter z. B. die Nøkken in Dänemark , die Näck in Schweden oder die Nykk in Norwegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hinweis: Da sich der männlichen Nix in seinen Eigenschaften stark genug von der weiblichen Nixe unterscheiden, sodass ich einen eigenen Beitrag inkl. Geschichte darüber schreiben kann, werde ich den Nix in einem zukünftigen Beitrag separat behandeln.</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich eine Nixe im Wasser aufhält, sieht sie den Meerjungfrauen sehr ähnlich: Sie besitzt den Oberkörper einer Frau und den Unterkörper eines Fisches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal soll ihre Haut leicht grünlich sein oder sie soll grün schimmernde bis grüne Haare besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlässt eine Nixe das Wasser, verschwinden ihre unmenschlichen Eigenschaften jedoch. Sie sieht dann aus, wie eine völlig normale Frau – entweder eine wunderschöne junge Frau oder eine sehr alte Frau. Der einzige Unterschied ist, dass der Saum ihrer Kleidung immer nass sein soll. In anderen Geschichten hat sie auch feuchte Haut, Kleidung oder Haare.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl in ihrer jungen menschlichen Gestalt als auch in ihrer natürlichen Form wird den Nixen eine außergewöhnliche, teilweise betörende Schönheit nachgesagt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind dafür bekannt, dass sie Menschen – hauptsächlich junge Männer oder Kinder – in das Wasser locken und ertränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass sie Musik, Tanz und Gesang lieben. Ihr betörender Gesang soll – ähnlich wie bei den Sirenen – die Fähigkeit haben, Männer in seinen Bann zu ziehen, um sie in den See oder Fluss zu locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der bekanntesten Nixen ist wohl die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/loreley" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Loreley</a>, über die ich bereits einen Beitrag verfasst habe. Sie soll mit ihrem zauberhaften Gesang viele Schiffe im Rhein zum Sinken gebracht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sollen Nixen in einigen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legenden</a> das Wetter kontrollieren können. So handelt eine Legende von einer Nixe, die sich in eine alte Frau verwandelt hat. Sie ist bei einem Unwetter zu einer Burg geflüchtet, um dort Schutz vor dem Wetter zu suchen. Als ihr der Einlass jedoch verweigert wurde, soll sie starken Regen beschworen haben, der die gesamte Burg überflutet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Nixen sind bösartig. Es gibt aber auch Geschichten von Nixen, die harmlos, freundlich oder hilfsbereit waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige von ihnen sollen z. B. die Zukunft voraussagen können und die Menschen warnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem soll es Nixen gegeben haben, die sich in Menschen verliebt haben. Manche von ihnen haben sogar geheiratet und Kinder bekommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Meerjungfrauen leben Nixen nicht im Ozean. Sie bevorzugen Flüsse, Seen und Bäche, können sich aber auch an Land aufhalten. Trotzdem kehren sie immer wieder zu ihrem Gewässer zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einigen Legenden besitzen manche Nixen außerdem eine Art Haus am Grund ihres Sees.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Erzählungen von Nixen gibt es schon seit tausenden von Jahren. So wurden z. B. bereits in germanischen Stämmen Geschichten über sie erzählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch werden sie in der Nibelungensage erwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider konnte ich nicht sonderlich viel über die frühere Darstellung der Nixen herausfinden. Es ist jedoch bekannt, dass sie in der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik (ca. 1795–1848) einen gewissen Wandel durchgemacht haben. Aus den vorher fast ausschließlich boshaften Nixen wurden in dieser Zeit immer häufiger freundliche und hilfsbereite Wesen.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph">Was haltet ihr von den Nixen? Wusstet ihr, dass es zwischen ihnen und den Meerjungfrauen einen Unterschied gibt? Und was glaubt ihr, treibt die Nixen an? Aus welchem Grund hat Serena Christoph im See ertränkt? Schreibt es in die Kommentare!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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