<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nixen Archive - Geister und Legenden</title>
	<atom:link href="https://www.geister-und-legenden.de/tag/nixen/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/nixen</link>
	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
	<lastBuildDate>Tue, 18 May 2021 15:37:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.geister-und-legenden.de/wp-content/uploads/2019/03/Icon2-150x150.jpg</url>
	<title>Nixen Archive - Geister und Legenden</title>
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/nixen</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Der Nöck</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/der-noeck</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/der-noeck#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 May 2021 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Seeungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Legende]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Neck]]></category>
		<category><![CDATA[Nickert]]></category>
		<category><![CDATA[Nix]]></category>
		<category><![CDATA[Nixe]]></category>
		<category><![CDATA[Nixen]]></category>
		<category><![CDATA[Nöck]]></category>
		<category><![CDATA[Ungeheuer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=1791</guid>

					<description><![CDATA[<p>Plötzlich war ein leises Plätschern aus dem Wasser vor uns zu hören.<br />
Noch ehe ich meine Augen öffnen konnte, schrie Mama auf. „Hey! Wir angeln hier. Sie können hier nicht schwimmen!“<br />
Als ich den Mann im Wasser sah, sprang ich auf. Wo war er hergekommen? Wir konnten fast den ganzen See überblicken. Wieso war uns der Mann jetzt erst aufgefallen, als er in der Mitte des Sees war?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-noeck">Der Nöck</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/9ab7402ef0fb47ca9515de3dcd00f12f" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Ein Nöck ist eine männliche Nixe. Wie bei meinem Beitrag über <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Nixen</a> versprochen, habe ich dem Nöck einen eigenen Beitrag gewidmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schweigend saß Mama neben mir. Wir hatten seit fast zwei Stunden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Stattdessen blickten wir gedankenverloren über den See, der vor uns lag, und lauschten den Vögeln und dem Rauschen der Bäume, die sich sanft im Wind wiegten. Aber bitte denkt jetzt nicht, dass unser langes Schweigen ungewöhnlich sei. Schließlich musste man beim Angeln leise sein, um die Fische nicht zu verscheuchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute schien das Anglerglück jedoch nicht auf unserer Seite zu sein. Seit wir hier saßen, hatten wir gerade einmal einen einzigen Fisch gefangen. Das war das Risiko, wenn man in unbekannten Gewässern fischte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem ließen Mama und ich uns unser Angelwochenende dadurch nicht versauen. Wir liebten das Angeln, egal, ob wir viel fingen oder nicht. Schlechte Tage gehörten einfach dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht würden wir uns morgen nach einem neuen Gewässer umsehen, aber für heute würden wir hierbleiben, an diesem idyllischen See, umgeben von unberührter Natur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lehnte mich für einen Moment zurück, schloss die Augen und atmete die frische Waldluft tief ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich war ein leises Plätschern aus dem Wasser vor uns zu hören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ehe ich meine Augen öffnen konnte, schrie Mama auf. „Hey! Wir angeln hier. Sie können hier nicht schwimmen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich den Mann im Wasser sah, sprang ich auf. Wo war er hergekommen? Wir konnten fast den ganzen See überblicken. Wieso war uns der Mann jetzt erst aufgefallen, als er in der Mitte des Sees war?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann hingegen ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Er hob entschuldigend einen Arm. „Oh, Verzeihung. Wartet, ich komme rüber.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schwamm er ans Seeufer weiter links, wo er zwischen einigen Schilfen verschwand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist der bekloppt?“, fragte ich. „Er muss uns doch gesehen haben. Bestimmt hat er alle Fische vertrieben!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, Jannik, lass nur. Guck mal, da kommt er schon.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatte recht. Der Mann trug ein lockeres, beiges Oberteil und eine braune Stoffhose, als er mit einer kleinen Harfe in den Händen barfuß auf uns zu schlenderte. Seine Kleidung tropfte an den Ärmeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama stand sofort auf. „Entschuldigen Sie. Ich wollte Sie nicht anfahren. Ich habe mich bloß so erschrocken, als ich Sie gesehen habe. Wissen Sie, man hat uns gesagt, dass das hier ein Angelsee sei.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, nein. Es gibt hier viele Angelseen, aber dieser See gehört mir“, erwiderte er mit einem herzlichen Lächeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„P-Privatbesitz?“, stammelte Mama. „Tut uns wirklich leid, das wussten wir nicht.“ Sie machte sich daran, ihre Angel einzuholen, und deutete mir an, dasselbe mit meiner zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wartet. Bitte“, hielt der Mann uns auf. „Ihr könnt hier gerne angeln. Wisst ihr, es ist schön, etwas Gesellschaft zu haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gesellschaft? Der Mann kam doch sicher nicht so weit raus in die Natur, weil er gerne Gesellschaft hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama schien sich keine Gedanken darüber zu machen. „Danke, sehr freundlich“, sagte sie. Dann fiel ihr Blick auf seine Harfe. „Sind Sie Musiker?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nein, das nicht. Aber ich spiele ganz gerne mal ein, zwei Noten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne auf eine Aufforderung zu warten, begann er an den Saiten zu zupfen. Eine liebliche Melodie erklang. Sie hallte über den gesamten See.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lassen Sie das! Sie verscheuchen noch die ganzen Fische!“, protestierte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama warf mir einen giftigen Blick zu, als wolle sie mir sagen: ‚Der Mann lässt uns in seinem See angeln, also zeig ihm gefälligst etwas Respekt.‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rollte mit den Augen, während ich mich genervt in meinen Stuhl fallen ließ. Es gefiel mir nicht, dass unser Angelausflug eine solche Wendung nahm. Ich wollte doch bloß in Ruhe angeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, keine Sorge, mein Junge. Meine Musik wird die Fische schon nicht stören“, sagte der Mann mit einem liebevollen, fast väterlichen Tonfall. Was glaubte er eigentlich, wer er ist?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ehe ich zu einer schnippischen Antwort ansetzen konnte, fiel mein Blick auf meine Angel. Sie zuckte leicht. Ungläubig sprang ich auf. Tatsächlich. Es hatte ein Fisch angebissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das war nicht alles: Noch ehe ich den Fisch eingeholt hatte, fing auch Mamas Angel an zu zucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich warf dem Mann, der noch immer seine Harfe spielte, einen ungläubigen Blick zu. Er zwinkerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es sollte nicht bei den beiden Fischen bleiben. In der nächsten Stunde fingen wir über zehn weitere Fische, während der Mann die ganze Zeit spielte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine anfängliche Begeisterung hatte sich inzwischen zu Unbehagen gewandelt. Ich sah den Mann misstrauisch an. Hatte er etwas damit zu tun?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was soll ich sagen? Die Fische lieben meine Musik“, scherzte er – zumindest hoffte ich, dass es ein Scherz war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das kann man aber auch verstehen. Sie können so wunderbar spielen“, lobte Mama ihn. Kam ihr das gar nicht komisch vor?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, bitte. Bei solch einem tollen und attraktiven Publikum muss man sich doch inspiriert fühlen“, schleimte der Mann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama lachte, als fühle sie sich geschmeichelt. Flirteten die beiden gerade miteinander?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben genug Fisch“, erklärte ich. „Die Kühlbox ist randvoll.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama sah erst überrascht mich, dann die Kühlbox an. „Mein Sohn hat recht. Das reicht wohl für heute“, stimmte sie zu. „Aber vielleicht können wir ja morgen wiederkommen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich machte große Augen. „Nein Mama, ich meinte, der Fisch reicht wohl fürs ganze Wochenende.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt warf Mama mir einen leicht genervten Blick zu. „Beachten Sie ihn gar nicht. Wir haben einen netten Mann gefunden, der uns die Fische abkauft. Wenn Sie die Gesellschaft mögen, kommen wir also gerne wieder.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso sagte sie ihm das? Fisch ohne Genehmigung zu verkaufen war nicht erlaubt. Und jetzt erzählte sie einem wildfremden Mann davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann lachte bloß. „Keine Sorge. Euer Geheimnis ist bei mir sicher.“ Wieder zwinkerte er mir zu. „Ich würde mich freuen, wenn ihr Morgen wiederkommt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama strahlte. Dann verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Rückweg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem wir einige Minuten gegangen waren, erhob ich schließlich das Wort. „Willst du wirklich morgen wieder dahingehen? Irgendwie war mir der Mann unheimlich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was meinst du?“, fragte Mama. Es war ihr also nicht aufgefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na ja, alles. Wo kam er überhaupt her? Ist er bis in die Mitte des Sees getaucht, bevor er an die Oberfläche gekommen ist? Und hast du seine Kleidung gesehen? Sie hat gar nicht aufgehört zu tropfen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Er war halt nass vom Schwimmen“, versuchte sie, mich zu beschwichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und der See? Meinst du wirklich, dass er ihm gehört? Welcher Mann besitzt schon einen See mitten im Nirgendwo? Und dann ist da noch die Harfe.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Musik war schön, nicht?“, fragte sie verträumt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hörte sie mir überhaupt zu?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich meinte, wie plötzlich so viele Fische angebissen haben, als er angefangen hat, zu spielen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, das lässt sich doch alles erklären. Der See ist bestimmt randvoll mit Fischen, weil er Privatbesitz ist und niemand dort angeln geht. Die Fische haben erst gebissen, als der Mann gespielt hat, weil er vorher im Wasser war. Er hat die Fische vertrieben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Für zwei Stunden? Du kannst doch nicht ernsthaft denken, dass er solange im Wasser war, ohne dass wir ihn bemerkt haben?!“, protestierte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Mama zuckte nur mit den Schultern. „Du machst dir zu viele Gedanken. Freu dich doch einfach. Immerhin haben wir heute Abend was Leckeres zu essen und gleichzeitig noch ein paar Euro verdient.“ Damit war das Gespräch für sie beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch obwohl wir den restlichen Tag nicht mehr über den seltsamen Mann sprachen, bekam ich ihn nicht mehr aus dem Kopf. Es waren aber nicht einmal die seltsamen Vorfälle, die mich störten. Vielmehr war es seine übertriebene Freundlichkeit. Vielleicht war es auch bloß der Gedanke, dass Mama mit ihm geflirtet hatte. Die Vorstellung, dass sie Papa untreu werden würde, wollte jedenfalls nicht in meinen Kopf gehen. Zum Glück würden wir übermorgen wieder nach Hause fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag war Mama vor mir wach. Sie ließ mich ausschlafen, bis wir gegen 11 Uhr schließlich wieder zum Angeln aufbrachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bist du sicher, dass wir wieder zu demselben See wollen?“, versuchte ich es ein letztes Mal. „Es gibt hier doch noch genug andere Seen. Wie wäre es mit etwas Abwechslung?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und den netten Mann sollen wir auf uns warten lassen? Nein. Wir haben, gesagt, dass wir heute wieder an seinen See gehen, also gehen wir auch an seinen See.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚DU hast gesagt, dass wir wieder an seinen See gehen‘</em>, korrigierte ich sie gedanklich. Ich sprach den Gedanken aber nicht aus. Stattdessen biss ich meine Zähne zusammen und folgte ihr. Spätestens heute Nachmittag hätte ich es hinter mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir uns dem See näherten, hörten wir bereits die Klänge einer Harfe in der Ferne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Er ist schon da“, erklärte Mama überflüssigerweise. Sie klang aufgeregt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hingegen war weitaus weniger begeistert. Trotzdem beeilte ich mich, ihrem beschleunigten Schritt zu folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah, hallo. Ich dachte mir schon, dass ich dich heute wiedersehe“, begrüßte er Mama. Mich ignorierte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verzog das Gesicht zu einer Fratze. Genau so stellte ich mir einen bösen Stiefvater vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fiel mein Blick auf seine Kleidung. Genau wie gestern tropfte sie. War er wieder schwimmen gewesen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich beachtete es nicht weiter. Um ehrlich zu sein versuchte ich, ihm und seinem Geflirte mit Mama so wenig Aufmerksamkeit zu schenken, wie ich konnte. Zum Glück dauerte es nicht lange, bis er wieder zu spielen anfing und wir in ein Schweigen übergingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau wie gestern bissen die Fische wie verrückt. Wieder dauerte es nicht lange, bis unsere Kühltruhe voll war. Der Mann erlaubte uns sogar, die Truhe wegzubringen und noch einmal wiederzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist wirklich sehr nett von Ihnen. Jannik, möchtest du die Kühltruhe wegbringen? Ich bleibe solange hier und passe auf die Angeln auf“, schlug Mama vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich würde sie ganz sicher nicht mit diesem fremden Mann allein lassen. „Ich weißt nicht, ob ich den Weg kenne“, log ich. „Kannst du nicht mitkommen? Ich möchte mich nicht verlaufen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sah entschuldigend zu dem Mann, der jetzt aufhörte, zu spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, das ist schon in Ordnung“, sagte er. „Ich bin mir sicher, dass wir noch genug Zeit haben, einander besser kennenzulernen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wut stieg in mir auf, als er das sagte. Als würde er sie anbaggern wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh“, sagte Mama nur. „Habe ich das gar nicht gesagt? Wir fahren morgen wieder nach Hause. Wir sind hier nur im Urlaub.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bisher so übertrieben freundliche Lächeln des Mannes erstarrte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hast mich also bloß ausgenutzt?“, fragte er kühl. „Ich gebe dir meinen Fisch. Spiele für dich. Erlaube dir, in meinem See zu angeln &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na hören Sie mal“, unterbrach Mama ihn. „Wir haben uns doch bloß nett unterhalten. Sie können doch nicht ernsthaft erwarten, dass das etwas anderes war. Ich habe einen Ehemann. Wo sonst soll ein so fantastischer Sohn herkommen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann erwiderte nichts. Er starrte Mama bloß mit leerem Gesicht an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Okay, Sie können den Fisch behalten. Ich wollte Sie keineswegs beleidigen. Ich gebe Ihnen auch gerne das Geld, das wir für Ihren Fisch bekommen haben.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama kramte ihr Portemonnaie hervor. Doch als sie dem Mann die Scheine entgegenhielt, starrte er sie bloß an, als würde Mama ihm Müll anbieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte unterdessen unsere Angelausrüstung zusammengeräumt. „Komm Mama, lass uns gehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie zögerte noch einen Moment, bis sie das Geld zurücksteckte. Dann hob sie die Kühltruhe und ihre Angel auf. Sie warf dem Mann noch einen flüchtigen Blick zu, bis sie mir schließlich folgte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir kamen jedoch nicht weit. Bereits nach ein paar Metern hörte ich den sanften Klang seiner Harfe. Erst dachte ich, er würde uns ignorieren, bis ich merkte, dass Mama nicht mehr neben mir ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Fump.</em> Ein dumpfer Schlag übertönte das Harfenspiel. Überrascht drehte ich mich um. Mama war stehengeblieben. Sie hatte einen völlig entspannten Gesichtsausdruck. Die Kühltruhe und ihre Angel hatte sie ins Gras fallenlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mama?“, fragte ich unruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie reagierte nicht. Stattdessen drehte sie sich zu dem Mann um, der jetzt bis zur Hüfte im Wasser stand. Er trug keine Kleidung mehr, spielte jedoch noch immer auf seiner Harfe. Ein kaltes Lächeln zog sich über seine Lippen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein Nöck kann mit seinem Harfenspiel nicht nur Fische anlocken, weißt du?“, sagte er ruhig. Obwohl er dabei Mama eindringlich ansah, hatte ich das Gefühl, dass er mit mir sprach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste zwar nicht, was ein Nöck war, sah aber sofort, was er meinte. Als wäre sie verhext worden, begann Mama, auf den Mann zuzugehen. Selbst, als sie sich dem Ufer näherte, machte sie keine Anstalten, langsamer zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mama, nicht!“, rief ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ignorierte mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie über den Uferrand trat und mit einem lauten Platschen ins Wasser stürzte, sprintete ich ihr nach. Ich zögerte nicht einmal, bevor ich ihr in den See folgte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser war eiskalt. Meine Kleidung sog sich sofort voll, doch ich ignorierte es.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mama! Mama!“, brüllte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie schien meine Stimme überhaupt nicht wahrzunehmen. Mein einziger Vorteil war, dass sie recht langsam ging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Rennen wirbelte ich Wasser auf, das überall um mich herum aufspritzte und gleichzeitig meine Bewegungen erschwerte. Mama reichte das Wasser schon bis zur Brust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Mann mit seiner Harfe schien es jedoch nicht zu stören, dass ich ihr näherkam. Im Gegenteil: Es schien ihm völlig egal zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mama! Mama!“, brüllte ich erneut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich hatte ich sie eingeholt. Ich packte sie mit beiden Armen, um sie zurück ans Ufer zu zerren. Doch sie wehrte sich. Mit Händen, Ellenbogen und Füßen versuchte sie, mich abzuschütteln. Als sie es schließlich schaffte, drehte sie sich zu mir und stieß mich mit einer Grobheit, die ich überhaupt nicht von ihr kannte, von sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte mich nicht halten, fiel nach hinten und wurde von der Wucht Unterwasser gedrückt. Hastig kämpfte ich mich zurück an die Oberfläche, schaffte es, mich wieder aufzurichten. Ich wischte mir Seewasser aus dem Gesicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann war inzwischen so tief, dass er schwimmen musste und seine Harfe nicht mehr spielen konnte. Trotzdem war Mama noch immer wie verhext. Sie hatte ihn fast erreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ging in ein panisches Schwimmen über, versuchte, sie noch einmal einzuholen, bevor sie bei dem Mann war. Doch ich war nicht schnell genug. Meine nasse Kleidung zog mich nach unten, sodass ich nicht nur Probleme dabei hatte, an der Oberfläche zu bleiben, sondern auch dabei, voranzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im nächsten Moment waren Mama und der Mann verschwunden. Nein. Nicht verschwunden, untergetaucht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort tauchte ich hinterher. Mamas gelbe Regenjacke, die sie immer beim Angeln trug, konnte ich im dreckigen Wasser deutlich erkennen. Sie sank schnell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem versuchte ich, hinterherzukommen. Doch obwohl meine Kleidung mich herunterzog, kam ich nicht so schnell voran, wie Mama von dem Mann in die Tiefe gezogen wurde. Wie tief war dieser verdammte See?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gelb ihrer Jacke wurde zu einem schmutzigen Orange. Dann zu einem Braun. Und dann war es schließlich verschwunden. Tränen mischten sich mit dem Seewasser um meine Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich merkte ich, wie mein Sauerstoff knapp wurde. Panisch begann ich, zurück an die Oberfläche zu schwimmen. Ich konnte das Sonnenlicht sehen, doch nährte mich viel zu langsam. Wasser drang in meine Lungen. Ich zwang mich, weiterzuschwimmen. Ich kämpfte jetzt nicht mehr um Mama, sondern um mein eigenes Überleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann endlich tauchte ich auf. Ich hustete und spuckte Seewasser, während ich in Richtung Ufer schwamm. Endlich bekam ich wieder schlammigen Boden unter den Füßen. Halb schwimmend, halb laufend kämpfe ich mich bis zum Ufer vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit nassen Händen klammerte ich mich in das Gras und den Boden und zog mich an Land, wo ich erschöpft liegenblieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte eine Weile, bis ich mich traute, zurückzublicken. Der See war inzwischen wieder völlig ruhig, als wäre nie etwas geschehen. Mama war mit dem Mann in der Tiefe des Sees verschwunden. Ich konnte nur vermuten, dass sie beide ertrunken waren.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Nöck, auch als Nix, Neck oder Nickert bekannt, ist die männliche Form der Nixe. Er gehört zu den Wassermännern der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutschen Mythologie</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ich bei den Nixen beschrieben haben, besitzen sie die Fähigkeit, ihren Fischschwanz in menschliche Beine zu verwandeln, um an Land zu gehen. Hierzu habe ich bei den Nöcken jedoch nichts finden können. Daher weiß ich leider nicht, ob ein Nöck im Wasser einen Fischschwanz besitzt oder nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An Land sehen sie aber auf jeden Fall menschlich aus. Genauso wie bei den Nixen tragen sie hierbei Kleidung, die am Saum immer nass ist – sofern sie nicht nackt sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem heißt es manchmal, dass sie grüne Zähne oder Fischzähne hätten und eine rote Mütze tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das generelle Aussehen variiert hingegen je nach Region. So sollen sie mal sehr hässlich aussehen, andere Male recht durchschnittlich und wieder andere Male sollen sie ein schöner Jüngling mit goldenen Locken sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Eigenschaften der Nöcken können von Ort zu Ort variieren. Häufig werden sie aber als bösartig dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Geschichten handeln davon, dass ein Nöck einem oder mehreren Menschen Schaden zufügt – sei es, dass er Leute ertränkt, ein Dorf überflutet oder Schiffe untergehen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig wird davon erzählt, dass Nöck Kinder ins Wasser zerren würden, die zu nahe am Ufer spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sind aber auch für ihre Musik- und Gesangskünste bekannt. So sollen sie wunderschön Harfe spielen und singen können. In einigen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legenden</a> können sie damit sogar Menschen – besonders Mädchen und Frauen – betören und ins Wasser locken. Dort sollen sie sie ertränken oder in manchen Fällen sogar vergewaltigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Nöcken sollen Menschen mit Geschenken oder falschen Versprechen ins Wasser locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ein Nöck ist nicht immer böse. Es gibt auch zahlreiche Sagen über freundliche Nöcken, die z. B. Menschen helfen oder sie vor dem Ertrinken retten. Trotzdem sollen auch die freundlichen Nöcken meist sehr launisch sein. Man sollte daher darauf achten, einen Nöcken nicht zu verärgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gibt es z. B. eine Legende eines Nöcken, der mit einer menschlichen Frau verheiratet war. Als die Frau ihn verlassen hat, nahm er ihr gemeinsames Kind und riss es entzwei, um mit seiner Hälfte im See zu verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch untereinander können Nixen und Nöcken heiraten. So gibt es zahlreiche Geschichten von Nöcken, die eine Nixenfrau und Kinder haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und natürlich kann sich ein Nöck auch an Land aufhalten. So mischen sie sich manchmal unter die Menschen, um z. B. auf dem Markt Getreide zu verkaufen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich wie Nixen leben Nöcken nicht im Meer, sondern hauptsächlich in Flüssen, Seen, Teichen und Tümpeln. Es soll sogar vorkommen, dass ein Nöck in einem Brunnen lebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem besitzen sie – genau wie die Nixen – in manchen Legenden ein eigenes Haus am Grund des Sees.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wie die Legende der Nixen ist auch die Legende der Nöcken schon viele hunderte, wenn nicht tausende Jahre alt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurden hauptsächlich als Kinderschreck benutzt, da man den Kindern erzählte, dass ein Nöck sie ins Wasser zerren würde, wenn sie dem Ufer zu nahe kämen. Das hat man hauptsächlich getan, damit die Kinder nicht ins Wasser fallen und im schlimmsten Fall ertrinken, wenn sie sich dem Ufer nähern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem hat man Nöcken häufig für Ertrunkene und Überflutungen verantwortlich gemacht. Sie waren u.&nbsp;A. eine Möglichkeit, zu erklären, warum einige Menschen im See oder Fluss untergegangen sind, ihre Leiche jedoch nie an die Wasseroberfläche zurückgekehrt sind – der Nöck habe sie geholt.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Was haltet ihr von dem Nöck? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr einem begegnet? Würdet ihr versuchen, euch mit ihm unterhalten oder würdet ihr euch fernhalten? Schreibt es in die Kommentare!</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</strong></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-noeck">Der Nöck</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/der-noeck/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Nixen</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2021 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Seeungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Legende]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fluss]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptid]]></category>
		<category><![CDATA[Kryptide]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Meerjungfrau]]></category>
		<category><![CDATA[Meerjungfrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Monster]]></category>
		<category><![CDATA[Nixe]]></category>
		<category><![CDATA[Nixen]]></category>
		<category><![CDATA[See]]></category>
		<category><![CDATA[Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=1698</guid>

					<description><![CDATA[<p>Als ich zurück beim Lagerfeuer war, war meine Familie bereits am Essen.<br />
„Wieso hat das so lange gedauert?“, fragte Mama. Dann lachte sie plötzlich. „Nein. Halt. Ich brauche keine Details.“<br />
Wieder musste ich breit grinsen. „Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe die Meerjungfrau getroffen.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen">Die Nixen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg08.met.vgwort.de/na/32e3f366612845e6bbbe3242b3d54e61" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind eine sehr alte <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutsche Legende</a>. Sie ähneln den Meerjungfrauen, leben jedoch nicht im Meer, sondern in Seen und Flüssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mama und ich saßen am Lagerfeuer, als sich in der Ferne schnelle Schritte näherte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Christoph! Christoph! Da war eine Meerjungfrau!“, rief meine kleine Schwester Lilli aufgeregt, während sie auf mich zu rannte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„In der Nähe des Feuers wird nicht gerannt!“, mahnte Mama sie sofort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilli verlangsamte ihre Schritte – wenn auch nur ein wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich ließ sie auf meinen Schoß. „Eine Meerjungfrau, ja?“, fragte ich mit gespielter Begeisterung. Ich mochte Lillis ausgeprägte Fantasie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lilli nickte energisch. „Sie war im Wasser, als Papa und ich geangelt haben. Sie hatte einen Fischschwanz und alles!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa, der inzwischen auch bei unserem kleinen Zeltlager angekommen war, stellte seine Angelausrüstung ab. Er hob entschuldigend die Hände. „Ich hab sie nicht gesehen“, erklärte er mit seiner ruhigen Stimme. „Aber“, stolz zeigte er uns seinen Fang, „wir haben einen guten Fang gemacht. Und Lilli hat fleißig mitgeholfen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist das so? Wie hast du Papa denn geholfen?“, wandte Mama sich an Lilli.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder nickte meine kleine Schwester energisch. „Ich hab die Angel gehalten, bis ein Fisch angebissen hat. Und einen Fisch durfte ich sogar mit einholen!“ Der Stolz stand ihr ins Gesicht geschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dann bist du ja eine richtige kleine Anglerin“, erwiderte Mama. „Was ist, hilft du mir mit den Kartoffeln?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh ja“, rief sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wuschelte ihr durch die Haare, bevor ich sie von meinem Schoß ließ. Wie konnte ein so kleiner Mensch nur so voller Energie stecken?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und was ist mit dir?“, fragte Papa an mich. Als ich sein breites Grinsen sah, wusste ich sofort, was er von mir wollte. „Hilfst du mir beim Fisch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte schwer. Das durfte ich mir bereits seit Jahren anhören. Mit sechs oder sieben hatte ich mich fast übergeben, als ich einen Fisch ausgenommen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem schämte ich mich nicht dafür. Es war mir egal, ob es einige als unmännlich sahen, dass ich mir nicht gerne die Hände schmutzig machte. Trotzdem schien es Papa einen riesen Spaß zu machen, mich damit aufzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich geh lieber noch schnell auf Toilette. Dann muss ich nicht während des Essens“, entschuldigte ich mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa grinste blöd. Ich ignorierte ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber beeil dich. Kalt schmeckt der Fisch nicht“, rief Mama mir nach, als ich mich ins Unterholz kämpfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was dachte sie denn, wie lange ich brauchte?! Ich ging zwar etwas in den halbdunklen Wald hinein, aber doch nur, um außer Sichtweite zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich mich erleichterte, schloss ich die Augen und sog die kühle Abendluft ein. Sie war angenehm. Ganz anders, als in der Stadt. Die fehlenden Abgase machten die Luft nahezu geruchslos, mit einer schwachen Note von Erde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieso ging ich eigentlich nicht häufiger in die Natur? Ich liebte unsere Campingausflüge. Eigentlich war es schade, dass wir sie nur einmal im Jahr machten. Vielleicht sollte ich Papa fragen, ob ich mal auf einen seiner Angelausflüge mitdürfe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Knacken in meiner Nähe riss mich aus meinen Gedanken. Es klang, als wäre jemand auf einen Ast getreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leicht unwohl sah ich mich um. Meine Eltern oder meine Schwester konnten es nicht sein. Niemand von ihnen würde mit dem Kochen aufhören, nur um mich zu ärgern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Wahrscheinlich nur ein Tier oder ein herunterfallender Ast‘</em>, redete ich mir ein. Trotzdem beeilte ich mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade, als ich meinen Hosenstall schloss, ertönte noch ein Knacken. Diesmal klang es näher. Dann ein Rascheln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl es keine gefährlichen Tiere in der Gegend gab, hatte ich keine Lust, herauszufinden, was es war. Also ging ich schnellen Schrittes zurück in Richtung Camp &#8230; Ich kam nicht weit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Mädchen wie aus dem Nichts vor mir auftauchte, erschraken wir uns beide gleichzeitig. Sie wich einen Schritt zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Verdammt. Hast du mich erschreckt!“, sagte sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wunderte mich kurz darüber, dass sie im Wald ein Kleid trug. In der Dämmerung sah es weiß aus. Dafür brachte es ihre braunen Haare zur Geltung, die wiederum ihr bleiches Gesicht betonten. Sie sah wunderschön aus &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was soll ich denn sagen?“ Ich fasste mir etwas zu dramatisch an die Brust, in der mein Herz nicht nur wegen des Schreckens ein klein wenig schneller schlug. „Ich hatte nicht erwartet, hier draußen jemanden zu treffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hatte intelligente Augen, mit denen sie mich jetzt musterte. Im schwachen Licht sahen sie sehr hell aus – vielleicht himmelblau? „Was machst du hier draußen?“, fragte sie. „Ich hab dich hier noch nie gesehen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Meine Familie und ich campen ganz in der Nähe. Wir sind vor wenigen Stunden angekommen“, erklärte ich. „Und du? Wohnst du im Dorf oder machst du auch Urlaub?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie schien entschieden zu haben, dass von mir keine Gefahr ausging. Also lächelte sie mich an. Ein süßes Lächeln, das mehr Wärme ausstrahle, als ich einem Lächeln je zugetraut hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Ich wohne hier“, sagte sie knapp. „Ich war im See schwimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bemerkte ich, dass ihr helles Kleid leicht feucht war. Besonders an den Stellen, wo es ihre Haut berührte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ah &#8230; Die Meerjungfrau“, sagte ich mit einem breiten Grinsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen riss die Augen auf. Überrascht starrte sie mich an. „W-was?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich lachte kurz auf. „Ach nichts. Meine Schwester hat vorhin ein Mädchen im See baden sehen und war fest überzeugt, eine Meerjungfrau gesehen zu haben“, erklärte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt lachte auch das Mädchen. Es klang wie kleine Glöckchen, die eine wunderschöne Melodie spielten. „Ach so, na dann. Kinder haben wirklich eine lebhafte Fantasie.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir standen noch einen Moment grinsend da. Wobei es bei ihr eher ein herzliches Lächeln, als ein belustigtes Grinsen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Christoph? Wo bleibst du denn?“, ertönte die Stimme meiner Mutter in der Ferne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Geräusch schien das Mädchen erneut zu erschrecken. „Ich &#8230; Ich sollte gehen“, sagte sie. Dann ging sie schnellen Schrittes davon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Warte!“, rief ich ihr nach. „Wie heißt du eigentlich? Ich bin Chris.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen blieb stehen. „Serena“, stellte sie sich vor, während sie sich zu mir umdrehte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena. Ein schöner Name.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ein guter Name für eine Meerjungfrau!“, sagte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder grinsten wir einander an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Vielleicht sehen wir uns ja noch einmal, Chris“, verabschiedete sich Serena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Gerne. Wir sind das ganze Wochenende hier.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena lächelte. Dann ging sie weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich blieb noch einen Moment stehen. „Wow“, hauchte ich, während ich mir durch die Haare fuhr. Es wäre schön, sie noch einmal wiederzusehen. Dann ging auch ich weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich zurück beim Lagerfeuer war, war meine Familie bereits am Essen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wieso hat das so lange gedauert?“, fragte Mama. Dann lachte sie plötzlich. „Nein. Halt. Ich brauche keine Details.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder musste ich breit grinsen. „Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe die Meerjungfrau getroffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mama verschluckte sich fast an dem Bissen, den sie gerade in den Mund genommen hatte, Papa zog eine Augenbraue hoch und Lillis Kinnlade klappte herunter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hab doch gesagt, dass sie echt ist! Eine echte Meerjungfrau!“, schrie Lilli laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Lärm scheuchte einige Vögel auf, die in der Dunkelheit panisch davonflatterten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja. Nur, dass sie keine Meerjungfrau ist. Ihr Name ist Serena. Und sie hat keinen Fischschwanz, sondern ganz normale Beine“, erklärte ich. „Sie war im See schwimmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Um die Uhrzeit?“, fragte Mama. Sie klang aber nicht skeptisch, sondern eher besorgt. Sie war nun einmal eine Mutter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Keine Sorge. Sie wohnt im Dorf hier in der Nähe. Sie ist sicher schon zu Hause“, beruhigte ich sie. „Und es kann sein, dass sie uns das Wochenende mal besuchen kommt“, fügte ich hinzu. Wieder konnte ich mir ein breites Grinsen nicht verkneifen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, den Blick kenn ich“, meldete sich Papa zu Wort. „Ist sie hübsch?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was? Nein! Also &#8230; doch, ist sie. A-Aber so ist das nicht!“, stammelte ich. Ich konnte dabei jedoch nicht verhindern, dass ich rot wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann brach völliges Chaos aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was? Was ist so nicht?“, fragte Lilli verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich glaube, dein großer Bruder ist in diese Serena verliebt“, erklärte Papa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh &#8230; Christoph ist verlie-hiebt. Christoph ist verlie-hiebt!“, rief sie jetzt wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Papa klatschte im Takt, während Mama daneben saß und das Ganze belustigt beobachtete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte sicherlich fünf Minuten, bis ich Lilli und Papa wieder beruhigen konnte – fünf Minuten, in denen ich am liebsten im Erdboden versunken wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während wir aßen, kam Serena noch einige Male zur Sprache. Nachdem ich unsere Begegnung geschildert hatte, wandten wir uns aber endlich anderen Themen zu. Wir planten den nächsten Tag – Papa wollte mit der ganzen Familie eine Wanderung machen, bevor er gegen Mittag wieder angeln ging, während Mama sich einen entspannten Tag machen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Entspannen kannst du dich auch zu Hause“, warf Papa ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Stimmt, aber in der Natur ist es viel schöner“, erwiderte Mama.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Eben. Deswegen sollten wir sie möglichst viel genießen – bei einer Wanderung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ging noch eine Weile so weiter. Ich hörte ihnen jedoch gar nicht mehr zu. Stattdessen starrte ich ins Feuer und lauschte dem Knistern. Wind raschelte in den dunklen Bäumen. Ab und hörte man auch das Geraschel von Tieren. Grillen zirpten in der Dunkelheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Gedanken waren bei Serena. Ich war doch nicht wirklich nach der einen Begegnung bereits in sie verliebt, oder? Klar, sie war nett und sieht wirklich toll aus, aber wir hatten uns nicht einmal fünf Minuten gesehen. Außerdem war es dunkel gewesen. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich sie tatsächlich noch einmal wiedersah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es fiel mir den gesamten Abend über schwer, an etwas anderes zu denken. Es war, als wäre sie mit Gewalt in meinen Kopf eingebrochen und hätte alle anderen Gedanken vertrieben. Selbst, als es langsam spät wurde und wir in unsere Zelte gingen – Mama, Papa und Lilli in ein großes, ich in ein kleines eigenes –, spukte sie noch durch meinen Kopf. Ihre braunen Haare, die blauen Augen, das Lächeln ihrer makellosen Zähne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gott, was war bloß los mit mir? Sonst dauerte es immer einige Zeit, bis ich Gefühle für jemanden entwickelt hatte. Noch nie hatte ich mich so Hals über Kopf verschossen, wie in Serena. Und so kam es, dass ich an jenem Abend mit einem Lächeln einschlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nächste, an das ich mich erinnerte, war, dass jemand mein Zelt von außen öffnete. Das Geräusch des Reißverschlusses war leise, jedoch nicht leise genug, um mich schlafen zu lassen. Verwirrt schaltete ich meine Campinglampe ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte mit vielem gerechnet. Etwa, dass meine Schwester lieber bei mir schlafen wolle oder das Papa eine spontane Nachtwanderung im Sinn habe, aber nicht mit &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Serena?“, fragte ich überrascht. „Was machst du hier?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mir fiel nur ein einziger Grund ein, warum sie hier vor mir stehen wurde: <em>‚Na toll &#8230; Jetzt träume ich sogar schon von ihr!‘</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch je länger die Situation andauerte, desto mehr wurde mit bewusst, dass ich wach war. Träume waren seltsam, wirr, oft zusammenhangslos. Das hier war nichts davon. Ich war bei vollem Bewusstsein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena kam vorsichtig zu mir ins Zelt. Sie hockte sich neben meinen Schlafsack. Zusammen mit ihr kam ein süßlicher Duft nach Blumen zu mir. Vielleicht ein Parfüm?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich hatte Lust, im See schwimmen zu gehen. Und da dachte ich mir, wieso frage ich dich nicht, ob du mitkommst &#8230;?“, flüsterte sie mit ihrer sanften Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Augen weiteten sich. „J-Jetzt? Mitten in der Nacht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena zuckte unschuldig mit den Schultern, bevor sie mich mit ihrem warmen Lächeln anstrahlte. „Warum nicht?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber ich &#8230; Ich habe keine Schwimmsachen dabei!“, protestierte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Serenas Lächeln wurde ein herausforderndes Grinsen. „Ich auch nicht“, erwiderte sie zwinkernd.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sofort merkte ich, wie mein Gesicht heiß wurde. Ich musste knallrot geworden sein. Serena schien es nicht zu stören. Im Gegenteil: Es schien ihr zu gefallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens jetzt hatte ich kein Argument mehr im Kopf, das dagegen sprach. Serena hatte mich voll in ihren Bann gezogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie nach meiner Hand griff, um mich aus dem Zelt zu ziehen, wehrte ich mich nicht gegen sie. Ich wusste, dass es nicht richtig war. Ich sollte nicht einfach einer fremden Frau folgen. Doch mein Kopf ignoriere die Vernunft. Ich <em>wollte</em> mit ihr gehen. Ich <em>musste</em> mit ihr gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit nichts als meiner Unterhose und meinem T-Shirt folgte ich Serena durch den Wald. Immer wieder piksten mich Stöcker und Steine in die Fußsohlen. Ich stolperte über Wurzeln, trat in weiches Moos. Doch das alles bemerkte ich kaum. Meine Augen waren nur auf Serena gerichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im schwachen Mondlicht konnte man kaum mehr als ihre groben Umrisse erkennen, doch trotzdem sah ich, wie wunderschön sie war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir den See erreichten, war er sehr ruhig. Der schwache Wind, den man am Ufer spüren konnte, sorgte kaum für Wellen auf der fast völlig flachen Wasseroberfläche. Man konnte sogar die Spiegelung des Halbmondes deutlich erkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Serena machte sie sich nicht einmal die Mühe, ihr Kleid auszuziehen. Sie sprang ins Wasser, ohne meine Hand loszulassen. Ich ließ es geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser war eiskalt. Es legte sich wie ein feuchter Mantel aus Eis um meinen gesamten Körper. Obwohl ich mir dabei unmännlich vorkam, konnte ich einen kurzen Aufschrei nicht vermeiden. Zum Glück schien Serena es nicht bemerkt zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie hielt noch immer meine Hand, während sie weiter und weiter auf den See hinausschwamm. Wäre ich nicht völlig in ihren Bann gezogen gewesen, hätte ich wohl bemerkt, wie unnatürlich schnell sie war. Wie sie fast ohne ihre Arme zu benutzen mehrere Meter pro Sekunde schwimmen konnte. Mir wäre aufgefallen, wie ihre Haare im weißen Mondlicht grünlich schimmerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie schließlich anfing, auf der Stelle zu schwimmen, mussten wir etwa in der Mitte des Sees sein. Sie drehte sich zu mir. Erst jetzt bemerkte ich, dass ihr Kleid verschwunden war. Sie war nackt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte ich einen Moment darüber nachgedacht, hätte ich mich wohl gewundert, wie sie das Kleid ausziehen konnte, ohne meine Hand loszulassen. Aber ich dachte nicht darüber nach. Ich bemerkte nicht einmal, wie ich vor Kälte am ganzen Körper zitterte. Vielleicht bemerkte ich es auch und es war mir bloß egal &#8230; Für mich zählte gerade nur Serena.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebevoll legte sie eine Hand auf meine Wange. Sie streichelte sie vorsichtig mit ihrem Daumen, während sie mich näher zu sich zog.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>‚Sie wird mich gleich küssen‘</em>, dachte ich. Und es gab nichts, was ich gerade lieber tun würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Hand wanderte von meiner Wange an meinen Hinterkopf. Sie fuhr mir sanft durch die Haare. Gott, wie schön sie war!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sie zog meinen Kopf nicht weiter zu sich heran. Sehnsüchtig wartete ich darauf, dass sie mich in eine liebkosende Umarmung hüllte, ihre Lippen auf meine drückte, ihren Körper gegen meinen. Doch es passierte nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen merkte ich, wie sie mich bei den Haaren packte. Plötzlich war alles Sanfte aus ihrer Bewegung verschwunden. Sie packte so fest zu, dass es wehtat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt blickte ich ihr ins Gesicht. Wo war ihr Lächeln? Das Funkeln in ihren Augen? Das Gesicht, das mir entgegenblickte, war jetzt kalt und grausam. Es fehlte die so vertraute Wärme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie packte meine Haare noch fester. Ich wollte einen Schrei ausstoßen, als sie meinen Kopf plötzlich unter Wasser drückte. Ich wehrte mich, trat um mich, schlug auf ihre Hand ein, um ihren Griff zu lösen. Doch es half nichts. Sie hatte mich fest im Griff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen merkte ich, wie sie sich in Bewegung setzte. Sie zerrte an meinen Haaren, zog mich weiter in die Tiefe. Etwas Schleimiges, Kräftiges streifte mich im Rhythmus ihrer Bewegungen. Ihr Fischschwanz!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war umgeben von endloser Schwärze. Das Wasser hatte sämtliches Mondlicht geschluckt. Schnell hatte ich die Wasseroberfläche aus den Augen verloren. Dass wir tiefer und tiefer schwammen, merkte ich nur an dem immer stärker werdenden Druck auf meinen Ohren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt immer, dein Leben würde an dir vorbeiziehen, wenn du stirbst. Bei mir das nicht der Fall. Meine Gedanken waren auch nicht bei meinen Freunden oder meiner Familie, sie waren bei Serena. Als ich die Luft nicht mehr anhalten konnte, Wasser in meine Lungen strömte, konnte ich nur an Serena denken. Daran, wie sie mich verraten hatte. Wie sie jetzt aber trotzdem bei mir war. Wie ich an ihrer Seite sterben würde &#8230;</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/seeungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wasserwesen</a> der <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">deutschen Mythologie</a>. Aufgrund ihres Äußeren werden sie häufig mit den Meerjungfrauen verwechselt. Zwischen ihnen gibt es jedoch entscheidende Unterschiede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Skandinavien sind außerdem sehr ähnliche Wesen bekannt. Darunter z. B. die Nøkken in Dänemark , die Näck in Schweden oder die Nykk in Norwegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Hinweis: Da sich der männlichen Nix in seinen Eigenschaften stark genug von der weiblichen Nixe unterscheiden, sodass ich einen eigenen Beitrag inkl. Geschichte darüber schreiben kann, werde ich den Nix in einem zukünftigen Beitrag separat behandeln.</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich eine Nixe im Wasser aufhält, sieht sie den Meerjungfrauen sehr ähnlich: Sie besitzt den Oberkörper einer Frau und den Unterkörper eines Fisches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal soll ihre Haut leicht grünlich sein oder sie soll grün schimmernde bis grüne Haare besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlässt eine Nixe das Wasser, verschwinden ihre unmenschlichen Eigenschaften jedoch. Sie sieht dann aus, wie eine völlig normale Frau – entweder eine wunderschöne junge Frau oder eine sehr alte Frau. Der einzige Unterschied ist, dass der Saum ihrer Kleidung immer nass sein soll. In anderen Geschichten hat sie auch feuchte Haut, Kleidung oder Haare.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl in ihrer jungen menschlichen Gestalt als auch in ihrer natürlichen Form wird den Nixen eine außergewöhnliche, teilweise betörende Schönheit nachgesagt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nixen sind dafür bekannt, dass sie Menschen – hauptsächlich junge Männer oder Kinder – in das Wasser locken und ertränken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es heißt, dass sie Musik, Tanz und Gesang lieben. Ihr betörender Gesang soll – ähnlich wie bei den Sirenen – die Fähigkeit haben, Männer in seinen Bann zu ziehen, um sie in den See oder Fluss zu locken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der bekanntesten Nixen ist wohl die <a href="https://www.geister-und-legenden.de/loreley" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Loreley</a>, über die ich bereits einen Beitrag verfasst habe. Sie soll mit ihrem zauberhaften Gesang viele Schiffe im Rhein zum Sinken gebracht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem sollen Nixen in einigen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Legenden</a> das Wetter kontrollieren können. So handelt eine Legende von einer Nixe, die sich in eine alte Frau verwandelt hat. Sie ist bei einem Unwetter zu einer Burg geflüchtet, um dort Schutz vor dem Wetter zu suchen. Als ihr der Einlass jedoch verweigert wurde, soll sie starken Regen beschworen haben, der die gesamte Burg überflutet hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Nixen sind bösartig. Es gibt aber auch Geschichten von Nixen, die harmlos, freundlich oder hilfsbereit waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige von ihnen sollen z. B. die Zukunft voraussagen können und die Menschen warnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem soll es Nixen gegeben haben, die sich in Menschen verliebt haben. Manche von ihnen haben sogar geheiratet und Kinder bekommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Meerjungfrauen leben Nixen nicht im Ozean. Sie bevorzugen Flüsse, Seen und Bäche, können sich aber auch an Land aufhalten. Trotzdem kehren sie immer wieder zu ihrem Gewässer zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einigen Legenden besitzen manche Nixen außerdem eine Art Haus am Grund ihres Sees.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Erzählungen von Nixen gibt es schon seit tausenden von Jahren. So wurden z. B. bereits in germanischen Stämmen Geschichten über sie erzählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch werden sie in der Nibelungensage erwähnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider konnte ich nicht sonderlich viel über die frühere Darstellung der Nixen herausfinden. Es ist jedoch bekannt, dass sie in der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik (ca. 1795–1848) einen gewissen Wandel durchgemacht haben. Aus den vorher fast ausschließlich boshaften Nixen wurden in dieser Zeit immer häufiger freundliche und hilfsbereite Wesen.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph">Was haltet ihr von den Nixen? Wusstet ihr, dass es zwischen ihnen und den Meerjungfrauen einen Unterschied gibt? Und was glaubt ihr, treibt die Nixen an? Aus welchem Grund hat Serena Christoph im See ertränkt? Schreibt es in die Kommentare!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen">Die Nixen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/die-nixen/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>11</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
