<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>hawaiianische Legende Archive - Geister und Legenden</title>
	<atom:link href="https://www.geister-und-legenden.de/tag/hawaiianische-legende/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/hawaiianische-legende</link>
	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
	<lastBuildDate>Sun, 19 Jun 2022 20:40:24 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://www.geister-und-legenden.de/wp-content/uploads/2019/03/Icon2-150x150.jpg</url>
	<title>hawaiianische Legende Archive - Geister und Legenden</title>
	<link>https://www.geister-und-legenden.de/tag/hawaiianische-legende</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>The Half-Faced Girl of Old Pali Road</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/the-half-faced-girl-of-old-pali-road</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/the-half-faced-girl-of-old-pali-road#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2022 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Half Faced]]></category>
		<category><![CDATA[Half-Faced Girl]]></category>
		<category><![CDATA[Hawaii]]></category>
		<category><![CDATA[hawaiianische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[hawaiianische Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[männlicher Protagonist]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Old Pali Road]]></category>
		<category><![CDATA[Pali Road]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=2236</guid>

					<description><![CDATA[<p>Trotzdem bekam ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Was machte sie so spät noch hier draußen? In der Dunkelheit? Wo war sie plötzlich hergekommen? Wieso war niemand bei ihr? Und warum starrte sie mich beim Springen die ganze Zeit so an?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-half-faced-girl-of-old-pali-road">The Half-Faced Girl of Old Pali Road</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/93210c1454274c739a64818911267395" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">The Half-Faced Girl of Old Pali Road ist eine <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> aus Hawaii. Wie der Name schon sagt, besitzt sie nur ein halbes Gesicht. Wieso das so ist und was es mit ihr auf sich hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; Erwähnung sexueller Gewalt</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste mich anstrengen, die Augen offen zu halten, während ich auf meinem Fahrrad die Straße entlangfuhr. Nicht, weil ich so müde war, sondern weil mein ganzer Körper danach schrie, die Augen zu schließen und den Moment zu genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der warme Fahrtwind in meinem Gesicht, das T-Shirtwetter obwohl die Sonne bereits untergegangen war, die Palmen, die Lianen, die andere tropischen Pflanzen und die gemütlichen Häuschen, die jetzt von nichts als dem Mond und einigen Straßenlaternen beleuchtet wurden. Dazu kam der durchgehende Gesang von hunderten, wenn nicht tausenden Grillen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kam mir vor wie im Paradies. Und in gewisser Weise war ich das auch. Mein Name ist Evan, und ich verbrachte meine Schulferien bei meiner Tante und meinem Onkel auf Hawaii, einem Ort, der so anders war, als mein kleines kanadisches Städtchen war. Trotzdem sollte ich sehr bald lernen, dass sogar das Paradies seine Schattenseiten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hörte auf, in die Pedale zu treten, während ich mit gerunzelter Stirn nach vorne sah. Mein Fahrrad wurde langsamer, bis ich schließlich mit einem Bein am Boden quietschend zum Stehen kam. Direkt vor mir war ein mit Maschendraht bespanntes Tor. Dahinter konnte ich im Kegel meiner Fahrradlampe eine Art wilden Garten erkennen. Wobei „Garten“ noch nett ausgedrückt war. Er bestand aus ungepflegt hohem Gras, das kleine Inseln zwischen kahler Erde und Unkraut bildete. Die Straße endete direkt davor. Ich stand in einer Sackgasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verwirrt warf ich einen Blick über die Schulter. Die Straße hinter mir sah aus wie jede andere Straße hier am äußersten Stadtrand von Honolulu. Besonders im Dunkeln, nur abschnittweise beleuchtet von den Straßenlaternen, hätte ich sie niemals auseinanderhalten können. Dann drehte ich den Kopf langsam wieder nach vorn, als erwartete ich, dass das Tor und der Garten verschwunden waren und ich einfach weiterfahren konnte. Natürlich waren sie noch da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Na toll“, seufzte ich genervt, während ich mein Fahrrad herumdrehte. Das hatte ich jetzt davon, so verträumt durch fremde Straßen zu radeln. Ich hatte mich verfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück wusste ich mir in solchen Situationen zu helfen. Immerhin hatte heutzutage jeder Jugendliche ein Navi in der Tasche. Es dauerte nicht lange, schon hatte ich Maps auf meinem Smartphone geöffnet und bekam meinen genauen Standort angezeigt. Ich stand auf der Old Pali Road. Vor etwa 800 Metern war ich bei einer Gabelung links gefahren statt rechts auf dem Nuuanu Pali Drive zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem erneuten Seufzen steckte ich mein Handy wieder weg. Fast zwei Kilometer Umweg, weil ich zu unaufmerksam war. Wenigstens war das Wetter angenehm. So konnte ich noch etwas länger die Natur genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Klack, klack, klack</em>‘, ertönte es plötzlich vor mir. Es war ein leises, regelmäßiges Geräusch. <em>Klack, klack</em>. Sehen konnte ich nichts – dafür waren zu große Abstände zwischen den Straßenlaternen. Außerdem hatte sich der Mond hinter einige Wolken verzogen. Trotzdem kam mir das Geräusch bekannt vor. <em>Klack, klack, klack</em>. Es klang fast wie &#8230; ja, es klang wie meine kleine Schwester, wenn sie im Wohnzimmer seilsprang. Alles, was fehlte, waren ihr leises Zählen oder der Gesang dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langsam schwenkte ich meinen Lenker von rechts nach links, sodass meine Fahrradlampe die Straße ableuchtete. Da! Tatsächlich! Es war ein Mädchen beim Seilspringen. Sie war jedoch älter als meine 9-jährige Schwester. Vielleicht ein paar Jahre jünger als ich. Ich schätzte sie auf 13 oder 14.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei jedem Sprung wippten ihre langen schwarzen Haare mit. Auf und Ab. Auf und Ab. Jedes Mal, wenn ihr Seil auf die Straße schlug, ertönte das vertraute Geräusch: <em>Klack, klack, klack, klack</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem bekam ich ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Was machte sie so spät noch hier draußen? In der Dunkelheit? Wo war sie plötzlich hergekommen? Wieso war niemand bei ihr? Und warum starrte sie mich beim Springen die ganze Zeit so an?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Klack, klack, klack, klack.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich fiel mir auf, dass ich selbst nicht besser war. Ich stand hier, fast völlig regungslos, mit meinem Fahrrad herum und starrte auch sie an. Wahrscheinlich wohnte sie hier, fühlte sich auch um diese Uhrzeit noch sicher, weil in die Sackgasse nur selten Autos fuhren. Wahrscheinlich alles Nachbarn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie starrte mich an, weil ich ein Fremder war, der wer weiß was hier machen wollte. Vielleicht hatte sie mit dem Seilspringen bloß auf sich aufmerksam machen wollen, damit ich sie bemerkte und keine Dummheiten machen würde. Sie konnte ja nicht wissen, dass ich mich bloß verfahren hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich entschied, die Situation nicht noch zwielichtiger zu machen, als sie ohnehin schon war, und setzte mich mit meinem Fahrrad in Bewegung. Nicht zu schnell, damit es nicht aussah, als würde ich abhauen wollen, aber auch nicht so langsam, dass sie sich bedroht fühlte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemächlich fuhr ich ihr entgegen. Ich setzte ein Lächeln auf und machte mich bereit, sie beim Vorbeifahren freundlich zu grüßen. Je näher ich ihr jedoch kam, desto mehr verging mir das Lächeln. Irgendetwas an ihrem Gesicht war seltsam. Trug sie eine Maske? Oder einen Mundschutz?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich riss die Augen auf, als ich es erkannte: Ihr fehlte das halbe Gesicht! Die Zähne, die Knochen lagen komplett frei! Sie hatte keinerlei Haut oder Muskeln mehr über ihren Wangen, dem Kinn, dem Mund und der Nasenspitze!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bremste so abrupt, dass meine Reifen knirschend über den Asphalt schlitterten, bevor ich zum Stehen kann. Was zur Hölle war mit ihr los!?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen reagierte nicht auf mich. Sie wich nicht zurück oder kam auf mich zu. Sie sprang einfach nur weiter mit ihrem Seil, während sie mich anstarrte. <em>Klack, klack, klack, klack</em>. Fast, als stünde sie unter Schock. Aber das tat sie nicht. Sie sah nicht aus, wie ein Mensch, der sich schwer verletzt hatte, viel mehr wie ein Zombie mit verrottendem Fleisch. Außerdem waren ihre Augen unnatürlich groß. Sie hatte sie so weit aufgerissen, dass sie aus den Augenhöhlen hervorstanden, blinzelte nicht einmal. Sie starrte. Und starrte. Und starrte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Klack, klack, klack</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panik stieg in mir auf. Was sollte ich jetzt tun? Würde sie mich angreifen, wenn ich noch näherkam? Andererseits war es mein einziger Weg. Hinter mir lag nichts als die Sackgasse, zu meiner Rechten waren Grundstücke und in das Dickicht, und die Dunkelheit zu meiner Linken wollte ich schon gar nicht fliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Klack, klack, klack, klack, klack</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich holte tief Luft, als würde ich gleich in einen Fluss springen, wägte ab, ob ich besser links oder rechts an ihr vorbeikäme. Ich entschied mich für die rechte Seite. Dann setzte mein Kopf aus. Ich sprang auf den Sattel und trat so fest in die Pedale, wie ich nur konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück ging es bergab, sodass ich schnell an Geschwindigkeit gewann. Ich kam dem Mädchen näher und näher. <em>Klack, klack</em>. Drei Meter. Zwei Meter. Ein Meter. Als ich an ihr vorbeischoss, stürzte sie sich plötzlich auf mich. Nein, sie stürzte sich nicht auf mich, sie drehte sich bloß zu mir um, um mich weiter zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Klack, klack, klack</em>‘, hörte ich das Geräusch hinter mir leiser werden. Dann hörte es abrupt auf. Ich traute mich kaum, mich umzudrehen. Aber wenn ich überleben wollte, musste ich wissen, was dieses Zombiemädchen gerade tat. Ich wagte einen Blick über die Schulter, aber konnte nichts erkennen, ehe ich wieder nach vorne sehen musste – wenn ich gerade eine Sache vermeiden wollte, war es, dass ich stürzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also warf ich einen zweiten Blick nach hinten. Diesmal hörte ich auf zu treten, versuchte, meinen Körper ruhiger zu halten, um mehr zu erkennen, aber &#8230; da war nichts. Kein Mädchen, das seilsprang oder mir nachrannte, kein schemenhafter Umriss in den Schatten. Sogar der Mond war wieder hervorgekommen und erhellte die nun leere Straße. Das Mädchen war genauso plötzlich verschwunden, wie sie gekommen war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt wurde es endgültig zu viel für mich. Tränen schossen mir in die Augen, die ich hastig weg blinzelte. Ich hasste mich gerade dafür, dass ich vorhin einen auf dicke Hose gemacht hatte. Tante Sarah hatte mir angeboten, dass sie mich von Tyler abholt – dem Sohn ihrer besten Freundin, mit dem ich, seit ich hier war, fast täglich etwas unternahm. Aber ich musste ja ablehnen, stolz sagen, dass ich schon groß sei und keine Angst vor der Dunkelheit hätte. Oh, wie cool ich mir dabei vorgekommen war &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahrheit ist: Ich hatte panische Angst. Zumindest gerade. Der Weg nach Hause führte mich mehrere hundert Meter durch ein Waldstück. Ohne Straßenlaternen. Ohne Licht. Und das Schlimmste war: Die Straße verlief fast parallel zur Old Pali Road. Wenn das Zombiemädchen im Dickicht verschwunden war, konnte sie mir jeden Moment den Weg abschneiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuchte, nicht darüber nachzudenken, als ich auf den Nuuanu Pali Drive abbog, vorbei an der letzten Straßenlaterne. Die Waldstraße, durch die ich jetzt musste, lag in völliger Dunkelheit. Sogar das schwache Mondlicht wurde von den Ästen und Blättern über mir fast völlig verschluckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein Wahnsinniger raste ich über die Straße. Bei jedem Knacken, jedem Rascheln musste ich wieder an das Mädchen denken, mit ihrem halben Gesicht. Konnte ich nicht auch wieder ihr Springseil hören? <em>Klack, klack, klack</em>. Nein, das war nur in meinem Kopf!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der letzte Kilometer bis zur Haustür zog sich wie Kaugummi. Obwohl ich die Strecke noch nie so schnell gefahren war, kamen mir die Minuten mehr als doppelt so lang vor. Die drückende Hitze, die ich jetzt spürte, hatte nichts mehr von der angenehmen T-Shirtwärme, die ich vorhin gespürt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann endlich erreichte ich unsere Auffahrt. Achtlos schmiss ich das Fahrrad hin, während ich absprang, rannte zur Tür und drückte den Klingelknopf. Wieder und wieder und wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich komm ja schon. Ich komm ja schon“, hörte ich Tante Sarah dumpf durch die Tür.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch warf ich einen Blick über die Schulter, während ich weiter klingelte. Die Auffahrt hinter mir war menschenleer, gut beleuchtet durch eine Straßenlaterne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich öffnete sich die Tür. Ich drückte dagegen, drängte ins Haus, sobald der Spalt groß genug war. Dann brach ich weinend zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Evan!“, rief meine Tante halb besorgt halb entsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie ein Häufchen Elend kauerte ich auf dem Boden im Flur. Tränen rannen über meine Wangen. Rotz lief aus meiner Nase und hinterließ einen salzigen Geschmack in meinem Mund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Tante kam sofort zu mir geeilt. Sie rief nach ihrem Mann, umfasste sanft meine Schultern und streichelte beruhigend meinen Rücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„He, was ist denn los?“, fragte sie ruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Onkel Mamo stand mit verschränkten Armen in der Wohnzimmertür und sah besorgt auf mich herab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuchte, zu sprechen, aber außer unverständlichem Gejammer kam nichts aus meinem Mund. Es war mir unangenehm, dass ich weinte, mich nicht unter Kontrolle hatte. Dad hätte das nicht gut gefunden. Er hätte mir gesagt, dass ich mich zusammenreißen und nicht so rumjammern solle. Schließlich sei ich ein Mann. Onkel Mamo und Tante Sarah hingegen hatten vollstes Verständnis. Sie redeten beruhigend auf mich ein, kümmerten sich um mich, bis ich wieder einigermaßen sprechen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„D-da war ein Zombie“, stammelte ich.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen saß ich mit einem heißen Kakao am Wohnzimmertisch. Tante Sarah hatte besorgt die Stirn gerunzelt und immer wieder zu ihrem Mann gesehen, der einen glasigen Ausdruck auf dem Gesicht bekommen hatte, während ich erzählte. Er sprach als Erstes, nachdem ich fertig war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Weiß du, Junge“, er räusperte sich, „ich hab sie damals auch gesehen. Vor 15, vielleicht 20 Jahren. The Half-Faced Girl of Old Pali Road &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wirklich?“, hauchte ich ungläubig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er nickte. „Meine damalige Freundin Kelly und ich saßen im Auto, als sie aufgetaucht ist. Der scheiß Motor wollte nicht anspringen. Wir konnten das Auto erst starten, nachdem sie sich vor unseren Augen in Luft aufgelöst hat. Ich hatte noch nie solch eine Angst gehabt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt nickte ich. Das Gefühl konnte ich nur allzu gut nachvollziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Jedenfalls haben wir uns danach über sie informiert“, erklärte er. „Wir waren bei Weitem nicht die Einzigen, die sie gesehen haben. Sie ist der Geist eines 15-jährigen Mädchens, das früher hier in der Gegend gewohnt hat und auf grausame Weise ermordet wurde. Damals ging sie eines Tages allein von der Schule nach Hause, als ein Freund ihres Cousins … Oder war es der Freund ihrer Cousine?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz sah er meine Tante an, die bloß mit den Schultern zuckte. Dann erzählte er weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Egal, jedenfalls ein Freund der Familie. Er hat sie mit dem Auto mitgenommen. Aber statt sie wie versprochen nach Hause zu bringen, ist er auf die Old Pali Road abgebogen und hat am Straßenrand gehalten.“ Mein Onkel lachte kurz auf. Es klang jedoch nicht belustigt, sondern vielmehr abwertend. „Er dachte wohl, dass er eine Chance bei ihr hätte, als er sich zu ihr rübergebeugt hat. Sie stieß ihn weg, bat ihn darum, sie einfach nach Hause zu bringen. Aber statt sich geschlagen zu geben, hat er sie …“ Onkel Mamo tauschte einen kurzen Blick mit meiner Tante aus, bevor er den Satz umformulierte: „Er hat sich an ihr vergangen und sie anschließend mit ihrem Springseil, das sie dabei hatte, erwürgt. Ihre Leiche hat er wie Abfall in einem der Gebüsche am Straßenrand entsorgt.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schluckte schwer, während ich meinen Onkel ansah. Die Angst saß mir noch immer in den Knochen, aber dazu gesellte sich nun ein Hauch von Mitleid. Das Mädchen tat mir leid.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es hat etwa eine Woche gedauert, bis man ihre Leiche endlich gefunden hat“, erzählte er weiter. „Sie lag auf dem Bauch. Ihre langen schwarzen Haare verdeckten ihren Kopf, aber als man sie umgedreht hat &#8230;“ Er deutete mit der Hand auf seine untere Gesichtshälfte. „Nun, du hast es ja gesehen. Es waren irgendwelche Insekten, vermute ich.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wieder schoss mir ihr Gesicht in den Kopf, die untere Hälfte nur noch Knochen. Wieder nickte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Aber keine Sorge, mein Junge“, Onkel Mamo klopfte mir sanft auf die Schulter. „Der Geist ist nicht gefährlich. Er hat zwar schon so einige Leute erschreckt, aber noch niemandem etwas angetan.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass ich den Rest des Urlaubs nachts nicht mehr allein rausging. Und selbst am Tag fühlte ich mich auf dem Nuuanu Pali Drive, der so dicht an der Old Pali Road verlief, unwohl. Als würde das Mädchen mich noch immer beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sogar, als ich wieder zuhause in Kanada war, gab es dieses eine Geräusch, das mich auch nach Wochen noch in meinen Träumen verfolgte: <em>Klack, klack, klack, klack</em>.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" alt="Facebook" width="40" height="40"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" alt="Twitter" width="40" height="40"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" alt="Instagram" width="40" height="40"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">The Half-Faced Girl of Old Pali Road (Englisch für „Das Mädchen mit dem halben Gesicht von Old Pali Road“), manchmal auch nur „The Half-Faced Girl“ genannt, ist eine hawaiianische <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legende</a> über den <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> eines Mädchens, das auf grausame Weise ermordet wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entstehung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Legende nach soll früher eine junge Teenagerin an der Old Pali Road oder in der Nähe gewohnt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war entweder zu Fuß unterwegs, ist am Straßenrand seilgesprungen oder saß im Auto eines Mannes, der ihr angeboten hat, sie nach Hause zu fahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurde jedoch von dem Mann überrumpelt, der sie erst vergewaltigt und anschließend mit ihrem Springseil erwürgt haben soll. Ihre Leiche hat er anschließend in der Nähe liegenlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie schließlich gefunden wurde, so heißt es, soll ihr Gesicht von Tieren halb zerfressen gewesen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem soll ihr Geist in der Gegend gesichtet werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">The Half-Faced Ghost of Old Pali Road soll wie eine Teenagerin mit langen schwarzen Haaren aussehen, die seilspringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Gesicht soll zur Hälfte fehlen. Entweder ist ihre untere Gesichtshälfte – die Nase, der Mund, das Kinn und die Wangen – unsichtbar, oder aber man sieht ihre Knochen unter der fehlenden Haut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Augen sollen hervorgetreten sein und somit leicht aus den Augenhöhlen hervorstehen. Das wird damit begründet, dass ihre Augen so ausgesehen haben, als sie durch das Erwürgen gestorben ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf ihre Kleidung wird im Normalfall nicht eingegangen. Ich habe zwar eine Quelle gefunden, in der von einem weißen Kleid die Rede war, aber da es wie immer unterschiedliche Zeugenaussagen gibt, ist davon auszugehen, dass ihre Kleidung so unauffällig ist, dass sie in den meisten Fällen nicht weiter erwähnt wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Erzählungen wollen die Augenzeugen the Half-Faced Girl of Old Pali Road aus der Ferne gesehen haben, wie sie auf der Straße oder am Straßenrand seilspringt. Dabei soll sie entweder wie ein völlig normales Mädchen wirken oder über die Straße schweben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte sie bis dahin noch normal wirken, ist den Augenzeugen spätestens dann klar geworden, dass etwas mit ihr nicht stimmt, wenn sie näherkam und ihnen das halb fehlende Gesicht des Mädchens auffiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend rennen die Augenzeugen im Normalfall weg oder der Geist soll sich – entweder sofort oder nachdem er noch etwas nähergekommen ist – in Luft auflösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedroht oder verletzt hat der Geist angeblich noch niemanden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt zwei Orte, die mit the Half-Faced Girl of Old Pali Road in Verbindung gebracht werden. Das eine ist, wie der Name bereits sagt, die Old Pali Road. Ein anderer Ort ist der berüchtigte Morgan’s Cornern, eine Kurve des Nuuanu Pali Drive, einer Straße, die direkt an die Old Pali Road angrenzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sollte hierzu erwähnen, dass es diverse urbane Legenden gibt, die sich um den Morgan’s Corner drehen. Wieso das so ist, erfahrt ihr unter „Ursprung“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für die The Half-Faced Girl of Old Pali Road Legende gibt es nicht nur einen, sondern direkt zwei Ursprünge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Erste ist der Mord an Janette Lum, der erstmals in dem 1997 erschienenen Buch „The Secret Obake Casebook: Tales from the Darkside of the Cabinet“ erwähnt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Janette Lum war angeblich eine Schülerin, die 1951 von einem Freund der Familie vergewaltigt und mit ihrem eigenen Springseil erwürgt wurde. Ihre Leiche hat er in der Nähe der Old Pali Road in einem Gebüsch entsorgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das einzige Problem hierbei ist: Janette Lum hat nie existiert. Sie war, wie Glen Grant, der Autor des Buches, zugegeben hat, seine eigene Erfindung. Er habe Janette Lum jedoch auf Grundlage der tatsächlichen Mord- und Vermisstenfälle Dawn Bustamante, Lisa Au, und Diane Suzuki erschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch, wenn in diesem fiktiven Mordfall erstmals die Rede von einem Mädchen war, das erst vergewaltigt und anschließend mit ihrem eigenen Springseil erwürgt wurde, kursierten damals bereits Gerüchte über den Geist eines seilspringenden Mädchens, deren untere Gesichtshälfte fehlt. Hier kommt der zweite Ursprung der Legende ins Spiel: Ein realer Mordfall namens „Morgan’s Corner Murder“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierbei handelt es sich um einen Mord, den zwei aus dem Gefängnis entflohene Verbrecher verübt haben. Ihr Opfer war die 68-jährige Therese Wilder, die direkt am Morgan’s Corner gewohnt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag, nachdem die beiden Männer aus dem Gefängnis geflohen waren, sind sie bei Therese Wilder eingebrochen, um sie auszurauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie überrumpelten die Witwe, fesselten sie ans Bett und knebelten sie. Leider brachen sie ihr dabei den Unterkiefer, sodass sie mit dem Knebel im Mund erstickt ist. Ihre Leiche fand man erst fünf Tage später.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem dieser Mord bekannt wurde, sind diverse Spukgeschichten über den Morgan’s Corner entstanden – darunter auch der seilspringende Geist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es würde mich nicht wundern, wenn die fehlende untere Gesichtshälfte direkten Bezug auf den Morgan’s Corner Murder nimmt und aus der Kieferverletzung von Therese Wilder entstanden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Glen Grant hat mit seinem erfundenen Mordfall also dem seilspringenden Geist nicht nur eine Hintergrundgeschichte gegeben, sondern ihr Spukgebiet auch um die Old Pali Road erweitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seither erfreut sich die urbane Legende „The Half-Faced Ghost of Pali Road“ an großer Bekannt- und Beliebtheit. In der Gegend gibt es unzählige Zeugen, die behaupten, den Geist schon einmal gesehen zu haben. Es gibt sogar einen Horrorfilm, The Resort (2021), der auf der Legende basiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von the Half-Faced Ghost of Old Pali Road? Wie hättet ihr an Stelle reagiert? Würdet ihr in einer Gegend wohnen wollen, in der solche Geister ihr Unwesen treiben? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a label=" (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-half-faced-girl-of-old-pali-road">The Half-Faced Girl of Old Pali Road</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/the-half-faced-girl-of-old-pali-road/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>The Green Lady of Wahiawa</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/the-green-lady-of-wahiawa</link>
					<comments>https://www.geister-und-legenden.de/the-green-lady-of-wahiawa#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2022 14:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geister]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[amerikanische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Green Lady]]></category>
		<category><![CDATA[Green Lady of Hawaii]]></category>
		<category><![CDATA[Green Lady of Wahiawa]]></category>
		<category><![CDATA[Grusel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gruselgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hawaii]]></category>
		<category><![CDATA[hawaiianische Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Legende]]></category>
		<category><![CDATA[Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Mythen]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[The Green Lady of Wahiawa]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legende]]></category>
		<category><![CDATA[urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.geister-und-legenden.de/?p=2120</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das hatte ich befürchtet. Die Kinder waren hier, um den Geist zu suchen. Wieso sollte die Geschichte der Green Lady die drei also verängstigen? Ich musste wohl oder übel noch etwas mehr erzählen.<br />
„Ich war noch nicht ganz fertig“, sagte ich. Mein Blick schweifte ab und wanderte einen Moment in vergangene Zeiten. „Ich habe euch noch nicht erzählt, was vor 40 Jahren passiert ist, als ein kleines Mädchen nach der Green Lady gesucht hat.“</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-green-lady-of-wahiawa">The Green Lady of Wahiawa</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img decoding="async" src="https://vg09.met.vgwort.de/na/e66f6c7a3232486a925ed6d5aae21f57" width="1" height="1" alt="" class="wpvgw-marker-image" loading="eager" data-no-lazy="1" referrerpolicy="no-referrer-when-downgrade" style="display:none;" class="skip-lazy"/> 
<p class="wp-block-paragraph">Die Green Lady of Wahiawa ist meine erste hawaiianische Legende, über die ich schreibe. Wie in den meisten Regionen der USA gibt es auch dort viele <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbane Legenden</a> und Schauergeschichten.</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod eines Kindes<br>
&#8211; Trauer</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte schwer. Meine Knochen waren auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Wenn es so weiterging, würde ich meine nächtlichen Spaziergänge nicht mehr lange durchhalten. Aber noch gab ich nicht auf. Es gab einen Grund, warum ich hier draußen war. Einen sehr wichtigen Grund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Weg führte mich jeden Abend dieselbe Strecke entlang: Durch den Wahiawa District Park, die Straße an der Schlucht entlang zum Eingang des Botanischen Gartens, über die Brücke, die die Schlucht überspannte und weiter bis zur Wahiawa Elementary School.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Früher, als ich noch Fahrrad fahren konnte, fuhr ich oft noch weiter, einmal um die gesamte Schlucht herum, doch das machte mein Körper nicht mehr mit. Also gab ich mich mit dem zufrieden, was ich mir noch zutraute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wahiawa District Park war diesen Abend menschenleer. Häufig lungerten hier nach Sonnenuntergang Jugendliche rum, selten ein paar besonders mutige Kinder, aber heute waren neben mir alter Frau nur einige Katzen dort, die panisch miauend die Flucht ergriffen, sobald sie mich bemerkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ging ich weiter. Innerlich verfluchte ich meine schmerzende Hüfte, während ich mich der California Avenue näherte. Die 600 Meter bis zum Botanischen Garten waren neben dem Rückweg der anstrengendste Teil meines Weges. Zum Glück war die hawaiianische Hitze nachts meist erträglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwer atmend ging ich die Straße entlang – wobei ich eigentlich mehr humpelte, als dass ich ging. Wieder und wieder musste ich mich daran erinnern, warum ich all das tat. Es wäre so viel einfacher, aufzuhören, zurückzugehen und mich in mein Bett zu legen. Aber was, wenn <em>sie</em> heute herauskommen würde? Nein. Meine Aufgabe war zu wichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich den Botanischen Garten erreichte, erkannte ich sofort, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. Bis eben hatte ich nur gelegentlich Autos gehört, die an mir vorbeigefahren waren. Aber jetzt mischte sich unter die Stille der Nacht ein unverkennbares Geräusch: die Stimmen von Kindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich konnte nicht verstehen, was sie sagten, aber sie sprachen leise, wirkten aufgeregt. Ich zögerte nicht eine Sekunde, bevor ich auf sie zuging. Sie waren auf der schmalen Brücke, die über die Schlucht führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In die Schlucht selbst, wo der botanische Garten lag, konnte man um diese Uhrzeit nicht gehen. Der Garten wurde nachmittags geschlossen. Aber die Brücke war die ganze Nacht frei zugänglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tagsüber war das hier einer der schönsten Orte Hawaiis: die vielen Blumen, die tropischen Pflanzen, die Vögel. Nachts war davon nichts zu sehen oder zu hören. Jetzt führte die Brücke mit ihrem weißen, leicht rostigen Geländer über nichts als tiefste Schwärze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je weiter ich auf die Brücke hinausging, desto mehr konnte ich verstehen. Gesprächsfetzen drangen an meine Ohren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Meinst du, es gibt sie wirklich?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Klar. Sie ist irgendwo da unten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Pst! Da kommt jemand!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast gleichzeitig richteten sich drei Taschenlampen, wie die Kinder sie heutzutage alle in ihren Handys hatten, auf mich. Ich kramte meine eigene Taschenlampe aus meinem Handtäschchen und leuchtete zurück. Es waren zwei Jungs und ein Mädchen. Einer der Jungs sah etwas jünger aus, aber sie waren alle etwa im Grundschulalter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Was macht ihr hier?“, fragte ich. Ich versuchte, möglichst streng zu wirken. Es fiel mir nicht leicht, da ich Kinder in Wirklichkeit sehr mochte. Aber es war ja für einen guten Zweck.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ältere Junge trat einen Schritt vor. Trotzdem blieben die drei auf Abstand. Das war vernünftig. Sie trauten einer Fremden nicht. „Das geht Sie gar nichts an. Es ist nicht verboten, hier zu sein!“, sagte er laut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mädchen nickte heftig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich straffte den Rücken, um möglichst groß zu wirken. „Verboten nicht, aber gefährlich. Wisst ihr nicht von der Green Lady of Wahiawa?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Doch, natürlich!“, meldete sich der Jüngste zu Wort. Er wollte noch weiter reden, aber der ältere Junge schnitt ihm mit einem Blick das Wort ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Lass sie erzählen“, befahl er. Scheinbar war er der Anführer der kleinen Truppe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte innerlich. Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn die drei einfach gegangen wären. Aber wenn ich dafür erst die Geschichte erzählen musste, dann sollte es so sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Geschichte spielt lange vor eurer oder sogar meiner Geburt“, begann ich. „Damals lebte hier in Wahiawa eine Frau – eine Mutter mit zwei Söhnen und einer Tochter.“ In Wirklichkeit kannte man die genaue Anzahl und das Geschlecht der Kinder nicht, aber ich wollte der Geschichte für die drei einen persönlichen Touch verleihen. „Man weiß nicht genau, warum sie in der Schlucht waren. Einige sagen, die Kinder waren alleine und spielten hier verstecken. Aber meine Eltern haben mir damals erzählt, dass es spät am Abend war. Die Mutter war mit ihren Kindern unterwegs und wollte eine Abkürzung durch die Schlucht nehmen. Damals gab es die Brücke, auf der wir stehen, noch nicht, wisst ihr?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mutter betrat also mit ihren drei Kindern die Schlucht, aber als sie auf der anderen Seite herauskam, bemerkten sie, dass der älteste Sohn verschwunden war. Zuerst dachten sie sich nicht viel dabei. Bestimmt hatte er nur den Anschluss verloren. Also gingen sie zurück, um ihn zu suchen. Sie riefen seinen Namen – wieder und wieder. Aber der Junge blieb verschwunden. Die drei suchten die ganze Nacht. Die Mutter wurde immer verzweifelter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am nächsten Morgen schließlich jemand aus der Gegend die verzweifelten Rufe gehört hatte, beschloss er, der Mutter zu helfen. Es dauerte nicht lange und die halbe Gemeinde half bei der Suche mit. Sie suchten nicht nur in der Schlucht, sondern in der ganzen Gegend. Aber so sehr sie auch suchten, der Junge blieb verschollen. Es war, als habe er sich einfach in Luft aufgelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so brachen mehr und mehr Leute die Suche ab. Nach ein paar Tagen war die Mutter mit ihren Kindern wieder ganz allein. Sie flehte und bettelte, aber die Leute wollten ihr nicht mehr helfen. Für sie gab es keine Hoffnung mehr, dass der Junge noch lebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Mutter wollte nicht aufgeben. Sie konnte es nicht. Also nahm sie ihre Kinder und machte sich erneut auf die Suche. Sie ging ein letztes Mal in die Schlucht und kam nie wieder heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem, so heißt es, soll ihr Geist, die Green Lady of Wahiawa, durch die Schlucht streifen, noch immer auf der Suche nach ihrem vermissten Kind. Inzwischen hat sie vergessen, wie ihr eigenes Kind aussieht. Es ist schon so lange her. Also nimmt sie jedes Kind mit sich, dass sich ohne Erwachsene in die Schlucht traut. Oder auf diese Brücke &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich mit der Erzählung fertig war, sah ich die drei herausfordernd an. Sie hatten zwar allesamt eine Gänsehaut, wirkten ansonsten aber völlig unbeeindruckt. Es war vielmehr ein wohliges Schauern als tatsächliche Angst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ach, das kennen wir doch alles schon“, warf das Mädchen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Genau“, bestätigte der kleine Junge. „Das macht uns keine Angst!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hatte ich befürchtet. Die Kinder waren hier, um den Geist zu suchen. Wieso sollte die Geschichte der Green Lady die drei also verängstigen? Ich musste wohl oder übel noch etwas mehr erzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich war noch nicht ganz fertig“, sagte ich. Mein Blick schweifte ab und wanderte einen Moment in vergangene Zeiten. „Ich habe euch noch nicht erzählt, was vor 40 Jahren passiert ist, als ein kleines Mädchen nach der Green Lady gesucht hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich wurden die Kinder wieder still. Sie sahen mich mit großen Augen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich seufzte schwer. „Die kleine Leilani. Ich erinnere mich noch daran, als wäre es gestern gewesen. Ich war selbst an der Suche beteiligt, wisst ihr? Aber lasst mich am Anfang beginnen: Leilani war damals elf Jahre alt gewesen. Wie die meisten Kinder in ihrem Alter dachte sie, dass sie alles schaffen kann. Nichts könne sie aufhalten. Also machte sie mit ihrer besten Freundin Heather eine Mutprobe. Sie wollten nach der Schule in die Schlucht hinabsteigen und die Green Lady suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau wie ihr hatte sie schon oft die Geschichten gehört. Sie gefielen ihr sogar. Also wollte sie herausfinden, ob an der alten Legende wirklich etwas dran ist, an der Green Lady of Wahiawa. Die Frau mit den Pflanzen in ihren Haaren und an ihrer Kleidung, mit den Schuppen und den scharfen Zähen, von denen einige Leute erzählen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ihr Wunsch sollte in Erfüllung gehen. Die Mädchen – Leilani und Heather – sollten die Green Lady finden. Ich kenne die Details nicht“, log ich. In Wirklichkeit wollte ich die Kinder bloß nicht zu sehr verängstigen. „Es lag der Gestank von vergammelten Pflanzen in der Luft. Plötzlich stand ihnen die Green Lady gegenüber. Von dem Mut und der Abenteuerlust der Mädchen blieb nichts mehr übrig. Sie hatten nur noch Angst. Also rannten sie kreischend davon. Leilani hat es nicht geschafft. Die Green Lady war schneller als sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnlich wie bei dem Sohn, der damals hier verschwunden war, hatte die halbe Gemeinde sich der Suche nach ihr angeschlossen. Aber man fand nur ihren Schulranzen. Er war bedeckt von Dreck und Pflanzen, als hätte er schon Wochen hier gelegen. Und er war umgeben von dem Gestank nach verfaulten Pflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Niemand weiß genau, was mit Leilani passiert ist. Aber sie ist nie wieder nach Hause gekehrt. Sie konnte ihre Mutter nie wieder in den Arm nehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein glasiger Blick lag in meinen Augen, als ich mit der Geschichte fertig war. Mein Herz schlug schwer in meiner Brust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte erfüllte ihren Zweck: Die beiden Jungs und das Mädchen wirkten jetzt alles andere als selbstsicher. Sie warfen einander nervöse Blicke zu. Als dann auch noch ein leises Rascheln aus der Schlucht zu hören war – wahrscheinlich irgendein Tier – ergriff ich die Gelegenheit:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Habt ihr das gehört?“, sagte ich schnell. „Das ist sie! Die Green Lady kommt, um euch zu holen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt schrien die drei wild durcheinander. Schneller als ich gucken konnte, rannten sie an mir vorbei Richtung Straße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah ihnen lächelnd nach. So war es richtig. Zurück in die Sicherheit der Zivilisation. Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie noch länger hiergeblieben wären &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann fühlte ich mich plötzlich sehr schwach. Eine Schwere lag in meinem Körper, die mich dazu brachte, mich einen Moment auf das Geländer zu stützen. Tief atmete ich die warme Nachtluft ein. Als ich meine Augen schloss, merkte ich, wie eine Träne meine Wange hinunterrann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Oh, Leilani. Meine arme kleine Leilani“, murmelte ich in die Dunkelheit. Ich hatte nicht gelogen, als ich meinte, dass es mir wie gestern vorkam. Wie könnte ich auch den Tag jemals vergessen, an dem ich meine Tochter verloren hatte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Maleah! Maleah!</em>‘, hörte ich Heathers Stimme in meinem Kopf. ‚<em>Maleah, komm schnell. Leilani ist weg!</em>‘</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein warmer Wind kam auf. Er strich mir durch das Gesicht, als wolle er mich trösten, mir sagen, dass es in Ordnung sei. Leilani war jetzt an einem besseren Ort. Sie würde im Himmel auf mich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Wind brachte nicht nur Trost mit sich. Gleichzeitig gelangte ein unangenehmer Geruch an meine Nase. Der Gestank vergammelnder Pflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich öffnete die feuchten Augen wieder, starrte hinab in die Dunkelheit unter mir. Irgendwo dort unten lauerte sie, die Green Lady of Wahiawa. Sie wartete darauf, sich ihr nächstes Opfer zu holen. Und so lange ich lebte, würde ich mein Möglichstes tun, um das zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab einen Grund, warum ich hier draußen war. Einen sehr wichtigen Grund. Ich wollte nicht, dass jemals wieder irgendein Elternteil das Gleiche durchmachen muss, wie ich.</p>



<p><b>Bleibt auf dem Neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
<a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/f-ogo_RGB_HEX-58.png" height="40" width="40" alt="Facebook"></a>&nbsp;
<a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/Twitter_Social_Icon_Square_Color.png" height="40" width="40" alt="Twitter"></a>&nbsp;
<a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://geister-und-legenden.de/wp-content/Bilder/IG_Glyph_Fill.png" height="40" width="40" alt="Instagram"></a>



<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Green Lady of Wahiawa (Englisch für „die Grüne Frau von Wahiawa“), kurz die Green Lady, ist ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/geister" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Geist</a> aus einer <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a> aus Wahiawa auf O‘ahu, eine der Hauptinseln von Hawaii.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Entstehung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt, wie bei vielen Legenden, die hauptsächlich mündlich erzählt werden, viele Versionen, wie der Geist der Green Lady of Wahiawa entstanden sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So soll vor vielen Jahren eine Mutter mit ihren Kindern die Schlucht in Wahiawa, im heutigen Wahiawa Botanical Garden, durchquert haben. Sie tat dies z. B., weil sie eine Abkürzung nehmen wollte oder sich wegen der Autos nicht getraut habe, die Brücke zu nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade Letzteres liest man oft im Internet, ich bin mir jedoch nicht sicher, wo diese Version herkommt, da lediglich eine Fußgängerbrücke über die Schlucht führt. Auf ihr soll die Green Lady aber ab und an gesehen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine andere Version besagt, dass die Kinder ohne ihre Mutter in der Schlucht gespielt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In allen Versionen geht eines der Kinder schließlich verloren. Als die Mutter ihr verlorenes Kind nicht finden kann, bittet sie andere Leute um Hilfe. Zuerst helfen die Leute ihr noch beim Suchen, doch mit der Zeit geben sie die Hoffnung auf. Schließlich ist die Mutter bei der Suche allein mit ihren Kindern. Sie gehen ein letztes Mal in die Schlucht, um das vermisste Kind zu suchen, und wurden nie wieder gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem, so heißt es, soll der Geist der Green Lady of Wahiawa durch die Schlucht streifen, noch immer auf der Suche nach ihrem Kind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch beim Aussehen unterscheiden sich die Aussagen über die Green Lady of Wahiawa. Wie der Name schon sagt, ist sie aber immer auf irgendeine Weise grün.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So sollen oft Pflanzen wie Lianen, Moos oder Seegras ihren Körper, ihre Haare oder ihre Kleidung bedecken. In einigen Versionen besteht ihr Körper sogar aus den Pflanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal soll sie auch eine grünliche Hautfarbe haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Versionen wirkt sie weniger menschlich, da sie eine schuppige, manchmal schwarze Haut und spitze Zähne haben soll. Mit diesen Eigenschaften ist sie allerdings einer Mo’o Wahine ähnlicher – einer hawaiianischen Echsenfrau, die manchmal als Gottheit bezeichnet wird. Da die Green Lady der Legende nach jedoch ein Geist sein soll, handelt es sich hierbei meines Erachtens um ein anderes Wesen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Green Lady of Wahiawa soll sowohl tagsüber als auch nachts in der Schlucht ihr Unwesen treiben. Voller Trauer und Sehnsucht sucht sie noch immer nach ihrem Kind, das vor all den Jahren verlorengegangen ist. Wenn sie dabei einem anderen Kind begegnet, soll sie es für ihr eigenes halten und mit sich nehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von besonderen übernatürlichen Fähigkeiten ist bei der Green Lady selten die Rede. Es heißt aber, dass sie einen unverkennbaren Geruch nach vergammelnden Pflanzen ausströmen soll. Wenn man in der Schlucht von Wahiawa oder in der Nähe vergammelte Pflanzen riecht, soll dies ein Zeichen sein, dass der Geist in der Nähe ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Green Lady of Wahiawa soll sich hauptsächlich in der Schlucht von Wahiawa, in der auch der Wahiawa Botanical Garden liegt, herumtreiben. Sie soll aber auch schon auf der Brücke, die über die Schlucht führt, und bei der naheliegenden Wahiawa Elementary School – einer Grundschule – gesichtet worden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sichtungen gab es bereits im letzten Jahrhundert, aber auch heute noch soll die Green Lady immer mal wieder gesehen werden. Daher ist es unter Kindern und Jugendlichen eine beliebte Mutprobe, sich ohne Eltern in die Schlucht zu wagen oder nachts die Brücke zu überqueren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Woher die Legende genau kommt, wann sie entstanden ist oder ob sie einen wahren Kern hat, ist unklar. Sie existiert aber seit mindestens Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde mit großer Wahrscheinlichkeit erfunden, um Kinder aus der Schlucht fernzuhalten bzw. zu verhindern, dass sie sich allein dorthin trauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der Green Lady of Wahiawa? Wie fandet ihr meine Geschichte dazu? Würdet ihr eurem Kind verbieten, sich der Schlucht zu nähern? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solcher Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert meinen <a href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Newsletter</a> oder folgt mir auf <a href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a>, <a href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> oder <a href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/the-green-lady-of-wahiawa">The Green Lady of Wahiawa</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.geister-und-legenden.de/the-green-lady-of-wahiawa/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
