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	<title>Grossmann Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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	<title>Grossmann Archive - Geister und Legenden</title>
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		<title>Slenderman – Du darfst nicht mit ihm gehen! (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2024 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Er stand regungslos da und starrte mich aus seinem blanken, weißen Gesicht an. Er hat zwar keine Augen, aber ich spürte ganz deutlich, dass er mich ansah. Und dann … war er verschwunden. Vom einen zum nächsten Moment war er nicht mehr da …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/slenderman">Slenderman – Du darfst nicht mit ihm gehen! (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Heute geht es um Slenderman, ein <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Monster</a>, dass die meisten von euch bereits kennen dürften. Aus zeitlichen Gründen habe ich entschieden, diesmal wieder einen alten Beitrag zu überarbeiten. In zwei Wochen kommt dann noch ein neuer Beitrag, ehe ich zwei Wochenenden keine Zeit zum Schreiben habe. Aber mehr dazu im nächsten Beitrag. Jetzt wünsche ich euch erst einmal:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Paranoide Schizophrenie. Das hatte meine Psychiaterin diagnostiziert. Erst wollte ich es nicht wahrhaben. Sowas kannte ich sonst nur aus Filmen, meist von den grausamsten Tätern aus irgendwelchen Krimiserien. Andererseits war es um Welten besser als die Alternative …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles hatte vor einigen Wochen angefangen. Damals hatte ich mich sehr intensiv mit dem Creepypasta-Monster Slenderman auseinandergesetzt. Eine Freundin aus der Uni hatte mich auf die Idee gebracht. Sie hatte mir ein Videospiel gezeigt, in dem man von Slenderman verfolgt wurde, und auch, wenn ich mich definitiv nicht als Gamerin bezeichnen würde, hatte es mir echt Spaß gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur ein paar Tage später hatte Slenderman mich völlig in den Bann gezogen. Ich klickte mich durch Internetwikis und Creepypastastorys, las den kompletten Forenbeitrag, in dem Slenderman angeblich erfunden wurde, und spielte sogar noch andere Spiele, in denen Slenderman vorkam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich schließlich anfing, von ihm zu träumen, dachte ich mir nichts weiter dabei. Ja, die Träume waren unheimlich, fast erdrückend, aber ich hatte mich eben viel mit ihm beschäftigt. Und auch die schattenhafte Gestalt, die ich gelegentlich aus dem Augenwinkel sah, schob ich auf meine rege Fantasie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles änderte sich jedoch, als Slenderman das erste Mal wahrhaftig vor mir stand. Ich war aus einem Traum aufgeschreckt. Das beklemmende Gefühl, beobachtet zu werden, das Slenderman immer in meinen Träumen verursachte, verfolgte mich diesmal in die wirkliche Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit beschleunigtem Atem spähte ich durch das Zimmer, ehe mein Blick an einer Silhouette bei der Tür hängenblieb. Die Form war eindeutig, trotzdem streckte ich meine Hand blind nach der Nachttischlampe aus. Ich erfühlte den kleinen Knopf und schaltete das Licht ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war das erste Mal, dass ich den echten Slenderman sah. Er stand regungslos da und starrte mich aus seinem blanken, weißen Gesicht an. Er hat zwar keine Augen, aber ich spürte ganz deutlich, dass er mich ansah. Und dann … war er verschwunden. Vom einen zum nächsten Moment war er nicht mehr da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein gesamter Körper war von einer Gänsehaut überzogen, während ich panisch darüber nachdachte, was gerade passiert war. Hatte ich ihn mir bloß eingebildet? War ich vielleicht noch nicht ganz wach gewesen? Ich hatte mal von sogenannten Schlafparalysen gelesen, in denen man im halbwachen Zustand fürchterliche Kreaturen sehen kann, die einem im Bett auflauern. Und auch das beklemmende Gefühl wurde von den meisten Leuten beschrieben, die von ihren Schlafparalysen berichten. Andererseits war man bei einer Schlafparalyse bewegungsunfähig. Und ich hatte mich ganz eindeutig bewegt, als ich das Licht eingeschaltet habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frau Dühr? Sind Sie noch bei mir?“, riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass ich Frau Dr. Brinkmann gegenüber auf einem Sofa saß. Ich war so sehr in Gedanken versunken gewesen, dass ich die Welt um mich herum völlig ausgeblendet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„’Tschuldigung“, antwortete ich meiner Psychiaterin. Ich hatte sie aufgesucht, nachdem ich Slenderman einige weitere Male gesehen hatte. „Ich war in Gedanken wieder bei unserer ersten Begegnung.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frau Dr. Brinkmann lächelte mitleidig. „Keine Sorge, Frau Dühr. Mit ihren neuen Medikamenten dürfte es schnell besser werden. Wenn Sie heute noch Ihre erste Tablette nehmen, können sie die Nacht vielleicht schon wieder durchschlafen. Spätestens in zwei Tagen dürften die Tabletten aber ihre volle Wirkung entfaltet haben.“</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich im Bus nach Hause saß, war ich frohen Mutes. Ich hatte die erste Tablette direkt in der Apotheke genommen. Zwar sah ich Slenderman noch während der Fahrt an einer verlassenen Bushaltestelle stehen, aber ich schloss bloß die Augen und stellte mir vor, wie mein Leben ohne die Halluzinationen aussehen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnte ich das Gefühl des Unwohlseins nicht ganz unterdrücken. Ich musste Slenderman nicht mehr ansehen, um ihn mir detailgetreu vorstellen zu können. Und so zeichneten seine weiße Haut, sein gesichts- und haarloser Kopf und der elegante schwarze Anzug mit dem weißen Hemd und der schwarzen Krawatte sich deutlich vor meinem inneren Auge ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also atmete ich einige Male tief durch, lockerte den Griff meiner Hände, die sich in den Sitz gekrallt hatten, und wartete, bis der Bus endlich weiterfuhr. Mehr sah ich von Slenderman an dem Tag nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch die Nacht verlief ohne Albträume. Zum ersten Mal seit Wochen fühlte ich mich am Morgen ausgeschlafen. Ich hätte Frau Dr. Brinkmann für ihre Tabletten küssen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast schon glücklich stand ich auf. Ich ging in die Küche, trank eine Tasse Kaffee und aß eine Schale Müsli, ehe ich mich zur Uni aufmachte. Heute war nicht allzu viel los und ich hatte nur wenige Vorlesungen, weshalb ich vergleichsweise früh nach Hause kam. Dabei erschien mir Slenderman nicht ein einziges Mal, weshalb ich sogar Joggen ging. Das hatte ich ewig nicht mehr getan. Und was soll ich sagen? Es tat mir richtig gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich dachte wirklich, dass jetzt alles gut werden würde. Dass Slenderman ein für alle Mal verschwunden sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich jedoch unter der Dusche stand und gerade dabei war, meine Haare nass zu machen, kam das vertraute Gefühl, beobachtet zu werden, schlagartig zurück. Ich hatte das Gefühl schon häufiger unter der Dusche gehabt. Auch vor Slenderman. Das Gefühl, dass plötzlich jemand oder etwas hinter mir steht, während ich die Augen geschlossen hatte, damit kein Wasser oder Shampoo hineinkam. Ich fühlte mich blind und wehrlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem – oder gerade deswegen – öffnete ich nicht meine Augen. Ich tastete blind nach meiner Shampooflasche, damit ich Slenderman nicht sehen musste, sollte er tatsächlich irgendwo im Bad stehen. Womit ich jedoch nicht gerechnet hatte, war, dass meine Hand auf rauen Stoff traf. So weit in die Dusche hinein konnte mein Duschvorhang überhaupt nicht hängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicher öffnete ich jetzt die Augen. Ich sah etwas großes Schwarzes neben mir stehen. Entsetzt riss ich den Kopf hoch … und blickte direkt in das leere weiße Gesicht von Slenderman, das mich wie immer augenlos anstarrte. Es war maximal einen halben Meter von meinem entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein spitzer Aufschrei entfuhr mir, während ich rückwärts taumelte. Ich rutschte mit dem Fuß weg, verlor das Gleichgewicht. Während ich dabei war, aus der Dusche zu stürzen, krallten sich meine Finger in den Duschvorhang. Ich spürte, wie die Duschvorhangstange unter meinem Gewicht nachgab. Sie brach aus der Verankerung. Mit einem lauten metallischen Scheppern stürzte sie gemeinsam mit mir zu Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Panisch befreite ich mich von dem Stoff, rappelte mich auf und rannte aus dem Bad Richtung Schlafzimmer. Dort schloss ich die Tür hinter mir ab und rief mit meinem Handy sofort Frau Dr. Brinkmann an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Brinkmann?“, meldete sie sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frau Dr. Brinkmann?“, jammerte ich in mein Telefon. „Bitte, ich brauche Ihre Hilfe. Bis eben war alles gut. Ich dachte, die Tabletten wirken. Aber dann stand er plötzlich in der Dusche. Ich hab ihn berührt. Verstehen Sie? Ich hab den Stoff seines Anzugs zwischen meinen Fingern gespürt! Ist sowas überhaupt möglich?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Frau Dühr?“, erwiderte meine Psychiaterin. „Bitte atmen Sie einmal tief durch und erklären Sie mir genau, was geschehen ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und das tat ich auch. Nachdem ich ihr alles so genau geschildert hatte, wie es mir in meinem kleinen Panikanfall möglich war, bot sie mir an, dass ich zu der späten Stunde noch in ihre Praxis fahren solle. Sie würde vor Ort auf mich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hektisch warf ich mir die nächstbeste Kleidung über. Als ich jedoch nach der Türklinke griff, zögerte ich. Aber zum einen wollte ich Dr. Brinkmann nicht warten lassen und zum anderen wusste ich genau, dass eine verschlossene Tür Slenderman nicht aufhalten konnte. Also drehte ich den Schlüssel im Schloss und stürzte auf den Flur. Aus dem Augenwinkel sah ich eine schwarze Gestalt in meiner Wohnzimmertür stehen. Ich sah nicht hin, riss meine Jacke vom Harken, schlüpfte in meine Sneakers und stürmte nach draußen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch auf dem Weg zur Praxis sollte Slenderman mich nicht in Ruhe lassen. Ich sah in zweimal auf der anderen Straßenseite stehen, ehe ich die Bushaltestelle erreichte. Und auch dort sah ich ihn ein weiteres Mal auf einem Spielplatz, während ich auf meinen Bus wartete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie froh ich war, als der Bus endlich ankam. Ohne dem Spielplatz eines weiteren Blickes zu würdigen, sprintete ich hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nervös mit dem Bein hibbelnd saß ich da. Wahrscheinlich hielten mich die anderen Fahrgäste für einen Junkie, wie ich mich mit meinen nassen, ungekämmten Haaren und dem zuckenden Bein nervös im Bus umsah. Ich musste ziemlich scheiße aussehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem sprach mich niemand an. Und das war mir nur recht so. Die einzige Person, mit der ich gerade sprechen wollte, war meine Psychiaterin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann plötzlich stand Slenderman im Gang neben mir und die Situation eskalierte: Ich kreische, während ich aufsprang und mich an ihm vorbei nach vorne drängelte. Dabei sah ich, wie schattenhafte Tentakel aus seinem Rücken waberten. Meine Nerven lagen blank. Panisch schrie ich auf den Busfahrer ein. „Bitte. Er ist hier. Lassen Sie mich raus!“, schrie ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der junge Fahrer sah aus, als wäre er mit der Situation mindestens genauso überfordert wie ich. „Beruhigen Sie sich. Wir sind gleich bei der nächsten Station“, versuchte er, mich zu beschwichtigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich wollte mich nicht beruhigen. Ich hielt es nicht aus, mit diesem Ding im Bus zu sein. Also griff ich dem Fahrer ins Lenkrad.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wollte ich nicht, dass der Bus einen Unfall baut, aber irgendwie musste ich den Fahrer ja zum Bremsen animieren. Es funktionierte. Sobald der Bus stand, drückte ich den Türöffner neben dem Lenkrad und stürmte auf die Straße. Was ich dabei nicht bedachte, war das Auto, das auf der Spur neben uns fuhr. Ein Hupen. Quietschende Reifen. Ein lauter Knall. Schwärze.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">&#8212;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich wieder zu mir kam, lag ich in einem Krankenhausbett. Mein rechter Arm befand sich in einem Gips, Verband zierte meinen linken. Ich erkannte einen EKG-Monitor, über den in regelmäßigen Abständen mein Puls zuckte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Sie sind wach!“, hörte ich eine überraschte Stimme zu meiner Linken. „Frau Dühr, Sie hatten einen Unfall. Sie befinden sich in einem Klinikum“, versuchte ein Arzt mir zu erklären, ehe er begann, auf mich einzureden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich nickte, obwohl ich ihm gar nicht zuhörte. Meine Aufmerksamkeit galt der großen Gestalt, die am Fußende meines Bettes stand: Slenderman.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er stand dort und beobachtete mich, wie er es schon so viele Male getan hatte. Doch diesmal war es anders. Ich hatte keine Angst. Mein Atem blieb völlig ruhig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst, als seine schattenhaften Tentakel wieder aus seinem Rücken wuchsen, wie sie es bereits im Bus getan hatten, änderte sich die Kurve auf dem EKG-Monitor nicht. Ich wollte nicht mehr gegen ihn ankämpfen. Es sollte endlich aufhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich beugte er sich nach vorn. Er streckte seine Hand nach mir aus, als wolle er, dass ich mit ihm gehe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langsam und vorsichtig hob ich jetzt auch meine Hand und griff nach der seinen. Seine Tentakel schlossen sich langsam um mich. Sie hüllten mich in vollkommene Schwärze. Das Letzte, was ich hörte, war das flache durchgehende Piepen des Herzfrequenzmessgeräts.</p>


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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Slenderman (Englisch für „schlanker Mann“) ist eines der berühmtesten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/creepypasta" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Creepypasta</a>-Monster der Welt. Er ist so berühmt, dass er es geschafft hat, zu einer weltweit bekannten <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">urbanen Legende</a> zu werden. Inzwischen gibt es außerdem diverse Computerspiele und Filme über ihn.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Slenderman ist ein menschenähnliches Wesen, das meist um die 2 bis 3 Meter, seltener bis zu 4 Meter groß beschrieben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den meisten Darstellungen trägt er einen schwarzen Anzug, ein weißes Hemd und eine schwarze oder rote Krawatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im direkten Kontrast zu seiner schwarzen Kleidung steht seine weiße Haut. Er hat einen schneeweißen Kopf ohne Augen, Mund, Nase, Ohren oder Haare. Sein Gesicht ist eine blanke, konturlose Fläche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und auch seine weißen Hände werden fast ausschließlich ohne Fingernägel und Falten dargestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich soll er mehrere schwarze schattenhafte Arme oder Tentakel besitzen, die aus seinem Rücken wachsen können.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Jahre gab es viele verschiedene Versionen von Slenderman, die sich mal mehr mal weniger stark voneinander unterscheiden. Ich beziehe mich an dieser Stelle auf den ursprünglichen Slenderman und einige von der Allgemeinheit als Canon anerkannte Ergänzungen, die mit der Zeit hinzugekommen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich war z. B. davon die Rede, dass Slenderman ausschließlich Kinder entführen würde. Inzwischen heißt es jedoch, dass er jede Person, egal welchen Alters, entführen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders häufig sind Menschen betroffen, die sich eingehend mit Slenderman beschäftigen. Einige Leute meinen, es würde reichen, wenn man sich mehrere Artikel über Slenderman durchliest oder sogar nur die Spiele zu lange oder häufig spielt, andere meinen, man müsse regelrecht von ihm besessen sein, um ihm zum Opfer zu fallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So oder so sind die ersten Anzeichen, dass Slenderman zu einer Gefahr werden kann, wen man anfängt, von ihm zu träumen. Spätestens dann sollte man lieber von dem Slenderman-Thema die Finger lassen. Leider ist es aber auch genau diese Faszination, die die Leute dazu bewegt, sich noch mehr mit ihm zu beschäftigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann soll Slenderman schließlich aus den Träumen in die wirkliche Welt entweichen – sei es nur als schattenhafte Gestalt, die man aus dem Augenwinkel sieht, oder als deutliche Erscheinung. Er steht dabei immer reglos in der Gegend herum und soll dabei menschenleere Orte und Wälder bevorzugen. Auch kann er sich teleportieren, also spontan auftauchen und genauso plötzlich wieder verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit werden die Erscheinungen immer realer und häufiger, bis er die Betroffenen schließlich entführt oder sie dem Wahnsinn verfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gerücht, dass man Slenderman nicht ansehen dürfe, da er einen sonst holen kommt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit den Slenderman-Videospielen entsprungen, in denen man verliert, wenn man Slenderman zu lange direkt ansieht. In den ursprünglichen Creepypastas ist davon nirgends die Rede.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Slenderman hat keinen bevorzugten Lebensraum. Zwar wird er, wie bereits erwähnt, hauptsächlich mit Wäldern und verlassenen Orten in Verbindung gebracht, er soll jedoch auch schon in belebten Gegenden und sogar in Menschenmengen gesehen worden sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Slenderman (oder Slender Man, wie er damals noch geschrieben wurde) wurde im Jahr 2009 im Rahmen eines Foto-Wettbewerbs des Internetforums „Something Awful“ erschaffen, bei dem es darum ging, paranormale Fotos zu erstellen (die Forendiskussion findet ihr <a href="https://forums.somethingawful.com/showthread.php?threadid=3150591" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier</a>, falls sie euch interessiert). Der Erfinder von Slenderman heißt Eric Knudsen und ist unter dem Pseudonym Victor Surge bekannt. Er postete im Rahmen des Wettbewerbs die ersten Fotos von Slenderman und schrieb die ersten Texte über ihn. Slenderman stieß dabei auf solche Beliebtheit, dass bald auch weitere Nutzer Bilder zeichneten und Fotos erstellten, die ihn darstellten. Im Rahmen des Forums wurde übrigens auch ein anderes Wesen erschaffen, das angeblich den Ursprung der Slendermanlegende darstellt: <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-grossmann" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der Großmann</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald schon war Slenderman in der Creepypasta-Community weit über das „Something Awful“-Forum hinaus bekannt. Mit dem gratis Computerspiel „Slender: The Eight Pages“ (2012) und seinem kostenpflichtigen Nachfolger „Slender: The Arrival“ (2013), die damals beide viral gingen, erreichte Slenderman weitere Zielgruppen, bis er schließlich zu seiner heutigen Größe heranwuchs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem erschienen weitere Videospiele von anderen Entwicklern sowie diverse Filme, in denen Slenderman vorkommt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verheerende Folgen:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In wenigen Tagen jährt sich ein wirklich schlimmes Verbrechen, das im Namen von Slenderman verübt wurde. Am 30. Mai 2014 stachen in Waukesha, Wisconsin, USA zwei 12-jährige Mädchen mit 19 Messerstichen auf eine ebenfalls 12-jährige Freundin und Klassenkameradin ein. Zum Glück hat sie den Angriff überlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden Mädchen taten dies, weil sie der Meinung waren, dass Slenderman sie und ihre Familien töten würde, wenn sie es nicht täten. Ausgelöst wurde dieser Gedanke durch ihre Recherche in der Creepypasta Wiki und der Schizophrenie, unter der eines der beiden Mädchen litt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Näher möchte ich an dieser Stelle nicht auf den Fall eingehen, aber falls ihr euch für den Fall interessiert, kann ich euch den Dokumentarfilm „Beware the Slenderman“ sehr ans Herz legen, der den grausamen Fall im Detail behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich hoffe, euch hat meine überarbeitete Geschichte von Slenderman gefallen. Was haltet ihr von ihm? Habt ihr die Spiele schon einmal gespielt oder gesehen? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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		<title>Der Großmann – der falsche deutsche Slenderman</title>
		<link>https://www.geister-und-legenden.de/der-grossmann</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2019 13:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Creepypasta]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Monster und Ungeheuer]]></category>
		<category><![CDATA[Urbane Legenden]]></category>
		<category><![CDATA[Grossmann]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich hatte nach oben geschaut und direkt in ein weißes Gesicht gesehen. Es hatte keine Augen, keine Nase, keine Ohren und keine Haare, sondern nur einen großen Mund, der mich breit angrinste. Der Großmann!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-grossmann">Der Großmann – der falsche deutsche Slenderman</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Wieso ich den Großmann als falschen deutschen Slenderman bezeichne, könnt ihr unter „Die Legende“ nachlesen. Ich war mir erst unsicher, ob ich ihn überhaupt behandeln sollte, habe mich dann aber dafür entschieden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Was ist? Traust du dich nicht? Du hast doch gesagt, dass Mädchen auch mutig sein können, oder hast du Angst?“, fragte Nils. Ich schluckte und sah in den tiefen, dunklen Wald hinein. „Meine Mama hat gesagt, dass der Großmann im Schwarzwald auf Kinder wartet. Ich darf nie nie nie nie niemals abends oder nachts im Wald spielen, hat sie gesagt“, erwiderte ich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nils atmete schnaubend aus. „Ja, und sie sagt dir bestimmt auch, dass der Weihnachtsmann dir zu Weihnachten Geschenke bringt!“, sagte er und begann, in den Wald zu gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wusste nicht, was er meinte. Natürlich brachte mir der Weihnachtsmann jedes Jahr Geschenke. Ich war ja auch artig. Bestimmt war Nils nur wütend, weil er immer unartig war und nie vom Weihnachtsmann Geschenke bekam!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann schluckte ich. Ich war gerade auch unartig. Würde der Weihnachtsmann mir dieses Jahr also auch nichts bringen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Worauf wartest du denn, du Angsthase?“, rief Nils mir aus dem Wald entgegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Selber Angsthase!“, schrie ich, schaltete meine kleine Prinzessin Wunderfee Taschenlampe ein und rannte ihm hinterher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich ihn endlich eingeholt hatte, verlangsamte ich meine Schritte wieder und sah mich ängstlich in dem dunklen Wald um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Taschenlampen brachten kaum etwas und es herrschte fast völlige Dunkelheit. Wie sagte man …? Als könne man die Hand vor Augen nicht sehen? Und tatsächlich! Egal, wie nah ich meine Hand auch vor meine Augen hielt, ich konnte sie nicht sehen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich bemerkte, dass ich bei diesem kleinen Test stehengeblieben war und Nils wieder weiter von mir weg war, holte ich schnell auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„U-und wenn wir den Großmann jetzt doch sehen?“, flüsterte ich ihm zu. Nils blieb stehen und leuchtete mir mit seiner Taschenlampe direkt ins Gesicht, sodass ich mir die Augen abschirmen musste. „Dann rennen wir halt weg. Ich bin der schnellste Junge aus meiner Klasse. Und der Großmann lässt uns in Ruhe, sobald wir unseren Eltern gesagt haben, dass wir nachts im Wald waren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spürte, wie das Klopfen in meiner Brust schneller wurde. Ich sollte es meinen Eltern erzählen? Aber wenn sie davon erfahren, bekomme ich ganz doll Ärger und dann schenkt der Weihnachtsmann mir bestimmt kein Fahrrad mehr! Und dabei hatte ich mir doch so ein Schönes ausgesucht. Es hatte sogar ein eigenes Fähnchen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen es ja nur zu der großen Tanne schaffen und dann kannst du wieder ganz schnell in dein Angsthasenbett gehen!“, sagte Nils und streckte mir die Zunge raus. „Boah, Jungs sind so doof! Ich habe keine Angst. Wirklich nicht!“, log ich. Insgeheim wünschte ich mir jedoch Schnüffel – meinen braunen Stoffhasen – her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Nils hatte recht, wenn wir die große Tanne erreichten, konnten wir endlich umdrehen. Das war die Abmachung. Wenn ich es bis dorthin schaffen würde, mussten Nils und seine Freunde mich bei ihren Spielen auf dem Pausenhof mitspielen lassen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als es plötzlich ganz in unserer Nähe raschelte und knackte, schrien Nils und ich gleichzeitig auf. Sofort leuchteten wir in die Richtung, konnten jedoch nur einen Busch sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bestimmt nur ein Tier“, sagte ich – eher zu mir selbst, als zu Nils. „Lass uns einfach schnell zur Tanne, ja?“, erwiderte er nur und ging schweigend weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt achtete ich auf jedes Geräusch. Ich wollte es eigentlich gar nicht, doch ich konnte nicht anders.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tagsüber war es hier anders. Die Luft war erfüllt vom Gesang der Vögel. Doch jetzt herrschte einfach nur Stille. Jedes Rascheln im Wind, jedes Knacken kam mir unheimlich vor. Ich hoffte nur, dass es nicht der Großmann war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ist es noch weit?“, fragte ich, als ich immer unruhiger wurde. „Nein, wir sind schon lange am alten Baumhaus vorbeigekommen, es müsste hier gleich irgendwo sein.“ „Echt? Ich habe das Baumhaus gar nicht gesehen“, erwiderte ich. Nils sagte nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hatte er gelogen? Wenn er sich verlaufen hatte … „Siehst du, sag ich ja“, antwortete Nils und grinste mich an. Wir kamen auf eine Lichtung zu. Wenn wir wirklich am Baumhaus vorbeigekommen waren, musste die große Tanne genau in der Mitte davon stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nils hielt so plötzlich an, dass ich in ihn hineinlief. „Au!“, beschwerte ich mich, „Bist du doof?“ Nils antwortete nicht, sondern starrte mit verwirrt aussehendem Gesicht in die Dunkelheit. Was war nur los? Ich folgte seinem Blick und …</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das konnte nicht sein! Die große Tanne, zu der wir wollten, hätte alleine in der Mitte der Lichtung stehen müssen. Hier hingegen standen zwei Bäume. Zwei große Tannen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du hast dich verlaufen, gib es zu!“, sagte ich laut. „Ich … nein!“, erwiderte Nils nur und ging ungläubig auf die zwei Bäume zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da ich nicht alleine in der Dunkelheit stehen wollte, ging ich ihm nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Und jetzt?“, fragte ich. Nils leuchtete in alle Richtungen. Versuchte er, etwas zu erkennen? Seine Taschenlampe war kaum hell genug, um die Bäume von hier aus zu sehen, wie wollte er dann welche von ihnen wiedererkennen?!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genervt sah ich die beiden Tannen an. Wieso konnte es nicht nur eine Tanne sein? Wieso mussten es zwei sein? Ich hätte mich jetzt auf den Rückweg machen und bald wieder bei Schnüffel und Mama sein kö…</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungläubig starrte ich die eine Tanne an. Dort war ganz deutlich ein Herz zu sehen. Jemand hatte es in die Rinde geritzt und „S+L“ hineingeschrieben … genau wie bei unserer großen Tanne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Nils?“, fragte ich verwirrt. Er wandte sich sofort zu mir um und riss dann die Augen auf. „Emmy, geh da weg!“, schrie er. Ohne nachzudenken, wandte ich mich um und sah hinter mich. Dort waren die beiden Tannen … nur dass eine sich bewegte. Mit offenem Mund leuchtete ich nach oben und folgte dem Licht mit meinen Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kreischte wie am Spieß und konnte mich gerade noch daran hindern, die Taschenlampe vor Schreck fallenzulassen. Das war kein Baum. Ich hatte nach oben geschaut und direkt in ein weißes Gesicht gesehen. Es hatte keine Augen, keine Nase, keine Ohren und keine Haare, sondern nur einen großen Mund, der mich breit angrinste. Der Großmann!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hörte ich ein Geräusch, als würde sich ein alter Baum biegen und krümmen und ich sah ganz viele Arme auf mich zukommen. Sie kamen alle vom Großmann und kein einziger hatte eine Hand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch immer wie am Spieß kreischend drehte ich mich um und rannte in den Wald hinein. Nils, der eben auch erst losgerannt sein musste, war direkt vor mir.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder stieß ich mit den Füßen schmerzhaft gegen Wurzeln und stolperte, fiel aber zum Glück nicht hin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ich genau hören konnte, wie dicht Großmann hinter uns sein musste, drehte ich mich flüchtig um. Er war uns wirklich direkt auf den Fersen … und wir waren nicht schnell genug. So würden wir es niemals nach Hause schaffen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Uff“, hörte ich Nils plötzlich aufstöhnen. Erst wusste ich nicht, was passiert war und sah seine Taschenlampe nicht mehr, bis ich bereits an ihm vorbeigerannt war. Er war gestürzt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte zu ihm rennen und ihm helfen, doch der Großmann war schon bei ihm. Er stand über ihm und streckte seine vielen Arme nach ihm aus und … ich drehte mich um und rannte weiter. Ich konnte da nicht hingucken!</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Emmy! Emmy!!!“, kreischte Nils panisch. Tränen schossen mir in die Augen, aber ich rannte weiter. Dann stoppten die Schreie plötzlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt hielt ich es nicht mehr aus. Ich sah wieder über die Schulter und sah … nichts. Weder von Nils, noch vom Großmann war etwas zu sehen. Trotzdem wurde ich nicht langsamer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte gerade meinen Blick wieder nach vorne richten, als ich etwas weiches, elastisches mit der Schulter traf. Ein kurzer Schrei entfuhr meinen Lippen, bis ich merkte, dass es sich um eine Strickleiter handelte. Das Baumhaus!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von hier aus kannte ich den Weg. Ich musste nur noch geradeaus und wäre bald am Waldrand!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann hörte ich ein Knarren und Knacken hinter mir. Seinen Körper konnte ich zwar nicht erkennen, dafür zeichnete das weiße Gesicht des Großmanns mit seinem breiten Grinsen deutlich in den Baumkronen ab. Er war zwar noch nicht bei mir, aber kam schnell näher und näher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sah nicht mehr hin. Völlig darauf konzentriert, nicht zu stolpern und möglichst schnell voranzukommen, rannte ich weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einiger Entfernung konnte ich bereits Lichter sehen. Das mussten die Straßenlaternen vor dem Wald sein. Nicht mehr lange und ich wäre Zuhause!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich die letzten Bäume hinter mir gelassen hatte, warf ich zum ersten Mal wieder einen Blick nach hinten. Der Großmann war ebenfalls fast am Waldrand. Ich kam zwar jetzt im Grass besser voran, der Großmann jedoch auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mama! Mamaaa!“, kreischte ich, als ich mich dem Haus näherte. Die Lichter waren alle aus!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schrie wieder und wieder nach ihr, bis im Schlafzimmer endlich Licht anging. Dafür war der Großmann jetzt fast direkt bei mir und ich bei der Haustür. Wie wild hämmerte ich mit meinen Fäusten dagegen und betätigte die Klingel. „Mama! Mama!!!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Emmy, was machst du denn da draußen?“, fragte Mama laut und im wütenden Tonfall. Dafür war sie endlich bei der Tür. Sie öffnete sie und sah erst wütend mich und dann mit aufgerissenen Augen den Großmann hinter mir an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Mama! Ich bin mit Nils nachts in den Wald gegangen! Ich weiß, dass du das verboten hast und es tut mir leid!“, schrie ich weinend und sie hob mich sofort auf ihre Arme. Dann kreischte sie auf und drehte sich, sodass ihr Körper schützend zwischen mir und dem Großmann war. Dafür war mein Gesicht dem Großmann jetzt genau zugewandt. Er stand bedrohlich über mir. Seine vielen Arme waren nach mir ausgestreckt und er war … reglos. Er stand einfach nur da und grinste mich mit seinem augenlosen Gesicht an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann bewegte er sich wieder. Er kam aber nicht näher, sonder richtete sich auf. Ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen, wandte er sich ab und ging zurück auf den Wald zu. Ungläubig sah ich ihm nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war das letzte Mal, dass ich den Großmann sah. Von dort an hielt ich mich immer an das, was Mama mir sagte und auch heute habe ich noch manchmal Nils‘ Worte im Kopf: „Dann rennen wir halt weg. Der Großmann lässt uns in Ruhe, sobald wir unseren Eltern gesagt haben, dass wir nachts im Wald waren.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider hatte er nicht so viel Glück gehabt, wie ich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Legende:</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großmann ist eine angeblich <a rel="noreferrer noopener" label=" (öffnet in neuem Tab)" href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden" target="_blank">deutsche Legende</a>, die als Ursprung für die Slenderman <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/urbane-legenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener" label=" (öffnet in neuem Tab)">Legende</a> genannt wurde. Tatsächlich findet man jedoch fast nur Hinweise auf ihn in englischsprachigen Artikeln und (fast) gar keine in Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen soll es sich sogar herausgestellt haben, dass der Großmann 2009 zusammen mit Slenderman erfunden wurde.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Aussehen:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großmann ist eine sehr dünne, große <a href="https://www.geister-und-legenden.de/geschichten/monster-und-ungeheuer" target="_blank" rel="noreferrer noopener" label=" (öffnet in neuem Tab)">Kreatur</a> (er wird teilweise auch „Fee“ genannt), die angeblich sehr viele handlose Arme besitzt. Seine vielen Arme werden häufig auch als Tentakeln bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er sei so groß, dass er sich als Baum im Schwarzwald tarnen könne und soll seine vielen Arme dazu nutzen, um diese Tarnung zu verstärken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großmann wird häufig als gesichtslos mit einem Kopf ohne Haare oder Ohren beschrieben. Andere angebliche Erzählungen berichten davon, dass der Großmann zwar kein Gesicht habe, dafür aber runde, weiße Augen oder aber keine Augen und dafür ein breites Grinsen oder Lächeln besitze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kleidung des Großmanns ist hingegen nicht deutlicher beschrieben. In einem Text, der zusammen mit der wahrscheinlich ersten Erwähnung des Großmannes veröffentlicht wurde, heißt es: „The only thing that we found was a scrap of black clothing. It feels like cotton, but it is softer…thicker.“ (Das einzige, was wir gefunden haben, war ein Stück schwarze Kleidung. Es fühlt sich an wie Baumwolle, jedoch weicher…dicker.).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es wird also auch bei der Kleidung eine Ähnlichkeit zu Slenderman angedeutet, der ja bekanntlich einen schwarzen Anzug tragen soll.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großmann soll – ähnlich wie der Slenderman – dafür bekannt sein, Kinder zu entführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eltern warnten damals angeblich ihre Kinder davor, nachts in den Wald zu gehen. Wenn die Kinder ihren Eltern nicht gehorchten und sich trotzdem bei Dunkelheit in den Wald trauten, soll der Großmann aufgetaucht sein und sie verfolgt haben. Wenn er es geschafft hat, sie einzuholen, soll er sie entführt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kinder hatten jedoch noch eine Chance. Wenn sie schnell genug nach Hause laufen und ihren Eltern gestehen konnten, was sie getan hatten, soll der Großmann von ihnen abgelassen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Geschichten sollen davon berichten, dass der Großmann den Kindern immer wieder erschienen sei und ihnen Dinge zugeflüstert habe, bis diese freiwillig mit ihm gegangen seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie der Großmann die Kinder auch immer entführt haben soll, genau wie beim Slenderman weiß niemand, wohin er sie gebracht und was er mit ihnen dort gemacht hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lebensraum:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man dem Internet glauben sollte, lebte der Großmann etwa im sechzehnten Jahrhundert im Schwarzwald.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ursprung:</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist der Großmann nur eine Erfindung, die der ebenfalls erfundenen Legende des Slenderman mehr Glaubhaftigkeit verleihen sollte.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was haltet ihr von der Legende des Großmanns? Findet ihr es in Ordnung, solche falschen Legenden zu erschaffen, um eine andere Legende glaubwürdiger erscheinen zu lassen? Schreibt mir gerne einen Kommentar!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn ihr mehr solche Geschichten oder Legenden lesen wollt, abonniert auch gerne meinen <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.geister-und-legenden.de/newsletter" target="_blank">Newsletter</a>, oder folgt mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://twitter.com/geisterlegenden" target="_blank">Twitter</a>, <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/geisterlegenden/" target="_blank">Facebook</a> oder <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/geisterlegenden/" target="_blank">Instagram</a>!</em></p>
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