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	<title>Der kopflose Reiter Archive - Geister und Legenden</title>
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	<description>In diesem Blog schreibe und veröffentliche ich jeden zweiten Montag eine neue Legende und Geschichte über Geister oder andere übernatürliche Dinge. Viel Spaß beim Gruseln!</description>
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	<title>Der kopflose Reiter Archive - Geister und Legenden</title>
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		<title>Der kopflose Reiter – Er darf dich nicht berühren! (überarbeitet)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jeremie Michels]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 13:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ich fuhr herum. Am Anfang sah ich noch gar nichts. Dann jedoch erschien im Licht meines Handys eine Gestalt auf einem Pferd – der kopflose Reiter. Langsam, fast gespenstisch kam er auf mich zu …</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.geister-und-legenden.de/der-kopflose-reiter">Der kopflose Reiter – Er darf dich nicht berühren! (überarbeitet)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.geister-und-legenden.de">Geister und Legenden</a>.</p>
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<p>Der kopflose Reiter war die erste <a href="http://geister-und-legenden.de/geschichten/deutsche-legenden">deutsche Legende</a>, die ich 2019 auf meinem Blog behandelt habe. Sie war auch eine der ersten Geschichten, die von jemandem vertont wurde, auch wenn das YouTube-Video von Johanna Christin leider nicht mehr online ist.</p>



<p>Ich hoffe, euch gefällt meine überarbeitete Fassung.</p>



<p>Viel Spaß beim Gruseln!</p>



<details><summary><strong>Triggerwarnungen (Achtung Spoiler!) </strong></summary>
<p>&#8211; Tod<br>
&#8211; Trauer</p></details>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte:</h2>



<p>Ich rümpfte die Nase. Obwohl wir schon eine Woche hier waren, hatte ich mich noch immer nicht an den Geruch nach Kuhdung gewöhnt, der fast durchgehend in der Luft lag. Als Stadtmensch kannte ich so etwas gar nicht.</p>



<p>Hennes, mein Verlobter, war hier hingegen aufgewachsen. Es war seine Idee gewesen, für eine Woche ins Rheinland zu fahren, in das Dorf, wo er seine gesamte Kindheit verbracht hatte.</p>



<p>Für mich war das eine ganz neue Erfahrung. In der Stadt waren die Menschen nichts als fremde Gesichter, die an mir vorbeizogen. Klar hatten sie alle ihre eigenen Probleme und Geschichten, aber sie behielten sie für gewöhnlich für sich.</p>



<p>Hier auf Land hingegen war das völlig anders. Die Leute waren alle so nett, grüßten Hennes sogar beim Namen, obwohl er schon vor vielen Jahren hier weggezogen war. Wie oft wir stehengeblieben waren, um mit einem alten Bekannten zu quatschen. Und obwohl Hennes mit ihnen viel über seine Kindheit redete, hatte ich nie das Gefühl, das fünfte Rad am Wagen zu sein. Sie banden mich in die Gespräche ein, fragten mich nach meiner Meinung oder erzählten mir Anekdoten aus Hennes‘ Jugend.</p>



<p>Nie hätte ich gedacht, dass ein schlichter Urlaub auf dem Land so traumhaft werden könnte. Doch wie bei so vielen Dingen sollte auch hier aus einem Traum ein Albtraum werden.</p>



<p>Es war der letzte Abend vor der Heimreise. Gleichzeitig war es das erste Mal, dass ich mich in dem kleinen Dorf unwohl fühlte. Es war fast so, als hätte ich etwas geahnt, während wir auf dem Weg zu der Kneipe, in der Hennes immer als Jugendlicher mit seinen Freuden abgehangen hatte, eine Abkürzung über einen kleinen Feldweg nahmen.</p>



<p>Obwohl Hennes einen Arm um mich gelegt hatte, um mich zu wärmen, fröstelte ich. Schweigend gingen wir nebeneinander her. Unsere Schritte knirschten im Kies, Grillen zirpten in den Feldern. Dann plötzlich mischte sich Hufgetrappel in die Geräuschkulisse.</p>



<p>Hennes und ich sahen einander fragend an. Wir dachten genau dasselbe: Wer ritt zu so später Stunde noch ein Pferd aus? Die Sonne war längst untergegangen. Das einzige Licht kam von den letzten Momenten der Dämmerung.</p>



<p>Neugierig blickten wir dem Reiter entgegen, der gemächlich auf uns zu getrabt kam. Gerade jedoch, als ich mich an den Wegesrand stellen wollte, um ihn vorbeizulassen, fiel mein Blick auf seinen Kopf – oder eher auf die Stelle, wo sein Kopf hätte sein müssen. Der Platz zwischen seinen Schultern war leer.</p>



<p>Ein spitzer Schrei entfuhr mir, als ich es bemerkte. Hennes trat sofort schützend vor mich. Der Kopflose ließ sich davon nicht beirren. Stattdessen brachte er sein Pferd direkt vor uns zum Stehen.</p>



<p>Hennes wich einen Schritt zurück, während er zu ihm aufsah. Doch von Angst fehlte in seiner Stimme jede Spur. „Hey!“, sagte er laut. „Findest du es witzig, meine Freundin so zu erschrecken?“</p>



<p>Fast rechnete ich damit, dass der Mann sich entschuldigte, uns erklärte, dass er bloß zu einer Kostümparty unterwegs sei. Es hätte zu meinem Eindruck von den sonstigen Bewohnern des Dorfes gepasst. Er blieb jedoch einfach nur stumm stehen.</p>



<p>Ich merkte, wie Hennes versuchte, sich möglichst groß zu machen.</p>



<p>„Schatz, lass ihn einfach vorbei“, drängte ich ihn, während ich an seinem Ärmel zupfte. Ich hatte keine Lust auf Streit.</p>



<p>Hennes sah das jedoch anders. „Ohne Entschuldigung?“, fragte mein Verlobter. „Na warte, gleich wissen wir, wer sich unter dem Kostüm versteckt. Mal sehen, wie gruselig du dann noch bist!“</p>



<p>„Hennes …“, drängte ich erneut. Aber er hörte nicht auf mich. Ich unterdrückte ein Augenrollen. Männer und ihr Machogehabe. Dass sie immer denken mussten, uns Frauen irgendetwas beweisen zu müssen.</p>



<p>Er ging einen kleinen Bogen um den Kopf des Pferdes herum und trat seitlich an den noch immer reglosen Reiter heran. Dort griff er nach seiner Jacke.</p>



<p>Der Kopflose reagierte blitzschnell. Noch ehe Hennes an dem Stoff zerren konnte, packte der Fremde ihn am Handgelenk. Er hielt ihn eisern fest. Im selben Augenblick stieß mein Verlobter überrascht den Atem aus.</p>



<p>Für einen Moment bewegte sich niemand von uns. Ich hörte, wie mein Herz raste, während Hennes den Fremden bloß reglos anstarrte. Dann plötzlich ließ der Reiter meinen Verlobten los. Er setzte sich mit seinem Pferd wieder in Bewegung und ritt langsam an uns vorbei. Bald war er wieder in der Dunkelheit verschwunden.</p>



<p>Ich wandte ich mich zu meinen Verlobten. Er hatte sich noch immer keinen Zentimeter bewegt. „Hennes? Hennes, alles in Ordnung?“, fragte ich.</p>



<p>Das löste ihn aus seiner Starre. Er sah zu mir, sein Blick suchte meinen. „Ich … weiß nicht. Das war seltsam. Seine Berührung war eiskalt.“</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Den restlichen Weg zur Kneipe legten wir mit schnellen Schritten zurück. Ich war erleichtert, als wir den dunklen Feldweg hinter uns ließen und endlich wieder über beleuchtete Straßen gingen. Trotzdem sprachen Hennes und ich kein einziges Wort, bis wir die Kneipe erreichten.</p>



<p>Im Gebäude war nicht sonderlich viel los. Zwar gab es einige Grüppchen, die an verschiedenen Tischen zusammensaßen, aber Hennes schien niemanden von ihnen zu erkennen. Also setzten wir uns auf zwei Barhocker und bestellten zwei Bier, die die Gastwirtin sofort für uns abzapfte.</p>



<p>Ich sah zu Hennes. „Du bist immer noch ganz blass.“ Besorgt streichelte ich seinen Arm.</p>



<p>Er zuckte mit den Schultern. „Ich weiß auch nicht. Ich muss die ganze Zeit an seine Berührung denken. Sie war so furchtbar kalt. Unnatürlich kalt.“</p>



<p>Ich zog die Augenbrauen zusammen. „Aber das war doch nur ein Kostüm, oder?“, fragte ich.</p>



<p>Hennes gab mir ein schwaches Lächeln. Wieder ein Schulterzucken.</p>



<p>„Ach Schatz, es gibt keine Kopflosen. Lass dir von dem Idioten doch keine Angst machen!“ Er konnte nicht ernsthaft glauben, dass das ein Geist gewesen war.</p>



<p>Hennes reagierte nicht. Er starrte bloß gedankenverloren die Theke an, auf die die Gastwirtin jetzt unser Bier stellte.</p>



<p>Dafür erregten meine Worte die Aufmerksamkeit von jemand anderem: Ein Mann einige Hocker weiter sah zu uns. Er erhob sich und torkelte in unsere Richtung. „Ihr habt ihn gesehen, nicht war?“, lallte er. Ich roch seine Fahne bis hier. „Den kopflosen Reiter?“</p>



<p>Ich sah ihn mit großen Augen an. „Kennen Sie den Bekloppten etwa? Verkleidet er sich häufiger?“, fragte ich. Ich hoffte, dass es einfach bejahen würde.</p>



<p>Aber natürlich tat er das nicht. „Verkleidet? Meine Liebe, das ist keine Verkleidung“, lallte er mir entgegen. „Er trägt wirklich keinen Kopf mehr auf seinen Schultern.“</p>



<p>Hennes, dar gerade sein Bier an die Lippen heben wollte, erstarrte in der Bewegung.</p>



<p>Der Betrunkene fuhr unbeirrt fort. „Aber keine Sorge. An sich ist er harmlos. Das einzig Wichtige bei Begegnungen mit Wiedergängern wie ihm ist aber, dass ihr sie auf keinen Fall berührt. So eine Berührung kann tödlich enden.“</p>



<p>Jetzt merkte ich, wie auch mein Herz Richtung Hose rutschte. Aber das war doch irrsinnig. Es gab keine Geister. Wen auch immer wir da gesehen hatten, ich war mir sicher, es war bloß irgendein Typ.</p>



<p>Hennes hingegen schien der Betrunkene gehörig den Abend verdorben zu haben. Ich sah, wie er einen Zehn-Euro-Schein auf die Theke legte und nach seiner Jacke griff. „Komm Anni, wir gehen!“</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>Auf dem Weg zum Gasthof sagte Hennes kein einziges Wort mehr. Ich versuchte, ihm zu erklären, dass der Betrunkene sicher auch nur irgendein Spinner war, genau wie der kopflose Reiter, aber er hörte mir gar nicht richtig zu. Stattdessen ging er so schnell, dass ich Schwierigkeiten hatte, mit ihm mitzuhalten.</p>



<p>Eine Verschnaufpause erlaubte er mir erst, als wir sicher auf unserem Zimmer angekommen waren. Dort ging er fast sofort ins Bett.</p>



<p>Es sah Hennes nicht ähnlich, so still zu sein. Auch war er noch immer ungewöhnlich blass. Ich machte mir Sorgen um ihn.</p>



<p>Jedoch war es erst am nächsten Morgen, dass ich Angst um ihn bekam. Er war eiskalt und zitterte am ganzen Körper. Als ich versuchte, mit ihm zu reden, sah er mich bloß an, gab aber keinen einzigen Laut von sich. Ich fuhr sofort mit ihm ins Krankenhaus.</p>



<p>Die folgenden Tage waren die schmerzhaftesten meines Lebens. Ich konnte nichts tun, als zuzusehen, wie Hennes von Tag zu Tag schwächer wurde. Und auch die Ärzte waren völlig ratlos.</p>



<p>Eines Abends saß ich – wie jeden Tag – bei Hennes am Bett. Ich war eingeschlafen, lag vornübergebeugt, während ich seine Hand hielt. Da weckte mich eine schwache Stimme.</p>



<p>„Anni?“, fragte Hennes schwach.</p>



<p>Ich hatte schon immer einen sehr leichten Schlaf, weshalb ich sofort davon wach wurde. „Hennes!“, rief ich. „Du bist wach! Wie fühlst du dich? Kann ich irgendetwas …“</p>



<p>Weiter kam ich nicht. Hennes hatte seine zittrige Hand gehoben und hielt mir einen Finger an die Lippen. „Bitte. Du musst was für mich erledigen“</p>



<p>„Alles. Was auch immer du brauchst.“</p>



<p>Dann sagte er jedoch etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. „Hilf dem kopflosen Reiter. Er kann nichts dafür.“</p>



<p>Schlagartig richtete ich mich auf. „Was? Wieso?“</p>



<p>Doch ich bekam keine Antwort mehr. Hennes war bereits wieder eingeschlafen.</p>



<p class="has-text-align-center">&#8212;</p>



<p>An die Hoffnung geklammert, dass ich meinem Verlobten damit auf irgendeine noch so seltsame Weise helfen könne, fuhr ich direkt in das Dorf zurück. Meine erste Anlaufstelle war die Kneipe. So verzweifelt mir der Gedanke auch vorkam, der Betrunkene von neulich war die einzige Person, die auf jeden Fall mehr über den kopflosen Reiter wusste.</p>



<p>Zu meinem Glück war der Mann trotz der späten Stunde tatsächlich noch in der Kneipe … an einem Mittwoch. Na toll. Er schien jedenfalls zu den Stammalkis des Dorfes zu gehören. Trotzdem war er noch ansprechbar und beantwortete meine Fragen.</p>



<p>„Für deinen Verlobten ist es zu spät“, lallte er. Von seinem Atem wurde ich fast selbst betrunken. „Aber wenn du dem Kopflosen wirklich helfen willst, soll es den Legenden nach ausreichen, wenn du vor ihm ein Gebet aufsagst. Das Vaterunser oder was weiß ich.“</p>



<p>Viel mehr konnte er mir zwar nicht verraten, aber ich nahm, was ich kriegen konnte. Sofort lief ich zum Feldweg zurück. Als ich den Pfad erreichte, zögerte ich jedoch. Er lag dunkel vor mir. Irgendwie unheimlich. Aber das würde mich heute nicht aufhalten. Ich musste es tun. Für Hennes. Zwar hatte der Alki gesagt, ich könne meinem Verlobten nicht mehr helfen. Aber woher wollte er das wissen? Anscheinend hatte es ja noch niemand geschafft, den Kopflosen von seinem Schicksal zu erlösen. Sicherlich irrte er sich. Er <em>musste</em> sich irren!</p>



<p>Hastig eilte ich den Weg entlang. Ich nutzte mein Handy, um den Pfad zu erleuchten, aber auch das spendete mir kaum Licht. Erst, als ich in etwa den Ort erreicht hatte, wo wir dem Reiter das erste Mal begegnet waren, blieb ich stehen.</p>



<p>Es war windig. Die Blätter säuselten und flüsterten um mich herum. Und auch die Grillen zirpten heute anders, irgendwie trauriger als letztes Mal.</p>



<p>Jetzt wartete ich. Und wartete. Und wartete. Meine Augen begannen bereits immer wieder zuzufallen. Meine Beine schmerzten. Da trug der Wind ein anderes Geräusch zu mir herüber: Hufgetrappel.</p>



<p>Ich fuhr herum. Am Anfang sah ich noch gar nichts. Dann jedoch erschien im Licht meines Handys eine Gestalt auf einem Pferd – der kopflose Reiter. Langsam, fast gespenstisch kam er auf mich zu.</p>



<p>Ich spürte, wie sich eine Gänsehaut über meinen Körper zog. Trotzdem blieb ich völlig ruhig stehen, während er näherkam.</p>



<p>Jetzt war er direkt vor mir. Sein Pferd bäumte sich auf, gab ein lautes Wiehern von sich. Ich erschrak, kämpfte aber gegen den Drang an, davonzulaufen.</p>



<p>Ich schluckte schwer. Dann endlich begann ich, das Vaterunser aufzusagen, das ich noch gut aus dem Konfirmationsunterricht kannte. „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name …“</p>



<p>Der kopflose Reiter stand jetzt völlig ruhig da.</p>



<p>Ehrfürchtig sah ich zu ihm auf. „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“, fuhr ich fort.</p>



<p>Dann plötzlich schwang der Mann sich von seinem Pferd. Ich trat schnell einen Schritt zurück, um ihm nicht zu nahe zu kommen, sagte das Gebet aber unbeirrt weiter auf. Zum Glück blieb der Mann neben seinem Pferd stehen. Mir fiel auf, wie klein er eigentlich war. Nicht nur, weil sein Kopf fehlte, sondern auch mit musste er noch immer kleiner gewesen sein als ich.</p>



<p>Während ich das Gebet beendete, schien er mich die ganze Zeit zu beobachten – zumindest soweit jemand ohne Kopf einen beobachten konnte. Erst, als ich den heiligen Text mit dem „Amen“ beendete, bewegte er sich. Oder nein, er bewegte sich nicht, er veränderte sich. Seine dunkle Kleidung verwandelte sich, bis er in ein sauberes weißes Tuch gehüllt vor mir stand.</p>



<p>Für einen Moment sah es so aus, als würde er seinen Körper betrachten, an sich heruntersehen wollen. Dann trat er einen Schritt auf mich zu. Er streckte die Arme nach mir aus, umfasste meine Hände in einer eiskalten Berührung mit den seinen, drückte sie kurz dankbar und war verschwunden. Jetzt war ich wieder allein. Von dem Mann und seinem Pferd fehlte jede Spur.</p>



<p>Unsicher, was ich tun oder auch nur denken sollte, blieb ich noch eine Weile reglos stehen. Was war da gerade passiert? Hatte ich ihn tatsächlich erlöst? Ich wusste es nicht.</p>



<p>Irgendwann, ich hatte keine Ahnung, wie lange ich dort stand, riss mich das Klingeln meines Handys aus den Gedanken. Ich ging ran.</p>



<p>„Anni Winkler“, meldete ich mich.</p>



<p>„Guten Abend Frau Winkler, hier ist das Krankenhaus“, antwortete eine Frauenstimme. „Es tut mir sehr leid, es ihnen mitteilen zu müssen, aber Ihr Verlobter ist gerade verstorben.“</p>



<p>Die Frau erzählte noch irgendetwas von psychologischer Unterstützung, aber ich hörte ihr gar nicht mehr richtig zu. Hennes war tot. Er würde nie wieder zu mir zurückkehren. Mich nie wieder in seinen sanften Armen halten. Nie wieder meinen Namen rufen. Tränen stiegen mir in die Augen.</p>



<p>Dann fiel mein Blick auf meine Hände. Auch ich hatte den kopflosen Reiter berührt. Wenn Hennes trotzdem gestorben war, obwohl ich den Reiter gerettet hatte, würde mich dann dasselbe Schicksal ereilen? Würde ich auch sterben müssen? Oder war der Wiedergänger in seinem erlösten Zustand ungefährlich?</p>



<p>Die Antwort auf diese Frage bekam ich bereits am nächsten Morgen. Mir war eiskalt und ich zitterte am ganzen Körper. Es war dasselbe Zittern, das bereits Hennes‘ Tod angekündigt hatte.</p>


<p><b>Bleibt auf dem neusten Stand und folgt mir auf:</b></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Legende:</h2>



<p>Der kopflose Reiter ist ein Wiedergänger, also ein Untoter, der deutschen Sagenwelt. Jedoch ist der Name „der“ kopflose Reiter nicht ganz zutreffend, da es nicht nur einen, sondern viele kopflose Reiter geben soll.</p>



<p>In der irischen Mythologie gibt es ebenfalls kopflose Reiter, wo sie als Dullahan bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich jedoch in ihren Eigenschaften von der deutschen Sagengestalt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aussehen:</h3>



<p>Das Aussehen der kopflosen Reiter ist – von dem fehlenden Kopf und dem Pferd einmal abgesehen – meist nicht genauer beschrieben. Es ist jedoch anzunehmen, dass sie altertümliche Kleidung tragen, da die meisten der Legenden aus dem Mittelalter stammen.</p>



<p>In einigen Sagen haben sie ihren abgetrennten Kopf sogar bei sich, tragen ihn jedoch unter dem Arm oder haben ihn in ihrem Schoß liegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eigenschaften:</h3>



<p>Kopflose Reiter tauchen ausschließlich nachts auf. Sie sind an sich harmlos, haben keine bösen Absichten und versuchen auch nicht, den Menschen zu schaden.</p>



<p>Es heißt jedoch, dass ihr Auftauchen eine Warnung sein kann. So ist in einigen Quellen von einem baldigen Tod die Rede, wenn man einen kopflosen Reiter sieht, in anderen erscheinen sie hauptsächlich kriminellen Menschen, um ihnen zu zeigen, dass ihnen dasselbe Schicksal wie ihnen blühen könne und sie so auf den rechten Weg zurückzuführen.</p>



<p>Trotzdem kann die Begegnung mit einem kopflosen Reiter gefährlich sein oder so tödlich ausgehen. Denn obwohl sie nicht versuchen, den Menschen zu schaden, ist die Berührung eines Wiedergängers tödlich. Wenn man den kopflosen Reiter also in irgendeiner Weise berührt, kann das innerhalb weniger Tage zum Tod führen.</p>



<p>Andererseits soll es sehr einfach sein, einen kopflosen Reiter zu erlösen. Laut den Legenden muss man dafür lediglich ein Gebet laut aufsagen oder den Reiter sogar nur mit einem Gruß anreden, in dem Gott oder Christus vorkommt. Daraufhin soll der Reiter in ein weißes Leichentuch gehüllt erscheinen und sich bedanken.</p>



<p>Doch auch dann darf man nicht den Fehler machen und den Wiedergänger berühren, da seine Berührung auch in diesem Zustand noch immer töten soll.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lebensraum/Vorkommen:</h3>



<p>Die meisten Legenden und Berichte von kopflosen Reitern gab es im Rheinland. Es ist jedoch möglich, dass Sichtungen an anderen Orten lediglich nicht bis zum heutigen Tag überliefert wurden, die Wiedergänger also deutlich weiter verbreitet waren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ursprung:</h3>



<p>Der genaue Ursprung des kopflosen Reiters ist nicht bekannt. Es lassen sich jedoch kirchliche Einflüsse in den meisten Berichten finden. Eine weit verbreitete Theorie besagt, dass die Legende als Warnung entstanden ist.</p>



<p>So hieß es z. B. oft, dass die kopflosen Reiter zu Lebzeiten entweder Verbrecher waren, die durch Köpfung hingerichtet wurden, oder Selbstmörder, deren Leichen bis ins 17. Jahrhundert ebenfalls geköpft und anschließend an ungeweihter Stelle begraben wurden.</p>



<p>Eine andere Entstehungsgeschichte besagt, dass sie Menschen waren, die den Grenzstein ihres Grundstücks versetzt haben. Früher wurden die Grundstücke der einfachen Bürger nämlich nur durch Grenzsteine markiert. Wenn jemand heimlich den Grenzstein versetzt hat, konnte er somit unerlaubt sein eigenes Grundstück vergrößern, während seine Nachbarn darunter gelitten haben.</p>



<p>Eine mögliche, wenn auch nur selten durchgeführte Strafe dafür war, dass der Schuldige bis zum Kopf in der Erde begraben wurde. Daraufhin durfte der Geschädigte – dessen Grundstück verkleinert worden wäre – so lange mit seinem Pflug über den Kopf des Schuldigen pflügen, bis von ihm fast nichts mehr übrig war.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der kopflose Reiter in der Popkultur:</h3>



<p>An dieser Stelle komme ich wohl nicht um Sleepy Hollow herum. Die Verfilmungen, darunter auch der bekannte Film „Sleepy Hollow“ (1999) mit Johnny Depp, aber auch die Buchvorlage „Die Sage von der schläfrigen Schlucht“ (1820) von Washington Irving beinhalten den kopflosen Reiter als Antagonisten.</p>



<p>Auch spielt der Wiedergänger in der Folge „Der kopflose Reiter“ von DiE DR3i eine entscheidende Rolle. (Falls ihr „DiE DR3i“ nicht mehr kennt, dabei handelt es sich um eine Parallelreihe zu „Die drei ???“, die wegen eines Rechtsstreits statt der originalen Hörpielreihe von 2006 bis 2007 erschien.)</p>



<p>Außerdem findet man den kopflosen Reiter in zahlreichen anderen Filmen, als NPC in Videospielen wie The Elder Scrolls oder World of Warcraft und sogar als eigene Karte des beliebten Sammelkartenspiels Magic: The Gathering.</p>



<p><em>Was haltet ihr von der Legende der kopflosen Reiter? Kanntet ihr sie bereits? Wusstet ihr, dass es eine deutsche Legende ist? Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr einem kopflosen Reiter begegnet? Schreibt es in die Kommentare!</em></p>


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<p></p>
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